Willkommen zur Überraschungsshow 2012

20 Arbeitsstunden würden wirtschaftlich reichen, um z.b die Schweiz am Laufen zu halten. Das sind also grad mal 2.5 Tage Tagesarbeit. Dies wäre möglich, wenn ... ja, wenn wir gelernt hätten, mit der Zeit, die uns nun oder dann zur Verfügung steht, umzugehen. Wir haben heute eine Zeit, wo wir nur noch 8% des Lohns für Nahrungsmittel ausgeben. Der Rest ist also bereits Freizeitgestaltung. Und was machen wir daraus? Wenn das Geld reicht, reisen, Ferien. Qualitativ hochwertig? Klar, was soll das bedeuten und wer soll das wie einordnen?

Wir wissen jedoch, dass die Job-Anzahl nicht steigen wird in den industrialisierten Ländern. Und doch werden immer mehr Leute in diesen Ländern da sein, die um diese Jobs buhlen müssen. Was ist mit denen, die keinen Job finden? Sind die dann automatisch die Verlierer, die Ächtbaren, die, auf die man nidersehen darf?

„Wer will findet schon einen Job" ... dieser Spruch der Altvorderen stimmt natürlich nicht. „Wer will, findet seine Beschäftigung, einen Sinn" ... auch wenn damit noch kein Geld verdient ist. Doch wer seinen Sinn im Alltag hat, der weiss, wie wichtig das ist und wie glücklich das macht.

Im Jahr 2012 könnte eventuell dies eine der grösseren Umstellungen werden: Die Umstrukturierung der Arbeit – Job- und Time-Sharing, weg von der Wertigkeit, dass „viel Arbeit, viel Anerkennung" bedeutet. Eigentlich ja ein Muss, denn wie gesagt: Zugewanderte und Eigengewächs müssen ja ihre Lebenszeit sinnvoll füllen können. Es könnte eine Aufgabe sein, in diesem Jahr dies in publikumswirksameren Umfeldern anzustossen.

Ein Manager, der 60 Std. arbeitet, ist nicht besser als ein Teilzeitler in seinem Betrieb. Chramper zeigen zwar, dass sie sich einsetzen, doch darf man ja auch mal die Motivation dafür hitnerfragen und analysieren: Denn wie eingangs erwähnt: Wir haben immer mehr Zeit, die nicht mehr zur Ernährung des Körpers und der Sicherung dessen grundlegender Bedürfnisse benötigt wird. Ist da ein Workaholic nicht einfach ein ganz normaler Süchtiger, der ohne von der Sucht getrieben zu sein, in seine höchstpersönliche Sinnkrise stürzte?

Und was wäre, wenn sich jeder/jede mal (wieder) überlegte, womit er/sie wirklich die Lebenszeit verbringen möchte? Ich persönlich wüsste, was ich gern täte, wenn ich nicht fürs minimale Geld sorgen müsste, das noch derzeit Haus und Hunger befriedigen muss. Da ich immer noch dem Diktat der Geldbeschhaffung unterliege, kann ich mich nicht verwirklichen, sondern muss Kompromisse eingehen. Nicht, dass diese per se schlecht wären, doch die Wirtschaft drängt alle in eine bestimmte Richtung. Und die, die das nicht wollen, sind die Abtrünnigen, die Nicht-Integrierten, die Abweichler – im besten Fall dann noch Lebenskünstler genannt. Wenn ich mir den Fall des alten Grundstückbesitzers vorstelle, der auf eigenem Grund in einem Rebberg eine Hütte aufstellte, in der er völlig zufrieden lebte, den man aber ins Unglüc stürzte, weil „von Gesetzes wegen hier nicht gebaut werden darf" ... wie wenn es ein 3-stöckiges Mehrfamilienhaus gewesen wäre – nein, es war nur eine Hütte mit Wellblechdach. Ein menschlich gebliebener „Mensch" würde doch niemanden bewusst ins Unglück drängen wollen. Doch wir tun das andauernd. Und werden gedrängt. Es wird wohl jeder Beispiele in seinem Leben dazu finden.

2012 läuft ja schon lange. Es putzt ja seit geraumer Zeit immer mehr alte Systeme weg vom Fenster. Was kommt als Neues? Wer kann das beeinflussen? Wir können das. Doch bevor man sich an Altem - dem eigenem Alten - ängstlich festhalten will, lohnt es sich doch mal, „neue" Ideen zu betrachten, solche, die von Aussen kommen, wie auch solche, die aus dem eigenen Innern kommen.

Vielleicht hat dann das Bedingungslose Erwerbseinkommen endlich eine Chance, oder das Burnout kann vermieden werden, indem man sich aus dem geistigen Korsett befreit, das vom bisherigen System uns seit Kindesbeinen an eingebleut wird. 2012 könnte vielleicht genau das sein, kein Ende der physischen Welt, sondern das Ende eines geistigen Systems.

Wir werden es erleben. Viel Spass dabei.

2 Mrd. Beschiss eines einzelnen UBS-Bankers

Da klingt doch der Satz "... wir müssen Boni zahlen, um die Besten ihres Fachs bei uns halten zu können ..." wie Normalbüezer-verarschender Hohn in den Ohren der Normalen Arbeiter ...

Nun, es gibt im Universum keine Medaille mit nur einer Seite. Die UBS muss nun einfahren, was sie gesät hat – sicherlich nicht nur sie, aber sie als selbsternannte Galionsfigur des Investmentbankings trifft es wohl am stärksten, weil es den mühsam wieder halbwegs aufgebauten Ruf schrottet.

