Bitcoin in El Salvador

Die News ist nun schon einige Tage alt, und eigentlich wollte ich nicht wirklich Bitcoin News kommentieren, weil das andere eh sofort und profunder tun. Dennoch, nachdem ich nun einige Kommentare und Talks erlebt habe, möchte ich doch noch meine Befindlichkeit und Hoffnung mit Bitcoin darlegen.

Zuallererst: Ich war absolut erstaunt und total erfreut, dass es ein Kleinstaat ist, der erst noch im Norden den gigantischen finanzimperialistischen "Währungsbruder" hat, die USA. Meine daher erste Reaktion war: Wie kann oder will die USA das zulassen?

Ist die USA schon sehr durchdrungen von Bitcoin? Eventuell sogar so, dass gewisse Grössen zwar Wasser predigen, aber schon Wein (=Bitcoin) saufen? Oder ist es halt das "Problem", dass El Salvador ein autonomer Staat ist? Kommentare aus FED-Region scheinen ja dahin zu deuten, dass "gewisse legalistische Probleme" angedroht oder unterstellt werden. Der gescheite Gegenkommentar dazu: "Wie kann eine durch die Regierung eines autonomen Staates in seinen Grenzen legal herbeigeführte Entscheidung jemals illegal sein".

Also kann die USA ev. nicht viel vorbringen, weil es eben so ist? Wie auch immer. Es ist natürlich ein Paukenschlag, denn es wird in El Salvador selbst ja auch für einen Innovationsschub sorgen, denn wenn eine Währung legal ist, müssen Geldempfangsstellen ja Bitcoin annehmen. Das heisst, es ist keine Option mehr wie das Anbieten von Bitcoin zuvor, oder Paypal oder sonst irgendwas.

In einem Talk auf Clubhouse beleuchteten wir die Umgebung noch etwas detaillierter, denn es gibt ja noch ein anderes Druckmittel, in dem abhängigere Staaten, nämlich den Internationalen Währungsfond, allgemein die Kreditvergabe schlechthin. Denn mit der Zinsleine kann man Staaten schon kontrollieren. Denn die Rückzahlung alter und die Ausgabe neuer Kredite ist ein probates Mittel, gerade korrupte oder gescheiterte Staaten an der langen Leine des IWF zu gängeln. Erst recht, wenn der Zügelhalter die Währung des abhängigen Staates kontrolliert.

Interessant und ein Zeichen für andere, finanziell abhängige Staaten ist die Tatsache, dass sie ja eventuell zum ersten Mal in ihrer Geschichte Kredite zurückzahlen können - weil sie die Währung selbst minen können, den Bitcoin. Es kam ja offenbar eine Meldung an den Präsidenten El Salvadors durch, nach der ihm diese Möglichkeit überhaupt erst bewusst wurde und er entsprechend antwortete, seinen Vulkan anzuzapfen fürs Mining. Es könnte den Zügelhaltern wie der USA und dem IWF also schon passieren, dass die zuvor unter Kontrolle gedachten Länder sich dank Bitcoin emanzipieren, ja sogar finanziell befreien könnten ... und DAS finde ich dann spannend, was passiert, wenn das Finanzzwangskostüm wegfällt ...

Ich hoffe, dass El Salvadors Vorpreschen nun eine Grassroot-Bewegung ankicken kann. Denn die Vorteile eines Settlement-Systems wie des Geographie-, Politik-, Zentralisierungsagnostischen Bitcoins sind einfach überwältigend. Wir Bitcoin-Puristen bilden ja gerne Leute aus - nicht nur, um beispielsweise via die Relai-App einfach mal Bitcoins/Satoshis zu kaufen, sondern um auch die Auswirkung des Bitcoins auf eine Gesellschaft etc. aufzuzeigen, erkennbar und zu eigenen Handlungsstandard im Kantschen Sinn werden zu lassen. Wenn das Beispiel El Salvadors Schule macht, könnte es good old Europe recht erwischen ... denn Asien ist schon weiter mit digitalisierter Währung, auch Afrika hat schon einige Schritte übersprungen, nun noch El Salvador, das erst noch grad zur Premium-Digitalwährung greift ...

