Verpackungswahnsinn: Beispiel Pomelo

Ich mag die Pomelo-Frucht sehr. Schon lange. In der Schweiz zumindest kommen die Pomelos unverpackt auf die Theken der Läden.

Neulich im Rewe kaufte ich wieder zwei Pomelos und war schon sehr enttäuscht - natürlich nicht ob der tollen Frucht, sondern ob deren Verpackung!

Nachfolgend ein Bild der Pomelo. Für die, die sie noch nicht kennen. Man kann schon erahnen, dass diese Frucht schon für sich alleine optimal ihr delikates Inneres schützen kann.

Die Schale ist bei der im Foto ca. 1cm dick, sie wird durch Wasserverlust beim Aufbewahren schon immer dünner, aber das süsssaure Saftige blebt dadurch laaange erhalten.

Aber nein, sie muss nochmals in einer Plastikfolie und dann noch in einem Netz verpackt werden. Wie kann man nur sowas machen ... man möge mir die Gründe für diese hirnlose Energieverschwendung erläuten.

Damit mir keiner komme, "depp, frisst mit der Pomelo ja eine exotische Frucht, lass das doch besser". Ja, weiss ich, diese Pomelo kam aus China, die Dinger wachsen nicht bei uns. Schon klar.

Bei resourcensparendem Verhalten geht es nicht ums 100%ige Verzichten, sondern um das Eliminieren des Unnötigen, des Ballastes, des Bullshits.

Ich verstehe es nicht - wie ich auch nicht verstehe, wie Bio-Produkte in Cellophan verpackt werden. Klar, sie haben hoffentlich keinerlei Schutzmittel auf der Schale etc. Sie sind also nicht "haltbar" gemacht. Kommen die in Massen an und in Kontakt mit Sporen, Pilzen, Bakterien würden sie wohl sofort zu faulen beginnen. Also, was gewichtet nun stärker - weniger Pestizide versus Verpackung ...

Wie auch immer. Es fällt mir halt auf. Vielleicht frage ich mal das Personal, wenn ich das nächste Mal im Rewe bin.

Wasserstoff speicher- und transportierbar

Es ist schon schön ... was Leute finden, wenn sie "vergiftet" dran sind. Im Deutschen TV sah ich zufällig den Deutschen Zukunftspreis ... da war ich doch grad geplättet. Da hat doch ein Team es endlich geschafft, den zwar perfekten, aber unhandlichen Treibstoff Wasserstoff zu bändigen, damit er genau so leicht speicher- und transportierbar wird wie Benzin. Denn die geeignete Vertriebsinfrastruktur besteht ja fast überall auf der Welt, wo Menschen leben. Und für den Rest gibt es Kanister und Tanks.

Wir wissen, dass Wasserstoff problemlos herstellbar ist - aber halt nicht grad am Polarkreis, dafür aber in den Wüsten oder in Windparks. Nur, wie kommt der nun in die Städte, zu den Autos? Wir haben eine Infrastruktur für flüssige Betriebsmittel. Könnte man also den Wasserstoff so leicht wie Öl transportieren, wäre das doch endlich mal der Schritt, der Wasserstoff-Mobilität Vorschub zu leisten.

Das Team hat zwar nicht gewonnen, aber wir wissen, dass diese Technologie mehr Leben retten wird über die Länge als die diesjährigen Gewinner. Denn der Klimawandel kann nur begrenzt werden, wenn der Treibstoff CO2-neutral erzeugt und verbraucht werden kann.

Bitte lesen und jedem Weitersagen: Flüssiger Wasserstoffspeicher. Wer investieren will, dort ansaugen ... sowas rettet die Welt im Grossen. Ich bin sehr glücklich, dass es so viele innovative Leute auf der Welt gibt, die das Nötige (er)finden, damit die nächsten Generationen auch noch eine lebenswerte Erde vorfinden könn(t)en ... ich wünsche ihnen allen Erfolg der Welt – für die Welt – Urbi et Orbi.

Boyan Slat - Thank you for Ocean Cleanup System 1

Wer es nicht sah, sollte es sehen: Der Start des ersten grösseren, passiven Ocean Cleanup Systems. Was das ist? Ganz einfach, die Aufräumarbeit für unsere Sauereien: 1.8 Billionen Plastikteile schwimmen in den Ozeanen. Dem 16-jährigen Holländer Boyan Slat fiel das beim Schnorcheln in Griechenland auf - wie vielen anderen auch. Doch er, er war einer derjenigen, der was unternahm. Das ist nun 8 Jahre her. Und er hat's geschafft, Crowd Fund Raising und viel Volunteer Arbeit brachten es zustande, dass nun das 600m lange, passive System endlich gestartet werden kann. Mit 120m wurde schon getestet, aber 600m sind schon noch mal was anderes. Es muss sich beweisen, dass es dem rauen Wetter lange standhält, denn als passives System kann es nichts aktiv unternehmen, um sich den Meeresgewalten zu fügen.

