Meine Erfahrung mit dem Sennheiser Momentum 3

Seit langem ist mein letzter Over-Ear Kopfhörer über den Jordan gegangen. Nicht technisch, sondern weil sich die Ohrpolster auflösten ...

Zudem war er kabelgebunden, und ANC gab es damals auch noch nicht. Es musste jedenfalls ein neuer her. Nur welchen? Und was will ich?

Also, ANC sollte er haben, wenn ich mal im Zug bin. Kabel sollte noch möglich sein, weil ich ihn auch mal direkt an meinen Synthesizer anhängen will, aber fürs Elektrische sollte er Akku-betrieben sein. Darum natürlich auch Bluetooth.

Es kamen in Frage: Bose 700, Sony 1000XM3 oder sein Nachfolger, der 1000XM4, der gerade eben rauskam. Da ich die In-Ear QuietControl 30 von Bose habe, dachte ich lange, dass ich den Bose 700 favorisiere. Was ich allerdings bei den Boses bescheuert finde, ist die Unmöglichkeit, den Kopfhörer während des Ladens zu benutzen. Das ist bei den QuietControl der Fall wie auch beim 700. Dennoch, der Klang der Boses gefällt mir schon.

Den Sony 1000XM3 habe ich früher schon mal gehört, aber meinem Musikverständnis kam der gar nicht entgegen. Da die Reviews zum XM4 klarstellten, dass die akustischen Änderungen gegenüber dem XM3 praktisch unhörbar seien, musste ich nur einen Laden finden, in dem ich den Bose 700 und den XM3 zum Hören finden konnte. digitec hatte beide im Showroom. Den Momentum 3 hatte allerdings keiner der Läden. Doch es gibt Reviews. Und aus denen las ich heraus, dass der Momentum 3 wohl schon Meins werden könnte.

Ich nahm folgende Songs mit, die mir helfen solllten, die Charakteristiken der Musikreproduktion der beiden Kopfhörer herauszustellen, so dass ich mich entscheiden konnte.

  • Precious Lord von Lucky Peterson
  • Purple Rain von Lucky Peterson
  • Albatross von der Peter Green Splinter Group
  • In a Sentimental Mood von Dr. John
  • Antarctic Echoes von Vangelis
  • 2. Satz des Pianokonzerts Nr. 5 von Beethoven, Einspielung Barenboim
  • Pianokonzcert Nr.1 in E moll, Op. 11, 'Romanze Larghetto', Einspielung Martha Argerich

Diese Stücke kenne ich sehr intim und war daher gespannt, sie auf dem Bose 700 und dem Sony 1000XM3 zu hören.

Kurz: Der Sony hat eine Abstimmung mit zu präsenten Bass, für mich gar zu wummerig, generell eher warmer Klang, aber wenig analytisch. Für mich eine Abstimmung, die mir nicht zusagt, da ich von einem Kopfhörer Neutralität erwarte. Im Precious Lord von Peterson beginnt die Hammond Orgel auf minimalster Lautstärke und erreicht gegen Ende eine ungeheure Wucht sowohl im Bass wie auch in der Höhe. Den Klangeindruck dieser Passage merkte ich mir. Beim Sony war der mir eben nicht mehr neutral genug, sondern schien mir sogar etwas zu verwaschen, gar matschig in den Mitten.

Ich liebe Bass und er darf nicht zu wenig sein bei mir, er muss mich wirklich erschüttern, aber er darf mir nie überbetont oder 'enhanced' sein. Daher kann ich nichts anfangen mit auf Pop oder R&B abgestimmten Kopfhörern, die eine Dynamik oder Fülle vorgaukeln, die gar nicht da ist.

Mit dem Bass beim Bose war es dann anders: Dessen Bässe waren mir konturiert und trocken genug, doch fiel mir sofort immer eine Überbetonung der Höhen der obersten Register der Hammond auf in der besagten Passage auf, noch nicht nervig oder störend, aber irgendwie zu steril. Dafür waren die Mitten in meiner Wahrnehmung besser differenziert als beim Sony. Der Bose erschien mir generell analytischer, also neutraler, weniger warm abgestimmt zu sein. Mir passt diese Abstimmung grundsätzlich mehr als eine einlullende Nestwärme.

Nach einigen Hin- und Her-Vergleichen mit denselben Stücken war mir klar, dass für meinen Geschmack nur der Bose 700 in Frage käme. Wenn der Sony 1000XM4 wirklich akustisch dem 1000XM3 gleicht, fällt es mir leicht, auf den 1000XM4 zu verzichten.

Was ich aber eben nicht testen konnte, war der Sennheiser Momentum 3. Ich habe einen Testartikel gelesen, in dem die Neutralität des Sounds, seine Zurückhaltung erwähnt wurde, beides allerdings als angenehm empfunden wurde. Da mir eine solche Abstimmung wie gesagt entspricht, bestellte ich den Momentum 3 ungehört und hoffte einfach, dass er mich nicht enttäuschen würde.

Da ich noch immer die Soundeindrücke der anderen beiden Kopfhörer im Ohr hatte, war ich höchst erfreut, dass der Sennheiser genau so klang, wie ich es mir erhoffte: Ziemlich nahe am Bose, aber ohne dessen übertriebene klinische Reproduktion der Hammond in jener Passage. Ich bin mit dem Momentum 3 entsprechend der Testartikel und der ersten Eindrücke total glücklich.

