Ab wann ist die Geschichte endlich Geschichte ...

Ich suche ja derzeit dringend einen wie auch immer gearteten Job, damit einfach das Geld reinkommt fürs Leben in dieser Welt. Es wird wohl etwas IT sein müssen, denn ich habe - eben Geschichte - das mehr oder weniger gelernt und kann es so gut, dass es mich die erste Hälfte des Lebens ernährte. Das ist nun 35 Jahre her, dass ich IT an einer Schule gelernt habe - nämlich an der Schule ETH Zürich. Seither habe ich im Beruf und in der Praxis gelernt. Das war die Basis für 30+ Jahre IT, nicht die ETH.

Dumm ist nur, dass ich das Studium nicht abgeschlossen habe, weil in jener Zeit Jungs wie ich vom Business abgeworben wurden. Man war halt noch wer, wenn man Computer konnte. Dazu gab's dann im Hause Jobmessen, wo die Firmen um Informatiker buhlten.

Anyway, ich war also heute bei einem Jobvermittler, der eine tolle Ausschreibung parat hatte, in der ich mich sofort gesehen habe. So habe ich sogar mit dem Berater des Vermittlers persönlich reden können - war alles sehr spontan. Es war sehr nett, ganze 40 Minuten nahm der Berater sich Zeit für mich - sehr förderlich. Er wollte natürlich dennoch, dass ich meine Angaben liefere - klar. So finde ich Vermittlung tiptop. Dank an ihn aus entfernter Warte.

Gesagt, getan, ich habe ja mein ganzes CV nur noch im Internet. Nach dessen Studium mailte er mir, dass sein Kunde mich doch möglicherweise ablehnen würde, weil ich keinen ETH Abschluss habe.

Er sagte nicht, dass der Kunde mich wegen meines Alters ablehnen würde - was ich ja erwartet hätte -, sondern, dass ich, der ich nun 30+ Jahre IT Erfahrung habe, vor eben diesen 30 Jahren einen akademischen Abschluss nicht gemacht habe. Wie wenn der nach 30 Jahren noch irgendeine Bedeutung oder Auswirkung hätte ... ich versteh solche Dinge rein rational, muss aber dennoch den Kopf schütteln, über diese Irrealität, diesen Anachronismus in meinem Fall.

Nur so mal als Hinweis: Innert der letzten 30 Jahre kamen die gesamten Web-Technologien auf, funktionales Programmieren, Closures, neuronale Netzwerke, global verteilte NoSQL-Datenbanken, BigData, allgegenwärtige Prozesskommunikation dank WAN und WLAN, Virtualisierung, KI / Machine Learning, Realtime-Datenanalyse etc. etc. (ja ja, ich weiss, dass fast alles schon viel älter ist, aber wir reden ja von Marktgängigkeit, wofür man heute einen Job anbieten und bekommen kann). Und Modernes, das wollen die Arbeitgeber ja heute ...

Was also nützte mir da der ETH Abschluss vor 30 Jahren? Was würde denn der aussagen, heute, über meine Job-Qualifikation? Wäre nicht ein Assessment-Test besser, um meinen heutigen Stand abzuklopfen? Ich weiss für mich persönlich schon, was mir die ETH brachte - das sind andere Qualitäten. Informatik und IT habe ich mir mit unzähligen Stunden an Basteln, Pröbeln und seit dem WWW mit konstanten und unverlangtem Lernen beigebracht. Und diese Neugier und Lernbereitschaft hatte ich schon vor der ETH ...

Schon sehr merkwürdig. Der Vermittler sagte mir, dass ihn diese Limite eventuell einschränke, mich vorschlagen zu dürfen. Sollte sein Spielraum gegenüber diesem Auftraggeber wirklich so eng sein, würde er mir die direkte Kontaktperson angeben, damit ich mich direkt bewerbe - eventuell gelänge es mir ja dann - wenn ich mit den Leuten mal in Kontakt käme, mit denen ich dann effektiv zusammenarbeiten würde ... die können und sollen dann ihr Urteil über mich bilden, keine HR-Guys mehr ... so möchte ich es eigentlich, denn auch ich habe dann die Möglichkeit zu erkennen, ob ich dort auch arbeiten möchte.

Ich habe ja schon sehr gemischte Erfahrungen gemacht mit Fleischhändlern, so wie wir ab und an intern Body-Leaser, Recruiter etc. nennen. Meistens negative. Doch 1997 war einer, der mich auch persönlich kennenlernen wollte, der mir damals einen Job verschaffte. Wenn der aktuelle Vermittler, der mich ja nun auch persönlich kennt, mich tatsächlich vermitteln könnte ... wäre für mich bewiesen, dass das unpersönliche, Algorithmen-gesteuerte Vermittlungsbusiness einfach nur die stromlinienförmigen Fälle erfolgreich handhaben kann ... dann wäre ich diesem Menschen sehr dankbar verbunden.

Wie auch immer. Ich möchte also immer noch einen IT-Job, ein IT-Consulting-Mandat, 40%-80% irgendwo im D-A-CH Raum finden. Wer was weiss, der leite doch mein CV dorthin weiter. Ich werde mir dann schon eine Anerkennung einfallen und dem Vermittler zukommen lassen.

Dringend gesucht: Arbeit, Auftrag, Job, Mandat

Diesmal ist der Blogeintrag sehr persönlich, bzw. nimmt einen einzelnen Menschen heraus, der sich neu orientieren will oder muss - nämlich mich selbst.

Ich habe letztens geheiratet und sehe mich nun auch einer anderen ökonomischen Verpflichtung gegenüber. Zudem wurde von einer Wirtschaftsförderung für mein gegenwärtiges Projekt die Anschubsfinanzierung verweigert.

Daher hiermit der Aufruf: in der Region deutschsprachiges Europa, Schweiz natürlich bevorzugt, aber auch Deutschland und Österreich suche ich eine bevorzugt teilzeitige Stelle, ein Mandat, zeitlich limitiert oder unbefristet. Es geht mir nicht um Geldoptimierung, sondern um ein finanziell angepasstes Leben in der neuen Lebenssituation.

Mein berufliches CV (Curriculum Vitae) findet sich nach diesem Link.

Es freut mich, wenn es Beachtung und noch vielmehr konkretes Kontaktinteresse auslöst.

Vielen Dank.

Industrie 4.0, Trump, Steuern, Grundeinkommen

Letztens kam bei meinem Lieblingstalker wieder mal der Philosoph Richard David Precht zu Worte. Er ist mir schon öfters aufgefallen, denn er stimuliert die Leute dazu, sich wirklich über die nähere Zukunft, 20-40 Jahre, Gedanken zu machen - und das nicht nur den Politikern zu überlassen, die dann sowieso schon tot sind.

Auch Trump wird das nicht mehr erleben, aber er wirft die Fragen auch auf. Die Industrie 4.0 bzw. der Optimierungswahn der bisherigen ökonomischen Parameter wirft das auch auf. Der Exportüberschuss der BRD ebenfalls.

Es geht um nicht weniger als die Entwicklung der Gesellschaften in den industrialisierten Weltteilen. Denn nach Ansicht Prechts werden in der näheren Zukunft 50% vieler Berufsleute schlichtweg keine Arbeit mehr haben in ihren Gebieten. Damit meint er nicht die Taxifahrer, die das schon in sehr naher Zukunft erleben werden, wohl auch nicht die Reinigungsleute, denen dasselbe blüht wie Fahrern aller Art wie auch Lok- und Schiffsführer, auch Bauern in der Feldbewirtschaftung.