Im deutschen RTL TV gibt es die Doku-Soap "Undercover-Boss", wo Chefs oder andere Top-Kader-Leute sich verkleidet als Job-Sucher in ihren eigenen Unternehmen bewerben – ganz unten an der Basis. Da lernen sie, dass selbst ihr grosses, möglicherweise sehr bekanntes Unternehmen wie BurgerKing nur, und nur deshalb gut läuft, weil an der Basis die einfachen Leute ihre Arbeit solide und aufopfernd machen, mehr oder weniger bequem eingezwängt in Rahmenbedingungen, die von Chefs weitab der Basisrealität aus finanztaktischen Gründen vorgelegt wurden. Wenn die Chefs dann nach der Woche der Inkognitoarbeit ihre Erkenntnisse ihrem Kader bekanntgeben, ist ein Punkt immer dabei: Die Erfahrung, dass es Mitarbeiter gibt, die sich wirklich mit ganzem Herzen für ein Unternehmen einsetzen, die Loyalität zeigen, die sich auch widrigen Arbeitsbedingungen stellen. So merken die Chefs dann jeweils, was oder wer ihr wahres Kapital ist.

Es gibt ja bereits Studien, die sehr klar die Beziehung zwischen Loyalität und Firmenstrukturen aufzeigen. Natürliche Patrons wussten das immer schon, herangezüchtete Intelligenzbolzen aus den Kaderschmieden wohl nicht. In der Natur gibt es meines Wissens keine erfolgreichen Patchwork-Organismen, erfolgreiche Systeme haben typischerweise Millionen von Jahren von Entwicklung hinter sich. Diese Optimierungen über die Zeit sorgten für Beständigkeit.

In der Arbeitswelt scheint mir vielerorts genau dieses Wissen abhanden gekommen zu sein. Nicht an der Basis der Pyramide, denn da gibt es ja meistens viele gleich eingestufte Arbeiter, die zusammen einen ähnlichen Job erledigen. Gegen die Spitze derselben jedoch gibt es immer weniger Austauschmöglichkeiten auf gleicher Stufe. Ganz an der Spitze ist es dann wohl einsam.

Aus dieser Sicht fand ich den eingangs zitierten Satz immer schon extrem arrogant. Und Löhne der Vasellas, Dougans, Grübels etc. betonierten diese Arroganz der Spitze gegenüber der Basis.

Und nun schafft es einer der Überbezahlten doch tatsächlich zu beweisen, dass er sein Geld wohl nicht wert war – oder höchstens für die Konkurrenz. Vielleicht rückt das ja die Optik der Chefs in jenen Irreal-Jobregionen etwas zurecht. So, wie die 19-Jährige, die am Drive-In Schalter von BurgerKing dem verkleideten Chef vorleben konnte, wie ungeschickt das Bestellsystem funktioniert – mit dem sie innert knapp 3 Minuten eine Autobestellung abhandeln muss. Dank ihr läuft der Laden, weniger dank ihm. Demut ist daher das, was die Chefs in der Doku-Soap lernen.

1 Milliarde Vögel sterben pro Jahr ... wegen Licht

Ich war ja schon immer gegen Beleuchtung in der Nacht, oder wenigstens gegen absolut unnötige und viel zu helle und andauernde. Die im Titel erwähnte Zahl ist eine Schätzung aus Nordamerika, die nur diejenigen Vögel einschliesst, die pro Jahr an beleuchteten Hochhäusern sterben.

In Amerika sind sie sich auch aufgrund einer hier nicht heimischen Tierart dessen viel mehr bewusst: Der Schildkröte. Wenn die Meerestiere schlüpfen, orientieren sich die Jungtiere am Licht. Dort wo es heller ist, dort wollen sie hin. Heutzutage statt den Strand zu finden, oft auf den Parkplatz einer Tankstelle oder eines Supermarkts. Wo sie spätestens am nächsten Tag von der Sonne ausgetrocknet werden, sollten sie die Autos etc. überlebt haben. In den betroffenen Regionen ist daher das Bewusstsein schon mehr vorhanden, aber auch nur, weil es dort eine starke Schildkröten-Schutzlobby gibt.

Eine andere interessante Zahl: Die Anzahl der Nachtfalter, die noch vor 30 Jahren während einer Nacht um eine Aussenlampe schwirrten, hat sich von 50'000 auf 50 reduziert. Das ist sogar mir aufgefallen innert meiner bisherigen Lebenszeit, dass heute eigentlich verblüffend wenig "Störefriede" um eine Lampe oder die Scheinwerfer eines stehenden Autos in der Nacht rumsurren, weniger jedenfalls als ich mich noch in meiner Jugend in der Pfadi erinnerte. Oder wieviele Glühwürmchen habt Ihr noch bewusst wann und wo gesehen?

Als Konsequenz: Wenn die Insektenvielfalt aufgrund massenhafter Lichtausrottung weniger werden, trifft das am Schluss nicht nur die direkten Nachfolger in der Nahrungskette, sondern auch die Menschen, denn Dreiviertel alle Pflanzen brauchen die Insekten zur Fortpflanzung. Gehen die Insekten zugrunde, gehen wir zugrunde.

Wer denkt bei Licht schon an Umweltveschmutzung, ist doch "nur" Licht. Tja, aber es ist ein irreführendes Licht. Alle Organismen auf der Erde sind seit Äonen auf den Tag-/Nachtrhythmus geeicht. Der Mensch natürlich auch. Sein Taktgeber kann nicht getäuscht werden, man kann ihn ignorieren, doch: Offenbar seien die Exxon Valdez und Tschernobyl Katastrophen um ca. 5 Uhr morgens passiert, da, wo eben der Taktgeber die minimalste Leistungsfähigkeit vorgibt.

Es gibt bekanntlich einige moderne Zivilisationskrankheiten, die nicht wirklich erklärbar sind. Die Lichtforscher meinen, dass langandauerndes Verstossen gegen den Taktgeber auch karzinogen wirken kann. Auch andere Leiden der modernen Arbeitswelt könnten darauf zurückzuführen sein. Dass Licht schon sehr wirksam ist, wissen all diejenigen, die gegen Winterdepressionen sich vor eine Tageslichtlampe setzen sollen.

Ich liebe es persönlich, in der dunklen Nacht in der Höhe zu sein und dort in den Nachthimmel hinaufzuschauen. Allerdings: Man muss in der Schweiz ja auch schon in die Höhe gehen und dann erst noch den Schatten von Bergketten ausnutzen, um überhaupt noch halbwegs lichtunverschmutzten Himmel zu sehen. Aufgefallen ist mir das, als ich vor vielen JAhren in dünn besiedelten Regionen von Österreich des Nachts unterwegs war. Es war mir sofort aufgefallen, dass dort die Himmel noch dunkel waren. Nach Rückkehr in die Schweiz vermisste ich regelmässig die dunkle Ruhe der Nacht.

