In-Ear Kopfhörer Bose QuietControl 30

Ich wollte mir schon lange wieder ein gutes In-Ear Headset zulegen. Allerdings will ich sowas nicht blind oder hier ungehört kaufen. Es ist jedoch schlechterdins nicht möglich, so ein In-Ear-Headset zu testen ... hygienische Gründe ...

Dabei könnte durchaus ein Laden bei den üblichen Kopfhörer-Teststationen so ein In-Ear hinstellen. Feuchttücher und es wäre erledigt. Dann würde das Personal in MediaMarkt und Konsorten auch mal noch was Sinnvolles tun ...

Ich hatte mehrere der Bose kabelgebundenen In-Ear-Headsets, die leider nicht mehr hergestellt werden. Ich war von denen beim ersten Mal schon begeistert, weil sie mit den Laschen sich im Ohr verankerten und nicht einfach nur durch den Reibungswiderstand im Ohr halten. Ich mag es ohnehin nicht, wenn Headsets sich wie Pfropfen ins Ohr stecken und mich total taub machen. Ich hatte grade letztens ein günstiges Sony ExtraBass Headset gekauft, kabelgebunden. Wenn ich das richtig einsetze, bin ich recht taub und das, was mich am meisten störte: Knochenschall ... oder wie auch immer.

Jedenfalls, wenn ich sprach oder mitsang, hörte ich mich sehr laut über den Knochenschall, der sich über die eng sitzenden Ear-Buds einkoppelte. Das mag ich überhaupt nicht. Immerhin, der Bass war recht, das Teil günstig, funktioniert. Aber zufrieden oder gar happy ist bei mir anders.

Lange schon beobachtete ich also die Boses. Da im Shop meiner Wahl letztens eine Reduktion angeboten wurde, ich nach jahrelangem "Bluetooth, ne, brauch ich nicht" doch noch vom Komfort mit Funk bei Headset überzeugt wurde, kaufte ich mir das Bose QuietControl 30 schlussendlich. Der Überzeuger war - ein Dell Nackenbügel Headset BH200 -, das seit über 8 Jahren ungenutzt bei mir irgendwo unbemerkt und daher ungenutzt rumlag. Es ist ebenfalls ein Bluetooth-Gerät. In den letzten Monaten begann ich es zu nutzen und wurde Fan von BT-Headsets.

So kann ich grad etwas vergleichen. Der Dell ist ein kleiner Over-Ear Hörer, der dank des Bügels recht komfortabel ist, aber halt doch etwas aufs Ohr drückt und beim Fahrradfahren starke Windgeräusche induziert. Der Klang ist so, wie ich es mir wünschte, Bass ist da, nicht zu dominant, eigentlich sehr gut.

Die BT-Empfangsempfindlichkeit ist offenbar sehr gut, denn an meinen Quellen - ein stationärer PC und ein iPhone - spielt der Dell wesentlich länger ununterbrochen als das brandneue Bose, das doch schon viel früher stottert, wenn ich durch die Wohnung gehe. Das erstaunt mich, da ich erwartet hätte, dass ein fast 10 Jahre moderneres Headset besser performt. Möglicherweise ist aber auch die Bauform Grund für die unterschiedliche Empfindlichkeit.

Das Bose QC30 ist ein nettes Teil, der Tragekomfort ist des "Halsbandes" wegen recht angenehm, die Kabel der Ear-Buds sind allerdings etwas kurz: Hat man einen Kragen oder ein Halstuch um, bemerkt man beim Kopfdrehen die Straffung der Kabel und die Ear-Buds fallen raus oder lockern sich zumindest. Ist nichts Behinderndes oder Einengendes da, ist dies nie ein Problem, weil der Halsbügel an sich keine Spannungen auf die Kabel zu den Ear-Buds kommen lässt.

Meine Feststellung war zudem, dass ich entweder einen zu dicken Hals habe oder der Halsbügel schon eher knapp sitzt. Das bemerke ich aber nur, wenn ich drauf achte, ansonsten vergesse ich ihn tatsächlich. Ich bemerke auch nicht, dass sich das Hufeisen doch leicht bis stark verdreht. Drehe ich dann irgendwann mal den Kopf, fällt garantiert ein Ear-Bud raus.

Der im Bügel integrierte Ein-Aus-Taster ist abgedeckt durch eine grössere Gummi-Markierung. Der Druckpunkt ist allerdings viel kleiner als diese Markierung. Das macht es erstens schwierig ihn zu treffen und zweitens muss ich auch noch stark drücken. Es ist bei meinem Modell so, dass ich den Schalter nicht drücken kann, wenn ich den Bügel um habe. Ich muss ihn abnehmen und dann erst noch mit dem Fingernagel drücken und ggf. sogar mehrfach, wenn ich den Druckpunkt nicht auf Anhieb finde. Das ist zumindest schon mal unerfreulich für ein Headset, dass knappe CHF 300 kostet.

