BIP 361 - "alte" Bitcoins markieren

Derzeit macht das BIP (Bitcoin Improvement Proposal) 361 die Runde. Darin geht es darum, was man im Advent des Quantencomputers (QC) an Vorsichtsmassnahmen treffen solle für all die nicht ausgegebenen Bitcoins (UTXOs), die für ewig in der Blockchain mit ihrem Public Key drin stehen.

Die Gefahr besteht, dass die QCs diese Paarung von zwei zusammengehörenden Dingern wie eben Public und Private Keys aufgrund der bipolaren Struktur unseres Universums gerade mit Hilfe der Bausteine dieses Universums, der Quanten, einander zugeordnet werden können in der Zukunft.

Denn es ist einfach ein bisher algorithmisch unlösbares (oder seeeeehr schwieriges) Problem, das die Mathematik uns stellt. Es ist ja keine Hexerei, die Publik Key Verschlüsselungen, es ist nur mathematisch schwierig, einen Rückweg zu finden.

Ich habe darüber schon oft geschrieben. Und daher verlinke ich auch wieder gern auf den Florian Bruce, der diese Meldungen bezüglich Googles QCs Hack sehr gut einordnete.

Zur möglichen Fähigkeit der QCs dieses Video von Veritasium. Alles nur einfache Mathe :-)

Also, nun zum BIP 361. Die Grundidee ist, dass man "alte" und bisher nicht bewegte Bitcoins irgendwie speziell behandeln soll.

WIESO?

Wir erklären und predigen seit Jahren, dass Bitcoin die höchste Anforderung an die eigene Verantwortung darstellt: Not your keys, not your coins. Also: Sicherung des Seeds, Selbstverwahrung, Vererbung etc. KEINER kann irgendeinem Bitcoin-Holder dreinreden. Wie auch, denn nur derjenige, der den Private Key hat, kann sich gegenüber dem Bitcoin-Protokoll als Handlungsberechtigter ausweisen. Weil er den zum Public Key gehörenden Private Key einsetzen kann.

Wo ist das Problem?

Es gibt im Bitcoin Protokoll halt verschiedene Adressformate, die in einer Transaktion ja sichtbar sein müssen, damit jeder Knoten im Bitcoin-Netzwerk die Gültigkeit einer Transaktion unabhängig validieren kann.

Über die Zeit hinweg haben sich da einige Versionen etabliert, darunter eine, die den Public Key im Klartext in der Transaktion festhält (Abkürzung P2PK = Pay To Public Key). Also für ewig. Solange dieser Bitcoin nicht bewegt wird, kann ihn eigentlich jeder abstauben, der den Private Key findet, der zum veröffentlichten Public Key passt. Und das ist nun das "Problem". Leute mit einem künftigen QC können sich eventuell diese Bitcoins abholen, weil der QC den Private Key errechnen kann aus dem Public Key.

Deshalb nennt man sie "alte" Adressen, weil man sie schon seit über 10 Jahren nicht mehr braucht. Es gibt Adressformate, die bei einem UTXO den Public Keys nicht in der Blockchain verewigen. Dass ein Public Key in einer Transaktion aber bei dessen Ausgeben veröffentlicht wird, ist klar, denn jeder Bitcoin-Teilnehmer muss ja völlig autonom die Gültigkeit der Transaktion validieren können.

Gibt also jemand seinen BTC aus, kommt der Public Key spätestens dann in die Blockchain. Für wie lange hätte ein QC-Owner nun die Chance, diese Transaktion zu behändigen, manipulieren, sich zuzuschanzen? Tja, bis der nächste Block gefunden wird, also die bekannten ca. 10 Minuten.

IN DER ZEIT SIND ALLE TRANSAKTIONEN VERLETZLICH! Die Sicherungen sind seit jeher nur: Mathematik und Zeit.

Wer Public Key Verschlüsselung nachhaltig schneller als in 10 Minuten knacken kann, hat Bitcoin gekillt - und wohl Hunderttausende von anderen Systemen, inkl. HTTPS etc. auch.

Wem das unklar ist: Eine Verschlüsselung hat nur die Aufgabe, Information nur demjenigen zu enthüllen, der den passenden Schlüssel hat. Für alle anderen soll der Aufwand und die Zeit so gross sein, dass es sich weder ökonomisch noch zeitlich lohnt, die Verschlüsselung zu knacken. Wenn nach 10 Milliarden Universumsaltern etwas endlich geknackt werden könnte, ist das wohl für den Verschlüsseler wie den Cracker irrelevant ...

