Ende der zweiten Staffel von Star Trek Discovery

So, nun ist auch dieser Faden abgebissen ... Star Trek Discovery, die Zweite. Man schaut, man liebt die Charaktere, man ist gespannt auf die Story – denn es muss ja alles in den Serien-Kanon passen, dass nach all dem Kram Captain James Tiberius Kirk erscheint, mit einem Spock mit von der Partie – und nie wurde auch nur ein Wort einer Discovery oder einer Michael Burnham erwähnt.

Gut, das bedeutet bei mir nichts, ich habe die Star Trek TOS nie wirklich intensiv geschaut, es kann also sein, dass da die aktuellen Charaktere schon noch vorkommen werden bzw. vorgekommen sind.

Dass die Studios andauernd Prequels machen müssen, erscheint mir oftmals total idiotisch, denn diese Storylines werden ja meistens wohl erst entwickelt, wenn man den finanziellen Erfolg der Serie sieht und die Zitrone so stark wie möglich ausquetschen will. Nur eben, dann muss der Kram nahtlos an die zuvor erzeugten, danach spielenden Handlungsstränge passen. Und wenn nicht, gibt es tonnenweise Kritiken von Leuten, die Unterhaltungsserien mit einer verbrieften Historie oder der Realität verwechseln ...

Auf jeden Fall ist nun klar, dass die Geschehnisse um die Discovery von allen Überlebenden unter Strafandrohung geheim gehalten werden müssen. Klar, so kann man diese ganzen beiden Staffeln in den ST-Kanon integrieren. Diese Story hat im Finale zusammengeführt, was danach seit Kirk ja dann bekannt war.

Mir hat es gefallen, die Storyline, fast alles halt. Ich mäkle nicht an 'Kanon-Verletzungen' rum, es ist mir nicht wichtig - wie ich schon beim ersten Staffelende schrieb.

Mir geht es um gute Unterhaltung und eine möglichst unvorhersehbare Handlungsstränge.

Interessant ist ja nun, dass ST Discovery eine 3. Staffel erhalten solle ... was war zuerst da, das Wissen um diese 3. Staffel oder das Ende der 2. Da man im Standard-Universum nicht mehr über die Discovery reden darf, ist diese 3 Staffel entweder ohne jegliche Schauspieler und Rollen der ersten beiden Staffeln, oder, die 3. Staffel wird total zum Spin-off, indem es die Story jenseits des Ereignishorizont der schwarzen Lochs zeigt. Damit wäre jene Staffel auf jeden Fall komplett losgelöst von TOS und TNG etc. Das eröffnete meines Erachtens viele und völlig neue Möglichkeiten.

So oder so, es freut mich, dass es eine 3. geben wird. Denn das Ende der 2. ist halt schon ein Ende ohne Wiederkehr - weil's der Kanon verlangt. Ein Happy End hatte sie ja, das ist mir in diesem Falle schon wichtig - Spock erkennt das 7. Zeichen, das ihm ein Weiterleben von Michael signalisiert. Man kann also weitere Seasons über STD machen - so à la Singel-Episoden, abgetrennt von diesem Universum ... denn bisher ist noch keine Materie in diesem Universum wieder aufgetaucht, nachdem sie in ein Schwarzes Loch gefallen sei.

Ich danke, dass es diese Space-Opera überhaupt immer noch gibt. Denn für mich ist ST halt schon etwas, was ich gerne effektiv erleben würde. Seit ich das erste Mal irgendwas mit Science-Fiction sah ... und muss nun wohl fast ein Jahr wieder warten, bis Star Trek Discovery weitergeht ... wo und vor allem wann im Theater des ST-Universums ... das wird das spannende Neue dann sein ...

Keine Zensurpflicht für Schweizer Internet-Provider

Das Bundesgericht hat offenbar heute verfügt, dass eine Swisscom oder irgendein anderer Internet-Provider nach wie vor nicht verantwortlich gemacht werden kann für das, was die User machen.

Wenn ich als Internetler also einen Video anschaue übers Swisscom-Netz, der (natürlich) jemandem gehört, der dessen Nutzung definiert, so darf das der Swisscom egal sein.

Ich finde das richtig. Analogie Strassenverkehr: Die Strassen werden gebaut. Was darauf fährt, ob legal, illegal, gepimpt, veraltet, dreckschleudernd, laut ... ist dem Strassenbauer egal. Für Nutzungsfehler ist die Polizei zuständig.

Es käme wohl keinem in den Sinn, den Staat dazu zu verdonnern, dass er technisch verhindere, dass eine Dreckschleuder auf die Strasse gelangen kann. Weil es einfach nicht machbar ist.