Es darf wohl klar sein, dass diese Jobs innert viel weniger als der früher geschätzten Anzahl Jahre einfach durch Sensoren, Robis und KI ersetzt werden. Der Student, der Taxi fährt zur Finanzierung des Studiums, wird anderweitig nach Kohle suchen müssen. Uber, Tesla und all die anderen werden führerlose Fahrzeuge so anbieten, dass wohl nur noch wenige Flotten übrig bleiben, denn wer muss oder will schon ein eigenes Auto haben, das eh nur rumsteht und Steuern und Abgaben kostet, wenn man einen Roboterwagen auf Zuruf bestellen kann, der einen punktgenau von A nach B fährt und dann eben zurück oder zu anderen Aufträgen übergeht, ohne rumzustehen. Das wissen alle, auch die Autoindustrie. Deshalb ist diese Diskussion zu beobachten im Autoland Germany so interessant. Verpennt haben sie es ja fast, obwohl bei Tesla doch auch Mercedes drin hängt. Diese ganze Haupt- und Zulieferungsindustrie wird massiv verkleinern müssen. Es wird ihr gehen wie der Zeitungsindustrie. Das Internet, bzw. die Technologien darum herum, machen die traditionellen Riesen zu Davids.

Das sehen wir ja jetzt schon, und das ist für all die sogenannt Hochqualifizierten eben kein Ruhekissen mehr. Die Knautschzone wird dünner, denn IBMs Watson, Googles DeepMind, Amazons Alexa, bzw. die Experten-, KI- und BigData-Analysemaschinen dahinter werden die sogenannte "jahrelange Erfahrung" eines Menschen zu einer lapidaren Ausrede für Alte machen.

Ich gehöre auch zu den Alten mittlerweile. Auch ich habe 35+ Jahre IT-Erfahrung, als Softwareentwickler etc. Das war und ist noch ein anspruchsvoller Beruf, aber eben auch sehr automatisierbar. Programme herstellen ist etwas sehr Routinehaftes, etwas, was man getrost Programmen überlassen kann. Die Programme, die das können, müssen derzeit noch hauptsächlich von Menschen gemacht werden, aber das wird auch ändern, denn die Programme sind ja selbstlernend.

Auch medizinische Fachleute sind davon betroffen: Der Röntgenbilder-Analytiker, die nach Anzeichen von Krebs, Tumor und Konsorten suchen, werden abgelöst durch Expertensysteme. Die das nach Lernen von einigen Hunderttausenden von Bildern dann besser können. Dieses Experiment wurde bereits mal in Einsten etc.vorgestellt.

Kurzum: Industrie 4.0 wird auch sogenannte "Erahrungsjobs" wie Börsenheinis, Versicherungsvertreter, Analysten von Daten beliebier Herkunft fast überflüssig machen.

Precht sagt, wir müssen uns ernsthaft die Frage stellen, wie unsere Gesellschaft aussehen soll, wenn Industrie 4.0 so weitermacht wie bisher. Er meint, das sei nach der Industrialisierung die erste, komplett alles umwälzende Revolution. Nicht zu Vergleichen mit der Einführung des Computers. Der ist zwar die Basis, aber der EDV-Apparat, also der Elektronische DatenVerarbeiter, der ist die Grundlage, eben alles, was man digitalisieren kann, zu verarbeiten. Die Musikindustrie musste das erleben, die Filmindustrie auch, die Presse jetzt auch - nicht nur die verkauften Printerzeugnisse, sondern seit neulich vor allem, der von tumben EDV-Apparaten durchgeführte Angriff auf die menschlichen Werte wie Wahrheit, Reputation, Verlässlichkeit,, Referenzen - Merkwort Fake-News, alternative Fakten. Ich habe dazu ja schon einiges geschrieben, doch ich sehe, dass viele Leute in unseren Breitegraden die Konsequenzen noch nicht so klar sehen, denn vielleicht sind sie zu tief in der eigenen Arbeit drin, und sehen das Ende nicht kommen.

Nun, es wird Jobs geben, für die das Geld sicher gern ausgegeben wird. Eigentlich sehen wir die: Es sind die Unterhaltungsangebote: Wenn es heute ein niedliches Baby schafft - von den Eltern natürlich richtig ins Bild gesetzt - aufgrund des menschlichen Kindchenschemas Millionen von Klicks auf Youtube zu "erschleichen" und damit für Werbeeinnahmen für die Eltern zu sorgen, dann ist das, was nach Industrie 4.0 kommt, das, was schon vor 2000 Jahren den römischen Diktatoren das Leben mit dem Volk erleichterte: Brot und Spiele.

Wenn pubertierende Werbemarionetten vom Schlafzimmer aus mehr Kohle kassieren können, als Erwachsene in 40+ Stunden pro Woche ranschaffen können, dann zeigt das wohl schon, dass wir bei den Gladiatorspielen der römischen Kaiser schon längst angekommen sind.

So sieht es auch Precht: Denn was sollen also die Leute tun? Die Produktion all dessen, was wir für den Erhalt der Körper herstellen müssen, wird oder ist bereits automatisiert. Und derart effizient, dass diese Arbeit von immer weniger Menschen überwacht werden muss. Was also mit dem Rest? Arbeiten? Wo?

Das Konzept der Arbeit ist definiert als Tätigkeit, für die man Geld bekommt, die einem das wirtschaftliche Leben in der Kapitalismuswelt ermöglicht. Diese Arbeitsdefinition lässt sich nicht mehr halten.

Daher sagt Precht: Es gibt - wenn man das Geldsystem beibehalten will - nur einen einzigen Ausweg: Das Bedingungslose Grundeinkommen. Wenn die Gesellschaft das über das Konzept des Staates nicht hinbekommt, so wird es nicht nur zu Unruhen sondern zur totalen Destruktion der Staaten kommen, zuerst Nationalismus - aus Angst, Fremde nehmen einem etwas weg, dann Zerfall der Staatsmacht, denn wenn man merkt, dass der eigene Staat einem ja weder was gibt noch einen schützt noch einen menschenwürdig überleben lässt, dann verliert der Staat seine Legitimation.

Der Staat - also wir - müssen davon abkommen, dass wir Arbeit besteuern, statt Finanzflüsse oder Energieverbrauch. Diese müssen die Cashcows werden, denn diese werden ja nicht wie Arbeit immer weniger, sondern immer mehr. Wenn die Politik- und Machteliten es noch lange schaffen, ihre Geldflüsse vor dem Zugriff durch Steuern zu schützen, so wird es immer kritischer, denn der Staat kann mit Arbeitsbesteuerung einfach nicht mehr die Mittel einholen, die er braucht, um seine Kernkompetenzen zu bewältigen. Es ist eigentlich ein Wunder - oder halt immer das Gleiche -, dass wir das nicht endlich angehen.

Auch heute Sonntag im Sonntalk von TeleZüri kam es wieder: Wir alle werden älter, keiner will länger arbeiten, obwohl die Lebenserwartung seit Erfindung des Rentenalters sicher 15+ Jahre gestiegen ist. Aber natürlich soll der Staat einem ein Leben nach der Arbeit ermöglichen - schon nicht ohne eigene Sparleistung, aber dennoch. Nur, womit denn? Es geht einfach nicht auf über die bisherigen Denkweisen. Würde Energie jenseits von Öl auch besteuert, würden wir weniger davon verschwenden und dennoch gut leben, denn alle neuen Industrie 4.0 Features sind elektrisch.

Genauso das Geld: Finanzflüsse laufen im hyperschnellen Transaktionshandel über elektrische Medien, sie belasten also das Energiebudget, die Energieerzeugung - wieso sollen die eigentlich OHNE Besteuerung davonkommen?

Da Internet und Industrie 4.0 dank Globalisierung die Welt ohnehin grenzenlos macht, näher zusammenrückt, kann es ohne Umverteilung der Besteuerungsbasen niemals zu einem förderlichen Weiterleben kommen können. Natürlich, zuerst wird den vermeintlichen Ursachen die Grenze aufgezeigt durch nationalistische Opportunisten. Doch deren Lebensdauer wird wohl selten die Legislaturperiode überdauern. Danach sind sie genauso ratlos wie die Bevölkerungen.

Genau dieses Experiment macht nun Trump: Er ebnet den Mächtigen die Wege: Steuersenkungen, Geldoptimierung, Konservierung von Privilegien. Und was passiert: Die zuvor schon gebeutelten haben die Schnauze voll. Proteste etc. sind da nur das Vorzeichen. Denn wenn die "hard working Americans" endlich auch in den weissen Schichten mal raffen, dass sie das Ende nicht verhindern können, dann wird es wohl sehr kräftig und sehr bald rumpeln in der USA. Oder wieder, wie man's nimmt.

