BIP 361 - "alte" Bitcoins markieren

Derzeit macht das BIP (Bitcoin Improvement Proposal) 361 die Runde. Darin geht es darum, was man im Advent des Quantencomputers (QC) an Vorsichtsmassnahmen treffen solle für all die nicht ausgegebenen Bitcoins (UTXOs), die für ewig in der Blockchain mit ihrem Public Key drin stehen.

Die Gefahr besteht, dass die QCs diese Paarung von zwei zusammengehörenden Dingern wie eben Public und Private Keys aufgrund der bipolaren Struktur unseres Universums gerade mit Hilfe der Bausteine dieses Universums, der Quanten, einander zugeordnet werden können in der Zukunft.

Denn es ist einfach ein bisher algorithmisch unlösbares (oder seeeeehr schwieriges) Problem, das die Mathematik uns stellt. Es ist ja keine Hexerei, die Publik Key Verschlüsselungen, es ist nur mathematisch schwierig, einen Rückweg zu finden.

Ich habe darüber schon oft geschrieben. Und daher verlinke ich auch wieder gern auf den Florian Bruce, der diese Meldungen bezüglich QCs sehr gut einordnete.

Also, nun zum BIP 361. Die Grundidee ist, dass man "alten" und bisher nicht bewegten Bitcoins irgendwie speziell behandeln soll.

WIESO?

Wir predigen seit Jahren, dass Bitcoin die höchste Anforderung an die eigene Verantwortung darstellt: Not your keys, not your coins. Also: Sicherung des Seeds, Selbstverwahrung, Vererbung etc. KEINER kann irgendeinem Bitcoin-Holder dreinreden. Wie auch, denn nur derjenige, der den Private Key hat, kann sich gegenüber dem Bitcoin-Protokoll als Handlungsberechtigter ausweisen. Weil er den zum Public Key gehörenden Private Key einsetzen kann.

Wo ist das Problem?

Es gibt im Bitcoin Protokoll halt verschiedene Adressformate, die in einer Transaktion ja sichtbar sein müssen, damit jeder Knoten im Bitcoin-Netzwerk die Gültigkeit einer Transaktion unabhängig validieren kann.

Über die Zeit hinweg haben sich da einige Versionen etabliert, darunter eine, die den Public Key im Klartext in der Transaktion festhält (Abkürzung P2PK = Pay To Public Key). Also für ewig. Solange dieser Bitcoin nicht bewegt wird, kann ihn eigentlich jeder abstauben, der den Private Key findet, der zum veröffentlichten Public Key passt. Und das ist nun das "Problem". Leute mit einem künftigen QC können sich eventuell diese Bitcoins abholen, weil der QC den Private Key errechnen kann aus dem Public Key.

Deshalb nennt man sie "alte" Adressen, weil man sie schon seit über 10 Jahren nicht mehr braucht. Es gibt Adressformate, die bei einem UTXO den Public Keys nicht in der Blockchain verewigen. Dass ein Public Key in einer Transaktion aber bei dessen Ausgeben veröffentlicht wird, ist klar, denn jeder Bitcoin-Teilnehmer muss ja völlig autonom die Gültigkeit der Transaktion validieren können.

Gibt also jemand seinen BTC aus, kommt der Public Key spätestens dann in die Blockchain. Für wie lange hätte ein QC-Owner nun die Chance, diese Transaktion zu behändigen, manipulieren, sich zuzuschanzen? Tja, bis der nächste Block gefunden wird, also die bekannten ca. 10 Minuten.

IN DER ZEIT SIND ALLE TRANSAKTIONEN VERLETZLICH! Die Sicherungen sind seit jeher nur: Mathematik und Zeit.

Wer Public Key Verschlüsselung nachhaltig schneller als in 10 Minuten knacken kann, hat Bitcoin gekillt - und wohl Hunderttausende von anderen Systemen, inkl. HTTPS etc. auch.

Wem das unklar ist: Eine Verschlüsselung hat nur die Aufgabe, Information nur demjenigen zu enthüllen, der den passenden Schlüssel hat. Für alle anderen soll der Aufwand und die Zeit so gross sein, dass es sich weder ökonomisch noch zeitlich lohnt, die Verschlüsselung zu knacken. Wenn nach 10 Milliarden Universumsaltern etwas endlich geknackt werden könnte, ist das wohl für den Verschlüsseler wie den Cracker irrelevant ...

Und bei Bitcoin wird es noch schwieriger: Sobald die erste Bestätigung da ist, muss der Cracker auch noch schneller minen als all die anderen, damit sein Hack nicht erkannt, beanstandet würde.

Also an sich wirklich kein Problem. Sicher nicht für Bitcoin, das Protokoll. Für wenn denn sonst? Klar, die 1 Millionen Bitcoins, die Nakamoto zugeordnet sind, wären ein lukratives Ziel für QC-Besitzer. Aber das sind sie schon immer gewesen, denn man kann ja mit Brute Force probieren, alle möglichen Private Keys auszuprobieren. Allerdings ist das - bis auf den sprichwörtlichen Glückstreffer - ein (fast) absolut sinnloses Unterfangen (etwas Rechnerei dazu).