Zur Referenz die Highlights von Bitcoin in Kürze, die ihn auch gegenüber Alt-Coins absetzen:

  • Barrierefrei
    Niemand, weder Person noch Institution, schon gar keine Bank, muss um Erlaubnis gefragt werden, ob jemand Bitcoin benutzen darf. Keinerlei soziales, gesellschaftliches, geographisches, historisches, soziologisches, religiöses, sexuelles, wohnortsbezogenes Ranking hindert an der Nutzung von Bitcoin. Staaten können es nicht verbieten, denn das Internet ist grenzenlos. Verböte es ein Staat, werden andere Bitcoin-Inhaber gerne mit der Offenheit ins eigene Land holen.
  • Hürdenfrei
    Jeder und jede kann ich benutzen, egal wo auf der Welt. Einzige Bedingung: Strom, Internet und eine Wallet-Software. Fällt etwas oder alles davon einmal aus, ruht die Verarbeitung. Sobald alles wieder irgendwo auf der Welt zur Verfügung steht, geht es einfach dort und danach an anderen Orten weiter.
  • Dezentralisiert, weil Interessensfrei
    Es gibt keine zentrale Regelungsstelle, die ein Staat, ein Militär, eine menschliche oder andere Gewalt bedrohen kann, um an der Regelung des Bitcoin-Netzwerkes (Konsens) etwas in ihrem Interesse zu beeinflussen, es zu stoppen oder gar zu zerstören.
  • Dezentralisiert, weil von jedem/jeder jederzeit selbst speicher- und prüfbar
    Die gesamte Blockchain seit 2009 kann von jedem Computer-Enthusiasten selbst bei sich auf einem Kleinstcomputer wie einem Raspberry Pi gespeichert werden (Bitcoin Node genannt) - heute und auch noch in 100 Jahren. Dadurch kann jeder/jede eine Transaktion im Netzwerk nach den Konsens-Regeln des Bitcoin prüfen und abweisen oder zulassen. Jeder Node entscheidet selbst, ob eine neue Version des Bitcoin-Regelsets angenommen wird oder nicht, indem der Node eine neue Software-Version installiert oder nicht. Ob etwas Neues im Bitcoin-Netzwerk Einzug findet, wird durch die Abstimmung der Nodes, das Installieren der neuen Software, bestimmt, wo jeder Node eine Stimme ist und hat.
  • Keine Inflation, weil nur 21'000'000 Bitcoins
    Die Erzeugung der Bitcoins geschieht innerhalb der Blockchain, nicht ausserhalb. Zerstörungs- oder Manipulationsversuche mit dem Ziel, Bitcoins zu behändigen, sind daher kontraproduktiv für den Angreifer. Durch die Limitierung ist es unmöglich, aus irgendwelchen populistischen, wirtschaftlichen oder politischen Gründen nach Lust und Laune Bitcoins in beliebiger Menge zu erzeugen.
  • Bitcoin-Erzeugung konstant, vorausplanbar und korruptionssicher dank Proof-of-Work
    Durchschnittlich alle 10 Minuten wird ein Block gefunden, indem ein mathematisches Rätsel gelöst werden muss, das weder die USA, noch China, noch Facebook, Google, Apple, Amazon oder andere, sogar nicht einmal zusammen schneller als der Rest der Welt innert 10 Minuten lösen kann. In der Gründungszeit wäre das nocht gelungen, aber seit der Dezentralisierung der Miner ist die sogenannte Hash-Rate in der Welt derart hoch, dass selbst die grossen IT-Firmen keine Chance haben, die Blockchain innert 10 Minuten zu manipulieren und zu korrigieren. Selbst Quantencomputer sind nicht in der Lage, dem Bitcoin gefährlich zu werden, da bei Bitcoin Hash-Funktionen sehr wichtig sind, die nicht "geknackt" werden können.
  • Schienennetz für Erweiterungen
    Alle oben genannten Punkte sind die Basis für weiterführende Projekte. Die in Bitcoin aus Absicht und mit Bedacht angelegten Limiten werden mit auf ihm aufsetzenden Lösungen umgangen: Um die Schnelligkeit und Kostengünstigkeit für superschnelle und kleinste Transfers/Zahlungen zu erreichen, existiert seit ca. 4 Jahren das Lightning-Netzwerk, das sich zu 100% auf die grundsichere Stabilität des Bitcoins verlässt. Dem Schienennetzwerk des Bitcoins ist es egal, ob eine Dampflock oder ein ICE über ihn fährt. Für beide ist es ebenfalls egal, worüber sie fahren, wichtig ist nur, dass das Netz immer in Topqualität überall mit demselben Konsens und derselben Sicherheit auf der Welt zur Verfügung steht.

