50 Tage USA - Service Animals

Meine Freundin ist eine Asperger-Autistin. Sie hatte für ihre Stabilisierung sich schon lange einen Hund gewünscht. Ich konnte ihr diesen Wunsch erfüllen, so dass sie nun einen tierischen und daher treuen Gefährten hat. Sie hat eine Bestätigung ihres Arztes, dass ein Service Animal ihr Leben festigt. Das ist offiziell.

Da die Amis diese Service Animals anerkennen als sogenannt "medizinisches Gerät", also wohl wie eine Sauerstoffmaske oder ähnliches technisches Gerät, darf sie den Hund nun überall mitnehmen, wo Hunde an sich nicht erlaubt sind. Und man darf sie nicht trennen vom Hund, und der darf auch nicht kosten, wenn es beispielsweise um einen Eintritt, ein Ticket oder sonstwas geht.

Ich fand das sehr beeindruckend, denn bis dato wusste ich nicht, dass es sowas gibt. Mittlerweile weiss ich, dass es auch in der Schweiz sowas gibt. In der USA gibt es ein Gesetz dazu, für die Schweiz weiss ich es nicht. Hier weiss ich mittlerweile nur, dass ein anerkannter Therapiehund ebenfalls oder wenigstens von Kosten im öffentlichen Verkehr befreit ist.

Dass dies Bedienstete in Restaurant oder der Bahn auch wussten, fand ich teilweise bestätigt. Klar, der Hund ist auch gekennzeichnet, und meine Freundin hat auch alle notwendigen Dokumente bei sich. Dennoch war es schön zu sehen, dass wir mit dem Hund anstandslos überall hin kamen und keinerlei Querschläger erleben mussten - nun, fast keine.

Ausgerechnet in einem bayerischen Restaurant in Montauk kann die Servierdüse an und meinte, wir sollten doch bitte draussenbleiben, im besten Fall noch in der Gartenwirtschaft, wenn überhaupt. Meine Freundin erwähnte zwar die geetzliche Grundlage, doch die Frau wollte sich nicht fügen. Da wir ohnehin des schönen Wetters wegen draussen sein wollten, blieben wir dort und - sie schmollend - assen amerikanisierte bayerische Währschaftlichkeiten.

In Kanada war es noch leichter: Hier hatten wir nicht die geringsten Schwierigkeiten. Eine Episode finde ich nett zu erzählen: Als wir am Eingang zur Bootsfahrt unter die Niagara-Fälle anstanden, hörte ich, wie die Kassiererin einer fünfköpfigen Japanergruppe was von $150 ansagte. Das fand ich dann grad etwas happig. Als wir aber dran kamen, sah sie den Service Dog und mich an, sagte "Ok, one person" und verrechnete für meine Freundin $20. Der Hund - eben weil Service -Dog - ging kostenlos durch - und ich auch. Weil ich der Dog-Handler sei. Sehr nett. Das

Hotels schauten zwar schon genau hin, Angestellte mussten ab und an ihre Manager befragen, wie das denn mit einem Service Dog sei. Mussten wir eine Buchungsbestätigung unterschreiben, so lasen wir diese genau durch und hatten einmal eine Passage zu streichen, die eine Gebühr für Hunde verlangen wollte. Doch das ging meistens ohne Verweis aufs Gesetz durch.

Für mich war es überraschend zu erleben, wie gut der Service Dog dort akzeptiert wurde. Gut, der Hund ist sowieso ein coller Hund, und obwohl total ruhig erregte er überall Aufmerksamkeit. So dass meine Freundin mit der Zeit schon stereotyp den Spruch runterrasselte "He's a mix of ....". Für eine Autistin schon etwas ungewohnt, aber auch schön, denn wie bekannt ebnet ein Hund die Kontaktaufnahme.