Die USA war und ist der Prototyp des Kapitalismus, nun muss die USA vielleicht der Vorreiter werden zu dem, was nach dem Kapitalismus kommen kann. Wenn es da eine Revolution braucht, so be it.

Denn wie ich schon sattsam schrieb: Die Leute sterben ja nicht weg nach der Arbeitszeit. Wenn wir uns also nicht vom Staat als Lebenshelfer im Alter verabschieden wollen, muss der dafür sorgen, dass er erstens genug Geld hat und zweitens seinen Leuten das minimale Leben auch ermöglichen kann.

Dazu wird er wohl Energie besteuern müssen und vor allem die Geldflüsse. Ich möchte ja nicht wissen, wieviel der Geldmillionen an Werbeeinnahmen auf Youtube und in Werbenetzwerken unbesteuert in die Taschen weniger fliesst.

Wenn Staaten das nicht schaffen, wird das Faustrecht wieder Einzug halten. Ironischerweise wird's dann wohl so, wie wir's ja oft sagen "Wie im Wildern Westen". So be it.

Ceterum censeo: Think globally, act locally.

Wenn Algorithmen übernehmen ...

Heute war im heise-Newsticker ein Text über den Ver.di-Chef Frank Bsirske, der die "demokratischen Gegenkräfte" zum Digital-Kapitalismus aufrufe. Weil Computerprogramme entscheiden und dabei Demokratie auf der Strecke bleibe.

Finde ich auch. Und zwar, weil ich mit 30+ Jahren IT Erfahrung auf intensivster Ebene bereits ein Opfer dieser mir bestens bekannten Denkweisen bin. Und weil meine Freundin ebenfalls in der USA mindestens viermal unter meinen Augen "dank" Algorithmen Jobs nicht bekam.

Heute habe ich mein Profil gelöscht bei einem Body Leaser im IT-Bereich, den ich seit dessen Existenz kenne. Warum? Weil die in ihrer Vermittlung - natürlich unter dem Titel Optimierung - ihre Bewerbungsprozesse automatisierten. Diese Prozesse sind derart gestaltet, dass sie eigentlich zur Lüge auffordern oder perfekte Kandidaten liefern, deren Hauptarbeit es wohl sein musste, brav Zertifikate zu erwerben, aufzubewahren und in den Fragebogen reinzuhacken.

Lügen deshalb. weil: Wenn man die Felder nicht ausfüllen kann/will, geht der Prozess nicht weiter. Lügen auch deshalb, weil Leute meiner IT-Generation unseren Beruf und unsere Berufung fanden, als all der Zertifikatskram noch gar nicht da war. Es gab auch viele der Tools und Buzzwords schlichtweg nicht, als wir unsere Kompetenz erlernten.

Da wird heute Anforderungen an Tools gesprochen, die ich im Detail natürlich nicht alle kenne, aber wenn Konzeptionen mal gelernt wurden, ist selbst der neueste Schrei oft nur alter Wein in neuen Schläuchen. Wenn ich SCRUM und Agile lese ... dass ich mich da zertifiziert ausweisen müsse ... kann ich nur heulen und lachen ... ich mache das seit 30 Jahren so - nur eben ohne fancy Namen. Dazwischen kamen Software-Design-Prozesse nach starren Regeln, Wasserfall-Diagramme etc. etc. und heute - wohl auch nur wegen der mobilen Hatz - merken sie, dass die altvordere Art der Entwicklung nun doch wieder gut ist - nur muss es halt nun einen neuen Titel haben. Die IT ist sowieso extrem Buzzword-lastig. Was man da alles fallen lassen kann oder muss, um zu gefallen.

In meinem Fall ist es noch so, dass ich vor 25 Jahren Leute schulte, für deren Berufe ich heute ein Zertifikat brauche. Ich könnte also den Beruf nicht mehr bekommen, für den ich Leute ausbildete. Genau das ist mir bei dem Body Leaser heute passiert.

Ich hatte zwei Stellen gefunden, für die ich mich bewerben wollte. Ich empfand mich für diese Jobs durchaus geeignet. Doch wegen der Algorithmik kam ich nicht weiter.

Das hat mich zugegebenermassen sehr geärgert, so dass ich mich halt zum Lügen genötigt fühlte. Denn eigentlich mochte ich ja nur mal mit dem Kunden im Angesicht gegenüberstehen, damit der sich ein Bild von mir und ich von ihm machen kann. Das kommt aber nicht mal mehr zustande.

Ich könnte sagen: Der Kunde wird vom Body Leaser vorgeführt. Der Kunde erfährt nicht mehr, was an Potential da ist, sondern nur noch, was an getaggten Arbeitskräften durch die Filter durchgereicht wird. Und wenn dann noch in der Ausschreibung steht "Interessiert, neugierig, belastbar, Team-Player" sei gefordert, gerade diese Softskills, die ein Fragebogen eh nicht erfasst, so zeigt sich die Häme im aktuellen IT-Markt.

Ich verstehe sehr wohl, dass ein Job-Anbieter Vermittler einspannen will, um den Prozess abzugeben. Doch: Der dannzumal gelieferte Kandidat muss ja in dessen Kultur, dessen Umfeld passen, die menschlichen Skills, gerade wenn sie gefordert sind, müssen erfahrbar sein. Wie soll das gehen, wenn ein Filter Personen bereits vom persönlichen Kontakt mit dem Anbieter fernhält?

IT-Fähigkeiten kann sich heute jeder aneignen. Das Internet ist sehr hilfreich dabei und ich bin selbst darüber sehr froh, dass Leute ihre Kenntnisse mitteilen. Dann damit kann man wachsen. Dass man aber mit Filtern Leute vom Anwenden ihrer Fähigkeiten abhält, das ist eigentlich schlichtweg unverständlich und vor allem auch zynisch.

Im TV kommen ab und an kurze Beiträge über ältere ITler, die Bewerbungen über Bewerbungen schreiben und doch nicht mehr genommen werden. Wieso? Nur weil die alten Weine eben in immer kürzeren Intervallen in den neuen Schläuchen gereicht werden? Und man meint, das "Moderne" könne ein Alter nicht mehr? Was ist an

Und niemand lernt mehr ausreichend tiefgehend: All die Sicherheitsprobleme, die sich im Internet und im aufkommenden IoT auftun, entstehen nicht von den Alten her, sondern auch von jungen Leuten. Wer konzeptionell bei Software schon Fehler macht, kann sie nachher nicht so einfach korrigieren. Das hat dann nichts mit modernen Tools zu tun, sondern eben mit Sensibilisierung aufs Thema. Und gerade da sehe ich nicht, dass ein alter ITler das nicht könnte, wenn er sich nicht total den Entwicklungen verschlossen hat.

Im Gegenteil, Komplexitäten können gute ITler erfassen und beherrschen. Schlechte nicht. Und diese Fähigkeit wächst sogar mit der Erfahrung. Auch das ist nicht mit Fragebogen erfassbar.

So habe ich also mein Profil gelöscht bei einem, der vielleicht mal Leute vermitteln wollte. Heute vermittelt er nur noch Arbeitsroboter, die mit den passenden Tags beklebt sind.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dies eingeschnappt klingt. Ist mir an sich egal, denn ich habe es zwar heute an eigenem Leibe erlebt, aber mehr oder schlimmer finde ich es, wenn Algorithmen immer mehr über Leben von Menschen entscheiden. In meiner Sicht muss unbedingt bewahrt werden, dass im Arbeitsmarkt ein Treffen zwischen Bewerber und Anbieter möglich sein muss. Und der Vermittler das bleibt, was er ist: Ein Beschaffer. Die Entscheidung muss der Anbieter treffen können. Nicht der Fragebogen eines Vermittlers.

Denn wenn ich in der Beilage "IT & Karriere" der aktuellen c't lese, dass anpassungsfähige und flexible und vor allem Soft-Skill zeigende Leute gesucht werden - da kann ich ja eigentlich über die aktuellen Vermittler nur milde lächelnd den Kopf schütteln.

