Bitcoin und die Energie

Der Energieverbrauch des Bitcoin-Minings wird öfters meistens unreflektiert angeprangert. Der sei doch eigentlich nicht würdig einer fortschrittlichen Technologie. Dazu kam letztens ein sehr guter Artikel raus, den ich unten verlinke.

Zuvor aber noch ein paar Sätze zu dieser verbreiteten Ansicht, die leicht zu relativieren ist, wenn man sich 1-3 Dinge überlegt:

1. Der Energieverbrauch ist auch die Sicherung gegen Manipulation. Die Blockchain hat einen eingebauten Konsens-Mechanismus, der sicherstellt, dass bei Unstimmigkeiten, die es ja wegen ihres globalen Charakters immer mal geben kann, zügig und automatisch zur Einstimmigkeit geleitet wird. Dieser Mechanismus beruht darauf, dass man eben enorm viel Energie aufwenden muss, um die Blockchain zu verlängern. In den Anfängen der Blockchain hätte ein Grosser wie Google oder Facebook oder Amazon mit der geballten Rechenkraft das junge Pflänzchen Bitcoin noch übernehmen können. Heutzutage ist das nicht mehr möglich, weil auch diese Player nicht genug Energie = Rechenkraft = Geld aufbringen können, um die Blockchain nachhaltig zu beeinflussen. Im Gegenteil, sie müssen sogar das Risiko abwägen, dass sie mit ihrem Energieeinsatz gar scheitern könnten. Und dann wäre jeglicher Aufwand für die Katz gewesen und müsste zu 100% abgeschrieben werden. Die Sicherheit von Bitcoin besteht also gerade genau darin, dass sowohl die "guten" wie die "bösen" Miner genau gleichviel Energie aufwenden müssen, um den nächsten Block für die Blockchain zu finden. Und wenn ein "Böser" die Blockchain in seinem Sinne beeinflussen möchte, muss er noch viel, viel, viel mehr Energie aufbringen können. Und erst noch in nützlicher Frist, denn die Guten stehen ja nicht still. Das kann heute keiner mehr, egal wer oder was er ist.

2. Bitcoin-Mining verlangt nach der Premium-Energieform, das ist die Elektrizität. Und sie muss billig sein, denn sonst lohnt es sich nicht mehr zu minen. Daher sind die Gerätschaften der Miner in der Umgebung, wo es ohnehin überschüssige Energie gibt, denn Elektrizität muss in dem Masse erzeugt werden, wie sie gerade gebraucht wird. Wenn also vorsichtshalber zuviel Elektrizität erzeugt wird, muss diese verbraten werden, sollte sie grad nicht verwendet werden können. Genau da sitzen die Mining-Geräte, denn solche Überschusselektrizität ist billig. Es muss also nicht extra wegen Bitcoin ein Kraftwerk aufgestellt werden. Dennoch gilt natürlich zurecht, dass Elektrizität nicht zu 100% überall aus erneuerbaren Energien umgewandelt wird. Wenn irgendwo politisch gewollt und gefördert immer noch Kohle verheizt wird wie in Australien, ist das natürlich angesichts des Klimawandels nur verwerflich und ignorant.

3. Menschen sind gut im Ausblenden von Fakten. Das Video-Streaming, die Erzeugung von High-Tech-Geräten wie Phones, Autos, die Mobilität, etc. verschwenden auch Energie, allem voran graue Energie. Zudem gibt es viel sinnloses Verschwenden oder Versickern von Energie. Diese Faktoren sind grösser als die Energieaufnahme des Minings.

Hier also zum Artikel, der die Energiebilanz von Bitcoin sehr gut beleuchtet. Sehr empfehlenswert!

Corona, Beschränkungen, Gesundheitsterror, das BGE, und all der Rest

Heute bekam ich einen interessanten Leserbrief an die Urner Zeitung zugesandt. Damit Ihr als Leser meine nachfolgenden Gedanken dazu im Kontext versteht, hier zuerst ein Bild des Artikels:





Muss man schon sagen, mutig, sich so zu äussern? Ich hoffe doch, dass es immer noch ganz normal ist, dass man anderer Meinung sein und diese auch äussern darf – ohne irgendwelche Anfeindungen oder Ausgrenzungen zu befürchten geschweige denn zu erfahren.

[Mehr]

Solarstrom billigste Quelle in der Geschichte

Als ich diesen Artikel las, war ich erleichtert. Denn es ist ja eine Binsenweisheit, dass die Sonne die Energiequelle des ganzen Planetenlebens ist – es gäbe ohne sie ja schlichtweg nichts Lebendiges auf dem Planeten.