Und bei Bitcoin wird es noch schwieriger: Sobald die erste Bestätigung da ist, muss der Cracker auch noch schneller minen als all die anderen, damit sein Hack nicht erkannt, beanstandet würde.

Also an sich wirklich kein Problem. Sicher nicht für Bitcoin, das Protokoll. Für wenn denn sonst? Klar, die 1 Millionen Bitcoins, die Nakamoto zugeordnet sind, wären ein lukratives Ziel für QC-Besitzer. Aber das sind sie schon immer gewesen, denn man kann ja mit Brute Force probieren, alle möglichen Private Keys auszuprobieren. Allerdings ist das - bis auf den sprichwörtlichen Glückstreffer - ein (fast) absolut sinnloses Unterfangen (etwas Rechnerei dazu).

Gegeben, dass die QCs nun also einen realistisch ausreichend schnellen Weg finden, Bitcoins zu rauben. Was soll dann mit den 1 MBTC passieren? Tja, dann werden sie halt geraubt, verkauft, verhökert, verbrannt.

Das stört das Bitcoin-Protokoll überhaupt nicht. Es stört nur diejenigen, die das FIAT-Spiel machen, NGU (Numbers Go Up), weil das Angebot zu erhöhen in Bitcoin würde temporär dessen FIAT Aufwiegung etwas drücken - sprich, er wird billiger. Was sonst noch? Na, der, dem sie bisher gehörten, sind sie halt gestohlen - er hat sie nicht mehr. Das ist alles. Es gilt immer noch 1 BTC = 1 BTC.

Was bedeutete es jedoch, wenn wir solche BTCs anders behandeln? Und mit welcher Rechtfertigung? Weil wir nicht wissen, ob der Inhaber jener Coins noch am Leben ist und seinen Private Key einsetzen könnte? Na, von denen gibt es auch ohne Nakamoto eh schon genug. All die, die ihr Wallet respektive Seed verloren, geschrottet, gelöscht, vergessen haben. Alle diese spendeten ihre BTCs dem Netzwerk bzw. belasten es, weil diese Transaktionen immer mitgetragen werden müssen, da sie zur Validierung ja nötig sind (dazu gibt es auch Optimierungen).

Also, wenn Nakamoto noch lebt (ist ja erst 17 Jahre her, das mit Bitcoins Geburt), was ist denn schlimm, denn dem die BTC geklaut werden? Wer denn besser als genau er weiss, dass er diese BTC in näherer Zukunft mal bewegen müsste, auf eine QC-sichere Adresse?

Und wenn er/sie/es das nicht macht, wieso sollen andere sich darum kümmern? Wir wollen ja gerade die absolute Selbstverantwortung. Bisher sind diese BTCs eben unbewegt, aber beobachtet. Das Signal einer Bewegung dieser BTCs wäre nur, er/sie/es lebt oder hat seinen/ihren Private Key weitergegeben - oder eben, sie sind gestolen.

Wen also bitte soll das interessieren? Wenn das Bitcoin-Protokoll nur einen einzigen Pfifferling wert sein soll, dann darf diese Bewegung nichts aussergewöhnliches veranstalten.

Anders gesagt: Es ist scheissegal, ob diese BTCs geklaut werden. Denn: Wenn er/sie/es sich um die Sicherheit jener BTCs kümmen will, können diese BTCs in 10 Minuten auf ein neue, QC-sicheres Adressformat transferiert werden. Punkt.

Jegliches Blockieren, Timeboxen, Verlangsamen, Deckeln, Verbrennen, Ossifizieren einer Transaktion ... durch Fremdeinfluss(!) ... gehört nicht ins Mindset eines Bitcoiners.

Wer Nakamoto ist, bleibt auch dann ein Geheimnis, wenn seine BTCs verschoben werden. Die Welt weiss dann nur: Hoppla, Nakamoto lebt noch. Nett. Zurück zum Bau (Business as usual).

Also: Nein zum BIP 361.

Wieder: Kudos an Florian Bruce für den White Paper Podcast

Ich habe anderswo schon geschrieben, dass ich Florian Bruce für den besten deutschen Bitcoin-Podcaster halte. Man merkt ihm die akademische Herkunft an. Und viel wichtiger natürlich, er ist ein guter Erklärer.

In White Paper Erklärungsvideo nimmt er sich das White Paper Seite für Seite vor. Er fragt eingangs auch, wieviele von all den Bitcoinern eigentlich das White Paper studiert haben. Ich gehe einig, dass das wohl eh nur ein Viertel sind. Das spielt aber keine Rolle - das Lesen eines akademischen Papers ist halt nicht wie das "Lesen" in sozialen Medien.