Und eben, man bedenke es eben auch weiter: Es gibt genug Abhandlungen darüber, was aufgrund Big-Data bereits alles möglich ist. Und wie das Menschen betrifft. Aufgrund all der Datenspuren ist es bekanntlich ein leichtes, den gesamten Lebensstatus eines Internetgängers sehr präzise einzuschätzen. Und wer will schon bei Krankenkassen nicht mehr angenommen, als nicht zahlungsfähig gelten, weil er sparsam einkauft, in einem unterklassigen Quartier wohnt, etc. etc.

Computer werden erst dann zur Gefahr, wenn Menschen meinen, sie bräuchten sich nicht mehr darum zu kümmern, was die Computer entscheiden, bzw. vergessen, dass es ev. Menschen trifft - dass de facto sie selbst den empathielosen Algorithmen der Computer ausgeliefert sind.

Wohl auf, die Roboter kommen, zuerst die körperlosen Assistenten von Google, Microsoft, Apple und Amazon, dann die Roboter. Nicht die Industrieroboter, sondern die mit den grossen Augen fürs Kindchenschema, dem Augenzwinkern, der launenerkennend modulierten Stimme ... wie war das noch bei RoboCop: Wo der Kasten aufgrund eines Fehlers einen Testkandidaten bei einer Demo übern Haufen schoss, obwohl der die Fake-Kanone auf Robis Aufforderung schon längst auf den Boden gelegt hatte - was Robi allerdings irgendwo in seiner Algorithmik nicht entsprechend würdigte. So musste sein Algorithmus dann halt doch nach Ablauf des Countdowns schiessen ...

Wie dem auch sei: Eigentlich schmerzt meine Kündigung eh nicht. Weil dieser Body Leaser mir in all den Jahren eh nie einen einzigen Job vermitteln konnte. Und weil ich zum Glück zu alt bin, um mich über Idiotien noch entwerten zu lassen. Ich wünsche, dass alle Leute ihr Selbstbewusstsein aus anderen Quellen erfahren, als aus dem Arbeitsmarkt. Zugegeben, schwierig. Doch machbar.

Und wieder was fürs Grundeinkommen

Heute kam in den Nachrichten oder sonstwo ein Text zur Angst Angesteller davor, entlassen zu werden, weil die Wirtschaftslage schlecht ist. Und weil sie eigentlich ihren Unmut über eine Situation oder einen Chef äussern, aber natürlich keine Retourkutsche einkassieren wollen. Weil sie eben wegen der Wirtschaftslage leichter ersetzbar sind, wagen sie es nicht. Die SRF-TV Sendung ECO hat sich das letzthin zum Thema gemacht.

Wie kann es sein, dass wir es erlauben, dass ein Angestellter leiden muss an seinem Arbeitsplatz? Dass er aber nichts sagt, weil er dann einfach ersetzt wird? Und sich an der Situation ja dann ev. gar nichts ändert, ausser, dass es den Nachfolger halt auch verheizt.

Diese Situation hat also gleich zwei Verlierer: Der leidende Angestellte und die verbesserungsfähige Organisation. Der Status bleibt erhalten. Es könnte beide dahinraffen, üblicherweise zuerst das kleinere Rädchen, also der Angestellte.

Man stelle sich bitte vor: Dank dem BGE können sich beide verbessern. Der Angestellte kann loswerden, was ihn bedrückt - möglicherweise zum Vorteil der Organisation. Und er kann auch dann gelöster sein, wenn ihn die uneinsichtige Organisation halt dennoch schasst. Denn Überleben wird er in finanzieller Hinsicht.

Wäre das nicht eine wünschenswertere Gesamtsituation als die eingangs geschilderte? Und zwar für alle?

Panama Papers und das bedingungslose Grundeinkommen

So, der Bundesrat hat die Empfehlung abgegeben, dass die Initiative zum bedingungslosen Grundeinkommen abzulehnen sei. Und das in der Zeit, wo die Panama Papers bekannt geworden sind, wo die Flüchtlingskrise unsere Gesellschaftsstrukturen in Frage stellt, wo die ökonomisch bedingte Völkerwanderung aus Afrika Europa noch fluten wird, wo Assad trotz Terror fester im Sattel sitzt denn je zuvor, Kriegsflüchtlinge also weiterhin "produziert" werden, was die Grossmächte in ihren Stellvertreterkriegen immer zynisch billigend in Kauf nehmen, wo Klimawandel ebenfalls Völkerwanderungen auslösen wird, wo sich der kapitalistisch getriebene Wachstumswahn immer mehr ad absurdum auswächst, wo gar nicht mehr soviel Arbeit da ist, um ein Volk sich nur durch bezahlte Arbeit ernähren zu lassen, wo die Industrie 4.0 – sprich Digitalisierung der intellektuellen Arbeit und mit den kommenden Robotern auch die physische Arbeit – immer mehr Leute überflüssig machen wird - sollte man als Volk doch wirklich die Systemfrage stellen.

Die Frage, wie soll eine Teilgesellschaft, ein Land voll Einwohnern, eigentlich die nächsten paar Generationen weitermachen? Dass es weder ökonomisch noch ökologisch so weitergehen kann, zeigt sich ja überall immer deutlicher.

Die Frage nach dem bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) ist diese Systemfrage. Soll Arbeit das soziale und ökonomische Leben weiterhin bestimmen? Wo diese eben immer weniger wird in einem Land wie der Schweiz? Zukunftsforscher sagen schon voraus, dass es in allen Berufssparten 50% aller Jobs kosten wird. Und eben - dank maschinellem Lernen und neuronalen Netzwerken und damit verbundenen, optimierten Algorithmen wird es auch sogenannte hochqualifizierte Jobs treffen. Banker, Fachspezialisten, Mediziner, einfach alle. Gerade auch die, die sogenannt gut ausgebildet sind. Es geht also schon rein aus dieser Sicht darum, sich asap damit zu beschäftigen, wie es weitergehen soll.

Am 5. Juni stimmen wir über das BGE ab. Und hören immer noch oberflächliche Texte wie "wenn man einfach so Geld bekommt, wird ja niemand mehr arbeiten" ... Tja, wie ich schon öfters schrieb, es geht um Nutzung der Lebenszeit. Wird ein Jugendlicher nicht mehr lernen wollen, weil er eh Kohle kriegt? Reicht ihm dieser Betrag für ein langes Leben? Sicher nicht, so abgeturnt ist noch keiner in der Jugend - der Lerntrieb ist des Menschen stärkster Trieb – stärker als der Sexualtrieb. Denn ohne Lernen überlebt kein Mensch – es ist genetisch programmiert. Kein Baby lernte ohne dies je die Sprache der Mutter, die Verhaltensweisen der bereits länger Lebenden. Wenn ein Jugendlicher also nicht mehr lernen MUSS, nur um Geld zu verdienen, was ihm ja danach eigentlich nur das Mitmachen in der bisherigen, kapitalistischen Gesellschaft ermöglichen soll und/oder muss, so wird er etwas anderes tun. Selbst wenn er faul rumliegt – er wird das nicht sein Leben lang machen – weil das einfach im Schnitt und über die Dauer scheisslangweilig ist.

Als soziale Lebewesen können sich nur die allerwenigsten ein Leben lang isolieren. Und selbst wenn sie das könnten, ohne Interaktion mit anderen werden sie keine 80 Jahre lang zufrieden sein. Interaktion ist Leben. Ein Mangel davon macht kränklich, kann verfrüht zum Tode führen. Menschen sind mehr als nur Bioroboter - auch wenn das bei einigen durchaus schwer zu glauben ist ...

Was ein Jugendlicher also tun könnte – statt als Nutzvieh für die Industrie in deren Abläufe eingeschirrt zu werden – wäre doch möglicherweise etwas zu lernen, was ihm Spass macht. Was keinen Sinn machen muss, für niemanden ausser ihn selbst. Was ihn "Fehler" machen lässt, auf die Schnauze fallen lässt, was ihn somit lernen lässt.

