Das ColdCard Desaster

Am 30. Juli 2026 wurde bekannt, dass ein Angreifer mittlerweile über 1000 Bitcoins auf seine Wallet überwiesen hat. Nicht wie viele sagen, gestohlen, sondern einfach nach den Regeln des Bitcoin-Consensus überwiesen. Der Bitcoin-Stand des neuen Besitzers findet man über diese Watch-Seite.

Wieso wird das dennoch als Diebstahl bezeichnet? Nun, es ist nur Diebstahl aus der Sicht der vorherigen "Besitzern". Denn in Bitcoin gibt es das an sich nicht, weil Bitcoin bekanntlich immateriell ist und daher vom Physischen nicht besessen werden kann.

Wie beweist man denn, dass man Bitcoins besitzt oder hält? Physisch kann man's ja nicht. Aber mathematisch. Dazu braucht man den privaten Schlüssel, und woher hat man den? Als Ableitung von einem Seed, das wohl bekannteste Wort im Bitcoin-Glossar.

Mit dem privaten Schlüssel kann man mathematisch beweisen, dass man die Bitcoins bewegen könnte, wenn man wollte. Man kann damit allerlei beweisen, auch die Unversehrtheit eines elektronischen Vertrags, eines PDFs, das ein Mensch durchaus anschauen und ändern könnte. Aber eben, die Verfälschung könnte dann locker nachgewiesen werden.

Der Seed

Der Seed ist einfach eine 256 Bit, 32 Byte Zahl. Im 10er System also etwas zwischen 0 und 1077. Das sind gigantische Zahlen, die niemals ein Computersystem systematisch abgrasen kann. Ich rechnete ja mal etwas im Nachtrag zu einen Artikel, um die damals aktuelle Rechenpower dem Zahlenbereich dieser 2256 Möglichkeiten entgegenzustellen.

Mein Freund, der Bitcoin-Mentor, hat dazu eine schöne, interaktive Visualisierung gebastelt (der Link springt grad zur ColdCard ;-). Die Basis ist das Atom, für uns unendlich klein ... bis zum Rand des sichtbaren Universums ... anschauen!

Nun, die zur Ableitung vom Seed genutzte Hash-Funktion ist wie eine Mühle (Getreide-, Kaffeemühle) mit einem grossen Trichter und einem Test-Auslauf unter dem Mahlwerk, wo - in menschlicher Analogie - ein Prüfer andauernd etwas rausnimmt, auf Qualität prüft und oben mit dem weiteren Zulauf wieder in den Trichter kippt, wo es natürlich wieder zermahlen wird mit dem neuen Zeug.

Das ist die Hash-Funktion. Nicht wie es in der Presse und TV oft heisst "komplizierte Berechnungen" ... nein, einfach f*cking simple bit operations. In Wikipedia sieht man ja, wie es geht.

Das Problem ist nun, was schüttet man in den Trichter, damit dieser Hash möglichst zufällig ist? Nun, wer Hash verstanden hat, weiss aber auch, dass es bei gleichem Input immer den gleichen Output gibt.

Wenn ich also einen Kubikmeter Holz reinschmeisse, kommt unten bis aufs Milligramm genau immer dasselbe raus. Wer's im digitalen Raum probieren will, hier eine schöne Website, die auch grad noch diverse andere Hashes und Prüfsummengeneratoren nutzt und deren Resultate anzeigt. Es ist empfehlenswert, dort mal mit dem SHA-256 oder auch anderen Hash-Funktionen zu spielen.

Wenn man dort im Feld "Hash String" etwas reintippt oder unter "Hash File" eine Datei hochlädt, spuckt die Seite nach etwas Rechnerei die diversen Hashes aus, darunter den SHA-256, den wir in Bitcoin ja brauchen.

In Bitcoin wird auch noch der RIPEMD160 benutzt, aber nicht hierfür. Hash-Funktionen kann man auch kombinieren, um mögliche unbekannte oder schlimmer - bewusst etablierte - Schwächen des einen wieder zu zermahlen durch den anderen.

