Das ColdCard Desaster

Am 30. Juli 2026 wurde bekannt, dass ein Angreifer mittlerweile über 1000 Bitcoins auf seine Wallet überwiesen hat. Nicht wie viele sagen, gestohlen, sondern einfach nach den Regeln des Bitcoin-Consensus überweisen. Der Bitcoin-Stand des neuen Besitzers findet man über diese Watch-Seite.

Wieso wird das dennoch als Diebstahl bezeichnet? Nun, es ist nur Diebstahl aus der Sicht der vorherigen "Besitzern". Denn in Bitcoin gibt es das an sich nicht, weil Bitcoin bekanntlich immateriell ist und daher vom Physischen nicht besessen werden kann.

Wie beweist man denn, dass man Bitcoins besitzt oder hält? Physisch kann man's ja nicht. Aber mathematisch. Dazu braucht man den privaten Schlüssel, und woher hat man den? Als Ableitung von einem Seed, das wohl bekannteste Wort im Bitcoin-Glossar. Mit dem privaten Schlüssel kann man mathematisch beweisen, dass man die Bitcoins bewegen könnte, wenn man wollte. Man kann damit allerlei beweisen, auch die Unversehrheit eines elektronischen Vertrags, eines PDFs, das ein Mensch durchaus anschauen und ändern könnte. Aber eben, die Verfälschung könnte dann locker nachgewiesen werden.

Der Seed

Der Seed ist einfach eine 256 Bit, 32 Byte Zahl. Im 10er System also etwas zwischen 0 und 1077. Das sind gigantische Zahlen, die niemals ein Computersystem abgrasen kann. Ich rechnete ja mal etwas im Nachtrag zu einen Artikel, um die damals aktuelle Rechenpower dem Zahlenbereich dieser 2256 Möglichkeiten entgegenzustellen.

Nun, die Hash-Funktion ist halt wie eine Mühle mit einem grossen Trichter und einem Test-Auslauf unter dem Mahlwerk, wo - in menschlicher Analogie - ein Prüfer andauernd etwas rausnimmt, auf Qualität prüft und oben mit dem konstanten Zulauf wieder in den Trichter kippt, wo es natürlich wieder zermahlen wird mit dem neuen Zeug.

Das ist die Hash-Funktion. Nicht wie es in der Presse und TV oft heisst "komplizierte Berechnungen" ... nein, einfach f*cking simple bit operations. In Wikipedia sieht man ja, wie es geht.

Das Problem ist nun, was schüttet man in den Trichter, damit dieser Hash möglichst zufällig ist? Nun, wer Hash verstanden hat, weiss aber auch, dass es bei gleichem Input immer den gleichen Output gibt.

Wenn ich also einen Kubikmeter Holz reinschmeisse, kommt unten bis aufs Gramm genau immer dasselbe raus. Wer's probieren will, hier eine schöne Website, die auch grad noch diverse andere Hashes und Prüfsummengeneratoren nutzt und deren Resultat anzeigt.

Wenn man dort im Feld Hash String etwas reintippt oder unter Hash File eine Datei hochlädt, spuckt die Seite nach etwas Rechnerei die diversen Hashes aus, darunter den SHA-256, den wir in Bitcoin ja brauchen.

Also, wenn wir

Bitcoin
in den Trichter des digitalen Mahlwerks schütten, kommt
b4056df6691f8dc72e56302ddad345d65fead3ead9299609a826e2344eb63aa416
heraus. Tja.

Und wenn wir

bitcoin
reinschütten, ist es
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Aha. Immerhin, sieht schon sehr anders aus.

Und der hier

BiTCoin

ergibt

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Genau man erkennt keinerlei Abhängigkeiten von Input zu Output. Eine Hash-Funktion hat also einige wichtige Merkmale zu erfüllen:

  1. Egal, was und wieviel man reingibt, es erzeugt immer eine Zahl von 256 Bits (für SHA-256)
  2. Ein bestimmter Input erzeugt immer denselben Output
  3. Minimalste Änderung am Input (kleines b statt B) erzeugt einen nicht vorhersehbaren anderen Output
  4. Änderungen am Input können nicht zu einem Output vorausberechnet werden
  5. Es ist nicht möglich, auch nicht mit Quantencomputern (QC), von einem Output auf den Input zurückzurechnen1

1 Selbst wenn ein QC den SHA-256 mal wirklich rückwärts rechnen könnte, wieviele mögliche Inputs gäbe es dann? Unendlich viele. Wieso? Tja, wieviel grösser ist der unendliche Zahlenraum, wenn man ihn auf 0..1077 abbilden müsste? Es gibt für jeden möglichen Hashwert also unendlich viele Inputs. Ein Hash ist ein Informationszerstörer! Eben, eine digitale Mühle halt.

Menschen und Computer haben aber rein gar nichts mit Unendlichkeit am Hut. Siehe Georg Cantor.

Dennoch, für uns im Alltag reicht es ein paar Milliarden Jahre weit.

ColdCard

Zurück zum Thema: Leute mit der ColdCard haben alles richtig gemacht, sie haben ein vom Computer getrenntes Cold-Wallet, das den Seed niemals rauslässt. Und dennoch, wie konnte der Angreifer denn an die Bitcoins ran?

Wie Ihr sicher schon gemerkt habt, geht es also darum, was man in den Trichter schüttet, denn anhand des Outputs kann ja eben niemand sagen, was es war. Aber wenn man eventuell erraten könnte, was es war, dann könnte man superschnell beliebig viele Seeds generieren und dann damit in der Blockchain nach benutzten Schlüsseln suchen und nachsehen, ob dort etwas drauf liegt. Wenn ja, dann schnell alles überweisen und voilà ... 3-2-1, alle Bitcoins sind nun meins.

Können wir als Benutzer die Qualität des Inputs beurteilen? Leider nein. Oder zumindest nur dann, wenn der Code des Seed-Generators öffentlich einsehbar ist, also Open Source.

Und hier wurde offenbar geschlampt. Egal, ob Closed oder Open Source, schlampen ist schlampen.

Durch deren Schlamperei wurden per 2026-08-02 bereits

abgezogen.

Wir haben ja oben am Beispiel der Varianten des Wortes Bitcoin gesehen, dass der Output eben keinerlei Rückschlüsse auf den Seed-Generator zulässt. Daher könnte man ja einfach das Tagesdatum inkl. Microsekunden nehmen. Würde ja reichen.

Also zum Beispiel ein Zeitstempel wie 2020-12-24 12:34:56.789012.

Nach einer Microsekunde ist das ja schon vorbei und die Hash-Funktionen werfen total verschiedene Resultate aus.

Nein, das ist ein total doofer Input. Warum?

Erstens gibt es diese Zeit 24 mal auf der Erde. Zeitzonen.

Zweitens sind es viel zu wenige Varianten. Wenn man bei Jahr 2000 startete, wären das ja grad mal 8 × 1014 Microsekunden gewesen, was ungefähr 250 ist, also nur 50 Bits.

Drittens weiss ja jeder, wie man so einen Zeitstempel herstellt, so dass man den Seed-Generator natürlich damit füttern könne. Also nichts von Zufall.

Wie könnte man das verbessern?

Nun, man könnte den Hash vom Zeitstempel, oder noch besser den Hash vom Zeitstempel + lepmetstieZ + stempeltieZ ja in den Seed-Generator füttern. Besser, aber immer noch schlecht. Klar, wieso?

Also es schläckt kei Geiss ewäg, man muss etwas finden, dass wirklich zufällig ist. Das man auch nicht nachbauen kann, selbst oder gar genau dann, wenn der Code des Seed-Generators Open Source ist.

Wenn man es schlimmer sieht: Gelänge es einem Produzenten einer Wallet, seine erzeugten Seeds unter 264 zu erzeugen, dann wären von links her 192 Nullen, bevor die 64 Nullen und Einsen kämen. An den Hashes sieht man dieses Faktum nicht an. Aber, der Produzent wüsste, dass er nun nur noch 18 Trillionen Möglichkeiten hat, also wie bei der bekannten Schach-Anekdote.

Es gab solche Fälle schon, allerdings nicht bei Bitcoin, aber offenbar bei den S-Boxen der (3)DES Verschlüsselungsalgorithmen. Niemand wusste es bis auf die NSA. Die hielten aber dicht.

Was käme also als richtig guter Seed-Generator in frage?

Es müsste etwas sein, das man im physikalischen Universum als echten Zufall akzeptieren würde. Denn wenn der Seed-Generator sowas als Input bekäme, könnte kein Mensch, kein Computer, nichts und niemand den Input in den Seed-Generator nachahmen, nachbauen, nachkonstruieren, voraussehen. Somit wäre dann der Output tatsächlich zufällig verteilt im Zahlenraum von 0..1077.

