Webinar: Harald Lesch über das Kapitalozän

Ich bin ja nicht nur Fan von Harald Lesch ... ich bin genau gleich eingestellt wie er ... bin nur wenig jünger als er und halt kein Professor. Unterrichten, das tue ich ja schon auch ... Nicht, dass es den Professor bräuchte ... nennt Lesch die Bologna-Reform doch "das Resultat schlechter Verdauung", ein Irrsinn ... da erinnere ich mich doch an meinen Blogartikel von mir "Was wir alles der Wirtschaftlichkeit opfern" ...

Sein Satz "letztens bin ich auf allen Vieren deprimiert aus dem Bett gekrochen, weil in Brasilien einer gewählt wurde, der in den Tropenwäldern demnächst ein Kettensägenmassaker veranstalten will" trifft meine Bestürzung über den Umgang der Menschen mit der Mitwelt ziemlich genau.

Dabei muss ich natürlich nicht nach Brasilien schauen ... in der Schweiz will der Bundesrat doch aktuellerweise tatsächlich das bescheuerte Problem der Staus während der Rush Hour mit einer no bireweichere Idee "bekämpfen": Die grossen Autobahnen müssen 6-spurig werden. Und das in der Schweiz, wo es nun wirklich nicht mehr viel Platz gibt, der nicht dem Auto untertan gemacht wurde. Wie wenn es gottgegeben wäre, dass man Staus hat. Bzw. die Gründe, wieso es Staus überhaupt gibt, werden ignoriert, schulterzuckend akzeptiert, als alternativlos hingenommen. Das ist einfach Bullshit. Mir fehlt da jeglicher Humor.

Harald Lesch geht ebenfalls noch auf die Idiotie des Pendelns ein ... und wieso das Pendeln überhaupt zustande kommen musste ...

Wenn ich mir vorstelle, wie oft Lesch schon gegen die Windmühlen angesprochen haben mag ... ich bewundere, wie er durchhält und die Thematik mit Humor dennoch immer wieder an den Mensch bringt. Das geht wohl auch nur, weil er sich zum Glück erlaubt, sehr, sehr deutlich, direkt und klar zu sein: Die ferne Lithium-Gewinnung für unsere eMobilität ist "Scheisse" ...

Sein global vernetztes Denken, seine Assoziationen ... "sehen Sie sich an, was wir anstellen. Und wir alle werden es bezahlen. Nicht unbedingt mehr du, aber deine Urenkel ganz sicher".

Es ist aber sehr starker Tobak. Und Lesch wird noch klarer, in der Fragerunde. Zum Beispiel das persönliche CO2 Konto. Es geht nichts mehr unpersönlich. Es gibt keine Ausreden mehr.

"Stellen Sie sich bei jeder Unternehmung die Frage, ist das sinnvoll?" Und es wohl einfach mal sein zu lassen. Und vor allem, endlich die Privatisierung und Ökonomisierung allgemeiner Lebensbereiche wieder aufzugeben. Er erklärt einleuchtend, wieso es bescheuert ist, Transport, Energie, Pflege, Wohnen kapitalistischen Privatwirtschaftlern zu überlassen. Denn dann geht's um Virtuelles, Zahlen auf Bankkontos einiger weniger. Die Natur, der Mensch sind aber real. Wieso haben die Menschen es zugelassen, dass egoistische Kapitalistengier gemeinnützige Dienste und Angebote übernehmen konnte.

Auf den Einwurf, die Lösung sei "Gummis verteilen" (sprich Geburtenkontrolle), wird Lesch unmittelbar sehr eindringlich, wenn nicht gar giftig, fast schon gehässig. Mit aller Verve weist er den Frager zurück: "Das ist soo billig". Nicht die anderen sind zuviel, wir sind zuviel und verbrauchen zuviel. 500 Millionen Europäer. Wir, die Europäer, Amerikaner, Japaner und Australier haben das Probelm geschaffen.". Dies müsse man sich vor allem anderen mal wirklich eingestehen.

