Star Trek wird 60

Damit ist die Science-Fiction Serie zwar noch 5 Jahre jünger als Perry Rhodan, aber dennoch, wahrscheinlich kennen die meisten Star Trek eher als PR. Obwohl PR eine deutsche Story ist.

Man weiss ja sicher, dass viele der jetzigen, arrivierten Physiker in ihrer Jugend von Star Trek beeinflusst wurden. So auch Professor Doktor Metin Tolan der TU Dortmund. Den habe ich natürlich selbst nie persönlich erlebt, aber schon oft gesehen im TV, weil er in den populärwissenschaftlichen Formaten regelmässig erscheint. Und er hat Star Trek offenbar auch gefressen ... so wie ich ...

Er hielt im März einen amüsanten Vortrag zur Physik von Star Trek. Dies, um unter anderem zu beweisen, dass die Enterprise inklusive Besatzung eigentlich nur 158 kg schwer sein kann ... :-) ... klar, die haben ja auch Trägheitsdämpfer. Und natürlich sind die 158 kg nur die träge Masse ...

Man bedenke, dass Star Trek seit eben diesen 60 Jahren Sachen erzählt, die phantastisch sind, aber offenbar schon Konsistenz haben ...

Ähnlich amüsant ist auch dieser Vortrag, man erkennt das Thema auch schon von Weitem ... der ist zwar schon 7 Jahre alt ... aber sowas ist immer spannend zum Vergleichen, was wir heute haben, wovon vor 7 Jahren noch als Zukunft gesprochen wurde. Nur schon diese Beobachtung ist viel beeindruckender als mancher Vortrag.

The Dancing Robots bei AGT

Die Roboter sind da, und amüsanter als wie bei Amerca Got Talent konnte China wohl seine Überlegenheit in der Roboter-Technologie nicht präsentieren.

Solche die Robies nur so aussehen ist alles noch im grünen Bereich. Vor so einem müsste man noch keine Angst haben, denn die Physik gilt auch für sie. Egal, ob die Choreographie einstudiert ist, egal ob das Zurückweichen auf die Frage, ob Howie Jackie haben dürfe, schon einstudiert oder von aussen per Fernsteuerung ausgelöst wurde - oder gar per Schwarm-KI - es ist sehr, sehr erstaunlich, wo die Chinesen schon sind ... mir hat es natürlich auch sehr gefallen, die gesamte Performance.

So sehr, dass ich den Video hier grad einbette, statt wie üblich, nur auf ihn zu verlinken.

Als die ganze Truppe die Salti macht, ist das schon eine extreme Demonstration der Beherrschung des zweibeinigen Ganges durch diese Roboter. Amazing!


Kein Vergleich zu den klobigen Maschinen, die aber schon 2020 tanzen konnten ... diese jetzt sind geradezu putzig ... so einen will ich auch ...

Der SRF Wunschfilm: Die Brücken von Madison County

Es ist nun fast 20 Jahre her, eigentlich zu Beginn und Grund meines Unternehmens "Blog" sah ich diesen Film. Und heute wird er wieder mal ausgestrahlt.

Er berührt mich noch immer sehr. Sogar mehr, denn in der Zwischenzeit war ich verheiratet mit einer Frau, die ich sehr lieb(t)e. Nur bei uns klappte es nicht, das verflixte 7. Jahr, viele Jahre Unterschiede der Lebensphasen, andere Kultur ... Ich bin geschieden. Und doch, nach einer jugendlichen, vergeblichen Liebe war diese Frau meine zweite grosse Liebe ... diesmal immerhin ein paar Jahre, die Trennungsjahre nicht eingerechnet.

Mit all diesen Erfahrungen ist der Film nochmals tiefer. Ich erinnerte mich nicht mehr an alle Szenen, jetzt aber empfand ich sie dafür um so bewegender, kraftvoller.

Die Liebschaft mit dem Fotografen ging nur 4 Tage, aber sie war Quelle für Kraft und Durchhalten, Unverzagtheit und vielleicht Hoffnung auf Erfüllung geheimer Wünsche.

Der Film beginnt mit einer mühsamen und überraschenden Testamentseröffnung im Jahre 1965 vor den zwei Kindern nach dem Tode ihrer Mutter. Mit dem Lesen der letzten Worte beginnt der filmische Rückblick auf ein Leben voller Routine und einer Episode von tiefstem, zeitlosestem Glück und davon zehrendem Durchhalten, liebevoller Aufopferung für die geliebten Mitmenschen.

Die Mutter Francesca hatte 30 Jahre lang niemandem was erzählt von ihrer Affaire. 4 Tage als Strohwitwe, weil die Familie weg war zu einer Tierschau, in der sie etwas erlebte, was vielleicht jede/r mal wünscht, was auch wieder weggehen muss, weil es sonst dröger Alltag und die Vorstellungen enttäuschen würde.

Der Fotograf Robert Kincaid macht eine Reportage über die überdachten Brücken von Madison County und sie begegnet ihm, weil er sich leicht verirrte auf der Suche nach der ersten Brücke. Sie gibt ihm Auskunft und zeigt ihm der Einfachheit halber als Beifahrerin den Weg. Dort angekommen, geht er unter die Brücke und fotografiert. Derweil beobachtet sie ihn von der Brücke aus. Es ist heiss und er gibt ihr einen Blumenstrauss. Dann fahren sie wieder zurück und wollen sich verabschieden, aber sie lädt ihn zu einem Eistee ein.

Es beginnt etwas Neues, der Zauber, der allem Neuen innewohnt. So erzählen sie sich ihre Leben. Sie vor allem ihrs. Robert ist neugierig, denn er kommt halt rum. Sie erzählt von einem routinebasierten geruhsamen, ritualisierten Leben. Es sie nicht das, was sie sich als junges Mädchen vorstellte, aber so sei es halt.

Er hilft ihr beim Kochen, sie unterhalten sich nach dem Essen, sie lachen, sie erfreut sich wie ein Teenager über dieses unbeschwerte Abendessen. Sie ist fasziniert von den Erzählungen des weitgereisten Fotografen aus der weiten Welt. Es wird spät abends. Die Gesprächsthemen gehen tiefer. Er ist geschieden, weil er als Fotograf nicht zuhause sein konnte/wollte. Sie sieht immer dieselben paar Leute im Alltag. Sie hat Familie, er hat keine Familie, er liebt alle Menschen, sie kann das nicht genau verstehen. Das führt sogar zu kleinen Reibereien, er will darob gehen und fährt weg. Sie ist wieder alleine auf ihrer Ranch, sie pflegt sich, steht vor dem Spiegel, betrachtet ihren nackten Körper und entscheidet, dass sie ihn wiedersehen will. Dazu verfasst sie eine Einladung und pinnt diese an die Brücke. Er findet sie, und sie finden sich nach etwas Umwegen an der Brücke, wo er nicht nur die Brücke, sondern auch sie fotografiert - wie französische Models, wie er ihr schmeichelt.