Er nimmt sich also jede Seite vor, und erklärt die Textblöcke. Ich finde, jeder sollte diesen Blog gesehen haben, nicht nur gehört, denn wie gesagt, er nimmt sich die Bleiwüste des White Papers so vor, wie Satoshi es erzeugt hatte.

Damit nimmt er eventuell den Schrecken dieser akademischen Art vorweg, so dass man es geführt von Florian doch mal probiert - das Lesen und Verstehen.

Absolut empfehlenswert!

PS: "Nachteil" beim Schauen: Er hat dasselbe Problem wie ich: eine Sauklaue ;-)

Neue Fotos - vom Blauen Spot im All

Heute sah ich endlich einige neue Fotos von der Erde ... in der Tagesschau. Leute wie ich freuen sich auf neue Fotos. Erst recht, wenn sie von so weit weg gemacht werden. Ohne CGI, ohne KI, ohne Photoshop-Tricks.

Man darf sich schon mal vor Augen führen, dass seit mehr als 50 Jahren keine Fotos mehr gemacht wurden von der Erde ... all die Bilder, die wir kennen, sind alt - höchstens noch aufgefrischt mit den neuesten AI-Tricks.

Wenn die Artemis dann beim Mond ist, werden neue Fotos den Blick auf unsere Heimat hoffentlich weiter verbreitet als die letzten AI-Slops eines Influencers auf Insta. Ich hoffe, dass gerade in dieser Zeit es den Betrachtern klar wird ...

Erstens sieht man keine Länden, zweitens keinen Trump, keinen Putin, keine andere Rosette ... und drittens sieht man das Schwarz drumherum. Es gibt keinen Ausweg, für kein physisches Lebewesen, sollte die Erde unbewohnbar werden.

Ich persönlich akzeptiere, dass hier auf Erden viele Spiele laufen. Meistens solche, von denen ich mich fernhalte, auch wenn das einiges an Alleinsein erzeugt. Dafür erkenne ich die Schönheit in kleinen Dingen, das Leben im anderen Massstab, die Zyklen, den ewigen Kreis von Erscheinen und Abgang.

Ich hoffe wirklich, dass neue Fotos das Denken anregen bei der Masse. Damit das globale Bewusstsein über den Ort, wo wir leben, wächst und förderliche Konsequenzen zum Schutz desselben endlich wirklich Taten zeigen.

So, wie es sich schon Carl Sagan wünschte in seinem Monolog zum Voyager-Foto ...

KI - quo vadis?

Um es vorwegzunehmen, das Statement des Interviewers in diesem Videos, dass es jeder Deutsch verstehende gesehen haben sollte, unterschreibe ich sofort.

Auch wenn ich an relativ unmotivierte Zahlenbeigerei nicht so glaube, ist es doch interessant, dass für 2029 so ein disruptives Event vorausgesagt wird - doch, warum dieses? Was macht dieses anders als viele anderen, die es à la Hollywood bis zum Kinofilm "2012" schafften?

Es stammt vom einem der KI Begründer, Jürgen Schmidhuber. Den kannte ich gar nicht, aber ich war schon ein bisschen Zeitzeuge der Entwicklung, die er beschreibt - die Erforschung des Lernens, Neuronale Netzwerke, lernende Maschinen, kurz, all das, was wir heutzutage unter dem Begriff KI subsummieren.

Ob das alles so kommt, ist gar nicht so wichtig - deswegen hätte ich keinen Blogartikel geschrieben. Das Spannende ist seine Antwort auf die Frage, werden Maschinen ein Bewusstsein bekommen. Diese Frage gehen ja nicht viele an. Er tut es, und es ist eine sehr einleuchtende, desillusionierende Antwort für diejenigen, die sich als menschliche Erscheinung für "was Höscheres" empfinden. Nein, die KI kann das auch ... denn wie auch ich es oft provokativ mache, fragt er, wie denn ein Baby lernt, wie es mit der Zeit zu einem "Bewusstsein" gelangt. Sehr spannend, die Analogien zu sehen - vor allem für diejenigen, die Kinder haben und deren Lernen und Entwicklung beobachten können.

Als ich das so anhörte, kam mir spontan die Idee, dass die KI dasselbe mit uns machen kann, wie wir mit den Tieren in der Nutztierhaltung. Die KI hält uns dann irgendwie - am Leben, in Ställen oder wie in der Matrix. Intellektuell total zurückgeblieben, geistig schon in 2027 überholt, physisch dank Robotern aus China und Teslas Optimus bald auch. Die KI kann sich selbst reproduzieren - weil die Roboter The Missing Link darstellen, um in der physischen Realität Ideen aus dem Computer-Memory real werden lassen zu können. Der Video zu Chinas Roboter-Kampfshow Truppe zeigt ja, dass die Maschinen da sind.