Die soziale Wärme ist ein Mass für den Energieverbrauch pro Mensch. "Ein BRDler verbrauche 125kWh pro Tag, der Chinese 40 kWh, der Inder 20 kWh. Was glauben Sie, wenn die unseren Lebensstil erreichen? Das war's." "Wir müssen da runter und die nicht da hoch". Lesch demontiert diesen Einwurf dramatisch und klar. Selbst wenn Geburtenkontrolle was wäre, das wirkt zu spät, denn innert 20 Jahren müssen wir aus dem CO2 raus, denn sonst ist es zu spät. Gummis kämen in jedem Fall zu spät. "Ein Sudaner mit 10 Kindern lebt immer noch ökologischer als jemand, der in der Lodge irgendwo in Grünwald lebt."

"Der Glücksindex der Bhutanesen habe sich durch die Einführung des westlichen Lebensstils verändert." "Mehr Handies, mehr Kaffee habe dazu geführt, dass sich der Bhutanese unwohl fühlt, weil der Zeitdruck zugenommen habe." Der Staat Bhutan hat als einziges Land der Welt statt der Bruttosozialproduktes einen Glücksindex als Mass für das Prosperieren des Landes.

Ein absolutes Hinhören-und-Verstehen-Muss: Das Kapitalozän. Punkt. Gerade für die, die nichts vom Klimawandel durch den Menschen halten ... aber ob die das ertragen würden ... ein empathischer Mensch hat wirklich seine liebe Mühe, soviel Fakten und vernetzte Betrachtungen zu ertragen. Mir ging es jedenfalls so, obwohl ich diese Fakten ja schon kenne. Die Betroffenheit und Verantwortung kann ich bei mir nicht wegdrücken.

Doch nicht nur HÖREN, sondern vor allem HANDELN. Mit wissenschaftlichen Daten von Scinexx als Basis - Empfehlung von Harald Lesch.

Ein Nebenschauplatz ist da grad die Meldung, dass doch tatsächlich die Basler Stadtregierung die Stirn hat, Jugendliche mit Strafen zu bedrohen, weil die nicht am Samstag, sondern unter der Woche fürs Klima protestieren gehen und dafür natürlich schwänzen müssen. Wie kann man jemanden bestrafen, der sich für die eigene Zukunft engagieren will, die der Strafer ja nicht mehr erleben wird ... lächerlich.

Verpackungswahnsinn: Beispiel Pomelo

Ich mag die Pomelo-Frucht sehr. Schon lange. In der Schweiz zumindest kommen die Pomelos unverpackt auf die Theken der Läden.

Neulich im Rewe kaufte ich wieder zwei Pomelos und war schon sehr enttäuscht - natürlich nicht ob der tollen Frucht, sondern ob deren Verpackung!

Nachfolgend ein Bild der Pomelo. Für die, die sie noch nicht kennen. Man kann schon erahnen, dass diese Frucht schon für sich alleine optimal ihr delikates Inneres schützen kann.

Die Schale ist bei der im Foto ca. 1cm dick, sie wird durch Wasserverlust beim Aufbewahren schon immer dünner, aber das süsssaure Saftige bleibt dadurch laaange erhalten.

Aber nein, sie muss nochmals in einer Plastikfolie und dann noch in einem Netz verpackt werden. Wie kann man nur sowas machen ... man möge mir die Gründe für diese hirnlose Energieverschwendung erläuten.

Damit mir keiner komme, "depp, frisst mit der Pomelo ja eine exotische Frucht, lass das doch besser". Ja, weiss ich, diese Pomelo kam aus China, die Dinger wachsen nicht bei uns. Schon klar.

Bei resourcensparendem Verhalten geht es nicht ums 100%ige Verzichten, sondern um das Eliminieren des Unnötigen, des Ballastes, des Bullshits.

Ich verstehe es nicht - wie ich auch nicht verstehe, wie Bio-Produkte in Cellophan verpackt werden. Klar, sie haben hoffentlich keinerlei Schutzmittel auf der Schale etc. Sie sind also nicht "haltbar" gemacht. Kommen die in Massen an und in Kontakt mit Sporen, Pilzen, Bakterien würden sie wohl sofort zu faulen beginnen. Also, was gewichtet nun stärker - weniger Pestizide versus Verpackung ...