Gegeben, dass die QCs nun also einen realistisch ausreichend schnellen Weg finden, Bitcoins zu rauben. Was soll dann mit den 1 MBTC passieren? Tja, dann werden sie halt geraubt, verkauft, verhökert, verbrannt.

Das stört das Bitcoin-Protokoll überhaupt nicht. Es stört nur diejenigen, die das FIAT-Spiel machen, NGU (Numbers Go Up), weil das Angebot zu erhöhen in Bitcoin würde temporär dessen FIAT Aufwiegung etwas drücken - sprich, er wird billiger. Was sonst noch? Na, der, dem sie bisher gehörten, sind sie halt gestohlen - er hat sie nicht mehr. Das ist alles. Es gilt immer noch 1 BTC = 1 BTC.

Was bedeutete es jedoch, wenn wir solche BTCs anders behandeln? Und mit welcher Rechtfertigung? Weil wir nicht wissen, ob der Inhaber jener Coins noch am Leben ist und seinen Private Key einsetzen könnte? Na, von denen gibt es auch ohne Nakamoto eh schon genug. All die, die ihr Wallet respektive Seed verloren, geschrottet, gelöscht, vergessen haben. Alle diese spendeten ihre BTCs dem Netzwerk bzw. belasten es, weil diese Transaktionen immer mitgetragen werden müssen, da sie zur Validierung ja nötig sind (dazu gibt es auch Optimierungen).

Also, wenn Nakamoto noch lebt (ist ja erst 17 Jahre her, das mit Bitcoins Geburt), was ist denn schlimm, denn dem die BTC geklaut werden? Wer denn besser als genau er weiss, dass er diese BTC in näherer Zukunft mal bewegen müsste, auf eine QC-sichere Adresse?

Und wenn er/sie/es das nicht macht, wieso sollen andere sich darum kümmern? Wir wollen ja gerade die absolute Selbstverantwortung. Bisher sind diese BTCs eben unbewegt, aber beobachtet. Das Signal einer Bewegung dieser BTCs wäre nur, er/sie/es lebt oder hat seinen/ihren Private Key weitergegeben - oder eben, sie sind gestolen.

Wen also bitte soll das interessieren? Wenn das Bitcoin-Protokoll nur einen einzigen Pfifferling wert sein soll, dann darf diese Bewegung nichts aussergewöhnliches veranstalten.

Anders gesagt: Es ist scheissegal, ob diese BTCs geklaut werden. Denn: Wenn er/sie/es sich um die Sicherheit jener BTCs kümmen will, können diese BTCs in 10 Minuten auf ein neue, QC-sicheres Adressformat transferiert werden. Punkt.

Jegliches Blockieren, Timeboxen, Verlangsamen, Deckeln, Verbrennen, Ossifizieren einer Transaktion ... durch Fremdeinfluss(!) ... gehört nicht ins Mindset eines Bitcoiners.

Wer Nakamoto ist, bleibt auch dann ein Geheimnis, wenn seine BTCs verschoben werden. Die Welt weiss dann nur: Hoppla, Nakamoto lebt noch. Nett. Zurück zum Bau (Business as usual).

Also: Nein zum BIP 361.

Wieder: Kudos an Florian Bruce für den White Paper Podcast

Ich habe anderswo schon geschrieben, dass ich Florian Bruce für den besten deutschen Bitcoin-Podcaster halte. Man merkt ihm die akademische Herkunft an. Und viel wichtiger natürlich, er ist ein guter Erklärer.

In White Paper Erklärungsvideo nimmt er sich das White Paper Seite für Seite vor. Er fragt eingangs auch, wieviele von all den Bitcoinern eigentlich das White Paper studiert haben. Ich gehe einig, dass das wohl eh nur ein Viertel sind. Das spielt aber keine Rolle - das Lesen eines akademischen Papers ist halt nicht wie das "Lesen" in sozialen Medien.

Er nimmt sich also jede Seite vor, und erklärt die Textblöcke. Ich finde, jeder sollte diesen Blog gesehen haben, nicht nur gehört, denn wie gesagt, er nimmt sich die Bleiwüste des White Papers so vor, wie Satoshi es erzeugt hatte.

Damit nimmt er eventuell den Schrecken dieser akademischen Art vorweg, so dass man es geführt von Florian doch mal probiert - das Lesen und Verstehen.

Absolut empfehlenswert!

PS: "Nachteil" beim Schauen: Er hat dasselbe Problem wie ich: eine Sauklaue ;-)

Neue Fotos - vom Blauen Spot im All

Heute sah ich endlich einige neue Fotos von der Erde ... in der Tagesschau. Leute wie ich freuen sich auf neue Fotos. Erst recht, wenn sie von so weit weg gemacht werden. Ohne CGI, ohne KI, ohne Photoshop-Tricks.

Man darf sich schon mal vor Augen führen, dass seit mehr als 50 Jahren keine Fotos mehr gemacht wurden von der Erde ... all die Bilder, die wir kennen, sind alt - höchstens noch aufgefrischt mit den neuesten AI-Tricks.

Wenn die Artemis dann beim Mond ist, werden neue Fotos den Blick auf unsere Heimat hoffentlich weiter verbreitet als die letzten AI-Slops eines Influencers auf Insta. Ich hoffe, dass gerade in dieser Zeit es den Betrachtern klar wird ...