Wer schon mal etwas aus der Distanz in der Nacht in Richtung einer Stadt gesehen hat, bemerkte sicherlich, dass eine Art erleuchtete Dunstglocke über ihr schwebt. Eine Lichtfalle für nachtaktive Tiere. Und auch eine Belastung für den Menschen.

Wenn schon Beleuchtung, dann nicht die hellste, nicht die stärkste und nicht die andauernd leuchtende. Und vor allem, kein Licht in den Himmel strahlen, sondern von oben nach unten, so einschränkend beleuchtend wie möglich. Und auch keine, die Prestige-Objekte beleuchten - typischerweise Hausfassaden, Denkmäler, Firmensitze ... die ebenfalls typisch von unten nach oben beleuchtet werden.

Es gibt ja irgendwo im Norden Europas schon eine Stadt, in der die Strassenlampen in der Nacht nicht oder nur zu einem schwachen Teil leuchten. Erst wenn die eingebauten Bewegungssensoren einen PAssanten wahrnehmen, stellen sie kurzfristig auf volle Beleuchtung um. So kann einem Spätheimkehrer der vermeintliche Schutz von hellem Licht gewährt werden. Vermeintlich deshalb, weil einer, der ausserhalb des Lichtkegels ihn beobachtet, ihn sehr gut sehen kann, der Lichtgänger den heimlichen Begleiter jedoch nicht. Im Gegenteil, da seine Augen auf hell eingestellt sind, sind Überraschungsangriffe aus dem Dunkel sogar erst recht möglich.

Die Lichtverschmutzung bedarf noch der Sensibilisierung in der Breite der Öffentlichkeit, denn wer kommt so prima vista auf die Idee, dass zuviel Licht schädlich sein kann. Zumindest in einer unnatürlichen Art auftretendes Licht. Dies sollte man bedenken, wenn man - LEDs sei dank - nun viel billiger viel mehr Lichtgeneratoren kaufen kann als mit den geächteten Leuchtheizkörpern.

Mehr zu diesem Thema unter www.darksky.ch.

Es hängt halt alles zusammen. Sogar beim "ungefährlichen" Licht.

Drum wieder mal: Think globally, act locally.

So dürfen längere Ladenöffnungszeiten nicht ausgetragen werden

Jetzt um 19h40 war ich noch etwas einkaufen in unserem kleinen, lokalen COOP. Was daran sollte mich zu einem Blog-Eintrag veranlassen? Schliesslich haben diverse Geschäfte inkl. COOP schon lange auf bis 20h00.

Unser kleiner COOP aber eben nicht, der war bisher nur bis 19h00 auf. Ab dieser Woche ist es anders, jetzt hat er auch bis 20h00 auf. In der unmittelbaren Umgebung als einziges Geschäft ... wozu also?

Mir kommen im Idealfall Rund-um-die-Uhr Öffnungszeiten entgegen, da ich ein Abend- und Nachtmensch bin. Doch weiss ich natürlich auch, dass jede Medaille eine Rückseite hat und drum fragte ich die Verkäuferin, wie sie das denn fände, dass sie nun bis 20h00 da sein müsste.

Es kam keine Antwort, nur eine ausdrucksstarke, verzerrte Miene. Es ist klar. Sie meinte dann, dass es enorm hart sei, von 7h30 bis 20h00 im Laden zu sein. Auf meine wohl naive Frage, ob die verlängerte Zeitlast denn auf mehrere Schultern verteilt würde, meinte sie, dass sie einfach eine längere Mittagszeit habe. Sie müsse um 7h30 im Laden sein und dann bis 20h00 bleiben, über den Mittag halt mit etwas mehr Zeit. Als sie sagte, dass sie nun nicht mehr ins Yoga oder ins Krafttraining gehen könnte, war ihr die Trauer darüber deutlich anzumerken.

Ich weiss natürlich nicht, wie flexibel VerkäuferInnen von Grosskonzernen deren verlängerte Arbeitszeiten handhaben können oder dürfen. Wenn es jedoch wirklich so ist, dass die ArbeiterInnen genötigt werden, noch mehr Lebenszeit der Firma zu widmen, dann bestätigt mir das, dass es für mich immer richtig war, verlängerte Ladenöffnungszeiten nicht an der Urne verlangen zu wollen. Wo immer man das konnte, stimmte ich Nein.

Denn natürlich sehen wir Konsumenten ja nur die eine Seite, die uns nutzende. Würden die Grosskonzerne die Leute so beschäftigen, dass sie ihre Arbeitszeit an einem Block abdienen könnten, so wie ich es mir zumindest bis anhin dachte, hätte ich sicher nichts dagegen. Denn wie ich erst ab Mittag aktiv werde, so gibt es Leute, die morgens ihren 8-Stunden-Block leisten könnten. Und die tägliche Freizeit stünde ihnen ebenfalls en bloc zur Verfügung.

Wenn es aber so ist, dass die Freizeit zerstückelt wird und so gar keine längeren Aktivitäten mehr möglich sind, dann ist das definitiv kein Preis, den ich für meine Convenience bezahlen möchte, bis 20h00 oder mehr einkaufen zu können. Marx hatte mit seinen Betrachtungen halt schon richtig beobachtet ...

Mobilitätsverteuerung ist reinste Symptombekämpfung und schont die Arbeitgeber

5.4 Millionen Motorfahrzeuge, davon 4.1 Millionen Autos habe es in der 8-Millionen-köpfigen Schweiz. Wenn man Kinder und Alte abzählt, also pro Erwachsenen etwa schon ein Auto. Zuviele hiess es heute, man müsse etwas dagegen machen. Klar, finde ich auch, aber wie lächerlich erscheinen die dafür genannten Hilfsmittel?