Danach bei ihr zu Hause machen sie sich nacheinander frisch und sie findet immer mehr alles an ihm erotisch. Beim gemeinsamen Abendessen klingelt das Telefon und während sie spricht, streichelt sie seinen Nacken und sie tanzen. Enger und intimer, mit zögerlichen Widerstand vor dem ersten Kuss. Sie haben eine sexuelle Nacht und vor dem Feuer des Kamins träumen sich nach Italien, woher sie ursprünglich stammte. Die gemeinsame Zeit liess sie sich als andere Frau fühlen, eine andere liebende Francesca. Die mit ihm auch alles mal loslassen konnte, selbst in einen Musikschuppen ging, der garantiert nicht ins aktuelle Leben passte, wo sie aber als Jugendliche öfter verkehrte.

Als er schlief, beobachtete sie ihn und sinnierte darüber, wie sie das handhaben sollte, dass er gehen würde. Sie verfällt in Klischees und schmeisst ihn de facto raus, weil sie nicht handhaben kann, dass er sie liebt, aber nicht auf die Weise, die sie kennt. Und sie weiss, dass sie gerade gegen ihre eigenen Gefängnismauern poltert. Es kommt zur dritten Nacht. Er möchte, dass sie mit ihm geht. Sie packt. Ein Candle Light Dinner offenbart, dass sie doch nicht will. Sie argumentiert nicht aus ihren Wünschen, sondern aus der Vorstellung, welche Wünsche die anderen wohl hätten. Und sie malt den Alltag nach der möglichen Abreise an die Wand. Sie redet sich um Kopf und Kragen. Sie könne doch nicht ihr Leben wegwerfen. Und wirfst sich ihm an den Hals. Und dennoch er geht, nicht ohne zu sagen, dass so, wie er sie liebt, es wohl nur einmal im Leben geschehe. Sie rennt ihm noch etwas nach, doch er ist schon weg.

Am nächsten Tag kommt die Familie zurück und der Alltag holt sie ein, gesichert in der Routine fällt die Trennung leichter. Am nächsten Tag - es regnet wie aus Strömen - fährt sie mit dem Ehemann in die Stadt einkaufen. Da begegnet ihr Robert, der in den Regen raus steht und auf ihr Auto zukommt und etwas davor stehenbleibt. Sekundenlang treffen sich ihre Blicke, das Wasser läuft ihm übers Gesicht. Er wartet. Ihre Hand verkrampft sich am Türgriff des Autos und sie weint. Doch sie steigt nicht aus, um mit ihm zu gehen. Er geht weg, steigt in seinen Wagen und fährt los.

Für mich die absolut stärkste Szene, wie Robert da steht mit erwartungsvollem Lächeln, die nassen Haare im Gesicht, der Regen triefend.

Sie fahren auch los, und der Ehemann, der von all dem ja nichts weiss, wartet an einer Ampel direkt hinter Roberts Wagen, staunt murmelnd über die Autonummer aus der Ferne, das müsse ja wohl der Fotograf sein, von dem die Leute sprachen. Derweil schluchzt sie und hält sich immer noch fest am Türgriff fest. Da sie vor dem Rot warten, hätte sie die Chance, immer noch auszusteigen. Denn sie kann beobachten, wie Robert das Medaillon von ihr an seinen Rückspiegel hängt. Doch auch dies bewegt sie nicht. Schliesslich fährt Robert ab und wird nicht mehr gesehen. Zuhause angekommen weint sie im Stillen weiter. Während des Abendessen der Familie sinniert sie, was sie gewonnen hätte mit Robert, was sie verloren hätte an ihrer Familie. Es scheint, als ob es für sie die richtige Entscheidung war.

Dann springt die Zeit im Film. Sie ist alt geworden, ihre Ehemann stirbt. Sie denkt danach jeden Tag an Robert und versucht ihn zu finden, schafft es aber nicht. Sie erhält dann ein Paket mit den Habseligkeiten von Robert. Briefe, das Medaillon zurück, das sie ihm um den Hals legte. Und das Fotobuch, das er dann doch herausgab, obwohl ihm das als erfolgloses Unterfangen vorhergesagt wurde.

Der Film hatte zwischendurch einige Zeitsprünge in die Gegenwart, in der ihre Kinder diese Tagebücher lasen und mit schwankenden Gemütslagen reagierten. Doch sie verstanden danach, wieso sie ihre Asche an der Brücke verstreut haben wollte. An der Brücke, wo auch Roberts Asche verstreut wurde. Aus den letzten Worten ihrer Mutter erkennen die Kinder, dass es um die Liebe geht, die menschliche Liebe, dass sie eine amouröse und erotische Liebe nicht zum Anlass nahm, die humane Liebe zu ihren Menschen aufzugeben. Sie opferte und widmete ihr Leben den Leben ihrer Kinder und ihrem Ehemann. Dass sie nach dem Tod des Ehemanns sich mit einer ausgeschlossenen, weil in der damaligen Moral ausgestossenen Frau anfreundete und sich mit ihr aus der moralisierenden Dorfsitte emanzipierte, konnte sie das Leben bis an ihr Ende heiter füllen. Sie endet mit der Empfehlung, dass sie, ihre lesenden Kinder, sich doch mit viel Liebe um ihre Nächsten kümmern mögen, auf dass sie ein erfülltes und befriedigendes Leben hätten.


Das ist der Film. Mit toller Musik und Bildern. Ich schreibe das parallel zum Schauen, denn so ist es authentisch, nicht nachgedacht, nicht redigiert. Er rührt mich wie vor fast 20 Jahren zu Tränen. Er hat einige Parallelen zu meinem Leben. Ganz offenbar, sonst würd ich ja nichts schreiben - weder damals noch heute.

Er bewegt mich, weil er meine Wahrheiten bewegt. Es sind meine Themen, die darin anklingen. Ich habe meine Frauen als Menschen geliebt. Es reichte doch offenbar nicht.