Wie auch immer. Es fällt mir halt auf. Vielleicht frage ich mal das Personal, wenn ich das nächste Mal im Rewe bin.

Wasserstoff speicher- und transportierbar

Es ist schon schön ... was Leute finden, wenn sie "vergiftet" dran sind. Im Deutschen TV sah ich zufällig den Deutschen Zukunftspreis ... da war ich doch grad geplättet. Da hat doch ein Team es endlich geschafft, den zwar perfekten, aber unhandlichen Treibstoff Wasserstoff zu bändigen, damit er genau so leicht speicher- und transportierbar wird wie Benzin. Denn die geeignete Vertriebsinfrastruktur besteht ja fast überall auf der Welt, wo Menschen leben. Und für den Rest gibt es Kanister und Tanks.

Wir wissen, dass Wasserstoff problemlos herstellbar ist - aber halt nicht grad am Polarkreis, dafür aber in den Wüsten oder in Windparks. Nur, wie kommt der nun in die Städte, zu den Autos? Wir haben eine Infrastruktur für flüssige Betriebsmittel. Könnte man also den Wasserstoff so leicht wie Öl transportieren, wäre das doch endlich mal der Schritt, der Wasserstoff-Mobilität Vorschub zu leisten.

Das Team hat zwar nicht gewonnen, aber wir wissen, dass diese Technologie mehr Leben retten wird über die Länge als die diesjährigen Gewinner. Denn der Klimawandel kann nur begrenzt werden, wenn der Treibstoff CO2-neutral erzeugt und verbraucht werden kann.

Bitte lesen und jedem Weitersagen: Flüssiger Wasserstoffspeicher. Wer investieren will, dort ansaugen ... sowas rettet die Welt im Grossen. Ich bin sehr glücklich, dass es so viele innovative Leute auf der Welt gibt, die das Nötige (er)finden, damit die nächsten Generationen auch noch eine lebenswerte Erde vorfinden könn(t)en ... ich wünsche ihnen allen Erfolg der Welt – für die Welt – Urbi et Orbi.

Boyan Slat - Thank you for Ocean Cleanup System 1

Wer es nicht sah, sollte es sehen: Der Start des ersten grösseren, passiven Ocean Cleanup Systems. Was das ist? Ganz einfach, die Aufräumarbeit für unsere Sauereien: 1.8 Billionen Plastikteile schwimmen in den Ozeanen. Dem 16-jährigen Holländer Boyan Slat fiel das beim Schnorcheln in Griechenland auf - wie vielen anderen auch. Doch er, er war einer derjenigen, der was unternahm. Das ist nun 8 Jahre her. Und er hat's geschafft, Crowd Fund Raising und viel Volunteer Arbeit brachten es zustande, dass nun das 600m lange, passive System endlich gestartet werden kann. Mit 120m wurde schon getestet, aber 600m sind schon noch mal was anderes. Es muss sich beweisen, dass es dem rauen Wetter lange standhält, denn als passives System kann es nichts aktiv unternehmen, um sich den Meeresgewalten zu fügen.

Boyan war also der, der sich nicht beirren liess. Im Interview sagte er, er habe sich des Problems angenommen und er wusste, dass er verschiedene Meinungen, wenn nicht gar Widerstand zu erwarten habe. Er sagte, dass er eigentlich nur dann stoppen würde, wenn er physikalische Gründe akzeptieren müsste, die ein Nicht-Funktionieren begründen würden. Das sei aber nie so gewesen, das was er gehört habe, seien Meinungen! Und zum Glück ist Boyan einer, der sich an denen orientierte, die ermutigen, nicht Bedenken vortragen.

Ich gebe derzeit wieder Schule - was ich sehr liebe. Meine Studenten sind im Schnitt wohl 25. Ich wünsche ihnen, dass sie immer nur denen begegnen, die zwar vielleicht sagen, etwas wurde noch nie gemacht, die aber auch ermutigen, es genau deswegen zu probieren. Erfahrungen sind wirklich wertvoll, aber sie dürfen nie zu einer Fixierung gegen Neues führen. Erfahrungen sind auch nie genau zu demselben gemacht worden, was jetzt eben neu sei. Wieso also sollten Erfahrungen etwas Neues wirklich behindern oder gar verunmöglichen dürfen.