Also, wenn wir

Bitcoin
in den Trichter des digitalen Mahlwerks schütten, kommt
b4056df6691f8dc72e56302ddad345d65fead3ead9299609a826e2344eb63aa416
heraus. Ok soweit.

Und wenn wir

bitcoin
reinschütten, ist es
6b88c087247aa2f07ee1c5956b8e1a9f4c7f892a70e324f1bb3d161e05ca107b16

Aha. Immerhin, sieht schon sehr anders aus.

Und der hier

BiTCoin

ergibt

01c310ff0cc17b8670c673ea12f711614e36ad168e283f5e78d939be4441824e16

Genau, man erkennt keinerlei Abhängigkeiten von Input zu Output. Wenn man das Resultat eines Hashes berechnen will, führt man sie einfach aus. Denn Hash-Funktionen sind sehr schnell zu berechnen.

Wenn man also wie bei Bitcoin einen Hashwert mit einem bestimmten Aussehen erreichen will, also zum Beispiel von links her mit 35 Nullen, dann bleibt einem einfach nichts anderes übrig, als verschiedene Inputs in den Trichter zu schmeissen, den Hash zu berechnen und das Resultat anzuschauen. Wenn es einem nicht passt, den Input leicht ändern und wieder von vorn.

Das ist das, was ein Miner tut. Pröbeln. Findet er die gewünschte Gestalt des Hash-Werts, hat er Glück und darf sich im Bitcoin Netzwerk einen gefundenen Block anrechnen lassen. Dann muss er auch den Input liefern an alle anderen im Netzwerk, damit die das prüfen können. Bei gleichem Input muss ja derselbe Wert rauskommen.

Eine Hash-Funktion zeichnet sich also durch einige wichtige Merkmale aus:

  1. Egal, was und wieviel man reingibt, es erzeugt immer eine Zahl von 256 Bits (für SHA-256)
  2. Ein bestimmter Input erzeugt immer denselben Output
  3. Minimalste Änderung am Input (kleines b statt B, nur 1 Bit Änderung!) erzeugt einen nicht vorhersehbaren anderen Output
  4. Bestimmte Änderungen am Input können nicht zu einer bestimmbaren Änderung am Output vorausberechnet werden
  5. Es ist nicht möglich, auch nicht mit Quantencomputern (QC), von einem Output auf den Input zurückzurechnen1)

1) Selbst wenn ein QC den SHA-256 mal wirklich rückwärts rechnen könnte, wieviele mögliche Inputs gäbe es dann? Unendlich viele. Wieso? Tja, wieviel grösser ist der unendliche Zahlenraum, wenn man ihn auf 0..1077 abbilden müsste? Es gibt für jeden möglichen Hashwert also unendlich viele Inputs. Eine Hash-Funktion gilt als gebrochen oder zumindest beeinträchtigt, wenn es irgendwie gelingt, eine Kollision zu erzeugen, also für verschiedene Inputs denselben Hash-Wert. Gelingt das, heisst das per se überhaupt nicht, dass die Hash-Funktion unsicher ist für den Einsatz. Es bestätigt nur meinen Satz, dass es unendlich viele verschiedene Inputs gibt, die den gleichen Output erzeugen. Der für eine Kollision betriebene Aufwand bestimmt, ob man eine Hash-Funktion als unsicher bezeichnet.

Ein Hash ist ein Informationszerstörer! Also auch keine Verschlüsselung. Eine digitale Mühle halt.

Menschen und Computer haben aber rein gar nichts mit Unendlichkeit am Hut. Siehe Georg Cantor.

Dennoch, für uns im Alltag reicht es ein paar Milliarden Jahre weit.

ColdCard

Zurück zum Thema: Leute mit der ColdCard haben alles richtig gemacht, sie haben ein vom Computer getrenntes Cold-Wallet, das den Seed niemals rauslässt. Und dennoch, wie konnte der Angreifer denn an die Bitcoins ran?