Denn gebenüber der physischen Strasse gibt es im Internet ein Fast-Allerheilmittel: Das VPN. Wird der Druck seitens der Rechteinhaber stärker, weicht man halt auf ein VPN oder TOR aus.

Ob man einem Künstler, einer Produktionsfirma den nötigen Respekt zollt, indem man zahlt, hängt von der ethischen Einstellung des Internet-Users ab. Von nichts anderem.

Webinar: Harald Lesch über das Kapitalozän

Ich bin ja nicht nur Fan von Harald Lesch ... ich bin genau gleich eingestellt wie er ... bin nur wenig jünger als er und halt kein Professor. Unterrichten, das tue ich ja schon auch ... Nicht, dass es den Professor bräuchte ... nennt Lesch die Bologna-Reform doch "das Resultat schlechter Verdauung", ein Irrsinn ... da erinnere ich mich doch an meinen Blogartikel von mir "Was wir alles der Wirtschaftlichkeit opfern" ...

Sein Satz "letztens bin ich auf allen Vieren deprimiert aus dem Bett gekrochen, weil in Brasilien einer gewählt wurde, der in den Tropenwäldern demnächst ein Kettensägenmassaker veranstalten will" trifft meine Bestürzung über den Umgang der Menschen mit der Mitwelt ziemlich genau.

Dabei muss ich natürlich nicht nach Brasilien schauen ... in der Schweiz will der Bundesrat doch aktuellerweise tatsächlich das bescheuerte Problem der Staus während der Rush Hour mit einer no bireweichere Idee "bekämpfen": Die grossen Autobahnen müssen 6-spurig werden. Und das in der Schweiz, wo es nun wirklich nicht mehr viel Platz gibt, der nicht dem Auto untertan gemacht wurde. Wie wenn es gottgegeben wäre, dass man Staus hat. Bzw. die Gründe, wieso es Staus überhaupt gibt, werden ignoriert, schulterzuckend akzeptiert, als alternativlos hingenommen. Das ist einfach Bullshit. Mir fehlt da jeglicher Humor.

Harald Lesch geht ebenfalls noch auf die Idiotie des Pendelns ein ... und wieso das Pendeln überhaupt zustande kommen musste ...

Wenn ich mir vorstelle, wie oft Lesch schon gegen die Windmühlen angesprochen haben mag ... ich bewundere, wie er durchhält und die Thematik mit Humor dennoch immer wieder an den Mensch bringt. Das geht wohl auch nur, weil er sich zum Glück erlaubt, sehr, sehr deutlich, direkt und klar zu sein: Die ferne Lithium-Gewinnung für unsere eMobilität ist "Scheisse" ...

Sein global vernetztes Denken, seine Assoziationen ... "sehen Sie sich an, was wir anstellen. Und wir alle werden es bezahlen. Nicht unbedingt mehr du, aber deine Urenkel ganz sicher".

Es ist aber sehr starker Tobak. Und Lesch wird noch klarer, in der Fragerunde. Zum Beispiel das persönliche CO2 Konto. Es geht nichts mehr unpersönlich. Es gibt keine Ausreden mehr.

"Stellen Sie sich bei jeder Unternehmung die Frage, ist das sinnvoll?" Und es wohl einfach mal sein zu lassen. Und vor allem, endlich die Privatisierung und Ökonomisierung allgemeiner Lebensbereiche wieder aufzugeben. Er erklärt einleuchtend, wieso es bescheuert ist, Transport, Energie, Pflege, Wohnen kapitalistischen Privatwirtschaftlern zu überlassen. Denn dann geht's um Virtuelles, Zahlen auf Bankkontos einiger weniger. Die Natur, der Mensch sind aber real. Wieso haben die Menschen es zugelassen, dass egoistische Kapitalistengier gemeinnützige Dienste und Angebote übernehmen konnte.

Auf den Einwurf, die Lösung sei "Gummis verteilen" (sprich Geburtenkontrolle), wird Lesch unmittelbar sehr eindringlich, wenn nicht gar giftig, fast schon gehässig. Mit aller Verve weist er den Frager zurück: "Das ist soo billig". Nicht die anderen sind zuviel, wir sind zuviel und verbrauchen zuviel. 500 Millionen Europäer. Wir, die Europäer, Amerikaner, Japaner und Australier haben das Probelm geschaffen.". Dies müsse man sich vor allem anderen mal wirklich eingestehen.

