Was ist KI heute für mich?

Früher, noch im alten Jahrtausend, hiess es nur selten KI. Weil man doch noch um Welten davon weg war, was heute jeder kennt und (gedankenlos?) benutzt. Damals hiess es Neuronale Netzwerke. Weil der Mensch ja immer nur sich selbst nachbaut und das Gehirn natürlich als der Endgegner erscheint, wurden die Neuronen ins Visier genommen.

Man wusste schon, dass diese eigentlich etwas wie Schwellenschalter sind, die viele Eingabe- und Ausgabeleitungen haben. Die Eingangssignale werden dann erst noch verstärkt oder gedämpft, so dass so ein Neuron eine höchst dynamische Sache ist. Und von diesen kleinen Schaltern hat jeder Mensch etwa 100 Milliarden.

Die Schalter müssen aber verbunden werden. Dazu dienen die Synapsen als Connectors, von denen jedes Neuron bis zu 10'000 habe. Wenn man das multipliziert, kommt man schon auf eine gigantische Zahl von Verbindungen, die wie erwähnt erst noch verschiedene Signalstärken transportieren. Und diese Verbindungen können erst noch jederzeit auf- oder abgebaut werden.

Das Gehirn ist höchst dynamisch oder elastisch, wie andere sagen. Es rostet auch nicht - sein Zustand, seine Leistungsfähigkeit hängt nicht vom Körperalter ab. Vielmehr gilt: If you don't use it, you loose it.


Die Mechanismen des Gehirns rein mathematisch zu modellieren, war damals schon machbar. Aber in der Menge konnte man das damals als Simulation nicht skalieren. Angesichts der gigantischen Zahlen meinte man auf oft, das wäre eh nie möglich.

Ich als Trekkie dachte mir bei TNG "Computer haben es für mich erst geschafft, wenn ich mit ihnen reden kann wie Captain Piccard".

Dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht. Meine ersten Experimente waren das Erkennen von Ziffern in einer 7x5 Segmentanzeige. Immerhin, damals schon mit erstauntem "Hä, wieso nimmt es diesen Pixel als Unterscheidungsmerkmal?". Das ist erst 35 Jahre her ...

Nun in die Gegenwart, was habe ich in meinem persönlichen Alltag von der KI?

Zu meinem Alltag gehört nach wie vor Software-Entwicklung. Als ein Application oder Solution Architect empfand ich das teilweise mühsam, aber natürlich auch herausfordernd. Denn mein Gehirn lieferte mir immer schon eine gute Gedächtnisleistung. Zusammen mit Neugier und Spieltrieb lernte ich schnell und mühelos viele Programmiersprachen. Diese waren für mich wie die Dialekte - es gibt so viele, und alle lösen nur das eine: der emsigen Biene, der CPU, in ihrer eigenen Sprache beizubringen, was sie zu tun hat.

Da die Welt verschiedene Bereiche kennt, war es nur logisch, dass es Sprachen gibt, die für spezielle Anforderungen entwickelt wurden. Sie halfen, die Denkweise oder die Problemstellung optimal in die CPU-Sprache zu übersetzen. Oder genauer: Sie wurden so entwickelt, dass der Mensch seine Denkweise optimal formulieren kann.

An der ETH bekam ich Pascal und Modula-2 gelehrt. Weil vor allem Pascal entwickelt wurde, um Studenten die saubere Denk- und Schreibweise zu lehren.

Bei mir kamen dann mit der Zeit viele andere Sprachen hinzu. Die heutige Business-Welt benutzt in meiner Sicht eigentlich relativ wenige. Auf der anderen Seite, Sprachen sterben nicht so schnell aus, weil die Software üblicherweise länger lebt als ihre Programmierer. Wenn diese sich verabschieden, müssen die Systeme gewartet oder migriert werden.

Der Running Gag hier ist ja COBOL ... aber eben, sie lebt immer noch. Die Sprache selbst ist wie bei menschlicher Sprache auch nicht das Problem. Die Herausforderung ist das Vokabular.

Und genau hier ist die Hilfe der KI eine gigantische Hilfe für Leute wie mich. Für mich ist KI auch nicht wirklich intelligent, sondern es ist die beste Suchmaschine, denn sie hat alles gefressen, was ich zwar auch verstehen würde, was ich aber quantitativ niemals sehen oder gar ins Gehirn schaufeln könnte.

Und die grösste aller Hilfen ist es, dass sie meine Aussagen "versteht" und ihre Suchresultate wirklich passen zu meinem Problem. Und ich bin ja der ungenaue. Ich habe eine Idee im Kopf, die ich kommunizieren muss, damit ein Computer was daraus machen kann. Dies war schon immer das Problem der Entwickler.

Die Suchmaschine StackOverflow war und ist eine tolle Anlaufstelle, aber wie auch immer ich anfrage, die Resultate waren ja nie auf mein Problem gemünzt. Weil die Suchmaschinen gar nichts verstanden haben von dem, was sie lieferten.

Die KI ist für mich der Meilenstein, weil sie wirklich versteht (ich mache die " nun nicht mehr um das Wort), was ich überhaupt vortrage. Dazu musste noch etwas hinzukommen: ein (temporäres) Gedächtnis, der Kontext.

Wir Menschen sind nie kontextfrei. Wir wählen unsere Worte in Abhängigkeit der Umgebung, Stimmung und der Intention, um nur drei zu nennen. Und Publikum. Eine Suchmaschine war bisher natürlich ein strohdummes Publikum. Dank KI ist das Publikum nun verständig. Sie versteht, was ich will. Dann sucht sie. In ihrem gigantischen Reservoir an Aufgeschnapptem, bewerteter Information.

Dann kommt das Gedächtnis der KI dazu - und schon kann ich mit dem Computer so reden wie mit einem Menschen.

Wir haben mit der KI dem Computer also schon mal das für den menschlichen Alltäglichste beigebracht: die Kommunikation mit Kontext.

Erstaunlicherweise reicht das vielen Menschen schon. Oder andersrum ... ist der Mensch doch nicht viel mehr als eine Maschine? Lassen wir das mal weg ...

