Ich habe immer noch keinen Tesla-Sponsor

Vor Monaten schrieb ich hier ja mal, dass ich einen Model-X Sponsor finden möchte. Nun, das muss nicht mehr sein, sin P85D tuts auch. Das Model-X kommt ja eh wieder erst ein Jahr später ... und ich brauche das ja nicht, was ich brauche und wünsche, ist nur der 4-Rad-Antrieb. Der P85D hat den nun und so ist es mein Wunsch-Tesla.

Aber eben, er kostet halt was ... und das ist auch der Grund, wieso ich das schreibe ... es kam der Bericht heraus, dass der Juni 2015 der heisseste Juni seit der globalen Wetteraufzeichnung seit 1880 gewesen sei, dass die Jahresdurchschnittstemperatur 2014 bereits um 1° höher gelegen habe als die Durchschnittstemperatur der ganzen 20. Jahrhunderts.

Und immer noch werden uns Verbrennungskutschen angeboten. Und Staaten, die GENAU wissen, dass sie es ausbaden müssen, wenn ihre Bevölkerung dann mal Landwirtschaftssubventionen wollen, wenn das Wasser knapp wird, wenn gerade in der Schweiz ohne Gletscher im Sommer dann nichts mehr aus den Bergen kommt ausser heissem Fön ... dann muss der Staat ja zahlen, wobei immer klar sein darf, der Staat in der Schweiz sind ja wir ...

Dennoch, wieso schafft es die Exekutive nicht, endlich massiv mal Elektroautos hier zu fördern, den Kauf von sowas zu belohnen? In der BRD gab es die Abwrackprämie ... eine versteckte Wirtschaftsförderung damals ... da hatte ich schon Bedenken, aber eigentlich: Wenn wir Einzelmasken es nicht schaffen, ökologischer zu leben, so kann der Staat, unser Gemeinschaftsgewissen, doch Verstand unters Volk bringen ... und das fördern, was ihn in 20-50 Jahren dann entlasten wird. Wir haben diese Perspektive halt nicht, oder wollen uns nicht unterordnen unter die wohl unausweichlichen Konsequenzen ... doch der Staat, der die Regeln macht, denen ich mich unterwerfen muss, sollte doch längerfristig planen können und wollen.

Nun ja, eben halt etwas Frust: Hätte ich die Kohle, würde ich mir sofort eine E-Gurke kaufen ... oder sogar zum ersten Mal im Leben vielleicht leasen ... schade, sind wir in der CH da anderen Ländern gegenüber im Hintertreffen ...

Der Staat sollte es doch mittlerweile geschnallt haben ... was er jetzt an ökologischen Dingen fördern kann, muss es nachher nicht ausbaden ... in 30 Jahren oder so ...

Nun ja, eben, ein Tesla dürfte's sein ... dann wär i zfridn ... Der Goiserer hat ja da den Song von der Janis Joplin schön gecoveret. Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ... I'd sing I'd rather have a Tesla ...

Waiting ... ;-)

Boser und Böser - geil, frech, züri halt

Heute lief die letzte Folge vor der Sommerpause von Boser und Böser in Tele Züri. Ich freue mich schon auf die nächste Staffel. Ohne Ironie im Fall. Ich wüsste übrigens im deutschsprachigen TV-Raum nichts derartiges.

Die vier stimmen grad ab über "einen Mann in der Runde". Jein, ich finde, dass ein Mann da nicht rein passt - es ist doch bekannt, dass sich die Schwingung einer Situation sofort ändert, wenn das andere Geschlecht zugegen ist. Auch kein Schwuler, wie grad vorgeschlagen wird ... ;-)

Was mir so gefällt, ist, dass sie einfach losquatschen. Kein Bedenken ob des Geäusserten, bzw. Vorsicht, dass dieses jemanden auf die Füsse treten würde, sondern einfach drauflos. Spontan, züridüütsch, schnell und von mir aus auch oberflächlich - was andere Reviewers offenbar doof fanden. Ist natürlich auch leicht, die eigene Überlegenheit zu publizieren. Standesdünek halt. Oder sie hatten irgendwelche anderen Ansprüche.