Nun sind Kopfhörer ja mittlerweile Audio-Computer, begleitet von mehr oder weniger sinnfreien Apps. Natürlich kann auch die Sennheiser App den ANC-Level einstellen und die Microphone einschalten, um die Umgebungsgeräusche wahrzunehmen. Und für mich das einzig wichtige an solchen Apps: Die Anzeige des Akkustandes und die Updatemöglichkeit der Kopfhörer-Firmware. Ein solches Update für den Momentum stand nämlich auch schon bereit. Dessen Einspielung dauerte dann 15 Minuten, dankenswerterweise ohne die Musikreproduktion zu beeinträchtigen.

Aber was mich wirklich etwas ärgert, sowohl an der Sennheiser wie auch der Bose App: Die Kopfhörer können sich ja mittlerweile mit mehreren Bluetooth-Gegenübers koppeln. Bei Bose sind es mindestens 5, beim Sennheiser weiss ich es nicht genau, bisher ist er hier nur mit meinem iPhone und dem PC gekoppelt.

Wie beim Bose spielt auch der Sennheiser automatisch die gekoppelte Quelle ab, die gerade was sendet. Was aber, wenn ich gewollt zwischen mehreren Quellen wechseln will, während diese spielen? Bei den QuiteControl weiss ich, dass ich das kann. Beim Sennheiser habe ich das noch nicht entdeckt. Die Sennheiser-App zeigt immerhin die gekoppelten Geräte an, wo man Geräte auch wegschalten kann. Damit vergisst die App nicht die Paarung, de- oder reaktiviert sie einfach.

Beide haben gemeinsam, dass ich die Zuspiel-Quelle nicht in der App wechseln kann, ja ich sehe nicht einmal, mit welchen Geräten Bose und Sennheiser gekoppelt sind. Wieso kann ich gerade diese essentiellere Funktion nicht mit den Apps ausführen? Bei Bose ist das ein Druck auf einen Button, beim Sennheiser - wie gesagt, noch unbekannt.

Es ist bei Sennheiser auch nicht klar, ob die Benennung der Koppelung "Phone 1", die man akustisch zu hören bekommt, eine Priorisierung darstellt. Mir scheint es. Ich koppelte mit dem PC zuerst, danach mit dem iPhone. Was ich dann machte, ich liess meine Playliste auf dem iPhone fahren und war dann erstaunt, dass ich immer wieder auf den PC umgeschaltet wurde - weil dort in einem Chat ein Klicken abgespielt wurde, wenn jemand eine Meldung schrieb. Das iPhone wurde gestoppt. Wenn ich auf dem PC eine Video- oder TV-Abspielung am Laufen habe und auf das iPhone umgeschaltet wird, stoppt Video oder TV.

Das ist ärgerlich, denn die nicht mehr gehörte Soundquelle wird einfach gestoppt, wenn das geht. Meine TV-Application wurde jedenfalls immer gestoppt, wenn ich aufs iPhone wechselte. Ein Mausklick auf sie startete sie wieder und der Sennheiser übernahm wieder diesen Audiostream. Dafür stoppte dann das iPhone.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das ein Zufall oder eine falsche Priorisierung war und ob das geändert werden kann. Ich verfolge das weiter.

Die App also ist ohne so eine explizite manuelle Selektion der Bluetooth-Zuspielquelle eigentlich wertlos, zumal bei all diesen akutischen Geräten irgendeine manuelle Funktion da ist, die mindestens den Akkustand akustisch ansagen kann. Ich mag so eine bevormundende Gängelung nicht und habe auch nicht herausgefunden, ob man dieses Verhalten in der App ändern könnte.

Ein kleines, für mich aber wichtiges Detail: Gegenüber Bose kann man den Sennheiser laden und gleichzeitig benutzen. Steckt man das Ladekabel bei Boses QuiteControl oder 700 ein, stellt der den Abspielbetrieb ein. Sehr ärgerlich, wenn mir beim TV-Schauen mit Kopfhörer der Strom ausgeht, das Ladekabel problemlos eingesteckt werden könnte, dann aber der Kopfhörer nichts mehr spielen will. Was denken die sich nur bei Bose.

Also, ich kann den Sennheiser Momentum 3 aufgrund seiner materiellen und akustischen Qualität bisher nur empfehlen. Die App braucht es nicht und ist es auch nicht wert, installiert zu werden.

Nachtrag zum Bluetooth-Verhalten: Es ist definitiv so, dass der Momentum 3 einfach auf die gepaarte Quelle umschaltet, die grad etwas von sich gibt, und die gegenwärtig gespielte Quelle zu pausieren versucht. Hört diese dann schnell wieder auf, schaltet er zurück und will mit der ersten Quelle weiterfahren. Ich fand keine Methode am Momentum oder in der App dies abzustellen. Ich will ja nicht jedesmal die App hervorholen, nur um ein Gerät stillzulegen.

Ich finde dieses Verhalten absolut unakzeptabel, wenn es tatsächlich nicht abschalt- oder änderbar ist. Jede Neue-Mail-Benachrichtigung, jede Fehlbedienung, jedes Akustikfeedback, jedes Whatsapp auf dem Desktop des PCs unterbricht mit seinem Signalton die Wiedergabe vom iPhone. Wozu trage ich wohl Kopfhörer, dass das aufhört, mit den Störungen. Und nun hol ich sie mir direkt unter die Schädeldecke wegen vermeintlichen Komforts. Bitte EINSTELLBAR MACHEN, SENNHEISER!