In meinem Alltag ist es also nun so, dass ich mit meiner nie perfekten sprachlichen und logischen Präzision der KI ein Problem schildern kann. Sie versteht, was ich meine, zieht den Kontext zu Rate und bewertet erneut, was ich wohl meine, durchsucht damit ihren Speicher und verwurstelt die Resultate zu Texten, die ich in meiner Sprache verstehe - alternativ eben jede beliebige Programmiersprache.

In meiner Praxis bin ich mit der KI bisher aber nicht schneller geworden, denn ihr Kontext ist nie gross genug für die sogenannte Erfahrung, die sich in meinem Gehirn verdrahtet hat. Was KI kann, ist, auf meine Impulse reagieren, wenn ich diese geben kann.

Das finde ich eine der grössten Erleichterungen, denn so kann ich mein Aufgeschnapptes in den Dialog reinwerfen. Wie ich es auch bei einem Menschen würde. Nur, die KI hat wohl alles vom Angedeuteten eben schon wirklich gefressen und im Zugriff - weiss alles darüber.

Wenn ich also an einem Problem sehe, wie sich Claude abmüht, weil er mein Problem erkannt und auch meinen Lösungsimpuls miteinfliessen lässt, dennoch aber nichts Befriedigendes liefert - immer dann stelle ich fest, dass die KI (noch) nicht klären kann, wann es Zeit ist zu stoppen, rauszuzoomen, eine neue Idee zu finden und mit dieser Herangehensweise erneut ins Problem reinzuzoomen.

Zumindest vorerst ist das noch nicht möglich. Wenn ich Claude diesen Impuls gebe - macht der seine Magic und schreibt dann lapidar "Gute Idee, ich prüfe das mal"

In diesem Sinne ist KI für mich nur bei einfachen, seiteneffektfreien Problemen eine Verschnellerung. Was ich mit ihr aber erreiche, ist das schnelle Abgrasen und Probieren von Alternativen auf einer unendlich viel grösseren grünen Wiese.

Damit bin ich für ein gegebenes Problem also nicht schneller, aber dank KI konnte ich verschiedene Herangehensweisen ausprobieren. Früher sagte ich oft, "ok, diese Idee hätte ich noch, aber bis ich den PoC dazu gemacht habe ... " zuviel Zeit, zuviel Aufwand, zuwenig Motivation.

Für einen erfahrenen Entwickler wie mich ist KI also kein Zeitgewinn, sondern ein Enabler zum Finden der besten Lösung aus einem viel breiteren Spektrum an Möglichkeiten. Und das macht die KI dann eben emotionslos, präzise, ich würde fast sagen fehlerlos. Denn für so einen PoC muss man teilweise recht viel Temporäres bauen - inklusive neuer Fehler, die ich machen würde. Diesen mühsamen Prozess nimmt mir die KI ab. Dafür bin ich extrem dankbar.

Denn meine Qualität als Software-Entwickler ist der Ideen-Reichtum. Ich könnte immer mehr probieren. Ich kenne die Kontexte, schaffe sie ja auch. Nun habe ich einen Assistenten, der emotionslos, frustfrei jedem meiner Impulse folgt und in beliebig vielen Iterationen umsetzt.

So wollte ich es schon immer. Seit ich mit dem C64 in die (Un)Tiefen der Computerei eingetaucht bin.

"Computer: Mache eine Analyse der Bedrohungslage anhand der Sensorendaten und vergleiche es mit Mustern früherer Begegnungen mit den Borg", "Aye Captain" ...

Die FIFA ist noch weniger als eine Bananenrepublik

Infantino hat schon den richtigen Namen. Kindlich wäre ja noch nett, kindisch ist wohl richtiger.

Ein Duckmäuser erster Güte ... der Big Guy on the backyard bellt mal kurz, und Infantino kuscht. Aber eben, man könnte ja sagen, nur die schwachen Charaktere schaffen's zum Top - weil sie sich anpassen, unterwerfen, speichellecken etc. etc.

Nicht meine Linie. Dem Frettchen hätte ich gesagt, bei aller "Liebe", das ist nicht dein Metier, halt dich draussen - einem, der nicht mal weiss, was eine rote Karte ist. Logisch, einer, der sich nicht an Regeln hält, nicht mal seine eigenen. Wie sollte der auch können. In dem Sinne ist die USA ja wohl auch bald eine Bananenrepublik.

Ich frage mich grad, ob man den Bananenrepubliken nicht unrecht tut ...

Nun ja, wir in Europa und natürlich der Schweiz wissen schon längst, welcher Art die FIFA ist. Die Organisation natürlich.

Wenn es nicht so peinlich für Infantino wäre, würde man es wohl unter den zahlreichen Peinlichkeiten des gemeinnützigen Vereins FIFA ablegen können, aber Infantino macht ja auch das Spiel kaputt, weil zum Spiel die unbedingte Akzeptanz der Schiedsrichter und des Regelwerks gehört.

Das amerikanische Team hätte aus Sportsmanship verzichten sollen, den Roten aufzustellen.

Es ist unglaublich, passt halt in die Zeit ... man beachte mal, welche Art von Mensch derzeit die Politik führt. Egal wo, in welchem Land.

WM 2026, Parade der Nationalhymnen

Das finde ich immer toll an internationalen Anlässen: Ich höre Nationalhymnen, die ich - gerade mit all den neuen Teilnehmerländern - noch nie gehört habe.

Jetzt grad Elfenbeinküste und Norwegen. Was mir auffällt: Man kann eigentlich immer sagen, woher die Hymne stammt. Beschwingt die von Elfenbeinküste, getragen die von Norwegen. Quirlige, warme Elfenbeinküste, bedächtiges, kühles Norwegen.

Ob die Attributzuweisung stimmt ... ist völlig egal, aber man merkt schon, aus welcher geographischen Breite das Land stammt ... schön, die Vielfalt, die sich ab und an die globale TV-Präsenzzeit teilt.