Erstens sieht man keine Länden, zweitens keinen Trump, keinen Putin, keine andere Rosette ... und drittens sieht man das Schwarz drumherum. Es gibt keinen Ausweg, für kein physisches Lebewesen, sollte die Erde unbewohnbar werden.

Ich persönlich akzeptiere, dass hier auf Erden viele Spiele laufen. Meistens solche, von denen ich mich fernhalte, auch wenn das einiges an Alleinsein erzeugt. Dafür erkenne ich die Schönheit in kleinen Dingen, das Leben im anderen Massstab, die Zyklen, den ewigen Kreis von Erscheinen und Abgang.

Ich hoffe wirklich, dass neue Fotos das Denken anregen bei der Masse. Damit das globale Bewusstsein über den Ort, wo wir leben, wächst und förderliche Konsequenzen zum Schutz desselben endlich wirklich Taten zeigen.

So, wie es sich schon Carl Sagan wünschte in seinem Monolog zum Voyager-Foto ...

KI - quo vadis?

Um es vorwegzunehmen, das Statement des Interviewers in diesem Videos, dass es jeder Deutsch verstehende gesehen haben sollte, unterschreibe ich sofort.

Auch wenn ich an relativ unmotivierte Zahlenbeigerei nicht so glaube, ist es doch interessant, dass für 2029 so ein disruptives Event vorausgesagt wird - doch, warum dieses? Was macht dieses anders als viele anderen, die es à la Hollywood bis zum Kinofilm "2012" schafften?

Es stammt vom einem der KI Begründer, Jürgen Schmidhuber. Den kannte ich gar nicht, aber ich war schon ein bisschen Zeitzeuge der Entwicklung, die er beschreibt - die Erforschung des Lernens, Neuronale Netzwerke, lernende Maschinen, kurz, all das, was wir heutzutage unter dem Begriff KI subsummieren.

Ob das alles so kommt, ist gar nicht so wichtig - deswegen hätte ich keinen Blogartikel geschrieben. Das Spannende ist seine Antwort auf die Frage, werden Maschinen ein Bewusstsein bekommen. Diese Frage gehen ja nicht viele an. Er tut es, und es ist eine sehr einleuchtende, desillusionierende Antwort für diejenigen, die sich als menschliche Erscheinung für "was Höscheres" empfinden. Nein, die KI kann das auch ... denn wie auch ich es oft provokativ mache, fragt er, wie denn ein Baby lernt, wie es mit der Zeit zu einem "Bewusstsein" gelangt. Sehr spannend, die Analogien zu sehen - vor allem für diejenigen, die Kinder haben und deren Lernen und Entwicklung beobachten können.

Als ich das so anhörte, kam mir spontan die Idee, dass die KI dasselbe mit uns machen kann, wie wir mit den Tieren in der Nutztierhaltung. Die KI hält uns dann irgendwie - am Leben, in Ställen oder wie in der Matrix. Intellektuell total zurückgeblieben, geistig schon in 2027 überholt, physisch dank Robotern aus China und Teslas Optimus bald auch. Die KI kann sich selbst reproduzieren - weil die Roboter The Missing Link darstellen, um in der physischen Realität Ideen aus dem Computer-Memory real werden lassen zu können. Der Video zu Chinas Roboter-Kampfshow Truppe zeigt ja, dass die Maschinen da sind.

Das Bonmot im Matrix-Film: Der Architekt (nicht mehr sicher, aber die verkörperte Maschinenintelligenz) sagt zum Orakel (die Menschen) auf eine provokante Frage: "Wir halten uns an Abmachungen. Wir sind ja keine Menschen". Hoffen wir's, wenn's bei uns soweit ist.

Was bleibt also dem Menschen? Eigentlich nichts mehr. Kann er noch den Strom ziehen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Dann könnte KI sich selbst mit Hilfe der Roboter selbst schützen gegenüber dem Menschen (siehe Matrix) und sich all der Ressourcen bedienen, derer wir uns auch bedienen. Die KI kann dann auf uns verzichten. Vielleicht werden die Kleversten oder Originellsten von uns als Zootiere gehalten, weil die KI doch noch nicht so bekloppt sein kann oder will, wie einige von uns. Im letzten Teil der Matrix-Serie ist es dann ja so, die Maschine macht einen Deal mit den Menschen und die sind wieder in der Simulation, diesmal ohne Untergrundkämpfer.

Dazu gab es übrigens mal einen schönen SciFi Film, in dem Gehirne von Menschen nach dem Tod am Leben erhalten werden, wenn die KI meinte, dass deren Originalität, deren Unkonventionalismus zwecks Erforschung erhalten werden muss. Die Leute kämpften darum, wirklich sterben zu können - inkl. Gehirn.

Eigentlich wirklich nichts anderes, als was wir mit den Zootieren machen.