Unsere Wissenschaftler und auch Comedians wissen schon lange, dass wir eine total bescheuerte Ausbildungswelt haben: Da wir Menschen als Arbeitskraft für eine Maschinerie genannt Wirtschaft brauchen, scheuen wir uns wie der Teufel das Weihwasser vor dem Fehler-Machen. Obwohl nur durch Fehler diese Wirtschaft erst entstanden ist. Man lese sich mal durch die Geschichte all der Erfindungen durch ... da sind die "Fehler", das "Versagen" an der Tagesordnung, und dafür die sogenannten Zufälle eben auch – Zufälle, die dann die wegweisenden Entdeckungen brachten.

Wir haben als Gesellschaft so dermassen Schiss vor Veränderungen, dass fast jeder grad beim Thema BGE nur angstgetriebene Pauschalausreden bringt. Natürlich, anders werden muss es. Und wird es ohnehin. Ob wir wollen oder nicht. Doch viele sagen trotz Anerkennung des Fakts "Aber doch nicht grad so". Tja, irgendwas ist ja immer ...

Wieso also nicht mal ein Experiment mit offenen Augen und mental wohlwollend beginnen? Die blutige Kulturrevolution in China wird von vielen als reines Experiment angesehen. Ein ganzes Volk musste unter der Idee eines einzigen leiden. Ditto heute Nordkorea. Experimente passieren ja ohnehin, überall, immer. Gemeinschaften, vielleicht auch Staaten nennen sie sich. Ein kleines und erst noch reiches Land wie die Schweiz kann sich so ein Experiment wie das BGE leisten.

Und wieso erst recht angesichts Idiotien wie Europäischer Geldpolitik und eben nun der Panama Papers? Weil diese beiden Dinge im Finanzbereich dieselben Augenöffnungsqualitäten haben wie die Snowden-Leaks im IT-Bereich. Jeder sollte nach anfänglicher Empörung mal in sich gehen und mit viel Abstand schauen, ob er das nicht eh schon gewusst hat, warum es ihn denn möglicherweise empört, welche scheinheiligen und selbst nicht erfüllten, aber von anderen erwarteten Idealvorstellungen wie Seifenblasen zerplatzen und wieso es diese Bigotterie überhaupt gibt.

Fast jeder der wohlhabenden Einzelpersonen hat sich dieser Verschleierungsmittel bedient. Ich hatte grad letzthin eine Diskussion mit einem guten Freund. Ich sagte "wenn du 6 Millionen pro Jahr verdienst, was stört es dich, wenn du 65% davon abgeben musst? Reichen dir 2 Millionen nicht zum Leben pro Jahr?" Er: "Klar reichen mit 2 Mio. zum sehr bequemen Leben gut aus. Aber ich will nicht, dass mir 4 Mio. genommen und für Zeug verschleudert werden, was ich nicht unterstütze. Also werde ich mein Geld vor dem Staat verstecken, denn mir geht's bei diesen Summen nicht ums Geld, sondern um die Verwendungsart. Gäbe der Staat mit der Steuererklärung auch gleich einen Multiple-Choice-Bogen ab, auf dem ich den Verwendungszweck meiner Steuern ankreuzen könnte, täte ich das mit Freude."

Dieser Argumentation kann ich zwar folgen, aber auch nur, weil ich ihn kenne, und eben weiss, dass er kein Egoist ist. Anderen nähme ich ohne Tatbeweis so eine Ansage nicht einfach so ab.

Die Systemfrage ist also: Wollen wir als Gesamtheit so ein unfähiges System? Bzw. die entlarvende Frage lautet ja: Wieso wettern alle Staaten über diese Steueroasen und doch fehlt überall, in allen Ländern, der politische Wille, das zu ändern? Weil wir immer noch denken, wir sind Konkurrenten während der Zeit auf diesem Planeten. Die Schweiz gegen Deutschland, die EU gegen USA, was auch immer. Worum kämpfen wir denn überhaupt?

Gibt es noch irgendeinen auf dieser Welt, der noch nie ein Bild der Erde von ausserhalb gesehen hat, die schöne blaue Murmel vor absolutem Schwarz? Der noch nie Bilder aus Kriegszonen, von verdreckter Natur, leidender Tiere, "dank" Chemie- und Strahlungsverseuchung genetisch absolut lebensunfähiger Früh- und Totgeburten gesehen hat?

Gibt es noch irgendeinen, der wirklich meint, angesichts bald 8 Mia. Leute seine eigenen 80 Jahre in reiner arroganter Konkurrenz leben zu können? Und selbst wenn er es versuchte, dass ihm so ein Leben Spass machen könnte?

Die Panama Paper waren für meinen Freund und mich nichts Überraschendes. Wie es auch Snowdens Enthüllungen nie waren. Wer die sogenannten menschlichen Makel kennt, erkennt sie halt in allen verschiedenen Ausprägungen immer wieder. Und (er)kennt ihre Anflüge auch bei sich selbst.

Was ich allerdings anregen möchte angesichts der Panama Papers, ist eben genau die Frage nach dem System zu wagen. Soll es wirklich so sein, dass die mit viel Kohle uns anderen auf der Nase rumtanzen können? Eine Gesellschaft aushebeln können, so dass ein Staat (also wir) seine Pflichten gegenüber seinem Volk nicht mehr wahrnehmen kann? Soll es so sein, dass Staaten wieder schwach werden? Schwache oder sogenannte Failed States gibt es jetzt schon reichlich, und wir können das Leben dort dank moderner Medien beobachten. Ohne funktionierenden Staat ist man zurück beim Faustrecht. Wollen wir das wirklich? Eine "Gerechtigkeit" gibt es nicht auf dieser Welt. Und der Kapitalismus schafft auch in absehbarer Zukunft keine. Die menschlichen Makel ändern das in der Masse auch nicht.

Ausser: eine hinreichend grosse Masse, die bekannte "kritische Masse", entscheidet sich dazu, etwas Neues zu wagen. Diese Gruppe, die sowas wagen kann, muss wohl relativ homogen sein. Wir Schweizer sind so eine Masse, wir könnten diese Einigkeit realisieren. Und damit wirklich modern und vor allem lebendig werden, denn Leben ist Veränderung. Diese Plattitüde weiss nun jeder an sich selbst bewiesen: Ewig dasselbe ist Tod oder zumindest todlangweilig.

Dass Geld zuwenig da sei für ein BGE ... ist angesichts EUs Draghi und eben der Panama Papers eine Lächerlichkeit sondergleichen, eine Arroganz der Mehrheit gegenüber. Und wenn der Schweizer Bundesrat sagt, das Sozialsystem biete ja die finanzielle Absicherung – tja, dann kann man dasselbe Geld ja auch gleich unter anderem Titel ausgeben.

Die einzige Ausrede dann ist: Gäbe man es bedingungslos und vorurteilslos aus, wäre sämtlicher, wie auch immer gearteter Druck auf denjenigen Menschen nicht mehr da, die das Geld nötig haben oder schlicht damit zufrieden sind. Dabei muss man ja immer noch bewusst halten, dass wohl die wenigsten Schweizer mit dem BGE alleine zufrieden sind, denn die Komfortansprüche von durchschnittlichen Schweizern lassen sich wohl mit den CHF 2500.-/Monat nicht abdecken. Sie werden also arbeiten gehen wollen, weil es für sie noch etwas mehr sein darf. Doch gäbe es keinen Grund mehr, auf nicht ökonomisch "verwertbare" Menschen hinunterzusehen, sie zu stigmatisieren.

Und genau das soll es sein: Die Wissenschaft weiss, dass die glücklichsten Generationen die Jugendlichen und die Alten sind, denn: sie MÜSSEN noch nicht / nicht mehr arbeiten, sie DÜRFEN. Und dann macht Arbeit eben Spass: Keine psychosomatischen Krankheiten, kein Burnout, keine Mitzuschleppenden, keine Selbstzweifel, keine Griesgrame ... ab 15 oder später MÜSSEN aber viele arbeiten und zwar etwas, was sie nicht wollen. Und das nur, um ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen zu haben - weil es in der aktuellen Gesellschaft selten anders geht.

