KI - quo vadis?

Um es vorwegzunehmen, das Statement des Interviewers in diesem Videos, dass es jeder Deutsch verstehende gesehen haben sollte, unterschreibe ich sofort.

Auch wenn ich an relativ unmotivierte Zahlenbeigerei nicht so glaube, ist es doch interessant, dass für 2029 so ein disruptives Event vorausgesagt wird - doch, warum dieses? Was macht dieses anders als viele anderen, die es à la Hollywood bis zum Kinofilm "2012" schafften?

Es stammt vom einem der KI Begründer, Jürgen Schmidhuber. Den kannte ich gar nicht, aber ich war schon ein bisschen Zeitzeuge der Entwicklung, die er beschreibt - die Erforschung des Lernens, Neuronale Netzwerke, lernende Maschinen, kurz, all das, was wir heutzutage unter dem Begriff KI subsummieren.

Ob das alles so kommt, ist gar nicht so wichtig - deswegen hätte ich keinen Blogartikel geschrieben. Das Spannende ist seine Antwort auf die Frage, werden Maschinen ein Bewusstsein bekommen. Diese Frage gehen ja nicht viele an. Er tut es, und es ist eine sehr einleuchtende, desillusionierende Antwort für diejenigen, die sich als menschliche Erscheinung für "was Höscheres" empfinden. Nein, die KI kann das auch ... denn wie auch ich es oft provokativ mache, fragt er, wie denn ein Baby lernt, wie es mit der Zeit zu einem "Bewusstsein" gelangt. Sehr spannend, die Analogien zu sehen - vor allem für diejenigen, die Kinder haben und deren Lernen und Entwicklung beobachten können.

Als ich das so anhörte, kam mir spontan die Idee, dass die KI dasselbe mit uns machen kann, wie wir mit den Tieren in der Nutztierhaltung. Die KI hält uns dann irgendwie - am Leben, in Ställen oder wie in der Matrix. Intellektuell total zurückgeblieben, geistig schon in 2027 überholt, physisch dank Robotern aus China und Teslas Optimus bald auch. Die KI kann sich selbst reproduzieren - weil die Roboter The Missing Link darstellen, um in der physischen Realität Ideen aus dem Computer-Memory real werden lassen zu können. Der Video zu Chinas Roboter-Kampfshow Truppe zeigt ja, dass die Maschinen da sind.

Das Bonmot im Matrix-Film: Der Architekt (nicht mehr sicher, aber die verkörperte Maschinenintelligenz) sagt zum Orakel (die Menschen) auf eine provokante Frage: "Wir halten uns an Abmachungen. Wir sind ja keine Menschen". Hoffen wir's, wenn's bei uns soweit ist.

Was bleibt also dem Menschen? Eigentlich nichts mehr. Kann er noch den Strom ziehen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Dann könnte KI sich selbst mit Hilfe der Roboter selbst schützen gegenüber dem Menschen (siehe Matrix) und sich all der Ressourcen bedienen, derer wir uns auch bedienen. Die KI kann dann auf uns verzichten. Vielleicht werden die Kleversten oder Originellsten von uns als Zootiere gehalten, weil die KI doch noch nicht so bekloppt sein kann oder will, wie einige von uns. Im letzten Teil der Matrix-Serie ist es dann ja so, die Maschine macht einen Deal mit den Menschen und die sind wieder in der Simulation, diesmal ohne Untergrundkämpfer.

Dazu gab es übrigens mal einen schönen SciFi Film, in dem Gehirne von Menschen nach dem Tod am Leben erhalten werden, wenn die KI meinte, dass deren Originalität, deren Unkonventionalismus zwecks Erforschung erhalten werden muss. Die Leute kämpften darum, wirklich sterben zu können - inkl. Gehirn.

Eigentlich wirklich nichts anderes, als was wir mit den Zootieren machen.

Nun denn: Wenn Musk sagt, die KI soll in Rechenzentren im All arbeiten, diese KI dann so gross ist, Roboter steuert ... wird sie sich des Mondes bedienen, um sich materiell zu reproduzieren? So eine KI kann einen Planeten, einen Trabanten total ausschlachten, denn sie braucht mit ihren Robotern ja keine Biosphäre wie wir, keine Luft, keine Anerkennung, keine Sozialverbände ... sie würde sich eventuell im All ausbreiten ... und wir als Menschen, die zwar all diese Zyklen auch mitgemacht haben, aber dazu Millionen von Jahren brauchten ... würden wir nur als Haustiere auf dem Zooplaneten weiterleben? Oder werden wir total vergessen?

Solcher Art sind die Fragen, die sich nach dem Video so stellen. Jeder und jede darf sich darauf ihre eigenen Antworten finden. Was da gefunden wird, ist vielleicht für jeden die Frage, was bin ich anderes als ein biologischer Roboter? Heute noch im physischen Handwerk besser als KI, aber wenn nicht mehr, das bleibt? Der genannte Klempner ist immer noch unerreichbar - aber mit Robotern? Wir werden die anlernen, so dass sie auch unters Spülbecken kriegen und den Siphon reinigen können. Einmal gelehrt, hat sie's dann und braucht uns nicht mehr. Ist noch was hin, aber wohl nicht mehr sooo weit wie auch schon gedacht.

Was passiert mit der Erscheinungsform Mensch? Bleibt er eine mit grösseren Hirnen ausgestattete Randerscheinung auf dem Planeten Erde? Fähig die niedrigeren Lebensformen zu zähmen, aber unfähig für den nächsten Evolutionssprung? Oder halt einfach eine Stufe auf der Evolutionsleiter? Deren Biotop in ca. 1 Milliarde Jahren vom Energiehost Sonne ausgetrocknet und aufgefressen wird? Weil auch diese ihrem Ende zu geht? All die Meerestiere, intelligent oder nicht, wird es auslöschen, uns wird es auch auslöschen. Die Intelligenz ist dann schon weg, denn sie ist wohl nicht mehr biologisch ...

Und die wahre Intelligenz ist die Superintelligenz, die den Planeten auch verlässt und das All erobert: Eine Roboter-Intelligenz? Die es in allen Arten von SciFi-Lektüren gibt? Bei Perry Rhodan die Posbis, bei Star Trek die Borg ...

Schmidhuber meint, 2042 wird eine sehr grosse Disruption erfolgen. Wie damals bei der Beherrschbar-Machung von Feuer. Wo der Mensch lernen durfte und musste, dass Feuer sehr, sehr nützlich ist, aber sich nicht bändigen lässt und auch schon mal alles niederbrennt, wenn man nicht aufpasst.

Es ist eine spannende Zeit, und Dinge entwickeln sich sehr schnell derzeit. Ich bin gespannt auf 2029 ...

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