Private Suche nach Angela Höse

Etwas Privates kurz: Ich möchte Angela Höse, die Skatmeisterin, irgendwo aus der Region Leipzig, Dresden, Dessau, Falkenberg, Wittenberg etc. wieder finden.

Ich hatte sie 2015 persönlich kennengelernt und dann den Kontakt leider wieder verloren. Es würde mich freuen, wenn Ihr mir behilflich sein könntet, sie wieder zu finden und mir möglicherweise eine Email-Adresse oder Telefonnummer vermittelt.

Ich danke sehr.

Gratulation Delphi 1 bis 10.3 - die ersten 25 Jahre

Delphi feiert Geburtstag. 25 Jahre alt ist die Orakel-Software. Sie damals als so lange so erfolgreich zu sehen, hätte wohl das gleichnamige Orakel gebraucht. Wissen tat's wohl niemand.

Ich war schon mit Turbo Pascal unterwegs. Das ideale Teil, um mit der damaligen Lehrsprache an der ETH - Pascal - ins berufliche Leben zu starten.

Als dann Borland dieses graphische Ding brachte, Delphi 1 für Windows 3.x, war es eh um mich geschehen. Seit damals bin ich bis zum heutigen Tag ein Delphianer. Damals gab es nichts Vergleichbares, nichts Einfacheres, nichts Bequemeres, nichts Portableres. Portabel, weil man EXE-Dateien einfach kopieren konnte - ohne sich um Bibliotheken etc. - kümmern zu müssen. Es wurde einfach alles Nötige reingelinkt.

Mein winziges Bedauern war nur, dass Borland damals Modula-2, Modula-2++ oder Modula-3 nicht übernahm. De facto war das dann über die Zeit nicht mehr so wichtig, weil Delphi sich schnell entwickelte und weil die sprachkonzeptionellen Vorteile von Modula sich dann doch nicht so wichtig erwiesen - ich hatte damals auch mit dem Logitech Modula-Compiler zu tun. Da hatte ich zwar Modula, aber der Komfort von Delphi, den gab's dort nicht. Damals ein lachendes und ein weinendes Auge. Aber Hauptsache, einer der Niklaus Wirth Schöpfungen war erfolgreich und ist es bis heute.

Wie auch immer: Happy Birthday Delphi!

Wer eine kleine Tour d'Horizon dazu anschauen möchte:

25 Years of Delphi

PS: Der Link zur noch recht jungen Community Edition, für die, die es mal probieren möchten, denn Delphi ist immer noch eine der verbreitesten Lernsprachen. Wie ehedem Pascal.

Dringend gesucht: Flötotto Flowerpower Standventilator

Vor ca. 3 Jahren habe ich beim Umzug eines guten Freundes bei ihm diesen Ventilator entdeckt, der mich sofort geflasht hat: Ein Standventialtor, der einfach in jeder Geschwindigkeit absolut geräuschlos ist! Genau das, was ich seit Jahren suche. Leider liess sich mein Freund nicht erweichen, mir sein Exemplar zu verkaufen.

Meine besten Ventis sind derzeit die Silent-Modelle von Rowenta, die aber allesamt mindestens Windgeräusche machen. Ich weiss wirklich nicht, wieso keiner ein Gerät herstellen will, dass absolut geräuschlos und doch noch erschwinglich ist. Dieses Modell zeigt doch, dass es geht. Sowas verstehe ich jeweils nie. Wollen die Kunden denn wirklich, dass man einen Fan hören muss? Also ich nicht.

Bisher hatte ich weder Ahnung von Preis, Hersteller noch sonstwas. Jetzt aber ist es klar, das Teil heisst Flötotto Flowerpower Standventilator.

Warum in den nirgendwo mehr zum Kaufen finde, weiss ich nicht.

Ich bin dankbar um jeden Hinweis, vielleicht kann mir jemand einen verkaufen? Farben sind natürlich zweitrangig, wenn ich wählen kann, sind es Gelb, Organe, Rot und Blau.

Vielen Dank für die Mithilfe!

Wasserstoff speicher- und transportierbar

Es ist schon schön ... was Leute finden, wenn sie "vergiftet" dran sind. Im Deutschen TV sah ich zufällig den Deutschen Zukunftspreis ... da war ich doch grad geplättet. Da hat doch ein Team es endlich geschafft, den zwar perfekten, aber unhandlichen Treibstoff Wasserstoff zu bändigen, damit er genau so leicht speicher- und transportierbar wird wie Benzin. Denn die geeignete Vertriebsinfrastruktur besteht ja fast überall auf der Welt, wo Menschen leben. Und für den Rest gibt es Kanister und Tanks.

Wir wissen, dass Wasserstoff problemlos herstellbar ist - aber halt nicht grad am Polarkreis, dafür aber in den Wüsten oder in Windparks. Nur, wie kommt der nun in die Städte, zu den Autos? Wir haben eine Infrastruktur für flüssige Betriebsmittel. Könnte man also den Wasserstoff so leicht wie Öl transportieren, wäre das doch endlich mal der Schritt, der Wasserstoff-Mobilität Vorschub zu leisten.

Das Team hat zwar nicht gewonnen, aber wir wissen, dass diese Technologie mehr Leben retten wird über die Länge als die diesjährigen Gewinner. Denn der Klimawandel kann nur begrenzt werden, wenn der Treibstoff CO2-neutral erzeugt und verbraucht werden kann.