Nur wir meinten, wir könnten es besser mit Kohle, Öl und Atomspaltung. All diese Techniken haben wir entwickelt, statt die naheliegendeste zu erforschen.

Anyway, wenn Solarstrom nun endlich auch die Ökonomen überzeugen kann, ist es gut für mich.

Globale Erwärmung - ich befürchte, es wird sehr viel wärmer als geplant

Ich denke, selbst bei besten Anstrengungen wird es nicht unter 2° Grad abgehen können. Wieso komme ich dazu? Letzthin kam ein Forschungsschiff nach mehr als einem Jahr aus der Arktis zurück. Ihre Beobachtungen waren schon krass ... das Eis schmilzt halt viel schneller und krasser und natürlich auch unter dem Wasser ...

Eigentlich weiss jedes Kind, dass von einem Eisberg nur 1/7 über Wasser ist. Wenn wir also das Schmelzen des Eises rein visuell als nicht so gravierend ansehen, dann darf man bedenken, dass die grosse Masse des Eises ja eben unter Wasser ist, und das dieses dort auch schmilzt.

Was alle Wissenschaftler - diese wie auch unsere, die die Alpengletscher beobachten - sagen, ist die Beobachtung, dass das Eis überall viel schneller schmilzt, als sie befürchten.

Übrigens: Kein Eis, kein Wasser zum Trinken. Die Himalaya-Region wird zur globalen Durstregion ...

Und dennoch sagen sie, dass man die Erwärmung auf 3-4° beschränken könne, wenn die Welt sich anstrengt. Ich denke, das ist nicht mehr machbar, denn:

Ein Versuch zu etwas Physik:

Man nehme ein Block Eis aus dem Gefrierfach und lege ihn in eine Pfanne und heize die auf, oder in den Backofen oder in de Microwelle, ist egal. Dann messe man die Temperatur der Luft in der Pfanne oder im Backofen oder der Microwelle. Obwohl man ja Energie zuführt, indem man heizt, geht die Temperatur zunächst nicht so höher, wie man es eventuell der zugeführten Energiemenge zufolge erwarten würde.

Das ist meiner Erachtens unser aktueller Zustand der Welt.

Die zugeführte Energie geht wie im Backofen zuerst in den Schmelzprozess des Eises. Als Benefit wird die Luft noch nicht so heiss. Sobald aber das Eis komplett geschmolzen ist, geht die Energie nirgendwo mehr hin, sondern bleibt in der Luft.

Ich weiss nicht, ob die gescheiten Leute das auch miteinbezogen haben, als sie die +2° als immer noch möglich einschätzten. Ich kann das nicht glauben, angesichts der Reports all derer, die Eis beobachten.

Nun, wenn das globale Eis die Schmelzenergie absorbiert hat, dann wird's wohl losgehen ... wie aufm Rummelplatz "Bitte platznehmen zur nächsten Fahrt", ein heisser Ritt wird's für die nächste Generationen.

Ich bin an sich gar kein pessimistischer Typ, aber wenn man die Inkubationszeit globaler Effekte betrachtet ... was wir heute erleben, waren die Sünden von vor 30-50 Jahren ... ich habe Schiss vor den Auswirkungen der aktuellen letzten 20 Jahre ... echt jetzt.

Mein Körper wird sie nicht mehr erleben müssen ... ich hoffe, dass das Rosetten wie Bolzonaro auch irgendwann raffen ... und wir natürlich auch ... es wird warm auf dem Planeten, und das schadet selbst den Umgangsformen, wie letzthin eine Studie bezeugte: Je wärmer, desto energetischer die Auseinandersetzungen ... sprich ruppiger, gefährlicher ...

Es gilt halt überall der Energieerhaltungssatz: Energie kann nicht vernichtet, sondern nur umgewandelt werden. Sie wird sich ihren (Aus)fluss schon finden. Und wenn wir die CO2-Senken nicht massiv ausbauen, tja, dann wird diese Energie in Form von Hitze in der Atmosphäre bleiben ...

Ich wünsche wirklich, dass wir endlich radikal diese Energiezufuhr in die Luft stoppen. Denn nicht mal die Corona-Zäsur machte da bisher gross was aus ... schon klar, wenn man bedenkt, dass wir zwar zuhause hocken, aber Milliarden von Paketen im Online-Handel bestellen ... Zeug, das wir nicht wirklich brauchen, aber die Belohnungsemotionen befriedigen soll ...

