Wasserstoff speicher- und transportierbar

Es ist schon schön ... was Leute finden, wenn sie "vergiftet" dran sind. Im Deutschen TV sah ich zufällig den Deutschen Zukunftspreis ... da war ich doch grad geplättet. Da hat doch ein Team es endlich geschafft, den zwar perfekten, aber unhandlichen Treibstoff Wasserstoff zu bändigen, damit er genau so leicht speicher- und transportierbar wird wie Benzin. Denn die geeignete Vertriebsinfrastruktur besteht ja fast überall auf der Welt, wo Menschen leben. Und für den Rest gibt es Kanister und Tanks.

Wir wissen, dass Wasserstoff problemlos herstellbar ist - aber halt nicht grad am Polarkreis, dafür aber in den Wüsten oder in Windparks. Nur, wie kommt der nun in die Städte, zu den Autos? Wir haben eine Infrastruktur für flüssige Betriebsmittel. Könnte man also den Wasserstoff so leicht wie Öl transportieren, wäre das doch endlich mal der Schritt, der Wasserstoff-Mobilität Vorschub zu leisten.

Das Team hat zwar nicht gewonnen, aber wir wissen, dass diese Technologie mehr Leben retten wird über die Länge als die diesjährigen Gewinner. Denn der Klimawandel kann nur begrenzt werden, wenn der Treibstoff CO2-neutral erzeugt und verbraucht werden kann.

Bitte lesen und jedem Weitersagen: Flüssiger Wasserstoffspeicher. Wer investieren will, dort ansaugen ... sowas rettet die Welt im Grossen. Ich bin sehr glücklich, dass es so viele innovative Leute auf der Welt gibt, die das Nötige (er)finden, damit die nächsten Generationen auch noch eine lebenswerte Erde vorfinden könn(t)en ... ich wünsche ihnen allen Erfolg der Welt – für die Welt – Urbi et Orbi.

Embarcadero Delphi Community Edition

Das freut mich aber - als Delphi User der wirklich ersten Stunde, ca. 1995 oder so.

Nachdem ich schon mit dem Text-orientierten Turbo Pascal am Haken war - weil es damals einfach ein schlichtweg revolutionäres Entwicklungssystem war -, ging es in der grafischen Version mit den Namen Delphi weiter. Nicht nur das Produkt, sondern auch die Revolution. Bis dahin gab es ja eigentlich fast nichts Vergleichbares.

Spätere Konkurrenzprodukte haben ja recht massiv auf Delphi geschielt. Macht nichts, es soll dem Programmierer ja die Sprache verfügbar sein, die er mag, in der er sich wohl fühlt. Bei mir war das halt seit der ETH die etwas more verbose Sprachen (aber nicht bis zum Extrem Java), weil ich für einen leicht und immer zweifelsfrei verständlichen Quelltext bin. Fasziniert war ich von C natürlich, weil ich als Assembler-Verständiger die Nähe zum Maschinencode sehr schätzte.

Doch im Programmiereralltag gilt das Biotop der Sprache, die Community und die IDE schon als der Sessel, dessen Bequemlichkeit die Effektivität bestimmen kann. Wenn das Biotop umfassend ist, die Community hilfreich und die IDE mächtig, dann ist man produktiv.

Die IDE von Delphi war früher die beste, jetzt ist nicht schlecht, aber mittlerweile nicht mehr die beste. Was ich mit meinen alternden Augen nicht verstehe, wieso man immer noch nicht mit CTRL-Mausrad den Zoomfaktor der IDE jederzeit den aktuellen Bedürfnissen anpassen kann ...

Derzeit hat Embarcadero Delphi, so wie der aktuelle Titel lautet, drei Editionen im Verkauf. Ab Professional ist es nicht mehr nur für lau zu erhalten, die Enterprise Edition, die ich als erste brauchbar erachte, wenn man öfters mit RDBMS zu tun hat, ist richtig heftig. Natürlich, ein gutes Werkzeug muss und darf etwas kosten, aber wenn die Zahl für Neu-Kunden bei knapp 4000.- liegt, sieht man wohl leicht diese Felle zur kostenlosen Open-Source davonschwimmen.

Delphi gab es schon länger als Starter-Edition. Ein Kennenlern-Angebot. Nun hat sich allerdings was geändert.

Seit Kurzem gibt Embarcadero eine Community Edition von Delphi und C++ raus. Sie sei nicht kastriert. Man erhält damit die Lizenz, Applikationen zu entwickeln, die einem ein Einkommen bis zu USD 5000 / Jahr bringen und höchstens eine Teamgrösse bis zu 5 Entwickler benötigen. Geht die Nutzung darüber hinaus, muss eine kommerzielle Lizenz gekauft werden.

ENDLICH! Ich hatte zeitweilig eine Lizenz für die Enterprise Edition. Aber das Projekt zahlte sich nie aus. So habe ich Delphi de facto schon länger zugunsten von Open-Source verlassen.

Nun kann ich und alle Neuprogrammierer mit einem Top-Tool die Cross-Platform Mobile Entwicklung (wieder) beginnen und die Resultate legal verteilen. Wenn ich dann über USD 5000 verdiene, dann liegt es wohl auch drin, noch mehr zu verdienen damit - womit die unlimitierte Kommerzlizenz dann eigentlich in den Spesen untergehen dürfte.

Das freut mich sehr, dass sich Embarcadero hier endlich bewegt hat. Gut.