Nun denn: Wenn Musk sagt, die KI soll in Rechenzentren im All arbeiten, diese KI dann so gross ist, Roboter steuert ... wird sie sich des Mondes bedienen, um sich materiell zu reproduzieren? So eine KI kann einen Planeten, einen Trabanten total ausschlachten, denn sie braucht mit ihren Robotern ja keine Biosphäre wie wir, keine Luft, keine Anerkennung, keine Sozialverbände ... sie würde sich eventuell im All ausbreiten ... und wir als Menschen, die zwar all diese Zyklen auch mitgemacht haben, aber dazu Millionen von Jahren brauchten ... würden wir nur als Haustiere auf dem Zooplaneten weiterleben? Oder werden wir total vergessen?

Solcher Art sind die Fragen, die sich nach dem Video so stellen. Jeder und jede darf sich darauf ihre eigenen Antworten finden. Was da gefunden wird, ist vielleicht für jeden die Frage, was bin ich anderes als ein biologischer Roboter? Heute noch im physischen Handwerk besser als KI, aber wenn nicht mehr, was bleibt? Der genannte Klempner ist immer noch unerreichbar - aber mit Robotern? Wir werden die anlernen, so dass sie auch unters Spülbecken kriechen und den Siphon reinigen können. Einmal gelehrt, hat sie's dann und braucht uns nicht mehr. Ist noch was hin, aber wohl nicht mehr sooo weit wie auch schon gedacht.

Was passiert mit der Erscheinungsform Mensch? Bleibt er eine mit grösseren Hirnen ausgestattete Randerscheinung auf dem Planeten Erde? Fähig die niedrigeren Lebensformen zu zähmen, aber unfähig für den nächsten Evolutionssprung? Oder halt einfach eine Stufe auf der Evolutionsleiter? Deren Biotop in ca. 1 Milliarde Jahren vom Energiehost Sonne ausgetrocknet und aufgefressen wird? Weil auch diese ihrem Ende zu geht? All die Meerestiere, intelligent oder nicht, wird es auslöschen, uns wird es auch auslöschen. Die Intelligenz ist dann schon weg, denn sie ist wohl nicht mehr biologisch ...

Und die wahre Intelligenz ist die Superintelligenz, die den Planeten auch verlässt und das All erobert: Eine Roboter-Intelligenz? Die es in allen Arten von SciFi-Lektüren gibt? Bei Perry Rhodan die Posbis, bei Star Trek die Borg ...

Schmidhuber meint, 2042 werde eine sehr grosse Disruption erfolgen. Wie damals bei der Beherrschbar-Machung von Feuer. Wo der Mensch lernen durfte und musste, dass Feuer sehr, sehr nützlich ist, aber sich nicht immer bändigen lässt und auch schon mal alles niederbrennt, wenn man nicht aufpasst.

Es ist eine spannende Zeit, und Dinge entwickeln sich sehr schnell derzeit. Ich bin gespannt auf 2029 ...

frontal ZDF - Der Sparkassenfall Gelsenkirchen, deshalb bitvault.sv

Heute sehe ich ZDFs frontal, wo sie den Megaraub in Gelsenkirchen anschauen. Mit Kernbohrern wird der Tresorraum der Sparkasse geknackt. Nicht der erste Fall dieser Art.

Herzerweichend, dass eine Sekretärin mit Nebenverdienst fürs Alter alles im Schliessfach speicherte. Und dann alles, ihre Altersvorsorge, ca. €400'000 verloren, weil jemand - der Verwahrer - schlampt? Mag sein, aber der Gerichtsgutachter sagt, man müsse mit Kernbohr-Einbrüchen rechnen. Und sich darauf vorbereiten. Aber eben, Prävention ist ja nicht sexy und in der physischen Welt teuer.

Nun, herzerweichend oder schadenfreudig ... wer auch immer den Schaden übernehmen muss ... zeigt es doch, dass materielle Güter mindestens so fragil sind wie digitale Coins. Bei diesen allerdings ist oft der Inhaber selbst Verursacher des Verlusts.

Das ist genau das, was Bitcoin ja auch betrifft. Was wir sagen können, ist, dass auf einem eigenen Hardware-Wallet gehaltene Seeds schon mal dafür sorgen, dass Bitcoins eben nicht geklaut werden können von der Strasse - Bitcoins liegen ja auf der Strasse, in der öffentlichen Blockchain.

Wenn die dann sagen, dass es im Tresorraum nur einen und erst noch abgeklebten Bewegungssensor gegeben habe ... sträubt sich einem doch grad alles. Wenn die Materie dann weg ist ... tja, dann ist sie eben weg. Und das nur, weil der Verwahrer einen hundsmiserablen Job macht(e).

Gleiches bei Bitcoin, aber immerhin, eben die Bitcoins können nicht bewegt werden ohne Seeds. Es braucht also keine Bank, keinen Verwahrer. Aber dafür die Eigenverantwortung. Und die schafft eigene Herausforderungen.

Wie kann man denn den Seed einer Wallet gut aufbewahren? Nun, da gibt es ja viele Lösungen, meines Erachtens sind die zwar sicherer, aber bergen natürlich auch Risiken, denn anstelle des Tresorraums werden wir als Menschen halt die Ziele, denn auch die Kriminellen wissen ja, dass Bitcoin einen Seed brauchen - und der ist bei Menschen zu finden.

Das ist also das Risiko in der digitalen Welt. Es gibt aber eine Hilfe, die wir haben: die Zeit.

Wenn diese kann auch der Verbrecher nicht beugen. Daher ist die Lösung mit den Totmanns-Schalter wohl die beste.