Was noch ansteht - und was sie mir sagte: Selbst in Flugzeugen sei es so, dass der Hund nicht von ihr getrennt werden dürfte. Sie sollte also einen Upgrade von Economy bekommen, sollte sie fliegen. Denn wo in der Eco hat es wohl Platz für einen Service Dog ... als ich das meinen Kollegen erzählte, lachten die mich aus, sie hätten noch nie einen Hund in einem Passagierraum gesehen. Weder in internationalen noch inneramerikanischen Flügen. Nun denn, wenn sie dennoch recht behielte, fände ich das toll. Obwohl sie vom zusätzlichen Komfort einer besseren Klasse viel weniger profitierte ... als beispielsweise ich. Grmbl.

Nun, sie wird diesen Herbst mit ihrem Service Dog in die Schweiz kommen. Mal sehen, wie die Akzeptanz hier sein wird. Ausserhalb der Airlines, die sich ja eh meist den amerikanischen Regeln unterwerfen. Hier geht es dann wohl darum, ob der amerikanisch zertifizierte Service Dog anerkannt würde. Und so wie's scheint, leider nicht ... wer's anders weiss - ich bin für konkrete Angaben und Informationen dankbar.

50 Tage USA - Amtrak

Eine kürzere Geschichte diesmal, aber dafür eine emotionale - weil sie mich über alle Massen ärgerte und mir geschätzte $1400 Spesen verursachte.

Im Haus meiner Gastgeberin war es jeden Tag zu hören, und vor allem auch jede Nacht um 2h00. Das Horn des Amtraks, der quer durch Amherst fährt und dabei natürlich diverse Strassen quert. Und weil dort keine Barrieren sind sondern nur Andreaskreuze, muss der Zug natürlich Laut geben. Ausführlich, dass es auch jeder Schläfer im Bett hört.

Aus den USA-Filmen kennt wohl jeder auch den Klang: Mehrtonig, durchaus harmonisch. Als Nachtmensch hörte ich den dort also oftmals ... denn den Lokführer interessierte es wohl kaum, dass Leute üblicherweise schlafen um diese Zeit. Das Gehorne war immer gleich laut und fast immer auch gleich lang. Denn der Zug, ein Fracht-Zug, ist ja nicht grad schnell unterwegs. Train Hoppers müssen ja irgendwie aufspringen können ... zudem sah ich den Zug auch ein paar Mal tagsüber - ein Fahrrad überholt den locker.

Wie dem auch sei, ich dachte, einmal Amtrak-Fahren, dass sollte es schon noch sein. Nur anlässlich wessen? Ich entschied, dass ich am Tag der Abreise mit dem Amtrak nach Boston fahren könnte. Meine Freundin schlug dann vor, mit dem Bus "Peter Pan" nach Springfield zu fahren und dort auf den Amtrak umzusteigen, der von dort aus nach Boston fahre.

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50 Tage USA - Food und Ernährung

Das erste, was wohl jeder merkt: USA isst anders. Zumindest in der Region, der ich war. Es war markant, Mechanismen der Ernährung der Massen zu beobachten. Die Ausmasse des Landes, die kapitalistische Ausrichtung, die Glaubenssätze und anderes erklären das zum Teil.

Ich nehme immer das kleine, akademische Amherst als Basis. Die UMASS, University of Massachusetts Amherst, ist dort beheimatet und das sorgt in dem beschaulichen Ort doch für jeweils zusätzliche 30'000 Studenten, wie meine Freundin mir sagte. Amherst hat noch zwei zusätzliche überregionale Schulen, deshalb wohl die saisonale Verdoppelung der Einwohnerzahl.

Grundsätzlich besteht die Stadt im Wesentlichen aus zwei orthogonalen Hauptstrassen, so dass sich das Leben und Business wohl im Amherst Center, der Kreuzung, abspielt.

Was fand ich also im Center bezüglich Food? Die hierzulande bekannten üblichen Fastfoodketten fand ich dort nicht, die sind etwas ausserhalb natürlich schon da - dass sich diese nicht im Stadtzentrum ansiedeln durften, sei Absicht, sagte mir meine Freundin.