Pendeln verteuern, auch für die Bahnkunden. Doris Leuthard meinte, dass man das Pendeln durch die halbe Schweiz nicht mehr steuerlich fördern wolle. Und heute, ein Kopf der Mobilitätsfetischisten: "Das zeige doch, dass wir mobil und agil sind. Das sei ein Zeichen von Wohlstand und das sei doch gut."

Man kann es allerdings auch ganz anders sehen: Die Masse der Arbeitnehmer wird auf der Zitronenpresse noch mehr ausgequetscht. Denn, es gehört ja dazu, für einen modernen Arbeitnehmer, dass er der Willkür der Arbeitgeber ausgeliefert ist, äh, soll natürlich heissen, dass er selbstbewussterweise mobil ist und moden.

Wie wenn es modern wäre, seine Lebenszeit neben der Arbeit auf dem Arbeitsweg verdunsten zu lassen.

Als ich ins Erwerbsleben eintrat, stellte ich schon fest, dass es den Arbeitgebern völlig normal vorkommt, ihre Arbeitnehmer antanzen zu lassen, ja, es ist Bedingung.

Es ist klar, dass dies für viele Berufe stimmt, da die Resourcen, die Gegebenheiten zur Job-Ausführung in Form von Infrastruktur oder Arbeitsobjekten halt nur an einem Ort sind. Ein Sägewerk muss seine Leute ja dort beschäftigen, wo die Bäume hingebracht werden können, früher also an Flussläufen oder anderen Gewässern. Gleichwohl für Bergbauarbeiten ... diese Liste ist fast endlos erweiterbar. Der Arbeitnehmer muss also dorthin, wo die Arbeit ist. Das ist das Kredo der modernen Globalisierung.

Doch: In der Schweiz, die mehrheitlich keine solchen Resourcenzentren kennt, ist das nicht notwendigerweise auch der Fall.

Wie kann man also auf die hirnverbrannte Idee kommen, die von der Wirtschaft de facto erzwungene Mobilität zu bekämpfen, indem man sie teurer macht? Es geht hier nicht darum, ob Mobilität generell zu billig ist, sondern es geht darum, dass dieser Kampf die Arbeitnehmer trifft, nicht die Arbeitgeber.

Denn was wir wirklich brauchen, ist eine Loslassen der Idee, dass man – und erst noch alle zur gleichen Zeit am Tag – in Massen zur Arbeit hasten muss. Die Wirtschaft muss endlich lernen, geeignete Arbeiten dezentral ausführen zu lassen – von den eigenen Mitarbeitern. Redaktionen, Verlage, Banken, fast alle schweizerischen Wertschöpfer brauchen nicht alle Leute in machtdemonstrierenden Türmen wie dem Üetlihof in Zürch einzupferchen. Dorthin gehen täglich knapp 15'000 Leute zur Arbeit. Ein Dorf in einen Bankenturm, der fast zur Hälfte erst noch unterirdisch ist. Jeden Tag, jeden Tag Tausende Autos, viele Abgase, viel Stress, viel Stau, viel Trennung von Kindern, die man irgendwo „aufbewahren" muss? Und wenn die Arbeit wegzieht, muss man ihr folgen, mögliche Entwurzelung sozialer Art inklusive. Und wozu all dies?

Die Technik hat es an sich schon längst möglich gemacht, dass man im sogenannten Home Office arbeiten könnte. Selbst Konferenzen sind nicht mehr nur akustisch, sondern, wenn's denn sein muss, auch visuell über lange Distanzen so durchführbar, wie wenn alle an einem Tisch sässen. Unmittelbarkeit in Äusserungen und Gestik der Teilnehmer genauso gut beobachtbar wie wenn man real zusammen sässe.

Wenn man also wirklich die Mobilitätseffekte bekämpfen will, muss man die Arbeitswelt aufräumen, modernisieren, neue Ideen einbringen bzw. alte Ideen endlich mal umsetzen. Denn wer will sich schon an jedem Tag der Woche diesem Trott wirklich freiwillig unterwerfen? Wäre es eventuell erfreulicher und entspannter, wenn man nur noch 2-3 mal pro Woche zur Arbeit fahren muss? Wird das das Meeting mit den Teamkollegen nicht sogar herzlich, heiter, denn jetzt gibt es ein gesundes Mass von Abstand und Nähe. Erträgt man den ungeliebten Mitarbeiter in der Zeit sogar erstaunlicherweise gut – weil man weiss, dass man ihn nicht die ganze Woche an der Backe hat? Freut man sich nicht eventuell sogar sehr, das andere Teammitglied endlich wieder zu sehen, weil ein persönlicher Kontakt mit ihm so befruchtend und kurzweilig erscheint?

Gerade die Schweiz hätte meines Erachtens beste Voraussetzungen, dies umzusetzen. Dann wäre der Leuthard geholfen. Und damit der Natur, der Volksgesundheit, der allgemeinen Lebensklima. Ob aber gerade sie als Sprachrohr der Wirtschaft solche Ideen wirklich verfolgen will, ich glaube nicht daran.

DAS bekämpft den Stau, den Naturverschleiss in Form von Strassen, Bahntrassees und Zufahrtsschneisen. Alles andere ist Augenwischerei.

PS: In diesem Zusammenhang: Ich suche genau so eine Arbeitsmöglichkeit, 60% Teilzeit vor Ort, eventuell bis zu 100% mit Home Office. Wer also etwas wüsste, den bitte ich herzlich, mir davon Kenntnis zu geben.

Reguläre Ausdrücke ... ein langwieriger Zeitvertreib

Reguläre Ausdrücke, das sind die Programmregeln, die man aufbauen kann, um mit einer sie verstehenden Final State Machine beliebige Daten auf Muster abzugrasen. Woran erkennen wir Menschen denn, dass eine Telefonnummer eine solche ist und keine IBAN, oder umgekehrt?

Am Format: Eine Telefonnummer folgt in der Schweiz der Regel aaa-bbb cc dd, also 043-123 45 67. Schriebe ich sie einfach so 0431234567, so wäre es wohl nur irgendeine Nummer. Erst der Hinweis, dass es eine Telefonnumer wäre, würde einen sie erkennen lassen.