Die habe ich nicht, ich hatte zur Boseri (wie wir Namen halt in Zürich so sagen) nie eine spezielle Verbindung, aber mit diesem Format macht sie sich bei mir grad beliebt. Denn ich bin auch ein Stino, ein Vollpfosten, ein Chauvi, ein Mann (inkl. Schwein) ... aber immer ein Mensch. Und ich mag nur das, wo ich das Menschsein spüre. Das tue ich bei denen.

Denn nicht nur die anderen drei Powerfrauen powern los, sondern auch sie selbst. Und wenn man das Herz auf der Zunge trägt, bzw. keine Bedenken als geistige Zensur aktiviert, dann wird es spritzig, doof, peinlich, lustig, erheiternd, erhellend, bezeichnend, unbekannt, unerhört, ungehört, frappierend, verspielt, überhöht, komediantisch, einfach kurzweilig. Weil spürbar ist, dass sie einander als Menschen mögen. Ein Schlüssel.

Die Bedenkenträger, Dummschwätzer, Besserwisser und Experten bekommen wir im TV in anderen sogenannt seriösen Talkshows ja bis zur Unerträglichkeit vorgesetzt.

Diese vier Frauen unterhalten sich im Klatsch und Tratschmodus - ohne Ansprüche an irgendwelche Nachhaltigkeit oder Bedeutungstiefe, wenn auch diese nie wirklich weg ist - alles durchdringt alles.

Ich - selbst zu Zeiten ungehemmt traschend - freue mich auf die nächste Staffel und ihre geistige und emotionale Spritzigkeit! Weiter so.

KenFM.de - Politikerklärer: Krieg oder Frieden - Wer bestimmt auf dem Kontinent

Letzthin sandte mir ein Kollege einen Link zu einem Youtube-Kanal namens KenFM mit dem Titel Krieg oder Frieden in Europa - Wer bestimmt auf dem Kontinent?. Spannend dachte ich, schau ich mal an. Kam aber nicht dazu, lange.

Doch nun habe ich es angeschaut. Zum Glück und wunderbar! Endlich mal ein Informationsangebot, das es sich lohnt anzusehen. Es ist nötig, dass wir unabhängig denken können. Wie der vertretene Friedensforscher Nietzsche zitierte, "Alles Sehen ist perspektivisches Sehen". Danach ist es nötig, dass man öfters mal die Perspektive wechselt.

Vor allem geht es darum, dass wir kritisch gegenüber allen Medien sind. Dass es nicht einfach Gut und Böse gibt, und dass deren designierten Vertreter immer diese Rolle behalten. Die USA ist nicht der gute Cop, Russland nicht der böse Russe. Versteht man, dass jegliche Informationsvermittlung über Presse und TV immer von Meinungsmachern gestaltet wird. Der Friedensforscher sagt, dass es nur noch zwei Supermächte gibt: Erstens die USA und zweitens - und so habe ich das noch nie so klar erkannt -, nicht China, nicht Russland, sondern die öffentliche Meinung. Und um die wird gekämpft. So gibt es also einen inhärenten Kadavergehorsam auch in den Informationsmedien, der schlussendlich dazu führt, dass auch in sogenannt Qualitätsmedien nur noch verbreitet wird, was einer ungenannt bleibenden Eminenz behagt. Und da viele der Menschen halt aus mir unbekannten Gründen geil auf News sind - siehe Facebook und Konsorten - führt das über die Jahre und die Einseitigkeit der Perspektive dazu, dass die Masse, eben die umkämpfte Meinung, genauso einseitig wird.

Die anwesenden Leute erzählen von Stories der Schmähung, Desavouierung, Denunziation, Abklassierung als Verschwörer ... dass es mich schon wütend macht. Sogar, wenn einer im Solde eines Senders steht und für den Hintergründe aufklärende Filme dreht, wird der von seinen Chefredaktionen gebannt, und Onlineplattformen blockieren stillschweigend Kommentare, wenn sie von ihm stammen, in sogenannten Diskussionsforen wohlgemerkt! Da greifen also Graue Eminenzen ein, die eine gewollte Weltsicht propagieren und durchdrücken müssen - oder was schlimmer ist: wollen.