Bitte lesen und jedem Weitersagen: Flüssiger Wasserstoffspeicher. Wer investieren will, dort ansaugen ... sowas rettet die Welt im Grossen. Ich bin sehr glücklich, dass es so viele innovative Leute auf der Welt gibt, die das Nötige (er)finden, damit die nächsten Generationen auch noch eine lebenswerte Erde vorfinden könn(t)en ... ich wünsche ihnen allen Erfolg der Welt – für die Welt – Urbi et Orbi.

Das Training zu mehr Bewusstsein ...

Wenn man umzieht, räumt man auf, sichtet und entsorgt. So habe ich doch einen 10-jährigen Brief entdeckt in meinen Unterlagen, der zum Seminar des Freundeskreises einlud.

Das ist nun so lange her, also las ich ihn aus Neugier noch einmal durch und dachte grad spontan: Die Anreisser-Fragen und -Impulse scheinen immer noch gut zu passen, eventuell ja sogar mehr denn je.

Wer sich für diese Seminare interessiert, der bekommt von mir gerne die Links und Adressen dazu.

Na, passt das Folgende noch heute? Spricht es an?

Liebe Freunde,

die Fähigkeit, die Gegenwart zu erfassen, sie bewusst zu erleben und zu gestalten, ist eine hohe Reifestufe.

Die Bewältigung gegenwärtiger Aufgaben und Probleme wird jedoch meist vergangenheitsbezogen, statt gegenwartsorientiert "versucht".

Die meisten Menschen sind in der Regel unfähig, Änderungen in dem Moment zu erkennen, in dem sie sich vollziehen. Der Unterschied zwischen Erinnerung und gegenwärtiger Situation wird dadurch nicht mehr wahrgenommen und es kommt zwangsläufig zu Konflikten.

Das Einfachste, bestehende Probleme zu lösen bzw. sie vor dem Entstehen bereits zu erkennen und zu bewältigen, ist eine innere und äußere Anpassung, das heißt ein vollständiges Einstellen auf die Gegenwart.

Auf den Seminaren I und II (Kompakt-Seminar) haben wir uns die Mechanik des Geistes deutlich gemacht und die Regeln nach denen er funktioniert.

Auf dem Seminar III werden die Hintergründe aufgezeigt,

  • wieso der Geist nach diesen Regeln arbeitet,
  • wie er im Laufe eines Lebens unter Aus- und Benutzung dieser Regeln die Herrschaft über den "bewussten" Menschen erringt
  • wie der Mensch sich aus diesen Fesseln befreien kann.

Diese Lösungsprozesse sind keine Frage von Logik und lntelligenz, sie sind Fragen der Wahrnehmung.

Die auf den Seminaren erarbeiteten Prinzipien - Regeln - werden hier zur Lösung von Prägungen benutzt. Damit wird deren Einfluss aufgehoben. Wir erkennen die Ursachen und die daraus entwachsenen Gewohnheiten.

Fehlt dieses Wissen, übernehmen die Programme - und Wunschdenken, Enttäuschungen und Rechthaberei behindern das Leben.

Damit werden neue Probleme geschaffen. Von einem wirklich erfolgreichen, glücklichen und freien Leben kann nur geträumt werden - und doch ist es so leicht, nicht nur davon zu sprechen und so zu tun als ob, sondern so zu leben.

Es sind unsere Entscheidungen, die die Richtung unseres Lebens bestimmen. Jeder Einzelne ist für sich die Ursache.

Nur Wenigen gelingt es in unserer heutigen Zeit, den bewussten Einstieg in diesen Reifeprozeß zu finden.

Die meisten verzehren sich und verbrennen in einem inneren Kampf, ungewolltem Rotieren, Verbissenheit, Rechtfertigung und Resignation. Sie haben "keine Zeit" mehr.

Wie grausam, wie unnötig.

Nur die Fähigen erkennen die anderen Möglichkeiten. Sie finden und nehmen sich die Zeit schneller zu lernen, das eigene, künftige Schicksal selbst zu bestimmen.

Die Grundlagen und Voraussetzungen bietet das Seminar III. Es bedarf allerdings der Einsicht und einer bewussten Entscheidung diesen Weg zu gehen.

Wir freuen uns auf Dein Erscheinen im nächsten Seminar.

R.I.P. Stephen Hawking

Nun ist auch er gegangen. Hinein in oder heraus aus einem Black Hole. Ich habe mich immer für Kosmologie interessiert und tue es auch jetzt noch. So sind mir fast alle aktuellen Theorien bekannt. Das Konstrukt des Schwarzen Lochs war mir immer ungeheuer ... als Stephen aufgrund der Teilchendualität erklärte, dass ein Schwarzes Loch dennoch lecken könne, wenn das Paar grad auf der Grenze des Ereignishorizontes erscheint, fand ich das Schwarze Loch dann schon nicht mehr so gefährlich.

Aber eben, das sind Gedankenspiele. Soviel ich derzeit noch weiss, ist es nicht beweisbar, ob unser Universum selbst ausserhalb oder innerhalb eines Schwarzen Lochs sein könnte. Harald Lesch sagte "wir betreiben nur Innenarchitektur". So scheint es immer noch zu sein.

Nun, Stephen hat nun eventuell eine andere Sicht auf die Dualität. Eventuell gibt es Stephen nicht mehr. Es ist alles klar, es braucht keine Einzelmasken mehr ...

Wie auch immer. Mir war höchst eindrücklich, wie sein Humor überall in all seinen Publikationen durchdrang. Und das erst noch eingedenk der Zeit, die es ihn wohl kostete, seine Meldungen überhaupt uns Normalen zur Kenntnis zu bringen.