Eine IBAN ist eine 20 bis 34-stellige Nummer, die formal mit dem Landescode beginnt, danach folgend nur noch Zahlen, gruppiert in Vierergruppen, CH12 3456 7890 1234 5678. Der Teil ab der 5. Stelle ist eine Kontoidentifikation, die von Land zu Land verschieden sein kann.

Viele Nummern folgen also rein formal darstellerisch Regeln. Nicht weil diese Darstellungsart nötig wären, aber vor dem Computerzeitalter mussten die Menschen sich diese Nummern ja irgendwie merken können - und das geht fürs Gehirn einfacher, wenn es Zusatzinformationen mit der Zahl verlinkt speichern kann. Da ein Format eine Art Bild und das Gehirn seit Äonen auf Bilderkennung getrimmt ist, können wir uns formatierte Zahlen merken.

Wie dem auch sei: Für ein kleines Projekt musste ich mich wiedermal damit auseinandersetzen, was denn eine URL ausmacht. Eine URL, wie sie im Internet andauernd vorkommt, ist oft einfach, aber sie kann auch komplex sein. In jedem Fall folgt sie dennoch einem Regelset, auch wenn das nicht immer leicht zu erkennen ist.

Wenn ich also einen Regulären Ausdruck finden möchte, der aus einem beliebigen Text URLs entdecken kann, so muss ich den Aufbau der URLs kennen.

Nun, bin ja nicht der erste, der sowas macht / machen muss. Und ich kenne Reguläre Ausdrücke sehr gut. Aber es ist schon immer wieder knackig. Gerade weil URIs so komplex sein können, gestaltet sich das Finden des auf sie alle passenden Regulären Ausdruckes als knifflig.

Natürlich schaue ich auch im Internet, was dort vorhanden ist. Doch die Lösungen haben alle Haken. Meine Lösung zeige ich mal, danach folgt eine recht gute Lösung, die allerdings Syntaxregeln für URLs nicht befolgt.

r_proto = "(([a-z]+:\/\/)|mailto:|javascript:)"; // https://, mailto:

r_user = "(\w[\w\.-]+(:\w[\w\.-]+)?@)?"; // user:password@

r_host = "\w[^\/\?\b\s:]+"; // orientierungshilfe.biz

r_port = "(:\d{1,5})?"; // :8808

r_uri = "(\/?[\w\/\.+&]*)(\.\w*)?"; // /dir/subdir/oder.cfm

r_params = "(\?\w[\w+-]*=[\w+-]*(&\w[\w+-]*=[\w+-]*)*)?"; // ?p1=kain+und+abel%p2=&p3=qw_12

r_anchor = "(#\w+)?"; // #anchor

Damit kann man nun Regeln für URLs zusammenstellen. Denn im Internet gibt es absolute und relative URIs. Absolute müssen mit dem Protokoll und einer Hostadresse beginnen, gefolgt von dem, was man eine relative URI nennt. So kann man also drei verschiedene Arten von Regulären Ausdrücken zimmern, die je eine oder beide URIs zusammen finden können.

So kann ich dann im Werkzeug meiner Wahl, hier also ColdFusion, folgende drei Variablen zusammenbauen.

uri_any = "(?i)\b(" & r_proto & r_user & r_host & r_port & ")?" & r_uri & r_params & r_anchor;

uri_abs = "(?i)\b" & r_proto & r_user & r_host & r_port & r_uri & r_params & r_anchor;

uri_rel = "(?i)\b" & r_uri & r_params & r_anchor;

Das klappt auch sehr gut so. Damit kann ich nun das Projekt abschliessen.

Weshalb ich das veröffentliche? Eben, es gibt im Internet Tausende von solchen Lösungen. Wie eingangs erwähnt, hat diese auch Schwächen: Sie unterstützt keine Notationen mit Ӓ. Auch der Begriff Localhost wird nicht erkannt, beides brauche ich nicht und sie kommen auch selten vor. Beides wäre natürlich zu machen, aber ich möchte die einzelnen Blöcke nicht komplizieren.

Der ebenfalls im Internet auffindbare Reguläre Ausdruck

(?i)\b((?:[a-z][\w-]+:(?:/{1,3}|[a-z0-9%])|www\d{0,3}[.]|[a-z0-9.\-]+[.][a-z]{2,4}/)
(?:[^\s()<>]+|\(([^\s()<>]+|(\([^\s()<>]+\)))*\))+(?:\(([^\s()<>]+|
(\([^\s()<>]+\)))*\)|[^\s`!()\[\]{};:'"".,<>?«»""'']))

Ist auch mächtig, aber er eignet sich nicht für relative URIs. Zudem: Reguläre Ausdrücke haben den Ruf von Unverständlichkeit. Äh ja, der hier gehört definitiv dazu und ist ein wunderbarer Förderer dieses Klisches ... :-)

Wichtig: Meine RegExs (wie man die bei Programmieren halt nennt - hat nichts mit Ex-Königin aka Ex-Freundin zu tun) beachten die Syntaxregeln so gut es geht. Der URI-Parameterblock wird nur dann erkannt wenn er wirklich mit einem ? beginnt. Der obige Krypto-RegEx erlaubt auch syntaktisch falsche URIs.

Der Kryptische findet auch Dinge, die ich nicht zu einer URI gehörig empfinde: so werden dort auch CSS-Dinge wie z-index:110 oder position:absolute gefunden.

Beide lassen übrigens die Parent-Directory-Notation .. durch, aber auch ... und ...... und Doppelslashes wie // oder gar ////. Wie gesagt, RegEx können beliebig kompliziert sein, meine und der Kryptische sind hier pragmatisch und schlucken das. Denn leider kann man in einem RegEx nicht eben mal temporär ein Symbol definieren, so dass man .. als Parent-Directory im Ausdruck als atomares Symbol verwenden könnte.