Ich bin einer derer, die genauso sagen: ICH weiss nicht, ob etwas klappen kann. Aber DU solltest es auf jeden Fall probieren, wenn das Thema dich anzieht. Alles andere wäre Stillstand. Und den haben wir anderswo schon lange, und er macht sich mehr und mehr schmerzhaft in unseren Alltag bemerkbar.

Ich hoffe, dass Boyan Slat mal denselben Ruhm hat wie Jaques Cousteau oder anderen. Sein Vorbild sei ja Nikola Tesla. Der war genial, starb aber verarmt. Gut, der hatte noch kein Internet. Boyan wird seinen Weg auch nach Ocean Cleanup machen, da bin ich sicher. Probleme gibt es genug, hoffentlich auch Charaktere wie Boyan Slat, die sich derer annehmen.

Ich hoffe, dass dieser Tag in die Geschichte eingeht und ein Feiertag wird: Der Tag, an dem wir begannen, die Meere aufzuräumen. Damit das, was wir aus den Meeren essen, nicht mehr unser Abfall ist.

Chapeau, Boyan Slat!

Fair Food Initiative

Darüber wollte ich letztens schon mal was schreiben, jetzt kommt der Trigger grad, so dass ich es jetzt mache.

Kurz: Ich werde Fair Food annehmen. Wieso? Es hat bei mir gar nichts mit übertriebenem Schutz von Viechern, Natur und Gutmenschen zu tun. Ich habe anderswo schon argumentiert, dass die sogenannt zivilisierten Länder mit ihren Wirtschaftsstrategien die "Entwicklungsländer" zumindest niedergerungen haben. Das gilt für die EU erst recht.

Wenn per heute 78% der Schweizer Fair Food annehmen würden, ist das sicher etwas weltfremde romantisierende Träumerei. Denn wenn offenbar erst 10% Bio-Produkte kaufen, dann sind da wohl einige dabei, die sich das ganze noch nie wirklich durch überlegten. Diese Produktionsketten und Lebensgrundlagen sind sehr verzettelt und sie zu ersetzen bedarf des Augenmasses.

Auf der anderen Seite geben wir etwa 6% des Einkommens nur noch aus fürs (Fr)essen. Wenn man verzichtet, bewusst wählt, Saison-gerecht und erzeugerbewusst kauft, ginge wohl bei allen etwas. Mann/frau muss nicht Ananas haben, nur weil irgendwo auf der Welt Ananas angebaut werden. Und wenn, dann solche, die von Havelar oder anderen weiterverarbeitet werden. Apfel und Kartoffel dürfen nicht verschmäht werden, weil sie nicht perfekt durch die Schablonen passen.

Und dann dann Schlag-mich-tot-Argument: Wie sollen wir das denn in den Produzentenländern überhaupt kontrollieren können. Tja, wenn die Produzenten mehr verdienen, werden sie sich den Regeln wohl gerne unterordnen, ist ja zu ihrem Besten. Und dies könnte bekanntlich wie in allen Schweinezyklen auch eine Sogwirkung generieren. Wir müssen halt dafür sorgen, dass nicht die Zwischenhändler absahnen, sondern die Produzenten unseren Goodwill wirklich zu spüren bekommen.

Wenn wir als Schweiz an unseren Grenzen kontrollieren, was reinkommt, dann haben wir das im Griff. Schliesslich können wir ja auch sonst jeden beliebigen Schrott kontrollieren. Grauimporte wird es immer geben, aber dann macht der Produzent auch am Beschiss mit, und gegen diesen Fall ist eh nie ein Kraut gewachsen.

Dass man chemielastige, umweltschädigende Monokulturproduktionen eliminieren, Food-Waste verhindern, den Food-Snobismus ächten muss, ist vielen sicherlich aus verschiedensten Gründen klar und einsichtig. Das ist das, was jeder hier im Lande tun kann. Wir als Schweiz können es uns wohl aber auch leisten, an den Grenzen zu filtern: Wir können den Impuls an die Produzenten weitergeben, dass dieselben Imperialisten, die die lokale Landschwirtschaft zerstörten, nun doch eine Verbesserung wollen. Von mir aus unter dem Titel der Food Qualität und dem erwachten Konsumentengewissen.