Wie Ihr sicher schon gemerkt habt, geht es also darum, was man in den Trichter schüttet, denn anhand des Outputs kann ja eben niemand sagen, was es war. Aber wenn man eventuell erraten könnte, was es war, dann könnte man superschnell beliebig viele Seeds generieren und dann damit in der Blockchain nach benutzten Schlüsseln suchen und nachsehen, ob dort etwas drauf liegt. Wenn ja, dann schnell alles überweisen und voilà ... 3-2-1, alle Bitcoins sind nun meins.

Können wir als Benutzer die Qualität des Inputs beurteilen? Leider nein. Oder zumindest nur dann, wenn der Code des Seed-Generators öffentlich einsehbar ist, also Open Source.

Und hier wurde offenbar geschlampt. Egal, ob Closed oder Open Source, schlampen ist schlampen.

Durch deren Schlamperei wurden per 2026-08-02 bereits

abgezogen.

Wir haben ja oben am Beispiel der Varianten des Wortes Bitcoin gesehen, dass der Output eben keinerlei Rückschlüsse auf den Seed-Generator zulässt. Daher könnte man ja einfach das Tagesdatum inkl. Microsekunden nehmen. Würde ja reichen.

Also zum Beispiel ein Zeitstempel wie 2020-12-24 12:34:56.789012.

Nach einer Microsekunde ist das ja schon vorbei und die Hash-Funktionen werfen total verschiedene Resultate aus.

Nein, das ist ein total doofer Input. Warum?

Erstens gibt es diese Zeit 24 mal auf der Erde. Zeitzonen.

Zweitens sind es viel zu wenige Varianten. Wenn man bei Jahr 2000 startete, wären das ja grad mal 8 × 1014 Microsekunden gewesen, was ungefähr 250 ist, also nur 50 Bits.

Drittens weiss ja jeder, wie man so einen Zeitstempel herstellt, so dass man den Seed-Generator natürlich damit füttern könne. Also nichts von Zufall.

Wie könnte man das verbessern?

Nun, man könnte den Hash vom Zeitstempel, oder noch besser den Hash vom Zeitstempel + lepmetstieZ + stempeltieZ ja in den Seed-Generator füttern. Besser, aber immer noch schlecht. Klar, wieso?

Also es schläckt kei Geiss ewäg, man muss etwas finden, dass wirklich zufällig ist. Das man auch nicht nachbauen kann, selbst oder gar genau dann, wenn der Code des Seed-Generators Open Source ist.

Wenn man es schlimmer sieht: Gelänge es einem Produzenten einer Wallet, seine erzeugten Seeds unter 264 zu erzeugen, dann wären von links her 192 Nullen, bevor die 64 Nullen und Einsen kämen. An den Hashes sieht man dieses Faktum nicht an. Aber, der Produzent wüsste, dass er nun nur noch 18 Trillionen Möglichkeiten hat, also wie bei der bekannten Schach-Anekdote.

Könnte ein Produzent vorbestimmen, dass er als Input nur 250 Möglichkeiten abgrasen muss, wären das 'nur' 1'125'899'906'842'624 Möglichkeiten. Für uns unvorstellbar viel, aber ein einziger aktueller Miner braucht dazu grad mal 3 Sekunden.

Klar, nicht direkt vergleichbar, aber es geht mir darum, dass man immer im Blickfeld behält, wie wichtig es ist, selbst für schnellste Maschinen die Zahlen noch viel grösser zu machen, damit auch Verbünde von solchen Maschinen eben keine Chance haben mit Brute Force Methoden.

Es gab solche Fälle schon, allerdings nicht bei Bitcoin, aber offenbar bei den S-Boxen der (3)DES Verschlüsselungsalgorithmen. Niemand wusste es bis auf die NSA. Die hielten aber dicht.

Was käme also als richtig guter Seed-Generator in frage?

