Thecus NAS N5500

Um das langsame Thecus N3200 abzulösen, hatte ich mich umgeschaut nach grösseren Thecus Modellen. Eigentlich hätt ich am liebsten das N7700 gehabt, das ist zwar schnell, braucht aber knackig Strom. So begnügte ich mich mit dem damals neuen N5500. Es sollte schneller sein als das bekannte N5200 und habe die neue Benutzeroberfläche drauf. Die wollte ich eigentlich auch kriegen. Dass es ein Dual DOM (Disk On Module) drauf habe, das bei einem Crash der Firmware nach einem Update automatisch die alte Firmware wieder bereitstelle, das ist etwas, was bei mir nicht wichtig war. Gern genommen ist die hoffentliche Geschwindigkeitsverbesserung.

Der langen Rede kurzer Sinn: Das Teil steht jetzt seit fast einem Jahr bei mir im Einsatz und ich bin zufrieden damit. Allerdings: Die neue Oberfläche ist zwar schön, aber sie gibt auch Rätsel auf: Wenn ich die Firmware update, will das Teil booten ... dazu hat es nun einen schönen grafischen Progressbar, der runterzählt. Bei 0 lädt es das GUI neu. Interessanterweise ohne neue Anmeldung und ohne wirklich gebootet zu haben. Die Firmwareanzeige steht immer noch auf der alten Version. Was machen die da bloss? Der irritierte User, also ich, macht's halt nochmals: Firmware raufladen und alles ok, automatischer Reboot. Nix passiert.

Dies ähnelt dem gewollten Reboot, den ich immer dann machen muss, wenn ein Stromausfall das Gerät "ausschaltete". Da ich einen Windows Server mit einer ADS benutze, der auch neu zwangsgestartet wurde, der dem NAS die ACLs und User anbieten muss, passiert es, dass das NAS wahrscheinlich schneller oben ist als meine alte Serverkiste. Wenn das passiert, kann ich auf keine Weise von Clients auf das NAS zugreifen, egal wie cih es anstelle. Das NAS scheint sich die ADS Daten nicht mehr zu holen, wenn es beim ersten Mal nicht klappte. Deswegen eben der beabsichtigte Reboot. Auch hier der Progressbar zum Reboot, Neuanzeige des GUIs, aber die Info-Anzeige steht immer noch auf Stunden Betriebszeit.

Dann also nochmals Reboot, Progessbar geht auf 0. Nix passiert. Mittlerweile habe ich festgestellt, das das NAS schon noch rebootet ... irgendwann, nur nicht dann, wann ich es will. Naja, bei mir nicht wichtig, aber in Firmen, für welche das N5500 ja auch geplant ist, scheint es mir einfach eine Unsitte zu sein.

Der Login-Bildschirm lässt sich wie gehabt auf SSL-only einstellen, so dass die Verbinung gesichert ist, sollte man es übers Internet ansprechen. Er begrüsst einem neuerdings mit Flash, so man Flash zulässt, sonst kommt ein anderes, auch gestyltes GUI.

Einer der Logins erlaubt die Nutzung des NAS als Webdisk, also wie eine Disk. Das GUI dazu ist recht mächtig, nicht gerade schnell, aber dann angenehm zu bedienen. Ich brauche das allerdings praktisch nie.

Dem System-Admin bietet sich gegenüber den altbackenen GUIs der älteren NAS eine aktuelle Ajax-basierte Benutzerführung, die schmuck aussieht.

Wirklich neu und gern genommen ist bei den Unterordner die Möglichkeit, diese nun auch mit ACLs zu schützen. Zuvor beim alten N3200 konnte man nur den obersten Ordner mit ACLs versehen.

Man beachte den aktivierbaren Button ACL unter dem Mauscursor. Erleichtert und verfeinert die Granulation der Rechtevergabe, so dass man zur Zugriffstrennung keine Top-Level-Ordner machen muss.

Dass man ISO-Images seit geraumer Zeit als Ordner mounten kann, ist recht nett und tatsächlich brauchbar, um Tausende kleiner Files nicht separat rumliegen zu haben.

Das Wake-Up On Lan funktioniert nun tatsächlich, aber leider eben nur Wake-Up. Shutdown wäre auch nett, denn so könnte ich vor dem Ins-Bett-Gehen auf dem PC eine Shortcut einrichten, der das NAS stoppt. Denn das zeitgesteuerte Ein-/Ausschalten passt nicht zu meinem Tagesablauf.

Das GUI ist also brauchbar und viel sexier als das der alten N3200/5200. Jetzt ist noch wichtig, ob die Performance stimmt, denn in Testberichten werden da ja schöne Zahlen rumgeboten. Bei mir wollten die sich allerdings nie einstellen. Ich habe als höchstes je gesehen: 32 MByte/Sek. zu meiner Workstation. Beim Schreiben 28 MByte/Sek. Allerdings darf man sich erinnern, dass ich auch hier drei 1.5 TByte Platten von Western Digital als RAID-5 organisiert drinhabe, die Green Power Version. Diese sollen wegen Green Power und dem komischen Wert 1.5 TByte allerdings tatsächlich langsamer sein als 1 oder 2 TByte Disks, unabhängig von Green Power oder nicht. Mir reicht die Performance bis dato. Schneller wäre natürlich toll, grade beim Abspitzen einer DVD oder Bluray, aber wie gesagt: Wenn's schnell sein soll wie im Internet publiziert, so muss man halt schnelle Harddisk-Modelle einsetzen.

So läuft das N5500 nun seit bald einem Jahr in relativer Ruhe im Serverraum vor sich hin. Die Disk-Idle-Spindowns scheinen zu funktionieren, denn der erste Zugriff am Morgen auf ein nicht gecachtes Verzeichnis dauert genau so lange, wie ich mir den Spin-Up der Disks denke.

Dass der Zugriff über das Panel am Gerät passwortgeschützt ist, und es mir noch nicht aufgegangen ist, wie ich wenigstens den Shutdown freischalten kann, wäre zwar mühsam, zumal der WOL Shutdown nicht funktioniert ... aber ich schalte es halt nicht ab. Es läuft rund um die Uhr. Für mich genau das, was ich wollte. Die einzige Zusatzfunktion, die ich installiert habe, ist das TwonkyMedia DLNA Server Modul. Der eingebaute DLNA-Server ist nach wie vor Schrott (meines Erachtens).

Andere Spielereien, die von den anderen NAS-Herstellern dem NAS aufgebürdert werden, lasse ich auf einem so wichtigen Teil, nämlich dem Speichermanager meiner Daten, sicher nicht laufen. Wer da Webserver, PHP, MySQL-Server und anderen fehleranfälligen Müll installiert und erst noch im Internet exponiert, muss sich nicht wundern, wenn eines Tages Daten weg oder wegen Systemcrash geschrottet sind.

Mein NAS ist und bleibt NAS. Alle anderen Server-Dienste erledigen virtuelle Servers auf einer anderen physischen Box.

Natürlich, ich benutze das N5500 nicht im Stressumfeld. Drum kann ich sagen, es hat mich bisher nicht enttäuscht und tut seinen Job wie ein guter WM-Schiedsrichter: Still und unscheinbar.

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