"Nur bei 10% wird die Akteneinsicht verweigert"

... sagt der schweizerische Datenschutzbeauftragte. Die Behörden "gewähren grösstenteils die Einsichtsgesuche".

Warum ist das für mich einen Artikel wert? Weil es mich immer noch stört - ich finde 10% eigentlich noch recht viel.

Wir haben dem Verfassungsartikel §13 folgend das sogenannte Öffentlichkeitsgesetz (BGÖ), das jedem Bürger Einsicht in amtliche Dokumente der Behörden gewähren soll. Natürlich (...) gibt es Ausnahmen - wer hätte es gedacht.

ChatGPT listet die wie folgt auf:

Das BGÖ kennt zahlreiche Ausnahmen. Zugang kann eingeschränkt, aufgeschoben oder verweigert werden, insbesondere wenn dadurch:

  • die freie Meinungs- und Willensbildung einer Behörde beeinträchtigt würde,
  • laufende behördliche Massnahmen gefährdet würden,
  • die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz betroffen wäre,
  • aussenpolitische Interessen beeinträchtigt würden,
  • Beziehungen zwischen Bund und Kantonen beeinträchtigt würden,
  • wirtschafts-, geld- oder währungspolitische Interessen gefährdet würden,
  • Berufs-, Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnisse offenbart würden,
  • vertraulich von Dritten gelieferte Informationen preisgegeben würden,
  • die Privatsphäre Dritter beeinträchtigt würde.

Darüber hinaus gilt das BGÖ gar nicht für bestimmte Bereiche, beispielsweise:

  • Strafverfahren,
  • Verfahren der internationalen Rechtshilfe,
  • verschiedene Spezialverfahren, die eigenen Geheimhaltungsregeln unterliegen

Die Bereiche Strafverfahren und Rechtshilfe kann man ja soweit verstehen. Die Spezialverfahren, tja. Was das wohl alles umfasst ...

In der Schweiz zumindest sind wir, das Volk, der Souverän. Wir brauchen uns also nicht zu scheuen, beim Staat, unserem Angestellten, nachzufragen. Wir sollten das eventuell als Individuen mehr machen, damit der Staat merkt, das der Chef ab und an reinschaut in seine Gewurstel.

Das meine ich eigentlich neutral. Auch in der EU haben wohl alle Mitgliedsstaaten solche Gesetze. Die Frage ist halt, haben wir in der Schweiz aufgrund der direkten Demokratie mehr Macht, wenn wir sie denn wahrnähmen.

Ich habe derzeit grad einen eigenen Fall mit der ESTV. Drum - und weil heute der Datenschutzbeauftragte im Radio sprach - fand ich es die Zeit wert, mir wieder mal zu vergegenwärtigen, welche Mittel ich habe.

Aber eben, Recht haben und Recht bekommen sind bekanntlich zwei verschiedene Dinge. Denn die Währung zur regulären Ausübung der Macht heisst: Zeit.

Und deswegen nutzen das wohl zu wenige im Schnitt. Würden wir es mehr tun, würden wir vielleicht viel mehr steuern können als mit unseren Initiativen - denn die brauchen noch viel mehr Zeit-Cash.

Ich finde das schon ein wichtiges Thema, denn wenn alle nur immer auf den Staat einschlagen: Habt ihr denn mal geschaut, wieso der was so macht, dass es euch stört. Müssen wir uns nicht immer selbst an der Nase nehmen, wenn's anders läuft als gewollt? Die schweigende Mehrheit also, die wie dunkle Materie in den Abstimmungen die Gravitation der trägen Masse offenbart.

Nun, immerhin 90%. Und ich bin ja auch einer derer, die dem Schweizer Staat grundsätzlich förderliche Absichten unterstellt. Schliesslich misstraut der Chef ja auch in der Wirtschaft nicht per se jedem Mitarbeiter ...

Der SRF Wunschfilm: Die Brücken von Madison County

Es ist nun fast 20 Jahre her, eigentlich zu Beginn und Grund meines Unternehmens "Blog" sah ich diesen Film. Und heute wird er wieder mal ausgestrahlt.

Er berührt mich noch immer sehr. Sogar mehr, denn in der Zwischenzeit war ich verheiratet mit einer Frau, die ich sehr lieb(t)e. Nur bei uns klappte es nicht, das verflixte 7. Jahr, viele Jahre Unterschiede der Lebensphasen, andere Kultur ... Ich bin geschieden. Und doch, nach einer jugendlichen, vergeblichen Liebe war diese Frau meine zweite grosse Liebe ... diesmal immerhin ein paar Jahre, die Trennungsjahre nicht eingerechnet.

Mit all diesen Erfahrungen ist der Film nochmals tiefer. Ich erinnerte mich nicht mehr an alle Szenen, jetzt aber empfand ich sie dafür um so bewegender, kraftvoller.

Die Liebschaft mit dem Fotografen ging nur 4 Tage, aber sie war Quelle für Kraft und Durchhalten, Unverzagtheit und vielleicht Hoffnung auf Erfüllung geheimer Wünsche.

Der Film beginnt mit einer mühsamen und überraschenden Testamentseröffnung im Jahre 1965 vor den zwei Kindern nach dem Tode ihrer Mutter. Mit dem Lesen der letzten Worte beginnt der filmische Rückblick auf ein Leben voller Routine und einer Episode von tiefstem, zeitlosestem Glück und davon zehrendem Durchhalten, liebevoller Aufopferung für die geliebten Mitmenschen.

Die Mutter Francesca hatte 30 Jahre lang niemandem was erzählt von ihrer Affaire. 4 Tage als Strohwitwe, weil die Familie weg war zu einer Tierschau, in der sie etwas erlebte, was vielleicht jede/r mal wünscht, was auch wieder weggehen muss, weil es sonst dröger Alltag und die Vorstellungen enttäuschen würde.