Francesca konnte im Film das geruhsame, beschauliche Leben führen. Geführt, getragen von der ländlichen Gemeinschaftsmoral des amerikanischen Midwest. Sicherlich romantisiert, denn das ganze Bild der Gemeinschaft wurde nicht gross beleuchtet, weil es ja auch nicht um diese ging, sie mischte sich auch nicht in die Story ein. Ob sich ein Leben in der Zeit meiner Jugend so in Midwest abspielen konnte - weiss ich nicht, aber eben, es ist auch irrelevant.

So oder so, ich habe meine Rezension vor 20 Jahren wieder gelesen und finde, dass ich damals auch dran war, aber irgendwie anders. Weniger gefühlsbetont. Ich spüre es ja. Meine Ehe dazwischen, meine Wünsche damals und heute, wie ist meine Art der Liebe, was meinte ich geben zu können, was ich meinte, dass es doch angenommen werden möge, all das ist etwas anders.

Und dennoch, es ist Liebe. Es ist eins.

R.I.P. EvD - Erich von Däniken

Mit 90 ging er.

EvD, wie er genannt wurde, war auch ein Attraktor meiner diversen Jugendsuchen. Wie jeder Jugendlicher irgendwann, wollte auch ich erfahren, was ich bin, woher ich komme, was ich hier soll, wieso ist das alles so merkwürdig hier, warum sind alle so anders, gehören wir hierher und natürlich — gibt es noch andere wie uns im Weltall?

Und waren die schon mal hier?

Ich musste damals als noch der reformierten Religionslehre verpflichteter Jugendlicher die Bibel studieren. Dabei glaubte ich natürlich nie an die Stories im AT - ich war damals schon wissenschaftsorientiert. Was mir halt auffiel, war die Diskrepanz zwischen AT und NT. Mit dem NT wurde ein Gott eingeführt, der sich raushielt, schliesslich hat er seinen Sohn geschickt, der sie Sauerei handeln soll. Mit diesen Geschichten konnte ich mich anfreunden, aber nicht mit dem rächenden, egozentrischen Gott des AT.

Also, wenn einer wie der EvD daherkam und sagte "schaut doch mal auf diese Wandzeichnungen", "lest doch mal diese Texte aus heutiger Sicht" ... war ich sofort dabei. Wenn in ägyptischen Hieroglyphen Dinge vorkamen, die dem unbedarften Betrachter wirklich unwillkürlich wie eine Grafik einer Glühlampe erschienen, oder wenn der Gott in einer Wolke von Lärm und Rauch herniederkam, was doch eher wie ein Helikopter oder ein Senkrechtstarter anmutet, oder wenn sein Gefährt sich auf Rädern bewegte, die sich in jede beliebige Richtung drehen konnten ... dann frage ich mich schon, was in diesen Stories des AT eigentlich beschrieben wurde.

In meiner Jugend war sich sehr SciFi-orientiert. Es war meine Flucht als Jugendlicher aus dem drögen Alltag und meiner völlig unklaren, persönlichen Zukunftvorstellung.

EvD stellte nur Fragen - und bot eine Möglichkeit der Erklärung an. Und er sagte, dass all dieses Beschreibungen, die hier unten ja niemand wirklich verstandesmässig sinnvoll erklärt, eben auch aus heutiger Sicht betrachtet werden können. Und im 20 Jahrhundert haben wir passendere, weil technischere Deutungen. Ist es daher verwerflich, die religiös verbrämten und unantastbaren Erklärungen der Religionsobrigen in Frage zu stellen? Dass konsequente Fragesteller nie bequem sind, erfahren auch Leute wie Daniele Ganser und andere ...

Dies tat EvD aus meiner Sicht sein ganzen Leben lang. Und er tat es mit der im eigenen, immer massiv spürbaren Intensität. Er konnte die Geister fesseln. Er indoktrinierte sein Publikum ja nie, etwas zu glauben, nur weil er etwas so sah. Er stellte nur Fragen, und er führte Studienreisen durch, um Interessierte an den physischen Orten seine Denk-Mal-Objekte zu zeigen.

Wie könnte man Erkenntnisgewinn überhaupt besser machen? Ein Schullehrer verweist die Schüler einfach ans Lehrmaterial, EvD führte die Studenten zu den Fragestellungen und bot eine Erklärung an. Keiner wurde gezwungen. Wie kann man Ausbildung, Entzündung und Nährung der persönlcihen Neugier besser gestalten?

Ich hatte damals einige seiner Bücher gelesen, hatte mich sogar auch in der Ancient Astronaut Society milde engagiert. Als EvD seinen Mystery Park in Interlaken aufbaute, was ich auch fast dabei. Als Student hatte ich halt kein Geld, um das finanziell zu unterstützen. In seinem Park war ich dann komischerweise doch nie.

Nun ist der Steller von beunruhigenden und herausfordernden Fragen gegangen.

Es gab mir in der Jugend einige Impulse ... nichts einfach so zu glauben, nur weil es irgendwelche Leute, meist natürlich Geachtete, Gefürchtete, Verehrte es so verlangen oder verordnen.

Ich weiss gar nicht, ob EvD ein Bitcoiner gewesen ist - aufgrund dieses Mindsets kann ich mir schon vorstellen, dass er's war. Spielt ja keine Rolle, zeigt aber, wieso es mich vielleicht dann mal zu Bitcoin trieb, denn das Hinterfragen ist des Bitcoiners erste Bürgerpflicht.

Auf jeden Fall ist es für ihn vielleicht nun geklärt. Ob schon jemals andere in einer linearen Zeitvorstellung auf dieser Erde waren. Physische, materielle Technik-basierte Wesen, die den Historie-Schreibern jener Zeit eben nur in den Worten des damaligen Umfeldes dokumentieren konnten. Wer wusste damals schon etwas von Magnetfelder, Supraleitung etc.

Oder gab es halt schon mal einen intellektuellen Niedergang der Menschen? Lebten schon uns technologisch überlegene Menschen hier? Sind wir nicht die Krönung, sondern nur ein lokales Minimum oder Maximum in der historischen Intelligenz? Wer weiss es. Ich tendiere ja eher auf lokales Minimum :-)

Nun, diese Fragerei, das Leben mit der Gewissheit, dass Antworten nicht kommen in einem Leben ... das ist für EvD nun vorbei.

Ich bin dankbar, dass ich von ihm erfahren hatte.

Bitcoin auf 100x? "Naturgemäss" sagt Pius Sprenger

Letztens sah ich den Video von Investmentbanker Pius Sprenger. Ich kannte den nicht. Weshalb ich diesen Video erwähne, ist, weil der Dinge erwähnt, die ich auch so einschätze.