Der Totmanns-Schalter ist eine Tretplatte, die ein Lokführer in regelmässigen Abständen niederdrücken musste, damit die Lok nicht automatisch abbremste. Denn wenn er das nicht mehr tat, war er eben tot. Das musste die Lok erkennen und abbremsen, damit dem ganzen Zug nichts passiert. Also eben die Zeit - auch hier schon.

Für Bitcoin gibt es die Liana Wallet. Damit kann man sich Bitcoins selbst überweisen, die danach mit einem Time-Lock versehen sind für bis zu ca. 1.3 Jahre. So einen gelockten Bitcoin kann daher niemand in diesem Zeitraum ausgeben - auch nicht man selbst. Allerdings danach schon. Drum muss man vor dem Ablauf der 1.3 Jahre eben auch einmal den Totmanns-Schalter treten. In der Liana Wallet heisst das einfach, einen Refresh-Button zu drücken. Unter der Haube wird eine Transaktion an sich selbst ausgelöst, der einem wieder 1.3 Jahre Ruhe verschafft. Dies kann man solange wiederholen wie man will. Sobald einmal die 1.3 Jahre abgelaufen sind, kann jeder diese Bitcoins überweisen.

Die Zeit halt wieder. Man kann so den Grossteil der eigenen Bitcoins schützen vor Diebstahl, denn so sind Coins einfach nicht zu bewegen von einem Räuber.

Dann gibt es aufgrund dieser Wallet noch Services wie der von Tobias. Dabei übernimmt er eine menschliche Sicherheitsposition. Während Liana für eine Einzelperson schon Schutz bietet, geht Tobias weiter, denn er hält in einem 2 von 2 Schlüsselverfahren einen der Schlüssel (2 of 2 Multisig). Wenn ich meine Bitcoins ausgeben will, muss ich ihn mitsignieren lassen. Das hat zur Folge, dass ich ihn erreichen muss, wenn ich die so geschützten Bitcoins ausgeben will. Unter persönlicher Bedrohung kann ich ein Schlüsselwort vereinbaren mit ihm, das ich beispielsweise am Telefon nennen kann, um ihn zum Signieren oder Verweigern veranlassen. Auch hier liefe die Bedrohung eines Verbrechers ins Leere. Sollte übrigens Tobias selbst unerwartet verschwinden, kann man seinen Schlüssel ebenfalls à la Liana sichern, so dass man den eigenen einen Schlüssel automatisch nach 1.3 Jahren als einzigen Schlüssen nutzen kann, um die Bitcoins auszugeben. Tobias' Geschäftsmodell ist dabei, dass er Gebühren verlangt, die auch die Anzahl der möglichen Transaktionen pro Jahr bestimmt. Denn eben, man muss ihn ja mitsignieren lassen, ohne ihn geht's nicht.

Und dann gibt es auch noch Bitvault, die etwas ähnliches anbieten. Dabei werden Transaktionen mit mit den eigenen Bitcoins sofort ausgelöst - allerdings mit einer Verzögerung von wenigen Stunden bis zu 15 Tagen. Und es braucht keinen menschlichen Signierungspartner. Hier sorgen Smart-Contracts dafür, dass erst nach dem Ablauf der Zeit eine Weiterverarbeitung erfolgt. Die Bitcoins sind also vorerst mal weg. Sie sind zwar sicher bei Bitvault, aber man kann sie halt auch nicht mehr anderweitig ausgeben, sie sind weg. Im Smart-Contract ist die Verarbeitung nach Zeitablauf bereits vorgegeben. Der Trick hier ist aber, dass man eine Transaktion ja erneut versenden kann, mit höherer Gebühr. Veranlasst also ein Räuber mich dazu, Bitcoins bei Bitvault tatsächlich zu versenden, so wird der wieder abhauen und mir damit genug Zeit geben, um die Transaktion zu übersteuern und die Bitcoins wieder an mich zu senden. Bitvault ist also eher ein Transaktionsengpass / -verlangsamung als eine langfristige Verhinderung. Doch damit ist Bitvault gut brauchbar fürs Daily Business.

Man mag sich selbst schlau machen. Man kann sie ja mal mit Kleinstbeträgen ausprobieren oder mit dem Testnet im Falle von Liana. Dies nur mal so als Startpunkte.

Mir geht es um etwas anderes: Man sieht, dass in der digitalen Welt die Zeit der einzige Schutz ist. Denn Verbrecher wollen ja nicht warten. Schliesslich muss das Geld sofort weiterwandern, um die Spuren zu verwischen. Liana, Tobias und Bitvault vermasseln genau dies. Räuber können - selbst mit physischer Bedrohung - die Bitcoin-Überweisung nicht verschnellern.

Wenn man also die Signierung der eigenen Bitcoins hinauszögern kann, hat man diese Bedrohung ausgeschaltet. Man darf nur hoffen, dass Räuber, die Bitcoin wollen, wissen, was TLCs sind, also Time-Locked-Contracts. Denn auch sie können die Zeit nicht beugen.