Boyan war also der, der sich nicht beirren liess. Im Interview sagte er, er habe sich des Problems angenommen und er wusste, dass er verschiedene Meinungen, wenn nicht gar Widerstand zu erwarten habe. Er sagte, dass er eigentlich nur dann stoppen würde, wenn er physikalische Gründe akzeptieren müsste, die ein Nicht-Funktionieren begründen würden. Das sei aber nie so gewesen, das was er gehört habe, seien Meinungen! Und zum Glück ist Boyan einer, der sich an denen orientierte, die ermutigen, nicht Bedenken vortragen.

Ich gebe derzeit wieder Schule - was ich sehr liebe. Meine Studenten sind im Schnitt wohl 25. Ich wünsche ihnen, dass sie immer nur denen begegnen, die zwar vielleicht sagen, etwas wurde noch nie gemacht, die aber auch ermutigen, es genau deswegen zu probieren. Erfahrungen sind wirklich wertvoll, aber sie dürfen nie zu einer Fixierung gegen Neues führen. Erfahrungen sind auch nie genau zu demselben gemacht worden, was jetzt eben neu sei. Wieso also sollten Erfahrungen etwas Neues wirklich behindern oder gar verunmöglichen dürfen.

Ich bin einer derer, die genauso sagen: ICH weiss nicht, ob etwas klappen kann. Aber DU solltest es auf jeden Fall probieren, wenn das Thema dich anzieht. Alles andere wäre Stillstand. Und den haben wir anderswo schon lange, und er macht sich mehr und mehr schmerzhaft in unseren Alltag bemerkbar.

Ich hoffe, dass Boyan Slat mal denselben Ruhm hat wie Jaques Cousteau oder anderen. Sein Vorbild sei ja Nikola Tesla. Der war genial, starb aber verarmt. Gut, der hatte noch kein Internet. Boyan wird seinen Weg auch nach Ocean Cleanup machen, da bin ich sicher. Probleme gibt es genug, hoffentlich auch Charaktere wie Boyan Slat, die sich derer annehmen.

Ich hoffe, dass dieser Tag in die Geschichte eingeht und ein Feiertag wird: Der Tag, an dem wir begannen, die Meere aufzuräumen. Damit das, was wir aus den Meeren essen, nicht mehr unser Abfall ist.

Chapeau, Boyan Slat!

Fair Food Initiative

Darüber wollte ich letztens schon mal was schreiben, jetzt kommt der Trigger grad, so dass ich es jetzt mache.

Kurz: Ich werde Fair Food annehmen. Wieso? Es hat bei mir gar nichts mit übertriebenem Schutz von Viechern, Natur und Gutmenschen zu tun. Ich habe anderswo schon argumentiert, dass die sogenannt zivilisierten Länder mit ihren Wirtschaftsstrategien die "Entwicklungsländer" zumindest niedergerungen haben. Das gilt für die EU erst recht.

Wenn per heute 78% der Schweizer Fair Food annehmen würden, ist das sicher etwas weltfremde romantisierende Träumerei. Denn wenn offenbar erst 10% Bio-Produkte kaufen, dann sind da wohl einige dabei, die sich das ganze noch nie wirklich durch überlegten. Diese Produktionsketten und Lebensgrundlagen sind sehr verzettelt und sie zu ersetzen bedarf des Augenmasses.

Auf der anderen Seite geben wir etwa 6% des Einkommens nur noch aus fürs (Fr)essen. Wenn man verzichtet, bewusst wählt, Saison-gerecht und erzeugerbewusst kauft, ginge wohl bei allen etwas. Mann/frau muss nicht Ananas haben, nur weil irgendwo auf der Welt Ananas angebaut werden. Und wenn, dann solche, die von Havelar oder anderen weiterverarbeitet werden. Apfel und Kartoffel dürfen nicht verschmäht werden, weil sie nicht perfekt durch die Schablonen passen.

Und dann dann Schlag-mich-tot-Argument: Wie sollen wir das denn in den Produzentenländern überhaupt kontrollieren können. Tja, wenn die Produzenten mehr verdienen, werden sie sich den Regeln wohl gerne unterordnen, ist ja zu ihrem Besten. Und dies könnte bekanntlich wie in allen Schweinezyklen auch eine Sogwirkung generieren. Wir müssen halt dafür sorgen, dass nicht die Zwischenhändler absahnen, sondern die Produzenten unseren Goodwill wirklich zu spüren bekommen.