1. Bitcoin ist Leben. Schrieb ich erst grad in einem älteren Eintrag. Die Netzwerkeffekte sind sichtbar in den rekursiven Strukturen der Natur. Wir als Menschen scheinen nicht verbunden, schwirren auf einer Kugel rum. 4-5 Potenzen kleiner sind wir in der Organisation der Zellen. Nochmals 5 Potenzen kleiner sind wir bei den Atomen. Eigentlich findet die Wissenschaft überall dieselben Organisationsmechanismen ... das nennt sich Rekursion. Einem Programmierer ist Rekursion (hoffentlich) geläufig. Alle diese natürlichen Systeme brauchen Energie. Man sagt, dass wir Menschen erst soweit evolutionieren konnten, weil wir uns mehr Energie zuführen konnten, weil wir Energie-Vorsammler, nämlich die Tiere, fangen und fressen konnten. Der Eiweissgewinn sorgte fürs unser Gehirnwachstum. Dieses sorgte für die Entwicklung vom Jäger zum sesshaften Bauern, weiter dann zu Städten und anderen Organisationen.

Alle diese funktionieren nach den gleichen, natürlichen Vorbildern: Grossstädte, unsere "Gehirne", werden über dicke Autobahnen und Zugtrassen verbunden, wobei die Energieerzeuger bisher allerdings ausserhalb der Gehirne sind, die Kraftwerke. Im Körper: Die grossen Schaltzentralen werden von potenten Arterien versorgt, das Pumpwerk, das Herz, ist allerdings etwas entfernt von den Energiewerken wie der Darm, der ja ein "rotes Telefon" zum Gehirn hat. Denn die sind im Zusammenspiel enorm wichtig - wie wir heute viel besser wissen als noch vor 10 Jahren. Der Darm ist das zweite Gehirn, wesentlich wichtiger als das Gehirn vielleicht, denn ohne ihn geht dem Gehirn die Energie aus.

2. Es braucht eine bestimmte Grösse, bevor der nächste Evolutionsschritt überhaupt stattfinden kann. Wenn wir heute zurückschauen und erkennen, dass es für den Bauern ein planendes Gehirn brauchte, so schliessen wir, dass es also ein fähiges Gehirn braucht. Wie kam es dazu? Eben, die Jäger frassen Tiere, die Gehirne entwickelten sich, mehr geistige Vorstellungskraft konnte damit bearbeitet werden, der Wunsch nach nicht-mehr-so-mühsamer-Energiebeschaffung kam auf, ergo Bauer werden.

In der Rückschau können wir sagen: Das hat's gebraucht, damit dies sich realisieren konnte. Und natürlich finden wir "dies" gut, denn aus der Warte erst können wir die Rückschau betreiben. Es ist bekanntlich immer leichter, sich Dinge in der Rückschau zu erklären. Dann ist zwar alles schon vorbei ... aber die Wissenschaft interessiert das, weil sie Gesetzmässigkeiten erkennen will, die ja erst eine Vorschau ermöglichen können. Denn die Beobachter sind wie Hamster in einem Rad: Alles was an Boden kommt, auf dem sie vorwärtsrennen, war ja schon da. Der Hamster ist einfach nicht in der Lage, zu erkennen, dass er in einem Rad rennt - er schaut halt immer nur nach vorn. Gescheiter wäre, er schaute mal nach links oder rechts ... der Seitenblick, das ist der Blick der Wissenschaft.

3. Evolutionäre Gesetze. Wenn ein System zahlenmässig grösser wird, die Einzelteile miteinander in Verbindung stehen, dann werden sie Strukturen bilden. Immer. Warum das so ist, wissen auch die Kosmologen nicht wirklich, die Massenansammlungen wie The Great Wall im All finden, oder die Kernphysiker, die Antimaterie finden, sich dann aber fragen, wieso ist die so selten, wenn im angenommenen Urknall die Energieverteilung etwa gleich war? Wieso ist eine Art der Materie vorherrschend? Und wenn ein Teilchen der anderen Art erzeugt wird, es mit einem dieser Art zusammenkommt, es sich in einem Energieausbruch vernichtet? Wieso also gibt es uns? Leben ist ein Mysterium.

Es scheint also, als ob es axiomatische ist, dass verbundene Systeme sich aus an sich autonomen bis autarken Teilen organisieren. Und das in jeder beliebigen, von uns beobachtbaren Grössenordnung. Im Video wird das skaleninvariant genannt. Informatiker sagen dazu einfach eben Rekursion. Oder Fraktale.

Das Universum scheint so gross, das Sonnensystem so klein, die Menschlein unsichtbar, die Mikroorganismen geradezu nicht-vorhanden ... und doch überall Strukturen, Selbstorganisation, dezentral. Was aber in allen von uns beobachtbaren Skalen gleich ist: das, was die Wissenschaft interessiert, die Naturgesetze. Was sie bisher nicht kann, ist die Einmaligkeit des Universums beweisen. Denn wir haben noch keine Methoden, die es möglicherweise braucht, in andere Universen hineinzusehen, ja sie überhaupt zu erkennen. Denn wir kennen ja nur Methoden, die auf Basis der hiesigen Naturgesetze entwickelbar sind. Lassen wir mal die spirituellen Lehren aussen vor in diesem Artikel, denn die haben noch andere Dimensionen, die halt mit den Mitteln der bekannten Naturgesetze (noch) nicht beweisbar sind. Den Spirituelles ist ja anerkanntermassen etwas Individuelles, das mögen die Wissenschaftler nicht ...

Ist so ein Naturgesetzt identifiziert und verifiziert, kann man Vergangenes erklären und Zukünftiges voraussagen, wenn ein System die Grössenordnung wechselt. Diese Naturgesetze scheinen die Regeln zu sein in unserem Universum, nach denen sich alle wachsenden Systeme orientieren.

Dass Bitcoin soviel Energie braucht, zeigt, dass es ein System des nächsten Evolutionsschrittes sein könnte. Das können noch nicht alle sehen, siehe 1.

Auch KI gehört dahin. Ist es nicht interessant, dass die erste KI Forschung sicher schon 60-70 Jahre alt ist? Dass es den Computer brauchte (Systeme im Mikrometer-Bereich), das Internet (System im globalen Bereich), den Mitteilungswille der Teilnehmer (Kommunikation, Interaktion)? All dies brauchte es, damit die KI realisierbar wurde. Deren Gehirn braucht noch mehr Energie, sogar noch mehr als Bitcoin. Und wir alle wollen das - wir erkennen alle, dass die KI die nächste Evolutionsstufe darstellt in der technologischen Welt.