Der Fotograf Robert Kincaid macht eine Reportage über die überdachten Brücken von Madison County und sie begegnet ihm, weil er sich leicht verirrte auf der Suche nach der ersten Brücke. Sie gibt ihm Auskunft und zeigt ihm der Einfachheit halber als Beifahrerin den Weg. Dort angekommen, geht er unter die Brücke und fotografiert. Derweil beobachtet sie ihn von der Brücke aus. Es ist heiss und er gibt ihr einen Blumenstrauss. Dann fahren sie wieder zurück und wollen sich verabschieden, aber sie lädt ihn zu einem Eistee ein.

Es beginnt etwas Neues, der Zauber, der allem Neuen innewohnt. So erzählen sie sich ihre Leben. Sie vor allem ihrs. Robert ist neugierig, denn er kommt halt rum. Sie erzählt von einem routinebasierten geruhsamen, ritualisierten Leben. Es sie nicht das, was sie sich als junges Mädchen vorstellte, aber so sei es halt.

Er hilft ihr beim Kochen, sie unterhalten sich nach dem Essen, sie lachen, sie erfreut sich wie ein Teenager über dieses unbeschwerte Abendessen. Sie ist fasziniert von den Erzählungen des weitgereisten Fotografen aus der weiten Welt. Es wird spät abends. Die Gesprächsthemen gehen tiefer. Er ist geschieden, weil er als Fotograf nicht zuhause sein konnte/wollte. Sie sieht immer dieselben paar Leute im Alltag. Sie hat Familie, er hat keine Familie, er liebt alle Menschen, sie kann das nicht genau verstehen. Das führt sogar zu kleinen Reibereien, er will darob gehen und fährt weg. Sie ist wieder alleine auf ihrer Ranch, sie pflegt sich, steht vor dem Spiegel, betrachtet ihren nackten Körper und entscheidet, dass sie ihn wiedersehen will. Dazu verfasst sie eine Einladung und pinnt diese an die Brücke. Er findet sie, und sie finden sich nach etwas Umwegen an der Brücke, wo er nicht nur die Brücke, sondern auch sie fotografiert - wie französische Models, wie er ihr schmeichelt.

Danach bei ihr zu Hause machen sie sich nacheinander frisch und sie findet immer mehr alles an ihm erotisch. Beim gemeinsamen Abendessen klingelt das Telefon und während sie spricht, streichelt sie seinen Nacken und sie tanzen. Enger und intimer, mit zögerlichen Widerstand vor dem ersten Kuss. Sie haben eine sexuelle Nacht und vor dem Feuer des Kamins träumen sich nach Italien, woher sie ursprünglich stammte. Die gemeinsame Zeit liess sie sich als andere Frau fühlen, eine andere liebende Francesca. Die mit ihm auch alles mal loslassen konnte, selbst in einen Musikschuppen ging, der garantiert nicht ins aktuelle Leben passte, wo sie aber als Jugendliche öfter verkehrte.

Als er schlief, beobachtete sie ihn und sinnierte darüber, wie sie das handhaben sollte, dass er gehen würde. Sie verfällt in Klischees und schmeisst ihn de facto raus, weil sie nicht handhaben kann, dass er sie liebt, aber nicht auf die Weise, die sie kennt. Und sie weiss, dass sie gerade gegen ihre eigenen Gefängnismauern poltert. Es kommt zur dritten Nacht. Er möchte, dass sie mit ihm geht. Sie packt. Ein Candle Light Dinner offenbart, dass sie doch nicht will. Sie argumentiert nicht aus ihren Wünschen, sondern aus der Vorstellung, welche Wünsche die anderen wohl hätten. Und sie malt den Alltag nach der möglichen Abreise an die Wand. Sie redet sich um Kopf und Kragen. Sie könne doch nicht ihr Leben wegwerfen. Und wirfst sich ihm an den Hals. Und dennoch er geht, nicht ohne zu sagen, dass so, wie er sie liebt, es wohl nur einmal im Leben geschehe. Sie rennt ihm noch etwas nach, doch er ist schon weg.

Am nächsten Tag kommt die Familie zurück und der Alltag holt sie ein, gesichert in der Routine fällt die Trennung leichter. Am nächsten Tag - es regnet wie aus Strömen - fährt sie mit dem Ehemann in die Stadt einkaufen. Da begegnet ihr Robert, der in den Regen raus steht und auf ihr Auto zukommt und etwas davor stehenbleibt. Sekundenlang treffen sich ihre Blicke, das Wasser läuft ihm übers Gesicht. Er wartet. Ihre Hand verkrampft sich am Türgriff des Autos und sie weint. Doch sie steigt nicht aus, um mit ihm zu gehen. Er geht weg, steigt in seinen Wagen und fährt los.

Für mich die absolut stärkste Szene, wie Robert da steht mit erwartungsvollem Lächeln, die nassen Haare im Gesicht, der Regen triefend.

Sie fahren auch los, und der Ehemann, der von all dem ja nichts weiss, wartet an einer Ampel direkt hinter Roberts Wagen, staunt murmelnd über die Autonummer aus der Ferne, das müsse ja wohl der Fotograf sein, von dem die Leute sprachen. Derweil schluchzt sie und hält sich immer noch fest am Türgriff fest. Da sie vor dem Rot warten, hätte sie die Chance, immer noch auszusteigen. Denn sie kann beobachten, wie Robert das Medaillon von ihr an seinen Rückspiegel hängt. Doch auch dies bewegt sie nicht. Schliesslich fährt Robert ab und wird nicht mehr gesehen. Zuhause angekommen weint sie im Stillen weiter. Während des Abendessen der Familie sinniert sie, was sie gewonnen hätte mit Robert, was sie verloren hätte an ihrer Familie. Es scheint, als ob es für sie die richtige Entscheidung war.

Dann springt die Zeit im Film. Sie ist alt geworden, ihre Ehemann stirbt. Sie denkt danach jeden Tag an Robert und versucht ihn zu finden, schafft es aber nicht. Sie erhält dann ein Paket mit den Habseligkeiten von Robert. Briefe, das Medaillon zurück, das sie ihm um den Hals legte. Und das Fotobuch, das er dann doch herausgab, obwohl ihm das als erfolgloses Unterfangen vorhergesagt wurde.