Sowas wäre also ein guter Input.

Damit ist das Rätsel schon "gelöst". Die ColdCard hat einen schlechten Seed-Generator. Punkt. Nur, keiner hat's bemerkt. Ausser der Hacker. Die Gelackmeierten sind die, die alles richtig gemacht haben. Das ist schmerzhaft.

Etwas KIlen klärte noch einige andere Punkte: Die ColdCard-Firmware ist Open Source. Liegt auf Github. Da kann also jeder reinschauen. Die KI sagt, dass der Bug schon 2021 da war.

Antwort von Deepseek auf Frage "Gibt es zur ColdCard Firmware Pull Request? Von wem und betrafen sie den RNG oder die Seed Generierung?"
Ja, es gibt einen sehr kritischen Pull Request bzw. eine Reihe von damit zusammenhängenden Fehlern in der Coldcard-Firmware. Diese betreffen sowohl den RNG (Zufallszahlengenerator) als auch die Seed-Ableitung direkt.

Die Analyse zeigt, dass es sich nicht um einen einzelnen Bug handelt, sondern um eine Verfehlung bei der Build-Konfiguration, die über Jahre hinweg die Entropie der generierten Seeds drastisch reduziert hat.

Der Fehler: Von der TRNG zur Software-PRNG Das Problem wurde durch eine Code-Migration im März 2021 (Firmware 4.0.0) ausgelöst:

Ursache: Bei der Migration zu einer neuen Kryptobibliothek (libsecp256k1) wurde die Funktion zur Entropiegewinnung (rng_get()) unbeabsichtigt umgeleitet. Statt des speziellen Hardware-TRNG (True Random Number Generator) auf dem Coldcard-Chip, wurde ein Software-Fallback-PRNG (Pseudorandom Number Generator) aus MicroPython verwendet.

Der Auslöser: Ein Makro (MICROPY_HW_ENABLE_RNG) wurde auf 0 gesetzt, um den TRNG zu deaktivieren. Die Prüfung im Code prüfte aber nur, ob das Makro existiert (#ifndef), nicht ob es auf 1 gesetzt ist. Da es existierte (auf 0), wurde der Build nicht gestoppt und der falsche, schwache Generator wurde eingebunden.

Die verheerende Konsequenz: Dieser PRNG hatte eine winzige Entropie von nur etwa 240 (etwa eine Billion) möglichen Seeds bei den Mk2/Mk3-Modellen und ~272 bei den neueren Modellen. Zum Vergleich: Ein sicherer Seed hat 2256 Möglichkeiten. Ein Angreifer kann effektiv den gesamten möglichen Seed-Raum durchsuchen und so die Wallet wiederherstellen, wenn er nur eine öffentliche Adresse kennt.

Betroffene Versionen und Behebung Laut der Analyse sind folgende Firmware-Versionen betroffen, da sie diesen fehlerhaften Entropiepfad nutzen:

Hardware – Betroffene Firmware-Versionen – Behobene Version

Mk2 / Mk3 – 4.0.0 – 4.1.9 – 4.2.0
Mk4 / Mk5 – 5.0.0 – 5.5.1 – 5.6.0
Q – 0.0.2Q – 1.4.1Q – 1.5.0Q
Edge (X/QX) – 6.x – 6.6.0X / 6.6.0QX

Wichtig: Selbst wenn du auf eine behobene Version aktualisierst, ist der Seed, der mit einer betroffenen Version erstellt wurde, weiterhin unsicher. Du musst einen neuen Seed generieren (z.B. mit dem neuesten Firmware-Update oder via Dice-Rolls) und deine Gelder auf die neue Wallet migrieren. Ausnahmen sind Seeds, die mit 50 oder mehr manuellen Dice-Rolls erstellt wurden.

Wer hat den Fehler gemeldet? Die öffentlich zugängliche Analyse und der Proof-of-Concept (PoC) für diesen Angriff wurden von einem GitHub-Nutzer namens DK27ss erstellt und in einem Repository veröffentlicht. Es zeigt einen vollständigen Angriff, der die Wiederherstellung der Seed-Phrase in unter zwei Minuten auf einer handelsüblichen CPU ermöglicht.

Das Coldcard-Team (Coinkite) hat die Fehleranalyse inzwischen bestätigt und entsprechende Fixes veröffentlicht.

Landläufig wird das in einen Topf geschmissen mit "Bitcoin ist gehackt" und "Selbstverwahrung ist mühsam und letztendlich unsicher". Dabei ist es "nur" ein normaler Software-Bug. Der allerdings den Source-Maintainern hätte auffallen müssen.

Gerade bei sooo kritischen Dingen wie der Seed-Generierung. Hier darf einfach nichts daneben gehen. Funktionierendes muss erhalten bleiben. Wer in einem Pull Request thematisch nur schon in die Nähe von Seed-Generierung kommt, muss doppelt und dreifach reviewed werden.

Hier gibt es noch Anlass, kurz die Arbeit der Maintainer am Bitcoin-Code zu erwähnen. Die kommen aus verschiedenen Ecken öfters unter Beschuss, obwohl sie ja nur selten eigene Dinge entwickeln und einbauen. Auch sie bekommen Pull Requests aller Arten. Und sie müssen extrem vorsichtig sein, was sie sich da ins Dorf Troya holen. Deren Verhalten ist langsam, wie die Schweiz. Es muss viel diskutiert und geprüft werden - (nur) was lange währt, wird endlich gut. So sei es.

Oder der Fall des Linux-Tools xy, das fast zum totalen Kollaps der Sicherheit in der Linux-Welt führte. Es gibt dazu sogar einen spannenden Veritasium.Video. Dieser Angriff war definitiv einer zur gezielten Unterwanderung fast aller Linux-Software. Es wurde nur per Zufall von einem gewissenhaften und geschulten Mensch entdeckt.

Aber zurück: Ersteres stimmt nicht, Bitcoin ist in keiner Weise gehackt, ja, es ist im klassischen Sinn nicht mal ein Hack, denn der Angreifer hat nichts kompromittiert. Wie er auch immer darauf kam, er hat nachgebaut, erraten, erforscht, was die ColdCard als Seed-Generator nimmt. Der von der KI genannte Github-User ist wohl nur der White-Hat-Hacker. Böswillige geben sich natürlich nicht zu erkennen.

Mit Ersetzen der ColdCard gegen etwas anderes ist es aber nicht getan. Denn Bitcoin hängt am Seed, nicht an einer Software oder Hardware. Der Seed bleibt schwach, auch wenn man den in die Bitbox importiert. Damit hat man das Problem nicht gelöst.

Auch die ColdCard kann ja hoffentlich Seeds importieren, man muss sie also nicht wegschmeissen, nur zuvor einen gscheiten Seed importieren. Denn wozu braucht man Hard- oder Software? Richtig, um die mühsame Mathematik einer Transaktionssignatur durchzuführen. Deshalb gibt's Wallets. Dafür ist der Seed dann nicht mehr (direkt) nötig.

Zweiteres hat den Funken Wahrheit in sich, dass wir als Konsumenten der Produkte eben NICHT immer wissen, ob die Produkte gut gemacht sind. Das gilt besonders bei Software. Die schlimmsten Sünden sind ja jeweils jährlich an den Themen des C3, Chaos Communication Congress zu sehen.

In diesem Sinne sind wir eh alle den Produzenten von digitalen Dingern ausgeliefert. Die andere Seite der Selbstverwahrung ist aber, dass man gar kein elektronisches Gerät braucht, um einen Input für den Seed-Generator zu liefern: Würfeln. Es geht und wie man das macht, findet man unter Dice Ware.

Bei Bitcoin ist es halt so, dass wir kein Gegenüber haben. Wenn unsere Administrationsprodukte Fehler haben, ist's um "meine" Bitcoin geschehen.

Drum nenne ich das ColdCard Zeug ein Desaster. Weil niemand es wissen kann - ausser die Hersteller.

Andere Wallets haben natürlich sofort reagiert und nachgelegt mit Information, so wie im Blog der bekannten Bitbox 2 / Nova.

Wenn die Leute von Coinkite wirklich so bescheuert waren, einen schlechten Seed-Generator einzubauen ... dann sollten sie vom Markt verschwinden. Denn in der Welt von Kryptografie hängt alles von gutem Zufall ab. Denn ohne Zufall ist die benutzte Mathematik immer deterministisch, wie die Hash-Funktion.

Woher also der zufälligste Zufall?