Ich möchte nicht, dass Mensch auf sowas wie die Venus zusteuert ... sonst wird's halt so kommen wie in dem SciFi-Filmen Dune oder Elysium ...

Weg ist er, der Pöbler und Ignorant, Donald Trump

Gemeint ist natürlich Donald J. Trump. He's gone. I approve this message.

So, ich bin ja kein Amerikaner, aber was das Immigrationsland Amerika ausmachte, das verstehe ich nur zu gut. Dass im eigenen Haus nicht alles zum Besten steht, ist auch klar. Da sind alle Länder sich wohl etwa gleich bewusst. Aber ein Präsident, der für alle da sein soll, muss genau das tun und sagen: Für alle da sein. Biden sagte und repetierte: "That's the job". So ist es. Und daher bin ich extrem erleichtert, dass der Entzweier, der Pöbler, der Scheinheilige, der Lügner etc. weg ist von dieser Position.

Dass Biden mit Harris viel vor sich haben, ist klar. Biden ist alt, was natürlich geistig nichts bedeutet, aber physisch - natürlich will ich damit nichts gegen Biden sagen. Wenn er ja nicht mehr kann, kommt dann die viel jüngere Kamala Harris zum Zuge. Vielleicht ist das sowieso der Weg, dass sie im Hintergrund nicht nur vize-mässig mitarbeitet, sondern dass Biden ihr ev. mehr überlässt als in anderen Administrationen ... wie auch immer.

Ich war jedenfalls vor Erleichterung zu Tränen gerührt, als CNN Joe Biden als "elect 46th president" coram publico präsentierte.

Ich wünsche ihm und ihr alles Gute, eine gelassene Weisheit und viel Geduld. Und so werde ich sicher gerne mal wieder in die USA reisen - sofern das völlig unpolitische Virus es mal wieder zulässt.

2020 - das Jahr, in dem wir begannen, die Umwelt zu retten ...

Das würde ich gern in 10 Jahren in den Geschichtsbüchern oder wohl eher Wikipedia lesen. Dass es einen globalen Auslöser brauchte, soll als Nebenfaktum schon noch erwähnt sein. Es sei etwas gewesen, das unaufhaltbar alle Menschen auf der ganzen Welt zum Nachdenken brachte, weil es wirklich alle Menschen, unbesehen von Stand und Ausbildung, erreichen konnte. Es war ein Corona-Virus, genauer Covid-19.

Es sorgte dafür, dass alle zivilisatorischen, umweltverachtenden Auswüchse aus Angst um das eigene Leben überall dramatisch und innert Monaten zurückgefahren wurden. Der sich langsamer darstellende, aber sogar umfassendere und bedrohlichere Klimawandel konnte paradoxerweise nie dieselbe Dramatik und Konsequenz hervorbringen.

Die Menschen erkannten, dass es auch ohne diese vermeintlich fortschrittlichen Errungenschaften ging. Umweltbewusste Leute übernahmen dann die Meinungsführung und sorgten dafür, dass die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Tätigkeiten, die ja dennoch nötig blieben, nur noch klimaneutral und umweltverträglich durchgeführt wurde. Viele Länder und Regionen mussten damals erkennen, dass sie auf Klumpenrisiken gelebt hatten. Vor allem der weggebrochene internationale Tourismus führte damals vor Augen, wie stark man sich auf ihn als Einnahmequelle verliess und darob die Diversifikation der eigenen Wirtschaft davonschlittern liess. Diese Situation brachte diverse schwere Einzelschicksale hervor.

Doch das Resultat heute, 2030, ist eine klimaneutrale generelle Technologieförderung und darin ein neuer Wirtschaftszweig, die Retro-Future-Green-Tech. Wie wir alle wissen, ist sie auf der ganzen Welt als NGO vertreten und bemüht sich, die angerichteten Schäden rückgängig bzw. unschädlich zu machen.

Alle Staten haben sich bekanntlich 2021 nach der Entfernung von nationalistischen, ignoranten, isolationistischen Hetzregierungen verpflichtet, diese NGO mit 2% des BIP zu unterstützen, damit die Effekte des Klimawandels, die ja noch weit über unser Jahrzehnt hinaus wirksam sind, ihre Macht verlieren und möglichst gut und ungefährlich erlebt werden können. Ab 2021 wurde auch dem Dogma des ewigen Wachstums eine Absage erteilt.