Das scheint unwichtig zu sein, aber man kann den Einschalter eben auch im Betrieb drücken, um via Sprachmeldung zu erfahren, mit welchem Zuspieler das QC30 grad gekoppelt und wie der Ladezustand ist. Die Sprachansage informiert auch darüber, wenn eine Verbindung unterbrochen ist.

Der Micro-USB-Port zum Laden ist etwas weiter oben am Bügel und mit einer Gummilasche abgedeckt. Irritierenderweise schaltet sich das QC30 bis auf die blinkende Power-LED komplett ab, wenn es geladen wird. Und zwar sogar so weit, dass die BT-Verbindung offenbar weg ist, und sogar die Bose-eigene App das QC30 nicht mehr findet. Das Laden scheint relativ schnell zu gehen, wobei ich da in der App schon merkwürdige Zahlen fand. Die Prozente der Ladeanzeige scheinen nicht sehr genau oder zumindest eher sprunghaft zu sein.

Wie auch immer, es geht ja ums Hören - und wenn das QC30 am Laden ist, dann ist halt nichts anderes möglich.

Zum Klang also: das QC30 ist ein Headset, das mit einer konstant arbeitenden Noise Cancellation (NC) ausgestattet ist. Die kann über die App oder zwei Tasten in der Intensität gesteuert werden, wobei sich das QC30 dummerweise den aktuellen gewählten Wert nie merkt: Schaltet man es aus und wieder an, ist die NC wieder auf 100%.

Wenn man mit der NC etwas spielt, finde ich es erstaunlich, dass deutlich erzeugtes Rauschen hörbar ist, wenn man die NC aufs Minimum setzt. Ab ca. 30% ist das Teil ruhig. Es sind allerdings Rauschfahnen zu hören, wenn ich rede - ohne was abzuspielen. Es hat die Anmutung von früheren Noise-Gates, die eben diese Rauschfahnen erzeugten. Diese sind beim Abspielen von Musik dann natürlich unhörbar. Beim Telefonieren allerdings gibt es wieder deutlich hörbare Artefakte der immer arbeitenden NC.

Ich halte von NC eigentlich fast gar nichts. Sie funktioniert nicht richtig, da sie ja immer hinterher ist und kann eh nicht alles dämpfen. Die Ear-Buds dämpfen für sich alleine schon mehr, als jede NC leisten kann. In diversen spontanen Tests, nicht nur heute und auch mit anderen Hörern, empfinde ich die NC als sinnloses Gadget, als Marketing-Argument, um mehr zu verdienen. Denn wenn man Musik abspielt, ist die Umgebung ohnehin ausgeblendet - und zwar psychoakustisch. Da braucht's keine Technik.

Ich habe an einem Teststand mal einen Sony 1000XM probiert, ein Closed-Over-Ear Kopfhörer mit NC. Dessen NC war irgendwie auch nicht das Gelbe vom Ei. Ich weiss nicht, wieso die Leute so flippen auf dieses "Feature". Die Dämpfung der physischen Teile an sich ist mehr, als die Elektronik leisten kann. Und die nuckelt ja erst noch am Akku.

Wie auch immer, am QC30 ärgert mich dann eher, dass man die NC nicht komplett abschalten kann, bzw. nicht weiss, ob die NC bei 0% Stärke ausgeschaltet ist oder nicht. Ihr Wirken ist halt eben hörbar.

Der Klang jedenfalls ist gut, meinen Erwartungen entsprechend. Der Bass sogar recht prominent, die Mitten etwas zu präsent. Aber sowas ist ja ohnehin etwas Geschmackssache. Im Vergleich zum Dell ist er unmittelbarer, näher, direkter. Der Dell hat halt als Over-Ear etwas mehr Platz zwischen Membrane und Trommelfell, so scheint mir der Klang bei ihm etwas unaufdringlicher, im Vergleich zum QC30 distanzierter, luftiger. Das gefällt mir bei den Mitten, der Bass dürfte etwas stärker sein. Der QC30 ist da wie gesagt dominanter, was ich allerdings den Ear-Buds attributiere.

Ich bin kein Fan von Equalizern oder Überbetonungen. Ich mag es allerdings schon sehr, wenn der Bass trocken und prägnant ist. Der QC30 ist für meinen Geschmack da allerdings grad an der Grenze zum minimalen Übertreiben.

Das QC30 lässt sich mit bis zu zwei Geräten koppeln. Das Wechseln von zuvor gekoppelten Zuspielern ist jederzeit leicht möglich, indem man den einen stoppt, den anderen startet. Das QC30 erkennt offenbar am Nutzsignal, welchen Zuspieler es wiedergeben soll.

Die App erlaubt darüberhinaus auch, das Streamen der Soundquelle auf einen weiteren QC30. Ich weiss allerdings nicht, was man mit BT und aktueller Audio-Hardware überhaupt machen kann.