Es gibt verschiedene Methoden, aber wer mal bei mir im Arduino Kurs war, kennt den besten Effekt bereits:

Wenn man den AD-Wandler nicht irgendwo anschliesst, sprich, den Input einfach offen liegen lässt, dann erzeugt der AD-Wandler ziemlich gute zufällige Werte, denn der versucht ja, den Spannungswert am Eingang zu digitalisieren. Wenn der Pin aber "in der Luft hängt", Elektronikerslang, dann misst er eigentlich im besten Fall die Brownsche Molekularbewegung, also den Zustand der Materie, die den Eingangswert des AD-Wandlers bildet. Und was deren Moleküle grad so treiben bei 20° Raumtemperatur ... DAS weiss nun wirklich niemand.

Jedes gute Hardwarewallet wie eben "unsere" Schweizer Bitbox hat sowas. Kaufen!

Weil's grad passt heute: Schweizer Qualität seit 1291 :-)




Nachtrag zur Eigensicherung

Ich möchte anfügen, wie man sich gegen sowas schützt. Das vergass ich, weil ich diese Sache schon seit Erwachsenenleben praktiziere:

Hersteller-, Produkt- oder Anbieter-Diversifikation

Da wir eine Wahrheit ja nie kennen, weiss ich nicht, ob in anderen Dingen meines elektronischen Alltags Fehler drin sind. Drum, auch wenn's etwas mühsamer ist, es lohnt sich. Die Anbieter versuchen zwar mit Rabatts etc. die Leute für einen ganzen Strauss an durchaus nötigen und sinnvollen Angeboten an sich zu binden. Doch ergibt das immer ein Klumpenrisiko.

Ich hatte das grad letztens mit meiner Autoversicherung erlebt, die ich dringend erneuern musste. Da ich aus verschiedenen und historischen Gründen Hausrat- und Haftpflicht-Versicherung dummerweise beim gleichen Anbieter hatte, wollte der mir eine Autoversicherung nicht gewähren - gerade, als ich eine neue innert 1-2 Arbeitstagen beschaffen musste.

Klar, nicht so schlimm, ausser einen Tag Stress. Und klar, es war am Schluss ein anderer Anbieter. Obwohl sich ein Mitarbeiter des bisherigen Anbieters sehr bemühte, kam er aber gegen das interne Risk-Management nicht an und musste mir bedauernd absagen.

Fazit

Es gibt nirgendwo ein Risiko 0. Wissen wir ja alle, aber nicht alle machen das, was eigentlich leicht ist: Sie verlassen sich nicht nur auf ein einziges Gegenüber. Die Extramühe lohnt sich - halt erst im Erlebnisfall ... aber dann schadensmindernd.

Wenn's um Dinge geht, die ich unter Kontrolle haben will, dann muss ich das Gegenpartei-Risiko minimieren. Bei Hardware-Wallets hiesse das, dass man sein Vermögen auf Hardware-Wallets verschiedener Hersteller aufteilt. Oder ein Multi-Sig-Wallet bestehend aus solchen betreibt. Oder etwas wie einen Seed-Signer nutzt. "Oder" ist hier nicht ausschliessend gemeint, Kominationen daraus sind auch gut.

Denn was führen diese ein? Zeitverzögerung!

Sie ist die Achillesferse aller bisherigen Single-Sig-Wallet Setups: Sie signieren sofort und die Transaktion ist innert 5-35 Minuten durch. So lange kann man Gewaltopfer schon unter Kontrolle halten. Deshalb ist etwas, was diesen Prozess in die Länge zieht, ein Schutz gegen Raub.

Ein Service wie Bitvault bietet genau das. Leider integrieren sie sich bisher nur mit sehr wenigen Hardware-Wallets. Ich hoffe sehr, dass sich das asap ändert. Der ColdCard-Case sollte eigentlich der richtige Ruck dahin sein ...

ARD: Putins Krypto War

Im ARD kam letzthin diese Sendung über die Spekulation, ob Putin mit massivem Bitcoin-Mining seinen Krieg finanziert.

Dabei wurde gesagt, dass Bitcoin dank billigem Gas aus Russland Bitcoin geschürft wird. Nun, das muss einem egal sein, denn Bitcoin ist Geld für Gegner. Es ist halt nicht zu ändern, dass Bitcoins von jedem Heiligen und jedem Schurken geschürft werden können. Das ist so und so soll es bleiben. Denn alles andere wäre Zensur.

Mir ist das insofern egal, weil ich eben dieses Hallmark von Bitcoin als wichtig ansehe. Was mich allerdings ärgert, ist, dass immer noch Leute unreflektiert sagen, Bitcoin fördere grüne Energien. Das mag schon stimmen. Aber ich entgegnete schon immer, dass dieses Bitcoin-Mining auch einen Markt schafft für "billige" Energie. Und diese kann auch eine Umweltsauerei sein ... wie die Goldschürferei genau dasselbe auch ist.

Denn es ist für "brave" Miner schon so, dass sie die günstigsten Energiequellen brauchen. Aber wenn jemand die Energieproduktion subventioniert, ist die "Grünheit" des Stroms noch nie gesichert gewesen. Das scheint von Putin gemacht zu werden, weil er halt "sein" Gas billig verhökern kann.

Mich nervt also nur, dass hier Gas verstromt wird in einem gewaltigen Ausmass, um politische Ziele zu verfolgen. Weil hier jegliche Ethik oder globale Verantwortung nicht funktioniert, wenn Egomanen die Naturressourcen eines Landes ausbeuten können.

Wenn Bitcoin-Firmen sich brüsten, dass sie nur grünen Strom brauchen, dass dies sogar der Umwelt diene ... ist das natürlich möglicherweise wahr, aber in der ökologischen Wirkung lachhaft, wenn ein Putin aufs C02 scheisst und einfach seine billige Naturressource verstromt.

Ich hielt das schon immer für möglich, dass die Bitcoin-Schönredner gewisse reale Tatsachen einfach ignorieren oder zumindest herunterspielen.

Dass man natürlich mit Kryptowährungen diverse Sachen machen kann, die eben ausserhalb der Kontrolle eines Staates sind, das ist ja schon klar. Es gehört für verantwortungsvolle Leute ja zum Plus. Egal, ob Bitcoin, XRP, XMR ...

Hier kommen die Chain-Analyse-Firmen ins Spiel. Also halt Private, die die Rolle der staatlichen Kontrolle übernehmen. Auch nicht nett, aber immerhin, anders halt. Denn immerhin haben sie nicht das gesellschaftlich sanktionierte Machtmonopol.

Die Sendung erklärt in meiner Sicht gut, dass Kryptowährungen natürlich die menschlichen Fehler nicht beheben können. Es werden nur die Täter und Opfer, die Kontrolle ausgetauscht. Ob es jetzt Fiat ist oder Bitcoin, Tether, A7A5, das ist völlig irrelevant.

Das war schon immer so und bleibt auch so, denn der Mensch wird ja nicht besser, nur weil es kontrollfreie Kryptowährung gibt. Diese sind das sprichwörtliche Messer, das zum Brotschneiden oder Menschen-Abstechen dienen kann.

Also alter Wein in neuen Schläuchen. Und wie gesagt, das ärgert mich nur leidlich. Was mich sehr ärgert, ist die Verantwortungslosigkeit derjenigen, die den Brennstoff der Krypto-Währungen aus der Natur gegen die Natur einsetzen.

Mir ist Putin egal, Trump ditto, jeder andere Hero auch ... schliesslich heisst ein Meme ja, slay your heros. Denn dass die alles nutzen, was brauchbar ist gegen einen Feind, das ist halt so und war immer so.

Wenn das also so ist, dann bitte wenigstens mit der neutralsten Währung, dem Bitcoin.

Der Podcast letztens, in dem Roman "gegen" Robin antrat, zeigte halt, dass es kein Richtig oder Falsch gibt. Roman vertritt halt, dass der Schwarm, der Markt regelt, wie es mit dem Bitcoin weitergeht. Und niemand kommt dagegen an. Robin hingegen findet, dass Bitcoin seine Hallmarks verliert. Beides Meinungen. Auf jeden Fall nur Meinungen von zwei Milliardsteln des Schwarms. Die Gesamtheit allerdings wird die Richtung bestimmen.

Der Schlusssatz der Sendung, dass die Kryptowährungen besser kontrolliert werden müssen ... das finde ich sinnlos. Denn wenn eine Community entsteht um eine Kryptowährung, muss es nur diese interessieren, was sie damit anfangen kann, so bleibt es in ihrer Bubble.

Das war ja auch bei Bitcoin so. Wer heute über den Pizza-Tag lacht, hat vergessen, dass auch Bitcoin einfach "wertlos" war. Es ist einfach eine Technologie, die zum ersten Mal den Double Spend verhinderte und keine Third Party braucht. Das Hauptproblem der digitalen Informationsklonerei. Damit konnte man mindestens das Bescheissen verhindern. Und doch blieb auch dieses Konzept lange "wertlos".