Wir, die 3.5 Milliarden, die zusammen weniger Geld als 62 Superreiche haben, müssen uns endlich fragen, wie es auf diesem noch schönen und wohnlichen Planeten für uns und unsere Nachkommen weitergehen soll. Dass Betrachtungen über ein BGE eine Luxusoption ist, dürfte offensichtlich sein. Es ist ja auch eine Errungenschaft einiger europäischer Staaten, aus der kriegerischen und föderalen Mittelalterzeit es geschafft zu haben, trotz diverser durchaus attraktiver Unterschiede mehr oder weniger friedlich zusammenleben zu WOLLEN. Es ist ja aus anderer Sicht ja wirklich so: Der Kapitalismus ist im Niedergang, neue Systeme kommen - unausweichlich. Wäre da eine Willkommenskultur nicht besser als ein Überrannt-Werden?

Die Schweiz als wohl einer der wohlhabensten Staaten – hat dennoch je nach Auslegungsart bis zu 20% armutsbedrohte Personen (Statistik Schweiz). Dennoch kann sie sich das Experiment des BGE wohl als eines der wenigsten Länder willentlich leisen. Und mit diesen Erfahrungen dann wirklich The Leading Edge sein.

Bitte zu erinnern: Das Geld ist ja da – sagt der Bundesrat als Ausrede. Es wird halt nur unter anderem Titel rausgehauen. Und wenn doch kein Geld da: Siehe EU: Dann druckt man halt, was das Zeug hält. Deflationsrisiko inklusive. Nützen tut's der Masse zwar nichts – und DAS werden die Panama Papers ja nun ausreichend beweisen.

Es darf jederzeit klar sein: Es sind am Ende egoistische Einzelpersonen, die unter dem Einfluss irgendwelcher Ängste oder Vorstellungen Entscheide treffen, die solche Konstrukte wie "Geldpolitik" und "Steueroasen" entstehen lassen. Zusammen mit wohl noch aus Neandertaler-Zeiten stammenden Überlebensinstinkten. Dies führt dazu, dass jeder, der nicht nur die primitive Amygdala benutzt, sondern als moderner Homo Sapiens auch das Grosshirn, diese Dinge durchschauen kann. Es ist alles klar.

Und doch: Geht's ans eigene Hemd, ist es eben immer noch das Nächste. Und was wohl unabhängig von jeglicher Religion, sondern einfach getrieben von unerwünschten, stark emotionalen geprägten Erfahrungen. Und eben, sich als Konkurrent zum Nachbarn zu sehen.

Das Leben ist lebensbedrohend, es endet in jedem bekannten Fall mit dem Tod. Wollen wir als Einzelmasken diese paar Jahre wirklich in andauernder Konkurrenz verbringen? Es ist kein Topf zu gewinnen, es bringt nichts, über das Lebensende hinaus planen zu wollen. Wieso also sich gegenseitig beneiden, bekämpfen, verurteilen, übertreffen, besiegen, niedermachen, beschämen wollen? Wofür? Und das ein Erwachsenenleben lang? Macht es irgendeinen Topmanager glücklicher, auf der Bahre noch stottern zu können: "Ich sterbe, aber ich habe immerhin 100 Mio. auf dem Konto"?

Tja, es gibt halt doch nichts Endgültigeres als den Tod und die Steuern. Letzte kann man überleben und noch bis zum Unausweichlichen Spass an dieser Welt und den Menschen haben. Nicht an allen, habe ich auch nicht. Aber an denjenigen, die ähnlich ticken wie ich. Und weil dieses täglich mögliche Glück nicht durch menschliche Erfindungen wie Geld bedingt ist, sollte jenes auch nicht diese Bedeutung für eine ganze Gesellschaft haben.

Am 5. Juni haben wir in der Schweiz die Möglichkeit, mutig von Lippenbekenntnissen auf neue Wege einzuschwenken und zu sehen, was sich dabei entwickeln kann. Ganz gemäss dem Star Trek Slogan: "to boldly go where no man has gone before".

Nach wieder mal (zu?)vielen Worten daher: Leser, überlege, was Dir wirklich wichtig ist im Leben. Dann entscheide und handle danach und halte den Kurs ... selbst wenn es eben bedeutet, bisherige Autobahnen zu verlassen und mal die Möglichkeiten jenseits des Sicherheitszauns zu erforschen. Dein Leben wird enden, nach wievielen Jahren auch immer. Und es wird völlig egal sein, wie Du es verbracht hast, es ist keiner da, der Dich danach bewertet. Es ist Dir selbst überlassen, in welchem Mindstate Du es verbringst.

Nun, Schweizer, entscheide: Am 5. Juni 2016. Was ich stimme, ist ja offensichtlich ... :-)

Outlook Umzug - was macht Microsoft eigentlich all die Jahre?

Mannomann ... ich bin nur am Fluchen ... wer eine komplette Outlook-Installation zügeln muss, fragt sich also schon sehr, was die denn mit einem ihrer Flaggschiff-Programme gemacht haben in den letzten paar Jahren. Immer dann, wenn ich auf einen neuen Arbeitsrechner umziehe, stellt sich diese Frage. Und jedesmal könnte ich die jahrelang in den Hintern treten ... es ist so ein Puff, Outlook umzuziehen.

Wohlgemerkt, es geht nicht (nur) um den (einfachen) Export und Import der Mails, sondern um die Mail Regeln, die diversen Accounts, die Mailvorlagen, die GUI-Anpassungen, die Adressbücher, die Favoriten, die Signaturen, die Identitäten ...

Jedesmal schaue ich im Internet nach, und immer noch, seit mehr als 10 Jahren, findet sich nur Unvollständiges Gebrabbel ... oder - was natürlich legitim ist - Programme, die das hoffentlich mehr oder weniger gut erledigen. Testen kann man die natürlich nicht richtig, denn in den Trial-Versionen importieren sie natürlich nur das Daten-File, was ja sowieso das Leichteste an der Zügelübung ist. Ob sie dann die USD 40-70 wert sind, kann man also nicht wirklich zuvor herausfinden.

Ich schäume derzeit gerade vor Wut über Microsoft, dass ich mir Luft mit diesem Eintrag verschaffen muss. Es geht mir nicht in den Kopf, dass MS, die sonst für jeden Hennenschiss ein GUI basteln, nichts zustande bringen, um etwas vom Wichtigsten zu zügeln, den Outlook.

Meine Gelassenheit leidet ... ich ende drum besser. Äh ja, vielleicht: Ich ziehe Outlook von 2010 nach 2016 um. Wer da wirklich ein Rundum-Sorglos-Programm kennt, gerne eine kurze Nachricht an mich ... danke SEHR!

Professioneller Remote-Support: Die BOMGAR Appliance

Es geht um die Enterprise Remote-Support Appliance BOMGAR. Obwohl ich vor fünf Jahren schon fast alle bis dahin bekannten Fernsteuerungslösungen kannte - weil ich Fan von solchen Dingen bin seit pcAnyhwere, remotelyAnywhere oder VNC - BOMGAR kannte ich noch nicht. Es hat wohl damit zu tun, dass BOMGAR eine Hardware-Box ist, eben eine Appliance. Das bedeutet, dass sie teurer und natürlich nicht via Download irgendwo zu finden ist.

Als ich vor 4 Jahren ein neues Mandat zur Betreuung der IT eines Pflegeheimes übernehmen durfte, lernte ich den damalig hauptverantwortlichen IT-Betreuer, die Firma Microdyn kennen, der mir bei der Übergabe stolzerfüllt öfters den Namen BOMGAR in meiner Erinnerung verankerte. Das hat der Generalvertreter von BOMGAR für die Schweiz auch dadurch erreicht, indem er mich eben dieses Produkt weiterhin nutzen liess. So kam ich also in den Genuss, BOMGAR reichlich kennenzulernen. Ich halte es nach 4 Jahren regelmässiger Nutzung für eines der professionellsten Remote-Support-Produkte, die ich kenne - auch immer im Vergleich mit TeamViewer, der ja dank "kostenloser" Nutzung eine sehr grosse Verbreitung gefunden hat.

Zuerst einmal: BOMGAR kommt ohne externe Verbindungsvermittlung aus, d.h. der Aufbau einer Verbindung eines Support-Session verlangt keinen Umweg über einen öffentlichen Vermittler. Ein bemannter PC oder unbemannter Server meldet sich direkt bei der Appliance. Diese muss natürlich erreichbar sein, aber als Appliance steht sie ja im eigenen Maschinenpark, also unter der Kontrolle der eigenen Netzwerkadministration, der eigenen gesicherten Netztopologie.