Wieso geht das denn eigentlich so lange, einen passenden regulären Ausdruck zu finden? Nun, das hängt eben von der Komplexität der Zielmuster (hier die URIs) ab. Und da wir Menschen keine Maschinen sind, wissen wir auch nicht sofort, ob ein RegEx wirklich nur das findet, was wir wollen. Das Feintuning eines RegEx geschieht daher meistens anhand realer umfangreicher Daten. Sie sollen ja so genau wie möglich nur das Gewünschte finden, doch sie können auch mal was in den Daten erwischen, woran keiner im voraus dachte.

Dies macht RegEx zu den zwar einfach zu erlernenden Programmierhilfen, doch sie zu meistern, das ist eine harte Knacknuss. Wie gesagt: Zeitvertreib, ich habe doch einige Stunden gekniffelt, bis das Set nun steht. Anhand einiger Testdaten mit heiklen Test-URIs habe ich ein gutes Gefühl für ihre Korrektheit entwickelt.

Aber natürlich gilt: Ich übernehme keinerlei Haftung für das Zeug ... :-) ... genauso wie es im Text der GPL steht.

PS: Verbesserungen werden natürlich dankend entgegengenommen ...

ColdFusion und die vermaledeite Java Null Pointer Exception (NPE)

Den Blog, den ich da benutze, ist der BlogCFC von Ray Camden. Basierend auf Adobes ziemlich genialen ColdFusion Applikationsserver erzeugt der Blog mir seit langer Zeit eine Java Null Pointer Exception. Ich schrieb kurz darüber, weil der mich hindert, meine Schreiblust auszuleben.

Gestern habe ich wieder mal eine ganze Nacht um die Ohren geschlagen, um rauszufinden, wieso das bei mir passiert. Und nun schreibe ich davon, damit eventuelle Zufallsleser - oder auch andere natürlich - mir eventuell den erlösenden Tipp geben können.

Also, der BlogCFC ist Opensource, er unterstützt MySQL, MSSQL, Orcale und MA Access. Da wir als Datenbank nur ein System nutzen wollen, ist generell eine Sybase SQL Anywhere Version 11.1 am Werken. Eine frühere Version untermauerte schon lange den Blog, den ich ja seit anfangs 2007 betreibe.

Der Java Null Pointer Exception taucht ausschliesslich im BlogCFC auf, in keiner anderen CF-Applikation, die ich auf dem Server hoste.

Das aktuelle Setup ist hier also wie folgt:

  • JRUN4 based ColdFusion 9 mit HotFix 1
  • SQL Anywhere 11.1 Build 2355
  • jConn4 Java Connector für die Datenbankanbindung in CF9

Damit es grad klar ist, ich benutze den BlogCFC mit dem Datenbanktyp MSSQL, zu dem SQL Anywhere sourcelevel-kompatibel ist. Und wie gesagt, die Datenbank dieses Blogs lief auf der Version SQL Anywhere 9.0.2 problemlos, mit eben diesem MSSQL Datenbanktyp eingestellt.

Das Problem ist unabhängig von der jConn und ColdFusion Version. Es tauchte bereits mit CF8 und wie gesagt SQL Anywhere 9.0.2 auf, welches noch mit jConn3 angebunden war.

Hier passiert es, dass eine Datenbankquery, die einen neuen Eintrag erzeugt, eine Null Pointer Exception erzeugt. Das SQL Statement wird aber noch ausgeführt, denn sonst könntet Ihr gar keine Artikel mehr lesen. Doch die Query erzeugt die Exception, das erste Statement nach der Query wird schon nicht mehr ausgeführt.

Da man bei der Query ja das vom Blog dynamisch erzeugte SQL-Statement mit all seinen Parametern und Varianten abfragen kann, habe ich das natürlich gemacht, aber nicht mal dies wurde fertig, die Query selbst erzeugte die NPE, obwohl das SQL-Statement korrekt ausgeführt wurde.

Ray Camden, mit dem ich über Wochen über das Problem konferierte, ist absolut ratlos – so wie ich.

Wer mir hier also einen Tipp geben könnte, der endlich dieses Problem behebt, hat zumindest eine "Honorable Mention" verdient.

Ich danke sehr im voraus.

Mühsame Arbeitsuche - arrogante Arbeitsvermittler

Ich schrieb ja schon mal, dass ich einen Job brauche, eigentlich fast egal, was. Mittlerweile wird es langsam existenziell ... sprich, ich brauche innert der nächsten beiden Monate einfach einen Job oder irgendwas, was die Miete bezahlt. Ich bin ja selbständig und daher kann ich nicht irgendwo Geld abholen. Also, wer etwas wüsste, ich schrieb hier, was es alles sein könnte, der möge sich doch melden. Darf auch in Deutschland oder Österreich sein.

Natürlich schaue ich auf den gängigen Job-Seiten nach und benutze die angebotenen Services. Da erlebt man schon interessante Dinge ...

Die Portalseiten der Jobbörsen haben einige Timesavers eingebaut, doch die Anfragen gehen dann natürlich oft direkt an andere Firmen, Bodyleaser oder Fleischverkäufer, wie wir (als ich noch Freelancer war) sie nannten.

Da habe ich mich also über so ein Jobportal beworben, habe gesehen, dass diese Bewerbungen dann doch an dieselbe Firma gingen, hab's zur Kenntnis genommen und wartete.

Dann irgendwann kam die "Leider nein" Mail, aber worauf bezog sich die? Meint Ihr, die hätten in der Mail geschrieben, auf welche meiner Bewerbungen sich das "Leider Nein" bezogen hätte? Natürlich nicht.

Da musste ich natürlich anrufen, um das halt herauszufinden. Die Tussi am Telefon: "So, es steht nicht in der Mail, worauf sich die Abzsage bezog?", "Ne". Ein Schlachtrind wird besser gemanaged als ein Arbeitsbewerber, das Rind kriegt einen RFID-Knopf ins Ohr und bleibt bis als Filet in die Tiefkühltruhe verfolgbar. Aber einem Arbeitsbewerber können die nicht mal sagen, worauf sich die Absage bezieht. Und das im Computerzeitalter. Ich musste schon recht an mich halten, um der nicht alle Schande zu sagen.