Ich persönlich weiss eigentlich bis heute nicht, was genau den Start der Bitcoin-Hausse auslöste. War es natürlich? War es spekulatives Fiat-Geld-Versenken, Unicorn-Probing? Who knows.

Es ist auch nicht mehr wichtig, denn vielleicht - aber nur vielleicht - haben die fundamentalen Eigenschaften von Bitcoin wirklich immer mehr Menschen fasziniert. Ich hätte es gerne so, aber ich weiss es wirklich nicht.

Mir gefiel die Sendung. Denn sie zeigte wohl einfach, dass nichts Technisches die Machtspiele einiger verändert, im Gegenteil, sie werden genau dafür genutzt. Aber: die "Guten" geniessen deren Vorteile, denn selbst gutmeinende Institutionen haben nicht das Recht, mich der ökonomischen Handelsfreit zu berauben - unter dem Titel der Bekämpfung der "Bösen".

Und zumindest mit Bitcoin haben wir "Guten" endlich eine wertvolle Alternative zum Kontrollinstrument Fiat-Währung.

Breel Embolo, unsere Nati und Bitcoin, hä?

Tja, ich war auch sehr betrübt, dass die Schweizer Fussballmannschaft ausgeschieden ist - mutmasslich, weil sie ab der 72. Minute ohne Breel Embolo auskommen musste, also 10 zu 11 Spieler für den Rest der Spielzeit und - überraschenderweise - sogar noch einer Nachspielzeit.

Was hat das nun mit Bitcoin zu tun?

Ganz einfach: Wer bei Bitcoin nicht nach den Regeln spielt, verliert. Inevitably, wie die Amis sagen. Unausweichlich. Weil die Kosten für die Verfehlung bei Bitcoin fast so sicher wie das Amen in der Kirche zu einem eigenen ökonomischen Verlust führen. Da spielt man doch lieber nach den Regeln. Dann gewinnen alle - im Sinne des Spiels.

Breel Embolo machte das nicht. Er hatte schon Gelb und fabrizierte eine Schwalbe. Wäre da der VAR nicht gewesen, hätte das auch niemand entdeckt. So hatte Sascha Rufer im SRF TV dann recht drastisch über den VAR gelästert. Emotional verständlich, aber niemand hat ein Wort verloren über Breel. Alle konstatierten, klar, er hat eine Schwalbe hingelegt. Punkt. Aber dass er damit der Mannschaft einen gewaltigen Bärendienst erwies - nun, das 3:1 hat es gezeigt.

Es ist klar, es geht nicht um Breel Embolo, ausser, dass er halt den Spielverderber gemimt hat. Es ist halt gegen die Regeln, bescheissen zu wollen. Alle wissen das, und es gibt eben Konsequenzen. Es lief ja grad gut, warum kam Breel auf so ne Schnappsidee, wenn er doch schon Gelb war.

Beim Fussball haben wir das halt alles schon internalisiert. Übertriebene Härte "sei heute halt so im modernen Fussball" oder soll ich "mordenden" Fussball schreiben?

Fussball hat einen wunderbaren Showcase Charakter: Alle lieben ihn, alle lassen sich packen. Aber auch alle nehmen einfach hin, was da so läuft: Spieler sind ausser an Weltmeisterschaften nicht mehr fürs eigene Land Spieler, sie machen mit am grossen Geld, ganze Clubs gehören Finanzakrobaten, Trainer werden innert kürzester Frist der Erfolglosigkeit geschasst, die teuren Spieler selten hinterfragt ... sooo viel um den Fussball herum ist minderwertig. Die FIFA mit ihrer Machtpolitik ditto.

Aber, der Fussball ist eben auch: Nur ein TEAM gewinnt, eine Schwingung, ein Zutrauen, ein Gemeinsam ... und dieses Ganze packt einen halt, zieht einen rein und lässt einen mitfiebern im "Kampf" mit dem Gegner, der ja auch zum Gemeinsamen gehört. Ich habe eigentlich auch noch nie einen Fan gehört, der für einen Schiedsrichter fant. Wir wissen schon, dass es eigentlich keinen bräuchte, wenn wir nicht vergiftet sind.

Wenn man sich aus eigener Einsicht an die Regeln hält, bräuchte es keinen Schiedsrichter, geschweige denn den VAR.

Bis Embolo den regelwidrigen Abflug machte, lief alles gut fürs Team. Und danach ging's nicht mehr, bzw. das Team musste überproportional mehr Energie aufwenden, um seinen Ausschied zu kompensieren. Wenig oder gar nicht überraschend, dass es nicht reichte für 120 Minuten.

Vielleicht erscheint es zu esoterisch, dass ich sehr spontan auf diesen Konnex kam. Denn nach den Regeln spielen ist halt wirklich einfacher als dagegen. Wer die Regeln so und so aufstellt, das ist natürlich eine ganz andere Story.

Im Fussball sind die Regeln halt einfach, jeder kapiert sie innert kürzester Zeit. Und noch viel mehr: es scheinen ja universelle Regeln zu sein. Sonst wäre Fussball nicht überall in der Welt. Lohnt sich, darüber mal nachzudenken ...

Nicht nur, weil es gestern Nacht also nur noch 10 Leute gegen 11 waren, war mir sofort klar, das geht jetzt nach hinten los. Obwohl ich auch dachte, sie könnten nun endlich mal einen Grossen schlagen, erst recht nach dem Ausgleichstor. Dieses Rankommen nach mehr als einer Stunde war schon beeindruckend. Chapeau.

Schade ... das Beispiel zeigt halt wieder mal: Der Same des Misserfolgs liegt im Kleinen, meist Unbeachteten. Das wird in Myriaden von Sprüchen und Beobachtungen in allen Lebensbereichen seit jeher belegt. Aber eben, wir schauen halt lieber auf grosses Gehampel ...

Der Fussball überlebt's, er überlebt sogar Leute, die ihn auf den Schild heben wie Infantino ... diese Kooperations- und Wettkampfregeln sind stärker als Einzelmasken.

Wäre Embolo nur auch so langweilig einfach den Regeln gefolgt wie die Player bei Bitcoin ... vielleicht stünde die Schweizer Mannschaft nun im Halbfinal ... who knows.

Kübler-Ross, Longevity, der eigene Tod, der Wechsel

Schon spannend, dass mir nach den gestrigen Bitcoin-Videos heute im SRF die Dokumentation von 2002 über die Schweizer Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross und danach die Sternstunde Philosophie zu ähnlichem Thema in Auge stachen.

Ohne Worte, dass ich natürlich wärmestens empfehle, sowas sich am besten höchst privat vielleicht anzuschauen.

Das Leben ist die Vorbereitung auf den Tod. Was auch immer der ist. Kübler-Ross hat dazu einiges festgehalten, indem sie Sterbende interviewte. Mit aktivem Zuhören, wie man das ja so nennt.

Ist ja auch eines meiner Themen. Grosse Neugier seit der Jugend. Viel dazu erlebt, gelernt und losgelassen.

Eigentlich ist das grundsätzlich das Thema dieses Blogs, so hatte ich ihn 2007 angedacht. Dass es sich leicht anders entwickelte .. tja nu.

Wie man leicht erkennt, schreibe ich doch viel über Bitcoin. Kann man das denn verbinden? Was hat der mit dem Leben zu tun?

Tja, das weiss doch jeder Bitcoiner ... und ist sogar noch stolz darauf, es zu verkünden!

Bitcoin ist begrenzt, Bitcoin ist höchstpersönlich und einmischungsfrei.

Wer Bitcoin weitergeben will nach seinem Exitus, der muss sich ja damit beschäftigen. Und da die wenigsten wohl ihr Wechseldatum kennen, muss man das schon ziemlich bald in der Bitcoin-Reise anpacken, sonst haben die Erbenden dann nix vom "Reichtum".

Wer Bitcoin versteht, erkennt den Umfang mit ihm als höchstpersönliche, einmischungsresistente Sache. Denn wer "not your keys, not your coins" akzeptiert für sich, erkennt, dass ihm hier niemand dreinreden darf.

Wer Bitcoin versteht, ist vielleicht im Alltag bewusster, altruistischer, verständnisvoller. Denn zum Verständnis muss man sich ja durch diverse Lügen und Scheinvorstellungen durchkämpfen.

Systeme, die unnatürliche Verhaltensweisen fördern, wie eben das aktuelle Fiat-System, bringen Symptome hervor wie den Drang nach Langlebigkeit, wobei das ja bisher eigentlich nur Körper-am-Leben-Erhalten heisst. Da werden von reichen Leuten Millionen reingebuttert - als Business und Ausgang für die eigene Endlichkeit.