Es müsste etwas sein, das man im physikalischen Universum als echten Zufall akzeptieren würde. Denn wenn der Seed-Generator sowas als Input bekäme, könnte kein Mensch, kein Computer, nichts und niemand den Input in den Seed-Generator nachahmen, nachbauen, nachkonstruieren, voraussehen. Somit wäre dann der Output tatsächlich zufällig verteilt im Zahlenraum von 0..1077.

Sowas wäre also ein guter Input.

Damit ist das Rätsel schon "gelöst". Die ColdCard hat einen schlechten Seed-Generator. Punkt. Nur, keiner hat's bemerkt. Ausser der Hacker. Die Gelackmeierten sind die, die alles richtig gemacht haben. Das ist schmerzhaft.

Etwas KIlen klärte noch einige andere Punkte: Die ColdCard-Firmware ist Open Source. Liegt auf Github. Da kann also jeder reinschauen. Die KI sagt, dass der Bug schon 2021 da war.

Antwort von Deepseek auf Frage "Gibt es zur ColdCard Firmware Pull Request? Von wem und betrafen sie den RNG oder die Seed Generierung?"
Ja, es gibt einen sehr kritischen Pull Request bzw. eine Reihe von damit zusammenhängenden Fehlern in der Coldcard-Firmware. Diese betreffen sowohl den RNG (Zufallszahlengenerator) als auch die Seed-Ableitung direkt.

Die Analyse zeigt, dass es sich nicht um einen einzelnen Bug handelt, sondern um eine Verfehlung bei der Build-Konfiguration, die über Jahre hinweg die Entropie der generierten Seeds drastisch reduziert hat.

Der Fehler: Von der TRNG zur Software-PRNG Das Problem wurde durch eine Code-Migration im März 2021 (Firmware 4.0.0) ausgelöst:

Ursache: Bei der Migration zu einer neuen Kryptobibliothek (libsecp256k1) wurde die Funktion zur Entropiegewinnung (rng_get()) unbeabsichtigt umgeleitet. Statt des speziellen Hardware-TRNG (True Random Number Generator) auf dem Coldcard-Chip, wurde ein Software-Fallback-PRNG (Pseudorandom Number Generator) aus MicroPython verwendet.

Der Auslöser: Ein Makro (MICROPY_HW_ENABLE_RNG) wurde auf 0 gesetzt, um den TRNG zu deaktivieren. Die Prüfung im Code prüfte aber nur, ob das Makro existiert (#ifndef), nicht ob es auf 1 gesetzt ist. Da es existierte (auf 0), wurde der Build nicht gestoppt und der falsche, schwache Generator wurde eingebunden.

Die verheerende Konsequenz: Dieser PRNG hatte eine winzige Entropie von nur etwa 240 (etwa eine Billion) möglichen Seeds bei den Mk2/Mk3-Modellen und ~272 bei den neueren Modellen. Zum Vergleich: Ein sicherer Seed hat 2256 Möglichkeiten. Ein Angreifer kann effektiv den gesamten möglichen Seed-Raum durchsuchen und so die Wallet wiederherstellen, wenn er nur eine öffentliche Adresse kennt.

Betroffene Versionen und Behebung Laut der Analyse sind folgende Firmware-Versionen betroffen, da sie diesen fehlerhaften Entropiepfad nutzen:

Hardware – Betroffene Firmware-Versionen – Behobene Version

Mk2 / Mk3 – 4.0.0 – 4.1.9 – 4.2.0
Mk4 / Mk5 – 5.0.0 – 5.5.1 – 5.6.0
Q – 0.0.2Q – 1.4.1Q – 1.5.0Q
Edge (X/QX) – 6.x – 6.6.0X / 6.6.0QX

Wichtig: Selbst wenn du auf eine behobene Version aktualisierst, ist der Seed, der mit einer betroffenen Version erstellt wurde, weiterhin unsicher. Du musst einen neuen Seed generieren (z.B. mit dem neuesten Firmware-Update oder via Dice-Rolls) und deine Gelder auf die neue Wallet migrieren. Ausnahmen sind Seeds, die mit 50 oder mehr manuellen Dice-Rolls erstellt wurden.