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50 Tage USA - Review

Letzthin war ich gute 50 Tage in der USA, in Massachusetts. Dieser kleine Staat liegt an der Ostküste mit dem Hauptort Boston direkt am Atlantik, nördlich von New York City. Es sei ein recht liberaler, tendenziell linker Staat, als Landschaft sehr grün und waldreich.

Da war ich zu Gast bei einer schwarzen Studentin, die in Amherst sowohl ein Studium durchbrachte wie auch als autistische, doch superintelligente Person einen Randjob ausführen muss, um eben dieses Studium zu finanzieren.

Bei ihr in einer WG wohnte ich - touristische Highlight suchte ich nicht, sondern Eindrücke vom Leben als sogenannte Working Poor, also von der Bevölkerungsschicht, die grad so von der Hand in den Mund leben kann - wie auch immer die Gründe und Erklärungen dafür sind.

Ich werde in der Folge wohl einige Aspekte hier beschreiben, die mir wirkliche Eindrücke verschafft haben. Was mir auffiel, was mich erfreute, was mich verärgerte.

Denn die USA ist ein - wie viele ja schon zigmal schrieben - ein sehr widersprüchlicher Staat. Und obwohl doch "zivilisiert", immer noch sehr heterogen im Umgang mit den Bürgern. Thematik natürlich hier Rassismus. Die letzten paar Tage erreichten uns ja wieder Meldungen von Polizeigewalt gegen PoCs (People of Color) - eine total absurde Situation wurde ja grad letztens live gefilmt von der Freundin des später verstorbenen PoC. Dass es so krass sein kann in der USA, das sagte mir meine Gastgeberin anlässlich einer Diskussion übers Verhalten beim Autofahren zuvor schon mal. Wie sie sich selbst als PoC gegenüber der Polizei verhalten müsse, damit sie ja keine überhastete Reaktion auslösen würde. Ich als Weisser hätte (fast) nichts zu befürchten.

Ich dachte anfänglich, es sei übertrieben - ich gehe in einem anderen Beitrag dann darauf ein. Doch eben, die letzten News zeigten, sie hatte weder übertrieben noch ist es unüblich, wie schnell sich das Gewaltpotential teilweise und vor allem gegen PoCs seitens der Polizei entzündet. Was mich jederzeit total erzürnt. Dass eine sog. zivilisierte Gesellschaft sich sowas noch erlaubt ... es geht mir nicht rein.

Mal sehen, wie sich meine Schreiblaune einstellt ...

Das StarGate steht in Dessau-Brambach

Letztens war ich für einen Kurzurlaub in Dessau. Ein Gasthaus in Brambach wurde mir empfohlen. Brambach ist ein abgelegter Weiler der deutschen Stadt Dessau in Sachsen-Anhalt und liegt direkt am rechten Ufer der Elbe. Auf dem gegenüberliegenden Ufer ist Natur pur - nachts nichts zu sehen, weil unbewohnt, unbefestigt, Wald. Scheinbar endlos, weil es in jener Region auch topfeben ist.

Ich hatte ein Zimmer mit Balkon und da ich ein Nachtmensch bin, sass ich oft auf demselben und genoss die mächtige Stille, das Ausbleiben von Fremdlicht ... bis auf eben dieses. Tagsüber ein Tor am Ende eines Anlegestegs für Flussdampfer, des Nachts fast schon mystisch ein Tor in eine andere Welt ... für mich als Sci-Fi Fan war die Assoziation naheliegend ... ;-)



Herbst in Südtirol

Spontan war's, dass ich Ende Oktober für wenige Tage ins Südtirol fahren wollte. Ich hatte Glück, das Wetter hielt noch. So war ein Ausflug ins Val Gardena grad passend. Auf dem Weg zum Grödener Joch zeigte sich bei wolkenlosem Himmel die Natur nochmals in farbensprengender Kraft.