Man kann jedem die Frage stellen: Mach eine Zweispalten-Liste. Auf der einen Seite schreibst du hin, wieviel Geld du in die Körpererhaltung, auf deren wie viel du in die Geistesentwicklung gesteckt hast. Wenn du das ehrlich machst, dann betrachte das Resultat. Ist es ausgeglichen? Ich darf wohl mal annehmen - in keiner Weise. Oder?

Es gibt ja soviele Anreisserfragen, die einem selbst bewusst machen, was einem selbst wirklich wichtig ist.

Diese Fragen werden ja eh jeden irgendwann mal treffen. Warum also nicht schon jetzt. Denn wenn es dann am persönlichen Ende genau darum geht, fehlt möglicherweise die Zeit, die Erkenntnisse daraus umzusetzen.

Diese Anreisserfragen zum eigenen Tod sind eigentlich direkt übertragbar an die Fragen, wofür man im Fiat-System denn seine Lebensenergie investieren soll. Es hat ja alles ein Ende, zumindest das Persönliche.

Da schrieb doch letztens ein amerikanischer Milliardär "Die with Zero" .... stirb mit 0 auf dem Konto. Tja, kann der ja locker sagen, der hat ja die 2 Steak pro eigene und Mahlzeit der Familie auf den Tellern. Doch selbst so einer erkennt, was ihm im Leben bis zum Tod wirklich Liebe und Anerkennung bringt, keine geheuchelte Freundlichkeit der Nachkommen, die zwecks Erben auf ein baldiges Ableben mit möglich zuträglichem Testament hoffen. Wieviel Freude und Erleichterungen kann ein Milliardär mit einen Fiat-Milliarden verschaffen? Von dem er dann auf der immateriellen Lebensseite sogar noch was hat ...

Wenn sich also ein Fiat-Milliardär die existenziellen Fragen stellen kann, dann müssten Bitcoiner das erst recht mit Leichtigkeit tun können. Denn eben, sie wissen um Endlichkeiten.

So kann Bitcoin meines Erachtens nach natürliche Abläufe wieder ins fiat-verzogene Denksystem einführen. All die geistigen Irrläufe können mit seiner Hilfe neu beleuchtet und ggf. korrigiert werden.

Es ist doch klar, dass Tod-verleugnende Geister sich ein System wie das Fiat-System seit 1971 entwickeln konnten. Die Kriegsfinanzierung war der Grund für Nixon, der schon mal den Tod von Soldaten ignorierte, und der damit auch die Konsequenzen des eigenen Tuns ignorierte. Beides unnatürliche Ignoranzen. Aber mit dem Fiat-System und dem Roten Knopf gab es eben einen vermeintlichen Ausweg.

Dass es keinen Ausweg gibt aus abgeschlossenen Systemen, hat die Physik schon mehrfach bewiesen. Nixon konnte / durfte / musste dies bis zu seinem Wechsel im 1994 erleben. Wie, das weiss wohl keiner. Arm - im wirtschaftlichen Sinne - nicht.

Bitcoin ist nur ein Werkzeug. Es schält die eigenen Werte heraus, schärft die Sicht auf die Wünsche für die eigene Zukunft. Bei den meisten Bitcoinern vernahm ich da eine eventuell neu gedachte Sparsamkeit - freiwillig.

Das ist mir die schönste Beobachtung: Leute beginnen sich wieder für globale Themen zu interessieren, denn - wie jeder weiss - Geld ist überall und jederzeit - also global. Dabei spielt es keine Rolle wie die Einheit grad heisst.

Mich reizte Geld per se nie. Ich war ja auch mal jung. Und ich hatte auch längere Phasen, wo es nur existenziell knapp vorhanden war. Doch wie wir Bitcoiner auch sagen, erklärten auch meine spirituelle Lehrer immer: Geld ist Energie. Sie meinten damit Energie anders, aber wir verstehen es dennoch. Wer Energie hat, kann etwas bewegen - der Proof of Work eben.

Und wer mal aufpasst, wer um einen herum einem die Energie absaugt ... das alleine ist schon viel Wert. Denn ab dann kann man die eigene Energie für die eigenen Werte einsetzen. Spirituell wie eben auch in der Bitcoin Bubble.

Selbst wenn diese platzte, viele Bitcoiner sagen dann, dass sie den Weg nie missen möchten. Denn sie hätten viel gelernt. Übers Geld, aber sicherlich hauptsächlich über sich selbst.

Und ob Bitcoin, Fiat oder Shitcoin, diese sind zwar noch nicht die existenziellen Fragen, doch wie erwähnt: Das Leben ist die Vorbereitung auf den Tod, den eigenen.

Vielleicht hilft Bitcoin sogar hier, beim eigenen Weg. Bitcoin fixes this. Die Zeit vor dem Wechsel natürlich ...

Wir können erst verstehen, wenn jemand Persönliches erzählt ...

Und noch ein Video aus Prag. Diesmal aus einer ganz anderen Sicht, nämlich eines derer, die im nahen Osten die Auswirkungen der globalen Ränkespiele der Kings in seiner Familie erleben musste.

Zu diesem Video muss nichts mehr gesagt werden. Es ist das ultimate Argument, wieso Bitcoin unausweichlich genutzt werden muss, denn: Auch wer nach all den Regeln der Systeme spielt ... fällt das System, ist niemand da, der einen schützt. Auch wenn sie es versprechen.

Daher muss der Bitcoin in Self-Custody gehalten werden. Überall. Ohne Gejammer. Es ist das einzige, was man in die Zukunft tragen kann. Ohne dass es jemand stehlen kann.

Es muss persönlich werden. Hoffentlich reicht das Hörer-, Zuschauer-Sein. Und nicht erst das Erleiden-Müssen.

Auch Jack Mallers did it again

Diesmal war ich auch nicht in Prag, auch nicht das letzte Mal, das erste Mal.

Zum letzte Mal hingegen schrieb ich hier über Jacks Speech an der BTC 2025. Er bezieht sich auch auf seinen letzten Talk in seinem Intro. Dass es düster gewesen sei. Diesmal, so verspricht er, werde es eine andere Grundstimmung haben am Ende: Die Hoffnung, die Zuversicht. Und er hat's auch diesmal genailed.

Wenn ich nicht selbst vor mittlerweile 35 Jahren eine Gruppe von Leuten hätte finden dürfen, die meinem rastlosen Verstand und Wunsch, das Chaos zu verstehen, in einer spirituellen Art erklären konnten, wäre ich vielleicht genau so einer, der mehr oder weniger freiwillig aus dem Leben geschieden wäre. Es machte keinen Sinn, ich sah nicht viel Sinnvolles im Tun der Menschheit.

Für mich beobachtete ich, dass ich einfach älter wurde, nicht dieselbe "Normalitätsentwicklung" hatte wie viele meiner Mitschüler und -studenten. Der spirituelle Weg, diese Gruppe von Leuten, die nie gross berühmt wurde, haben mich in dieser Inkarnation gehalten. Dadurch sehe ich sogar noch klarer, aber auch unpersönlicher, ich werde auch wütend, fluche genug, aber nie über andere Menschen. Und die Gründe, wieso ich ab und an schon richtig laut werde (nur im stillen Kämmerlein natürlich), haben damit zu tun, dass unsere aktuelle Welt es den Menschen so enorm bis fast unmöglich macht, das zu leben, weswegen sie inkarniert sind.

Wie Jack auch sagt "Welches Kind hat als Berufswunsch Anwalt, oder Compliance Officer, oder KYC Operator"? Alles sogenannte Bullshit-Jobs. Kinder wollen Macher werden, Dinge in der physischen Welt bewegen oder verändern.

Was wollte ich? Ich weiss es wirklich nicht mehr ... ich denke, ich wollte Beobacter werden ... kidding. Ich weiss es wirklich nicht, ausser, dass mit die Müllmänner, die hinten immer draufsteigen konnten, irgendwie Eindruck machten ...

Jack bedient sich vieler Grafiken, um Zusammenhänge sichtbar zu machen, die es seiner Meinung nach beweisbar gibt. Denn etwas muss jedem klar werden:

Seit 1971 hat es ein Mindset geschafft, dass mindestens 2 Generationen auf die Welt kamen, die "dem Geld folgen" gelernt haben, statt der eigenen Intuition. Jack beginnt im 15 Jahrhundert in Venetien. Was sich dort alles an Talent versammelt habe ... die wir heute noch kennen: Michelangelo, Leonardo da Vinci etc. Das sind nicht die Buchhalter der damaligen Regierungsform, sondern es sind die, die gemacht haben. Und in ihrer Lebenszeit erschuffen sie Dinge, die 500 Jahre danach immer noch Inspiration und Ehrfurcht erzeugen - nota bene in einer Zeit, wo wir eigentlich von Computern, Robotik und KI bezüglich Realitätsabbildung recht verwöhnt sind.