Die soziale Wärme ist ein Mass für den Energieverbrauch pro Mensch. "Ein BRDler verbrauche 125kWh pro Tag, der Chinese 40 kWh, der Inder 20 kWh. Was glauben Sie, wenn die unseren Lebensstil erreichen? Das war's." "Wir müssen da runter und die nicht da hoch". Lesch demontiert diesen Einwurf dramatisch und klar. Selbst wenn Geburtenkontrolle was wäre, das wirkt zu spät, denn innert 20 Jahren müssen wir aus dem CO2 raus, denn sonst ist es zu spät. Gummis kämen in jedem Fall zu spät. "Ein Sudaner mit 10 Kindern lebt immer noch ökologischer als jemand, der in der Lodge irgendwo in Grünwald lebt."

"Der Glücksindex der Bhutanesen habe sich durch die Einführung des westlichen Lebensstils verändert." "Mehr Handies, mehr Kaffee habe dazu geführt, dass sich der Bhutanese unwohl fühlt, weil der Zeitdruck zugenommen habe." Der Staat Bhutan hat als einziges Land der Welt statt der Bruttosozialproduktes einen Glücksindex als Mass für das Prosperieren des Landes.

Ein absolutes Hinhören-und-Verstehen-Muss: Das Kapitalozän. Punkt. Gerade für die, die nichts vom Klimawandel durch den Menschen halten ... aber ob die das ertragen würden ... ein empathischer Mensch hat wirklich seine liebe Mühe, soviel Fakten und vernetzte Betrachtungen zu ertragen. Mir ging es jedenfalls so, obwohl ich diese Fakten ja schon kenne. Die Betroffenheit und Verantwortung kann ich bei mir nicht wegdrücken.

Doch nicht nur HÖREN, sondern vor allem HANDELN. Mit wissenschaftlichen Daten von Scinexx als Basis - Empfehlung von Harald Lesch.

Ein Nebenschauplatz ist da grad die Meldung, dass doch tatsächlich die Basler Stadtregierung die Stirn hat, Jugendliche mit Strafen zu bedrohen, weil die nicht am Samstag, sondern unter der Woche fürs Klima protestieren gehen und dafür natürlich schwänzen müssen. Wie kann man jemanden bestrafen, der sich für die eigene Zukunft engagieren will, die der Strafer ja nicht mehr erleben wird ... lächerlich.

Alle Jahre wieder: Der Advent neuer Hightech im Alltag

Allen, die meinen Blog doch noch lesen, ein gutes 2019 ... es wird sicherlich turbulent ... auf allen Ebenen.

Das hätte mich nicht zum Schreiben verleitet, aber nach der Lektüre des gut illustrierten Fachaufsatzes The Missing Link packte es mich schon ... etwas virtuellen Senf abzulassen.

Alle Tendenzen haben eine Ein- und Rückschwingphase ... bis es sich auf ein allgemein akzeptiertes Mass einpendelt. In der industriellen Produktion nennt man das die Schweine-Zyklen, andernorts einfach und simple "übertreiben", "gesundschrumpfen" etc.

In dem Artikel habe ich mir zuerst die Fotos angeschaut ... und natürlich kann ich wie auch wohl 99.9% aller anderen eine heutige, komplett virtuelle Komposition schon lange nicht mehr von einer echten unterscheiden. Das "neue exotische schwarze Topmodell", so ein Körper könnte existieren ... deshalb ist es ja exotisch, weil wir sowas nicht aus dem Alltag kennen. Aber es für garantiert echt zu halten, das ist eben vorbei. Und gerade Vorbilder suchende Menschen, egal welchen Alters, müssen im Umgang mit dem Internet wirklich lernen und verinnerlichen, dass dort a priori alles mal nur Show ist. Nichts davon sei wahr ... so kann man ja mal anfangen. Wenn es doch interessiert, dann kann man sich auf anderen Kanälen - inklusive Internet - ja informieren - man nähert sich dem Thema am besten nicht direkt, sondern mäandriert etwas über benachbarte Gebiete und kämpft sich hinauf zum Ziel: Sich eine eigene Meinung von dem Vorgesetzten zu erarbeiten.

Wie auch immer, das Virtuelle hat ja auch eine Faszination: Etwas zu sehen, was es an Menschen so (noch) nicht gibt: In Total Recall mit Schwarzenegger von 1990 gibt es eine Frau mit drei Brüsten - klar, Show. Dann gibt es Bilder von Frauen mit drei Brüsten oder zumindest drei Brustwarzen. Die sollen echt sein. Häja, es gibt ja genetische Abweichungen. Fake? Packt man das Foto in den Kontext einer Ärztefachzeitung, eines Medizinjournals ... es gibt ja auch Hermaphroditen, weil im genetischen Ablaufplan etwas nicht durchgelaufen ist, was normalerweise im Uterus noch passiert ... was habe ich denn schon, um gewiss zu sein, dass ein Foto echt ist. Wir sagen ja im Deutschen, "Foto machen" ... mit der VR stimmt das absolut.