Obwohl bereits seit 1972 in der Studie der Grenze des Wachstums die Endlichkeit aller realen Systeme, somit natürlich auch die Resourcen dieser Welt, diskutiert wurde, konnte diese mathematische Sachlage der Exponentialität bis 2021 der breiten Bevölkerung nicht nahe gebracht werden. Corona verursachte die Infragestellung der Wirtschaft, weil diese unter Wegnahme der Konsumenten einbrach. Wozu soll eine Wirtschaft dienen? Sie war mittelbar sogar verantwortlich, dass sich Corona überhaupt in die menschlichen Lebensbereiche einbringen konnte. Die Erkenntnis der Unsinnigkeit eines stetig wachsenden Wirtschaftssystems und die darauf basierenden Sozialsicherungssysteme brachten endlich den Schwenk auf eine kreislaufbasierende Wirtschaft und die Entkoppelung der Sozialsicherung von ihr.

Diese wachstumsbasiernde Systeme gelangten wegen Corona in den Fokus der Menschen. So wurde die bis dato vernachlässigte Belastung der ökologischen Systeme durch eben jene Systeme beleuchtet. Obwohl im zuvor genannten Bericht diese schon längst bekannt war, wurde sie von den Menschen weitestgehend ausgeblendet. Ein Beispiel mag das verdeutlichen: In der reichen Schweiz wurden in den wider Erwarten nicht in den Bergen sondern in den Städten zuhauf sogenannte SUVs gefahren, die total überdimensioniert Resourcen verschlangen - nicht nur Treibstoff, sondern auch vor allem Platzbedarf.

Die Verflechtungen der wirtschaftlichen Abhängigkeiten wurden durch Corona offenbar, weil deren Auswirkung in den Medien ausführlich publiziert wurden, so dass die Menschen erkannten, wie stark diese Systeme sanktioniert und während Jahrzehnten in der Öffentlichkeit nicht mehr hinterfragt wurden. Erst dies führte zu einer klaren Absage an exponentielle Wachstumsideen und der Annahme, dass Wachstum zur Erhöhung der Lebensqualität der Menschen führen könne. Dies wurde bereits um die Jahrtausendwende als nicht mehr zutreffend offenbart - Studien zeigten, dass in den industrialisierten Staaten bereits 1970 Anstieg der Lebensqualität nicht mehr mit der Wirtschaft korrelierte. Die Menschen wurden eher zu Resourcen für die Wirtschaft statt zu Nutzniessern derer.

In der logischen Folge wurde das bedingungslose Grundeinkommen realisiert, das allen Menschen einen minimalen Spielraum für den Alltag und Freizeit verschaffte, damit sie stress- und stigmafrei ihr Leben führen konnten. Wer mehr für seine Lebensgestaltung brauchte, erfuhr die Belohnung für seinen Einsatz immer weniger als Geld, sondern als soziale Anerkennung und in Form von Leistungs- oder Naturalientausch. Die resourcenfressende Wohnungspolitik wurde mangels Rendite für Private den Staaten übergeben, die die Rentabilität nur noch zur Deckung der Wartung und zum Recycling bestehender Behausungen als Ziel haben durfte.

Nach Corona haben sich die Menschen überall auf der Welt als miteinander verbunden erkannt, weil sie die globale Verbreitung des Virus als vereinigende Bedrohung erkannten. Seit 2021 verloren daher abschottende und nationalistische Regierungen ihre Macht, da sie ihren Bevölkerungen ihre Unfähigkeiten vor Augen führten. In der Folge erfuhren die meisten international zusammenarbeitenden Organisationen grossen Aufschwung. Dies führte zum heutigen globalen und unbestrittenen Konsens und Support der Retro-Future-Green-Tech NGO.

(mbdpa 2030) Martin

Lachs Essen geht nur nicht mehr, nach diesem Lanz

Heute habe ich den Markus Lanz mit Hannes Jaenicke gesehen. Der machte ein Buch über die Lachs-Produktion in Norwegen. Die Sauereien, die diese Produktion erzeugt, haben mir per sofort jede Lust auf Lachs, den ich wirklich sehr gerne habe, auf einen Schlag verdorben und abgestellt. Und schon gar nicht mehr gesund, von wegen Omega-3 Fettsäuren und sonstigem Gelaber.