Die Appliance greift nie selbst raus ins Netz, die sogenannten Jump-Points melden sich regelmässig bei der Appliance und wenn bei der der Wunsch nach einer Support-Sitzung seitens eines Support-Technikers in der Warteschlange ist, initiiert der Jump-Point die Verbindung. So kann ein Support-Techniker auch unbemannte Systeme hinter beliebigen Firewalls warten, solange dort ein Jump-Point aktiv ist, der seinen Weg zur Appliance finden darf.



Der Support-Techniker überblickt dabei in seiner Konsole alle aktiven Sitzungen, zwischen denen er jederzeit umschalten kann, die er an andere Support-Techniker weiterleiten, oder jene zur gemeinsamen Begutachtung einer Session einladen kann. Natürlich werden ihm auch die wartenden Anfragen angezeigt, die automatisiert ihm oder anderen Supportern zugewiesen werden können. Wird die Anfrage nicht innert nützlicher Frist bearbeitet, kann die Appliance die Anfrage automatisch weiterleiten oder diese Verzögerung an einen Teamleader zur Beachtung weiterleiten.

Weiterhin ist in einer Session natürlich auch der Zugriff auf wichtige Daten-Logs und Informationen des überwachten Rechners möglich. Auch umfangreiche Dateitransfers gehören dank Transfer-Queues, die im Hintergrund weiterlaufen, zu den leichtesten Übungen. Zugriff auf die Registry bei Windows-Systemen ist ebenfalls möglich. Eine interessante Eigenschaft ist auch das Einschiessen des Jump-Points in noch nicht überwachte Rechner, die im lokalen Kundennetz erreichbar sind: Hat der Supporter die benötigten Credentials, kann er jeden Rechner im Netz überwachen.



Jede Session wird dabei unaufgefordert und vollständig per Video auf der Appliance (inklusive aller anderen Aktionen wie Filetransfers und die Command Shell Aktionen aufgezeichnet, wo sie dann der Support-Techniker oder Teamleaders etc. supervisioniert werden können. Nebenbei ist das natürlich auch gut, um Fehler des Supporters nachzuvollziehen oder besser noch: Erlaubt man einem externen IT-Supporter den Zugriff auf eine mit BOMGAR überwachte Session, werden dessen Aktionen beweisfähig mitaufgezeichnet.

Die professionelle Ausrichtung in diesem Bereich merkt man dem Produkt an, weil eine Produktvariante namens PAM auch ermöglicht, dass ein interner Supporter einem externen, kundenfremden Supporter eine Session vorbereitet, bei der die Appliance selbständig den Externen zu einer zeitbeschränkte Session einlädt. Der Externe muss weder je über ein Passwort zum Einloggen auf dem Kundenserver, noch über irgendwelche Fernsteuerungstools verfügen, denn die BOMGAR-Appliance lädt den Externen zu der Session ein – sie loggt sich dann auf dem Kundenserver ein (mit den vom internen Supporter extra für diese Session hinterlegten Credentials) und liefert dann den Bildschirm des Kundenservers an den Externen. Macht der zu lange, wird er halt abgeklemmt. In dieser Variante bleibt der interne Supporter der Besitzer der Session, d.h. beendet der interne Supporter die Sitzung, schmeisst das den Externen raus.

Aber es gibt noch eine weitergehende Technik, die sich Embassy nennt, in der externe Supporter über längere Zeiträume wiederholt auf Kundenserver zugreifen können – dabei ist dann kein interner Supporter mehr nötig, der dem Externen die Sitzung vorbereitet. Dazu muss allerdings alles haarklein vordefiniert werden, damit die Embassy ja nichts anderes als das Vorgesehene erlaubt. Dazu gehören auch Profile, die man Externen jederzeit für eine einzelne Sitzung zuweisen kann. So kann die Einrichtung von Externen einmal gemacht werden, dennoch kann man ihm für - sagen wir mal - heute nur ein Read-Only-Profil zuweisen, obwohl er sonst ein Profil hat, das ihm die interaktive Sitzung gewährt.

Selbstverständlich kann die Appliance auch für unkritischeren End-User-Support benutzt werden. Die Firma Microdyn bietet beispielsweise Support-Abos an – worauf sie einen Jump-Client samt einfach zu findendem Hilfe-Button auf dem Desktop des End-Users installiert – ohne oder mit UAC-Support. So können die End-User auf Knopfdruck jederzeit Support anfordern. Natürlich gibt's auch noch den Ad-Hoc-Modus, wo man bei Microdyn eine einmalige Support-Session verlangt, worauf man einfach einen Link bekommt und einen Sitzungsschlüssel, der auf der Box hinterlegt ist. Diese Methode erlaubt auch, Support-Leistungen zeitbefristet anzubieten. So kann man einen Support anfordern, den man mangels Planungssicherheit eventuell nicht grad sofort, aber sicher innert der nächsten 4 Stunden beanspruchen kann. Danach verfällt der Schlüssel.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Möglichkeit, über APIs mit Ticketsystemen wie HP Openvew, BMC-Remedy oder ServiceNow zu interagieren, wo ja Benutzernamen vorherrschen, die supportet werden sollen, nicht deren PCs. Hat man also aus einer ITSM-Lösung Benutzernamen, kann man von diesen System aus eine Support-Session initiieren auf dem PC, an dem der Benutzer grad arbeitet, auch wenn dieser PC noch nie einen BOMGAR Jumpclient installiert hatte. Diese Technik nennt sich dann Push-Client, weil über eine AD der Benutzer am aktuellen PC gefunden werden kann, so dass dann dem betroffenen PC ein Client unterschoben wird. Das ist die Lösung für wirklich grosse Konzerne mit Tausenden Benutzern und PCs.

Alle Aktionen der Box sind natürlich in fast allen Aspekten parametriesierbar. Interfaces an Ticket-Systeme und Netzwerküberwachungstools stehen bereit, um Support-Aktionen direkt in deren Administration einfliessen oder von dort aus auslösen zu lassen. BOMGAR dokumentiert alle seine APIs öffentlich.

Rolf Hahn, der Chef von Microdyn hat mir mal noch ein paar Internals vorgeführt ... dies zu skizzieren ergab dann eine recht verzwickte Beziehungsgrafik, zeigte mir jedoch Aspekte auf, die mir meine auch ihm öfters gestellte Frage „wie verkauft man BOMGAR gegen TeamViewer und Konsorten" in Ansätzen erklärte. Ich als einfacher Supporter kann diese Aspekte gar nicht richtig ausnutzen, denn alle die Aspekte haben mit Sicherheit, Abläufen und Privilegien zu tun. Eines allerdings kann auch ich gut nutzen, die integrierte Webinar-Fähigkeit: die Appliance kann bis zu 20 Benutzern eine Präsentation eines Supporters zeigen, so, wie halt Webinars ablaufen, nur ohne akustischen Chat und Ton. Vielleicht kommt das auch noch irgendwann. Das zeigt auch grad etwas, was ich öfters brauche: Ich als Support kann jederzeit dem Kunden meinen Bildschirm zeigen, wenn ich ein Problem bei mir nachspiele. Etwas umständlicher, aber auch möglich, ist das Zeigen mit einem Pseudo-Mauscursor ... so dass ich das zeige, der Kunde es aber selbst nachmachen muss.

Kein Wunder also, dass Microdyn BOMGAR mehrheitlich an sehr sicherheitsbewusste Organisationen wie Banken, Spitäler, kantonale Verwaltungen oder grosse, weit verbreitete internationale Firmen wie Daimler-Benz verkauft und diese auch in komplexen Anwendungsszenarien betreut.