Dass mein iPhone seine Musik auf den QC30 und den Dell zugleich senden würde, ist jedenfalls eine Illusion. Meines Erachtens gibt es ja dafür keine technischen Hindernisse, aber eben. Gerne lese ich von Euch, was heute möglich ist mit BT Profilen. Letztens las ich allerdings, dass BT 5.x dieses Feature können soll.

Abschliessend kann ich sagen, dass der Klang des QC30 auf dem erwartet hohen Niveau liegt. Der Tragekomfort ist sehr angenehm, kein Knochenschall. Der Bedienkomfort ist ausreichend, denn das de facto Nicht-Brauchen-Können des Einschalters im umgelegten Halsbügel, der mühsame Druckkontakt und die komplette Deaktivierung beim Anschluss des Ladekabels finde ich an sich unpassend für ein knapp CHF 300.- teures Headset. Aber das sind Nebenschauplätze, mir geht es um den Sound.

Für mich ist der QC30 den Aktionspreis auf jeden Fall wert.

In Memoriam Jon Lord

Da komme ich von einem Openair Kino im Richterswil nach dem romantischen Film The Best Exotic Marigold Hotel mit aufgeräumter Stimmung nach Hause und setze mich noch für eine News-Review vor die Glotze, da höre ich, dass Jon Lord gestorben sei - mit 71 Jahren. Wenn ich je ein musikalisches Idol hatte, war er es. Obwohl ich spät zu Musik kam, speziell zu Hardrock, war er sofort mein Liebling, nachdem ich den Weg zu Deep Purple fand. Ich war in der Jugend eher auf Synthie-Sound aus, das Markige und Urige im Rock ging mir erst später auch in Fleisch und Blut über.

Vor allem an Konzerten zeigte Jon Lord, was ich so toll fand: Seine wilden Roundtrips - gestartet von Child in Time über diverse Klassiker wie Mozart, Bach, Strauss wieder punktgenau landend für Space Trucking - die gab es nur live und die imponierten mir als schlechten Keyboarder schon sehr. Vor allem auch, dass er eine klassische Ausbildung hatte - was ich mir trotz einiger Neigung zur Klassik doch nie antat. Damals lag mir wegen der gymnasialen Musikausbildung die Klassik nahe, Bach wegen seiner Toccata speziell.

Nach Purple mochte ich vor allem dann auch seine Alben Before I Forget, Sarabande und Pictured within haben es mir angetan. Nun, er hat es überstanden. Ich wünsche ihm alles Gute auf seiner weiteren Reise.

Le Concert - ein musikalisches Filmmärchen

Heute ging das Open Air Kino Ciné au Lac in Richterswil zu Ende. Sie hatten eine schlechte Woche erwischt – wer denkt schon, dass es im Sommer einfach mal mehr regnet als scheint. Auf jeden Fall war es schön, dass gerade zum letzten Film das Abendwetter wenigstens trocken war.

So habe ich den Film Le Concert sehen können. Der ist zwar schon aus dem Jahre 2009, doch ich kannte ihn nicht. Von der Beschreibung her klang es wie "Blues Brothers, auf russisch und in Klassik". Da mir Musikfilme, nicht Musicals, immer gefallen und Tschaikowski auch zu meinen gern gehörten Komponisten zählt, fand ich die Beschreibung anziehend genug, um trotz Kälte hinzugehen.

Die Storyline ist denn auch blueshaft, in jeder Beziehung. Zwar kommt da keiner aus dem Knast, aber wohnt in einem Landesknast, der allerdings seit Gorbatschow offener ist: Russland. Dort wurde vor 30 Jahren von Breschnew das höchstangesehene Bolschoi-Orchester zerschlagen, die Starviolinistin Lea mit ihrem Mann nach Sibirien geschickt, wo beide dann nacheinander starben – Lea erst nach vielen Jahren des Durchhaltens, indem sie nur im Kopf und Geiste Tschaikowskis Violinkonzert immer und immer wieder in Variationen spielte.

In Moskau ist derweil der ehemalige Dirigent des berühmten Bolschoi-Orchesters Andrey Filipov zum Hauswart des Bolschoi-Theaters abgestiegen, der sich ab und an noch beim ebenfalls aktuellen Orchesters in der Tribüne aufhält und sich in seine Vergangenheit versetzen lässt. Als bei ihm das Handy während der Probe klingelt, wird er vom Chef zusammengeschissen und muss dessen Büro putzen. Als er da zugange ist, kommt ein Fax rein, den er natürlich liest. Darin wird das Orchester als Ersatz für ein amerikanisches nach Frankreich eingeladen. Der Hauswart schnappt sich den Fax, und es beginnt die Phase des Zusammensuchens der ehemaligen Musiker. Die leben mehr schlecht als recht irgendwo in Moskaus Umgebung in den verschiedensten Berufen. Darunter auch zweifelhafte.