Wer hat den Fehler gemeldet? Die öffentlich zugängliche Analyse und der Proof-of-Concept (PoC) für diesen Angriff wurden von einem GitHub-Nutzer namens DK27ss erstellt und in einem Repository veröffentlicht. Es zeigt einen vollständigen Angriff, der die Wiederherstellung der Seed-Phrase in unter zwei Minuten auf einer handelsüblichen CPU ermöglicht.

Das Coldcard-Team (Coinkite) hat die Fehleranalyse inzwischen bestätigt und entsprechende Fixes veröffentlicht.

Landläufig wird das wohl ab sofort wieder in einen Topf geschmissen mit "Bitcoin ist gehackt" und "Selbstverwahrung ist mühsam und letztendlich unsicher". Dabei ist es "nur" ein normaler Software-Bug. Der allerdings den Source-Maintainern hätte auffallen müssen.

Gerade bei sooo kritischen Dingen wie der Seed-Generierung. Hier darf einfach nichts daneben gehen. Funktionierendes muss erhalten bleiben. Wer in einem Pull Request thematisch nur schon in die Nähe von Seed-Generierung kommt, muss doppelt und dreifach reviewed werden.

Hier gibt es noch Anlass, kurz die Arbeit der Maintainer am Bitcoin-Code zu erwähnen. Die kommen aus verschiedenen Ecken öfters unter Beschuss, obwohl sie ja nur selten eigene Dinge entwickeln und einbauen. Auch sie bekommen Pull Requests aller Arten. Und sie müssen extrem vorsichtig sein, was sie sich da ins Dorf Troya holen. Deren Verhalten ist langsam, wie die Schweiz. Es muss viel diskutiert und geprüft werden - (nur) was lange währt, wird endlich gut. So sei es.

Oder der Fall des Linux-Tools xy, das fast zum totalen Kollaps der Sicherheit in der Linux-Welt führte. Es gibt dazu sogar einen spannenden Veritasium Video. Dieser Angriff war definitiv einer zur gezielten Unterwanderung fast aller Linux-Software. Es wurde nur per Zufall von einem gewissenhaften und geschulten Menschen entdeckt.

Aber zurück: Ersteres stimmt nicht, Bitcoin ist in keiner Weise gehackt, ja, es ist im klassischen Sinn nicht mal ein Hack, denn der Angreifer hat nichts kompromittiert. Wie er auch immer darauf kam, er hat nachgebaut, erraten, erforscht, was die ColdCard als Seed-Generator nimmt. Der von der KI genannte Github-User ist wohl nur der White-Hat-Hacker. Böswillige geben sich natürlich nicht zu erkennen.

Mit Ersetzen der ColdCard gegen etwas anderes ist es aber nicht getan. Denn Bitcoin hängt am Seed, nicht an einer Software oder Hardware. Der Seed bleibt schwach, auch wenn man den in die Bitbox importiert. Damit hat man das Problem nicht gelöst.

Auch die ColdCard kann ja hoffentlich Seeds importieren, man muss sie also nicht wegschmeissen, nur zuvor einen gscheiten Seed importieren. Denn wozu braucht man Hard- oder Software? Richtig, um die mühsame Mathematik einer Transaktionssignatur durchzuführen. Deshalb gibt's Wallets. Dafür ist der Seed dann nicht mehr (direkt) nötig.

Zweiteres hat den Funken Wahrheit in sich, dass wir als Konsumenten der Produkte eben NICHT immer wissen, ob die Produkte gut gemacht sind. Das gilt besonders bei Software. Die schlimmsten Sünden sind ja jeweils jährlich an den Themen des C3, Chaos Communication Congress zu sehen.