Mehr oder weitere, technische oder philosophische Aspekte von Bitcoin erläutere ich gerne auch auf Clubhouse oder in einem Online-Webinar. Bei Interesse einfach melden.

Leschs Kosmos zu den Deepfakes - sehenswert!

Wieder mal eine tolle Sendung von Harald Lesch - diesmal zu Deepfakes.

Ich habe darüber auch schon geschrieben hier ... es ist eine der nächsten Challenges für die Menschen.

Einfach in der ZDF Videothek vom 13. April 2021 nachschauen. Empfehlenswert!

Träume - was ist wirklich wirklich

Die Realität ist schon etwas Verwirrendes. Wann findet sie statt? Wer entscheidet, was real ist und was nicht? Ich? Wer ist ich? Ist das Ich das, was "ich will" oder "ich bin so und so" sagt am Tag? Und in der Nacht, wenn "ich" träume? Im Traum meine ich doch auch ein Ich zu haben, aber das ist offenbar nicht dasselbe Ich wie am Tag. Denn wie kann es sein, dass sich mein Ich im Traum nicht an mein Ich am Tag erinnern kann? Oder umgekehrt, dass mein Tages-Ich sich nicht (immer) an das Traum-Ich erinnern kann? Und es doch möglich zu sein scheint, dass die Realitäten beider Ichs sich zu überschneiden scheinen?

Nach dieser Einleitung schildere ich ein wiedermal sehr eindrückliches Erlebnis, das mir heute geeignet erscheint, diese Titelfrage wieder einmal in den Raum zu stellen.

Es ereignete sich so: Am Morgen habe ich geduscht und legte mich nochmals kurz ins Bett – mein Handy spielte das lokale Radio. Ich betrat einen Seminarraum und suchte einen Platz. Mein üblicher Platz war belegt, was mich veranlasste, einen Platz näher an der Bühne zu finden. Den fand ich auch, recht prominent. Ich hatte mein Jacket noch an und plötzlich begann ein Handy zu reden, also Radio abspielen. Ich zückte es hervor und wollte es abschalten. Es ging aber nicht, das Ding reagierte nicht auf alle meine Tricks. Es wurde weder leiser noch konnte ich es abschalten. Die Leute fokussierten sich schon auf mich, während ich mich abmühte. Schlussendlich verspürte ich ein sehr intensives Atmen in meinem Nacken. Da verliess ich den Raum – immer noch probierend, das Handy auszuschalten. Ich war schon recht verzweifelt, dass sowas Peinliches mir, einem IT-Profi, passieren kann. Ich ging zum Auto und legte das Handy aufs Dach, wo es natürlich einfach in konstanter Lautstärke weiterredete. Es erschien mir dann, dass ich die Herkunft des Schalls gar nicht genau lokalisieren konnte. Auch wenn ich das Ohr direkt ans Handy legte, schien der Ton weder lauter noch anders zu klingen. Ich holte aus meinem Jacket noch ca. 5 andere Handies hervor, jedes von denen schien nicht der Grund des nervenden Plapperns zu sein. Frustriert gab ich dem Auto einen Kick an die Reifen. Das erregte wiederum Aufmerksamkeit der Passanten, so dass ich das Auto in eine Parknische schob. Und immer noch plärrte irgendein Gerät, das schon zu mir gehörte ... ich war wirklich verstört, weil das Ganze Theater nun schon sicher 15 Minuten lang dauerte.