Wenn ein Körper schon so zu einer Einschränkung geworden ist, bewies er doch, dass es sich fügt, dass er in dieser Ebene ein wohl für sich erfülltes Leben führen konnte. Wer hätte wohl gedacht, dass ein ALS-Kranker so alt werden kann. Vielleicht, weil sein Geist dem Körper gebot, Plattform für seine Ideen zu sein. Meine Mutter verlangte auch seit Kind an, dass ihr Körper ihr diene. So wurde sie auch 70 Jahre alt, obwohl sie seit Jugend chronisch nierenkrank war.

Seine Ausstrahlung war das, was über seine Kosmologie hinausgeht - aus meiner Sicht. Und das ist wertvoll. Und bleibt wertvoll.

Star Trek Discovery

Endlich geht es weiter ... mit Star Trek. Science Fiction war schon immer mein geistiges Refugium, seit ich im Gymnasium dank meines Freundes Thomas in Kontakt mit Perry Rhodan kam. Mondbasis Alpha 1 war zwar schon im TV, doch obwohl ich das natürlich immer sehen musste, war erst Perry Rhodan meine "Rettung" vor der Langeweile des Gymnasiums. Captain Kirk sah ich wohl auch alle, aber es war nicht entscheidend. So meine ich mich zu erinnern. Perry Rhodan hatte dann - weil es ja nur Text war - den riesigen Vorteil, dass die gesamte Vorstellung eben in meinem Kopf entstand. Also keine Enttäuschung durch komische Stimmen, Personen, die Gucky oder so gespielt hätten.

Mit Star Trek TNG war es dann so, dass die Computergrafiken etc. so gut waren, dass es zu übereinzustimmen begann, das filmisch Gebotene und die Imagination. Also war ich ab dann am Haken ... nie StarWars, nur Star Trek oder Babylon 5 etc. Also war nach Star Trek Voyager leider Schluss. Natürlich sah ich die Star Trek Enterprise dann schon auch noch. Und die grossen Star Trek Filme. Doch nach Voyager waren in der zeitlichen Linie ja alle nachfolgenden Serien sogar dem Kirk vorgeschaltet. Also Prequels.

Nun kommt Star Trek Discovery, zeitlich wohl noch vor Star Trek Enterprise oder etwas danach, denn der Beamer ist offenbar Standard und schon etwas veraltet ...

Ich habe nun die beiden ersten Folgen gesehen. Wow. Wirklich toll, visuell auf jeden Fall, da dieses Material ja mindestens FullHD ist. Vielleicht gibt es das ja auch schon in 4K, aber das interessiert mich gar nicht so. Was mir persönlich geschah: Ich fühlte mich sofort wieder zuhause. Wie wenn man nach langem Auslandsaufenthalt nach hause kommt. In dieser Welt habe ich das noch nicht gehabt, denn ich fühle mich eigentlich nicht verhaftet in einer Region dieser Welt. Es gefällt mir an vielen Orten, aber zuhause sein, das ist etwas anderes. Als die neue Titelmelodie dann nach dem eher James-Bond-like Intro doch noch den bekannten Star Trek Bläsersatz erklingen liess, war ich zuhause.

Was die Storyline anzeigt, ist der Konflikt nach einer offenbar mehr oder weniger friedlichen Zeit, in der die Klingonen auf ihre Häuser reduziert worden sind. Denn das Sternenflotte-Raumschiff entdeckt einen rituelles "Friedhofsraumschiff" der Klingonen. Darin lebt einer, der die Klingonenhäuser offenbar wieder vereinen und die Rasse zu altem Glanz führen will. Die neue menschlich weibliche, vulkanisch-indoktrinierte Hauptrolle namens Michael Burnham tut seit einigen Jahren auf diesem Raumschiff Dienst und hat ein traumatisches Erlebnis mit den Klingonen in der eigenen persönlichen Geschichte. Das führt dazu, dass sie durch eine Insubordination schliesslich degradiert wird. Ob sie die Schlacht mit den Klingonen da wirklich verursachte, ist nicht ganz klar - eher nicht. Doch das ist ja die Einführung. Das Raumschiff musste jedenfalls aufgegeben werden und die Vulkanierin steht dafür vor Gericht.

Ein Schmankerl vielleicht ... von den amerikanischen Story-Autoren: das Flaggschiff des Admirals nennt sich Europa - und wird von einem sich enttarnenden Klingonenkahn wie mit einer Pflugschar mittig halbiert und aufgeschlitzt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ... ;-)

Ebenfalls amüsant: In einem der letzten 10vor10 wurde doch grad ein Kurs der Migros-Klubschule vorgestellt, in dem man Klingonisch lernen kann. Es würde mich nun wundern, ob die den O-Ton der Klingonen verstehen - denn bekanntlich ist es ja nicht einfach Kauderwelsch, was die Klingonen in den Filmen da von sich geben, sondern eine richtige Sprache mit Grammatik und Semantik.

Die Story startet in der Serie dann also wohl so, dass sie sich irgendwie wieder heraufarbeiten wird. Denn die Hauptakteure sind bisher bis auf die Vulkanierin gar nicht gross aufgetaucht. Also nicht der Einstieg in eine heile Welt, sondern in eine traumatische. Ich hoffe allerdings, dass die ganze Serie mehr als nur ein Terra-Klingonen-Konfliktgame wird, denn bereits bei Kirk, spätestens aber bei TNG gab es eine geklärte Situation mit den Klingonen. Klar, etwas episches Theater ist interessant, aber eben, der rote Faden darf sich noch entwickeln. Mir gefällt auf jeden Fall, die Kino-Film-mässige Qualität und auch die Flashbacks der Akteure. Damit versteht man deren Herkunft und erkennt ihre aktuellen Lebensphasen. Das erübrigt, irgendwelche langwierigen Folgen bringen zu müssen, um die Charaktere zu erklären.