Wer - wenn nicht die reichen Importeure - können den Food-Irrsinn überhaupt wieder in förderliche Bahnen lenken? Natürlich, die Produzentenstaaten sind souverän - sie könnten es. Aber, die Entwicklungshilfe, die sanften oder groben wirtschaftlichen Sanktionen belehren die eventuell schnell eines Besseren. Man beobachte ja nur, wie der Trump-Elefant sich im Porzellanladen aufführt ... einfach weil ihm keiner auf die Pfoten hauen kann oder will.

Und in Afrika, ob das in nächsten Generationen hinhaut? Denn immerhin sollte jeder Mensch auf dieser Welt - egal wie er wo lebt - sich zumindest einmal Gedanken machen, was das für ein Platz ist, die Erde. Und ob die alles mit sich machen lässt - und wenn nicht, wie wird es einen selbst betreffen, wenn es eben knapp wird ...

Aus dieser Sicht, dass man meinem Lieblingsspruch gemäss - Think globally, act locally - sich eben immer am grösseren Bild orientieren soll, habe ich keine Mühe damit, dass meine Food-Vielfalt nicht so gigantisch ist, denn ich kenne mich ja: Mein Alltagsfood ist mehr oder weniger auf höchstens 30 Produkte beschränkt. Selbst wenn ich etwas davon, weil teurer, mal streichen müsste, fällt mir deswegen kein Zacken aus der Krone. Es ist eben ein Trugschluss, dass wir Reichen immer alles zu jederzeit haben können. Weil diese Anspruchshaltung existiert, gibt's den Food-Waste. eine simple, arrogante Dekadenzerscheinung.

Ich bin gespannt, was sich wie ändern wird, wenn Fair Food angenommen sein wird. Dieses Experiment müssen wir uns als reiche Schweiz leisten wollen.

Wieso immer erst (zu) spät - die Einsicht

Jetzt kommen im Schweizer-Radio in den News Texte wie "Oh, wir müssen die Städte begrünen." Weil halt der Beton Wärme speichert und wieder abgibt, sind Städte Brutöfen, im Schnitt wohl ca. 3-7° wärmer als ausserhalb einer Stadt.

Wenn es nicht zum Heulen wäre, dass es erst so spät kommt, wo's halt allen etwas heiss wird ... vorausgesehen wurde das alles schon Jahrzehnte zuvor. Klimawandel? Was'n das'n? Nun, hoffentlich reicht es noch, dass die Städte sich endlich umbauen. Gerade hin in der Schweiz ... wo wir sowieso hintennach sind ...

Aber Geldgier, Ignoranz und Gefälligkeiten liessen ökonomische Bedenken einfach zur Seite. Oder wie soll man das alles erklären.

Jetzt müssen Pflanzenteppiche an die Häuser und auf die Dächer. Mal sehen, vor wievielen Jahren ich hier mal schrieb, man solle gefälligst alle Dächer begrünen ...

Diejenigen, die in einem Erdhaus wohnen, wussten und wissen all das schon seit jeher.

Es ist nur mühsam, wie wenig die Leute sich für Abläufe und Zyklen interessieren. Die's tun, leben anders.

Wieso nur braucht Einsicht immer sooooooo lange ... :-(

Der bigotte Bundesrat (Ammann)

Ich muss mich noch mehr fremdschämen ... der Bundesrat erlaubt nun doch noch Kriegmaterial-Exporte an Länder im Bürgerkrieg.

Klar, es sei alles geprüft, man verlange Sicherheiten, dass Waffensysteme geliefert in Nachbarländern - nicht im Krieg - nicht in die kriegenden Ländern gelange.

Bullshit. Erstens musste sogar das SECO erklären, dass es nicht erklären konnte ... wieso Schweizer Waffen doch im Kriegsland und zweitens: Typisch Europa. Wir verlangen Garantien und dann endlich raus mit irgendwelchem Kram an die unterwürfig buckelnde, mit Geld zugeschissene Businesspartners - aus den Augen aus dem Sinn halt.