Der mitgelieferte Lizenz-Key hebt sie auf das technische Niveau der Professional Edition hoch - das fand ein User heraus. Es soll auch mehr möglich sein, aber da bin ich mir grad nicht sicher, denn die mittelmässige Kommunikation von Embarcadero stellt in allen offiziellen Texten m.E. nirgends klar, welchen Editionslevel man in der Community-Edition bekommt.

Doch eben: Immerhin ein Lichtblick für die Delphi Gemeinde und mögliche Neuzugänger. Und die haben damit einen einfachen Zugang zur Cross-Plattform Entwicklung und das IoT ...

The Expanse - SyFy Serie

Wenn es um SciFi geht, bin ich ja Fan ... seit meiner Adoleszenz. Und mittlerweile bin ich auch - gerade in diesem Genre - Binge Watcher geworden.

So habe ich mir in den letzten Tagen die zwei vollständigen ersten Staffeln von The Expanse angeschaut. Ich kannte die Sache gar nicht. Weil ich halt keine TV-Abos habe. Also, die beiden Staffeln und die vier Episoden der dritten in English gesehen. Die zugrunde liegenden Bücher kannte ich weder, noch habe ich vor, sie zu lesen.

In Expanse geht es um den Konflikt zwischen der alten Erde und ihren Abkömmlingen: Die Marsianer, die Terraforming als Ziel haben, noch lange nicht so weit sind, haben aber dennoch eine Militärregierung etabliert und haben sich von der Erde abgenabelt. Sie messen sich militärisch mit der Regierung der Erde. Auf beiden Seiten gibt es besonnene Leute, aber auch hitzige Militärköpfe. Dann gibt es die Belters, die im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter teilweise auf Stationen wie auch auf eben solchen Asteroiden leben. Beide, Belters und Marsianer, sind stolz auf sich, handeln mit den anderen, sind sich aber äusserst misstrauisch.

Die Atmosphäre ist sehr geladen zwischen diesen drei Parteien. Obwohl Erde und Mars von den Belters abhängen, werden letztere als Sklaven oder Untermenschen behandelt.

Die Handlung ist gegenüber Serien wie Star Trek nicht so weit in der Zukunft angesiedelt und zeigt eine technologische Stufe, die nicht weit von unserer Technik ist. Sie zeigt auch einige Entwicklungen der Gesellschaft auf der Erde an, die nicht sooo weit weg sind von unserem aktuellen Status.

So gefiel mir schon bald die relativ nahe Realität der Technik, die zwar mehr kann als unsere, aber dennoch keine künstliche Gravitation, Überlichtantriebe, Schutzschirme, Traktorstrahlen und Energiehandwaffen und sonstigen High-Tech-Schnickschnack kennt.

Die Schauspieler sind daher oft auch in Zero-G zu sehen. Und wenn sie quasi normal in einem Raumschiff runlaufen, sind es eben die allzeit getragenen Magnetschuhe, die dies erklären. Oft wird auch die Beschleunigung eines Raumschiffs als Gravitationserzeuger herangezogen.

Daher ist die Darstellung recht realistisch aus unserer aktuellen physikalischen Sicht. Geschossen wird mit Kugelschleudern, die MGs sind sogar so stark, dass sie Schiffshüllen durchschlagen und sogar in der Zentrale eines Schiffs noch jemanden töten. Dass doch noch zuviel beleuchtet ist oder werden muss, ist ja klar, ist ja ein Film. Auch Sound ist noch nicht realistisch, aber immerhin: Wenn ein Torpedo irgendwo einschlägt, müssen die dann schnell weg sein oder sich in Schutz begeben, denn der im All ja ungebremste Bewegungsimpuls überschüttet den Agressor dann natürlich kräftig mit Explosionsresten (High speed debris).

So sehr ich Star Trek mag, so sehr gefällt mir auch diese, uns wohl viel näher liegende Fiktion. Das All ist tödlich, und so wird es auch benutzt ... das englische Verb "to space somebody" ist hier sehr tödlich ... früher: man wirft jemanden über Bord ... hier: jemanden aus der Luftschleuse schmeissen. Das passiert oft und drastisch ... manchmal sehr gewollt, manchmal einfach als Schadensereignis. Auf jeden Fall ist es klar, das All ist kein lebensfreundlicher Ort für gravitationsgewohnte Sauerstoffatmer.

Das nur schon die gewohnte Erde etwas ist, was die Marsianer nicht so leicht abkönnen, zeigt sich, dass diplomatische Missionen auf unsere Konditionen trainiert werden müssen, damit sie unter der viel stärkeren Sonne und der Gravitation nicht das entwürdigende Kotzen kriegen ... und dafür merken, wie schön es bei uns ist, an einem endlosen blauen Ozean zu sitzen und den Horizont zu einem ebenfalls blauen Himmel bewundern zu dürfen ... etwas, was den Erdlingen ab geht, weil es ja "immer schon so war und ist".

Die Belters sind die Underdogs, die Werftarbeiter, das niedere Fussvolk ... obwohl sie ja die Resourcen bereitstellen, die die inneren Planeten fürs Überleben brauchen. Kein Wunder, gibt es da brodelnde Unmut unter der Masse der Belters ... und wie überall in solchen Situationen, auch Aufhetzer, Hassprediger und Demagogen ... äh ja, ich rede da schon noch von Expanse ... es ist bei uns ja sicher nicht so.