So sehen wir also Ungesehenes, hören Unerhörtes. Da wir Menschen ja auch oft sagen "Ich glaube nur, was ich sehe" ... naja, da ist doch die VR gut geeignet, unsere Toleranzgrenzen auszuweiten. Was man schon mal gesehen hat, vor dem hat man keine oder weniger Angst. Käme uns ein Avatar real entgegen, hätten wir sowas Ähnliches schon mal gesehen. Oder einen Alien aus den diversen Spielberg-Filmen.

Ich warte jeweils bei IT-Trends einfach auf den Rückschwung des Pendels. Wer hätte gedacht, dass es doch wieder in werden könnte, vor der Ehe keinen Sex zu haben - nach all den sexuellen Revolutionen - nicht Befreiungen, nur Revolutionen. Das Gut-Finden ist ja jedem selbst überlassen und muss auch in keiner Weise missioniert werden.

Ich jedenfalls habe sehr viel Abstand zu meinem Berufshobby, der IT. Als Mensch, nicht als Berufsmann. Als Mensch lernte ich schon lange, wirklich immer öfters die Nase weg vom Schaufenster der neuesten Gadgets zu nehmen und das Dargebotene wieder mal in seinem Rahmen zu sehen. Dann sehe ich, ob ich glücklich würde mit dem Kram, der da vorgeführt wird.

Der Kram ist in der VR halt nun so, dass er in gewissen Lebensbereichen, die wir eben alle zu kennen glauben, den Anspruch auf Echtheit erheben kann. Das Auge und die gespeicherten Phänotypen sind überwunden bzw. die Technik erzeugt aus dem digitalen Nirwana konkrete Bilder und Filme, die eben "echt" sind. Aber wozu? Tja, das ist die Kernfrage ... immer. Cui bono? Im Schaufenster hat's Zeug zum Kaufen.

Wir sollen also unser Geld dort lassen. Auch wenn nicht geworben wird ... über Umwege wird eben immer geworben: Möchte ein Mensch seinen Körper "verbessern" ... wo wird er wohl hinschauen, wo wird er VorBILDER suchen? Tja, und wenn so ein Vorbild dann mal als Ziel angenommen wurde - jetzt kann man dem Menschen Zeug andrehen, das ihm doch nur befhilflich sein soll, seinen Lebenstraum zu erfüllen.

Also, alle wollen was von uns. Paktisch immer. Nur die Liebe (nicht Eros) ist die, die nichts will, die weder ändern noch bestimmen will. Aber spürt man sie in den virtuellen Surrogaten? A propos: Dieser Film mit Bruce Willis ist ja einfach das Ende dieser VR verrückten Zeit: Nachdem alle ihre Schokoladenseiten in der realen Welt in Form von Cyborgs ausgeführt hatten, aber als steuernder Körper zuhause im Bett als Halbleiche rumlagen, entdeckte Bruce Willis eben, dass er doch seine Frau liebe, wie sie sich real im Zimmer zuhause darstellt. Nicht deren geschönte und makellose Avatarin. Mehr sei nicht gesagt, um denjenigen die Spannung nicht zu vermiesen, die den Film noch nicht kannten und ihn mal sehen wollen.

Sogar im Film schwingt das Pendel zurück. Gut. Oder: Ist ja klar., Filme werden von Menschen für Menschen gemacht, da muss irgendetwas Versöhnliches her am Schluss. Offenbar wissen wir Menschen instinktiv schon, wie wir es eigentlich haben wollen. Und doch lassen wir uns andauernd verwirren und ablenken. Denn diese Fake-Infos sorgen dafür, dass Leute vom Schlag "Ich glaube nur, was ich mit eigenen Augen sehe", die das Sehen in der Glotze mit dem Sehen in der Realität verwechseln, wie die sprichwörtlichen Lemminge über die Klippe in den Abgrund geführt werden können. Oder andersrum: Sie haben dann als Masse ja eine Durchschlagskraft ... auf die Macht-affinen Politiker. Siehe Europa, siehe Welt.