Wenn wir als Schweiz an unseren Grenzen kontrollieren, was reinkommt, dann haben wir das im Griff. Schliesslich können wir ja auch sonst jeden beliebigen Schrott kontrollieren. Grauimporte wird es immer geben, aber dann macht der Produzent auch am Beschiss mit, und gegen diesen Fall ist eh nie ein Kraut gewachsen.

Dass man chemielastige, umweltschädigende Monokulturproduktionen eliminieren, Food-Waste verhindern, den Food-Snobismus ächten muss, ist vielen sicherlich aus verschiedensten Gründen klar und einsichtig. Das ist das, was jeder hier im Lande tun kann. Wir als Schweiz können es uns wohl aber auch leisten, an den Grenzen zu filtern: Wir können den Impuls an die Produzenten weitergeben, dass dieselben Imperialisten, die die lokale Landschwirtschaft zerstörten, nun doch eine Verbesserung wollen. Von mir aus unter dem Titel der Food Qualität und dem erwachten Konsumentengewissen.

Wer - wenn nicht die reichen Importeure - können den Food-Irrsinn überhaupt wieder in förderliche Bahnen lenken? Natürlich, die Produzentenstaaten sind souverän - sie könnten es. Aber, die Entwicklungshilfe, die sanften oder groben wirtschaftlichen Sanktionen belehren die eventuell schnell eines Besseren. Man beobachte ja nur, wie der Trump-Elefant sich im Porzellanladen aufführt ... einfach weil ihm keiner auf die Pfoten hauen kann oder will.

Und in Afrika, ob das in nächsten Generationen hinhaut? Denn immerhin sollte jeder Mensch auf dieser Welt - egal wie er wo lebt - sich zumindest einmal Gedanken machen, was das für ein Platz ist, die Erde. Und ob die alles mit sich machen lässt - und wenn nicht, wie wird es einen selbst betreffen, wenn es eben knapp wird ...

Aus dieser Sicht, dass man meinem Lieblingsspruch gemäss - Think globally, act locally - sich eben immer am grösseren Bild orientieren soll, habe ich keine Mühe damit, dass meine Food-Vielfalt nicht so gigantisch ist, denn ich kenne mich ja: Mein Alltagsfood ist mehr oder weniger auf höchstens 30 Produkte beschränkt. Selbst wenn ich etwas davon, weil teurer, mal streichen müsste, fällt mir deswegen kein Zacken aus der Krone. Es ist eben ein Trugschluss, dass wir Reichen immer alles zu jederzeit haben können. Weil diese Anspruchshaltung existiert, gibt's den Food-Waste. eine simple, arrogante Dekadenzerscheinung.

Ich bin gespannt, was sich wie ändern wird, wenn Fair Food angenommen sein wird. Dieses Experiment müssen wir uns als reiche Schweiz leisten wollen.

10vor10: Künstliche Intelligenz Serie

Diese Woche hatte 10vor10 eine schöne KI-Serie gemacht. Hat mich gefreut! Denn ich habe hier ja auch schon oft über solche Themen geschrieben.

Der Freitag war wohl als Klimax gedacht - und so war es auch ... das Ersetzen von Gesichtern in einem Video durch ein anderes. Wer hat das so noch nie gesehen? Wie war's? Die Gefühlslage?

Wir, die wir alle so bildorientiert sind, wurden mit einem Gesichtsaustausch von Andrea Vetsch in die Kopfform von Susanne Wille konfrontiert. Wir müssen beide Gesichter kennen, um das überhaupt bemerken zu können.

Die Einstanzfehler waren meiner Meinung nach noch anderswo zu sehen, die Experten zeigten dann auf eine doppelte Augenbraue, die ich nicht sah am TV. Also noch nicht perfekt. Aber das war ja auch nur eine Software, die jeder runterladen und probieren konnte. Allerdings hatte SRF ja auch genug Trainingsmaterial.

Wie auch immer, wer könnte sicher sein, würde er nur eine der beiden Frauen kennen, ob das Bild nun echt ist oder nicht, ob die Frau das wirklich sagt, was akustisch vernehmbar ist und was visuell mit den entsprechenden Mundbewegungen übereinstimmen soll?

Ich hatte ja anfangs Jahr einen Artikel geschrieben, in dem ich das Jahr 2018 als dasjenige bezeichne, in dem Maschinen sich wie Menschen anmuten werden. Drum freut mich ja auch die 10vor10 Serie.