In diesem Sinne sind wir eh alle den Produzenten von digitalen Dingern ausgeliefert. Die andere Seite der Selbstverwahrung ist aber, dass man gar kein elektronisches Gerät braucht, um einen Input für den Seed-Generator zu liefern: Würfeln. Es geht und wie man das macht, findet man unter Dice Ware.

Oder hier die Anleitung zum Würfeln mit der Bitbox.

Bei Bitcoin ist es halt so, dass wir kein Gegenüber haben. Wenn unsere Administrationsprodukte Fehler haben, ist's um "meine" Bitcoin geschehen.

Drum nenne ich das ColdCard Zeug ein Desaster. Weil niemand es wissen kann - ausser die Hersteller.

Andere Wallets haben natürlich sofort reagiert und nachgelegt mit Information, so wie im Blog der bekannten Bitbox 2 / Nova.

Wenn die Leute von Coinkite wirklich so bescheuert waren, einen schlechten Seed-Generator einzubauen ... dann sollten sie vom Markt verschwinden. Denn in der Welt von Kryptografie hängt alles von gutem Zufall ab. Denn ohne Zufall ist die benutzte Mathematik immer deterministisch, wie die Hash-Funktion.

Woher also der zufälligste Zufall?

Es gibt verschiedene Methoden, aber wer mal bei mir im Arduino Kurs war, kennt den besten Effekt bereits:

Wenn man den AD-Wandler nicht irgendwo anschliesst, sprich, den Input einfach offen liegen lässt, dann erzeugt der AD-Wandler ziemlich gute zufällige Werte, denn der versucht ja, den Spannungswert am Eingang zu digitalisieren. Wenn der Pin aber "in der Luft hängt", Elektronikerslang, dann misst er eigentlich im besten Fall die Brownsche Molekularbewegung, also den Zustand der Materie, die den Eingangswert des AD-Wandlers bildet. Und was deren Moleküle grad so treiben bei 20° Raumtemperatur ... DAS weiss nun wirklich niemand.

Jedes gute Hardwarewallet wie eben "unsere" Schweizer Bitbox hat sowas. Kaufen!

Weil's grad passt heute: Schweizer Qualität seit 1291 :-)




Nachtrag zur Eigensicherung

Ich möchte anfügen, wie man sich gegen sowas schützt. Das vergass ich, weil ich diese Sache schon seit Erwachsenenleben praktiziere:

Hersteller-, Produkt- oder Anbieter-Diversifikation

Da wir eine Wahrheit ja nie kennen, weiss ich nicht, ob in anderen Dingen meines elektronischen Alltags Fehler drin sind. Drum, auch wenn's etwas mühsamer ist, es lohnt sich. Die Anbieter versuchen zwar mit Rabatts etc. die Leute für einen ganzen Strauss an durchaus nötigen und sinnvollen Angeboten an sich zu binden. Doch ergibt das immer ein Klumpenrisiko.

Ich hatte das grad letztens mit meiner Autoversicherung erlebt, die ich dringend erneuern musste. Da ich aus verschiedenen und historischen Gründen Hausrat- und Haftpflicht-Versicherung dummerweise beim gleichen Anbieter hatte, wollte der mir eine Autoversicherung nicht gewähren - gerade, als ich eine neue innert 1-2 Arbeitstagen beschaffen musste.

Klar, nicht so schlimm, ausser einen Tag Stress. Und klar, es war am Schluss ein anderer Anbieter. Obwohl sich ein Mitarbeiter des bisherigen Anbieters sehr bemühte, kam er aber gegen das interne Risk-Management nicht an und musste mir bedauernd absagen.

Fazit

Es gibt nirgendwo ein Risiko 0. Wissen wir ja alle, aber nicht alle machen das, was eigentlich leicht ist: Sie verlassen sich nicht nur auf ein einziges Gegenüber. Die Extramühe lohnt sich - halt erst im Erlebnisfall ... aber dann schadensmindernd.