Die Cocktails an Medikamenten und Soja, die aus dem Raubfisch einen gemästeten Vegetarier machen, dessen Aufzuchtsabfälle dann einfach ins Meer entlassen werden, wo andere Fische das Fressen und natürlich die Medis und resistenten Bakterien in die Nahrungskette anderer verbreiten.

Der Rest machte das Bild eines ausgemergelten Grizzly-Bären, der am Flus auf die jährlich kommenden - und eben NICHT mehr kommenden Lachs wartete und dort jämmerlich verhungerte und starb.

500'000 Wildlachse habe es in Norwegen, 500 MILLIONEN seien es in den vollautomatisierten Zuchtbecken ... Lachse lassen sich dummerweise leicht züchten ... und das befeuert die feuchten Träume von Börseninvestoren ... und natürlich zerstört die Gier nach einfacher Kohle die Umwelt und andere Lebenformen.

Ich schäme mich so, dass wir alles kaputtmachen, verrecken lassen, einen Scheiss drauf geben, wie Zusammenhänge sind, was passiert, wenn wir alles für Scheisskohle optimieren wollen. Ich kann das wirklich fast nicht mehr ertragen, das Sehen, was wir alles anrichten.

Im Lanz vom Tag zuvor war dann noch die Rede, dass die Samenbanken auf der Welt, die ja mehr oder weniger unbemerkt von der Öffentlichkeit ihre Arbeit tun, sich seriös auf den Untergang der Menschheit vorbereiten und Samen aller Pflanzen sammeln für die Teile der Menschheit, die den Untergang überleben. Seriös. Die Wissenschaft sieht es nicht mehr besser.

Ich schlage grad mal nach nach einem Blogeintrag, den ich vor vielen Jahren wohl machte ... ah hier, vor 13 Jahren, 2007.

Ich weiss manchmal wirklich nicht mehr, was mir noch Freude bereiten soll auf dieser Welt ... die ja schon schön ist. Aber die Leute darauf ... ich wiederhole mich: die Leute sollten allesamt mal von aussen auf die Erde schauen. Und sich mal Gedanken darüber machen, was er tut, dass der Pale Blue Dot weiterhin Kindern eine schöne Lebensgrundlage und Quell für Freude bleiben kann.

Ich bin froh, kam Corona ... es scheint immerhin im den Köpfen der Leute noch Potential zum Bedenken und Überdenken jahrzehntealter Dogmen zu geben. Sicher nicht bei allen, die sollten endlich von der Welt verschwinden. Mir ist eigentlich egal, wie.

Endlich: Erneuerbare Energiegewinnung billiger als fossile

Dies stimmt mich schon zuversichtlich für uns, die Umwelt und somit für alles aktuelle Leben auf diesem Planeten:

Studie zur Preisentwicklung der Energiespeicher

Wie geht's weiter mit und nach Corona (1)

Keiner weiss das, bzw. keiner weiss, wie lange Corona wirken wird. Aus meiner Sicht diskutieren wir nur auf der ökonomischen, kapitalistischen Basis. Es ist klar, dass diese Finanzjongliererei grausam sind ... 1-2 Jahre lang direkte oder indirekte Berufsverbote, Kurzarbeit ... wie man's nimmt, es geht immer nur um "Wer kann was bezahlen und woher bekommt er das Geld".

Fakt ist: Die Arbeit, wofür Menschen sich einsetzen, bleibt. Punkt. Es geht ja nur darum, dass mann/frau weniger bis ev. nicht mehr bezahlt wird, um diese Arbeit zu erledigen. Derzeit zerfallen ganze Geschäftsmodelle. Und wie in einer Dominosteine-Kaskade - wenn man einen Stein entfernt, bleibt die Bewegung der umfallenden Steine stehen.

Andersrum: Alles in unseren Wirtschaften ist vernetzt. Selbst wenn man viele Branchen retten könnte, aufgrund der Vernetzung wird das nicht oder nur zum Schaden anderer klappen. Und wer ist 'man'? Der Staat und der Staat sind wir.

Wenn Corona weiterhin so bekämpft werden muss, wie wir es derzeit machen, kippt meines Erachtens das System 'Geld gegen Arbeit'. Was bleibt denn, wenn sich diese Kausalketten eben nicht entflechten lassen?

Die psychischen Drucksituationen für Menschen allerdings sind ja auch nicht zu verachten. Siehe nur schon mal den Druck auf die vietnamesischen Kleiderschneiderinnen - weil arrogante Mode-Konzerne bereits vertraglich bestellte Ware nicht bezahlt haben. Bei denen geht's ums Verhungern, bei uns "nur" ums Zuhause-Bleiben.