Ich fand es absolut toll, dass die Chinesen Europas Plastikabfall nicht mehr wollen. Bleibt der Kram hoffentlich bei uns, bis wir uns endlich mal darum kümmern.

Zurück zur Bigotterie des Bundesrates. Waffen exportieren, damit unsere kleine Waffenindustrie nicht verrecken muss - wohlwissend, dass Waffen gebaut werden, um andere verrecken zu lassen. Diese pathologische Realitätsverweigerung ist fast nicht auszuhalten.

Das ist kein Deut besser als irgendwelche Despoten, die für sich "xyz first" wenigstens öffentlich reklamieren. Wem es scheissegal ist, dass seine Produkte anderswo Leid generieren, gehört entsorgt.

Zynischerweise kommt grad heute in der Rundschau eine kleine Reportage über das Leid des Krieges in Jemen. Da schaut das TV hin und zeigt auf, dass Waffen immer Leid erzeugen. Die 20 Jährige, die nun gelähmt ist, weil die Bomben auf ihr Elternhaus fielen, während sie schlief. Womöglich derart treffsicher dank eines Schweizerischen Präzisionsleitsystems ... das "ja keine Waffe sei" ... Herr, wirf Hirn vom Himmel ...

Es gibt weder gerechte Kriege, noch sterile, noch leidensfreie, noch nebeneffektfreie, noch antiseptische, noch nützliche, noch ...

Dieser Einsicht scheinen sich lokale Politgrössen regelmässig mit Scheuklappen zu verschliessen ... es könnte ja die einfache Sicht aufs egoistische Wohl und damit das der Lobby Gefälligsein beeinträchtigen.

Mani Matter sang sinngemäss "... damit es denen, denen es nicht gut geht, etwas besser geht, müssen die, denen es gut geht, etwas abgeben ...".

Interessiert keine Sau. Ob Erdogan oder Ammann, alles dasselbe. Soll mir jetzt keiner kommen, dass das so nicht stimme ... weiss ich selbst. Aber es geht um eine Verantwortungshaltung - der Menschheit gegenüber.

Es ist mir schon klar, dass wir nicht unmittelbar die Kriege befeuern. Aber man braucht seine Kreise nicht viel grösser werden zu lassen, um dann schon unsere Mitwirkungen auftauchen zu sehen ...

Ich bin schon richtig hässig ...

Von wegen (gutes) Karma ... Coops Verpackung

Ich mag ja asiatisches Snack-Zeug. Also der Griff mal zu Coops Karma Linie ... ein Aisa-Mix. Ist grad im Backofen, aber da dachte ich beim Auspacken also sofort: Von wegen gutes Karma! Sechs Plastiktüten mit vier Arten von Snacks, zwei für dieselbe Sweet-n-Sour Sosse.

Und Plastik von der sehr starken Sorte.

Wie auch immer, wo ist denn hier das Karma? Könnte Coop nicht einfach auch noch besser verpacken? Gutes Karma kommt ja nicht (nur) zustande, wenn mann/frau keine Tiere (fr)isst. Wer so einen Titel im Produkt führt, muss meines Erachtens vor allem auch an den Abfall denken.

Fortschrittlich wäre gewesen, wenn die Plastiktüten wenigstens kompostierbar wären. Doch soweit reicht der Wunsch fürs gute Karma im nächsten Leben dann offenbar doch nicht ... kommen die Macher das nächste Mal wohl als Fische im Plastikozean zur Welt ... Karma heisst ja nur, das Erleben von etwas im Wechsel von Erzeuger und Erdulder.

Schweiz Waffenexport-Vize - ich schäme mich

In USA wieder mal ein Massaker an der Schule, das 19. seit Jahresbeginn vermeinte ich gehört zu haben. Diese unbegreiflichen und unverbesserlichen Amis.

Die Schweiz sei Vize-Exportmeister im Waffenbusiness. Diese unbegreiflichen und unverbesserlichen Schweizer.

Wann endet die Bigotterie des Ausblendens von Fakten?