Ein Fake-Jäger entwickelt Software, um Fälschungen zu erkennen. Blade-Runners Voight-Kampff-Test lässt grüssen. In jener Dystopie ist das Faken ja Alltag, interessieren tut es bis auf die Blade-Runner eben niemanden mehr.

Der Fake-Jäger meinte dann auch, dass man eben KI gegen KI antreten lässt - also Fälscher gegen Detektive. Nett. Es zeichnet sich ja überhaupt überall immer mehr ein Rückzug der menschlichen Interaktion aus den ehedem von ihm erschaffenen Szenarien ab:

Kriege werden mehr und mehr virtuell im Internet oder von Drohnen geführt. Berufe werden von Robotern und KI übernommen, Landwirtschaft wird ebenfalls bald Robot's Farm, Pflege sowieso, Banken verlieren an die BlockChain, Dienstleister und Call Agent werden von Bots und sprechenden Lautsprechermikrophonen ersetzt, und so weiter ...

Wenn man sich das mal alles ansieht: Der Mensch ist wie im Zauberlehrling: Der Knecht macht alles besser und schneller. Und der Meister wird träge ... und kann schlussendlich nicht mehr abstellen. So ein Szenario haben unzählige Science-Fiction Autoren schon längst durchgekaut. Nun wird es also langsam Realität - in den reichen Ländern zumindest. Oder sagen wir mal, in den kapitalistisch-religiösen Ländern.

Die Antwort eines anderen Experten in der Sendung: Die Menschen werden das schnell lernen, einige wenige hochkarätige Fakes, die enttarnt werden, und sie haben es gelernt.

DA bin ich mir aber überhaupt nicht sicher. Die Masse wird nur noch mehr gegängelt mit irgendwie wahren audiovisuellem Schrott. Als Gamer weiss und staunt man, wie gut die Immersion in Topgames heute sein kann, aber der Gamer weiss auch, dass er sich nun in ein Game begibt. Daraus wird er in einigen Stunden wieder rauskommen.

Aber wir? Der TV oder das Netz spielen uns so viel Videomaterial wie noch nie ins Haus. Wohl dem, der wirklich jedweder Videopräsentation eines Faktes oder Gegenstandes total gelassen entgegentreten kann - weil er im Innersten weiss: Es ist keinem Material mehr zu trauen. Aber eben, die Emotionen sind ja das, was treibt. Die sind im Menschen nicht weg. Das an-ein-Video-Glauben-Wollen wird daher wohl nicht so schnell verschwinden wie die Fakes in die Breite gehen.

Ich hoffe schwer für die Gesellschaft, dass sie klar kommt mit der umwälzenden Veränderung der visuellen Gewohnheiten. Was man nur über die Mattscheibe kennt, ist einfach per se als ungewiss zu klassieren.

Idealerweise könnte es ja dazu kommen, dass man die internen Vorurteile abbaut, oder gar nicht erst aufbaut, denn: Wie baut man denn Vorurteile überhaupt auf? Unter anderem so: Man glaubt an etwas, sieht Bestätigendes Bildmaterial und glaubt mehr. Das Bildmaterial bildet also die Meinung aus. Amerikanischer Wahlkampf lässt grüssen. Wie auch immer. Schaffen wir es, das vermeintliche Wissen wieder abzubauen? Weil es auf Fake-News basierte? Diesmal halt eben Fake-Videomaterial?

Es gab schon nie eine einzige Wahrheit, es gibt keine einzige Wahrheit und es wird auch in Zukunft keine einzige Wahrheit geben. Für die Unterhaltung spielt das keine Rolle. Fürs Erreichen eines Zieles mittels Video dann eben schon. Enkelbetrüger-Tricks etc. funktionieren auf der verbindenden und empathischen Art des Menschen. Falsches Videomaterial wird da noch einige mehr übern Tisch ziehen.

Drum mein Standard-Hinweis: Cui bono? Wem nützt es? Der Video? Selbst in der Unterhaltung: Wieso muss ein Nicolas Cage Gesicht in einem neuen Video möglicherweise recyclet werden? Weil sein Gesicht in einem Film immer noch irgendwie irgendwo mehr Geld einbringt? Sic. Dann weiss man es. Ist das schlimm? Keine Ahnung, ich bin nicht auf Stars aus, bei mir geht es immer nur um die Story, Schauspieler sind austauschbar. Ähem, nun werden sie's auch ...

Aber eben, bei vielem wird man es nicht mehr wissen, weil man es erst gar nie wusste. Wenn eine Firma also einen Hornbrecht Dinkelbaum als neuen Influencer puschen will, dann kann sie den komplett virtuell vom Baby bis zum Teenie-Star altern lassen, bzw. eine visuell stimmig mit Video untermalte Baby-Legende herstellen, so dass der Hornbrecht als eine reale Person erscheinen kann. Tja, und je weniger Leute wir wirklich im realen Leben kennen, desto offener steht die Tür für den Rattenfänger.