Bis hierher also nette und realistische Unterhaltung. Die meisten von uns schauen ja wohl wegen der menschlichen Interaktionen. Dass es menscheln muss, ist ja klar, sonst wäre eine Serie nie erfolgreich. Wir Menschen scheinen ja die Emotion zu brauchen, um überhaupt einen Bezug zu einer Sache zu bekommen.

James Holden zeigt diese Sache sehr schön in seiner Entwicklung: Gegen Ende der 2. Staffel ist er recht desillusioniert und hängt sich an Naomi, mit der wenigstens emotional angenehme Aspekte des körperlichen Daseins erlebt werden können. Darüberhinaus macht er nur noch Dinge, die ihm nahe kommen: So wie eben die Suche nach dem Kind eines Botanikers, der über Irrwege und Zufälligkeiten als Opfer einer Biospären-Zerstörung auf Ganymed auf seinem Schiff landet. Das ist nahe genug, um sich als Captain seines Schiffs fast gegen die Wünsche der Crew zu stellen, einem empfangenen Hilferuf Folge zu leisten. Dass er sich unterordnet, wissen wir natürlich, da der Hilferuf schon von jemand Wichtigem stammt.

Das Ganze ist also eine Storie von Macht, Gier, Selbstdarstellung, Menschenaufwiegelung, Krieg, Herrscher und Sklaven ... wie halt wohl in jeder erfolgreichen TV-Serie. Eigentlich langweilig ... weil man das ja nicht im TV schauen muss, es reicht, sich die Welt und unsere Menschen anzusehen.

Aber eben, da wir ja nicht mit unseren Augen auf uns selbst sehen können, müssen wir halt immer was anderes anschauen ... und hoffentlich bemerkt man dann die Reflektion.

Denn: Es gibt in Expanse ja etwas Neues: Das Protomolekül. Darum streiten sich dann alle, haben Schiss vor dem, machen mit Hilfe von potenten Egozentrikern und skrupellosen Wissenschaftlern dann dennoch all das, wovor andere mehr Respekt hätten. Das Protomolekül ist irgendwas wie Stammzellen in unserem Körper. Sie können beinahe alles werden. So ist das Protomolekül der heilige Gral für alle Phantasien, in welchen es etwas geben muss, was man in der gewohnten Welt halt nicht hat, was einem ultimate Macht verschafft.

Dass der abgehalfterte Ceres-Station-Cop Miller in der ersten Staffel hierzu übersinnliche Visionen hat, als er einen Kidnapp-Job angeboten bekommt, zeigt schon früh an, dass dieses Protomolekül weder gut noch böse es. Es ist einfach etwas anderes, bzw. es wird zu dem, was sich diejenigen Wünschen, die mit ihm in Kontakt kommen. Denn Miller, der eben die verschollene Julie finden soll, sieht jene vor seinen Augen erscheinen in Situationen, wo es brenzlig für ihn ist, wo er sterben könnte. Das gibt ihm dann den Kick zu bleiben. Dass Julie in der Form der irdischen jungen Frau tot ist, hindert ihn nicht, diesen Visionen zu folgen. So ergibt sich dann in der Folge am Schluss für Miller eine erneut physisch greifbare Julie, die allerdings nun aus Protomaterie besteht ... keine Frage: Er war ja verliebt in diese Julie, obwohl er sie nie lebendig sah. Schön der Link also zu den beständigsten Fragen aller Menschen aller Zeiten: Was ist Liebe, was ist Tod, was ist wirklich.

Miller findet mit der gewandelten Julie in einem Absturz auf der Venus einen Serienausstieg. Das Ereignis darum bleibt den anderen Akteuren in allen Staffeln ein Hinweis ... dass diese Protomaterie, um die sich alle schlagen, für sie Grosses bewirken könne ... auch wenn sie gar noch nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Es ist ja nicht mal klar, was denn auf Venus passiert sei. Erde und Mars entdecken dort nur äusserst merkwürdige Vorgänge. Eine Metamorphose scheint dort im Gange zu sein ...

Sogar die Belters kriegen diese Materie, obwohl sie nie die Ressourcen gehabt hätten, sie sich selbst zu beschaffen. Doch Naomi, selbst eine Belterin, sorgt ein Versprechen brechend dafür, dass der Stationschef von Tycho ein Sample der Protomaterie erhält. Der Zuschauer weiss mittlerweile, dass Fred Johnson zwar Schlimmes tat, aber wohl nur eine Marionette des Militärapparats war, aus seinen Taten aber gelernt und nun eine gewisse Reife erreicht hat. De facto ist er ja desertiert. Man kann es Naomi also verzeihen, dass sie ihren Captain kaltschnäuzig belog.

So haben also alle Machtinhaber die Protomaterie und tun lange so, wie wenn nicht. Das Gleichgewicht des Schreckens ist also gewahrt. Noch gibt es keinen Krieg, aber die Kriegsgurgel Sadavir ist enorm listig und bringt sogar den UN-Chef dazu, einen präventiven Militärschlag gegen die Marsianer auszulösen. Dass der das tut, ist ebenfalls Planung Sadavirs, denn er lässt danach verbreiten, dass der Militärschlag an sich nicht hätte sein müssen, denn es hätte noch eine andere Option gegeben ... die ich zwar nicht gehört hätte in der Storyline, aber egal.

Somit bereitet Sadavir das Ende des UN-Chefs vor, denn wenn je ruchbar wird, dass es anders gegangen wäre ... nicht auszudenken. Und das vor dem Hintergrund, dass der Präventivschlag gegen 5 versteckte Raketenabschussrampen der Marsianer nur bei 4 davon erfolgreich war: Eine Plattform konnte noch eine Rakete gegen die Erde starten, die dann doch glatt in Südamerika einschlug und 2 Millionen Erdlinge tötete. Ein Schelm, wer daran dachte, dass diese Ladehemmung der einen Railgun keine Störung, sondern Absicht gewesen sein könnte ...