Ich habe bemerkt, dass mein Haupthandy immer noch an war, auf dem Bett neben meinem Kopf lag und ein längeres Interview abspielte.

Wo war ich denn? Wieso kann sich das Traum-Ich nicht erinnern, dass das Tages-Ich gerade im Bad war und mich nur etwas hinlegte? Warum hat das Tages-Ich nicht bemerkt, dass es eingeschlafen war? Wieso merkte das Traum-Ich nicht, dass ein Einfluss jenseits seines Horizontes in sein Leben reinspielte? Und überhaupt das Interessanteste: Offenbar sind die Welten durchlässig, denn wieso konnte das Traum-Ich einen Einfluss aus dem Tages-Ich überhaupt wahrnehmen, sich den aber nicht erklären, weil es sich nicht erinnern kann, dass das Tages-Ich sich nochmals kurz ins Bett legte?

Ich, also das Tages-Ich, findet solche Erinnerungen immer sehr spannend, denn offenbar ist weder das Tages- noch das Traum-Ich alles, was "mein" Dasein ausmacht. Jedesmal eine Erinnerung mit dem Zaunpfahl, dass wir wohl mehr sind als nur ein paar Trillionen Atome in einer sogenannten Realität ...

Gerne lese ich Eure Erlebnisse ...

David Precht gegen Wolfgang Kubicki: Was darf der Staat?

Ich liebe Streitgespräche von gebildeten Leuten. Denn nur schon durch aufmerksames Hinhören merkt der aufmerksame Denker, dass die besprochenen Dinge eben kompliziert(er) bis komplex(er) sind.

In der Sendung vom gestern haben sie sich über die Frage gestritten, was der Staat darf, die Grenze der Freiheit.

Kubicki ist ja ein FDPler, also ein Liberaler. Ich habe ihn schon oft gesehen im TV und finde, er ist ein sehr kleverer gebildeter Mann, mit einigem Humor und Esprit, er ist Rechtsanwalt. Precht konnte ihn recht fordern, ein Thema konnte sogar überhaupt nicht durchgeackert werden - wohl weil die Sendezeit es einfach nicht zuliess.

Precht brachte das Thema auf, dass der Staat doch den User von Services wie Facebook und Google vor der Abgabe des Verfügungsrechts über die eigenen Daten schützen müsse. Und zwar indem er den Grossen verbietet, solche Abtretungsrechte überhaupt in Verträge, Cookie-Texte einbauen zu dürfen. Kubicki wollte dem nicht folgen, weil er argumentierte, dass der User auch unvernünftig mit seinen Rechten umgehen darf. Precht wollte ihn festnageln, dass der Staat doch auch nicht erlaube, dass eine Firma das Recht auf Schutz vor Bedrohung an Leib und Leben in Verträgen aufheben dürfe.

Ich konnte Prechts Argumentation folgen, Kubicki schien diese Denkweise nicht nachvollziehen zu können. Aus meiner Sicht hatte Precht hier den Punkt.

Aber wie auch immer: Ich liebe es, argumentativ zu streiten. Und Kaliber wie den Precht und den Kubicki dabei beobachten zu dürfen, ist für mich immer ein kleines Highlight am Tag ...

Bitcoin und die Energie

Der Energieverbrauch des Bitcoin-Minings wird öfters meistens unreflektiert angeprangert. Der sei doch eigentlich nicht würdig einer fortschrittlichen Technologie. Dazu kam letztens ein sehr guter Artikel raus, den ich unten verlinke.

Zuvor aber noch ein paar Sätze zu dieser verbreiteten Ansicht, die leicht zu relativieren ist, wenn man sich 1-3 Dinge überlegt:

