Es ist Stille. Peter Schieweck hat gewechselt

Gerade erfuhr ich, dass mein langjähriger Trainer und Freund, der Bewusstseinstrainer, Peter Schieweck gewechselt hat. Wir nennen das so, der Tod ist der Wechsel in eine andere Ebene - eine, die weder dem Ego noch dem Verstand, den Produkten dieser Ebene, zugänglich ist, da sie wohl nicht polar ist. Wie Peter jeweils sagte "Was hier undurchlässig ist, ist auf einer anderen Ebene durchlässig und umgekehrt", "Was hier eine Form hat, ist auf einer anderen Ebene eine blosse Vorstellung - und umgekehrt".

Die Erinnerung des Wesens, an eine durchlässigere Welt, scheint ja in uns allen zu sein: Glaube an Gott, die Liebe, das Vereint-Sein-Wollen mit dem geliebten Partner, wozu nach der Einschätzung vieler auch der physische Sex dienen solle, der Vereinigung, die dennoch auf der körperlichen Ebene nicht erreicht werden kann. Und dennoch probieren es immer viele damit ... ;-)

Wie Peter sagte: "Wie fühlt sich ein Regentropfen, wenn er endlich im Ozean aufgeht?". Wir wollen alle irgendwie dorthin, werden auch alle dort enden, wo dieses scheinbare Getrennt-Sein sich für unseren Verstand aufheben solle. Es ist nur der, der das nicht verstehen kann, darauf deutet ja so schön im Deutschen die Vorsilbe "ver" - dass das Verb danach irgendwie nicht klappt.

Selbst die von mir heiss geliebte SciFi-Serie Deep Space 9 nahm sich dieses Themas einmal an: Als der in der Welt der Menschen einzigartige Formwandler Odo, der sich darob immer sehr einsam fühlte und sich bärbeissig und mürrisch gab, sich einmal nach langer Suche auf der Heimatwelt seiner Spezies in die formlose grosse Vereinigung auflösen durfte - sein innigster Wunsch - die Heimkehr. Er tat es, und formte sich doch wieder, um in der Menschenwelt weiterzumachen. Diesmal aber mit der Erfahrung der Vereinigung, die ihn heiter und gelassen die getrennte Form leben liess.

Genau dasselbe. Der Tropfen strebt zum Ozean ... löst sich auf, und kann doch wieder Tropfen werden, wenn ihn die Sonne anhebt und als Regen wieder fallen lässt. Er kann auch Ozean bleiben ...

Viele Bilder und Filme, alle zur Darstellung eines total immateriellen Wunsches: Nicht mehr allein zu sein.

Peter lehrte mich, einen wissenschaftsorientierten, starken Verstandesmenschen, die Limiten des Verstandes anzuerkennen, das Dahinter kennenzulernen und zu erfahren. Erwischt hat es mich auch gerade weil seine Sache ein rationaler, begreifbarer Weg sein solle - kein "glaub gefälligst, statt wisse." stattdessen "erkenne und verstehe den Mechanismus, finde und probiere eine neue Strategie aus und entscheide danach, wie es künftig ablaufen soll".

Ich war und bin immer noch IT, wo man alles probieren kann. Reingeschoben als Jugendlicher, fasziniert ob der immateriellen Freiheit des Programmierens. In diesem Raum konnte sich mein Verstand austoben, brauchte dann die materielle Komponente des Computers, um Teile der Ideen in dieser Ebene umzusetzen. So passte das perfekt - spirituelle Information, als Erweiterungen von "Wissen" über Baryonen, Quarks, Elektronegativität, Lichtjahren, Black Holes, Supernovae, Galaxienhaufen, Paralleluniversen und Konsorten.

Im Verlaufe des gemeinsamen Gleiten als Tropfen bis zum Ozean, durfte ich seit 1992 zuerst in der "Ausbildung" mit Übungen wie den Tabus, dem gefürchteten Kneten, den Unvollendeten Handlungszyklen und langwierigen Kristallelaufen und später in den viel heiteren "Ferien vom Ich" erfahren, wie verstrickt die allermeisten Egos mit der Illusion dieser Ebene sind. Wie sehr wir uns Gedanken (wirklich eigene, oder übernommene?) machen über dies und jenes, wie sehr wir festhalten wollen, wie sehr wir meinen, im Recht zu sein, wie sehr wir den eigenen Willen durchsetzen wollen, wie sehr wir uns mit Gleichgesinnten verbinden, um das Andere, Fremde zu bekämpfen, dass es nur eine für alle geltende Wahrheit gäbe, die natürlich gerade ich mit dem Löffel gefressen habe. Wie wenn Wasser sich von Wasser unterschiede ...