Es menschelt also zutiefst. Festhalten daran, was war, ist auch in dieser Serie der Hitnergrund: Holdens Crew sind die Aussenseiter, zusammengemischt aus Aussenseiter aller anderen Fraktionen. Mir gefällt da der schweigsame und introvertierte Amos sehr gut, der scheinbar einem inneren ethischen Kompass folgt, der ihm zeigt, was in der Sitatution gerade richtig ist. Er ist das Kampfmodell in der Crew, wie ehedem Rutger Hauer in Bladerunner.

In The Expanse hat es für mich fast zuwenig drin, aber doch genug, um die Storyline der Autoren sehen zu wollen. Genug, weil mir eine möglichst realistische - nach unseren aktuellen Physikkenntnissen - Fiktion der näheren Zukunft im All geboten wird, zuwenig, weil es einfach ein menschelndes Endzeit-Machtspiel ist wie in Thrones oder Panem. Die Suche nach dem heiligen Gral. Für mich alt alles langweiliges Zeug mittlerweile. Da bin ich wie James Holden.

Doch eben: Die Autoren haben etwas im Spiel, die Protomaterie und die mysteriösen Ereignisse um Julie und Miller sowie die als Gastkörper missbrauchten Kinder auf Io. Keiner der Menschen hat sie im Griff, keiner weiss, was sie ist, ist es der Erstkontakt mit Aliens - die es ja in der ganzen Serie bisher nicht gibt - oder ist es eben wirklich was wie unsere Stammzellen: Erst unser genetisches Programm bringt eine Stammzelle dazu, eine Darmzelle, eine Gehirnzelle, eine Hautzelle zu werden. Könnte die Protomaterie also von umsichtigen Leuten zum Wohle aller genutzt werden? Ist die Gesinnung der "Nutzer" der Protomaterie das Äquivalent zum genetischen Programm unserer Körper?

Sie wird wohl irgendwie unerklärbar, nicht nutzbar bleiben müssen, dass man sie halt nur als Nebenspiel in der Serie behalten will. Denn kommt sie in die falschen Hände, wird sie zur Waffe und einer der Kontrahenten killt die anderen. Das ist langweilig. Und die Serie endet. Entwickeln Gute und Böse die Protomaterie zu Werkzeugen, so ist es einfach wieder nur das Menschelnde - das Gleichgewicht des Grauens, der Macht wird dann einfach angehoben ...

Was anderes denn könnten uns die Autoren zeigen mit der Protomaterie? Wir Zuschauer sind ja auch nur Menschen ... wie die Autoren. Was können wir uns wirklich als nächste Evolutionsstufe vorstellen, zu der in der Serie die Protomaterie wohl befähigte? Wie sollten uns Menschen etwas zeigen können, dass die Masse der Menschen als neu und interessiert annehmen könnte, ohne ihre eigenen emotional ungelösten Konflikte automatisch als Filter und Treiber miteinzubringen? Eine TV-Serie muss Zuschauer haben. Sonst geht sie unter.

SciFi hat als einziges Genre die Möglichkeit, im Förderlichen wie im Destruktiven zu spekulieren. Jeder Zuschauer weiss, dass es Fiktion ist, eine künftige Fiktion. Gegenüber Games of Thrones eine, in die wir als Menschheit ja hineinwachsen könnten. Bie GoT ist es ja auch Fiktion, aber eine, von der unser System weiss, dass sie in einer Vergangenheit spielt. Kein Anregen, sich um die Zukunft zu kümmern. SciFi hat das jedoch: Sie kann Anregung sein, sich damit zu beschäftigen, was kommen könnte.

Dieser Aspekt ist spannend für mich. Denn deshalb bin ich ein Trekkie und kein StarWarsianer ... mir geht es nicht ums Gewohnte.

Was mir gefällt an der Serie übrigens: Lauter starke Frauenrollen. Bei den Erdlingen, bei den Marsianern und bei den Belters. Sehr schön.

Eine sehr gute Unterhaltung für all diejenigen, die Story Telling in der Verpackung von SciFi lieben.

Überraschende physische Untrainiertheiten bei Jugendlichen

Letzthin hatte ich eine Prüfung durchzuführen in einem IT-Fach. Nach dem Modul mussten 18 Fragen beantwortet werden. Wo ist da denn das Problem?

Nun, meine Prüfungen haben nur äusserst selten Multiple Choices oder andere Antwortmöglichkeiten, an denen blasses Erinnern - geschweige denn blankes Nichtwissen - noch am Strohhalm hochklettern kann. Nein, bei mir müssen die Studenten ihre Gedanken und Begründungen niederschreiben.

Sie: "SCHREIBEN? Ja wie?", ich: "Papier und Stift", sie "Was kein Computer?", ich: "Nein, wer irgendwas Elektronisches anlangt, fällt grad raus", sie "schluck".

Gut, der Tag der Prüfung kam, sie bekamen die Blätter. Nach etwa 20-30 Minuten hörte ich von den Herren der Schöpfung stammende, merkwürdige Geräusche, oder genauer gesagt, das bekannte Finger-Gelenk-Knacken. Ich blickte hin und schaute in halbwegs amüsierte Gesichter ...