Der ehemalige, stockkommunistische Orchestermanager, der ehedem Andrey mitten in einer Aufführung unterbrach und sein Orchester zerschlug und Andrey mithin ein Trauma verpasste, muss aktiviert werden, weil nur der französisch kann – und eben ein Topmanager war. Als sie das Programm planen, schlägt Andrey daher auch wieder Tschaikowski vor. Der Manager weiss um den Verfall des Orchesters und will daher eine Galeonsfigur als Solistin haben. Er schlägt die junge Anne-Marie Jaquet vor, die gegenwärtig zur Crème de la Crème gehört. Als diese später vom Wunsch des Bolschoi-Orchesters nach ihr erfährt, will sie unbedingt unter dem Maestro Andrey Filipov spielen.

Es ist wohl schon klar, dass es klappen wird, das ist wie bei den Blues Brothers. Der Weg dorthin ist recht amüsant. Der Film nimmt so ziemlich alle religiösen und andere Klischees auf und bringt sie amüsant zur Geltung. Es ist ja klar, dass in Moskau die abgestiegenen Musiker kein Geld übrig haben. Also muss unter anderem ein Sponsor her. Den finden sie auf einer Hochzeitsparty mit Komparsen. Dort brüskiert ein Neureicher mit 1000 Hochzeitsgästen einen anderen Neureichen, der ehedem nur 500 Gäste hatte, indem er ihn, der leidlich Cello spielt, auf die Bühne holt, ihn zum Spielen animiert und dann mit einer E-Gitarre üblen Lärm dazu erzeugt. Es kommt bei dem Anlass vor lauter Saufen, Drogen und leichten Mädchen zu einer Ballerei übler Sorte, in deren Tohuwabohu der Orchestermanager den blamierten Cellisten immerhin als Sponsor für das Orchester gewinnt. Fast sowas wie ein Mäzen also, der später im Film sich aber wieder als abgebrühter Abzocker auftaucht, dem Orchester aber immerhin die Flüge nach Paris zahlt.

Andere jedoch müssen die Visa zur Ausreise besorgen. Dies übernimmt eine Sippe von Roma, von denen einer eben auch als erster Geiger im Orchester spielte. Auch diese Klischees werden amüsant ausgespielt. Der Geiger konnte die Pässe zwar nicht vor dem Abflug organisieren, aber immerhin noch rechtzeitig und direkt in den Wartesälen des Flughafens. Seine Sippe spielt dort Zigeunermusik und klebt und fälscht dabei gleich die Pässe, für die jeder Musiker erst jetzt sein Portraitfoto abgeben muss. Kinder, Opas und Frauen kleben und stempeln dann grad die Pässe. Kommt ein russischer Polizist mit hoher Mütze, stehen dem plötzlich zwei ziemlich massige Zigeuner zur Seite, denen man nicht im Dunkeln begegnen möchte, und säuseln ihm humorlos ins Gesicht "Willst Du eine Massage" oder "Soll ich dir die Zukunft voraussagen". Der zieht sich selbstredend ohne Worte zurück.

So klappt die Reise also nach Paris. Dort setzen sich die Musiker natürlich ab und wollen nichts mehr mit den anderen zu tun haben – SMS, die sie auf die irgendwie illegal erhaltenen Handies bekommen, werden regelmässig ignoriert. Der Dirigent, dem es um etwas ganz anderes geht, um die hehre Musik nämlich, kriegt kalte Füsse, denn natürlich lachen ihn alle Produzenten, Vertragspartner aus oder bekritteln ihn, bzw. er merkt, dass die Mitmusiker sich einen Deut um die Musik kümmern. Das einladende Haus sieht die Musiker erst einen Tag vor dem grossen Auftritt. Dem hat es auch nur aus monetären Gründen zugesagt – weil der Ruhm des alten Bolschoi-Orchesters über die 30 Jahre noch bis in die Gegenwart hineinreicht und vor allem, weil die junge Starviolinistin eben als Zugpferd hinhält – und die alten Russen nebst Gage des Stars immer noch billiger kommen als die Amis. So übersehen sie zähneknirschend die Ausflüge der Moskowiter. Die machen bereits Geschäfte, haben sich bei Verwandten abgesetzt etc.

Allerdings kennen alle diese Musiker die Story von Lea, die ja eine von ihnen war. Als der Tag X kommt, wird das SMS rumgeschickt „Kommt für Lea" - und sie kommen alle aus den Verstecken. Zwei Trompete spielende Juden, Vater und Sohn, die klischeegemäss zuerst geschmuggelten russischen Kaviar verhökern wollen, den aber niemand will, dann umsatteln auf chinesische Billig-Handies, die sie dann ganz locker wegkriegen, kommen gar zu spät ins Orchester, mitsamt Bagage.

Immerhin hatte der Roma-Geiger die lokal ansässigen Roma-Sippen aktiviert, auf dass diese den Musikern Kleider und Instrumente besorgen – denn im sozial kalten Moskau mussten viele alles Wertvolle verkaufen.