Also, cui bono. Immer!

PS: Nett, den Zuschauer vom Gesicht des Stephan Klapproth verabschieden zu lassen ... wer's nicht bemerkte: so leicht geschieht das eben ...hoffen wir, dass es immer harmlos sein werde.

Von wegen (gutes) Karma ... Coops Verpackung

Ich mag ja asiatisches Snack-Zeug. Also der Griff mal zu Coops Karma Linie ... ein Aisa-Mix. Ist grad im Backofen, aber da dachte ich beim Auspacken also sofort: Von wegen gutes Karma! Sechs Plastiktüten mit vier Arten von Snacks, zwei für dieselbe Sweet-n-Sour Sosse.

Und Plastik von der sehr starken Sorte.

Wie auch immer, wo ist denn hier das Karma? Könnte Coop nicht einfach auch noch besser verpacken? Gutes Karma kommt ja nicht (nur) zustande, wenn mann/frau keine Tiere (fr)isst. Wer so einen Titel im Produkt führt, muss meines Erachtens vor allem auch an den Abfall denken.

Fortschrittlich wäre gewesen, wenn die Plastiktüten wenigstens kompostierbar wären. Doch soweit reicht der Wunsch fürs gute Karma im nächsten Leben dann offenbar doch nicht ... kommen die Macher das nächste Mal wohl als Fische im Plastikozean zur Welt ... Karma heisst ja nur, das Erleben von etwas im Wechsel von Erzeuger und Erdulder.

CHF 5500.- für 5.5 Zimmer? Und das von einem grünen Vermieter

Schon krass, der Grüne Stadtrat Daniel Leupi der Zürcher Stadtregierung vermietet in seinem Haus eine 5.5-Zimmer Wohnung für: CHF 5500.-

Mir fehlen da die Worte. Es zeigt sich, dass Wasser predigen halt schon weniger geil ist als Wein saufen. Aber vor allem: Politiker aller Couleur scheinen überhaupt nicht mehr zu wissen, was Relationen sind - die Relationen, die den Durchschnitt der Bevölkerung, die sie ja wählt, im Alltag betreffen oder gar plagen.

Der Medianlohn in der Schweiz liege bei rund CHF 6500.- (Median meint, dass es genauso viele Messwerte - hier Löhne - darunter wie darüber gibt). Politiker machen offenbar derart viel Kohle mittels und ausserhalb ihres Amts, dass es ihnen scheissegal ist. Es geht ja darum, dass Politiker de facto Leute und Werte vertreten. Vertritt mich einer, der eine Wohnung vermietet, die etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung nicht einmal bezahlen könnte?

Klar, selbst wenn man der Regel folgt, dass Miete höchstens einen Drittel des Monatseinkommens sein sollte und man schon weiss, dass es genug Leute gibt, die diese CHF 15'000.- pro Monat zusammenbekommen: Von einem Grünen erwarte ich schon mehr Sozialkompetenz. Aber eben, in Deutschland sind die ergrauten Grünen halt auch Kapitalisten geworden - ob egoistisch, lasse ich mal aussen vor.

Im TV wurde das Haus gezeigt. Gemäss Immobilienmakler soll es so oder so viel zu teuer sein, denn die Lage ist nun nicht grad breathtaking.

Also, mir passt das gar nicht, dass Politiker nur immer mehr eben das Wasser predigen, aber selbst heimlich und reichlich Wein saufen. Damit anerkenne ich deren Exposition in die Allgemeinheit schon an, und ich möchte keiner derer sein, die die Auswüchse in den Social Media erdulden müssen. Doch eben, Leupi ist nicht der erste Grüne, der auffiel durch erzkapitalistisches Verhalten.

Chinas Totalüberwachung ... wieviele Jahre vor uns?

Heute hat die Rundschau einen dystopischen aber schon realen Überwachungsstaat portraitiert: China

Der Junge, der da von Face++ spricht, ist stolz auf sich und seine Arbeit: die Erkennung eines beliebigen Gesichts innert 1 Sekunde, wenn man sein Gesicht irgendeiner Kamera offenbart.

Klar, gegen Kriminelle: Aber dieses soziale Creditsystem ist natürlich brutal. Einer der letzten 3(!) unabhängigen Journalisten darf kein Zugticket mehr buchen, vom Fliegen ganz zu schwiegen, kann keine Wohnung kaufen, nichts mieten ... einfach, weil die landesweite Datenbank sein soziales Ranking kennt ... er sei "kein guter Mensch" ... eine Erziehungsmassnahme soll das sein.