Da habe ich natürlich als Landschaftsfotograf viele Chancen geboten bekommen, die Speicherkarte zu füllen. Viel zum Ansehen, hier halt nur wenige Fotos, die einen Eindruck vermitteln können. Nicht, dass wir das in der Schweiz nicht auch hätten - aber es geht ja darum, im Alltag zu sehen, wie schön es sein kann auf der Welt. Und das dies alles kostenlos geboten wird - für die mit Zeit, mit offenen Augen ...

Im Wald aufs Grödener Joch fands ich eine stehene Goldwand ... vor überragenden Steinmonumenten:

Da wäre doch ein kleines Hüttchen wie dies eine nette Sache:

Der eigene Gebirgsgarten ist zwar weder englisch getrimmt noch überhaupt trimmbar, aber dafür romantischer, urchiger und verwunschener:

Auf dieser um diese Jahreszeit bereits verlassene Hütte im grob gezimmerten Holzstuhl die untergehende Sonne auf der Haut spüren zu dürfen ... unbezahlbar.

Viermal so gross wie die BRD ist er, der

Plastikteppich, der irgendwo im Pazifik oder im indischen Ozean rumschwimmt. Obwohl auch das unfassbar sein dürfte, sagt es doch mehr als 1.5 Millionen Quadratkilometer aus. Das ist dann gut 36x die Grösse der Schweiz. Zum ersten Mal habe ich das vor einigen Jahren gehört, konnte es jedoch kaum glauben. Kein Wunder, ich hatte mir nie überlegt, wie das zustande kommt. Bis mir vor gut zwei Jahren eine Freundin erzählte, was sie an Eindrücken aus den Ferienresorts aus dem indischen Ozean nach hause brachte.

Sie war auf so einer Touri-Insel zum Tauschen. Sie ist Tiefseetaucherin und hatte sich so eine Insel zusammen mit einem ebenfalls tauchenden Kollegen ausgesucht. Sie erzählte mir von der Insel, auf die alles, aber wirklich alles ingebracht werden muss. Und die Touris sind ja nicht anspruchslos. Also werden dort tonnenweise Getränke hingeschifft. Und wie sind die verpackt? Natürlich, PET und dann noch mit Folien zu grossen Paketen bandagiert. Alles Plastik.

Ich war noch nie an solchen Orten. Aber aus ihrer Erzählung und den sofort erschienen Bildern, die ich von einem FReund vor noch viel mehr Jahren über so eine Urlaubsinsel gehört habe, fiel es mir natürlich wie Schuppen aus den Haaren, dass diese Inseln, überhaupt ärmere Länder mit Küstenanstoss, wohl noch keine ausgefeilten PET-Sammlungen machen wie hierzulande.

Was machen die also mit dem Plastik? Oder wenn wir - karitativ wie wir sind - Wasser in PET-Flaschen in katastrophengeplagte Regionen schicken, wo man dann sogar im TV sieht, wie Wasser plastifiziert gereicht wird, wo bettelarme Leute Plastiktüten haben, wo in lokalen Läden zwar Wichtiges verkauft wird, alles natürlich plastifiert verpackt, wo aber sofort bezweifelt werden darf, dass da nur ansatzweise Entsorgungskonzepte bestehen - was machen die also mit dem Plastik? Wohl irgendwohin schmeissen, aus den Augen aus dem Sinn. Irgendwann wird's der Regen oder ein Fluss ins Meer schleppen und dann ... tja, dann schwebt es dort, weil Plastik ja sehr leicht ist.

Offenbar können die Sonne und das Salzwasser Plastik mechanisch zerkleinern, so dass es mit der Zeit derart Kleingehacktes gibt, dass Tiere es schlucken, weil's ja wie Plankton ausschaut. Und daran verrecken.