Nur schon darum bin ich auch froh, schwingt das Pendel sooo weit aus, dass sich fast keiner seinen eigenen, essentiellen Fragen entziehen kann: Was ist mir wirklich wichtig? Wozu will ich meine beschränkte Lebenszeit nutzen? Wie kann ich dieses mit meinen eigenen Mitteln erreichen?

Stellten sich die Leute diese Fragen jedesmal wenn Bilder locken, dann kann das Pendel von mir aus auch rundum kreisen. Es wird keinem die Illusion des Hamsterrades aufdrängen können. Denn das Hamsterrad ist ja nur nach hinten oder vorne unbegrenzt. Räumlich ist es ja ein sehr überschaubares, kleines Gadget. Mit dem man aber immerhin einen Geist, ein Leben einfangen und für die eigenen Zwecke einspannen kann. So strampelt der Hamster dem unerreichbaren Ziel entgegen, brennt aus, wird depressiv, weil sich alles wiederholt ... und füllt vielleicht jemandem eh nur die Energiekasse. Vielleicht. Würde der Hamster während der Hast nur mal den Blickwinkel ändern, nach links oder rechts schauen: Der Ausgang aus dem Rad kommt wohl alle 360° mal vorbei ...

Verpackungswahnsinn: Beispiel Pomelo

Ich mag die Pomelo-Frucht sehr. Schon lange. In der Schweiz zumindest kommen die Pomelos unverpackt auf die Theken der Läden.

Neulich im Rewe kaufte ich wieder zwei Pomelos und war schon sehr enttäuscht - natürlich nicht ob der tollen Frucht, sondern ob deren Verpackung!

Nachfolgend ein Bild der Pomelo. Für die, die sie noch nicht kennen. Man kann schon erahnen, dass diese Frucht schon für sich alleine optimal ihr delikates Inneres schützen kann.

Die Schale ist bei der im Foto ca. 1cm dick, sie wird durch Wasserverlust beim Aufbewahren schon immer dünner, aber das süsssaure Saftige bleibt dadurch laaange erhalten.

Aber nein, sie muss nochmals in einer Plastikfolie und dann noch in einem Netz verpackt werden. Wie kann man nur sowas machen ... man möge mir die Gründe für diese hirnlose Energieverschwendung erläuten.

Damit mir keiner komme, "depp, frisst mit der Pomelo ja eine exotische Frucht, lass das doch besser". Ja, weiss ich, diese Pomelo kam aus China, die Dinger wachsen nicht bei uns. Schon klar.

Bei resourcensparendem Verhalten geht es nicht ums 100%ige Verzichten, sondern um das Eliminieren des Unnötigen, des Ballastes, des Bullshits.

Ich verstehe es nicht - wie ich auch nicht verstehe, wie Bio-Produkte in Cellophan verpackt werden. Klar, sie haben hoffentlich keinerlei Schutzmittel auf der Schale etc. Sie sind also nicht "haltbar" gemacht. Kommen die in Massen an und in Kontakt mit Sporen, Pilzen, Bakterien würden sie wohl sofort zu faulen beginnen. Also, was gewichtet nun stärker - weniger Pestizide versus Verpackung ...

Wie auch immer. Es fällt mir halt auf. Vielleicht frage ich mal das Personal, wenn ich das nächste Mal im Rewe bin.

Wasserstoff speicher- und transportierbar

Es ist schon schön ... was Leute finden, wenn sie "vergiftet" dran sind. Im Deutschen TV sah ich zufällig den Deutschen Zukunftspreis ... da war ich doch grad geplättet. Da hat doch ein Team es endlich geschafft, den zwar perfekten, aber unhandlichen Treibstoff Wasserstoff zu bändigen, damit er genau so leicht speicher- und transportierbar wird wie Benzin. Denn die geeignete Vertriebsinfrastruktur besteht ja fast überall auf der Welt, wo Menschen leben. Und für den Rest gibt es Kanister und Tanks.

Wir wissen, dass Wasserstoff problemlos herstellbar ist - aber halt nicht grad am Polarkreis, dafür aber in den Wüsten oder in Windparks. Nur, wie kommt der nun in die Städte, zu den Autos? Wir haben eine Infrastruktur für flüssige Betriebsmittel. Könnte man also den Wasserstoff so leicht wie Öl transportieren, wäre das doch endlich mal der Schritt, der Wasserstoff-Mobilität Vorschub zu leisten.

Das Team hat zwar nicht gewonnen, aber wir wissen, dass diese Technologie mehr Leben retten wird über die Länge als die diesjährigen Gewinner. Denn der Klimawandel kann nur begrenzt werden, wenn der Treibstoff CO2-neutral erzeugt und verbraucht werden kann.