Da ist mir der Trump bald lieber als die verlogene Wirtschaftspolitik. Dessen Ignoranz ist für wohl fast alle gut erkennbar.

Das Schweizer Parlament schmettert regelmässig Exportbeschränkungen ab, ja lockert bestehende sogar.

Henry Dunant gründete das Rote Kreuz. In dem Staat, aus dem die Garde des Papstes stammt. Woher das wohl kommt ... wir waren Söldner ... Krieger, und offenbar gut darin.

Doch eigentlich sollten wir diese Zeit überwunden haben. Und auch das Sandchästele ... hoffentlich ist dieses Scheinheilige nur noch ein Attribut der aussterbenden Generation.

Dafür schäme ich mich.

Anbieter von Haifisch-Finnen Suppe melden

Mein guter Freund aus Down-Under hat mich letzthin wieder mal auf eine an sich bekannte, aber halt oft übersehene Sauerei der Menschheit hingewiesen: Dass wir Tiere verstümmeln, nur um einen kleinen Teil davon zu essen oder noch schlimmer für Aberglauben zu brauchen.

Wenn es schon beim Nashorn eine grosse Sauerei ist, so ist es bei den Haifisch-Flossen-Suppe eine beschämende und gigantische Sauerei ... denn die Tiere können dann nicht mehr schwimmen und ersticken einfach - in ihrem ureigensten, natürlichen Umfeld ... Ersticken, weil nur die Bewegung neues Wasser durch die Kiemen spült, aus dem der Hai den Sauerstoff extrahieren kann.

Klar, der Mensch ist das brutalste Untier auf der Welt. Zwar den meisten Tieren von der Sinnesleistung her weit unterlegen, aber mit einer Kooperation und einem Intellekt ausgestattet, der ihn Tieren überlegen macht. Allerdings sind die kleinen Tiere wie Ameisen ja dann schon noch erfolgreicher, doch eben nur als Volk.

Der Mensch erachtet sich als Individuum und sieht daher das grosse Ganze meistens nicht mehr. Er sieht oder will nur nur seine kleine Welt sehen, in der in einem Restaurant Haifisch-Suppe angeboten wird. Er weiss nicht oder will nicht wissen, was das genau ist und wie Tiere, also der Hai, hierzu "verarbeitet" wird.

Weiss er wirklich, dass für so ne triviale Suppe die Tiere kläglich verenden? Etwa so, wie wenn man einem Menschen einfach die Arme abhackt? So ein Mensch kann sich nicht mehr ernähren. Eigentlich ist er nun zum Tode verurteilt. Die Menschen sind solidarisch und können sich dann helfen - die Tiere können das nicht.

Mein Freund sammelt daher die Namen und Links zu allen Restaurants und Anbietern, die sich immer noch erdreisten, derart "hergestellte" "Kulinarien" anzubieten.

Dazu gibt es einen Twitter Hashtag #shamesharkfinsoup, unter dem man doch jeden Anbieter melden möchte. Mein Freund kümmert sich dann darum ... ohne Armeabhacken ...

Es ist oft mehr als beschämend, was wir uns erlauben. Klar, Pflanzen sind auch Lebewesen, und die fressen wir auch. Die Natur ist ein ständiges Werden und Vergehen von Formen, uns natürlich mit eingeschlossen - wir gehen mit uns ja auch so herzlos um. Reproduktion und Tod sind also an sich natürliche Vorgänge ... doch nur der Mensch interessiert es oftmals einfach nicht, wie er natürliche Resourcen nutzt. Sei das Massentierhaltung oder eben "exquisiter Food" wie eben die Haifischflossen Suppe.

Wer also irgendwo Haifischklossen Suppe angeboten findet, der melde doch bitte Adresse und Link unter dem Hashtag #shamesharkfinsoup.

Mir ist das auch ein Anliegen. Er kümmert sich aber auch darum. Ein kleiner Teil, aber wenn das mehrere machen, wird dieses Engagement eben mehr als die Summe der Einzelaktionen. Und so lässt sich hoffentlich eine kritische Masse erreichen, auf dass die empathielose Abschlachterei endlich aufhöre ...

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