Etwas vom Bemerkenswertesten, was wohl jeder Teilnehmer seiner Seminare erlebte: Das bewusste Erkennen des eigenen Leitmotivs. Ein kurzer Programmsatz nur. Aber wow, welch ungeheure Energie, welch diktatorische Macht, welch Verkleidungskünstler, welch hinterlistiges Biest. Meint man es überwunden zu haben, erscheint es in anderer Situation fast ganz sicher wieder - "kuckuck, da bin ich wieder und hab dich immer noch im Griff, hehe". Und wie wir uns alle sträubten, sein Wirken überall, aber wirklich überall im eigenen Leben zu erkennen ... meist wohl als Verhinderer — und wie wir es dank Peters Techniken doch alle schafften, dem Leitmotiv seinen unerschöpflichen Energiezufluss doch noch abzugraben.

Spannend zu beobachten für mich, wie sich das Leitmotiv auch auf die Bekanntenliste auswirkte: Schon bevor ich mein Leitmotiv kannte, lernte ich dort an den Seminaren ja auch Leute kennen. Einige wurden gute Freunde, wir waren also charakterlich ähnlich, verstanden uns gut, ich fühlte mich in ihrer Umgebung akzeptiert, teilweise sogar wohl. Dann erfuhren wir unsere Leitmotive und die waren - oh wunder - oft recht ähnlich in ihrer Bedeutung.

Wie der ehemalige Seminar-Partner von Peter, Horst Vogel, mal süffisant bemerkte "Wie glaubt ihr, finden Menschen als Partner zusammen? Weil sie sich lieben? Vielleicht, aber ganz sicher, weil die Programme zueinander passen". Tja. Demgemäss sind wir (meistens) nicht viel mehr als Bioroboter, gesteuert von Algorithmen aus der Matrix ... jener Film war ja schon ein Griff hinter die Kulissen dieses Welttheaters ... damals lächelte man dann ... um zu entdecken, dass es genau so ist. Tja, und das Ego, das Ich, etwas Icing on the cake.

Was mit dem Erkennen der vielen anderen Programmen und Entscheidungsketten immer klarer und klarer wurde - wer natürlich diese Dinge kennt, spielt damit und manipuliert uns Bioroboter fast nach Belieben. Und das Ego merkt davon selten was. Deshalb schreibe ich oft am Schluss meiner Blogartikel die Erinnerung ans Ego: "Cui bono?" - "wem nützt es", oder "Think globally, act locally" - "denke global, agiere angepasst im direkten Umfeld", damit das Ich immer daran erinnert wird, dass das Schiff, dessen Kapitän es meint zu sein, halt doch von den Programmen des Autopiloten gelenkt wird.

Und wenn das Ich denn wirklich sich aus dem einlullend bequemen Kapitänssitz aufraft und seines Amtes walten will, soll es sich am besten mal um die Programme kümmern, alte rausschmeissen, oder wenigstens langsam anpassen, oder die Trigger der Programmaufrufe finden und auf geeignetere Routinen zu lenken. So ein Supertanker ist ja eh schon eine träge Masse, da kann man nicht einfach mal alles ändern. Zuviel würde das Schiff ja eh nur unsicher machen, schliesslich macht der Autopilot seinen Job ja meistens gut. Aber stimmt sein Kompass noch?

Ich merke all das nicht zuletzt jetzt wieder: Es fühlt sich an wie vor 8 Jahren mit dem Wechsel meiner Mutter. Das Ego weint, es ist traurig. Das Wesen ist sich dessen gewiss, dass es ja natürlich ist. Die physische Erscheinung verschwindet aus dieser Ebene, der erkennbare, einzelne Tropfen hat sich aufgelöst im Ozean. Die noch Einzeltropfen erkennen den Verschwundenen nicht mehr, obwohl sie selbst dasselbe sind wie der Vermisste.

Für mein Ego, das auch ein Produkt dieser Ebene ist, fühlt es sich allein gelassen, verlassen an. Wie bei meiner Mutter kann ich mich in das Ego versenken und dann kommt das Heulen. "Nun bin ich alleine". Der Verstand hilft ein wenig in meinem Fall, da meine Mutter immer kränklich, später sehr krank war. Da konnte sogar der Verstand sagen, dass es wohl gnädiger sei, wenn sie gehen könnte. Ich weiss von meiner Cousine, dass sie ihre sehr tatkräftige Mutter sehr vermisse ...