Bitte lesen und jedem Weitersagen: Flüssiger Wasserstoffspeicher. Wer investieren will, dort ansaugen ... sowas rettet die Welt im Grossen. Ich bin sehr glücklich, dass es so viele innovative Leute auf der Welt gibt, die das Nötige (er)finden, damit die nächsten Generationen auch noch eine lebenswerte Erde vorfinden könn(t)en ... ich wünsche ihnen allen Erfolg der Welt – für die Welt – Urbi et Orbi.

BlockChain Alternative IOTA

Ich habe mich hier ja schon öfters über die BlockChain geäussert. Dass sie meines Erachtens ein Anstoss zur Diskussion neuer Datenstrukturen sein kann, aber niemals eine Lösung per se sei.

Da fand ich es sehr interessant, über den Artikel zu IOTA zu stolpern.

Darin wird die Alternative zur aktuellen Konsensfindung in der BlockChain nach einem Fork / Split aufgezeigt.Dadurch wird das energiefressende Hashen mit dem Noncen praktisch eliminiert. Das bringt statt nur gut 10 Transaktionen pro Sekunde gemäss Artikel bereits 10'000 Transaktionen pro Sekunde. Für eine weltweite Lösung immer noch zu langsam (im Artikel wird erwähnt, dass nur schon VISA alleine 70'000 pro Sekunde fahren könne).

Aber wenn ein Proof Of Concept und erste Softwaregeneration hier schon 1000x schneller ist als die BTC und erst noch skalieren kann, dann ist jene eigentlich schon tot.

Interessante Pausenlektüre. Und der Link zu IOTA direkt: IOTA.

Boyan Slat - Thank you for Ocean Cleanup System 1

Wer es nicht sah, sollte es sehen: Der Start des ersten grösseren, passiven Ocean Cleanup Systems. Was das ist? Ganz einfach, die Aufräumarbeit für unsere Sauereien: 1.8 Billionen Plastikteile schwimmen in den Ozeanen. Dem 16-jährigen Holländer Boyan Slat fiel das beim Schnorcheln in Griechenland auf - wie vielen anderen auch. Doch er, er war einer derjenigen, der was unternahm. Das ist nun 8 Jahre her. Und er hat's geschafft, Crowd Fund Raising und viel Volunteer Arbeit brachten es zustande, dass nun das 600m lange, passive System endlich gestartet werden kann. Mit 120m wurde schon getestet, aber 600m sind schon noch mal was anderes. Es muss sich beweisen, dass es dem rauen Wetter lange standhält, denn als passives System kann es nichts aktiv unternehmen, um sich den Meeresgewalten zu fügen.

Boyan war also der, der sich nicht beirren liess. Im Interview sagte er, er habe sich des Problems angenommen und er wusste, dass er verschiedene Meinungen, wenn nicht gar Widerstand zu erwarten habe. Er sagte, dass er eigentlich nur dann stoppen würde, wenn er physikalische Gründe akzeptieren müsste, die ein Nicht-Funktionieren begründen würden. Das sei aber nie so gewesen, das was er gehört habe, seien Meinungen! Und zum Glück ist Boyan einer, der sich an denen orientierte, die ermutigen, nicht Bedenken vortragen.

Ich gebe derzeit wieder Schule - was ich sehr liebe. Meine Studenten sind im Schnitt wohl 25. Ich wünsche ihnen, dass sie immer nur denen begegnen, die zwar vielleicht sagen, etwas wurde noch nie gemacht, die aber auch ermutigen, es genau deswegen zu probieren. Erfahrungen sind wirklich wertvoll, aber sie dürfen nie zu einer Fixierung gegen Neues führen. Erfahrungen sind auch nie genau zu demselben gemacht worden, was jetzt eben neu sei. Wieso also sollten Erfahrungen etwas Neues wirklich behindern oder gar verunmöglichen dürfen.

Ich bin einer derer, die genauso sagen: ICH weiss nicht, ob etwas klappen kann. Aber DU solltest es auf jeden Fall probieren, wenn das Thema dich anzieht. Alles andere wäre Stillstand. Und den haben wir anderswo schon lange, und er macht sich mehr und mehr schmerzhaft in unseren Alltag bemerkbar.

Ich hoffe, dass Boyan Slat mal denselben Ruhm hat wie Jaques Cousteau oder anderen. Sein Vorbild sei ja Nikola Tesla. Der war genial, starb aber verarmt. Gut, der hatte noch kein Internet. Boyan wird seinen Weg auch nach Ocean Cleanup machen, da bin ich sicher. Probleme gibt es genug, hoffentlich auch Charaktere wie Boyan Slat, die sich derer annehmen.