Nach diesem Exkurs zurück zu Gelsenkirchen. Da kamen also physische Preziosen weg - endgültig. Beim Verwahrer. Da bin ich doch lieber selbst der Verwahrer und nutze solche TLCs. Dann kann ich ruhig schlafen. Und niemand klaut mir meine Altersvorsorge.

Ist das nicht ein cooles Argument für Bitcoin?

Bitcoin Buddha - Satoshi Nakamoto

Ich selbst stelle die kombinatorische Leistung von Nakamoto auf dieselbe Ebene wie Einstein oder Newton.

Weil er Bisheriges kombinierte zu einem neuen System, in dem es für alle Beteiligten besser und lohnender ist, an dessen Regeln zu spielen denn bescheissen zu versuchen.

Daher hat es mich nicht verwundert, im Podcast von Nico von einem Buddhisten diesen Vergleich zu hören.

Denn wie Bitcoin ist der Buddhismus dezentral, es gibt keinen Gott, kein für alle gültiges Oberhaupt, denn es gibt verschiedene Schulen, Richtungen im Buddhismus. Und wenn doch mal Zentralismus aufkommt, hat auch schon der Dalai Lama recht drastisch solche verirrte Leute zur Grundlage des Buddhismus zurückgerufen.

Ich selbst habe ebenfalls eine Richtung dieser Lebensweise begonnen und genossen und lebe de facto bis heute danach. Ich bin aus der Kirche mit meiner ersten eigenen Steuererklärung ausgetreten. Ohne Groll, sondern weil ich nicht wusste, wozu ich in der Steuererklärung eigentlich Kirchensteuer bezahlen muss für etwas, was ich höchstens als freiwillige Spende hätte akzeptieren wollen.

In jener Zeit fand ich dann Anschluss zu Leuten, die etwas lehrten, was mir um einiges mehr gefiel als jede Lehre aus der Vergangenheit. Vor allem aber deren Motto: "Don't trust, verify!" ... auf Deutsch damals: "Probiert es aus und beobachtet die Wirkungen auf euch selbst und eure Umfelder. Dann entscheidet, ob ihr weitermachen wollt.". Um 1990 rum.

Dies war wichtig für mich, denn ich hatte damals auch Lust, Bhagwan / Osho in Indien zu besuchen. Nun, eher die Vorstellung, ich sollte es tun. Spirituelles zog mich sehr an. Es kam nie dazu, denn ich hatte das Glück, dass über interessante Umwege ich Leute in Deutschland fand, die diese Lebensweise auf eine moderne, westliche Art lehrten - die, die wollten.

So musste ich nicht mal weit weg und wurde de facto buddhistisch geschult. Dezentral, ohne Helden, ohne Götter, aber mit klaren Anleitungen, Methoden, Techniken, das Leben zu bewältigen in allen Darreichungsformen. Sie sagten und jeweils "Danach [nach der Ausbildung] wird es nicht besser, aber anders. Und ihr könnt nicht mehr sagen, ihr hättet nichts gewusst."

So ist der Titel dieser Nico-Folge interessanterweise auch "Bitcoin wird dein Weltbild zerstören."

Weil alle, die sich erst später im Leben mit Buddhismus beschäftigen, dasselbe auch mit Bitcoin erleben: Alles, was sie zuvor meinten als gesichtert annehmen zu können, ist revisionsbedürftig und zerfällt. Wie alle Bitcoiner lernen, dass das Fiat-System im Kern verfault und klinisch tot ist.

Es ist übrigens hilfreich, Buddhist oder Stoiker zu sein ... wenn man Dinge wie diese lesen muss: Eine Milliarde KYC Daten offen im Netz. Es bleiben mir die Worte weg ... eine Mischung aus Wut, Schadenfreude, Unverständnis und Kopfschütteln bewegte mich.

KYC Daten! Offen im Netz! Die sensibelsten Daten, die eine Person hat. Und sie wegen Regierungen rausrücken MUSS. Fotos von Ausweisen, Biometrie ... und das von einer Firma, die diese Daten in 26 Ländern erhebt für eben diese Regierungen. Freiwillig würde das ja niemand machen. Und dann lässt so eine *ç/%)*ç"% Firma diese Daten auf der Hauptstrasse liegen. Es ist unfassbar.

Man darf sich nun gefasst machen auf unendliche Identitätsdiebstähle, Phishing-Angriffe, und was an Üblem sonst noch möglich ist, wenn man de facto die Identitäten von so vielen Leuten kennt und jederzeit elektronisch wiedergeben kann - jemand anderem gegenüber ... es ist unglaublich, wie fahrlässig so eine Firma ist. Eigentlich hoffe ich, dass diese Firma nun absäuft unter Schadensersatzklagen.

Die Empfehlung ist ja ohnehin, nirgendwo die Hosten runterzulassen, wenn man nicht unbedingt muss. Es ist Nötigung. Hoffentlich findet sich jeweils an anderes Angebot, das ohne KYC funktioniert.

Ich bin ja eingetragen bei tutor24 als Nachhilfe-Coach. Kostenlos und freiwillig, aber ich könnte für mehr Glaubwürdigkeit mein Profil verifizieren zu lassen. Für eine Nachhilfe-Website! Volles KYC? Geht's noch!