1. Der Energieverbrauch ist auch die Sicherung gegen Manipulation. Die Blockchain hat einen eingebauten Konsens-Mechanismus, der sicherstellt, dass bei Unstimmigkeiten, die es ja wegen ihres globalen Charakters immer mal geben kann, zügig und automatisch zur Einstimmigkeit geleitet wird. Dieser Mechanismus beruht darauf, dass man eben enorm viel Energie aufwenden muss, um die Blockchain zu verlängern. In den Anfängen der Blockchain hätte ein Grosser wie Google oder Facebook oder Amazon mit der geballten Rechenkraft das junge Pflänzchen Bitcoin noch übernehmen können. Heutzutage ist das nicht mehr möglich, weil auch diese Player nicht genug Energie = Rechenkraft = Geld aufbringen können, um die Blockchain nachhaltig zu beeinflussen. Im Gegenteil, sie müssen sogar das Risiko abwägen, dass sie mit ihrem Energieeinsatz gar scheitern könnten. Und dann wäre jeglicher Aufwand für die Katz gewesen und müsste zu 100% abgeschrieben werden. Die Sicherheit von Bitcoin besteht also gerade genau darin, dass sowohl die "guten" wie die "bösen" Miner genau gleichviel Energie aufwenden müssen, um den nächsten Block für die Blockchain zu finden. Und wenn ein "Böser" die Blockchain in seinem Sinne beeinflussen möchte, muss er noch viel, viel, viel mehr Energie aufbringen können. Und erst noch in nützlicher Frist, denn die Guten stehen ja nicht still. Das kann heute keiner mehr, egal wer oder was er ist.

2. Bitcoin-Mining verlangt nach der Premium-Energieform, das ist die Elektrizität. Und sie muss billig sein, denn sonst lohnt es sich nicht mehr zu minen. Daher sind die Gerätschaften der Miner in der Umgebung, wo es ohnehin überschüssige Energie gibt, denn Elektrizität muss in dem Masse erzeugt werden, wie sie gerade gebraucht wird. Wenn also vorsichtshalber zuviel Elektrizität erzeugt wird, muss diese verbraten werden, sollte sie grad nicht verwendet werden können. Genau da sitzen die Mining-Geräte, denn solche Überschusselektrizität ist billig. Es muss also nicht extra wegen Bitcoin ein Kraftwerk aufgestellt werden. Dennoch gilt natürlich zurecht, dass Elektrizität nicht zu 100% überall aus erneuerbaren Energien umgewandelt wird. Wenn irgendwo politisch gewollt und gefördert immer noch Kohle verheizt wird wie in Australien, ist das natürlich angesichts des Klimawandels nur verwerflich und ignorant.

3. Menschen sind gut im Ausblenden von Fakten. Das Video-Streaming, die Erzeugung von High-Tech-Geräten wie Phones, Autos, die Mobilität, etc. verschwenden auch Energie, allem voran graue Energie. Zudem gibt es viel sinnloses Verschwenden oder Versickern von Energie. Diese Faktoren sind grösser als die Energieaufnahme des Minings.

Hier also zum Artikel, der die Energiebilanz von Bitcoin sehr gut beleuchtet. Sehr empfehlenswert!

Betrüger in Bitcoin Support Gruppen in Telegram

Eine kleine Sache als Warnung für alle diejenigen, die Hilfe suchen in Telegram Gruppen.

Da hatte ich letztens mit meinem ColdStorage Bitcoin Wallet BitBox02 ein Problem. Ich formulierte es in der Telegram-Support-Gruppe und bekam prompt eine Antwort:



Man verstehe genau, wenn man mal dem Link folgt: Ein krassdreister Betrugsversuch:



Hier wird also nach den Backup-Wörtern gefragt, mit denen man einen Private Key wiederherstellen kann, wenn man ihn mal verliert, ein Wallet neu installieren muss, oder einfach die Wallet-Software wechseln möchte.

Wer hier also tatsächlich seine Backup-Wörterliste hochlädt, gibt sehenden Auges einem Betrüger seine Bitcoins!

Oder auf dem zweiten Reiter bitte noch einfacher eingeben, den Key direkt, ohne Wortliste. Schon saufrech ...

Wieso kann sowas überhaupt funktionieren? Ich denke, es ist, weil naive oder unwissende Leute möglicherweise meinen, ihre Bitcoins seien in ihrem Wallet und dass das Wallet alleine ja nicht den Zugriff auf die Bitcoins erlaubt.