Dass der visuelle Fokus auf Technik liegt, war schon bei Enterprise so. TNG, DS9 und Voyager sind zeitlich so weit in der Zukunft, dass dort die Technik visuell viel weniger dominant ist. Was mir gefiel, denn obwohl ich selbst Technik mag, soll sie bei mir eher unauffällig sein. In Discovery ist sie vorderhand sehr dominant - und etwas lustig und gekünstelt. Es gibt eine Szene, in der das Deck mit der Gefängniszelle, in die die Vulkanierin gesteckt wurde, de facto ausradiert wurde. Dennoch hält gerade das Energiefeld um die Zelle sie davon ab, im Vakuum des Alls zu sterben. Um dem Tod zu entrinnen und nach etwas Flashback zu ihrer Herkunft, beginnt sie einen eher lächerlichen Dialog mit dem Computer, der trotz massivster Schäden am Schiff noch Zeit hat, ihr lebensrettende Massnahmen zu verweigern und erst nach einem dialektischen Geplänkel ihr den Zugang zum Restschiff zu erlauben. Ebenfalls die Hologrammtechnologie ... die Hologramme nehmen offenbar die Umgebung ihrer Projektion wahr. Das ginge ja noch, aber das Hologramm des Sarek setzt sich in einer Szene sogar auf die Kante eines Tisches im Quartier der Vulkanierin ... ist vielleicht ja bidirektional, und das Mobiliar wurde zu Sarek holografiert ... ist mir zu übertrieben ... aber es ist ja nur ein winziges Detail ... :-)

Zudem, Star Trek war ja dann doch in den Visuals nie ganz korrekt ... oder übertrieben logisch ... alle Schiffe haben im All eine Rundumbeleuchtung, und natürlich fallen in üblicher Star Trek Manier die Leute von den Stühlen, wenn ein Treffer die Zentrale erwischt, die Schirme aber offenbar doch gehalten haben sollen ... immerhin, die üblichen früheren Dampfeinschüsse bleiben aus ... wer baut den die Zentrale in der Peripherie ... und der Commander muss Manöver erst ansagen, die Computer sind dann hier offenbar zu doof, in höchster Not Strategien selbst auszulösen ... wäre ja so, wie wenn man dem Tesla noch sagen muss, "Achtung Fussgänger, Ausweichen mit Manöver Gammadreisieben". Bis das gebrabelt ist, ist jener längst überfahren. Doch was soll's, in den späteren Star Treks ist's ja immer noch so ... :-)

Eben, Perry Rhodan war logisch ... aber halt nie Film ... :-)

Das alles klingt sehr interessant. Ich jedenfalls freue mich darauf. Damit ich mich wenigstens einmal pro Woche mich irgendwo zuhause fühle ...

Bilder, Aufenthaltsinseln fürs Bewusstsein ...

Nachdem ich vorhin Peters Gedicht erfasste, las ich die Ticker-News von Heise. Und - wie passend - kamen da grad die besten Fotos der c't Fotogalerie.

Jedes der tollen Fotos lädt das Bewusstsein ein, sich die Situation jenseits des visuell Gezeigten und Erkennbaren vorzustellen, mitsamt dem gesamten Drumherum. Jedes Foto lässt uns ähnliche, bekannte und oft auch ähnlich erlebte Erinnerungen wiederbeleben. In Peters Text, jedes Foto eine Insel. Und das Bewusstsein segelt. Von Insel zu Insel. Der Mensch sagt "es ist nur ein Foto". Das Bewusstsein "sagt": Es ist eine ganze Welt - und verführt den Menschen, sich auf der Insel einzufinden.

Wohl nur darum scheint es nie genug Bilder zu geben - Twitter, Facebook etc. wären nicht möglich, wenn das Insel-Hopping des Bewusstseins nicht genau so wäre, immer neue Welten. Und ist es dort, erscheinen andere Inseln am Horizont ... Abschiednehmen, auf zu neuen Welten. Bei Fotos geht das schnell ... "mein" Bewusstsein springt besonders gerne in die Welten Nummer 1, 5, 8, 14, 15, 16, 20, 23, 30, 34, 37, 41 und 45.

Es ist uns Menschen vielleicht einfach nicht bewusst, dass jedes neue Bild einen Wechsel auslöst, erst recht, wenn einem ein "jööö" oder "wow" entfährt, denn dann hat sich garantiert im Bewusstsein in Windeseile die neue Welt aufgebaut - denn sie scheint einem ja dann zu gefallen, das Foto spricht mehr an als nur die Augen. Es triggert die Emotionen.

Ich erkenne viele jener Welten, in denen ich mich gerne aufhalten würde - wenn ich Fotos von ihnen sehe. Aber das Foto ist ja nur ein Standbild, eines von Millionen Bildern. Also, wie lange möchte ich dort bleiben ... es ist nicht klar, es ist ungewiss. Würde jedes Foto-Angucken einen Tod meines Körpers und eine Neugeburt und Werden dort sein, dann wäre es vielleicht ratsam, sich zu überlegen, ob man dort wirklich mit Wow-Effekt einfahren möchte. Denn das Dort-Sein ist dann vielleicht ein ganzes Leben. Das schöne Prospektfoto war nur der Teaser, und dessen Erleben in jenem Dasein dann wiederum nur ein Milliardstel des gesamten Lebens.