Diese sind diejenigen, die die Arbeit von Journalisten und Forschern zulassen oder abweisen. Da wird klar, dass der Informationskrieg schon lange läuft. Wen wundert es, dass wir über die Freiheit des Netzes diskutieren und dafür sorgen müssen, dass es Anbieter von anderen Perspektiven weiterhin geben muss

Jeder mündige Bürger, als die wir gerade in der Schweiz vor jeder Abstimmung ja genannt werden, muss sich immer im klaren darüber sein, dass in der Welt Spiele laufen, in denen wir nur Manövrier­masse sind, die Bauern auf dem Schachbrett - wenig Macht, aber in der Überzahl. Die Spiele laufen zwar nur mit dieser Masse, aber die Spielgestalter wollen natürlich nicht, dass die Masse das entdeckt. Denn dann wäre das Spiel aus. Kein Wunder, kommt im TV nur noch GNTM, DSDS, Kochshows, Scripted Reality Soaps und Dschungel. Weil man damit die Masse in deren Freizeit auch noch mal zwei Stunden pro Tag vom Denken abhalten kann - und mit niedrigsten Schenkelklopf-Humor und Abfeiern von Klischees eine Menschensicht in die Gehirne reindrückt.

Und natürlich nicht nur TV und Zeitung ist dem unterworfen, das Internet und Ausbildungsstätten auch. Noch gibt es im Internet noch mehr Auswahl - vorderhand. Schnell kommt man dank Google auch noch auf Darstellung anderer Perspektiven. Das muss so bleiben, denn natürlich braucht auch ein unabhängiger Denker Impulse und geistige Nahrung. Wenn ich jeweils meinen Spruch ans Ende meiner Blogs schreibe "Think globally, act locally", so bin ich als Denker auch auf Informationen angewiesen, WENN ich mich mit etwas beschäftigen soll/will/muss. Und damit bin ich der Qualität und der Absicht des Informationsgebers ausgeliefert, wenn ich mir die Information nicht selbst beschaffen kann. Es ist niemals Wissen, das über TV und Presse kommt, nur Information. Wissen wird Information erst durch Anwendung und Umsetzung in der Realität eines jeden einzelnen. Und daher ist sein Wissen dann auch immer individuell und nicht objektiv.

Doch immerhin, wir sind 7+ Milliarden Leute auf der Welt (ob die Zahl stimmt, wer WEISS es). Diese scheinen eigentlich alle gleich zu sein, materiell jedenfalls schon, 40-200 kg Biomasse. Und doch meint jeder, er sei was Einzigartiges. Und genau darüber erwischen einen die Grauen Eminenzen. Indem sie jedem diese Illusion einbleuen, sie verstärken, sie manipulieren und zwar so, dass jeder an seine Individualität und seine Eigenverantwortung und Selbstkontrolle glaubt, aber natürlich immer so, dass jeder an den Strippen der Meinungsmacher hängt.

Um zum Thema von KenFM zurückzukehren: Dies kann natürlich nicht mehr so offensichtlich geschehen wie vor 70 Jahren. Doch der Stellungskrieg scheint nun immer noch zu laufen, denn die vier Leute beleuchten dort sehr offen die Möglichkeit, dass wir Europäer wegen des guten Cops, der USA, eventuell in einen Krieg mit den Bösen Russen gezwängt werden, weil wir nicht mehr sehen, dass der gute Cop eben kein guter ist, sondern ein egoistischer Machtpolitiker. Und dass wir aufpassen müssen, wie wir uns dem gegenüber verhalten, so dass er uns nicht einfach als kleine Zahnräder in seinem Getriebe verschleisst. Denn, hier würde ein weiteres Nietzsche Zitat passen:

„Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.”

Es ist halt immer so: Wenn einer Dir freiwillig eine Information anbietet, aufschwatzt, aufdrängt, damit Du was tust - überlege, wozu er das macht. Das "Wozu" ist ein magisches Wort: Es verleitet den Gefragten, seine Motivation, seine Ziele offenzulegen - wir Menschen sind da sehr geübt, Recht-Fertigungen (das sind die bedeutungslosen Antworten aufs "Warum") von Absichten zu unterscheiden. Denn das "Warum" fragt nach Vergangenheit, das "Wozu" nach Zukunft.