... weil sie feststellten, dass sie was-auch-immer bekamen, von soviel richtiger Schreibarbeit ...

Organischer Rost halt ... ;-)

Die Arthrose Lüge - Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht

Der Titel war schon provokativ, aber das war es doch noch nicht, was mich dazu bewog, an seinen Vortrag nach Basel zu fahren - wo er doch zwei Tage zuvor schon in Zürich präsent war. Nach Basel fuhr ich gerne, um meine beste Freundin zu treffen - und dann mir ihr zusammen nach einem netten gemeinsamen Abendessen noch den Vortrag hören zu gehen.

Das Thema interessierte mich, weil der Herr Liebscher einer der bekanntesten und immer mehr gerühmten Schmerztherapeuten ist. Obwohl er kein Modiziner ist. Das ist halt so, dass Quereinsteiger oft ein Thema anders sehen als indoktrinierte, eingeseifte Fachidioten.

Das klingt jetzt etwas hart, war nur teilweise so gemeint. Wahr: wenn man eine Ausbildung macht, erhält man einen Brainwash - wohl dem, der seine eigene Urteilsfähigkeit trotz dem ins Danach hinüberretten kann. Wissenschaft und Medizin ist derart empirisch, dass man schnell mal meint, man hätte eine Wahrheit erreicht - und diese dann vehement verteidigt gegen neue Ideen. Oft zu unrecht.

Der Liebscher ist ein Maschinenbauer. Mit asiatischen Kampfsportarten vertraut. Aber kein Mediziner. Diesen Aspekt steuert seine Frau bei, die Bracht eben.

Also, das Thema an diesem Abend die Arthrose-Lüge. Provokativ, um seine Ideen ins Gespräch zu bringen. Ich habe ihn zum ersten Mal live erlebt und war ob seiner humorvollen, energetischen und feurigen Art sofort sehr angetan. Ein Visionär, 150% überzeugt von dem, was er vermitteln will.

Wieso Lüge also? Die Lüge sei, dass es ein neues Kniegelenk brauche, wenn man Knieschmerzen und eine Diagnose Arthrose habe. Er habe eine Technik entwickelt, die nach 45 Minuten den Schmerz abstellt. Nicht die Arthrose entfernt - wie soll das auch gehen in der kurzen Zeit. Aber den Schmerz abstellt. Das ist ja für manche dann schon das einzige, was sie wollen.

Er hat sich die Biomechanik eines Gelenks angeschaut und die Kräfte analysiert, die in der Bewegung auftreten. Dies konnte er sehr plausibel erklären - jedem, der mal offen und unvoreingenommen hinhörte. Denn es war ein kleiner physikalischer Exkurs. Tja, der Mann baute Maschinen, der kennt also seine Kraftvektoren und wie man Resultanten berechnet.

Dann noch etwas über Knorpel und die aktuelle Forschung dazu, dass nämlich an sich genug Stammzellen ein Leben lang in die Knorpel wandern könnten, wenn die Nutzung des Gelenks nicht eingeschränkt wäre. Die Abnutzung ist ja von der Natur eingeplant, auch ihre Reparatur. Die Arthrose entsteht nur, weil die Abnutzung schneller und quantitativ stärker erfolgt, als die natürliche Reparatur. Liebscher sagt: In seiner Technik wachse selbst bei Arthrose 4. Grades eigener vollwertiger Knorpel nach, wenn man sein Knie einfach wieder richtig belastet.

So ging es also darum, dass er erklärte, wieso man den Schmerz sofort abstellen könne, obwohl die Arthrose de facto ja noch nicht weg ist. Weil Schmerz eine Empfindung ist, die im Gehirn erzeugt wird und nichts mit der Situation vor Ort zu tun hat. Und eben auch irrtümlicherweise gelatched und nicht resettet wird.

Ein Elektronik-Begriff ... es meint einfach, dass ein Trigger einen Zustand aktiviert, der sich nicht mehr zurückstellt, obwohl das triggernde Signal schon lange nicht mehr aktiv ist. Etwas Interdisziplinarität, die ich so liebe ... :-)

Das Gehirn erzeugt die Schmerzempfindung und als (s)eine Gegenmassnahme wird dann das Gelenk in dessen Bewegung eingeschränkt - weil es ja weh tut. Dies aber erzeugt automatisch mehr Abnützung, weil das Gelenk nicht mehr seinen vollen Bewegungsbereich nutzt und damit die mechanische Last über die Zeit hinweg auf immer kleinerem Raum konzentriert. Der vorhandene Reparaturmechanismus kommt nicht mehr nach und so wird die Arthrose einfach stärker. Eine Feedbackschleife, ein Teufelskreis.

Nun weiss man auch anderswo, dass Bewegung und Übungen gerade den Gelenken gut tut. Nicht einschränken, im Gegenteil, ausdehnen! Damit der Knorpel überall gleichmässiger belastet wird.

Wem das einleuchtet, den hat Liebscher schon am Haken. Man braucht dazu aber noch etwas: Ein gerüttelt Mass an Skepsis gegenüber den traditionellen Medizindogmen und ein gesundes Mass an Erkenntnis, dass die Gesundheitsindustrie eben genau das ist, eine gewinnorientierte Industrie. Ein neues Kniegelenk? Wunderbar, ein paar tausend Stutz für die Industrie ...

