Und wieder mal: Enemy of the State

Ich schaue meistens serielles TV - aus Selbstschutz, denn wenn ich bingen würde, käm ich nie mehr von der Kiste weg.

Drum stolpere ich heute wieder mal über den Film Enemy of the State. Ich kenne diesen Film fast auswendig und habe auch schon geschrieben darüber. Das ist nun auch schon wieder 16 Jahre her.

Der Film ist immer noch top aktuell, oder gar mehr. Die totale Überwachung dank digitaler Spurgeneratoren wie Handy, Cloud- und KI-Konten ist in einem Masse gewachsen, wie sich die Filmer damals 1999 wohl kaum vorstellen konnten.

Am Ende des Films erscheint der damals bekannte CNN-Talker Larry King und sagt zum Abgeordneten "You have no right to come into my house".

Was damals noch physisch war, ist heute gar nicht mehr nötig. Der Staat ist in meinem Haus, meiner Wohnung, weil die Geräte digitale Arbeit leisten können, die wir nicht mehr bemerken, geschweige denn kontrollieren können.

Ob's schlimm ist? Tja, ich weiss es nicht. Denn wenn alle überwacht werden, ist man in einem gewissen Masse anonym, es geschieht halt jedem. Hoffentlich auch denen, die die Gesetze machen. Ich denke, das klappt schon, denn die Technologie wird ja von privaten Firmen bereitgestellt. Da kann auch ein Parlamentarier nicht sicher sein, dass ausgerechnet er sich der Überwachung entziehen könnte.

Hoffentlich hält dies die Legislative davon ab, jeden beliebigen Überwachungsakt zu genehmigen oder ihn wenigstens strengen Kriterien und Offenlegungspflichten zu unterwerfen.

Wie auch immer, die allgegenwärtigen Smartphones und die KI sorgen dafür, dass man eigentlich nicht mehr so gezielt überwachen muss - wir liefern ja frei haus. Durch Nutzung von Social Media und Likes, Comments, etc.

Es ist sogar noch viel besser als damals: Dank KI lassen wir die Hosen runter, erzählen der von eigentlich allem, was unser Leben ausmacht. Da gibt es also nicht mal mehr schauspielern, nein, die KI kennt uns.

Menschen teilen selbst intimste Dinge wie sexuelle Vorlieben mit der KI. Damit sind wir wirklich gläsern, nackt. Man kann nur hoffen, das ein jeder es nie stört, sollte sowas über ihn bekannt oder anderweitig genutzt werden.

Wird der Staat zum Kiebitz, dann ist es noch schlimmer, weil der keine finanziellen Ansprüche hat, keine Erpressung machen wird, sondern nur beobachtet, ausspioniert, Vernetzungen erforscht. Und wer traut (s)einem Staat in der heutigen Zeit noch, wo Staaten untereinander schon die Leck-mich-am-Arsch Rolle spielen und zutiefst von den Egoismen ihrer Führer geleitet werden?

Nun ja. Der Film ist nun 27 Jahre alt. Damals schon staunte ich darüber, was in dem Film ausgesagt wurde. Auch schon in meinem ersten Artikel dazu war klar, dass es genauso ist. Heute ist es noch viel krasser.

Ich empfehle jedem, sich diesen Film mal anzusehen. Natürlich ist es ein Hollywood-Streifen mit einem Happy End. Lässt man das mal weg ... der Rest zeigt, wozu Falschinterpretationen führen können. Sogar zu unbeteiligten Toten.

Viel Spass!

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