Peter, der als Exbanker der Deutschen Bank ebenfalls von seinem Vorgänger unterwiesen wurde über die Vorgänge im Bewusstsein, hat massgeblich dazu beigetragen, dass ich den Wechsel meiner Mutter in Ruhe und Gelassenheit durchleben konnte.

Vor Jahren am Abschluss eines Seminars sagte er zu uns "Wenn es mir gelang, etwas Ruhe in das ständige innere Geschrei zu bringen, dann ist es gelungen". Obwohl diese Information eigentlich der Hauptzweck der ganzen Ausbildung war, wurde mir erst bei diesem Satz wirklich bewusst, was das Training in meinem System bewirkte: Es wurde ruhiger, gelassener, stiller. Denken ist zuweil nun ein Müssen, keine Automatik mehr. Eben, das Geschrei ist weg.

Natürlich, in meiner IT-Arbeit denke ich viel, doch dazu ist der Verstand ja auch da, er ist ein Werkzeug aus dieser Ebene für diese Ebene, das man einsetzen kann. Wenn es Sinn macht. Doch das Werkzeug darf uns nicht übernehmen. Früher übernahm mich mein Verstand. Heute liegt er friedlich wie mein Hund zu meinen Füssen und wartet, bis er gerufen wird. Vielleicht hat diese Erkenntnis Stephen Hawking, Elon Musk und andere erreicht, wenn sie neuerdings vor der KI (Künstlichen Intelligenz) warnen ...

Der Verstand weiss nicht, was kommt. Er hat als Berechnungsgrundlage nur die Vergangenheit. Daher kann man ja auch so trefflich diskutieren und streiten. Weil jeder Tropfen einen eigenen Verstand beschäftigt, der aus der scheinbaren einzigartigen Geschichte heraus argumentiert. Und wenn er einen eben übernommen hat, sich auch durchsetzen will, sogar so, dass er andere Tropfen vernichten will. Wie wenn Wasser Wasser vernichten könnte ...

Ich als Tropfen mischte mich daher 1991 mit einem anderen Tropfen, die schon was beim Tropfen Peter gelernt hatte, und wir trennten uns dann wohl wegen einer winzigen Unebenheit und kullerten wieder getrennt weiter, ich im Rinnsal des Tropfens Peter. Unsere Wässer schieden sich nicht mehr ... auch wenn uns jeweils bald 900km in dieser Ebene trennten. Jährlich berührten sich unsere Tropfen wieder, die "Haut" des Tropfens wurde jeweils durchlässig und so spürten wir ansatzweise zuerst nur Sekunden, später viele Minuten lang, wie es sich wohl anfühlt, wenn der Tropfen sich im Ozean aufgelöst hat.

Viele von uns, die wir von ihm lernten, geben das Gelernte und Erfahrene in mannigfaltiger Art weiter. Ich ja auch. Und jeden freut es, wenn die Oberflächenspannung eines anderen daherkullernden Tropfens kurzzeitig zusammenfällt, damit sich Wasser mischt - auf dem Weg zum Ozean. So dass andere erkennen, was hinter all dem Gedöns und Geschrei der Emotionalität ist.

Peter war ein zielstrebiger Tropfen. Es erfüllt mich mit tiefster Dankbarkeit, dass mein Tropfen sich in diesem Leben seinem Kielwasser anschloss und so lernte, wie und wo es zum Ozean geht. Der Ozean, der eigentlich überall ist - wenn ich meine Oberflächenspannung durchlässig werden lasse. Dies zu erkennen und zu erfahren, trotz Verstand und Form, ist etwas, das wir offenbar alle können. Was wiederum beweist, dass es zu anderen Ebenen keine wirklich undurchdringlichen Barrieren gibt. Sonst könnten wir uns ja nicht nach Vereinigung etc. sehnen. Es muss uns halt einfach ab und an einer begegnen, der uns nass macht.

So, es kommt mir nichts mehr in den Sinn. Das Ego weint und trauert wohl noch etwas. Drum dieser Artikel. Das Wesen, der Ozean, war und ist gewiss, dass es so natürlich ist. Aus ihm kam der Tropfen, fiel auf den Boden, folgte der Schwerkraft und beendete seinen "Egotrip" ... löste sich auf und fühlt sich - das sagt mein Ego nun - hoffentlich zuhause und in harmonischer Heiterkeit.