Denn die Natur hat sehr wohl Systeme so entwickelt, dass sie halten. Wieso sollte eine Gelenkschmierung nach 50 Jahren problemlosen Betriebs danach plötzlich nicht mehr funktionieren? Sowas baut kein Ingenieur. Und Liebscher bringt auch grad die Analogie aus dem Maschinenbau: Man weiss, dass ein Gelenk in den nie oder selten beanspruchten Auslenkungen nicht brandneu bleibt, sondern eben auch rostet und altert, WEIL der Bereich nicht benutzt wird. Die Idee: Nur nicht belasten, dann bleibt's wie neu - ist im biomechanischen Bereich eben falsch, denn die Natur hat selbstreparierende Systeme entwickelt. Alles andere wäre Schwachsinn, wenn man keine Support- und Reparaturanlaufstelle hat ... :-)

Nur wir menschlichen Ingenieure brauchen eine Reparatur-Strategie - weil wir halt schon noch nicht soviel Ingenieurerfahrung haben wie die Natur.

Also, der langen Rede kurzer Sinn: Liebscher mache nun seit mehr als 25 Jahren diese Schmerztherapie, weil er mittlerweile beweisen kann, dass der Schmerz abgestellt werden kann, selbst wenn die Ursache ja noch vorhanden ist. Liebscher: "Arthrose tut nicht weh."

Ein Ersatz eines Gelenks löst das Problem eben gar nicht. Er hat blumig erklärt, wieso das so ist. Und ich hatte es oben schon geschrieben, es ist ein Latch, ein selbsthaltendes Relais. Nimmt man dem den Strom weg, fällt es ab und der Schmerz ist weg. So einfach und einleuchtend.

Wer also angedroht bekommt, man müsse da mal eben ein Hüft-, Schulter- oder Kniegelenk einbauen, weil dann der Schmerz verschwinde ... der sollte sich unbedingt mal eine Stunde Bedenk- und Erfahrungszeit gönnen in den Händen eines Liebscher & Bracht ausgebildeten Schmerztherapeuten. Liebscher sagt, der Schmerz ist nach einer Behandlung weg, wenn der zum Thema Gelenk gehört. Wenn nicht, hat der Schmerz nicht ursächlich mit dem Gelenk zu tun. Dann hülfe ein neues Gelenk ja auch nicht - ausser dem Säckel der Industrie.

Der Schmerz bleibt auch weg, wenn man die Übungen macht, die übrigens alle im Internet als Youtube-Videos zu finden sind. Diese Übungen sorgen eigentlich nur dafür, dass Gelenke selbst in unserer Zeit wieder annähernd so genutzt und bewegt werden, wie es die Natur lange vor Büroarbeitsplätzen geplant hatte. An sich nichts Neues, aber hier halt dem Aberglauben entgegengesetzt, dass man ein Gelenk austauschen müsse, wenn was schmerzt.

Wie man sicher leicht merkt, war ich positiv überrascht von diesem Mechaniker. Es ist halt eben schon so: Wer quer einsteigt, sieht die Karawane vom Schwanz bis zum Kopf. Da fällt einem halt mehr auf, als wenn man nur den Hintern des Vordermannes sieht ... ;-)

Daher sehr empfehlenswert! www.liebscher-bracht.com/.

Windows for Commodore C64

Was wir damals schon wussten ... Windows wird's mal ... damals dachten wir aber, es sei das Allerheilmittel für den Commodore C64 ... :-)

Diese Diskette (ich hoffe, man weiss noch, was das ist) fand mein jüngerer Bruder in seinem Kram, als er neulich umzog. Das Foto war schnell gemacht und mir gesandt. Denn ich erinnere mich nicht mehr, was wir damals programmierten. Aber ich nehme an, es war in Assembler ... damals zumindest mein Hobby ...

Dafür erinnere ich mich noch an ein anderes Projekt, eine universale und natürlich geniale Inputroutine für Basic, geschrieben in Assembler. Die konnte alles ... aber: nachdem sie geladen war, gab's keinen Speicher mehr, um was Sinnvolles damit zu machen ... tja :-)

Das Einzige, was sie uns einbrachte, war eine Publikation in dem damaligen 64er Magazin ...

Häja, 38911 Bytes Free ... ohne unsere Inputroutine ... danach, eben, weiss ich nicht mehr ... :-/

Danke Bruderherz!

Emil zum 85.

Obwohl ich irgendwie noch nie in meiner Erinnerung ein grosser Emil-Fan war, weiss ich doch, dass ich als Kleiner offenbar alles mitgenommen habe, was man damals hören konnte von ihm. Wohl weil meine Mutter Emil für sich hörte und ich einfach alles mitbekam.

Dass Emil Steinberger nun 85 ist und aussieht wie ein 60-jähriger, ist schon phänomenal. Und dass er immer noch - oder besser - wieder auf der Bühne steht, gehört wohl dazu. Seine Freude an der Freude, die er anderen bereiten kann - scheint sicher gut zu tun.

Dass er fast nie über den Tod nachdenkt, weil der Wechsel einfach kommen wird, finde ich auch toll. Damit meine ich, dass er sich keine Gedanken darüber macht, wie schlimm oder was auch immer das sein soll. Wie auch immer.

In der TV-Gala hat der Emil seine Texte nur leicht verändert, der Blazer, ausgesprochen Bläser, war dann aktuellerweise auch ein Laubbläser ... schöne kleine Anpassungen, wie auch in den Bauernregeln ...