In einem Jahrhundert also, in dem es inspirierte Leute gab, die Projekte anstiessen, deren Ende sie nicht mehr erleben würden - und sie wussten es. Was für ein Gestaltungswille. Welche Unterordnung unter eine Idee, deren Zeit gekommen war.

Und was haben wir derzeit in der vollinformierten Gesellschaft? Gibt es solche? Ich versuche gerade mal zu zählen ... bei mir kommt Elon Musk, der Dalai Lama, eventuell der neue Papst, und ... na, fällt mir ausser Satoshi Nakamoto (virtuell) niemand grad ein. Diese Leute sind Querköpfe, sie müssen in diesem System leben, haben aber ganz andere Absichten.

Dies ist auch Jacks Aussage. Wir sind in einer Renaissance. Die Millenials dürfen sehen, dass die Mindsets der etablierten Alten wirklich alt sind. Eine Generation, die nur Karrieren von Bankers, Lawyers, Juristen, Compliance Officers, Lobbyisten, Influenzern favorisiert, ist tot, denn darin gibt es keine Entwicklung.

Denn Entwicklung ist etwas, was nicht in Regeln gepackt werden kann. Man kann sie nicht mal voraussehen. Dazu gibt es von Veritasium einen tollen Video über ein Anti-AIDS Medikament, das so (weltweit!) nicht mehr hergestellt werden kann wie bei seiner ersten Erzeugung, weil die Grundstoffe "infiziert" sind, Keyword "Polymorphismus". Das Ding war da, es half, aber es mutierte und funktionierte dadurch nicht mehr. Entwicklung ist nicht linear.

Ich bin gerne Ausbilder, am liebsten sprirituell. Denn IT ist eine Art von Spiritualität, in dem Sinne, dass sie ja Welten im Computer "schafft" oder besser simuliert. Die völlige Abwesenheit von einengenden Grenzen war für mich die Faszination von Computern. Damals völlig primitiv, heute in Form der KI in jeder Hinsicht überraschend.

Jack hat da dieselbe Erkenntnis wie ich: Die KI ist da, nicht um Leute zu ersetzen, sondern um die mühsame Kleinarbeit abzunehmen - dem, der eine gute Idee hat und mal ausprobieren möchte. Denn bisher war in der IT immer die Ausbildung vor den Erfolg gesetzt. Dank KI nimmt das ab.

Jack bringt das Beispiel von dem jungen Mann mit seinem krebsbefallenem Hund. Er setzte sich an ChatGPT und entwickelte eine abgestimmte Therapie für seinen Lieblingsbegleiter. Genau das sind die inspirierenden Fälle! Vor KI hätte man den Hund von Tierärzten mehr oder weniger erfolgreich behandeln lassen müssen. Mit einem eventuellen zweifelden Gefühl ob der Wirksamkeit ihrer Therapien wäre dennoch die Ohnmacht vor den Hürden zur Entwicklung der individuellen Therapieform geblieben. Und damit wohl die Aufgabe. Die Aufgabe einer Motivation, die Liebe zu seinem Hund. Wie depressiv hätte er sich fühlen müssen, dem Dahinsiechen seines Hundes ohnmächtig zuschauen zu müssen. Dank KI konnte er seinen Hund davor retten.

Drum sagt Jack auch: We are creators. KI hilft. Und damit der Handel klappt, braucht es Bitcoin. Mit diesen beiden Technologien zusammen kann in der heutigen strom- und internetbasierten Welt jeder und jede Erschaffen für genau diese Welt. Dummes und Geniales. Das ist immer noch abhängig vom Menschen.

Ich bin gerne in der Bitcoin-Meetup-Schwingung, weil alle diese Leute - egal, was sie geworden sind - diesen Spirit stärken, dass es eine Zuversicht gibt, dass die Älteren rie Errungenschaften dieser Renaissance in dieser physischen Welt zwar nicht mehr erleben werden (vielleicht in einer anderen Inkarnation ... who knows), dass sie aber mitfühlen können, wie die nächste Generation hingebungs- und energievoll in die Zukunft schaut. Diese Schwingung des "es lohnt sich wieder" ist bergeversetzend.

Jack schafft es auch diesmal, Emotion und Gefühl zu entfachen: Zuversichtlich in die jetzt schon agierende Renaissance zu blicken. Dankt Bitcoin, der uns "nur" hilft, von den alten zentralistischen Strukturen loszukommen, und dank KI, mit der jeder seine Ideen zumindest für die technisierte Welt zumindest mal ausprobieren kann.

So ist es eine spannende Zeit ...

Florian Bruce did it again

Diesmal finde ich es sogar einer der wichtigsten Beiträge zum Verständnis - nicht von Bitcoin - sondern des aktuellen Geld-Systems. Denn wie wir ja immer sagen, man muss sich erst mal durch das Gestrüpp der kruden Fiat-Welt kämpfen. Wie kam es denn, dass wir ein System haben, das es selbst wohlwollenden Führern de facto fast unmöglich macht, richtige und einleuchtende Korrekturen anzubringen?

Der menschliche Faktor und die Demokratie. Zusammen können sie Förderliches, wie aber auch Unnatürliches, Blockierendes bewirken.

Der Rote Knopf erklärt in wenigen Minuten, was die meisten eventuell noch nie hinterfragt haben: Wie kam es so?

Eigentlich ja nachvollziehbar, aber eben. Wenn jemand heute noch lebt, hat er das knapp noch erlebt. Das bekannte Nixon Statement 1971 ist jetzt für Jüngere als Baby Boomers bereits nur noch ein historisches Faktum. Sie sind also aufgewachsen in einer Fiat-Welt, wo mit Geld scheinbar alles möglich ist. Frühe Träume, schnelle Beschaffung, wenig Gefühl für die Realität, Multiplikatoren nach oben, aber auch komplette Verschuldung und Bankrott.

Florian nimmt den Roten Knopf als das Heilsversprechen für alle Regierungen auseinander: Der ist der einfachste Ausweg aus der Misere, die das Geldsystem anrichtet. Statt Konsequenzen heute, irgendwann mal in der Zukunft, die eigene Wiederwahl ist gesichert. Verwerflich? Zumindest zutiefst menschlich. Was wir nicht wollen, verschieben die meisten in die Zukunft. Im Grossen wie im Kleinen. Es geht nicht ums Politiker-Bashen ... denn die sind ja Menschen ... tue ich Dinge auch, die sie tun? Das wäre die erste Frage, die jeder sich stellen müsste, bevor er pauschalisierend verurteilt.

Schulden machen also. Wer widerstünde dem.

Die Konsequenzen sind aber schneller da als der Ausweg. Es ist die Inflation. Die wiederum all den Quatsch zuvor befeuert.

Florian zeigt's und erklärt's.

Pflichtinformation für alle. Gerade Jugendliche.

Die persönliche, in Aktion umgesetzte Konsequenz bereitet den (individuellen) Weg in die Zukunft. Interessiert's jemanden? Keine Ahnung, die Dinosaurier sind auch ausgestorben ...

De facto ist nur eines sicher: die Reproduktionsfähigkeit der Menschen. Der Sprit für dieses System ist, dass wir uns einfach fortpflanzen, also können sich solche Systeme auch erhalten, denn die ausgequetschte Ressource reproduziert sich ja selbst. Das geht so lange, bis dem letzten Kreditor, der Erde, etwas passiert. Eben die Dinosaurier-Sache. Und in sehr weiter Zukunft die Sonne, dann ist auch für die Erde Schluss.

Und bis dahin? Tja .. wenn es einen anderen Weg gibt ... wir könnten uns das Leben ja auch schon heute angenehmer gestalten. Aber dazu müssen wir wissen, das Florian sehr klar und präzise erklärt. Und dann entsprechend handeln.

Warnung vor der Cake Wallet: Sie schrottet Transactions

Ich bin mir bewusst, dass ich natürlich nur weiss, was mir passierte mit der Cake Wallet (CW). Dennoch hat sie mir nun etwa CHF 70.- verloren.

In der CW 6.2.1 hatte ich einige Lightning und OnChain Sats hin und her geschoben. Zudem habe ich den Silent Payment probiert (SP, der QR Code oben rechts).

Was ich bald schon feststellte, die schönen Kreditkarten (CC) Bilder der BTC und LN Aspekte der CW zeigten falsche Saldi an. Dennoch machte ich im Februar eine erste SP-Testzahlung. Das funktionierte und CW zeigte die Transaktion an. Natürlich muss dazu das SP-Scanning aktiviert sein.