Ich danke dir Peter für all das, was ich bei dir (wieder) lernen durfte. "Es ist Eins, mit es ist Stille, mit es ist Grenzenlos"

Katastrophe: Skype für iPhone

Ich habe ja ein einziges Apple Gerät, das iPhone. Das drum, weil ich einen No-Brainer haben will als reines Kommunikationsgerät. Dazu gehörte in der App-Ausstattung seit langem das sehr nützliche Skype.

Aber was die sich mit dem letzten Update geleistet haben, ist unter jeder Sau. Ich hatte bis anhin noch nie eine App bewertet, aber nun tat ich es. Neben vielen anderen. Skype hat derzeit von Rating von einem einzigen Stern für die letzte Version. Und das auch nur, weil man nicht Null oder negative Sterne geben kann.

Gute Features von Skype wurden verhunzt, einige wichtige Dinge sind schlichtweg nicht mehr da. Und dafür Social App like Dinge wie ungefragt Kontakte synchronisieren wollen, was Skype afaik noch nie machte. Dann diese "neuen bunten Layouts" ... totale platzverschwendende Katatrophe. Ich gehe gar nicht ein auf all die anderen Verhunzungen. Skype hat in einem UPDATE sämtliche Professionalität und Benutzbarkeit verloren. Wäre es nicht kostenlos, hätte ich also bezahlen müssen, würde ich Skype verklagen. Denstalliert habe ich es jedenfalls. Es ist für mich schlichtweg unbrauchbar geworden.

Es ist mir unerklärlich, wie eine Firma, Microsoft oder eine Tochterfirma ist es derzeit meines Wissen, so einen absoluten Schrott rauslassen kann.

Ich habe alle meine Skype-Partner gewarnt, Skype zu aktualisieren auf dem iPhone. Aber nach einer gewissen Zeit kann man sich ja scheinbar nicht dagegen sträuben. Und alle Gewarnten rapportierten mir danach von "Scheissdreck" bis "total trash" allerlei.

So bleibt der Wunsch von mir und vielen anderen Bewertern: Bringt subito das alte Skype zurück.

Ohne weitere Worte ob der Dummheit der Skype-Produktdesigner ...

Robots in Datingseiten - wie erkennen? Oft ist es einfach

So, letztens kam ich über so einen URL-Verkürzer auf die Datingseite mein45plusflirt.com. Diese gemäss Impressum aus Holland betriebene Website soll dem Publikum über 45 also schnelle und einfache Erwachsenenspiele vermitteln, also das unkomplizierte Erotiktreffen.

Da ich schon mal da war und ich diese Plattformen ja kenne und zum Altersbereich passe, dachte ich, ich schau mal rein, um zu sehen, was mir denn eine holländische Website in Zürich und Umgebung so vorschlagen würde. Denn klar war nur, dass jede Meldung an einen Teilnehmer um die CHF 2.50 kostet, also recht teuer ist. Wer grad ein Abo bucht, den kommt's günstiger.

Da konnte ich dann also loslegen, ein Profil erzeugen, das natürlich vor der Freigabe von irgendwas kontrolliert wird. Neben festgelegten Filterkriterien konnte ich einen freien Text hinzufügen. Das tat ich, annehmend, dass natürlich jegliche Nummern und Web- und Email-Adressen nicht durch kämen. Und so war es ja auch. Der Text wurde einfach nicht freigeschaltet. Erwartungsgemäss. So probierte ich einige Dinge, um den Kontroller herauszufordern.

Interessanterweise liess der dann einen Satz stehen, in dem ich um einen Vorschlag zum "Realitäts- und Anti-Bot Check" bat bei denjenigen, die mich anschreiben würden. Da die mir antwortende Person ja auch bezahlt haben musste, könnte sie dann auf meinen Profiltext eingehen und etwas offerieren, wie beispielsweise den anonymen Ad-Hoc-Chat stin.to oder irgendwas anderes. WENN sie an einem Kontakt interessiert wäre ...

Die Website listete mir also schon sofort ein Dutzend williger Frauen auf, die auf mein Profil passen würden. Alle mit Foto. Alle so ab 35 - 55, aber mit Fotos in Top-Qualität, selten je eines, wo man die eher mediocre Qualität einer Handyknipse oder so erkennen konnte. Dennoch alle Ausschnitte so gewählt, dass man zwar die Person schon sah, dass aber die Google-Bildersuche nichts fand. Theoretisch also mögliche, authentische Fotos. Wenn auch meistens zu jung vom Bild her und auch sonst nicht mit altersgemässen Effekten belastet. Oder dann halt alle gut geschminkt.