Ist vielleicht wie bei einem Tresor: Wenn ich den Tresor-Code jemandem nenne, kann der ja nicht an den Inhalt ran, denn er weiss ja nicht, wo mein Tresor ist. Wäre er vor Ort, könnte er den Tresor leeren.

Bei Bitcoin ist das aber anders: "Meine Bitcoins" sind im Internet. Ich habe in meinem Wallet keine Bitcoins, ich habe nur den Tresor-Code bei mir, der Tresor selbst ist das Internet, eben die globale Blockchain.

Gebe ich also den Tresor-Code weg, gebe ich den Zugriff auf das Geld weg. Das Geld ist nach wie vor im Internet, aber die Betrüger haben mit meinem Tresor-Code als erstes den Tresor-Code geändert und mich ausgesperrt. Da kann niemand irgendwas rückgängig machen.

Denn es gilt Not your keys, not your coins!

Deshalb gibt es für mich nur sogenannte non-custodial Wallets, also der Tresore, deren Tresor-Codes nur bei mir sind, niemals bei irgendjemandem anderen.

PS: Wie man sieht, ging es nicht lange, und der Telegram-Account wurde gelöscht, womöglich vom Betrüger selbst, damit er nicht verfolgt werden kann, wer weiss ...

Die Website allerdings, die funktioniert noch immer und wartet auf andere Naive oder Unwissende. Also weiterhin immer aufpassen und sich klar sein: Meinen Key, meine Backup-Wortliste geht niemanden irgendetwas an!

Telegram ist kein sicheres Medium! Das MUSS auch jedermann/frau klar sein. Man weiss NICHTS über die Leute oder Roboter hinter den Telegram-Accounts. Und nur weil einer in einer Support-Gruppe erscheint, muss der noch lange nichts mit den echten Supportern zu tun haben!

Corona, Beschränkungen, Gesundheitsterror, das BGE, und all der Rest

Heute bekam ich einen interessanten Leserbrief an die Urner Zeitung zugesandt. Damit Ihr als Leser meine nachfolgenden Gedanken dazu im Kontext versteht, hier zuerst ein Bild des Artikels:





Muss man schon sagen, mutig, sich so zu äussern? Ich hoffe doch, dass es immer noch ganz normal ist, dass man anderer Meinung sein und diese auch äussern darf – ohne irgendwelche Anfeindungen oder Ausgrenzungen zu befürchten geschweige denn zu erfahren.

[Mehr]

Einkaufslimite bitcoin über Relai-Bity vermindert seit 1.1.2021

Seit dem 1.1.2021 ist der tägliche Einkauf von Bitcoin auf CHF 1'000.- pro IBAN beschränkt, wenn man auf das Gespann Relai und Bity setzt. Die Jahreslimite ist nach wie vor CHF 100'000.-

Es gilt ja KYC und AML, Know Your Customer (kenne deinen Kunden) und Anti-Money Laundering (Geldwäsche Prävention).

Bity, die als effektiver Einkäufer zuhanden von mir Geld entgegennimmt, in BTC konvertiert und diese an irgendeine Bitcoin-Adresse weiterleitet, muss KYC und AML erfüllen, weil der Staat es so verlangt. Was wieder mal zeigt, dass das Blockchain-System alles andere als anonym ist, dass man eigentlich nichts verstecken kann. Der bitcoin-Fluss ist jederzeit von allen verfolgbar.

Also, wer selbst bei Bity den Identifikationsprozess durchläuft, hat diese reduzierte Tageslimite nicht. Ist man Bity bekannt, ist das Limit bei 100'000.- oder 5 BTC pro Einkauf, die Jahreslimite bleibt aber bei 100'000.-.

Feinde von Ferdinand von Schirach - mit Bitcoin

Schon wieder so eine gute und herausfordernde Sendung am Sonntagabend von Ferdinand von Schirach. Wieso ist das gut? Weil es diejenigen, die es sahen, vor die Frage stellt "gibt es irgendeine Begründung für Folter, ausgeführt von einem Vertreter der Staatsmacht?".