Das Haus ist voll – auch da mit Seitenhieben auf unkundiges, empor geschwemmtes, aber reiches Buffet-Abgraser-Publikum. Die junge Anne-Marie ist bereit, Andrey steht vor seinem alten Top-Orchester und es beginnt. Die ersten Takte scheinen nicht zu harmonieren, das merken nicht nur die Musiker, sondern auch die sich von der Unfähigkeit der alten Russen bestätigt fühlenden Franzosen. Auch das Publikum erheitert sich eher als ehrfürchtig zu lauschen. Dann beginnt Anne-Maries Part.

Wie Andrey ihr in einem nostalgischen Abendessen einen Tag vor dem Konzert erzählte, ist für ihn das Ziel das Erreichen einer grossen Harmonie der gesamten Truppe, die Perfektion im Concerto für Violine und Orchester. Dabei schwärmt er von der verstorbenen Lea. Anne-Marie, die Maestro Filipov sehr verehrt, erkennt, dass er nicht sie will, sondern ein Duplikat von Lea. Er wagt es aber offenbar nicht, ihr beim Essen zu erklären, wieso er auch sie unbedingt wollte. So resigniert er, kippt Wodka umd Wodka. Anne-Marie sagt ihr Mitwirken ab und geht verwirrt. So muss der Kontrabassist, der Andrey des öfteren moralisch aufbauen musste, die Initiative ergreifen und besucht Anne-Marie bei ihrer Ziehmutter, wo er nach dem anhaltenden Niet von Anne-Marie den sphingenhaften Spruch fallen lässt, ob sie nicht doch spielen wolle, sollte sie nach dem Konzert eventuell etwas über ihre Eltern erfahren können.

Damit kriegt er Anne-Marie rum und sie kommt ans Konzert. Als sie zu spielen beginnt, passiert das, was sich Andrey erhoffte – das noch disharmonische Orchester schwingt sich ein, der Glanz, die Perfektion, die Harmonie des gerühmten Bolschoi-Orchesters, erhebt sich über die grauen Häupter der Musiker und bringt die Qualität der Musiker, die Genialität Tschaikowskis Musik und das Spiel von Anne-Marie zum Überschwappen ins Publikum, das sich kindlich staunend dem Gehörten hingibt.

Denn Anne-Marie ist – Leas Tochter. Ein noch vor deren Deportation nach Sibirien entstandenes Baby wurde in den Westen geschmuggelt, wo es bei der Fluchthelferin aufwuchs, ohne je zu erfahren, wer ihre wahren Eltern gewesen sind und was ihnen widerfahren ist. Dieses Baby wuchs auf und wurde ebenfalls zu einer Starviolinistin – ohne ihr Erbe zu kennen. Andrey und viele Musiker kannten die Lebensgeschichte, denn Lea war ja eine von ihnen. Deshalb kamen sie alle, deshalb sprang die Magie von Anne-Maries Spiel sofort auf die Gruppe über.

Im Film werden während des Konzerts sowohl Retrospektive wie auch die amüsanten und erfolgreichen Konsequenzen dieser Familienzusammenkunft ineinander geblendet. Denn das ehemalige Bolschoi-Orchester wird als Filipovs Orchester berühmt und spielt in allen grossen Häusern dieser Welt. So hat auch dieses Märchen ein Happy End.

Mir hat der Film gefallen – wohl, weil ich eine russische Seele habe, wie mir mal attestiert wurde, weil mir die klassische Musik gefällt, weil mir Harmonie zwischen Menschen verschiedenster Art gefällt und weil ich immer gerne staune, wie das Gesamte mehr ist als die Summe der Einzelnen. Und wo als in der Musik kann man das besser erleben? Es ist kein Wunder, sprechen alle von der Musik als universelle Sprache. Denn wenn mehr als einer denselben Ton spielen sollen, müssen sie sich öffnen, für das gemeinsame Ziel, für das Spiel des anderen, für das Einpassen des Eigenen – in der Absicht, den Zuhörern etwas Schönes, Bewegendes, Verträumtes, Trauriges, Erheiterndes, Verzauberndes, eben mehr als nur den Klang eines Einzelnen anzubieten. In der Musik kann meines Erachtens ein Mensch sich am besten gehen lassen ... es duldet keine Diven wie im Sport ... denn wer sich nicht unterordnet, erzeugt sofort wahrnehmbaren Missklang.

Diese Fähigkeit des Menschen, sich für etwas Grösseres einzusetzen, sich einer Funktion in der Gruppe unterzuordnen, seine Egoismen wenigstens zeitweise sein zu lassen, die ist es, die mich bewegt. Da zeigt sich immer, dass ich halt doch sehr nah am Wasser gebaut bin ... wie man so schön euphemistisch sagen kann. Oder klarer gesagt: Das Einfühlen in diese grosse Fähigkeit des menschlichen Seins bringt mich regelmässig zum Heulen. Egal wo, egal bei welcher Gelegenheit ... denn darin verschwindet das Allein-Sein, das Getrennt-Sein, die Unsicherheit, die Angst. Dann ist es eins.