Die Kardaschow-Skala versuchte, den Zustand und damit die Fähigkeiten einer Zivilisation in Abhängigkeit zu ihrer Fähigkeit, vorhandene Energie zu nutzen, einzuteilen.

Sollte diese Skala wahr sein, so muss Bitcoin und KI kommen, wenn es einen Evolutionsschritt unserer globalen Gesellschaft gibt in naher Zukunft.

Zurück zum Video: Wenn also Pius Sprenger zu der Aussage kommt, dass Bitcoin in 20-30 Jahren in heutigem Fiat bemessen auf 10 Millionen steigen kann, dann ist das die Grössenordnung eines Evolutionssprungs und ist die Vorbedingung, dass es zu jenem kommen kann.

Wohin es geht? Keine grosse Ahnung. Doch es gibt ja in jeder Ebene Einzelzeile, die sich nicht gemäss der vorherrschenden Regeln benehmen. In der Unterhaltungsindustrie sind das wohl die Science Fiction Autoren, Gene Roddenberry, um nur einen der bekanntesten zu nennen. Sie versuchen einen Blink in die Zukunft, wissend, woher sie kommen, welche Naturgesetze sie benötigen, um sich vielleicht etwas vorstellen zu können, was kommen wird.

Eventuell wird der elektrochemisch funktionierende Körper ja wirklich abgelegt zugunsten eines ein Paar Exabyte grossen Memory-Block in irgendeinem Schiffscomputer der Star Trek Flotte ... (dieses Thema kam des öfteren vor in Star Trek). Wer weiss es schon? Niemand. Aber gewisse Leute können den nächsten Evolutionsschritt erahnen.

Ob Nakamoto das konnte ... auch keine Ahnung, aber er hat gehandelt, denn Ideen müssen ja in die aktuelle Ebene umgesetzt werden. Er nahm zusammen, was schon da war, fügte klevere Ideen hinzu und so kam es, dass die Idee eines dezentralen und beeinflussungsfreien Tauschsystems in die Welt kam. Bitcoin. Zusammen mit der KI ... Voraussetzungen für den nächsten Evolutionsschritt der Menschheit zu einer echten planetaren Zivilisation vom Typ I?

Spannend. Wie Pius auch zitiert: Die erfolgreichsten Händler sind die, die sich ständig adapatieren an das beobachtbare (Geld)Universum. Es gilt also das Mantra "So habe ich das noch nie gesehen" -> Kein Ego, denn nur das will an der Vergangenheit leben.

Bitcoin ist also eventuell die Basis für den nächsten Evolutionsschritt, zusammen mit KI.

Wer jetzt Bitcoin studiert, schafft es vielleicht relativ gemütlich und unbeschadet in den Beginn des nächsten Evolutionsschrittes ...

PS:

Was mir halt immer fehlt bei Videos wie diesem: Wenn wir NGU spielen, also die Zahl geht hoch, dann ist das ja immer nur der Vergleich zu einem anderen System. Hier also CHF. Und man unterstellt, dass dieses System verharrt. NUR dann sind Schritte wie Bitcoin krass. Wenn heute einer einen Bitcoin hat, was kann er damit in 20 Jahren tun? Was ist dann das Vergleichssystem? Hat er wirklich 100x "Kaufkraft"? Vielleicht sind die realen Lebensgrundlagen im Preis dann mitgewachsen? Dann bleibt die Relation von heute ja auch in der Zukunft erhalten ... denn auch die alten Systeme ändern sich, die waren auch mal Erfolgssysteme. Verschwinden die einfach? Ohne Spur? Keine Nebenwirkungen? Kein Aussterben der Lebewesen jener Zeit? Würden die Dinosaurier heute wir sein, wenn der Asteroid nicht gekommen wäre?

Nun ja, als Wesen in einem menschlichen Körper habe ich nichts dagegen, wenn sich meine Kaufkraft schon in 5 Jahren verzehnfacht ... ;-) .. denn die für den Körper notwendigen Rahmenbedingungen ändern sich wohl kaum lebensgefährdend bis dann ...

Zur Frauen Fussball EM, das Einstein-Super-Size Experiment

Zur baldigen Fussball der Frauen in der Schweiz hat die Wissenschaftssendung Einstein ein erhellendes Experiment gemacht: Zwei U17 Männerteams von Thun und Winterthur spielten auf einem vergrösserten Spielfeld jeweils 56 Minuten lang mit erst noch einem schwereren Ball. Daher auch der Titel, dass die Fussballfrauen, eigentlich die wahren Heldinnen sind.

Der biologische Unterschied zwischen Frau und Mann Physiologie hochrechnet auf Dimensionen von Goal, Spielfeld und Spielzeit, die für Männer gelten müssten, wären die Standardmasse für Frauen gemacht. Sprich, man könnte auch die Dimensionen runterrechnen, die für Frauen aufgrund der Physis geringer sein müssten. Aber da niemand danach fragte, sind die Dimensionen bekanntlich auch für die Frauen gleich.

Das Spielfeld 132 x 84 Meter statt 105 x 68 Meter, das Tor 8.40 x 2.72 Meter statt 7.32 x 2.44 Meter, der Ball 76cm Umfang bei 650 Gramm statt 69cm bei 420 Gramm. Und eben die Spielzeit 56 statt 45 Minuten pro Halbzeit.

Wenn Leute sagen, dass Frauenfussball weniger dynamisch oder sonstwas sei - tja, wenn die Dimensionen der Physis angepasst ist, wird auch der Männerfussball langsam, ungenau ... reduziert man das Tor auf Frauendimensionen, dann muss es eigentlich ungefähr 6.76 x 2.25 Meter sein.

Die Episode mit dem Goalie-Trainer und der Goaliefrau der Nati-U19 zeigte dann auch deutlich: Tamara Biedermann ist in so einem Tor genauso schwer zu bezwingen wie ein Manuel Neuer im Standard-Tor. Dann gelingt auch der Briefkasten-Schuss nicht mehr so leicht, sie erreicht auch Bälle mit den Beinen wie ein Tormann, die direkt in die unteren Ecken gezirkelt sind. Im Standard-Tor muss sie daher hechten.