Weiterhin soll dieser Teppich auch die Sonnenenergie derart schlucken, dass darunter zuwenig für die Algen ankommt. Und wenn die nicht mehr Energie bekommen, produzieren sie weniger Sauerstoff. Aus den Meeren komme die Häflte des Sauerstoffs der Erde. Da wir schon gut im Abholzen der grünen Lungen sind, beantwortet dies meine bereits als Kind gestellte Frage: Wird uns der Sauerstoff jemals ausgehen?

Es ist schon erbärmlich, wie wir meinen, aus den Augen aus dem Sinn hiesse: Aus den Augen und eliminiert. Nehmen wir als Touris, wenn's denn in die ärmeren Ländern geht, unseren Dreck wieder mit nach Hause, wo wir die Entsorgungstechniken haben? Wer macht das? Ich mache es im Kleinen immer, ich nehme meinen Müll wieder mit, lasse nichts im Wald oder am Seeufer liegen, nur weil ich zu faul, zu gedankenlos, zu gleichgültig wäre.

Nun ja, gibt es eine Sauerei vor der Haustür der USA, gibt es grosses Brimborium. Klar, ist auch wüst, ist aber auch reines verlorenes Geld. Das schmerzt halt. Die Resourcen dieser Welt sind aber nicht das Zeug, was wir aus dem Boden holen, sondern das, was unmittelbar erlebbar ist. Und weil es so gewöhnlich ist, weil es immer um uns herum ist, geben wir keinerlei Aufmerksamkeit auf dessen Zustand. Luft, Wasser, Boden - all das sind die Dinge, auf deren Basis die Körper leben, die man als Lebensqualität sucht, sobald man etwas Kohle hat. Zum Wohnen, zum Erholen etc.

Aber eben, der Mensch benimmt sich meistens daneben.

Wie gesagt, es sei noch nicht raus, ob wir das System derart aus dem Rhythmus, aus der Balance bringen, dass es diesen Körpern keine Lebensgrundlage mehr bieten kann. Tja, die von Euch, die Kinder haben, können sich ja mal überlegen, was sie denen als Mitgift geben wollen. Kohle wird sie eventuell nicht wirklich am Leben erhalten können ...

Wie auch immer ... es ist einfach erschreckend, wo unsere Sünden bleiben, und wie sie langsam aber sicher in unser Hauptaugenmerk gelangen. Die nächsten Generationen werden sich wohl nur schon darum vom Geld abkehren müssen ... egal, wo auf der Welt sie leben. Denn die Sünden können diesen Planeten halt nicht verlassen. Vorderhand.

Ceterum censeo: Think globally, act locally

So viel Wasser rund um Berlin und Potsdam - ein Lieblingsort

So, nun bin ich zurück vom dritten Trip nach Berlin dieses Jahr. Genauer war ich eine Woche lang in Liebenberg im Löwenberger Land und danach eine Woche in Potsdam.

Während die erste Woche die eines Seminars war, lebt ich in der zweiten Woche in dem gerade in der Renovation befindlichen Altbau eines Freundes. Der machte die Arbeit selbst, so dass ich eigentlich in einer Baustelle lebet. Im dreistöckigen Haus war die unterste Wohnung grad mal mit wenigstens einem funktionierenden Klo ausgestattet. Dusche klappte noch gar nicht. Dafür durfte ich jeweils am Morgen zuerst 1'100 Meter spazieren, um in Alt Nowawes in einer Werkstatt duschen zu können. Natürlich gab's genau kein Internet.

Zum Glück hatte ich grad für meinen neuen Laptop eine neue WAN-Karte mit HSDPA gekauft ... die bescherte mir sogar Video über Zattoo. Dass ich damit aber auch wieder eine Ladung Dreck gefischt habe, nicht an Hardware, aber an Software dazu, das ist eine andere sehr ärgerliche Geschichte gewesen. Gemerkt habe ich es natürlich erst in Potsdam, der Test bei mir zuhause ging (natürlich) gut.