In Memoriam Gerry Rafferty

Mit wenigen 63 Jahren sei gestern der Musiker Gerry Rafferty gestorben. Er hatte zwar nur einen einzigen Nr. 1 Hit, nämlich Baker Street, aber der hatte wohl das Saxophon wieder einmal als verführend(st)es Lead-Instrument herausgestellt. Dieses Sax-Solo ist wohl so bekannt geworden wie ein Gitarren-Riff aus Satisfaction oder Smoke on the Water.

Seine Musik hatte mich in meiner Jugend sehr beeindruckt, seine sehr nasale Stimme war irgendwie ein Zeichen für mich, dass man keine glockenklare Stimme haben muss, oder dass dieses Schmauchende gerade der Schlüssel zu einem eingängigen Song sein kann. Sein Album City to City begleitete mich jahrelang auf den diversen Walk-Kisten beim Spazieren in allen Gefühlslagen. Man kann sicher nicht sagen, dass er melancholisch im Grundton ist, doch mich packten damals seine eher derart ausgerichteten Songs.

Natürlich unterstützte er diese Stimme mit netten und sehr melodiösen Songs. Keine krassen Setups, schöne gefällige Pop-Songs. Baker Street ist für mich nicht mein Lieblingssong, da gibt es andere, die mir mehr einfahren. Auch aus Kooperationen mit Mark Knopfler in Total Hero.

Danke für die schönen Titel und die Erinnerungen, die ich damit verknüpfen kann. Und dafür, dass man sich trefflich streiten konnte, ob man seinen Vornamen nun Gerri oder Dscherri aussprechen musste. Eigentlich sollte ja das letztere stimmen ... nun ja, die Amis haben ja verschiedene Aussprache-Ausnahmen ...

Am 30.11. mit 50% Rabatt in die Zürcher Tonhalle zu Tschaikowsky

Gerne unterstütze ich die ESPERIA Foundation, die den Kultur- und Wissensaustausch aus der Schweiz mit der Ukraine und der Schwarzsee-Region und umgekehrt fördert. Speziell dann, wenn sie Leistungen der Ukraine in den Westen bringt, um diese Region hier klar von Russland zu trennen.

Gemäss ESPERIA-Chef Eduard Siegenthaler meinen hier im Westen immer noch sehr viele, dass Ukraine der Russe sei. Tja, wie man in Amiland halt über die Schweiz meine "Oh yeah, great, Sweden".

ESPERIA bringt ein 90-köpfiges Philharmonie-Orchester der Ukraine nach Zürich. Gespielt werden Werke von Tschaikowsky, zu Ehren seines 170. Geburtstages. Die erste Vorstellung in Basel fand gestern statt und sie habe allen Beteiligten gut gefallen, so dass es ganze fünf Zugaben gegeben habe.

In der Zürcher Tonhalle findet am 30.11.2010 die letzte Aufführung des Orchesters statt.

Ich darf dazu 20 Rabattcodes veröffentlichen, die jeweils bis zu 5 Tickets beliebiger Ticket-Klassen um 50% vergünstigen.

Einzulösen bei www.klicket.net/go/esperia für den Spielort Zürich.

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Es würde uns freuen, wenn noch möglichst viele Leute den Ukrainern einen guten Eindruck der Schweiz mit nach Hause gäben. Sollte jemand einen Rabattcode für eine andere der noch gespielten Location wünschen, kann er sich bei mir melden.

Denon AVR-4310 - Ideal für Computer-Audiophilisten?

Mein 16 Jahre alter, nicht tot zu kriegender analoger Stereo-Receiver funktioniert wunderbar, leisten muss er nur selten viel bei mir, er kann noch alles, was ich ihm zuführe. Doch halt "nur" noch analog.

Da ich seit geraumer Zeit alle meine CDs auf ein NAS abgespitzt habe, hätte ich gerne ein derart zentrales Gerät gehabt, dass direkt mit digitalen Daten umgehen kann. Natürlich, es gibt Renderer wie die Popcorn Hour etc., die digitale Musik und Videos an analoge Geräte weitergeben können. Doch wenn man Audio und Video direkt vom Verstärker aus ohne Zweitgeräte nutzen kann, ist das energie- und nervenschonender.

Im Folgenden möchte ich auf diese Verheiratung von klassischer Musiktechnik mit Computeransprüchen etwas eingehen, audiophile Superhörer schauen lieber bei Stereoplay etc. vorbei, die sich berufen fühlen, die akustischen Qualitäten zu beurteilen.