Die jungen trainierten Herren hatten in der Pause schon recht gestöhnt, sie seien tot ... es kam zum Penalty-Schiessen. Auf dieses Tor :-) ... Winterthur gewinnt.

Es war sehr amüsant zu sehen. Ich hatte zwar nie über Frauenfussball gelästert wie andere biersaufende, gröhlende Proleten, aber auch ich hatte mir nie überlegt, dass man die Leistungen der Frauen eigentlich um den Faktor +15% höher anrechnen muss.

Es zeigt, dass Männer attestieren müssen, dass Frauen wesentlich besser Fussball spielen als Männer. Einfach deshalb, weil sie dieselben Spielgeräte benutzen (müssen).

Die Jungs der beiden Teams empfanden es offensichtlich erhellend zu erleben, wie viel physischen Aufwand die Frauen treiben, oder andersrum, dass die Spielerinnen - skaliert auf Spieler - wohl alle besser wären - was die Physis angeht. Jetzt ist Fussball natürlich nicht nur ein physisches Game, sondern auch ein geistiges. Und hier gibt es ja nun gar keine Unterschiede zwischen Männer- und Frauengehirnleistungen.

Ich werde Frauenfussball weiterhin schauen - so wie bei Männern: ab Championsleague aufwärts - egal welches Geschlecht.

Hopp Schwiiz!

E-ID in der Schweiz - ein Vorschlag

Es gibt Kreise hier im Lande, die die E-ID bekämpfen. Ich gehöre nicht dazu, im Gegenteil. Denn sie und nur sie kann uns gegen all die Nachteile der digitalen Umwälzung des Alltags schützen.

Denn was kann uns denn gerade im digitalen Umfeld passieren? Fake-Texte tauschen auf, Fake-Videos, Fake-Interviews, Fake-Bestellungen, Fake-Emails und Fake-Testamente, Fake-Verträge etc. etc. Diese Liste liesse sich fast unendlich weiterführen. Denn die Energie und Intelligenz der digitalen Raubritter sind viel, viel grösser als wir, die wir halt einfach Digitales nutzen im Alltag.

Wieso geht das so leicht? Tja, wenn ich für einen Vertrag nicht mehr zum Notar gehen muss, sondern irgendwas Digitales abliefern kann, wer GARANTIERT mir dann, dass man dem Gegenüber nicht was Gefaktes unterjubeln kann? Richtig, niemand. Erst recht nicht, wenn man sich gar nicht mehr treffen muss in RL, um digitale Artefakte zu erzeugen und dann zu bezweifeln oder gar zu bestreiten.

Passiert einem das, muss man einen mühsamen Gang durch die Ämter beginnen, startend mit einer Anzeige. Und bekanntlich ist Recht haben leicht, Recht bekommen aber mindestens seeeehr zeitintensiv, teuer in jeglicher Hinsicht und, tja, schwer. Beweisbar muss es auch noch sein. Im digitalen Leben können wir de facto praktisch nichts mehr beweisen. Daher gibt es auch heute noch einige Dinge nur über das Backend der Papierarchive. Und das ist Staatssache.

Wenn nun also der Staat sich von seinen aufwandintensiven Papierarchiven verabschieden möchte, dann muss es ihm möglich sein, eindeutige Beweise zu verlangen bzw. im Streitfall vergleichen zu können. Also das Prüfen einer digitalen Signatur.

Daher muss mit der Einführung so einer E-ID auch die datenverarbeitende Industrie, leider halt global, dazu verdonnert werden, dass sie ALLE ihre digitalen Kunden-Eingaben, also eben alles, AV-Streams (Chat, VOIP, Posts, Video, Mails, Testamente etc. etc.) nur noch vom Erzeuger digital signiert anzunehmen. Die Rechtsumkehr muss dann auch stattfinden: Wird eine Eingabe von irgendwem auf Löschung beklagt, muss die Industrie diese Eingabe sofort löschen, sofern die Signatur der Eingabe nicht belegt werden kann.

Eingaben erzeugende Endgeräte wie Mikrophone oder Kameras in Geräten wie Phones, Tablets, Computers, Autos, Überwachungsgeräten etc. etc. können nur noch in Betrieb genommen werden, wenn sie mit einer gültigen E-ID installiert werden.

Denn das Problem bei Fake-Daten ist ja nicht, dass man sie verhindern könnte, sondern dass man sie bis zum erzeugenden Gerät zurückverfolgen können muss. Genau das, was die Blockchain kann.

In der Schweiz will der Bund die E-ID, aber die technische Implementation überlässt er Drittfirmen.

Das finde ich das einzig störende an der Sache und hier kommt mein Bitcoin Verständnis hinzu. Keine Drittfirma soll die E-ID verwalten, sondern über einen Open Source Registrationsmodus - der vom Staat abgenickt wird - kann jeder sich eine E-ID erzeugen lassen, die anonymisiert auf der Blockchain gespeichert ist. Seit dem Wegfall des OP-RETURN Limits ist es ja an sich kein Problem mehr, Custom Data auf die Blockchain zu schreiben. Wollen ja auch alle Drive-Chains (anderes, aber Use-Case-ähnliches Thema).

Da die Aussenwelt ja mit Staat und Jurisdiktion und Behörden und all dem Kram ja eh noch lange da ist, ist das Orakelproblem dem Staat aufgehalst. Wenn der den Registrationsprozess abnimmt, erklärt er sich auch damit einverstanden, dass er diese dadurch erzeugte E-ID in allen Fällen als Identifikation akzeptiert. Der Registrant erhält die Transaction-ID seiner Registration. Die E-ID ist nun auf der Blockchain und damit zeitlich und global einseh- und überprüfbar. Der Registrant muss das aber gar nicht wissen, ihm wird nur die T-ID mit einem private Key dieser E-ID mit der Sorgfaltsplicht abgegeben. Sollte er sie verlieren, tja, der Staat muss den Registrationsprozess halt so machen, dass der Verlustige eine neue E-ID ausstellen lassen kann, die vom Staat auch wieder akzeptiert wird. Wie gesagt, das Orakelproblem liegt beim Staat.

Wenn meine Webcam mich aufnimmt, so muss ich sie zuvor mit meiner E-ID ausgestattet haben. Tue ich das nicht, werde ich später mal Probleme bekommen, will ich Facebook, X und Konsorten dazu verdonnern, einen Eingabe zu löschen.