Dem Frager eröffnet sich so die Möglichkeit, bewusst zu entscheiden, ob die Motivation auch die eigene sei. Denn wäre dem so, interessierte es Dich selbst, würdest Du selbst suchen und fragen gehen - Informationen und Perspektiven kämen dann von alleine und zwar die, die Du dann auch brauchen und verwenden kannst. Wie im Kleinen, dann so auch im Grossen.

Ich fand die Lektion dieses Videos sehr belebend und nötig. Schön, dass es solche Leute gibt und dass es noch möglich ist, ihre Perspektiven im Internet kennenlernen zu können.

Strafzölle verhindern meinen Tomatengenuss - ist das wirklich sinnvoll?

In einem meiner Lebensmittelläden der Wahl hatte ich vor einigen Monaten unter all den bekannten Tomatensorten eine gefunden, die einfach nur Sardische Tomaten genannt wurde.

Da ich ein Tomatenfreak bin, habe ich jene natürlich mal probiert und fand sie absolut toll ... besser jedenfalls für meinen Geschmack als all die anderen, durchaus vorhandenen Sorten. Cherry-, Rispen-, Ochsentomaten und wie sie alle heissen. Meine bisherige Wahl war jeweils die Kumato-Tomate, da sie je nach Saison durchaus einen süsslichen Touch hatte.

Doch man kann sich ja nicht auf sowas verlassen, die Kumato wurde auch schlechter für meinen Geschmack, also drum damals die Sardischen Tomaten.

Ich war ja mal beim Paradeiser-Kaiser am Neusiedlersee in der Nähe von Wien, dem Guru der Tomatenzüchtung - empfehlenswert, dort zu stoppen, wenn man mal dort ist und eine Hofführung nebst Degustation einiger aus seinen 3000 Sorten zu geniessen.

Also weiss ich, was möglich ist. Seither - und das ist lange her - verschmähe ich Tomaten in den (Gross-)Verteilern, weil sie keinen Goût haben. Da ich die Hoffnung nie aufgebe, probiere ich natürlich jede neu erscheinende Sorte. Gaaaanz selten mit Erfolg.

Aber eben, diese Sardschen Tomaten ... wunderbar. Also kaufen. Zwar sehr teuer, hier immer ca. CHF 14.-/kg aber eben, es mir wert.

Heute also wieder hin, eine Ladung kaufen wollen. Aber Schreck, nichts mehr da. Frage an den Chef, wieso das so sei. Nun, sie würden sie nicht mehr importieren, weil ab jetzt diese Tomaten mit einem Strafimportzoll belegt sei. Ich glaubte, mich verhört zu haben. Ja, das sei so, denn sobald Schweizer Ware da sei, würden andere, importierte Produkte mit Strafzöllen belegt. Wusste ich nicht, hat mich aber wirklich geärgert. Vielleicht weil es mich zum ersten Mal persönlich trifft?

Wie auch immer ... ich hatte mich schon mal über Zölle ausgelassen in meinem Blog, jetzt nervt es mich wieder. Ein konkurrenzloses Produkt wird bestraft zugunsten anderer, zwar heimischer, aber qualitativ nicht gleicher Qualtität. Der Händler hat ja immer noch die andere Ware, die mir nicht passt. Das Sortenangebot ist also nicht grösser geworden, kein Ersatz, sondern in diesem Laden einfach eine äussert köstliche Sorte weniger.

Ich verstehe Regulierungen zum Schutz einheimischer Produktion ja teilweise - vor allem, wenn Importe Preisdump betreiben. Wäre diese Tomatensorte also eine Preiskonkurrenz für einheimische Produkte, könnte ich es eventuell noch akzeptieren. Aber eben, für mich waren die Sardischen Tomaten konkurrenzlos. Und ich war bereit, mich diesen Genuss etwas kosten zu lassen.

Wer mir in der Region Zürichsee eine andere Bezugsquelle nennen könnte ... dem wäre ich sehr dankbar ... :-)

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