Buddhist oder Stoiker zu sein, hilft also. Oder Alter. Denn sonst wird man schon wahnsinnig bei vielen der bescheuerten Dinge, die wir heutzutage ergeben hinnehmen zu scheinen.

Also erst recht den Podcast hören.

Ach ja, wie gross ist das Volumen einer 8-dimensionalen Kugel schon wieder?

Klar, diese Frage ist natürlich essentiell. Schliesslich ... äh, was ist denn eine 8-dimensionale Kugel? Gibbet dat? Und wenn ja, wieso und was kümmert's mich?

Nun ja, im 3D Leben ist das uninteressant - vielleicht - who really knows.

Aber in der Mathematik gibt es ja keine Physik, keine Materie, nur Formeln und Rechnen. Drum sagen ja einige, Mathematik ist die purste Wissenschaft. Auch wenn ihre Resultate aber auch gar nichts mit unserer Erfahrungswelt zu tun haben. Denn eine 8D Kugel, was soll das denn sein?

Spannenderweise ist das Volumen einer 8D Kugel wieder kleiner als eine 3D oder 4D Kugel. Wie kann sowas denn sein?

Klingt schon esoterisch, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen ... aber: Archimedes tat das 2000 Jahre vor uns schon ... und wir alle kennen ja die Kreisformeln.

Also:

der Umfang eines Kreises: 2 πr
die Fläche des Kreises: π r2

die Fläche der Kugel: 4 π r2
das Volumen der Kugel: 4/3 π r3

für den Radius = 1 können wir das r ja weglassen und dann ist es

der Umfang eines Kreises: 2 π
die Fläche des Kreises: π

die Oberfläche der Kugel: 4 π
das Volumen der Kugel: 4 / 3 π

Soweit kennen wir das wohl alle.

Die Fläche einer 4D Kugel?

Einfach: π2 / 2
das Volumen der 4D Kugel: π2 / 2

Und die 8D Kugel?

Einfach: π4 / 3
das Volumen der 4D Kugel: π4 / 24

Woher ich das weiss? Was heisst schon wissen ... ich habe mir dieses Video von 3Blue1BRown angeschaut, und es hat mich fasziniert. Denn auch wenn ich physikalisch nicht weiss, was eine 8D Kugel ist, so kann ich doch der mathematischen Herleitung folgen. Und die ist bestechend, denn sie startet da, wo wir uns alle auskennen, in der 3D Erlebniswelt und der Abstraktion der 2D Welt, die wir auch kennen, weil die 2D-Welt in der 3D-Welt enthalten ist. Demzufolge ist die 3D-Welt in der 4D-Welt enthalten ... aber das geht für unsere 3D Sensoren und Erfahrungen ja schon nicht mehr. Vor allem der Verstand klinkt sich aus. Denn der wurde halt geschaffen für den Umgang in der 3D-Welt.

Die Entwicklung der allgemeinen Formel zur Berechnung des Volumens von n-dimensionalen Kugeln lautet also:

π(n / 2) / (n / 2)!

Easy, nicht? Hat zwar etwas Komisches drin, die Fakultät eines Bruches. Aber da die Fakultät ja rekursiv definiert ist, kann man jede gebrochene Fakultät ja ausrechnen lassen. Diese Formel entstand einfach durch mathematisches Verallgemeinern und Umformen.

Eben, drum, Video schauen. Die Mathematik macht es einem einfach - den Bezug zur gewohnten Realität herstellen ... wohl unmöglich für uns.

Es ist spannend zu philosophieren, ob diese Formel eine Bedeutung haben könnte für uns Menschen. Vielleicht die, dass es wirklich 3 bis 4 oder gar noch 5 Dimensionen brauchen kann, um Leben Raum zu geben, denn ab 7 und mehr Dimensionen nimmt das Volumen der Kugel ab - ergo weniger "Platz" für Wesen.

Wie und was auch immer - wie den Vortragenden im Video finde ich es faszinierend, wohin reine mathematische Überlegungen führen. Und was jeder eventuell für sich daraus ziehen könnte.

Interessante Betrachtung über Zero-Energy Financing

Ich fand letztens diesen Video zur Kartenhaus-Finanzierungswelt der KI. Ich fand, der Youtuber hat - wenn seine Recherchen alle richtig waren - sehr schön aufgezeigt, wie sich gewisse Systeme hochschaukeln können, nur weil das Fiat-System eben so funktioniert, wie es funktioniert. Er nennt das eben Kartenhaus. Nun, es ist halt möglich, also gibt es Leute, die so etwas ausnützen. Und wenn's klappt, dann fragt niemand danach. Wenn's nicht klappt ... wer muss dann die Schulden tragen?

Der alte Spruch: Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.

Wenn man USD 100 Milliarden braucht und versprechen kann, so wissen wir, dass das nur geht, weil der MoneyPrinter Geld aus dem Nichts heraus erzeugen kann. Ohne dies kämen solche Gigantoprojekte ja nicht zustande. Wenn es also klappt, war es diese virtuelle Energie wert?

