Dell macht alle Länder flach
Netter Faux-Pas, den sich Dell da leistet in der neuesten Werbemail ... zum Glück verstehen wir Schweizer das Chruutchabis der Holländer teilweise ... :-)

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Ich habe eine spezielle TV-Gabe: Ich schalte immer wie zufällig auf etwas um, was mich dann total positiv überrascht und interessiert gefangen hält. Dass das Schweizer TV eine Serie hat namens Sternstunden und darin die Unterrubrik Philosophie, wusste ich, denn einige kurze Aufenthate liessen mich sie entdecken. Gefangen hielten sie mich selten, weil halt nur selten mir Unbekanntes geboten wurde.
Doch letzthin war's anders: Da stieg ich irgendwo nach der Hälfte in ein Gespräch ein, wo den gelegentlichen eingeblendeten Kommentare zu entnehmen war, dass hier ein ausgebildeter Ökonome philosophierte. Er sah jung aus und erzählte voller spitzbübischer und energievoller Heiterkeit von der Ökonomie, unserer Indoktrination auf einen einzigen Vordenker, dessen Ideen wir heute ja gar nicht mehr hinterfragen, weil es schon seit einigen Generationen klar ist, dass „es so läuft, wie's eben läuft" und wir ja eh nicht (mehr) wissen, woher eigentlich all diese Ideen über Ökonomie stammen. Und wir vor allem nicht mehr hinterfragen, ob die Ökonomie noch das macht, was wir wollen, oder ob sie schon längst uns alle zu Arbeitszombies gemacht hat, die mit leeren Augen nur noch dem Mechanismus diesen – gedanken- und gefühlslos. Wie halt die Körper in Matrix etc. Bioroboter ist eine neutralere Bezeichnung für Zombies. Nur Arbeiten für den Mechano. Funktionieren. Und das schon ab Teenager - Lebensplanung, scheinbare Bedürfnisse decken mit Geld dank Arbeit, Haus, Familie und – aus.
Der Mann, der da so kurzweilig erzählte, ist Tomáš Sedláek. Er sei mit 24 Jahren schon von Präsidenten der Tschechoslowakei Václav Havel zu dessen Wirtschaftsberater ernannt worden. Nun sei er Chefökonom der grössten tschechischen Bank.
Heute ist er 35 und heimse mit seinem Buch Die Ökonomie von Gut und Böse regelmässig Erfolge ein. Nicht nur bei alternativ Denkenden, sondern (sogar) bei Ökonomen. Denn er geht weiter zurück in die Vergangenheit bei der Suche nach den Gründen der derzeit herrschenden, ökonomietheoretisch basierten Ideologie und findet in Mythen und Religionen Erklärungen, die bereits die Ansätze unserer Gier und der damit möglichen Verleitbarkeit aufzeigen.
Da komme ich von einem Openair Kino im Richterswil nach dem romantischen Film The Best Exotic Marigold Hotel mit aufgeräumter Stimmung nach Hause und setze mich noch für eine News-Review vor die Glotze, da höre ich, dass Jon Lord gestorben sei - mit 71 Jahren. Wenn ich je ein musikalisches Idol hatte, war er es. Obwohl ich spät zu Musik kam, speziell zu Hardrock, war er sofort mein Liebling, nachdem ich den Weg zu Deep Purple fand. Ich war in der Jugend eher auf Synthie-Sound aus, das Markige und Urige im Rock ging mir erst später auch in Fleisch und Blut über.
Vor allem an Konzerten zeigte Jon Lord, was ich so toll fand: Seine wilden Roundtrips - gestartet von Child in Time über diverse Klassiker wie Mozart, Bach, Strauss wieder punktgenau landend für Space Trucking - die gab es nur live und die imponierten mir als schlechten Keyboarder schon sehr. Vor allem auch, dass er eine klassische Ausbildung hatte - was ich mir trotz einiger Neigung zur Klassik doch nie antat. Damals lag mir wegen der gymnasialen Musikausbildung die Klassik nahe, Bach wegen seiner Toccata speziell.
Nach Purple mochte ich vor allem dann auch seine Alben Before I Forget, Sarabande und Pictured within haben es mir angetan. Nun, er hat es überstanden. Ich wünsche ihm alles Gute auf seiner weiteren Reise.