Wie man's auch immer dreht, die Vernetzung aller - in die wir ja hinein gewachsen sind - drangsaliert irgendwo immer jemanden, wenn sie sich ändert.

Ok, der Staat soll helfen. Aber auch hier rechnet man ja kapitalistisch. Wenn wir nach dem schreien, wird das nicht helfen, denn solange kapitalistisches Rechnen hinter all dem steht, gilt ja nur 'Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben'.

So eine Situation ruft eigentlich nach dem bedingungslosen Grundeinkommen. Denn wie gesagt, die Arbeit bleibt. Diese Arbeit würde auch gern erledigt werden von Menschen. Aber wenn nun jeder Schiss ums Geld haben muss, wie soll den hier die Lösung ausschauen? Die Reichen sind ja nur darum reich, weil die Massen als Multiplikator denen Geld ins Portemonnaie spülen. Wenn die also ausfallen, trifft's dann auch die Reichen, zumindest trifft es bei den Normalen die nächsten Generationen. Sollen die unter einer buchhalterischen Last leiden?

Denn für physische Ressourcen ist die Erde zuständig, keine buchhalterische Zahlenspielereien. Wenn wir jetzt durch Corona gehen müssen, dann sollte der Kapitalismus einfach mal Pause machen für ein Jahr. Es ist ja schon kein natürliches System, sondern eine Gewinn-Machen-für-Besitz Maschine für Wenige.

Da wir derzeit im Kapitalismus 'dank' Corona keine Sündenböcke mehr haben, ist diese Situation möglicherweise der Beginn des Endes des Kapitalismus. Der unpersönliche Virus kennt keine Grenzen, Klassen, Gesellschaften, Glaubenssysteme, Geographien, Hierarchien, Ideologien - er ist wohl ein wahrer Demokrat und Kosmopolit ...

Home-Office ging ja nun auch von gestern auf heute. Für ich amüsant, weil ich mir dafür seit Jahren den Mund fusselig redete. Nicht, das SoHo eine Allerweltslösung wäre, aber es hat sich wohl gezeigt, dass der von den HR-Managern befürchtete Kontrollverlust über die Mitarbeiter sich nicht in Faulheit oder verminderter Arbeitsleistung derselben resultierte.

Selbst wenn sich mit kapitalistischem Denken kurzfristig eine Lösung finden lässt, vielleicht ändert sich am Glauben an dieses Goldene Kalb etwas. Nötig wäre es meines Erachtens. Eine Krise rüttelt am Stahlskelett grosser erstarrter Gedankengebäude. Und das kann der winzige Virus aus der Mikrowelt.

Nach Corona - zurück zur ... 'Normalität'?

Ich hoffe nicht, denn was war die 'Normalität'? Preisdumping, zu billiger Transport von Waren um den Planeten? Stundenlange Staus? Burn-Outs? Sinnloser Flugverkehr? Umweltzerstörung? Schlechte Luft? Stress? Überlaufene Orte? Überfüllte Züge und Strassen? Lebenszeitverschwendung in Rush-Hours? Sinnlose Events? Weiterhin globale Ignoranz gegenüber des Klimawandels? Agieren, als ob wir in 1-2 Generationen auf eine andere Erde auswandern könnten?

Also, ich hoffe doch, dass etwas von Bescheidenheit bleibt. Wie wäre es, wenn jeder wenigstens nachhaltig 1-2 Tage Homeoffice machen wird?

Normal sollte heissen: Natürlicher ... denn selbst wenn Corona als Projektionsfläche verschwindet ... der Klimawandel hat ja nicht aufgehört inzwischen.

Die Natur ist nicht persönlich. Wir sind an sich ja auch Teil der Natur, auch nicht persönlich. In diesem Sinne werden wir wohl erleben und hinnehmen müssen, was die anderen "Naturteilnehmer" erleben: In Australien werden Tierarten eventuell aussterben, weil die Population nach den gigantischen Buschbränden derart ausgedünnt ist, dass Arten halt verschwinden werden.

Wir werden sehen. Eigentlich sollte schon jeder gesehen haben, dass unsere Gesellschaft derart vernetzt ist, dass man nicht weitermachen kann, wenn ein Störeinfluss derart breitbandig alle Menschen flachlegt.

Corona ist wie die Neutronenbombe: Alles Unbelebte würde weiterfunktionieren ... aber wozu?

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