Tja, aber wie kommt das Ranking zustande? Keiner scheint das zu wissen, nur die Regierung. Das heisst natürlich, dass keiner weiss, was ein guter Mensch ist. Bzw. wie man zu einem schlechten wird. Das heisst ganz einfach, landesweites Misstrauen, Angst, Unsicherheit.

Der Jüngel ist stolz, dass er die Bösen direkt an die Polizei liefere .... ich frage mich, ob der weiss, dass er selbst mal zu einem Bösen werden könnte ... ohne wissentlich dazu beigetragen zu haben ... einfach, weil einem der Regierenden irgendwas schräg in den Hals gekommen ist, was er sagte, oder weil er selbst zu gefährlich wurde, eine persona non grata ...

Da geht es dann schnell ... und da Daten ja praktisch ewig gespeichert werden können, weiss man nicht, was künftig gegen mich verwendet wird, was ich heute an Daten abliefere ... das war auch Phil Zimmermanns Text übers Verschlüsseln: Es gehe nicht darum, dass Verschlüsselung möglicherweise knackbar sei oder nicht. Wenn der Datenabgriff aber zu einfach ist, speichert der Staat alles. Und eben, wer weiss, was eine künftige Regierung mit dem Datenfundus machen wird. Davor habe Zimmermann Angst. Daher sagt er, wir sollen verschlüsseln.

China ist also das, was in der sakrastischen TV-Serie Black Mirror schon mal in extremis thematisiert wurde.

Wollen wir in Angst, Ausgrenzung und ständiger Furcht und Misstrauen leben müssen? Wer sagt, ja, ist ja China. Nana, Angst, Ausgrenzung, Misstrauen ... dies zu schüren, braucht es kein totalitäres Regime.

Ceterum censeo: Think globally, act locally.

March For Our Lives

Dank democracynow.org kann man ja eine andere Sicht auf Amerika mitbekommen hierzulande. Ich habe mir deren 4-stündige Berichterstattung zum March For Our Lives aus Washington D.C. angeschaut und fand sehr eindrücklich und berührend, was zu sehen war. Von der unbekannten 11-Jährigen bis zum berühmten Medienstar.

Die Genetik von Amerika scheint den Waffenbesitz von Generation zu Generation weiterzugeben. Vielleicht ist aber jetzt Schluss ... denn nun protestiert die Generation, die mit den Social Media aufwächst. Wenn Trolle noch mehr oder weniger unbekannt und unerkannt in den Sozialen Medien einen Narzissten zum Präsidenten machten, und es niemanden interessierte, so schreiten nun diejenigen hervor, für die Social Media genauso normal ist wie für eine frühere Generation das Mobile Telefon.

Diese jungen Leute wissen, wie sie Ihresgleichen erreichen ... denn sie sind die Profis der Sozialen Medien ... und es sind viele. Die alte Garde in den Machtzentren sollte diese fürchten, denn möglicherweise kann diese Aktion unpolitische Junge dazu bringen, sich genau für die Politik zu interessieren - um sie aufzumischen. Die sind richtig wütend. Und Wut ist eine enorme Macht, wenn sie förderlich gelenkt wird ...

Ich wünsche diesem Movement der Jungen, dass es durchhält und sich nicht weichkochen lässt. Damit in dieser Generation die Waffen-Gene zu rezessiven und schlussendlich ganz deaktiviert werden.

Denn die, die gestorben sind, die haben es hinter sich. Aber die, die überlebten, die haben traumatische Störungen für zumindest einige Zeit in ihrem Leben. Das Wort PTSD habe ich so viele Male gehört in der Sendung. Amerika erlaubt sich, eine Generation voller PTSDler heranwachsen zu lassen. Das kann auf deren Rücken zwar auch gut ausgehen, aber auch schlecht - wenn die irgendwann resignieren müssten ... denn die Paranoia, die sie nun ebenso mit sich tragen, kann schlimme Früchte tragen. Irgendwann ist das Fass voll.

Make America great again - ist sicher nicht der Spruch für Trump. Aber der Spruch für diese Generation und dieses Movement. Denn diese Jungen merken nun, wohin sie sich wohl entwickeln möchten ... die Amis haben ja auch das Inszenierungsgen - so dass deren Proteste für uns oft wie Volksfeste anmuten ... ich hoffe, dass es nur eine Verpackung ist, um Schwieriges in einer aufmunternden Art rüberzubringen. Es scheint mir diesmal, dass es nachhaltig sein könnte. Weil es die Jungen sind ... ich wünsche es mir und ihnen.