Das Bonmot im Matrix-Film: Der Architekt (nicht mehr sicher, aber die verkörperte Maschinenintelligenz) sagt zum Orakel (die Menschen) auf eine provokante Frage: "Wir halten uns an Abmachungen. Wir sind ja keine Menschen". Hoffen wir's, wenn's bei uns soweit ist.

Was bleibt also dem Menschen? Eigentlich nichts mehr. Kann er noch den Strom ziehen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Dann könnte KI sich selbst mit Hilfe der Roboter selbst schützen gegenüber dem Menschen (siehe Matrix) und sich all der Ressourcen bedienen, derer wir uns auch bedienen. Die KI kann dann auf uns verzichten. Vielleicht werden die Kleversten oder Originellsten von uns als Zootiere gehalten, weil die KI doch noch nicht so bekloppt sein kann oder will, wie einige von uns. Im letzten Teil der Matrix-Serie ist es dann ja so, die Maschine macht einen Deal mit den Menschen und die sind wieder in der Simulation, diesmal ohne Untergrundkämpfer.

Dazu gab es übrigens mal einen schönen SciFi Film, in dem Gehirne von Menschen nach dem Tod am Leben erhalten werden, wenn die KI meinte, dass deren Originalität, deren Unkonventionalismus zwecks Erforschung erhalten werden muss. Die Leute kämpften darum, wirklich sterben zu können - inkl. Gehirn.

Eigentlich wirklich nichts anderes, als was wir mit den Zootieren machen.

Nun denn: Wenn Musk sagt, die KI soll in Rechenzentren im All arbeiten, diese KI dann so gross ist, Roboter steuert ... wird sie sich des Mondes bedienen, um sich materiell zu reproduzieren? So eine KI kann einen Planeten, einen Trabanten total ausschlachten, denn sie braucht mit ihren Robotern ja keine Biosphäre wie wir, keine Luft, keine Anerkennung, keine Sozialverbände ... sie würde sich eventuell im All ausbreiten ... und wir als Menschen, die zwar all diese Zyklen auch mitgemacht haben, aber dazu Millionen von Jahren brauchten ... würden wir nur als Haustiere auf dem Zooplaneten weiterleben? Oder werden wir total vergessen?

Solcher Art sind die Fragen, die sich nach dem Video so stellen. Jeder und jede darf sich darauf ihre eigenen Antworten finden. Was da gefunden wird, ist vielleicht für jeden die Frage, was bin ich anderes als ein biologischer Roboter? Heute noch im physischen Handwerk besser als KI, aber wenn nicht mehr, was bleibt? Der genannte Klempner ist immer noch unerreichbar - aber mit Robotern? Wir werden die anlernen, so dass sie auch unters Spülbecken kriechen und den Siphon reinigen können. Einmal gelehrt, hat sie's dann und braucht uns nicht mehr. Ist noch was hin, aber wohl nicht mehr sooo weit wie auch schon gedacht.

Was passiert mit der Erscheinungsform Mensch? Bleibt er eine mit grösseren Hirnen ausgestattete Randerscheinung auf dem Planeten Erde? Fähig die niedrigeren Lebensformen zu zähmen, aber unfähig für den nächsten Evolutionssprung? Oder halt einfach eine Stufe auf der Evolutionsleiter? Deren Biotop in ca. 1 Milliarde Jahren vom Energiehost Sonne ausgetrocknet und aufgefressen wird? Weil auch diese ihrem Ende zu geht? All die Meerestiere, intelligent oder nicht, wird es auslöschen, uns wird es auch auslöschen. Die Intelligenz ist dann schon weg, denn sie ist wohl nicht mehr biologisch ...

Und die wahre Intelligenz ist die Superintelligenz, die den Planeten auch verlässt und das All erobert: Eine Roboter-Intelligenz? Die es in allen Arten von SciFi-Lektüren gibt? Bei Perry Rhodan die Posbis, bei Star Trek die Borg ...

Schmidhuber meint, 2042 werde eine sehr grosse Disruption erfolgen. Wie damals bei der Beherrschbar-Machung von Feuer. Wo der Mensch lernen durfte und musste, dass Feuer sehr, sehr nützlich ist, aber sich nicht immer bändigen lässt und auch schon mal alles niederbrennt, wenn man nicht aufpasst.

Es ist eine spannende Zeit, und Dinge entwickeln sich sehr schnell derzeit. Ich bin gespannt auf 2029 ...

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