Natürlich kann ich auch alle Bauernregeln auswendig, inklusive Ogtern und der Polizeiwache Viertelvordrei ... und natürlich dem Chileli vo Wasse. Gegenüber den Aufnahmen vor 40 Jahren ist er etwas langsamer, aber sein Mimik hat definitiv gewonnen. Das Jätututu beim Kinderwagen und die Bräsigkeit gegenüber den Welsch-Sprechenden im Zug beim Chileli ... sehr schön ...

Eben, da ich an sich kein Emil-Fan aufgrund seiner Comedy war, aber doch bemerke, dass ich alles von ihm rezitieren kann, kam ich von der TV-Show nicht weg, obwohl ich ja gar nicht die Absicht hatte sie zu sehen.

Emil ist halt einfach ein faszinierender Mensch, seine Lebensart ungewöhnlich, sein Erfolg ungebrochen, seine Ausstrahlung herzlich und gelassen. Erst recht heutzutage, wo er nicht mehr müsste, und es doch weiter tut: den Menschen Freude zu bereiten mit Sketches, die ohne Sex, Diffamierung, Schadenfreude etc. auskommen. Dass er darüberhinaus dafür gesorgt hat, dass die Deutschen uns niedlich finden und unser deutsches Radebrechen als Schweizerdeutsch missinterpretieren ... finde ich auch nett.

Es waren fast drei Stunden Erinnerung und Anpassungen an die Gegenwart. Sehr schön. Ich danke und wünsche alles Gute, dem Emil.

SRF Private Banking

Auch diese SRF Produktion bekommt von mir ein Chapeau! Das Thema ist aktuell, die Nachbehandlung durch ECO ebenfalls.

Es geht hier aber nur um den Film. Weil Steuerhinterziehung hierzulande keine Straftat war und für Schweizer weiterhin nicht ist im Gegensatz zu Ausländern.

Im Film ist ein Geldwäscher ins Koma gefallen, seine Tochter übernimmt. Eine Frau, die in der Jugend total abgestürzt und Systemverweigerer war. Die Jungfrau zum Kinde also. Sie geht gegen den Alte Herren Club der Geschäftsleitung an, nachdem sie gezweifelt hat, ob sie das wirklich kann. Diesen Zwist muss sie auch in der Aussenwelt mit ihrem Malerfreund austragen, der eine ganz klare Meinung dazu hat.

Der Compliance Officer, eine junge Frau, muss ja angestellt sein, ist aber der Prügelknabe für die geldbeschaffenden Kundenberater. Ihren Job kann sie nicht machen, was ihr dann letztendlich zu einer Freistellung gereicht, weil einer dieser eigenen Berater die Schuld an unvollständigen Compliance Documents ihr anhängt. Dieses Schwarz-Peter-Spiel wird dann noch von der Geschäftsleitung abgesegnet. Sie verbeisst sich in den Fall, als auch die FINMA die Bank bedrängt. Der junge High-Skill-FINMA-Detective gibt sich nicht käuflich, ist dennoch karrieregeil ... ein Wunder, wenn der standhaft bliebe ...

Der Tochter wird eine Charity-Aktion der Bank vorgestellt, die sich vorbildlich um Waisenkinder aus Süd-Afrika kümmert, indem sie diese Kinder in die Schweiz einladen. Im Privat-Jet kommen die Kleinen in die Schweiz, machen den höflichen Knicks vor der Tochter, die erkennt, dass der Kinder Pässe eingesackt werden - um als Firmenbesitzer für Fake-Firmenniederlassungen benutzt zu werden. Dieser Betrug fliegt dann auch auf, weil die Tochter immer noch eine Clean-Money-Strategie verfolgen will als sie erkennt, was für eine grosse Geldwäscherei da vor ihren Augen stattfindet - sie macht sogar einen skandalösen Auftritt vor einem ehemaligen arrivierten ANC-Kämpfer, der sich reich und ehrlich und ihren Vater verehrend gibt. Die Tochter bricht fast zusammen, der Compliance Officer übergibt ihr einen USB-Stick mit allen Resultaten der Spurensuche - es ist klar, dass sie nun entscheiden kann, wie es mit der Bank und den böhmischen Dörfern etc. weitergehen soll. Doch der Vater erwacht ... was den Verlauf des Filmendes völlig offen lässt ...

Der Film ist gut gemacht ... der Ausgang ... je nach Geschmack - für mich kein Happy-End, aber überraschend. Es reicht zu sagen "Geld korrumpiert". Sic. Nur den Whistle-Blower nicht ...

Im ECO danach einige sehr interessante Zusammenfassungen über die sündigen Banken. Eine Diskussionsrunde später wurden Meinungen geäussert, dass diese Dinge nicht mehr möglich seien. Der automatische Datenaustausch sorge dafür, dass diese Privacy für reiche Leute nicht mehr so sei wie ehedem. Es gibt natürlich immer noch Schlupflöcher - trotz massiver, gesetzlich geforderter Compliance.

Gemäss ECO ist schon viel Geld von den Schweizer Banken verschwunden - sprich abgezogen -, weil halt sehr viel Schwarzgeld rumliegt. Weil andere auf der Welt halt doch noch dreckiges Geld annehmen. Asien halt, wo in China fast jeden Tag ein neuer Milliardär aus der Asche emporsteigt ...

Oder eben, BitCoin (BTC) ... die Möglichkeit, Geld zu waschen unter den Augen aller. Weil es eben ein Hype ist derzeit.

Wieder zurück zum Film: SRF, gerne weiter in diesem Stil! Spannende Spielfilme, Lokalkolorit, aktuelle Themen ... gerne Miniserien ... sehr schön!

CO2 so hoch wie vor Millionen Jahren - scheitert das Labor-Experiment?