Wie auch immer, es hatte also welche, die mir gefielen. Und eine einzige Meldung war ja schon mal kostenlos. Wobei als Meldung jede beliebige, auch vorgefertigte Benachrichtigung galt. So konnte man einen Kuss zuwerfen, der wirklich nur eine Notification ist. Auch für die waren schon die CHF 2 fällig.

Ich hatte also mein Profil gemacht, andere angeschaut und ein paar Favoriten gefunden und verliess das Portal, ohne jemanden anzuschreiben. Am nächsten Tag hatte ich von fast allen meiner Matches eine Benachrichtigung in der Inbox. Entweder eben diese Notifications oder sogar einen scheinbar selbst formulierten Text.

Darunter auch ein Text von meiner Favoritin. Da ich ja noch diese einzige kostenlose Meldung hatte, sandte ich der einen Text, indem ich meine Email und andere mögliche Angaben für einen immer noch beidseitig anonymen Erstkontakt durchgab. Ich schrieb auch, wieso ich das so will ... von wegen Erfahrungen mit Datingsites etc. etc.

Die Antwort darauf kam am nächsten Tag. Kein Minitext, es wird wohl schon ein Mensch gewesen sein, der die Antwort schrieb. Sie war so formuliert, dass klar wurde, meine Meldung wurde verstanden. Der Autor tat mein Ansinnen aber ab, mit "ich weiss auch nicht, ob das alles hier echt ist, aber ich nehme keine Deiner Kontaktaufbau-Möglichkeiten an". Und dann aber doch noch eine Anreizfrage an mich. Häja, schliesslich sollte ich ja Geld generieren für die Website. Meine Favoritin wurde also von der Liste derselbigen gestrichen.

Nun waren auf der aber weitere mir passende Fotos hinzugekommen, jeden Tag präsentierte die Website 2-4 neue mögliche Matches. Und die meldeten sich auch - entweder mit den vorgefertigten Notifications oder auch mit Texten, die meist Allgemeinplätze waren, aber niemals auch nur annähernd auf meinen Profiltext, geschweige denn meinen Wunsch auf Realitätscheck eingingen. Wow, so viele wollten mich. Logisch, die Website hat sie doch auf mich gematcht. Da sollte ich ja wohl freudig in die Tasten hacken und Geld loswerden. Denkste ...

Es fand sich dann eine weitere Favoritin, die eben "zu toll um wahr zu sein" war, der ich dennoch eine Meldung zukommen lassen wollte. Da rang ich mich durch, die CHF 2.50 über ein Telefonbilling zu bezahlen. Denn klar, wenn etwas echt ist, ist es auch wert, bezahlt zu werden. Und ich hätte diese Person auf dem Foto wirklich sehr gerne zumindest mal kennengelernt.

Nach der Bezahlung ging also diese Meldung mit ähnlichem Inhalt wie die erste raus. Postwendend ebenfalls eine Antwort mit ähnlichem, auf die Meldung eingehendem Text, aber natürlich ohne Annahme einer der offerierten Kontaktmöglichkeiten. So formuliert, dass eine Antwort provoziert werden soll.

So, etwas länglich erzählt, weil ich das Verhalten der Website schon über längere Zeit beobachtet hatte, bevor ich mein Profil wieder löschte und diesen Blog schreibe. Und da ich ja solche Setups kenne, wollte ich mir ziemlich sicher sein, dass es sich hier um eine reine Abzockersite handeln könnte.

Daher meine Liste von möglichen Erkennungsmerkmalen:

0. Man ist Mann. Schon mal grundsätzlich gute Voraussetzung, dass man nur abgezockt wird.

1. Website erzeugt viele Matches, Treffer

2. Diese Matches kontaktieren einen daraufhin auch fast alle und regen Instinkte an (siehe 0.)

3. Selbst die scheinbar auf mich gemünzten Meldungen gehen nicht auf mein Profil oder den Freitext ein

4. Die Texte stellen Fragen oder wollen einen anderweitig in einen Ping-Pong-Dialog verwickeln und verweigern jeden Echtheitstest.