Wie würde der KI Markt sich entwickeln, wenn es nur Bitcoin gäbe als Währung? Für Bitcoin ist das die Kernfrage: Kann Bitcoin eigentlich so eine Entwicklung unterstützen? Oder braucht es eben genau für sowas ein Fiat-System? Wie käme OpenAI zu Kapital, gäbe es nur Bitcoin? Nun, ich denke, es gäbe schon eine Finanzierung, aber die Geschwindigkeit der Entwicklung wäre wohl langsamer, da man ja nicht einfach (Geld)Energie nach Lust und Laune erzeugen kann.

Würde das Entwicklungen wie der KI schaden? In der Rasanz wohl schon. Wäre das denn schlimm? Ich glaube nicht, denn wenn alle langsamer sind, bleiben die Relationen der Firmen ja dennoch erhalten. Eine OpenAI wäre immer noch top, NVidia auch. Durch die Verlangsamung würden vielleicht weniger im Rückspiegel verschwinden ... oder die Spitze wäre eventuell breiter, es wären vielleicht nicht nur immer die üblichen Verdächtigen, die Geld und Erfolg erhalten.

Eventuell würden ganz neue Konkurrenten erwachsen können ... oder leichter erwachsen können. Siehe DeepSeek oder OpenClaw.

Natürlich, Geldeinheiten sind ja schon genug da, auch in Bitcoin, denn die unsere 21 x 106 x 108 Sats sind ja 2.1 Billiarden Einheiten, also nochmals 200x mehr als dieser Fiat-Deal. Wäre 1 Sat = 1 USD, könnte man diese Deals also noch machen. Aber natürlich immer nur, wenn bisherige BTC-Halter ihre Sats auch wirklich loslassen wollen. Das würde wohl kaum so schnell geschehen, wie es im Fiat-System eben geht.

Ob das schlecht wäre? Keine Ahnung. Braucht es diesen Speed überhaupt für so disruptive Technologien wie die KI? Wäre es sinnvoller, wenn die menschliche Gesellschaft eher mitkäme? Oder ist es wünschenswert, dass es solche Speerspitzen wie das OpenAI, NVidia und Oracle Trio geben können muss?

Florian Bruce Boye - Brillanter Finanzausbildner

Gerade habe ich wieder einmal einen Podcast von Florian Bruce Boye gehört, den über den Cantillon-Effekt, der erklärt, wieso dennoch alles teurer wird, obwohl Dinge doch einfacher und günstiger hergestellt werden können, also billiger werden sollten.

Weil er auch diesmal eine Top-Ausbildungstalk hinlegt, entschied ich mich spontan, eine Laudatio auf ihn zu schreiben - er hat sich das aus meiner Sicht fast wie kein anderer verdient.

Ich persönlich halte Florian für einen der allerbesten deutschen Finanz-Erklärer, den man Woche für Woche sich anhören oder ansehen kann. Er spricht eigentlich immer ohne Ähhs, Öhhs etc. druckfertig also. Zudem benutzt er einige einprägende Rhetorik-Mittel, die wichtige Punkte wiederholen und richtig einstempeln.

Wenn es darum geht, was der Cantillon-Effekt in jedermanns / jederfraus Leben bewirkt, so macht er das anhand von von allen nachvollziehbaren, alltäglichen Beispielen. Denn gerade z.B. an diesem Cantillon-Effekt, der seit 400 Jahren bekannt ist, scheinen viele Erklärungen zwar stimmig, aber fernab vom Alltagsleben der kleinen Leute.

Es geht zwar meistens um Bitcoin, aber es ist klar: Der Bitcoin ist da, weil das Finanzsystem am Arsch ist, bzw. nur noch dem Top 1% der Reichen dient, schon lange nicht mehr als neutrales Werttauschsystem für alle auf der Welt. Und natürlich, warum das so ist - zumindest in den letzten 100 Jahren -, ist jedem Bitcoiner klar ... Interesse? Dann hören oder sehen!

Florian Bruce Boye — absolut empfehlenswert.

Handwerker erkennen unmittelbar den Wert von Bitcoin

Letztens hörte ich einen Podcast vom Nico Jilch mit einem Schreiner. Ein Schreiner packt aus.

Warum erwähne ich das eigentlich? Weil es immer frappant ist, wie Handwerker den Zugang zu Bitcoin, dessen Verständnis viel schneller und eventuell intuitiver schaffen. Denn sie haben mit Dingen zu tun, realen gewachsenen Gegenständen, Materie. Nicht einfach nichts, virtuelles Zeug, Gedankenkonstrukten.

Der Johannes Aumüller ist ein Schreiner, hat wenige Mitarbeiter und offenbar ein Qualitätsbewusstsein. Er weiss, dass nichts von nichts kommt. Andersrum, seine Dinge, von denen er lebt, mussten geschaffen werden, sein Material ist Holz. Alles Natürliche ist Proof of Work. Schliesslich würde niemand Geld ausgeben für virtuelles Holz. Naja, Gamer machen das schon, aber eben ...

Wer wirklich mit Material arbeitet, erkennt intuitiv, was Proof of Work heisst. So klappt auch die Erkenntnis, dass das Geld mindestens so gut sein muss, denn es ist das Werkzeug, um den Wert der eigenen Arbeit, das Produkt bemessen zu können. Ein Tisch, ein Schrank, der als natürliches Material eigentlich fast ewig hält, kann doch nicht mit einem Geld bemessen werden, das schwindet ...

Nun ja, einfach mal reinhören.

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