Heute hörte ich im Radio, dass eine Kommission feststellte, der CO2-Gehalt in der Atmosphäre 2016 sei so hoch wie letztes Mal Millionen Jahre zuvor. So ist es wohl. Auch bei uns in der Schweiz haben die Gletscher innert eines Jahres 3% ihres Eises verloren.

Nun, wer heute noch bewusst Prozesse initiiert, die mehr CO2 freisetzen als binden, handelt in meiner Sicht grob fahrlässig und in höchstem Masse ignorant. Wer solche Prozesse wider besseren Wissens erhält, weiterführt oder gar weiterentwickelt im Sinne der Vergrösserung der CO2-Abgabe, wäre eigentlich zum Wohle der Gemeinschaft - natürlich der globalen, nicht einer nationalen - zu ächten und festzusetzen, so dass seine Tätigkeit gestoppt werden kann.

So, klingt ja fast schon nach Kant. Egal. Naturgesetze sind in dieser Ebene da, beachtet zu werden. Denen ist es allerdings auch egal, ob wir's tun oder nicht. Körper, die denselben Naturgesetzen unterworfen sind, müssen es dann halt auch erdulden. Menschliche, tierische, pflanzliche, pilzartige und virale.

Da sich wohl nur eine Art freut über mehr CO2, könnte man ja auf die Idee kommen, dass eventuell die Lebensspanne des Experiments Körper mit starker und flexibler Gedankentätigkeit und grosser Planungsfähigkeit ein absehbares Ende hat. Pflanzen reduzierten wohl den CO2-Gehalt früher, starben ab, nahmen ihr gespeichertes CO2 unter die Erde, verwitterten und schlossen das CO2 als Kohle und Öl ein, tief unter der Erdoberfläche. So wurde es kühler in der Atmosphäre.

Und siehe da, nach einigen Hundert Millionen Jahre kommt eine Spezies, die diesen Vorgang mittlerweile zwar begriffen hat, aber dennoch so ignorant ist, das CO2 wieder hervorzuholen und freizusetzen. Und sich dann wundert, dass es wieder wärmer wird. Und dabei hat die sowas wie den Newtonschen Energieerhaltungssatz entdeckt.

Als Gott würde ich im TV-Ohrensessel zurücklehnen, beobachten, einen Kaffee mit Kuchen geniessen und zu mir murmeln: "Mal sehen, ob die sich noch zusammenraufen und es schaffen, die Kurve zu kriegen. Schliesslich gab ich denen genug Gehirn, Einsichts- und vor allem Kooperationsfähigkeit mit."

Als Gott würde ich dieser experimentellen Variante aber auch attestieren, dass sie sich auch selbst ausrotten kann und durchaus darf - ein Experiment soll ja auch ein Resultat haben. Petrischale halt. In dem Experimentierhabitat gibt es ja eben noch die Pflanzen. Denen könnte man ja auch ev. mal noch was zutrauen. Vielleicht beweisen die mehr Nachhaltigkeit.

Aber eigentlich ist es egal. Es ist ein Experiment. Versuch und Irrtum. Beobachtung bei Variation von Lebensbedingungen. Vielleicht ist es ja wirklich Gott, der das Klima anheizt, als Experimentator. Häja, wir variieren ja auch die Rahmenbedingungen bei unseren Laborversuchen. Wieso soll Gott es anders machen, wenn er schon nicht ein "Leben nach Zahlen" programmiert hat. Der war halt schon klever, wollte wohl einen Turing-Test für sich selbst entwickeln.

Als Gott hätte ich da auch kein Problem, dass da mal was aus dem Ruder liefe ... der Labor-Desinfizierer kommt eh in 1-2 Milliarden Jahre vorbei und flammt mal alles sauber ab. Da wird dann auch grad die Kugel geputzt, wenn nicht grad mit entsorgt.

Vielleicht ein kleines Ärgernis, wenn diese Experiment dummerweise noch ein anderes Sonnensystem infizieren könnte ... "Hmm muss mal Vorsorge treffen. Hey Siri, mach einen Termin zur Überprüfung der Situation, in, sagen wir mal, 500'000 Jahren. Prüfe schon mal, ob dann ein paar mittelgrosse Meteoriten in der Nähe wären für den Fall der Fälle". "Ich habe für den 30. Oktober 502'017 einen Termin zur Überprüfung der Situation eingetragen". "Danke Siri, das wär vorerst alles. Jetzt sehe ich mir mal die Situation auf Kepler 452b an, was sich dort so entwickelt hat die letzte Million Jahre."

Nicht, dass ich Apple derart gut fände ... aber Gott ist ganz sicher ein vielbeschäftigter, bärtiger, weisser, sehr alter und hoffentlich weiser Mann. Der halt experimentiert, weil ihm eine Göttin oder zumindest die Erinnerung an eine solche fehlt ... und ein Pluto, also, den Hund meine ich ...

PS: Nicht auszudenken, wenn Gott auch noch Alzheimer hätte ... *schauder*

Der sprichwörtliche Berliner Humor

Da fällt mir doch grad noch der ein: Als ich am Freitag vom Berliner Hauptbahnhof abends um bald 10 mit dem RE7 nach Schönefeld fuhr, musste der Zug kurz vor dem Ostbahnhof auf offener Strecke halten. An sich störte das niemanden, doch der Zugführer meldete sich trotzdem trocken:

"Offenbar treffen wir überraschend ein."

Jeder im Zug lächelte.

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