So, nun schauen wir uns mal einen Fall an. Jemand behauptet und belegt mit einem Video, dass ich jemanden rechtswirksam beleidigt oder sonstwas habe. Dazu bringt er einen Video zur Ansicht, indem ich zu sehen bin, wie ich ganz klar krasses Zeug von mir gebe. Gemäss Gesetz alles einklagbar. Das tut das Gegenüber also auch und es wird mir angelastet. Ich sage natürlich, alles Fake. Aber wie beweise ich das?

BISHER kann ich nicht ohne viel Zeit, Zeugen und was auch immer beweisen, dass ich das nicht war. Bzw. dass eine KI mich den Text hat sprechen lassen. Es wird schwierig und Zweifel werden bei MENSCHEN immer hängen bleiben.

KÜNFTIG: Ich verlange die Herausgabe der E-ID des Aufnahmegeräts. Gibt es diese nicht, wird die Klage sofort abgewiesen und ich kann die übliche Verleumdungsgegenklage starten oder ein Agreement finden. Der Schaden ist zwar da, aber der Kläger kann mit dem Videostream zumindest nicht beweisen, ich hätte das jemals gesagt. Vor Gericht ist es damit erledigt. Ich kann zwar nicht auf die Löschung dieses Streams beharren, da ja keine Signatur vorhanden ist.

Ist die Signatur des aufnehmenden Geräts allerdings im Stream drin, und es ist nicht meine, kann ich per Gesetz verlangen, dass alle diese Streams mit dieser Gesamtsignatur gelöscht werden, überall, wo sie auftauchen, denn diese Kopien zeigen ja alle fälschlicherweise mich. Auf Facebook, X, Insta, Discord, überall halt, wo es Firmen gibt, deren Produkte mit digitalen Daten hantieren. Also de facto alle. Die Signatur oder ein Hash dieses Fakes muss von allen, diese Daten transportierenden Medien beachtet und entsprechend behandelt werden.

Damit könnte ich auf jeden Fall die Fake-Haftigkeit eines Streams gerichtlich klären lassen, da das Gericht ja meine E-ID anerkennt, bzw. eine fremde E-ID, die vom Inhalt des Videos ja zu mir gehören soll, abweist und damit den Beweis des Klägers annihiliert.

Die E-ID auf der Blockchain kommt den Staat ganz sicher günstiger, als wenn Swisscom, Post, Fust, Orell Füssli oder andere diese Registration übernähmen. Und genau denen würde ich meine dazu nötigen Daten auch zuletzt geben wollen.

Viele Firmen machen ja jetzt schon KYC. Das wäre dann alles vom Tisch, denn nur noch ein einziger Open Source Prozess würde das erledigen. Dessen Korrektheit man übrigens ja als ScriptHash ebenfalls mal auf der Blockchain hinterlegen könnte. Es gibt heute mittels Taproot-Assets und eben dem Wegfall der OP_RETURN Limite legitime Möglichkeiten, Dinge in der BTC-Blockchain zu verankern. Denn: Was haben die Bitcoiner denn für ein tolles Asset: Die Blockchain, die seit 15 Jahren ununterbrochen läuft, sich noch nie hat hacken oder korrumpieren lassen müssen. Es wäre doch eigentlich logisch, wenn die Schweiz ihr E-ID Projekt auf der BTC-Blockchain verankert. Und warum nicht eine eigene Blockchain, da ja das Orakelproblem draussen ist? Nun, dezentral und angriffsresistent sollte sie schon sein, die Blockchain. Eine neue wird das nicht schon sein können.

Aber wie wir auch immer sagen: Die Blockchain löst nur einige wenige Rahmenbedingungen eines solchen Use-Cases: Die Schweiz müsste oben umschriebene Gesetzeslage erst mal herstellen. Bis dahin ist es unklar, was die E-ID bringt, wenn sie in rechtlichen Fällen eben noch nichts bringt. Alle Streitfälle mit digitaler Beweislast sind noch nicht soweit. Denn wer kann schon erzwingen, dass alle Handies vom User eine E-ID verlangen, bevor sie das Mikrophon oder die Kamera aktivieren. Dies bleibt wohl Zukunftsidee bzw. utopisch.

Aber, ohne diesen Fortschritt in der Erzeugung und Signierung von Daten, zusammen mit der Umkehr der Beweislast, die ja Unternehmen wie Facebook, X, Youtube sicher vorsichtiger machen würde, nützt die E-ID in den Streitfällen noch nichts. Im Umgang mit den Staatsorganen schon. Mir reicht das, drum habe ich eine.

Lange gewesen, hau's jetzt mal raus. Kommen sicherlich weitere Aspekte hinzu. Es darf nun mal gären.

Andreas Thiel - klare Argumentationen mit amüsanten Präsentationen

Weil's wohl grad in diese Zeit passt ... hier ein Video von Andreas Thiel, den ich schon seit seinem ersten Auftreten sehr, sehr cool finde ... jetzt sogar immer mehr, weil er nun durchs Land tingelt mit Vorträgen zu diversen Themen ...

Hier der Link zu einem Thema, das eben grad in die Zeit passt ... Recht und Gerechtigkeit. So einleuchtend, so klar, sprachlich brillant. Und eben, es passt grad in die Zeit, wo Moral und Ethik eventuell im christlichen Umfeld wieder fokussiert werden. Wenigstens für eine Woche ...

Empfohlen zum Anschauen und Folgen ...

Eindrücke meiner letzten Bitcoin Meetups, Appenzell und Baden Bitcoin Konferenz 2024

Ich möchte einige Bildeindrücke von Bitcoin-Events wiedergeben, an denen ich teilnahm. Einmal als Coach am zuvor beworbenen Appenzeller Wochenende und dann an der Baden Bitcoin Konferenz 2024.

Mir als Winterliebhaber hat das Wochenende im Appenzell gefallen, an dem die Teilnehmer Hands-on die ersten Schritte mit der Bitbox machten. Das Aufstehen im Seminar-Hotel auf Chäseren war für mich schon der tollste Start in den Tag, den ich mir vorstellen konnte. Die erfrischende Kälte und damit glasklare Sicht stimmte mit der meditativen Ruhe überein und die Augen durften das Spiel der aufgehenden Sonne über dem Schnee wahrnehmen und damit alle meine Sinne erfreulich stimmen ...