Den Betrag habe ich dann OnChain wegbewegt. Ging. Dann aber zeigte die BTC-CC nicht 0 als Saldo an, sondern immer noch den Bestand zuvor. Da die Überweisung aber ankam im anderen Wallet, gab ich nicht viel auf diesen scheinbaren Display-Fehler.

Dann wollte ich die Swap-Funktion probieren und ging im BTC-CC auf Empfangen und kopierte die angezeigte Adresse und überwies von einem externen Wallet den Betrag darauf.

Die CW fand den aber nicht. So verlor ich die CHF 70.- Einfach weg. Die Transaction mit der Zeit über 100 Bestätigungen, aber CW zeigte mir sie nicht an.

Dann schaute ich mal die Adressen an im BTC-CC. Und siehe da, die Transaction mit der Adresse WAR da, der Betrag war da, aber die Adresse war geflaggt mit '0 Transactions'. Das stimmte ja definitiv nicht. Ergo wohl logisch, dass die BTC-CC keinen Wank macht. Der Saldo ist nach wie vor falsch und schon gar nicht gewachsen.

Ab dann ging's zum Live-Support. Das geht nun schon 2 Wochen so, dass es ein ewiges Hin- und Her gibt, nichts funktioniert. Es wird für mich immer unklarer. Wenn ich SP-Scanning abschalte, zeigt BTC-CC Empfangen die Adresse GAR nicht mehr an. Wenn ich SP-Scanning wieder anschalte, die Blockhöhe angebe, findet CW nach dem Rescan die besagte Adresse wieder, Betrag stimmt immer noch, immer noch mit '0 Transactions'. Aber der Saldo bleibt unberührt davon.

Wenn ich das CW-Wallet in Blue Wallet importiere, findet das auf fast allen Varianten das Wallet, aber mit Saldo 0. Der Weg über die Blue Wallet also erfolglos. Wieso ist das so.

Der Support ist zügig, konnte mir aber bisher keinerlei Lösung anbieten. Also halt die CW auf ein anderes Gerät, in meinem Fall einen Android 11.

Meine CW ist auf iOS. Ein Import auf die Android-CW fand nichts, genauer, sie fand wohl schon was, aber nicht die Transaktion.

Hier stimmte allerdings der BTC-Saldo, der vor der fehlenden Transaktion ja tatsächlich 0 war. Aber die reinkommende TX findet die Android-CW nicht. Was dafür stimmt, ist der LN-Saldo. Denn beide CWs zeigen zwar die History der LN-Transfers, aber nur die Android-CW zeigt den richtigen Saldo, die iOS-CW zeigt 0. Die History der iOS-CW zeigt dafür 2 BTC-Transaktionen, die tatsächlich stattgefunden haben. Die aber zeigt dafür die Android-CW nicht an ...

Der Zustand der iOS Cake Wallet hat sich also dermassen geschrottet, dass ich CHF 70.- verloren habe bisher.

Wenn der Support nicht noch eine Lösung aus dem Hut zaubert, kann ich persönlich nur zur grossen Vorsicht mit der Cake Wallet raten. Man muss leider halt sogar mit dieser konzeptionell interessanten Wallet sehr, sehr vorsichtig sein und neue Funktionen nur mit Kleinstbeträgen testen.

Nachtrag

Der Support sandte mir ein Android APK einer CW, die "Brute Force" genannt war. Damit konnte ich dann die OnChain-BTCs finden, sogar die LN-Sats waren da. Also alles weg auf ein anderes Wallet, denn die SP-Transactions fand diese Version nicht. Auf die Frage, wieso denn diese Version nicht nutzbar sei, meinte der Support, dass dieser Build der Android-CW keine Updates mehr erfahre.

Auf meine weiteren Fragen, was denn nun diese Version gemacht habe, wurde mir nur ein Allgemeinplatz serviert. Das hinterlässt bei mir einen schalen Geschmack, denn offenbar wissen die, dass es Adressen gibt, die sie NICHT abgrasen im Normalfall. Nur als Recovery dann mal ausnahmsweise. Für mich bedeutet das, das sowas wie mein Fall andernorts auch geben könnte.

Auch wenn ich derzeit nicht weiss, was ich davon halten soll, werde ich der Cake Wallet schon noch mal eine Chance geben. Ich muss nur alles vorher intensiv testen, denn als Universal Wallet würde die Cake Wallet durchaus Sinn machen.

Start9 OS - bei mir das beste BTC Node Package bisher

Bitcoin verlangt ja an sich schon, dass Private sich engagieren. Denn jeder Node, der im Netz die Blöcke durchrauschen sieht, stabilisiert die Manipulationssicherheit, denn er hat ja eine eigene Kopie der ganzen Blockchain unter seinem Hintern.

Drum sollte es auch immer ein Full Node sein, nichts Abgespecktes. Bei heutigen Hardwarekosten ist das auch kein Problem mehr, dank der Voraussicht des Herrn Nakamoto.

Ich habe über die Zeit einiges probiert. Ich wollte dabei einfach ein Komplett-Package, kein Gefrickel mit Einzeldiensten.

Bei mir allerdings laufen alle Server unter VSphere. Und das sollte dort auch gefälligst keine Probleme verursachen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich begann mit Umbrel, bis mir das zweimal das Filesystem zerschossen hat in der VM. Dann bin ich gewechselt auf MyNode, das sehr stabil auch heute noch in seiner VM läuft. Bei mir hat das Lightning Wallet irgendeinen Schuss, denn ein ReadOnly Hot Wallet zeigt einen anderen Sats-Stand an seit Monaten als das MyNode Wallet. Klar, wir wissen wohl schon, woran sowas liegen kann, aber es sollte nicht. Und ich habe weder Zeit noch Lust diesen Flaws nachzurennen. Da bin ich simpler Dumm-User.

MyNode lässt sich derzeit mit dem eigenen Update-Mechanismus nicht auf ein aktuelles Debian umwandeln. MyNode bemängelt einfach ein veraltetes Debian, obwohl ich es doch von einem VM Container installierte. Wieso können die es nicht grad so machen, dass es ein OS ersetzt und ein Neues zieht? In deren Package ist Debian ja dabei.

Zudem ist die virtuelle Platte zu klein meines Erachtens. In einem VM-Package kann man Ressourcen-Anforderungen ja hinterlegen. So bin ich mir seit geraumer Zeit nicht so sicher, was da alles noch richtig rund läuft. Mein Bitcoin Dämon ist die Version 27.2, die sich auch nach Updates nicht ändert, ev. weil eben mein Debian veraltet sei ... egal.

So oder so, das MyNode Package beinhaltet einige Packages nicht, die ich eben auch mal probieren möchte. Datum und Fulcrum zum Beispiel. Das alles und die Neugier auf Start9 veranlasste mich, letztens eine weitere VM einzurichten und einen bootbaren USB Stick mit dem neuesten Start9 OS 0.4beta in ihr starten zu lassen.

Was mir sofort sofort auffiel, war die einheitliche, wenig fancy Administrationsoberfläche. Durch die Einheitlichkeit der Dienste allerdings sind auch alle Services gleich zu bedienen. Das gefällt mir schon, denn ich will nicht für jeden Service in dessen GUI Konzept eintauchen. Natürlich kommen dann schon die individuellen GUIs eines Services wie Mempool etc.

Die Service-Administration ist das Einheitliche und bringt Klarheit, nur schon die Übersichtsliste macht genau das, was ich von sowas erwarte: Service, Running State, Version und Laufzeit. Eine Seite, ein Blick, alles klar.

Warum ich überhaupt über Stat9 blogge, ist, dass es das allererste Package ist, das einfach ohne jeden Hickser durchläuft. Kein Klemmen, keine Widerborstigkeit, auch der Git-Clone Gitea, NetCloud ... toll. Die Blockchain war nach gut 24 Stunden auf der Platte, allerdings Fulcrum brauchte seine 4 Tage ... egal.

Wichtig war für mich das reibungslose Setup des ganzen Packages. Für mich, der zwar für Bitcoin als Idee brennt und weibelt, ist es wie für wohl alle wichtig, dass das Handling der Infrastruktur einfach ist, auch wenn es immer noch einiges an Gewohnheit im Umgang mit IT-Dingen verlangt.

Es ist daher so wichtig, dass diese Schwelle immer flacher wird, denn wenn wir schon als eigene Bank agieren wollen, muss die Installation einer solchen eigentlich eine Single-Klick-Sache sein: Computer oder VM mit ausreichend Ressourcen bereitstellen, bootbaren USB-Stick reinstecken, anschalten ... und irgendwann läuft der eigene Bitcoin-Node.

