Zucker, die Geissel der industriellen Zivilisation
Heute sehe ich Kassensturz im SRF 1. Es geht um die Zuckerseilschaften.
Man weiss heute gesichert, dass Zucker ein Killer ist. Ein langsamer halt, aber es ist einer.
Mein Vater hatte Diabetes Mellitus, ich habe es. Genetische Disposition, aber natürlich auch selbst angefressen.
Die Krankenkassenprämien steigen, wir alle zahlen eine Industrie, die sich einen Dreck um die Gesundheit der Leute kümmert. Denn: Pecunia non olet.
Die Schweiz subventioniert die Zuckerrübenproduktion, verzögert die Sensibilisierung, sabotiert die Regulation. Wie üblich heisst es: Selbstverantwortung. Und wie üblich finde ich das eine verlogene Argumentation.
Denn: Im Prinzip bin ich immer für die Selbstsouveränität.
Aber um sich selbstverantwortlich zu verhalten, muss man
- das Problem als solches anerkennen
- Alternativen zur Vergügung zu haben (ist heute nur beschränkt so, es wird teurer für den Konsumenten)
- sich der eigenen Abhängigkeit bewusst werden (schwierig, denn Essgewohnheiten sind lange anerzogene, unbewusste und schwer zu ändernde Gewohnheiten)
- Zucker als billigsten Geschmacklieferanten aussortieren oder konsequent ersetzen
- Nahrungsmittel aus der unbewussten Nahrungszuführung verbannen
- erkennen, dass es der Industrie egal ist, wenn die Jugend im Alter Diabetiker werden und die Gesundheitssysteme belasten
- sich Zeit nehmen und sich schlau machen über den Food, auch den natürlichen
- erkennen, dass die Lösung zwecks Profit der Industrie in die Zukunft verschoben wird
- konfrontieren, dass man selbst ein Problem ebenfalls mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im eigenen Körper erleben wird
dann erst kann man selbstsouverän entscheiden. Wird das gefördert? Wann, wo, von wem? Wer will schon weniger verdienen?
Dazu würde also eigentlich Bildung gehören. Würde auch heissen, dass der gesamte Schulungsbetrieb ab Kindergarten schon "industriefeindlich" sein müsste, denn wo beginnt's, das Antrainieren von dummen Gewohnheiten? Oder anders gesagt, die Dressur der künftigen Cashcows? Richtig ...
Wenn die Lobbyisten in Bern also jovial sagen "Hach, immer diese Steuern und Regulierungen, wir müssen die Industrie auch schützen" ... krieg ich schon Hals.
Das ist dieselbe bigotte Art wie bei der Rüstungsindustrie: Wir produzieren Tötungsmaterial, und für den Profit exportieren wir die natürlich. Aber wehe, die dort draussen nutzen die Waffen auch. Wie schändlich, hatten wir nie beabsichtigt. Das ist zum Lachen und eine billigere Rechtfertigung als die eines Babys, das nur eines von zwei Leckerlis essen würde, wenn es beide darf.
Lest doch einfach mal einen Tag lang jede Zusammensetzungstabelle eurer täglichen Nahrung. Ihr werdet ÜBERALL Zucker finden, selbst dort, wo man es nicht erwartet, wie z.B. in Fleisch, Fisch ... oder "Vitaminwässern" ... es ist einfach unglaublich. Das sind die versteckten, geheimen Zuckerquellen.
Ich als Diabetiker habe in der Schweiz wenig Einschränkungen, denn das Gesundheitssystem "hilft" mir ja. Aber ohne Diabetes hätte ich etwas weniger Tagesroutine, und würde auch weniger Kassenprämien zahlen ... wäre genau hier die Selbstsouveränität gegeben. Aber nein, meine Eigenleistung wird seit der obligatorischen Krankenversicherung nicht mehr honoriert.
Nun ja, die Gewohnheiten sind die Endgegner einer jeden persönlichen Entwicklung. Denn sie halten uns im Schlechten, aber auch im Guten. Es lohnt sich also schon, in voller Selbstsouveränität alle Gewohnheiten mal unter die Lupe zu nehmen.
Ich habe das gelernt oder mit in die Wiege gelegt bekommen. Deshalb will ich auch keine Verbote oder Steuern, aber was ich verlange von Gesellschaften, ist die allen angebotene, neutrale Bildung zu einem Thema wie Nahrung. Solches darf nicht von Einkommen oder Herkunft abhängen. Natürlich, Bildung ist eine Holschuld. Man kann's den Leuten allerdings auch verschieden schwer machen. Honni soit, qui mal y pense.
Wenn man sich vergegenwärtigt, dass wir ja alle über diesen Lernmmechanismus ins Übel gelangt sind, könnte man ja glatt auf die Idee kommen, dass man nur den Automatisierungsmechanismus überlisten muss, damit der das Förderliche lernt und zur Gewohnheit macht. Denn Gewohnheiten, Rhythmen machen das Leben leichter und überhaupt erst möglich.
Wie man das machen kann, lehren viele.
Ich auch, denn die spirituelle Ausbildung ist meine wahre Passion.
Seit 35 Jahren.






