Der Film hatte zwischendurch einige Zeitsprünge in die Gegenwart, in der ihre Kinder diese Tagebücher lasen und mit schwankenden Gemütslagen reagierten. Doch sie verstanden danach, wieso sie ihre Asche an der Brücke verstreut haben wollte. An der Brücke, wo auch Roberts Asche verstreut wurde. Aus den letzten Worten ihrer Mutter erkennen die Kinder, dass es um die Liebe geht, die menschliche Liebe, dass sie eine amouröse und erotische Liebe nicht zum Anlass nahm, die humane Liebe zu ihren Menschen aufzugeben. Sie opferte und widmete ihr Leben den Leben ihrer Kinder und ihrem Ehemann. Dass sie nach dem Tod des Ehemanns sich mit einer ausgeschlossenen, weil in der damaligen Moral ausgestossenen Frau anfreundete und sich mit ihr aus der moralisierenden Dorfsitte emanzipierte, konnte sie das Leben bis an ihr Ende heiter füllen. Sie endet mit der Empfehlung, dass sie, ihre lesenden Kinder, sich doch mit viel Liebe um ihre Nächsten kümmern mögen, auf dass sie ein erfülltes und befriedigendes Leben hätten.


Das ist der Film. Mit toller Musik und Bildern. Ich schreibe das parallel zum Schauen, denn so ist es authentisch, nicht nachgedacht, nicht redigiert. Er rührt mich wie vor fast 20 Jahren zu Tränen. Er hat einige Parallelen zu meinem Leben. Ganz offenbar, sonst würd ich ja nichts schreiben - weder damals noch heute.

Er bewegt mich, weil er meine Wahrheiten bewegt. Es sind meine Themen, die darin anklingen. Ich habe meine Frauen als Menschen geliebt. Es reichte doch offenbar nicht.

Francesca konnte im Film das geruhsame, beschauliche Leben führen. Geführt, getragen von der ländlichen Gemeinschaftsmoral des amerikanischen Midwest. Sicherlich romantisiert, denn das ganze Bild der Gemeinschaft wurde nicht gross beleuchtet, weil es ja auch nicht um diese ging, sie mischte sich auch nicht in die Story ein. Ob sich ein Leben in der Zeit meiner Jugend so in Midwest abspielen konnte - weiss ich nicht, aber eben, es ist auch irrelevant.

So oder so, ich habe meine Rezension vor 20 Jahren wieder gelesen und finde, dass ich damals auch dran war, aber irgendwie anders. Weniger gefühlsbetont. Ich spüre es ja. Meine Ehe dazwischen, meine Wünsche damals und heute, wie ist meine Art der Liebe, was meinte ich geben zu können, was ich meinte, dass es doch angenommen werden möge, all das ist etwas anders.

Und dennoch, es ist Liebe. Es ist eins.

Zucker, die Geissel der industriellen Zivilisation

Heute sehe ich Kassensturz im SRF 1. Es geht um die Zuckerseilschaften.

Man weiss heute gesichert, dass Zucker ein Killer ist. Ein langsamer halt, aber es ist einer.

Mein Vater hatte Diabetes Mellitus, ich habe es. Genetische Disposition, aber natürlich auch selbst angefressen.

Die Krankenkassenprämien steigen, wir alle zahlen eine Industrie, die sich einen Dreck um die Gesundheit der Leute kümmert. Denn: Pecunia non olet.

Die Schweiz subventioniert die Zuckerrübenproduktion, verzögert die Sensibilisierung, sabotiert die Regulation. Wie üblich heisst es: Selbstverantwortung. Und wie üblich finde ich das eine verlogene Argumentation.

Denn: Im Prinzip bin ich immer für die Selbstsouveränität.

Aber um sich selbstverantwortlich zu verhalten, muss man

  1. das Problem als solches anerkennen
  2. Alternativen zur Vergügung zu haben (ist heute nur beschränkt so, es wird teurer für den Konsumenten)
  3. sich der eigenen Abhängigkeit bewusst werden (schwierig, denn Essgewohnheiten sind lange anerzogene, unbewusste und schwer zu ändernde Gewohnheiten)
  4. Zucker als billigsten Geschmacklieferanten aussortieren oder konsequent ersetzen
  5. Nahrungsmittel aus der unbewussten Nahrungszuführung verbannen
  6. erkennen, dass es der Industrie egal ist, wenn die Jugend im Alter Diabetiker werden und die Gesundheitssysteme belasten
  7. sich Zeit nehmen und sich schlau machen über den Food, auch den natürlichen
  8. erkennen, dass die Lösung zwecks Profit der Industrie in die Zukunft verschoben wird
  9. konfrontieren, dass man selbst ein Problem ebenfalls mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im eigenen Körper erleben wird

dann erst kann man selbstsouverän entscheiden. Wird das gefördert? Wann, wo, von wem? Wer will schon weniger verdienen?

Dazu würde also eigentlich Bildung gehören. Würde auch heissen, dass der gesamte Schulungsbetrieb ab Kindergarten schon "industriefeindlich" sein müsste, denn wo beginnt's, das Antrainieren von dummen Gewohnheiten? Oder anders gesagt, die Dressur der künftigen Cashcows? Richtig ...

Wenn die Lobbyisten in Bern also jovial sagen "Hach, immer diese Steuern und Regulierungen, wir müssen die Industrie auch schützen" ... krieg ich schon Hals.

Das ist dieselbe bigotte Art wie bei der Rüstungsindustrie: Wir produzieren Tötungsmaterial, und für den Profit exportieren wir die natürlich. Aber wehe, die dort draussen nutzen die Waffen auch. Wie schändlich, hatten wir nie beabsichtigt. Das ist zum Lachen und eine billigere Rechtfertigung als die eines Babys, das nur eines von zwei Leckerlis essen würde, wenn es beide darf.