In Potsdam selbst durfte ich mit dem Wagen meines Freundes, netterweise ein US BMW Cabrio mit Automat, in der Gegend rumfahren. Es ist schön toll, all die Alleen in der Gegend. Erst recht in den Ostgebieten, südöstlich von Berlin. Dort fühlte man sich selbst mit dem Auto in den grossen Wäldern fast verloren oder einsam ... denn die Deutschen rasen auf den Autobahnen, ich cruiste über Landstrassen ... die Impulse der Natur strömten intensiv ein. Ich liebe das, es gibt nichts Schöneres für mich als in Ruhe und Gelassenheit durch die Natur zu fahren, halten zu können, wann und wo ich will.

Denn frei von Zeitdruck finden sich schöne Plätze, hier an irgend einem Fluss ...

Bin ich selbst in Ruhe und Stille, erlauben mir die Tiere, sie nah zu beobachten und ab und an ein Foto zu machen.

Grün ist es aber nicht nur auf dem Land, sondern in der Stadt selbst. Potsdam gilt als die grünste Stadt Europas - glaub ich sofort, wenn ich Stadt-Wohnhäuser im "Wald" sehe:

In Alt Nowawes, so sagte mir mein Freund, habe der Kaiser ehedem mal holländische Weber angesiedelt, was zum dort typischen Strassenbild führte.

Der Strasse angrenzend ist eine ca 6 Meter breite Wiesenzone, auf der die Weber damals die Stoffe zum Gerben unter die Sonne legten. Heute bieten diese Zonen Platz für schöne kleine Kneipen. Zum Glück auch unter Bäumen, denn zum Gerben heiss wurde es unter der prallen Sonne.

Heiss war es in Berlin, grausam im Stau spürbar, weil doch grad die letzten 200 Meter vor dem Brandenburger Tor umgeleitet waren - der Empfang der Deutschen Nationalmannschaft war grad tags zuvor. So standen alle Autors für ca. 400 Meter fast 45 Minuten. Dafür gab's dann Blicke in die Arbeitszukunft in Berlin ...

Unerwarteterweise fand ich sogar Schweizer Relikte in der Gegend um Babelsberg ...

Andere Fabeltiere wie den Moby Dick erwartete ich hingegen nicht zu finden in den Kanälen und Seen rund um Potsdam. Trotzdem gab's da einen:

Zum Abschluss meines Aufenthalts war eine Bootsfahrt auf dem Schnellboot meines Freundes angesagt. Zuvor genehmigten wir uns noch ein paar gute Kuchenstücke in einem Strassenkaffee im Herzen Potsdams. Dass es dort Gutes gibt, haben die Spatzen offenbar auch schon längst geschnallt, so dass sie mir relativ leicht Modell standen, während wir am Frühstücken waren.

Dann endlich aufs Wasser. In den Kanälen herrschte reichlich Bootsverkehr, so dass man sich schon wie im Stau auf der Autobahn fühlte ...

So dümpelten wir denen halt nach ... immerhin konnte mein Freund und Kapitän sich dann auch mal einen genehmigen.

Etwas erstaunt war ich dann noch, dass er meinte, wir führen noch kurz bei Adli ein. Die haben doch tatsächlich einen Anlegeplatz nur für Aldi Kunden. So kann der Obermacker angeben, er fahre mit dem Schiff zum Aldi. Gestimmt hat's, aber der Aldi war auch per Auto erreichbar, keine grosse Show, mit dem Kahn anzulegen ... zumal da grössere Pötte schon die Anfahrt versperrten ...

Dafür erlaubt das langsame Fahren auf den Kanälen Blicke an tolle Stellen, öffentliche ...

... wie auch private, solche der wohl oberen Zehntausend ...

Natürlich kreuzte der Moby Dick auch wieder unseren Kurs ...

Ob die hier aber wirklich soweit gerudert sind, bezweifle ich ... auf jeden Fall mussten wir schön langsam dahinkuttern, solange solche in der Nähe waren ...