Es ist offensichtlich, dass man als Arbeitssuchender Commoditiy ist, also Handelsware. Denn das Frechste ist ja eigentlich, dass der Job, für den ich mich bewarb, bei der Firma Yellowshark immer noch ausgeschrieben ist, obwohl meine Bewerbung und die Absage nun bereits ca. 1.5 Monate zurückliegen. Was ist das denn für ein Geschäftsgebahren?

Yellowshark ist aber nicht allein mit dieser Masche. Mich nimmt Wunder, wie deren Geschäftsmodell ist gegenüber ihren Kunden. Wie bei der ALV? Kriegen die Kohle, wenn sie die Bemühungen - sprich Anzahl Bewerber - vorweisen können, auch wenn sie sie abweisen? Äusserst merkwürdig.

Ich war kurzzeitig vor x Jahren ja selbst Freelance-Vermittler. Mir hatte dabei gefallen, Zeit für den Kandidaten zu haben, ihn kennenzulernen, damit ich ein Bild seiner Persönlichkeit gewinnen und ihn so vor dem Kunden zu 100% bewerben zu können. Heute jedoch scheint es so zu sein, dass die Arbeitssuchenden wirklich nur Boxmover-Ware sind, die eine eigene Gilde bewirtschaftet. Der es egal zu sein scheint, ob sie sich für die Kandidaten einsetzen oder nicht. Wohl eher nicht.

Aus vielen Jahren Erfahrung weiss ich, dass ich nicht viel Chancen habe, wenn ich mich nicht persönlich vorstellen kann. Gerade in der IT. Denn hier fehlen mir Zettel - sprich Zertifikate -, für welche ich früher Leute ausbildete. Denn früher gab es diese Geschichten halt noch nicht in dem Umfang. Und sorry, all diesen Käse nachzuholen, das macht mich gar nicht an. Mea culpa, scio. Leute mit breiten Kenntnissen, viel Übersicht und grosser Erfahrung sind in der IT offenbar nicht mehr gesucht, lieber Fachidioten.

Natürlich gibt es in meinem beruflichen Umfeld sicher besser geeignete Leute, das ist unbestritten. Doch ich denke, dass es kaum stimmt, dass immer nur besser geeignete Leute für etwas gefunden werden, von dem ich denke, dass es eigentlich fast ideal für mich wäre. Und der Job dann doch noch ausgeschrieben bleibt. Ich habe da einige Stories erlebt, die belegbar sind. Doch ich will ja nicht spekulieren, es könnte ja auch sein, dass ich mich irre, deshalb erwähnte ich keine weiteren Firmen, die Leute such(t)en. Es geht hier nur um die Fleischhändler.

Nun denn, in dem Artikel kommt ein Thema von mir zum Ausdruck, das ich Zeit meines Lebens habe: Ich werde wütend, wenn ich ohnmächtig irgendwelchen desinteressierten Leuten ausgeliefert bin. Hat sich über die letzten Jahre zwar zu 97% aufgelöst, doch es sticht ab und an immer noch.

Nun ja, mal sehen, was geschehen wird. Vielleicht sollte ich mir schon mal die Brücke meiner Wahl finden gehen ...

Suche Teilzeit-Job, in IT oder Beratung, Unterstützung oder Tierbetreuung

So, lange ist's her seit meinem letzten Blog-Eintrag. Nicht, dass es nichts zu erzählen gäbe, doch was wäre das und wär's auch interessant für die Öffentlichkeit?

Nach bewegenden Ferien in der Steiermark und in Würzburg bin ich zurück in der Schweiz und plane die nächste Zeit meines Lebens.

So entschied ich mich, es öffentlich zu machen, dass ich einen Job suche. Diesmal nicht den Inseraten und Online-Job-Portalen nachrennend, sondern in meinem eigenen Blog. In einem Blogeintrag ist es ja netterweise möglich, abseits von einengenden Bewerbungsformularen darzulegen, was man will und was nicht. Natürlich, ein CV steht auch zur Verfügung, das auch jede und jeder bekommt, wenn ein konkretes Angebot besteht.

So schreib ich mal hin, was ich möchte. Es sind zwei Ausrichtungen: die eine traditionell, meinem Werdegang entsprechend, die andere alternativ, meinen Wünschen entsprechend:

1. Traditionell: IT und Internet

Bereich: Integration, Beratung, Schulung, Redaktion, Entwicklung. Teilzeit: 60% bis 80%. Ort: Deutschschweiz, Süddeutschland, Berlin, allgemein reisend.

IT ist mein Startberuf, den mache ich nun seit 25 Jahren, direkt nach dem Informatik-Studium an der ETH Zürich. Darin war und bin ich Berater und Entwickler bis heute. Es entspricht meiner Art, dass ich Computer und Software-Technologien immer vom Grund auf erlerne. So kann ich auf allen von mir benutzten Rechnern deren CPU-Sprache (Assembly Language). Als ETH-Abgänger bin ich natürlich Wirthsche Sprachen gewohnt und liebe sie auch, also Pascal in der Variante Delphi. Modula-2 hat es leider nicht geschafft, obwohl es mein Liebling geblieben ist. Für die Alltagsarbeit ist Internet-Entwicklung zur Standard-Beschäftigung geworden. Das mache ich am liebsten mit Adobes ColdFusion 8 und 9, angereichert mit den JavaScript-Frameworks Spry und jQuery. Sind dabei Datenbanken involviert, setze ich seit mehr als 15 Jahren auf das aktuell SQL Anywhere genannte RDBMS von Sybase. Natürlich komme ich auch mit MySQL, MSSQL, ProgresSQL und Oracle klar. Die Datenbankplanung ist eine meiner liebsten Tätigkeiten. PHP verwende ich ebenso wie ASP, wenn es gefordert wird. Alle diese Erfahrungen füllen meinen IT-Rucksack. Da ich selbständig bin, ist meine Kommunikationsfähigkeit sehr nützlich, denn ich bin ja direkt am Kunden, muss diesen wirklich verstehen und ihm die Würmer aus der Nase ziehen. Hierbei hilft meine lange Erfahrung dann genau das zu erspüren, was der Kunde nicht sagt oder was er einfach vergisst, wo versteckte Komplexitäten lauern etc. So kann ich auch Interface zwischen Kunden und IT-Entwickler-Abteilungen spielen, denn ich spreche beide "Sprachen". Da war ich oft auch einfach als Software-Prototyper tätig, d.h. ich habe ein Projekt vorbereitet, realisiert, das dann von einer internen IT-Abteilung übernommen und finalisiert wurde. Am liebsten jedoch ist mir die IT-Schulung, mit der ich bereits 1983 als Jugendlicher begann, denn da kann ich all das Gelernte weitergeben. Dies tat ich auch über die Jahre in vielen Schulungsfirmen wie GlobuData, Digicomp, ZFI, KSC, etc.