Ich hatte letzthin wieder einmal einen Server in einem Rechenzentrum übernommen, der nichts mehr auf seinen Platten hatte. Leider unterstützte dessen BIOS Intels vPro Technik nicht, sonst hätte ich dank vPro direkt ein ISO Image via BOMGAR installieren können. So musste ich die KVM-Lösung des Hosters nutzen, um von einem USB-Image zu booten. Kaum war Windows aber installiert, war die erste Bürgerpflicht, nun, meine Bürgerpflicht, den BOMGAR Jump-Client zu installieren, um von dann an nicht mehr die merkwürdige und veraltete, auf Java-basierende KVM Lösung brauchen zu müssen.

Ich kann nach all den Jahren BOMGAR sehr empfehlen, auch wenn ich selbst es nie wirklich ausnutzen oder gar überfordern konnte - es ist halt ein Enterprise-Level-Produkt. Wer sich mehr für dieses Produkt interessiert, wende sich einfach an Microdyn.

PS: Natürlich kann man jederzeit auch eine Support-Sitzung mit mir über BOMGAR auslösen. Dazu kann man in der Appliance eigene Webseiten bereitstellen, die dann beispielsweise nur ausgewählte Support-Techniker auflisten, bevorstehende Webinars oder ein eigenes, komplettes Support-Portal anzeigen. Ein minimales "Portal" ist zum Beispiel meines. Bei telefonischer Anmeldung gebe ich den Sitzungschlüssel an, der dort einzugeben ist.

Jetzt entdecken die das erst ...

Gerade hörte ich im Radio die News, dass eine Studie über den Einsatz von Sozialhilfe in entwicklungsbedürftigen Ländern herauskam, gemäss der diese Art von Hilfe Erfolge zeige.

Sozialhilfe, abgegeben zur Existenzsicherung, sei eine gute Methode, Entwicklung zu fördern. Man sei bisher davon ausgegangen, dass Sozialhilfe die Eigeninitiative lähmen würde ... das Gegenteil sei der Fall.

Mann, ich predige schon lange, dass die allermeisten Menschen nicht faul werden, nur weil sie Geld für die Existenzsicherung bekommen - im Gegenteil. Was soll mensch schliesslich machen mit der vielen Zeit eines Lebens? Innovationen, neue Impulse können ja nur entstehen in Situationen, in denen der wirtschaftliche Druck nicht prioritär ist.

Die irrige Annahme zeigt aber, wie das Menschenbild vieler über ihre Artgenossen ist. Faul, schmarotzend, asozial ... übertragen da einige ihr ehrlich eingestandenes Selbstbild nicht einfach auf andere ...?

Eigentlich schon peinlich, dass so eine Annahme existierte - immerhin, nun ist die Studie gemacht worden und zeigt, es ist nicht so.

Wunderbar, das möge doch einigen einen Anstoss geben, ihre Vorurteile mal wieder zu prüfen ... denn genau um diese geht es beim bald anstehenden Abstimmungsgang zum bedingungslosen Grundeinkommen. Da blöken ja auch alle dem Leithammel nach, dass dann ja nichts mehr funktionieren würde ... schalteten diese Leute mal den Verstand ein und Vorurteile ab, würden sie auch bemerken, wie falsch sie denken ...

Und gerade diese Vorurteile stehen ja angesichts der Flüchtlingslage eh im Brennpunkt ... vielleicht auch zum Nutzen all derer, die in diesem Finanzsystem nicht das CH-durchschnittliche Haushaltseinkommen von ca. CHF 9000.- haben ... und die dennoch menschenwürdig leben wollen.

Ceterum censeo: Thing globally, act locally

Vaio Duo 13 und das neue Windows 10

So, ich bin ja bekanntlich Fan des Sony Vaio Duo 13 ... und seit ich das erste Mal von Windows 10 hörte, auch davon. Nun ist IT ja mein Kernbusiness und dort heisst es, "never trust a point.zero version" oder so ähnlich, sprich, man soll nichts neues in der ersten Version installieren. Oft ein weiser Rat.

In meinem Fall war es nun so, dass ich den Vaio nicht als kritischen Rechner sehe, sondern eben als Probiermaschine ... mit Täschelscreen und Stift. Und einem Windows 8.1 das ich mir dank Classic Shell etwas bequemer machte. Die Maschine funktioniert bis anhin wunderbar.

Dass ich mir nun schon so früh den Upgrade antat, ist erstens deswegen, weil Windows ab jetzt automatisch Updates erhält, ich meine Funktionsupgrades, nicht nur Problemfixes. Und zweitens eben, das neue Windows 10 soll ja mit eniem Convertible Rechner besser umgehen können.

Wie auch immer, dank Macrium Reflect war das Image des Rechners ja eh schon gemacht, so lud ich das Installationsprogramm von MS direkt auf einen USB Stick runter, steckte den rein und liess das Setup durchlaufen. Es lief tatsächlich ohne Nachfragereien und Problemen durch. Und nach einer Stunde hatte ich den Windows 10 Login-Screen drauf. Sogar die Classic Shell überlebte, aber der Reihe nach.

Was ich sofort merkte: Der Zugriff auf die Kamera war nicht mehr möglich. Und beim Login bemerkte ich dann, dass der Backslash auch nicht mehr mit ALT-GR machbar war, sondern wie vor dessen Erscheinen nur noch mit gleichzeitigem ALT+CTRL herauszuholen war - und das, obwohl die Tastatur schon noch auch Deutsch (Schweiz) gestellt war.

Ok, keine Showstopper aber doch mühsam. Dann mal etwas rumspielen und siehe da: Wenn der Bildschirm sich mal dreht, dreht er sich nicht mehr zurück - im Desktop-Modus. Ich werde das nochmals testen müssen, ob das automatische drehen nur noch funktioniert, wenn man explizit in den Tablet-Modus wechselt.

Ansonsten lief es bei mir also gut. Der Computer arbeitet. Aber halt noch nicht alles andere, vor allem Cortana nicht. Suche ich nach Cortana lokal, heisst es, dass Cortana auf diesem Computer nicht funktioniere. Interessant, das Windows 10 ist ja Deutsch, und die Sprache des Rechners ja auch, trotzdem gehe es nicht. Merkwürdig und unverständlich.

Da ich zwar gerne mit dem Tätschelscreen arbeite, aber eher per Stift, muss ich weiteres Erforschen noch hintenanstellen, da grad jetzt die AAAA-Batterie des Stiftes ausgegangen ist.

Drum hatte mich als Web-Entwickler nur noch grad interessiert, ob Edge nun endlich auch die HTML-Eingabetypen date etc unterstützt. Das machen bisher leider nur der steinalte Opera 12 und die Chromium-Derivate wie Chrome, der neue Opera und Vivaldi und natürlich die Mobile-OS Browsers. Der gelobte Firefox macht das leider sogar in den neuesten Versionen immer noch nicht. Warum ich das bemängle angesichts der Myriaden von Javascript-Datepickern ... ist, dass man den Kram immer noch nutzen muss, obwohl das Handling von Datumeingaben immer ein Ghetto ist. Chromium macht das meines Erachtens vorbildlich, denn es schreibt immer ISO8601 und zeigt das Datum aber im Locale des Browsers an. Sehr schön.

Drum dachte ich, ok, jetzt kommt Windows 10 und Microsoft pusht derart auf die Update-Drüse, dass die alten IEs hoffentlich wirklich endlich aussterben. Drum also mein Kurztest. Edge zeigt tatsächlich einen den Mobile-Versionen entlehnten Rollen-Date-Picker an .. schreibt aber das Datum im Locale des Browsers. Und sieht total unsexy aus. Und nur für input[type='date'] für 'datetime' und 'datetime-local' bleiben leer wie vorher. Sehr sehr schade, auch wenn gerade Windows 10 mit der Continuous Delivery punkten kann und das nachliefern könnte - denn immerhin gibt es eine Website bei Microsoft, wo man für Features des Edge abstimmen kann (http://dev.modern.ie/testdrive/categories/input/).

Das Problem bleibt also bestehen, die Datepicker Schreiber haben dennoch ihre Zukunft.

So, das war mal der Kurzeindruck. Der Upgrade klappte also problemlos, aber Details harzen, von denen ich den Tastaturfehler eigentlich nicht verstehe. Wie auch immer. Sollte ich noch was finden zum Thema Windows 10 und Vaio Duo 13, das meine Problemchen behebt, werde ich das posten.

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