... denn immerhin, wenn mein Freund Gas gab und der 6.5 Liter Motor das Wasser aufwühlte, war die Heckwelle doch beeindruckend und hätte einige kleine Boote in Bedrängnis gebracht.

Doch statt den Abend mit den Freunden so zu beenden ...

galt es für mich, um knapp 20h00 auf dem Flugplatz zu sein. So wurde ich vom Vater meines Freundes am Steg wieder empfangen und nach Tegel gefahren. Es fiel mir schon sehr schwer, diese Stimmung, dieses Erlebnis, diese schöne Gegend zu verlassen ...

Ich liebe diese Gegend. Ich würde viel drum geben, an diesen Wassern ein kleines Häuschen mit etwas Land zum Leben nutzen zu dürfen.

Wer also etwas wüsste ... sofort anrufen ... ne Provision gäb's schon ... :-)

Shark School - oder wie man auf Haie zugeht

Der Schweizer Erich Ritter gründete vor 10 Jahren die Shark School, die privaten und professionellen Tauchern zeigt, wie man sich verhält, sollte ein Hai einem beim Schnorcheln beobachten.

Denn genau das tut ein Hai, wenn er näherkommt. Er beobachtet, denn wissen, dass Mensch nichts zum Fressen ist, das tut er schon. Er ist halt auch neugierig. Wie auch Katzen und Hunde. So kommt er halt näher und will seine Sensoren benutzen.

Was soll man also tun, nähert sich die Flosse? Einfach ruhig und gelassen bleiben. "Bewegungen stoppen, in die vertikale Haltung gehen und dem Hai in die Augen schauen", so bezeichnet Ritter die optimale Reaktion. Er nennt auch das Geniessen des Augenblicks als Ziel.

Ich verstehe das sehr gut. Auch wenn ich noch nie einem Hai begegnet bin, so ist doch das Heranstürmen eines Hundes manchmal schon schlimm genug. Ich bleibe halt auch bei denen stehen und fühle mich eigentlich nie unwohl dabei. Und siehe da, jeder Hund wollte dann einfach an mir rumschnüffeln, mich beobachten, kennenlernen und das war's ja dann meistens schon. Wieso soll das bei einem Tier im Wasser anders sein als bei einem Tier auf dem Land? Auch wenn es beide Raubtiere sind mit uralten Instinkten, so sind es keine tumben Maschinen.

Klar, wenn Tiere Hunger haben, k?nnte es eventuell etwas anders sein, doch Tiere haben ein Beuteschema-Programm, da kommt der Mensch nicht vor. Wenn ich also gestresst tue, hektisch umherschwadere, erzeuge ich Geräusche und Muster, die den Beutetieren entstprechen können, Kein Wunder, probiert ein neugieriges Tier dann mal aus, ob das an sich neue und unbekannte Tier doch auch fressbar ist wie die bekannten Opfer.

Ritter sagt, dass er an der Wunde eines der wenigen Angriffe erkennt, was wirklich vorgegangen sei. Er achte erst dananch auf die Beschreibung des Verletzten.

Ritter möchte seine Faszination, seine Freude und vor allem auch sein Wissen weitergeben. Und das ist auch mein Interesse, obwohl ich ja so gar nichts mit Meer und Haien zu tun habe. Mein Interesse ist es, dass Ängste neutralen Informationen weichen, dass angelerntes, nie geprüftes Zeug aus den Köpfen verschwindet und eigenen realen Erkenntnissen, und damit Wissen, platz macht.

Und wenn endlich neutrales Wissen da ist, kriegt der Hai auch eine Lobby, so dass Ungeheuerlichkeiten wie Haifischflossen und Haifischsuppen geächtet werden können. Denn nur ein Verständnis der Rolle eines Tieres wie dem Hai in der Ökologie bringt ihm ein Image als wichtiges Glied in der inakten Umweld. Ängste sind immer nur Blockierer, Verhinderer.