Der Fall ist ein Entführungsfall eines jungen Mädchens, das vom Entführer nicht beabsichtigt stirbt. Das weiss der Polizist aber nicht, der weiss nur, dass es eventuell zeitkritisch ist, das Mädchen zu retten. Er weiss aus Erfahrung, dass der verhaftete Verdächtige es war, doch der will nichts aussagen. Es gibt keinerlei objektiv sichere Beweise gegen den Verdächtigen. So will der Polizist Gewalt anwenden, um den Verdächtigen zu einer Aussage zu zwingen. Der inhaftierte Entführer weiss zu dem Zeitpunkt aber auch nicht, dass das Mädchen mittlerweile tot ist ...

Man muss schon beide Perspektiven sehen, im TV nacheinander ausgestrahlt. Im Schweizer TV kam dazwischen ein Interview mit Schirach. Es ist schon extrem anspruchsvoll, seine eigenen Wertesystem abzugleichen gegen das, was da geboten wird. Und dennoch schlüssig.

Für mich ist klar, dass es keinerlei irgendwie haltbare Berechtigung für Folter gibt. Sollte man sich anschauen.

PS: Der Entführer verlangte nach 5 Mio. Bitcoins. Und der involvierte IT-Crack hat den Bitcoin sogar wirklich perfekt dem Kommissar erklärt. Vor allem wichtig gegen die, die immer sagen, Bitcoin sei etwas für die Kriminellen: Ja, Kriminelle benutzen Bitcoin, wie Brave auch. Bitcoin unterscheidet nicht, aber es bietet 100% unabänderbare Transparenz. Das kam mal gut raus.

Bitcoin mit All-Time-High am Anfang 2021

Wenn man auf die Kursentwicklung des Bitcoins schaut, kann man's kaum glauben. Es geht nur aufwärts. Darf oder muss man sogar skeptisch sein, dass sich da eine Blase aufbaut? Ich denke nicht, denn was es bei BTC nicht gibt, ist die Inflation der Geldmenge. Es wird einfach nicht mehr als die 21 Millionen BTCs geben.

Und wenn man halt alle Güter unter diese 21 Millionen packen muss, bleibt für jede hinzukommende Ware oder Vermögen nur eine immer kleinere Teilung des BTC.

Oder andersrum, wenn immer mehr Leute ihre Waren und Vermögen in den BTC bringen wollen, ist das eine wachsende Nachfrage, also steigt der Kurs, wenn man BTC kaufen will. Dieses Aufwärts hilft nur denen, die mit Kursfluktuationen spekulieren, denn sie wollen irgendwann BTC wieder in Fiat-Währungen umtauschen und somit einen Gewinn erzielen.

Mit meinen Freund Thomas erörtere ich oft philosophische Fragen zum BTC und seinem Wechselkurs: Wird sich die Relation von realen Gütern zu BTC ändern, nur weil der Wechselkurs ändert? Konkret: Hat jemand jetzt 10 BTCs, dann sind das knapp CHF 300'000. Dafür gibt's in der Schweiz noch kein abbezahltes Haus. Angenommen, der Kurs steige ums Zehnfache übers Jahr, dann wären das CHF 3 Mio. Dafür gibt es ein Haus. Für so ein Unterfangen ist es also möglicherweise interessant, BTC jetzt zu kaufen und abzuwarten. Doch: Wenn man irgendwann bei einem Makler ein Haus direkt in BTC kaufen kann, reichen dann 10 BTCs? Wie wird die Äquivalenz Immobilie - BTC bewertet?

Man kann eigentlich sagen, solange die 21 Millionen BTCs noch nicht ausgeschöpft sind, wird der Preis bei anhaltender Nachfrage steigen. Einsteigen kann man also noch immer. Auch wenn die Hürde gross scheint für kleine Investoren wie ich ja auch einer bin. Doch eben, wenn es nur hoch geht, was schert's einen dann?

Dass das durchaus auch für technisch weniger Begabte einfach sein kann, habe ich ja hier beschrieben.

Und wenn dazu noch das für Kryptowährungen richtige Mindset vorhanden ist, kann es ja nu noch aufwärts gehen.

Viel Spass und Gelassenheit mit der Vermögenssicherung im BTC im Jahr 2021.

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