2. Neue Ausrichtung: Mehr Kontakt zu Mensch, Natur und Tier

Nach soviel Jahren mit Computern ist mir zwar die Lust am Umgang mit ihnen nicht vergangen, doch bieten sie keine Herausforderungen mehr für mich.

Da ich seit 17 Jahren Bewusstseinstraining mache, worunter auch alle Arten von Kommunikationstrainings gehören, möchte ich gerne etwas finden, dass mir den Menschen als Gegenüber einbringt. Das könnte also Beratung, Hilfestellung - eben Orientierungshilfe - sein, für Jugendliche, Erwachsene, in einer öffentlichen oder privaten Institution. Da ich keine Tabus mehr habe, könnte das in der Sexual-, Straf- wie auch Sterbe-Begleitung sein, denn nichts Menschliches ist mir mehr fremd.

Oder dann ist es ganz simpel die Betreung von Tieren, bei mir die üblichen halt: Hund, Pferd, Katz, Tiere aus der Landwirtschaft etc. In einem entsprechenden Heim oder einer Auffangstation, sogar im Zoo. Denn Tiere haben meistens eine Eigenschaft, die vielen Menschen leider abgeht ... habe dazu ja auch schon Artikel geschrieben hier.

Es ist mir ein Anliegen, meine gemachten Erfahrungen, Lehren, Ausbildungen, egal welcher Art, anderen zu ihrem Nutzen anbieten zu dürfen. Unterstützend, beratend, begleitend. Nicht als Besserwisser oder Tätschmeister, sondern als Coach. So dass der Austausch zwischen mir und dem Gegenüber zur gemeinsamen Freude und Bereicherung wird.

Es ist klar, dass ich für das Gewünschte noch keine ganz klaren Vorstellungen habe. Das Thema ist auch nicht das Zentrale, mir ist wichtig der förderliche Umgang mit Menschen, die befruchtende und abwechslungsreiche Umgebung, Gegenwartsbezug, Heiterkeit und Zukunftsorientierung.

Wenn also jemand bis hierher gelesen oder gehört hat und mir etwas wüsste, mich empfehlen oder gar selbst beschäftigen könnte ... es würde mich sehr freuen, mit dem/der in Kontakt zu kommen, um sich mal einander auch real vorzustellen. Die Box rechts oben lässt euch schnell mal eine Notiz loswerden am mich ...

Vielen Dank für Euer Wohlwollen.

Von der Gefahr der Entsolidarisierung

Die Manager haben sich wie fast alle Jahre wieder kräftig Lohnerhöhungen genehmigt. Ich habe anderswo schon darüber geschrieben, dass ich das überhaupt nicht gutheisse.

Was mir jedoch viel wichtiger ist, ist der Verlust der Solidarisierung, der schleichend einhergeht damit.

Die Schweiz hatte einen fast garantierten Arbeitsfrieden, wohl auch deshalb, weil die Schere zwischen Arbeitern und Chefs sich auftut, und weil die Chefs auch mittlerweile nicht mehr unbedingt aus der Linie der aufgestiegenen Arbeiter stammen, sondern teilweise völlig branchenfremde KAderleute sind. Oder noch schlimmer, ganz einfach Investoren, Hasardeure, Ruhmsüchtige.

Schon Marx sagte, dass die Entfremdung von der Arbeit ein Problem sei. Damit hatte er wohl recht, siehe den Zustand von (Ex-)Russland und China.

Die Sorgfalt für das Objekt der Arbeit ist halt nur dann gegeben, wenn irgendetwas da ist, an dem das Herz hängen kann. Wenn ich in einer Firma arbeitete, die zu einem reinen Gewinnmaximierungsobjekt eines Gamblers geworden ist, die die Wertschätzung der Mitarbeiter zwar in den Hochglanz-Broschüren anpreist, in der Realität aber nicht beweist, dann fliesst keine Energie mehr von mir in das, was ich während der Präsenzzeit bei der Firma tue.

Und wenn das geschieht, kann die Identifikation mit der Firma nicht mehr die Geringschätzung meiner Arbeitskraft aufwiegen. Da setzt manch einer die rosa Brille ab und schaut sich die Oberen und ihr Tun mal genauer an.

Dies wird fast sicher zu Unzufriedenheit führen, aus welchen Emotionen auch immer. Und im Feedback auf sich selbst dann auch zu grösser werdenden Egoismen, Ellbögeleien, Frust, eben wieder Emotionen. Dies ist dann eine klassische Mitkoppelung.

Ich finde es bedenkenswert, ob unsere Gesellschaft diesen Weg gehen soll. Ich möchte persönlich viel eher, dass das Bewusstsein der abgehobenen Manager sich auch mal dieser Problematik annähert, denn die Unteren sind die Leute, die in der Gesamtheit dann für ein rauheres, alltäglich erfahrbares Klima sorgen werden.

Und am schnellsten werden das wohl die zugewanderten Leute spüren und auch wieder ausleben, denn bis wir angepasste Schweizer trotz oberster Markierung unseres emotionalen Dampfkochtopfes mal explodieren, geht es wohl schon noch recht lange. Aber das wird sich auch ändern - wenn die Entsolidarisierung so weiter geht. Auch wenn wir geradezu da hineingetrieben werden, auch unter "hehren" Absichten wie Geboten, Geld zu sparen durch Krankenkassenprämienvergleiche etc.

Ceterum censeo: Think globally, act locally.

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