[Mehr]

Pop Around the Clock

Toll, was 3sat da veranstaltete: von gestern Abend um etwa dieselbe Zeit bis jetzt wurde da ein Konzert nach dem anderen vom Band gelassen, alle jeweils 45-90 Minuten lang. Folgende bekannte Musikstars gaben sich die Ehre:

  • Mike & The Mechanics & P.C.
  • Noel & Gem of Oasis
  • Wolf Maahn
  • Die Toten Hosen
  • Loreena Mc Kennitt
  • Celtic Woman
  • Katie Melua
  • Mark Knopfler & Emmylou Harris
  • Bob Dylan
  • David Gilmour
  • George Michael
  • Yusuf Islam: Yusuf's Café Session
  • Roger Hodgson
  • Bon Jovi
  • Genesis
  • Take That
  • Queen
  • Tina Turner
  • Lionel Richie
  • Madonna
  • Kylie Minogue
  • Herbert Grönemeyer
  • PUR & Friends
  • Westernhagen
  • Rosenstolz
  • Pink
  • Pet Shop Boys
  • Amy Winehouse
  • Mika

Leider konnte ich erst ab Queen mitgehen ... doch das war schon eine Belohnung, nochmal den damals strotzenden, grossen Freddy in Action zu sehen im Wembley Stadion. Danach brachte ich es kaum fertig, mich von der Glotze wegzureissen. Madonna hat mir gut gefallen, habe noch nie eine Show von ihr besucht, ihre Songs und Videos gefallen mir allerdings schon. Die Confessions Show begann offenbar mit 'Future Lovers'. Das kannte ich ja gar nicht, erinnerte mich aber an den Originalsong, den ich nicht mehr so im Kopf habe: Ist das nicht 'The Swinging Creeper'? Anyway, Minogue habe ich verpasst, bei Grönemeyer gign's dann weiter mit mir. Ich finde ihn in authentisch, auch wenn mir seine Songs nicht so gefallen, aber sie haben eine spürbare Tiefe.

Die nächste Pause gab's dann bei Rosenstolz, schliesslich wollte ich auch mal noch was essen.

Jetzt kommt grad die Amy Winehouse, von der ich mangels Interesse bisher wenig sah. Allerdings ist mir ihre Stimme in ihrem Hit "Rehab" schon bekannt. Hier in der Schweiz ist sie ja auch bekannt, weil sie doch ihr Konzert hier besoffen geschmissen hat, so dass die Fans danach sauer bis sehr hässig waren, dafür Geld ausgegeben zu haben.

Anyway, die Musik hat mich schadlos und erst noch gut unterhalten ins neue Jahr gebracht. Schön, so fiel es mir auch leicht, meine beiden Gastkatzen gegebenenfalls psychologisch betreuen zu können, sollten sie sich vor all den Feuerwerksknallern fürchten ...

Finde ich toll, solche Thementage. Allerdings kann man das ohne Recorder nicht voll reinziehen, denn einfach grad 24 Stunden an einem Stück sind schon knackig. Dennoch, hat mir enorm gefallen, weiter so, 3sat.

Fängt also schon erfreulich an, mein neues Jahr ...

30 Jahre Spider Murphy Gang

Dieses Jahr feierte die bayrische Band Spider Murphy Gang das 30. jährige Bestehen. Die mehr als dreistündige Gala wurde im Zirkus Krone aufgezeichnet, so dass ich sie gestern Nacht im Bayrischen Fernsehen geniessen konnte.

Ich weiss noch, als die deutsche Welle in war, kam ich mit der Band zum ersten Mal in Kontakt. Da gefiel mir der Stil eigentlich gar nicht, mir gefiel Rock'n'Roll überhaupt nicht.

Mit der Zeit ändert sich ja vieles, so auch mein Geschmack. Mir gefällt mittlerweile alle Musik, weil es mir nicht mehr nur um die Musik und den Stil alleine geht, sondern auch um das Zusammenspiel, ohne das ja nichts klappen würde - ah, da fällt mir ein, was ich doch auch heute nicht ausstehen kann, ist Freejazz. Denn da habe ich auch heute noch das Gefühl, dass es ein chaotischer Haufen durcheinander spielender Einzelkämpfer mit grossen Egos sei. Ich mag total falsch liegen, ist ja auch nur meine Meinung.

Heute sind die alle "alt", haben nichts mehr nötig und können so wirklich ihrem Spielspass nachgehen, laden Freunde ein und haben sehr viel Spass an Musik, Kontakten und können damit eine wirklich grosse Halle füllen. Und haben Freude daran, dass die Besucher nach wie vor Freude an den alten Songs haben und darauf abfahren.

Es gibt ja Künstler, die wollen nicht mehr "nur" ihr altes Liedgut bringen, schauen auf den Besucher und - nota bene - Einkommenssicherer schäbig hinab, weil der nur die alten Songs hören will. Günter und Barney scheinen sich in keiner Weise zu schad zu sein, die Schlager zu spielen, die ihrem Publikum so gefallen.

Kommen dann noch die Gäste hinzukommen und einstimmen und wiederum Freude bereiten, so ist es allerbeste Unterhaltung, ohne Lichteffekte, keine Videowände voller hektisch zuckender Bildschnitte, keine pyromanische Effekte. Einfach nur gut gespielte, bewegende Musik von angegrauten Herren, die ihr Handwerk im Schlaf beherrschen.