Also, wenn Ihr Taucher seid und vor Haien Angst habt, geht doch mal bei ihm in den Kurs. Ritter meint, er bringt jeden am zweiten Tag ins Wasser.

Aber Achtung, er sei undiplomatisch direkt. Also nichts für Weicheier, der Umgang - nein, nicht mit den Haien, mit ihm!

Das Wohnmobil, die optimale Ferienvariante?

Als ich in der Grossregion Berlins war, hat sich bei mir endlich geklärt, wie ich in der näheren Zukunft Ferien machen möchte. Ich bin ja an sich passionierter Cabriolet-Fahrer, der gerne das Land erforscht, indem er einfach der Nase nach und ohne Zeitdruck durch die Gegend fährt.

Was auch gut kommt seit Erfindung der GPS-Systeme, ist die Zielplanung unter Auslassng der Autobahnen. So lernt man auch Gegenden kennen, die man bisher oft nur um- oder durchfuhr. Wer einen guten Orientierungssinn hat, braucht natürlich auch kein GPS, doch wenn die Gegend gross ist, finde ich es schon schön, dass der Rechenknecht ohne Murren jederzeit einen neuen Zielweg berechnet, weil ich seine letzte Offerte gnadenlos ignoriere.

Das Kartenmaterial sollte allerdings aktuell sein. Als ich im Osten Deutschlands hoch nach Rügen fuhr, wusste mein System oft nur zu berichten "Sie befinden sich auf nicht befahrbarem Gelände". Dabei fuhr ich auf einer schönen, neuen Autobahn ... klar, ich war mir dessen bewusst, dass mich die Euro 120 reuten, die ein Kartenupdate kosten würden für mein Saugnapf-GPS.

Wie auch immer, was mich limitierte an den Ausflügen, waren halt die Übernachtungen. Mein Auto ist nicht gerade bequem für einen guten und gesunden Schlaf. Also denke ich, dass für meine Art des Erkundens das Wohnmobil eigentlich das passende Fahrzeug ist.

Vor allem, wenn man wie ich in Meerhäfen beim Anblick grosser Schiffe und Fähren jedesmal das fast unzähmbare Verlangen spüre, einfach mitzufahren, das Auto einzustellen und mir an der Reeling den salzigen Wind in die Kleider rauschen zu lassen, scheiss drauf, was für Termine ich zuhause hätte ...

Ich habe noch überhaupt keine Erfahrugen mit Wohnmobilen. Ich merke nur, dass es eben genau das richtige ist, wenn man nun doch zu weit zu ziellos herumfährt.

Ich finde es attraktiv in der Vorstellung, an einem schönen Platz einfach bleiben, den Abend ohne Hast und Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit verbringen zu können. Ich bin ja sehr naturverbunden und mag es eigentlich nicht, in Kernzonen von Städten sein zu müssen, lieber etwas ausserhalb. Etwas gelassener, etwas grüner.

Vorderhand bin ich alleine, der für die nächsten Ferien plant. Zwar möchte ich gerne zu zweit reisen, einfach für den Austausch der Eindrücke und für die Gemeinsamkeit ähnlicher Erfahrungswünsche, aber diese Person ist noch nicht erschienen.

Deshalb fruee ich mich, wenn Ihr, die Ihr vielleicht schon viel Erfahrungen mit Wohnmobil, Mobile Home Ferien gemacht habt, mir einige wichtige Insider-Tips rund um dieses Thema anbieten würdet. The Dos and Donts.

Mein Zielgebiet ist für die nächsten Ferien der Norden, also Norddeutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, eventuell auch Polen oder Weissrussland.

Auch hierzu danke ich für Tips, die mich die üblichen Fettnäpfchen oder Fehler vermeiden lassen. Schliesslich gibt es ja fast nichts Wertvolleres als Erfahrungen und deren Austausch.

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