Wie einer sagte: "Today, this is not the climax, it's just the beginning."

Great!

Cambridge Analytica - Wer ist überrascht?

Nun, die Videos, die mit versteckter Kamera gemacht wurden, zeigen in entwaffnender Offenheit, wie das nun halt läuft mit den News.

Informationen sind ein Handelsgut, Cash, Kohle, Trash, Fake, Hype, laut ... vor allem emotional. Die Manager sagen da ja an sich nichts Neues. Es ist nur so, dass sie offen sagen, dass es ihnen scheissegal ist, dass die Leute nicht über sich selbst Bescheid wissen - und darum halt auf einfachste Weise zur Schlachtbank geführt werden können.

Ist es CA zu verübeln, dass sie das machen? Klar, altruistisch und förderlich handeln die nicht. Aber was sie tun ist halt das alte Spiel: Brot und Spiele.

Im alten Rom waren Gladiatorenkämpfe ja auch nicht nett, weil einer starb dabei. Der johlende Pöbel fand's halt lustig. Wer blieb dem fern? Wer überlegte sich, weshalb dies vorgeführt wurde? Damit man gut rede vom aktuellen Imperator? Damit man ihn toll fände? Unser Wahlkämpfe sind ja genau dasselbe: Jeder lügt das Blaue vom Himmel, damit er (wieder) gewählt werde. Und wir, die Wähler, fallen immer wieder drauf rein. Weil's halt so bequem ist. In Deutschland ja grad gut zu beobachten gewesen in den letzten paar Monaten.

Nun ja, wie auch immer. Wie kann einer heute noch sagen, dass ihn die Tätigkeiten von CA, die Schwächen von FB erstaune? Mich also wirklich nicht. Ok, ich bin ja auch schon lange dabei, habe den Aufstieg der Kommunikationsplattformen miterlebt - vor allem damals, als das alles noch überschaubar war. Doch auch damals wurde es mit der Wahrheit nicht so genau genommen - etwas flunkern hier, etwas unterlassen da, gar lügen dort. Das war alles noch nicht "schlimm". Weil es eben noch die Presse gab, die sich um Objektivität bemühte.

Wenn die Jungen heute sagen, sie lesen keine Zeitungen mehr, oder sie "informieren" sich online ... so ist das sicherlich auch, weil es eh viel zu viele Infos gibt, die Wertigkeit und Wichtigkeit gegen null gehend. Es ist eine Flut. Wer da die Perlen erkennt, ist wohl schon weit über dem geistigen Durchschnitt.

Ich selbst las noch nie Tageszeitungen. Ich informierte mich lieber mit Fachliteratur, über Radio und sicherlich auch TV. Immer schon. Politisch war und bin ich neutral, wenn es um Köpfe geht. Ich keine keine Politiker, bis auf einen nun, den Jürg Altwegg aus Winterthur - wir waren halt im CAC.

Ich betone immer wieder, wie toll ich es finde, dass wir in der Schweiz über Sachthemen abstimmen können. So ist meine Informationssuche dann jeweils auf ein Thema aus, damit ich für mich eine Entscheidung finden kann. Da ich eh ein Wissensjunkie bin, kriege ich ausreichend viel mit und wenn ich mal was nicht genug gut kenne, nutze ich das Internet natürlich auch. Doch pro Thema halt mindestens zwei bis drei Artikel ... ich nehme nicht das Erstbeste als Wahrheit ... ich nehme überhaupt nichts als Wahrheit. Ich lese aus Meinungen einfach Aspekte der Sache heraus ... dann kommt meine Entscheidungsfindung, die natürlich von meinen Idealen geleitet wird.

Hätte ich diese Ideale nicht, wäre ich ausgeliefert, bzw. liefe wohl einfach dem am lautesten schreienden Herold nach.

Und natürlich, mir sind alle Mechanismen bewusst, die Leute wie CA ausnutzen. Es ist schade, dass geistige Ausbildung nur selten in die Gesellschaft auf breiter Basis einfliesst. Denn zu der würde es gehören, an sich selbst kennenzulernen, wieso Emotion die einzige Energie ist, die uns überhaupt agieren lässt. Das ist der gute Aspekt an ihr, der andere, für den sie allerdings ja nichts kann, ist, dass man Emotionen schüren kann. Weil die Emotion, wenn sie dann mal in einem Menschen in Bewegung gesetzt wurde, von demjenigen selbst kaum mehr zurückgehalten werden kann. Der Verstand ist halt da das schwache Teil, weil er da meistens ausgeschaltet oder überrannt wird.