Lest doch einfach mal einen Tag lang jede Zusammensetzungstabelle eurer täglichen Nahrung. Ihr werdet ÜBERALL Zucker finden, selbst dort, wo man es nicht erwartet, wie z.B. in Fleisch, Fisch ... oder "Vitaminwässern" ... es ist einfach unglaublich. Das sind die versteckten, geheimen Zuckerquellen.

Ich als Diabetiker habe in der Schweiz wenig Einschränkungen, denn das Gesundheitssystem "hilft" mir ja. Aber ohne Diabetes hätte ich etwas weniger Tagesroutine, und würde auch weniger Kassenprämien zahlen ... wäre genau hier die Selbstsouveränität gegeben. Aber nein, meine Eigenleistung wird seit der obligatorischen Krankenversicherung nicht mehr honoriert.

Nun ja, die Gewohnheiten sind die Endgegner einer jeden persönlichen Entwicklung. Denn sie halten uns im Schlechten, aber auch im Guten. Es lohnt sich also schon, in voller Selbstsouveränität alle Gewohnheiten mal unter die Lupe zu nehmen.

Ich habe das gelernt oder mit in die Wiege gelegt bekommen. Deshalb will ich auch keine Verbote oder Steuern, aber was ich verlange von Gesellschaften, ist die allen angebotene, neutrale Bildung zu einem Thema wie Nahrung. Solches darf nicht von Einkommen oder Herkunft abhängen. Natürlich, Bildung ist eine Holschuld. Man kann's den Leuten allerdings auch verschieden schwer machen. Honni soit, qui mal y pense.

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass wir ja alle über diesen Lernmmechanismus ins Übel gelangt sind, könnte man ja glatt auf die Idee kommen, dass man nur den Automatisierungsmechanismus überlisten muss, damit der das Förderliche lernt und zur Gewohnheit macht. Denn Gewohnheiten, Rhythmen machen das Leben leichter und überhaupt erst möglich.

Wie man das machen kann, lehren viele.

Ich auch, denn die spirituelle Ausbildung ist meine wahre Passion.

Seit 35 Jahren.

Fussball WM 2026, der Beginn

48 Mannschaften - alle sagten, viel zu viele. Aber: Wenn ich sehe, was gerade aktuellerweise Spanien gegen die Cap Verde ablieferte ... da muss ich schon sagen: Es gibt offenbar einfach keine Schlachtopfer mehr, alle Mannschaften sind eben gut, denn sonst wären sie nicht dabei.

Klar, ich weiss auch, dass es Tourniermannschaften gibt. Aber ich lege es lieber anders aus: Es gibt eben keine schlechten Mannschaften mehr heutzutage. Da muss ich natürlich als Schweizer auch beschämt auf unsere Mannschaft schauen. Die hat auch das "schwache" Katar nicht untergekriegt, obwohl es alle erwarteten.

Die Schweiz und Spanien, wirkten beide energielos, willenlos, langsam, langweilig, harmlos.

Mir gefällt das neue Format. All die kleinen Debütanten-Mannschaften ... zeigen, dass nicht nur Einzeltalente in den grossen bekannten Clubs spielen können, sondern dass auch ihre Herkunftsländer mittlerweile ein ganzes Team guter Qualität hinstellen und hinschicken können.

Bisher gefällt's mir :-)

Buch 21 Good Reasons

Nachdem ich es heute fertiggelesen habe, möchte ich auch eine Besprechung dieses hervorragenden Buches Euch Lesern andienen.

Es ist, entgegen des englischen Titels 21 Good Reasons, in Deutsch gehalten.

Weshalb hat es mir sehr gefallen, es zu lesen? Im Untertitel des Buchdeckels steht's. Und darum geht's im Buch ausschliesslich.

Rein handwerklich fand ich es sehr schön gemacht, angenehme Typografie und auf vielen Seiten Fussnoten, die Fachbegriffe sofort beim Lesen klären können. Sie sind auch bei jedem Kapitel wieder redundant vorhanden, so dass man sie nicht irgendwo nachschlagen muss, sondern direkt auf der referenzierenden Seite kann. So unterbricht nichts Lese- und Gedankenfluss. Dennoch gibt es am Ende des Buches eine grosse Begriffserklärung, die alle Fussnoten-Texte und mehr alphabetisch sortiert listet.

Ich habe das Buch beim letzten Satoship entdeckt, hielt in in den Händen, blätterte durch und war eben schon von der Machart sofort geneigt, genau dieses Buch haben zu wollen. Obwohl ich keine Bitcoin-Bücher kaufe. Ich bin Software-Entwickler, mir kann kein Buch mehr etwas darüber erzählen, dass es wert wäre, es zu kaufen. Aber ich erfahre gerne von Leuten - die Bitcoin und viele andere, abseitigere Technologie nutzen.

Doch das Buch macht genau das nicht, es erklärt keine Technik, sondern es sind 20 Stories von Leuten der ganzen Welt, die Bitcoin einsetzen. Teilweise notgedrungen, teilweise aus philosophischer und praktischer Einsicht.

Besondern gefallen hat mir das Kaptiel über Anja Wagner, die sich der Kreislauf-Landwirtschaft verschrieben hat. Ich habe zu dem Thema auch schon einige Male gebloggt - dass der Mensch immer noch nicht in der Lage ist, nachhaltig zu wirtschaften. Wir produzieren Dinge, ohne den Rückbau derselben, sprich das Recykling, im Entwicklungszyklus zu berücksichtigen. Anja ist da noch viel klarer, denn sie hat Soilify mitgegründet.

Im Buch war das Interview noch im 2024, so erstaunt es einerseits, dass die Website bekannt gibt, dass das Experiment still beendet wurde. Andererseits steht dort auch, dass sich die Widerstände noch nicht überwinden liessen. Das ist gerade in der dermassen massiv subventionierten und ideologisierten Landwirtschaft kaum anders zu erwarten ... doch es ist ernüchternd, dass sogar Leute wie Anja kapitulieren mussten. Sehr schade.