Das Seminar selbst wurde in gelassener, freundlicher und angenehmer Art durchgeführt. Etwas (positiver) Stress kam natürlich auf, als alle Anwesenden der kleinen Gruppe zum ersten Mal mit der Benutzeroberfläche der BitBox umgehen mussten ... doch der sichtbare Erfolg war dann der erkennbare Eingang eines Teiles des Kursgeldes, das jeder Teilnehmer über Lightning (Wallet of Satoshi) schlussendlich auf der BitBox verzeichnen konnte. So haben fast alle Teilnehmer zum ersten Mal einen kompletten Zahlungszyklus von Lightning-Erhalten, Swappen, Senden an die BitBox erfolgreich gemacht.



Baden Bitcoin Conference 2024

Gerade gestern erst war die BBC 2024 im Aargauischen Baden. Das dritte Mal fand die von Enthusiasten des Baden Bitcoin Clubs durchgeführte, eintägige Bitcoin-Only Konferenz statt. Auch diesmal war der Zuspruch recht gross, die Räume in der Berufsbildungsstätte waren bald nach Konferenzstart gut gefüllt.

Sehen und gesehen werden, das Motto. Natürlich, denn wir wollen, dass Bitcoin überall fuss fasst, sei es beim Kaffee ...

über augenbasierte Gesundsheitsdiagnose ...

oder in der Kunst ...

oder in handfesten Beschlaginstituten :-)

Wer zum ersten Mal mit dem doch so virtuellen Bitcoin in Kontakt kommt, wundert sich eventuell über derart zutiefst materielle Hilfsmittel rund um den Bitcoin ...

Natürlich waren die Schweizer Business Grössen als Sponsoren und Präsentatoren vor Ort. Der Stand der Entwicklung rund um die allseits bekannte BitBox wurde vom Chef persönlich vorgetragen.



Mir speziell hat ein Vortrag gefallen, gehalten von Thomas Jakob, da er - mir unbekannterweise - sich seit 25 Jahren sich um höchst politische und gesellschaftliche Themen mittels alternativen Denkens- und Handelsweisen kümmert. Das passt natürlich zu Bitcoin, da dessen disruptive Wirkung wohl noch niemand wirklich überschauen kann, da wir alle in einer anders denkenden Welt aufgewachsen sind und sozialisiert wurden. Bekanntlich gehören da auch moralische Glaubenssätze dazu - wohl die härtesten Mauern.

Seine Welt für ein zumindest mal inspirierendes neues Denken stellte er vor und forderte die Anwesenden auf, in einer physisch gleichen Erde, eben der Obox-Planet, unsere aktuelle Lebensweisen neu zu denken. Auf dass wir nicht immer einfach hinnehmen, wie's ist, weil's halt schon immer so war und man es eh nicht ändern kann ...

Seine energiereich und beseelt vorgetragene Reise in ein Denklaboratorium war sehr kurzweilig und bereichernd. Da ich ebenfalls gerne meinen Horizont der Vorstellungskraft erweitere, lade ich den Leser gerne ein, Thomas' Einladung zu folgen.



Lightning und damit die Skalierbarkeit von Bitcoin war das Thema des Vortrages von Severin.

Seine Aussicht ist dank all der LN-Nodes optimistisch. Man behalte in Erinnerung, dass das LN-Netzwerk immer noch non-custodial ist, das heisst, jede Transaktion ist atomar und nicht cancelbar. Erst Services der 3. Netzwerkebene werden zugunsten einer globalen Skalierung für alle 8 Milliarden reichen, denn erst diese erfüllen die Anforderung an unlimitierte Transaktionen pro Sekunde.



Den Abschluss des vortragenden Tages bildete des Podium zu Chancen und Schwierigkeiten der von den Banken gewünschten CDBCs.

Der gemeinsame Konsens ist wohl, dass die CDBCs kommen werden - ausser offenbar in der Schweiz, gemäss der SNB. Aber diese werden Bitcoin weder ver- noch bedrängen. Wohl im Gegenteil ...



Natürlich gab es begleitende Workshops. 21Lectures erklärte unter anderem, wie das oft benutzte, aber weniger bekannte Feature RBF im Bitcoin-Space funktioniert.

Und natürlich füllte der Bitcoin-Mentor die grösste Halle mit seinen einführenden Kursen zu Bitcoin und Lightning, aber auch zu Nostr ...

Seine Vergleichstabelle der Wertspeicher und Geldmittel ist immer noch eine der prägnantesten



Wer nie müde wird, Bitcoin-Konferenzen zu besuchen, da geht's dann weiter ...



See you on the Bitstream ...

R.I.P. Niklaus Wirth, Erfinder von Pascal

Mit 89 ist er gestorben, Niklaus Wirth, der Erfinder der Programmiersprache Pascal. Entwickelt zur Schulung von Studenten, die klares Programmieren lernen sollten. Anders als kryptische symbolbehaftete Sprachen wie C/C++ ist Pascal etwas füllig, sprich man muss mehr schreiben als eben in C. Das bedeutet aber auch weniger Tippfehler, Nachlässigkeiten, unerwartete Nebeneffekte bei komplexen Ausdrücken etc.

Ich habe ihn und Pascal während meines Informatikstudiums kennengerlernt. Vor allem Modula-2 wurde danach meine Lieblingssprache. Obwohl daraus ein paar Produkte entstanden, hat sich schliesslich doch nur Pascal gehalten, am populärsten wohl in der Inkarnation von Delphi, das ich auch heute noch nutze. Die Lehrsprache schaffte es also ins Business.

Viele seiner von Niklaus Wirth integrierten und neu entwickelten Eigenschaften von Pascal haben es also in die Masse geschafft - weil sie mit gutem Grund so waren wie sie waren. Gut, die Modularisierung wurde dann eben mit Modula-2 wirklich durchgesetzt - was in leicht abgeänderter Form dann auch in Delphi Einzug hielt.

Ich bin ein Programmiersprachenfetischist und -purist. Da ich ja auch IT Studenten schule, mache ich jeweils aufmerksam darauf, dass man zum Beispiel von Delphi eine Community Edition laden oder gleich das immer kostenlose Freepascal nutzen kann, um sauberes und strukturiertes Programmieren zu lernen. Mit Delphi für Windows, iOS, Macos und Linux - gemäss Delphis Idee: Eine Code-Basis, viele Zielplattformen. Eigentlich das, was Java mal hätte werden sollen ...

Für (angehende) Profis ist das wichtig. Nicht umsonst ist TypeScript so populär, wo es doch hinten raus "nur" JavaScript generiert .... weil es halt einiges reinbringt, was Programmieren in JS sicherer macht ...

Als einziger Schweizer Informatiker bisher erhielt Wirth 1984 den Turing Award, quasi den Nobelpreis der Informatik.

R.I.P.

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