Das ist wirklich nicht neu. Wie gesagt, die Römer. Oder dann Demagogen. Sie alle sind Meister auf der Klaviatur des Emotionenlenkens. Verkäufer, Rendite-Versprecher, Prediger, sie alle wissen, wie's funktioniert.

Man kann es lernen, die eigenen Emotionen selbst zu lenken. Dann klappt es nicht mehr so leicht, dass Fremde einen über Emotionen (fern)steuern können.

Dass CA sich also dieser altbekannten Dinge bedient, lässt sie in die Fussstapfen der Demagogen treten. Das Tragische daran ist also nicht, dass CA so ist, sondern dass WIR so sind. Dass wir uns einen Dreck drum kümmern, wieso die uns eigentlich so leicht manipulieren können. Dass die an Stellrädchen drehen bei mir, die ich nicht mal kenne. Das führt dann schon zu einem eher ernüchternden Menschenbild ... nicht viel mehr als Bioroboter ... von Intelligenz nicht viel zu merken ... dafür mehr vom unreflektierten Herdentrieb.

Es ist an sich einfach, sich den Abstand zu einer emotionalen Message zu bewahren: Es ist immer Cui Bono? Wem nützt es? ... Schafft man es, sich diese Frage zu stellen, ist man für kurze Zeit im unbeeinflussten Nullpunkt. Man hat die Möglichkeit, nun mit dem Verstand, eine Entscheidung finden zu können. Die Frage dann könnte sein "Was will ich wirklich?".

Wenn also CA sich in den Videos brüstet, wie sie den Afrikaner Odinga medial "vernichtet" haben, so könnte sich eben jeder fragen: Wieso wird mir dieser oder jener Aspekt einer Person oder einer Sache so vorgetragen? Gar noch als "seriöse Berichterstattung"? In welche Richtung sollen meine Gedanken gelenkt werden?

CA und FB haben hier nun den Schwarzen Peter gezogen. Aber eigentlich sind wir es ja schon selbst, die immer wieder reinfallen ... ob als Gaffer bei Unfällen, als Mobber oder empathielose Querköpfe ... oder eben als Manövriermasse für CA und Konsorten. Würden wir uns wieder auf Ideale beziehen können, hätten die keine Chance.

Aber eben, die humanistischen Ideale sind europäisch. In China sieht man das alles ganz anders. Und in der USA ... na, da ist das Ideal halt Macht und Kapitalismus.

Immerhin, wenn die Leute sich nun aufregen, Zuckerberg Krokodilstränen weint ... ist das ja auch eine Emotion ... die Energie liefert, sich vielleicht mal dafür zu interessieren, wieso mich das Verhalten von CA eigentlich in Rage bringt ... will ich vielleicht gar an einfache Rezepte glauben? Bin ich zu faul, mir jedesmal die Frage zu stellen, wozu das Ganze?

Wer eine Welt in Schwarz/Weiss will, der ist Spielball der Demagogen. Wer sie in Schattierungen will, weiss, dass es eben bei hellgrau schon keine Eindeutigkeit mehr gibt. Es wird variantenreicher. Dann erst kann der Verstand helfen, die Emotion in den Griff zu bekommen, denn er kann Emotionen lenken - wenn man ihm die Chance gibt.

Für mich ist jeweils verblüffend, wie sich Leute wie bei CA all dessen bedienen, sich ausserhalb dieser Mechanik zu sehen vermeinen. Und anderswo wohl genau wie ihre Lämmer reinfallen auf noch kleverere Leute ... oder bei Themen, wo sie dann halt nur noch Emotion pur sind.

Emotion ist ja gut, denn sie bewegt und ist der Sprit fürs Leben. Aber sie ist halt auch blind. CA hat das bewiesen. Und das Dumme ist, dass die Amis nun einen Präsidenten haben, der scheinbar über seine Wahl genauso erstaunt war, wie die Analysten. Weil gerade letztere halt hinterm Computer hocken und Zahlen beigen, und die Macht der Emotion nicht in ihren Rechnungen haben wollen. Bzw. sie wissen nicht, wie blind Emotion eben ist. Wer sie lenken kann, das ist dann eben wahrlich ein Meister ... wenn nur seine, ist es ein Weiser. Wenn die der anderen, ist es ein Demagoge oder Guru. Was es für einen ist, muss eben jeder mit der Frage Cui Bono herausfinden, sobald er merkt, dass sein emotionaler Pegel am Steigen ist ...

Cui Bono? Wem nützt es? - eine der wichtigsten Fragen für einen News-Konsumenten. Daher bin ich einigermassen erfreut, dass der CA / FB Fall soviel Emotion erzeugt ... mal schauen, wie und wohin diese Energie nun fliessen wird ...

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