Ich hoffe, dass dieser Tag in die Geschichte eingeht und ein Feiertag wird: Der Tag, an dem wir begannen, die Meere aufzuräumen. Damit das, was wir aus den Meeren essen, nicht mehr unser Abfall ist.

Chapeau, Boyan Slat!

Fair Food Initiative

Darüber wollte ich letztens schon mal was schreiben, jetzt kommt der Trigger grad, so dass ich es jetzt mache.

Kurz: Ich werde Fair Food annehmen. Wieso? Es hat bei mir gar nichts mit übertriebenem Schutz von Viechern, Natur und Gutmenschen zu tun. Ich habe anderswo schon argumentiert, dass die sogenannt zivilisierten Länder mit ihren Wirtschaftsstrategien die "Entwicklungsländer" zumindest niedergerungen haben. Das gilt für die EU erst recht.

Wenn per heute 78% der Schweizer Fair Food annehmen würden, ist das sicher etwas weltfremde romantisierende Träumerei. Denn wenn offenbar erst 10% Bio-Produkte kaufen, dann sind da wohl einige dabei, die sich das ganze noch nie wirklich durch überlegten. Diese Produktionsketten und Lebensgrundlagen sind sehr verzettelt und sie zu ersetzen bedarf des Augenmasses.

Auf der anderen Seite geben wir etwa 6% des Einkommens nur noch aus fürs (Fr)essen. Wenn man verzichtet, bewusst wählt, Saison-gerecht und erzeugerbewusst kauft, ginge wohl bei allen etwas. Mann/frau muss nicht Ananas haben, nur weil irgendwo auf der Welt Ananas angebaut werden. Und wenn, dann solche, die von Havelar oder anderen weiterverarbeitet werden. Apfel und Kartoffel dürfen nicht verschmäht werden, weil sie nicht perfekt durch die Schablonen passen.

Und dann dann Schlag-mich-tot-Argument: Wie sollen wir das denn in den Produzentenländern überhaupt kontrollieren können. Tja, wenn die Produzenten mehr verdienen, werden sie sich den Regeln wohl gerne unterordnen, ist ja zu ihrem Besten. Und dies könnte bekanntlich wie in allen Schweinezyklen auch eine Sogwirkung generieren. Wir müssen halt dafür sorgen, dass nicht die Zwischenhändler absahnen, sondern die Produzenten unseren Goodwill wirklich zu spüren bekommen.

Wenn wir als Schweiz an unseren Grenzen kontrollieren, was reinkommt, dann haben wir das im Griff. Schliesslich können wir ja auch sonst jeden beliebigen Schrott kontrollieren. Grauimporte wird es immer geben, aber dann macht der Produzent auch am Beschiss mit, und gegen diesen Fall ist eh nie ein Kraut gewachsen.

Dass man chemielastige, umweltschädigende Monokulturproduktionen eliminieren, Food-Waste verhindern, den Food-Snobismus ächten muss, ist vielen sicherlich aus verschiedensten Gründen klar und einsichtig. Das ist das, was jeder hier im Lande tun kann. Wir als Schweiz können es uns wohl aber auch leisten, an den Grenzen zu filtern: Wir können den Impuls an die Produzenten weitergeben, dass dieselben Imperialisten, die die lokale Landschwirtschaft zerstörten, nun doch eine Verbesserung wollen. Von mir aus unter dem Titel der Food Qualität und dem erwachten Konsumentengewissen.

Wer - wenn nicht die reichen Importeure - können den Food-Irrsinn überhaupt wieder in förderliche Bahnen lenken? Natürlich, die Produzentenstaaten sind souverän - sie könnten es. Aber, die Entwicklungshilfe, die sanften oder groben wirtschaftlichen Sanktionen belehren die eventuell schnell eines Besseren. Man beobachte ja nur, wie der Trump-Elefant sich im Porzellanladen aufführt ... einfach weil ihm keiner auf die Pfoten hauen kann oder will.

Und in Afrika, ob das in nächsten Generationen hinhaut? Denn immerhin sollte jeder Mensch auf dieser Welt - egal wie er wo lebt - sich zumindest einmal Gedanken machen, was das für ein Platz ist, die Erde. Und ob die alles mit sich machen lässt - und wenn nicht, wie wird es einen selbst betreffen, wenn es eben knapp wird ...