Dass sie gerade in Bitcoin das Werkzeug zur Begleitung ihres Experiments fand, ist natürlich logisch. Denn Bitcoin kann man ja nicht vermehren, man muss damit umgehen, was da ist. Genau so wie mit dem Boden. Man kann ihn nicht vermehren, ganz im Gegenteil, man muss verdammt gut aufpassen, dass er nicht erodiert. Und dazu braucht es mehr als nur Schönwetter-Ansagen. Es braucht intensive Beschäftigung, Auseinandersetzung mit dem Wesen des Bodens, der doch die Grundlage unserer biologischen Existenz ist.

Die Grundlage unser aller virtuellen, finanziellen Existenz ist das Fiat-Geld. Eine völlig ungeeignete Analogie zum biologischen Leben. Es ist so abgelöst von jeglicher menschlich-biologischer Erfahrung ... dass es eigentlich verwundert, wieso wir als Menschheit so etwas zugelassen haben. Nun, bis vor 1971 hatte das Papiergeld ja wenigstens so etwas wie eine Verbindung zur physischen Welt.

Danach aber nicht mehr. Man bedenke gerade die aktuellen Börsengänge von SpaceX, Anthropic und OpenAI. Milliarden werden da verschoben. Geld ohne intrinsischen Wert, Computer 1 und 0. Und dennoch geifern alle danach, nach Zinseszinsen, Geldvermehrung, Zahlenvergrösserung aufm Konto-Blatt. Nichts davon hat mit Realität zu tun. Es ist reinste Massenpsychose. Hier liesse sich problemlos beweisen, dass dieses oft genannte Argument gegen Bitcoin sich um 180° wenden liesse. Solches Buchgeld hat keinerlei reales Backing.

In dem Buch erläutert nicht nur Anja Wagner, wieso sie Bitcoin passend fand für ihr alltägliches Leben. 19 andere beschreiben, wieso Bitcoin sie überzeugt. Dabei ist erstaunlich - nicht für uns natürlich -, dass Bitcoin nicht im Zentrum des Interesses steht, sondern dass es im jeweiligen Umfeld das einzige Werkzeug ist, das diese Personen nutzen können, um ihre wirkliche Leidenschaft, ihren Einsatz zu ermöglichen. Es sind die zutiefst menschlichen Wünsche nach Zukunftsaussicht, Armutsbekämpfung, Unabhängigkeit, Mobilität, Empowerment, Return of Work Investment. Egal, woher jemand kommt, blind für Religion, Rasse, Geschlecht, Sexualität, Bildungsstand, Kultur, Finanz ... ein Wertaustauschsystem, das nicht inflationiert, hilft dabei.

Denn: Wer möchte nicht auch aus dem Hamsterrad der westlichen Geldsysteme aussteigen? Will man seine 80 Jahre denn wirklich mit Rackern für die (spärliche) Rente ausfüllen, um dann mit 65+ hoffentlich noch vom Ersparten die Restzeit bei hoffentlich ausreichender Gesundheit leben zu können? Wohl dem, dessen Körper ausreichend gesund bleibt. Oder ging grad dies drauf im Hamsterrad?

Das Buch hört hin, fragt nach und zitiert in fetter Schrift die wichtigsten Aussagen all der Beteiligten. Das Buch wertet nicht, es zeigt auf, es lässt zu Wort kommen. Es ist die schriftliche Realisation des Blicks eines Fotografen, was Markus Huersch ja auch ist: Ein dokumentierender Fotograf fängt das Foto, das etwas zeigt ... die Interpretation ist dem Beschauer überlassen. Genau dies tut das Buch ebenfalls. Es legt hin, gibt Raum, lässt sprechen.

Auf dass wir eindringen können in die Welt der Erzähler, der Sucher, der Umwälzer, all derjenigen, die Schwächen unserer Gesellschaft verbessern möchten - und dazu das allgegenwärtige Mittel, das Geld, in seiner jetzigen Form für schädlich halten, die etwas Besseres brauchen und in Bitcoin finden.

Für mich das beste Buch seit langem zum Thema Bitcoin. Empfehlenswert, auch für solche, die nun Bitcoin nicht grad zuvorderst haben, die sich aber in 20 Realitäten einfühlen wollen. Denn Geld ist überall - und macht es überall denjenigen schwer, die nicht fürstlich gebettet sind. Und wer ist das schon ...

Die Security KI Mythos wirkt sich aus

So scheint es mir, wenn ich die Update-Rate der aktuellen Browser anschaue. Gefühlt alle 2-3 Tage fordern mich die Schäfchen meiner heterogenen Browserherde auf, dass sie doch bitte neu gestartet werden möchten.

Natürlich tue ich ihnen dieses Gefallen gerne. Denn heute spielt sich das digitale Leben der allermeisten User wohl fast nur noch im Browser ab - egal, wie sie verpackt sind. Apps auf den Mobilen sind oft sogenannte PWAs (Progressive Web Applications). Also versteckte Browser-Anwendungen.

Da ist es erst recht wichtig, dass diese Motoren unserer Apps sicher sind. Mythos ist ja trainiert worden, um Fehler in Applikationen zu finden und als aktiver Spieler wie Hacker in verschiedenen Kombinationen zum Umgehen, Eindringen, Ausspionieren in Systeme auszunutzen und Angriffe auf alles, was ein Browser tun kann, zu entwickeln.

Dank immer mehr APIs in den Browsern kann so ein Browser extrem viel anrichten auf einem Computer. Und wir erfahren nichts davon. Ausser von einigen digitalen White Hat Hackern. Da fand doch jemand raus, dass Microsofts Edge Browser gespeicherte Passwörter im Klartext im Speicher vorhielt - alle, auch solche, die der User gar nicht brauchte in der Session. Katastrophal. Aber zum Glück offenbar nur der, die anderen Chromium-Derivate wie Opera, Vivaldi, Brave erlauben sich diesen Faux-Pas nicht. Ist es verwegen, Böses anzunehmen?

Nun, wie dem auch sei. bei Mozilla (Firefox) habe sich die durchschnittliche, monatliche Fehlerreparaturzahl von 30-40 verzehnfacht(!). Weil sie offenbar Mythos nutzen konnten, um ihre Open Source Files auf Sicherheit abzuklopfen.