Könnte es so sein? Dann wäre ja für jeden die Frage da, was wohl die schöne Katalogfotografie war, die ihn auf diese Erde brachte ... oder andersrum: Vielleicht ist es ja genau so ... denn die Hindus kennen ja die unendliche Reinkarnation ... immer wieder ... das unendliche Spiel also, dem Bewusstsein was zu zeigen, das es dann haben oder genauer ansehen will. Peng, ein neues Leben beginnt.

Und was macht es so lustig? Dass es eigentlich nur der Faktor Zeit ist, der das Bestaunen und Sattsehen des Prachtfotos von einem ganzen Leben unterscheidet. Man schaut auf das Bild, die Imagination beginnt, der Körper erfühlt die schneidend kalte Luft beim Einatmen, spürt die Sonnenstrahlen im Gesicht, hört das Knirschen des Schnees unter den Schuhen, bemerkt, wie beschwerlich jeder Schritt ist, erkennt, wie sich Kälte auf das Leben auswirkt - auf Welt 14.

Um dieses Bild für einen Körper zu erleben, muss der Körper - wie wir es kennen - etwa 16-80 Jahre alt werden. Eigentlich reicht ja die Pubertät aus. Wenn der Mensch sich bewusst wäre, weswegen er auf Welt 14 ist, fiele es ihm dann leichter, sich seinem scheinbaren Ende zu stellen, dem Tod, dem Wechsel? Erinnerte er sich, wäre es dann leichter, den scheinbaren Verlust zu akzeptieren? Könnte er sogar erkennen, dass das Ziel des Lebens erreicht / durchlebt ist, und daher bewusst Sterben? Wüssten andere Mitspieler das auch, wie wäre es dann, auf dieser Welt zu leben ...

Und schon richtet man seinen Blick auf das nächste Foto. In dieser Ebene, wo die Zeit anders läuft. Ist es nicht wie im Traum? Dem Traum einer Nacht, für uns in dieser Ebene 4-8 Stunden. Im Traum können es ja Abläufe mehrerer Tage sein - gemessen an Zeiten dieser Ebene. Auch hier: Unterschied: Zeit.

Peter: "Neue Inseln werden Dir bewusst" — Das Foto-Angucken und Eintauchen in jene Welt.

Peter: "Das Abschiednehmen zählt nicht mehr" — Das Alt-Werden und Sterben, das Verlassen jener Welt.

Peter : "die kleine Welle löscht die Horizonte aus" — Das Vergessen beim Werden in der neuen Welt. Der Blick zurück zeigt nur den Ozean, das Nichts. Also auf ins Land, es ist angelangt. Und hat vergessen.

Peter: "Aber nie zu Haus" — doch der Sucher, der Unbefriedigte, der Unglückliche drängen einen vielleicht doch nach etwas zu suchen, einem neuen Horizont, etwas, was scheinbar nicht da ist, obwohl man doch nun da ist. Was kann denn nun bloss fehlen, wenn man doch aus dem Nichts kam, auf etwas Gewünschtes stiess, es genauer anschauen wollte, dieses nun erleben kann? Es hat vergessen, dass es zuvor aus unzähligen Prospektfotos eines fand, was es derart anzog. Wie wenn wir unter lauter schönen Hotellandschaften an Sandstränden das eine sehen, wohin wir dann in die Ferien gehen wollen - und es auch tun. Das Eintauchen für 14 Tage in die neue Welt. Hier wissend, dass nach 14 Tagen die Rückreise ansteht, das Verlassen jener Welt. Und dennoch hat dann keiner Todesangst. Denn er weiss, warum und wozu er 14 Tage lang dort war - fürs Vergnügen, zur Abwechslung, aus Interesse an Unbekanntem, was auch immer. Er kümmert sich auch nicht um die Welt, die er hinterlässt oder verlässt, denn sie ist bedeutungslos, diente als Erlebnis. Die Erfahrung kann Nachwirkungen haben, dann aber war es nicht jene Welt, sondern die Emotionen jener Welt, die verfangen haben.

In dieser Ebene kommt ja mancher Tourist aus Leidensregionen der Welt zurück und setzt sich dann für jene Region ein, als Freiwilliger, als Fundraiser, als Dokumentator, als Helfer zu irgendeinem Zweck.

Wäre es uns doch gegeben zu erkennen, uns gewiss zu sein, weshalb wir das Leben leben, in dem wir scheinbar für 80 Jahre gefangen oder auch geduldet sind. Wäre es dann wichtig, wie lange man da ist? Würde man traurig, wenn andere geliebte Menschen die scheinbare Welt verliessen? Weshalb sollte es traurig sein, würde es sich erinnern, dass es nur eine Ferienreise ist? Könnte man sich dann freuen aufs Zuhause? Ist der Tod, der Wechsel, dann eine so einfache Sache wie mein Flug nach von Berlin nach Zürich, nach zuhause? Zwar umständlich, langwierig, aber doch eben nur ein Transfer? Und was ist denn mein Zuhause? Da, wo halt der Körper aufwuchs, wo meine materiellen Dinge sind, wo mein Staat mich leben lässt, mich aber an der Leine gängelt, aber natürlich auch in der Landschaft, die mir so viele schöne Momente beschert(e). Doch verlasse ich das Zuhause gerne, um anderen schöne Landschaften zu sehen, andere Menschen zu sehen, mit ihnen zu sein.