Aus dieser Sicht, dass man meinem Lieblingsspruch gemäss - Think globally, act locally - sich eben immer am grösseren Bild orientieren soll, habe ich keine Mühe damit, dass meine Food-Vielfalt nicht so gigantisch ist, denn ich kenne mich ja: Mein Alltagsfood ist mehr oder weniger auf höchstens 30 Produkte beschränkt. Selbst wenn ich etwas davon, weil teurer, mal streichen müsste, fällt mir deswegen kein Zacken aus der Krone. Es ist eben ein Trugschluss, dass wir Reichen immer alles zu jederzeit haben können. Weil diese Anspruchshaltung existiert, gibt's den Food-Waste. eine simple, arrogante Dekadenzerscheinung.

Ich bin gespannt, was sich wie ändern wird, wenn Fair Food angenommen sein wird. Dieses Experiment müssen wir uns als reiche Schweiz leisten wollen.

Das Training zu mehr Bewusstsein ...

Wenn man umzieht, räumt man auf, sichtet und entsorgt. So habe ich doch einen 10-jährigen Brief entdeckt in meinen Unterlagen, der zum Seminar des Freundeskreises einlud.

Das ist nun so lange her, also las ich ihn aus Neugier noch einmal durch und dachte grad spontan: Die Anreisser-Fragen und -Impulse scheinen immer noch gut zu passen, eventuell ja sogar mehr denn je.

Wer sich für diese Seminare interessiert, der bekommt von mir gerne die Links und Adressen dazu.

Na, passt das Folgende noch heute? Spricht es an?

Liebe Freunde,

die Fähigkeit, die Gegenwart zu erfassen, sie bewusst zu erleben und zu gestalten, ist eine hohe Reifestufe.

Die Bewältigung gegenwärtiger Aufgaben und Probleme wird jedoch meist vergangenheitsbezogen, statt gegenwartsorientiert "versucht".

Die meisten Menschen sind in der Regel unfähig, Änderungen in dem Moment zu erkennen, in dem sie sich vollziehen. Der Unterschied zwischen Erinnerung und gegenwärtiger Situation wird dadurch nicht mehr wahrgenommen und es kommt zwangsläufig zu Konflikten.

Das Einfachste, bestehende Probleme zu lösen bzw. sie vor dem Entstehen bereits zu erkennen und zu bewältigen, ist eine innere und äußere Anpassung, das heißt ein vollständiges Einstellen auf die Gegenwart.

Auf den Seminaren I und II (Kompakt-Seminar) haben wir uns die Mechanik des Geistes deutlich gemacht und die Regeln nach denen er funktioniert.

Auf dem Seminar III werden die Hintergründe aufgezeigt,

  • wieso der Geist nach diesen Regeln arbeitet,
  • wie er im Laufe eines Lebens unter Aus- und Benutzung dieser Regeln die Herrschaft über den "bewussten" Menschen erringt
  • wie der Mensch sich aus diesen Fesseln befreien kann.

Diese Lösungsprozesse sind keine Frage von Logik und lntelligenz, sie sind Fragen der Wahrnehmung.

Die auf den Seminaren erarbeiteten Prinzipien - Regeln - werden hier zur Lösung von Prägungen benutzt. Damit wird deren Einfluss aufgehoben. Wir erkennen die Ursachen und die daraus entwachsenen Gewohnheiten.

Fehlt dieses Wissen, übernehmen die Programme - und Wunschdenken, Enttäuschungen und Rechthaberei behindern das Leben.

Damit werden neue Probleme geschaffen. Von einem wirklich erfolgreichen, glücklichen und freien Leben kann nur geträumt werden - und doch ist es so leicht, nicht nur davon zu sprechen und so zu tun als ob, sondern so zu leben.

Es sind unsere Entscheidungen, die die Richtung unseres Lebens bestimmen. Jeder Einzelne ist für sich die Ursache.

Nur Wenigen gelingt es in unserer heutigen Zeit, den bewussten Einstieg in diesen Reifeprozeß zu finden.

Die meisten verzehren sich und verbrennen in einem inneren Kampf, ungewolltem Rotieren, Verbissenheit, Rechtfertigung und Resignation. Sie haben "keine Zeit" mehr.

Wie grausam, wie unnötig.

Nur die Fähigen erkennen die anderen Möglichkeiten. Sie finden und nehmen sich die Zeit schneller zu lernen, das eigene, künftige Schicksal selbst zu bestimmen.

Die Grundlagen und Voraussetzungen bietet das Seminar III. Es bedarf allerdings der Einsicht und einer bewussten Entscheidung diesen Weg zu gehen.

Wir freuen uns auf Dein Erscheinen im nächsten Seminar.

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