Fehlt eigentlich Start9 nur noch die Ecash-Integration ... kommt ja vielleicht noch.

Start9 ist für mich summierend also die einfachste und bisher beste Bitcoin Package Installation gewesen. Das Update hat gerade eben auch gemeldet, ich solle drei Services updaten. Ein Klick auf das jeweilige Download-Icon und ich hatte die neuesten Versionen am Start.

Fazit: Für mich ist Start9 bisher die erfreulichste Variante, einen eigenen Bitcoin-Node zu betreiben. Aus meiner Sicht sind natürlich Umbrel und MyNode auch gute Varianten, andere habe ich zwar eh nicht probiert, aber es muss halt schon immer einfach alles durchlaufen, denn wenn das Installieren der eigenen Bank zu kompliziert, zu viele Fragen stellend ist, macht das nicht jeder.

Was ich speziell toll finde, sind die Einträge Aktionen und Anleitung bei jedem Service. Die Aktionen listen auf, was zu tun ist (farblich meistens markiert) und ist das, was man neben Stop, Start, Restart auch noch so machen kann mit dem spezifischen Service. Die Anleitung - ebenfalls pro Service - zeigt einem die Dokumentation zum Service an. Kein Suchen, keine Vermutung, was das denn so alles ist ... nur schon das finde ich wunderbar ...

Ich kenne da schliesslich auch Leute, wo der Rasperry unterm Sofa einen MyNode rennen lässt ... immerhin, denn damit ist sie einer der vielen Tausend Bitcoin Nodes, der eben das Netzwerk stabilisiert. So einfach, so unspektakulär ist es, eine eigene Bank zu sein, eine Bitcoin-Bank ...

Buch 21 Good Reasons

Nachdem ich es heute fertiggelesen habe, möchte ich auch eine Besprechung dieses hervorragenden Buches Euch Lesern andienen.

Es ist, entgegen des englischen Titels 21 Good Reasons, in Deutsch gehalten.

Weshalb hat es mir sehr gefallen, es zu lesen? Im Untertitel des Buchdeckels steht's. Und darum geht's im Buch ausschliesslich.

Rein handwerklich fand ich es sehr schön gemacht, angenehme Typografie und auf vielen Seiten Fussnoten, die Fachbegriffe sofort beim Lesen klären können. Sie sind auch bei jedem Kapitel wieder redundant vorhanden, so dass man sie nicht irgendwo nachschlagen muss, sondern direkt auf der referenzierenden Seite kann. So unterbricht nichts Lese- und Gedankenfluss. Dennoch gibt es am Ende des Buches eine grosse Begriffserklärung, die alle Fussnoten-Texte und mehr alphabetisch sortiert listet.

Ich habe das Buch beim letzten Satoship entdeckt, hielt in in den Händen, blätterte durch und war eben schon von der Machart sofort geneigt, genau dieses Buch haben zu wollen. Obwohl ich keine Bitcoin-Bücher kaufe. Ich bin Software-Entwickler, mir kann kein Buch mehr etwas darüber erzählen, dass es wert wäre, es zu kaufen. Aber ich erfahre gerne von Leuten - die Bitcoin und viele andere, abseitigere Technologie nutzen.

Doch das Buch macht genau das nicht, es erklärt keine Technik, sondern es sind 20 Stories von Leuten der ganzen Welt, die Bitcoin einsetzen. Teilweise notgedrungen, teilweise aus philosophischer und praktischer Einsicht.

Besondern gefallen hat mir das Kaptiel über Anja Wagner, die sich der Kreislauf-Landwirtschaft verschrieben hat. Ich habe zu dem Thema auch schon einige Male gebloggt - dass der Mensch immer noch nicht in der Lage ist, nachhaltig zu wirtschaften. Wir produzieren Dinge, ohne den Rückbau derselben, sprich das Recykling, im Entwicklungszyklus zu berücksichtigen. Anja ist da noch viel klarer, denn sie hat Soilify mitgegründet.

Im Buch war das Interview noch im 2024, so erstaunt es einerseits, dass die Website bekannt gibt, dass das Experiment still beendet wurde. Andererseits steht dort auch, dass sich die Widerstände noch nicht überwinden liessen. Das ist gerade in der dermassen massiv subventionierten und ideologisierten Landwirtschaft kaum anders zu erwarten ... doch es ist ernüchternd, dass sogar Leute wie Anja kapitulieren mussten. Sehr schade.

Dass sie gerade in Bitcoin das Werkzeug zur Begleitung ihres Experiments fand, ist natürlich logisch. Denn Bitcoin kann man ja nicht vermehren, man muss damit umgehen, was da ist. Genau so wie mit dem Boden. Man kann ihn nicht vermehren, ganz im Gegenteil, man muss verdammt gut aufpassen, dass er nicht erodiert. Und dazu braucht es mehr als nur Schönwetter-Ansagen. Es braucht intensive Beschäftigung, Auseinandersetzung mit dem Wesen des Bodens, der doch die Grundlage unserer biologischen Existenz ist.

Die Grundlage unser aller virtuellen, finanziellen Existenz ist das Fiat-Geld. Eine völlig ungeeignete Analogie zum biologischen Leben. Es ist so abgelöst von jeglicher menschlich-biologischer Erfahrung ... dass es eigentlich verwundert, wieso wir als Menschheit so etwas zugelassen haben. Nun, bis vor 1971 hatte das Papiergeld ja wenigstens so etwas wie eine Verbindung zur physischen Welt.

Danach aber nicht mehr. Man bedenke gerade die aktuellen Börsengänge von SpaceX, Anthropic und OpenAI. Milliarden werden da verschoben. Geld ohne intrinsischen Wert, Computer 1 und 0. Und dennoch geifern alle danach, nach Zinseszinsen, Geldvermehrung, Zahlenvergrösserung aufm Konto-Blatt. Nichts davon hat mit Realität zu tun. Es ist reinste Massenpsychose. Hier liesse sich problemlos beweisen, dass dieses oft genannte Argument gegen Bitcoin sich um 180° wenden liesse. Solches Buchgeld hat keinerlei reales Backing.

In dem Buch erläutert nicht nur Anja Wagner, wieso sie Bitcoin passend fand für ihr alltägliches Leben. 19 andere beschreiben, wieso Bitcoin sie überzeugt. Dabei ist erstaunlich - nicht für uns natürlich -, dass Bitcoin nicht im Zentrum des Interesses steht, sondern dass es im jeweiligen Umfeld das einzige Werkzeug ist, das diese Personen nutzen können, um ihre wirkliche Leidenschaft, ihren Einsatz zu ermöglichen. Es sind die zutiefst menschlichen Wünsche nach Zukunftsaussicht, Armutsbekämpfung, Unabhängigkeit, Mobilität, Empowerment, Return of Work Investment. Egal, woher jemand kommt, blind für Religion, Rasse, Geschlecht, Sexualität, Bildungsstand, Kultur, Finanz ... ein Wertaustauschsystem, das nicht inflationiert, hilft dabei.

Denn: Wer möchte nicht auch aus dem Hamsterrad der westlichen Geldsysteme aussteigen? Will man seine 80 Jahre denn wirklich mit Rackern für die (spärliche) Rente ausfüllen, um dann mit 65+ hoffentlich noch vom Ersparten die Restzeit bei hoffentlich ausreichender Gesundheit leben zu können? Wohl dem, dessen Körper ausreichend gesund bleibt. Oder ging grad dies drauf im Hamsterrad?

Das Buch hört hin, fragt nach und zitiert in fetter Schrift die wichtigsten Aussagen all der Beteiligten. Das Buch wertet nicht, es zeigt auf, es lässt zu Wort kommen. Es ist die schriftliche Realisation des Blicks eines Fotografen, was Markus Huersch ja auch ist: Ein dokumentierender Fotograf fängt das Foto, das etwas zeigt ... die Interpretation ist dem Beschauer überlassen. Genau dies tut das Buch ebenfalls. Es legt hin, gibt Raum, lässt sprechen.

Auf dass wir eindringen können in die Welt der Erzähler, der Sucher, der Umwälzer, all derjenigen, die Schwächen unserer Gesellschaft verbessern möchten - und dazu das allgegenwärtige Mittel, das Geld, in seiner jetzigen Form für schädlich halten, die etwas Besseres brauchen und in Bitcoin finden.

Für mich das beste Buch seit langem zum Thema Bitcoin. Empfehlenswert, auch für solche, die nun Bitcoin nicht grad zuvorderst haben, die sich aber in 20 Realitäten einfühlen wollen. Denn Geld ist überall - und macht es überall denjenigen schwer, die nicht fürstlich gebettet sind. Und wer ist das schon ...

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