5. Jede Kontaktmeldung kostet, oft schon unbeeinflussbare Interessensbekundungen.

6. Selbst wenn man konkrete Informationen übermitteln kann, wird darauf nicht eingegangen, oder nur so oberflächlich, dass man meinen könnte, es sei so gewesen.

7. Der eigenen Fantasie, Gier, Geifer widerstehen. Diese Emotion ist der Motor für solche Websites.

Zum Fotomaterial, das ja wegen 0. und 7. präsentiert werden muss, gilt folgendes anzumerken:

1. Fotoqualität: Hier gilt es aufs Handwerkliche zu schauen. Sehen Schnappschüsse wirklich so aus? Ist da nicht professionelles Licht-Equipment erkennbar?

2. Fotosuche: Man soll doch mal diese Fotos über die Google-Bildersuche finden lassen. Ein Treffer bei der Bildersuche beweist natürlich nicht grad den Fake-Status, aber je nach Konnotation ist es dann klar.

3. Objektqualität: Hat die Person die bekannten, realen Alterseffekte? Ist die Haut zu rein, zu straff um zum Alter zu passen? Ist sie geschminkt? Sind grössere Hautpartien zu uniform, um wahr zu sein? Ein Blick auf eigene Hautpassagen sollte zeigen, was zu beachten ist.

4. Passgenauigkeit: Passt das Foto zur Beschreibung, die diese Person über sich selbst abgegeben habe.

Gerade Punkt 4 ist etwas, was ganz andere Wahrnehmungsfähigkeiten als die visuelle in uns triggert. Daher kann man diesem Bauchgefühl schon sehr gut trauen.

Ich hatte also aufgrund meines Katalogs schon fast die Sicherheit, dass es hier um eine reine Abzockersite geht. Nach einigen Tagen und vielen neuen Matches fand die Googlesuche dann einen Verräter. Da war ein Foto drin, das Dutzende Treffer ergab, wo jeweils überhaupt mal Namen und bei jedem Foto erst noch verschiedene Namen ergaben, bei Twitter, Flickr, Snapchat, in englischem Text, auf amerikanische Themen bezogen ...

Nun ist es ja so, dass jede Website sich vermarkten muss. Das ist ok, aber bei Datingseiten ist halt das Problem, dass die Vermarktung eigentlich nur über das Interesse des Suchenden läuft. Die Website selbst kann da nicht punkten, deshalb greifen einige halt zu Beschiss, denn nur Köder locken die Suchenden. Das ist so gewesen bei Tinder, Lavoo, Adultfinder ... aber auch bei den "Seriösen" wie Parship, Elitepartner ... bei den Seriösen kann man vom reinen billigen Fotomaterial auch auf eine physische Person upgraden, die dann halt nach einem echten Kontakt sagt, dass es leider nicht passe. Zweck erfüllt, der Suchende hatte einen Treffer und einen Kontakt gehabt - er muss nur aufpassen, ob er dadurch implizit die Glaubwürdigkeit der Website auf 100% setzt, was natürlich eben nicht zwingend logisch ist.

So bleibt also das Kennenlernen über Websites immer ein Risiko auf Zeitverschwendung, Geldverlust, Energieverschwendung in Luftschlösser, Träumereien, Unwahrscheinlichkeiten.

Und dennoch: Wenn ich so eine Website nutze - und ich bin echt - dann tut das ja vielleicht auch eine andere, reale Person. Die Chance besteht also. Man(n) muss nur einfach etwas realistisch oder mit Lebenserfahrung an die Sache rangehen.

Meiner Erfahrung entsprechend sind diese sehr klar themenbezogenen Websites zu stark verseucht mit Fakes, wohingegen eine normale Chat-Website die besseren Chancen bietet. Denn hier gibt es oft auch Chaträume für Erwachsenenspiele ... aber eben auch anderes. Und man sollte so einen potentiellen Sexpartner definitiv auf Alltagsthemen abklopfen. Denn Sex ist zwar schön, aber von den 16 Tageswachstunden macht das wohl keiner immer so lange und tagein. tagaus. Und daher gibt es Themen, mit denen man die Echtheit eines Menschen schon finden kann, wenn man(n) denn will.

So war es spassig, vor allem mich und meine Triebe oder andere Emotionen wieder mal gut zu beobachten ...

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Nachtrag: Hier ist eine Liste von Portalen, die (auch) Fake-Profile einsetzen:

https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/digitale-welt/onlinedating-auf-diesen-portalen-flirten-fakeprofile-21848

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