Doch ist das wirklich Zuhause? Ich, Martin, bin immer dann dort zuhause, wo ich vergesse, was ich verliess. Wo es mir also gefällt, wo es zeitlos und grenzenlos sein kann. Der Körper limitiert das zwar, doch es geht recht gut. In dieser Ebene ist es die Erde. Ich habe auf ihr kein Zuhause, in dem ich mich derart verwurzelt fühlte, dass ich nicht weggehen möchte.

Obwohl die Schweiz sehr schön ist, ist sie auch sehr eng. Das Heimkommen und Sehen der Alpenketten, möglichst weiss bedeckt, triggert ein "Wow, wie wunderbar". Schon freut es mich, hier wieder anzukommen. Und so vergeht Zeit, wo mich ein Sehen der Weite eines Horizonts wie auf Welt 16 treibt, jene mit allen Körpersinnen erleben zu wollen. Sehe ich Bilder und Filme von weiter Natur, vorzugsweise Wälder, Seen in Kanada, Alaska, Russland, regt sich in mir der Eindruck, dass ich an so einem Ort zuhause wäre. Könnte und wollte ich dort wirklich länger leben? Bräuchte ich das überhaupt noch zu tun, sollte sich mein Leben dort erfüllt haben? "Alaska sehen und sterben" ... Ich weiss es nicht. Wo ist also "mein Zuhause"?

Bin ich dort, möchte ich oft nicht zurück ins Alte, Bekannte. Leider habe ich auf dieser Ebene die Mittel (= Geld, Möglichkeiten, Beruf etc) derzeit nicht, genau so zu leben. Doch mein Wunsch ist es: Wenn schon in einem Körper auf einem Planeten, dann bitte überall auf dem Planeten, wo sich der Körper und damit ich mich wohlfühle. Daher wohl mein starker Wunsch, nur noch in einem komfortablen Wohnmobil oder mobilen Hausboot zu leben, ohne festen Wohnsitz. Wer mir hilft, das zu erleben, dem ist der Dank meines Lebens gewiss ...

Ich fühlte mich nun zwei Tage sehr wohl in Berlin, bei Peters Gefährten und in Potsdam in Jans Gastfreundschaft, seinem sehr eindrücklichen, selbst gebauten Haus, seiner Freundlichkeit und Grosszügigkeit, seinem Mitteilen seiner bemerkens­wertesten Erfahrungen. Kein Gedanke an die Schweiz. Ich war zuhause.

Nun bin ich wieder im alten Zuhause, das eigentlich keines ist. Es ist nur der Ort und die Umgebung, die aufgebaut werden mussten, damit das Bewusstsein in diese Welt eintauchen konnte, um irgendwas zu erleben, was der Martin schon auf dieser Ebene erlebt hat oder noch erleben wird. Der Martin weiss es nicht, bzw. hat nur eine Ahnung, dass das erst noch kommt, dessentwegen sich das Bewusstsein beim Anblick eines schönen Fotos entschied, mal eintauchen zu wollen - während eines Augenzwinkerns. Und nun als Martin wohl ein langes hiesiges Leben führen darf / kann / muss, bis das zuvor Gesehene durchlebt ist. Danach wird etwas kommen, wozu man einen Körper auf dieser Ebene weiterhin brauchen kann, dann wird's einen "neuen Lebensabschnitt" geben. Ist das Gesehene vollendet erlebt, wird das Bewusstsein sich aus dem Foto zurückziehen - und dieser Ebene wird sich das den anderen Mitspielern als Sterben und Tot-Sein darstellen. Das Bewusstsein wird dies wohl kaum noch kümmern – oder verschwenden wir ein einzigen Gedanken an das Gesehene, wenn wir von Foto zu Foto wechseln?

Peter: "Aber nie zu Haus" — Martin meint, es ist möglich, sich dem zu Haus anzunähern. Denn Peter zeigte ihm Wege dorthin, lehrte ihn Techniken dafür. Martin ist Peter sehr dankbar, dass Es sich in der Rolle des Martin erinnert, dass Es nur ein Foto anguckt ...

Gedicht: Unterwegs

Zur Verabschiedung von Peter Schieweck in einer Andachtshalle in Berlin erfuhr ich in der Gedenkrede noch einige Details über die Kindheit von Peter.

Hier zuhause erinnere ich mich an einiges schon nicht mehr ... wollte er nun ein Schreiberling oder Künstler werden ... ausser, dass er eigentlich nicht Banker werden wollte, aber sein Vater dafür war.

Er schrieb Gedichte.

Eines davon wurde zur Andacht vorgelesen, eines, das er in sehr jungen Jahren schon schrieb. Es ist wohl schon prophetisch für seinen Werdegang, sicher aber für den eines jeden Menschen. So dürfte wohl jeder sich in derr imaginierten Situation wiederfinden ...

Unterwegs

Nimm ein neues Boot. Der Himmel schwankt.
Jedes Bleiben ist schon ein Zuviel.
Immer wieder bist du angelagt,
aber nie am Ziel.

Lass Dein Herz los, denn es ist zu schwer.
Neue Inseln werden Dir bewusst.
Und das Abschiednehmen zählt nicht mehr,
nach so viel Verlust.

Eine kleine Welle, weissumrankt,
löscht die fremden Horizonte aus.
Immer wieder bist Du angelangt
Aber nie zu Haus.

Peter Schieweck

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