Wunderbar. Wenn Günther Siegel am Schluss sagte, es sollen alle wieder kommen zum 50. Jubliäum, so wird er sicher sein können, dass die Begleiter ihres Musikschaffens wirklich wieder dabei sein werden, denn die Musik hat sie in ihren Leben ja auch begleitet, wobei auch immer, sicher immer mit viel Emotion und Gefühl, denn das ist ja die Heimat der Musik.

Nach drei Stunden Show sah man ihnen an, dass selbst Musikmachen Arbeit ist: durchgeschwitze T-Shirts, etwas müde aber glückliche Gesichter. Die Besucher hätten noch lange hören wollen, doch es musste enden, sie hatten die Arbeit geleistet und verdienten das Ausruhen.

Ich freue mich auf jeden weiteren Auftritt dieser authentischen Band. Mögen sie noch lange viel Spass am Zusammensein haben.

Never change a winning team and keep on rocking!

Tolle Shows von BB and the Blues Shacks in Flims

Die Tage war ich in Flims am Blues Festival, das noch bis Silvester dauert.

Ich habe u.a. die Hildesheimer B.B. and the Blues Shacks gesehen und gehört. Eine kleine Offenbarung, echt tolle Band mit einer guten und überraschenden Bühnenshow.

Die Besetzung mit Kontrabass, Piano, Schlagzeug, Gitarre und Mundharmonika war eher in meinem Attraktionsfeld als die zuvor spielende Hamburger Kombo mit Kontrabass, Saxophon, Piano und Schlagzeug.

Mein Liebling zum Thema Blues ist eh (fast) einzig und allein der King, B.B. King. Der hat auch ne grössere Kombo mit Orgel, meinem Lieblingsinstrument.

Anyway, B.B. and the Blues Shacks besteht im Kern aus den zwei Brüdern Michael und Andreas Arlt, die Gitarre und Gesang / Mundharmonika vom Besten bieten. Der Stil reicht meines Erachtens von fast Rockabilly, Boogie Woogie, Rock'n'Roll bis doch noch Blues.

Mir hat vor allem die Umsetzung auf der Bühne gefallen, der Freeze-Gag oder die super pianissimo-dynamische Gitarrenspiel waren für mich sehr überraschsnd und erheiternd. Eine Band, die wirklich durchspielen kann, nicht nach jedem Titel eine Erholungspause braucht und wichtig tut, sondern nach einem Titel sofort in den neuen übergeht. Das gefällt mir sehr, weil ich es einfach toll finde, wenn die Stimmung nahtlos weitergeht im neuen Song.

Gespielter oder echter Spass scheint in der Band durchaus vorhanden zu sein, der die Spielfreude und eben die Liebe zu dieser Musik gut rüberbringt.

Um Mitternacht holten sie die Sängerin der Vorgruppe hinzu und liessen als Zugabe noch einmal astreine Rock'n'Roll Nummern über die Köpfe des schon etwas reduzierten Publikums fegen.

Eine tolle Stimmung, die sich in der geschmacksvoll eingerichteten Mehrzweckhalle in Flims bis zum Mitsingen aufheizen konnte.

Die Band ist auch morgen Samstag noch in der Schweiz zu sehen, nämlich im Hirschen in 9476 Weite.

Mark Knopfler - Ausgebrannt?

Gestern war ich mit einem Freund zusammen an einem Showcase Konzert von Mark Knopfler an der AVO-Session.

Er hat vor geladenem Publikum nur eine genaue Stunde gespielt, liess sich nicht zu Zugaben bewegen trotz gutem Beifall.

Gespielt hat er Songs aus seinem neuesten Album. Aber die Wirkung, die er ausstrahlte ... mein Freund sagte, er hätte das Gefühl gehabt, da spiele eine mittelmässige Gitarrenkombo.

Es war gestuhlt, so dass wir alle sassen, und ich beobachtete mich, wie ich vom sicherlich schönen eingängigen Sound eingelullt fast einschlief. Hatte ein Freund recht? Ich überlegte mir das erst nach dem Konzert. Er spielte zum Vergleich nur ein Dire Straits Song, den allerdings genialen Brothers in Arms. Da bekam er den lautesten Applaus.

Vielleicht spielte er deshalb nur ne Stunde, weil seine eigenen Songs weniger gut anzukommen schienen. Diese waren ja auch von einer gewissen Genügsamkeit, Beschaulichkeit, Anspruchslosigkeit. Nett, stimmungsvoll, Marks Alter entsprechend?

Das Schweizer TV hat die Session aufgezeichnet und wird sie irgendwann bringen. Knopfler selbst spielt im April 2008 in Zürich ein öffentliches Konzert.

Wenn er so spielt wie heute, dann ginge ich dort nur hin, wenn ich grad eine relaxte Chillout Session brauche. Es scheint, als ob der 58-jährige Schotte irgendwie sein Pulver verschossen hat. Natürlich alles gemessen an dem, was er früher produzierte.

Es war schön, aber nicht genial - und hoffentlich nicht repräsentativ für ihn oder seinen Zustand.

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