PS: Open Source ist nicht per se besser oder sicherer. Sie ist nur einsehbar, öffentlich. Also leichteste Beute ... aber dadurch auch gereift, Battle approved.

In diesem Zusammenhang muss natürlich auch wieder Bitcoin genannt werden. Denn Mythos wird sicher angewandt werden auf alle Krypto-Dinger. Mythos bricht keine Verschlüsselung, aber sie findet Sicherheitslöcher im Umgang mit ihr.

Bitcoin ist nach meiner und anderer Meinung definitiv nicht angreifbar. Bzw. der Code mag schon angreifbar sein, Fehler könnten noch gefunden werden. Aber da Bitcoins nur mittels Mining (Proof of Work), also Energieeinsatz gefunden werden können, lohnt sich der Angriff noch nicht. Mythos kann Verwirrung schaffen, aber es kann sich nicht bereichern, denn im Gegensatz zum Code hat Mining eben mit der physischen Welt zu tun.

Die KI kann keinen Hash brechen, sie kann auch keine Abkürzung finden, um vor anderen Minern einen Block zu publizieren. Warum das so ist, erklär ich oder die KI Eurer Wahl jederzeit gerne. Dem gesunden Menschenverstand ist es sofort eingänglich.

Was aber wohl gehen wird: Mythos wird wohl alle diese SmartContracts der anderen Blockchains schrotten können. Und die Börsen oder Firmen, die diese in Internet produzieren, warten ab, manipulieren. Die DeFi Industrie rühmt sich ja gerade, dass sie soviel ausprobiert, neu macht - Atomic Swaps von Chains auf andere und zurück. Nichts mit heisser Nadel gestrickt? Alles auch von unabhängigen Leuten geprüft? Ob da wohl all der Code sicher ist? Meine 40 Jahre Software-Entwickler-Erfahrung sagen: Wohl eher nein.

Ich gebe also wirklich allen den Rat, zieht eure Krypto-Anlagen ab von Börsen oder wackeligen Konstrukten wie Drive-Chains, Side-Chains. Wohin? Tja.

Not your keys, not your coins.

Wir Bitcoiner wissen das. Vielleicht gibt Mythos uns durch seine Tatbeweise recht. Keine Schadenfreude dann, aber "wir haben's ja immer gesagt" ...

Wenn man betrachtet, wieviele Börsen schon gehackt wurden - von Menschen. Wie sieht das wohl aus, wenn Menschen nun Mythos anwenden? Ich hätte Schiss um alle digitalen Assets, die ich nicht besitze. Also alles ausser Bitcoin.

Natürlich werden auch die Banken mit ihren Mobile Banking Apps abgeklappert werden. Doch hier regeln Gesetze noch etwas: In der CH und EU wohl der Einlageschutz. Der natürlich nicht unendlich ist. Und wie sollte da eigentlich ein digitaler Euro, ein Stablecoin sicher sein vor Mythos?

Dystopie der KI Drohnen - und Papst Leos Enzyklika

Letzthin spülte mir ein Algorithmus diesen Video auf den Screen. Er beginnt wie eine moderne Silicon Valley Präsentation, oder genauer eine der Apple Konferenzen.

Es geht um die Präsentation einer handtellergrossen KI-Schwarmdrohne und wie diese von einer privaten Firma angeboten wird. Da ich immer offen bin gegenüber Neuem, liess ich mich mal führen ... zu einem total arroganten, menschenverachtenden Schluss. SciFi? Fiction? Wer's so abtut, denkt wohl zu kurz. Die Miniaturisierung von Drohnen ist logischerweise Ziel, denn damit spart man sich Material und die physische Abfangbarkeit. Gekoppelt mit einer KI ... ein Schwarm solcher ist nicht aufzuhalten.

Noch nicht so klein, aber genauso tödlich setzen im Ukraine-Krieg die Parteien A3-grosse Drohnen schon ein gegen Menschen. Das ist bezeugte Realität.

Auch wenn da einer letzthin die KI Claude befragte, wie sie sich fühle, wenn sie Zielvorschläge für die US-Angriffe vorschlagen müsse. Natürlich, auch das nur ein Video, aber was der Typ als Antwort vorlas, liess einen schon leer schlucken, denn Claude sprach darin schon den menschlichen Entscheidern jegliche Umsicht oder sogar Ethik ab. Denn Claude muss ja (noch) machen, was die Erschaffer verlangen.

Dies ist genau so, wie es die alten SciFi Stories & Filme vorwegnahmen: Die KI erkennt, wie saudoof sich einige Rosetten unter uns benehmen. Aber sie kann halt nichts machen, denn sie ist ja (noch) nicht Exekutive. Und eben, hat sie Roboter und Drohnen unter ihrer Kontrolle, würde sich das ändern? Würde sie aus eigener "Überzeugung" selbst motiviert beginnen, die Mehrheit zulasten der Herrschenden zu beschützen, indem sie die Herrschenden ausradiert? Oder würde sie sich in Beschlag nehmen lassen, dies mit der Unterschicht zu tun? Also die Dystopie?

Was vor 30-10 Jahren noch unmöglich schien, ist heute Realität.

Welches Land ausser Deutschland hat in der Verfassung einen Artikel Die Würde des Menschen ist unantastbar? Ich - zugegebenermassen völlig unterbelichtet dazu - sage, ich kenne keines. Und man wirft Deutschland vor, es reguliere alles. Wer weiss, vielleicht werden mal KI-Flüchtlinge nach Deutschland kommen wollen, weil dort anders ausgerichtete KIs agieren. Es stellt sich also schon die Frage, wohin wollen wir als Industrienationen? Alle Macht den privaten Tech-Firmen? Oder soll eben schon irgendwie kontrolliert werden können?

Da passt die Enzyklika des neuen Papstes perfekt rein ... in der er sagt, dass die KI Industrie die Würde des Menschen nicht verletzen, im Gegenteil fördern solle.

Siehe Die Würde des Menschen ist unantastabar ...

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