Wenn's um Dinge geht, die ich unter Kontrolle haben will, dann muss ich das Gegenpartei-Risiko minimieren. Bei Hardware-Wallets hiesse das, dass man sein Vermögen auf Hardware-Wallets verschiedener Hersteller aufteilt. Oder ein Multi-Sig-Wallet bestehend aus solchen betreibt. Oder etwas wie einen Seed-Signer nutzt. "Oder" ist hier nicht ausschliessend gemeint, Kominationen daraus sind auch gut.

Denn was führen diese ein? Zeitverzögerung!

Sie ist die Achillesferse aller bisherigen Single-Sig-Wallet Setups: Sie signieren sofort und die Transaktion ist innert 5-35 Minuten durch. So lange kann man Gewaltopfer schon unter Kontrolle halten. Deshalb ist etwas, was diesen Prozess in die Länge zieht, ein Schutz gegen Raub.

Ein Service wie Bitvault bietet genau das. Leider integrieren sie sich bisher nur mit sehr wenigen Hardware-Wallets. Ich hoffe sehr, dass sich das asap ändert. Der ColdCard-Case sollte eigentlich der richtige Ruck dahin sein ... ColdCard Besitzer wären damit auf jeden Fall schadlos geblieben ...

ARD: Putins Krypto War

Im ARD kam letzthin diese Sendung über die Spekulation, ob Putin mit massivem Bitcoin-Mining seinen Krieg finanziert.

Dabei wurde gesagt, dass Bitcoin dank billigem Gas aus Russland Bitcoin geschürft wird. Nun, das muss einem egal sein, denn Bitcoin ist Geld für Gegner. Es ist halt nicht zu ändern, dass Bitcoins von jedem Heiligen und jedem Schurken geschürft werden können. Das ist so und so soll es bleiben. Denn alles andere wäre Zensur.

Mir ist das insofern egal, weil ich eben dieses Hallmark von Bitcoin als wichtig ansehe. Was mich allerdings ärgert, ist, dass immer noch Leute unreflektiert sagen, Bitcoin fördere grüne Energien. Das mag schon stimmen. Aber ich entgegnete schon immer, dass dieses Bitcoin-Mining auch einen Markt schafft für "billige" Energie. Und diese kann auch eine Umweltsauerei sein ... wie die Goldschürferei genau dasselbe auch ist.

Denn es ist für "brave" Miner schon so, dass sie die günstigsten Energiequellen brauchen. Aber wenn jemand die Energieproduktion subventioniert, ist die "Grünheit" des Stroms noch nie gesichert gewesen. Das scheint von Putin gemacht zu werden, weil er halt "sein" Gas billig verhökern kann.

Mich nervt also nur, dass hier Gas verstromt wird in einem gewaltigen Ausmass, um politische Ziele zu verfolgen. Weil hier jegliche Ethik oder globale Verantwortung nicht funktioniert, wenn Egomanen die Naturressourcen eines Landes ausbeuten können.

Wenn Bitcoin-Firmen sich brüsten, dass sie nur grünen Strom brauchen, dass dies sogar der Umwelt diene ... ist das natürlich möglicherweise wahr, aber in der ökologischen Wirkung lachhaft, wenn ein Putin aufs C02 scheisst und einfach seine billige Naturressource verstromt.

Ich hielt das schon immer für möglich, dass die Bitcoin-Schönredner gewisse reale Tatsachen einfach ignorieren oder zumindest herunterspielen.

Dass man natürlich mit Kryptowährungen diverse Sachen machen kann, die eben ausserhalb der Kontrolle eines Staates sind, das ist ja schon klar. Es gehört für verantwortungsvolle Leute ja zum Plus. Egal, ob Bitcoin, XRP, XMR ...

Hier kommen die Chain-Analyse-Firmen ins Spiel. Also halt Private, die die Rolle der staatlichen Kontrolle übernehmen. Auch nicht nett, aber immerhin, anders halt. Denn immerhin haben sie nicht das gesellschaftlich sanktionierte Machtmonopol.

Die Sendung erklärt in meiner Sicht gut, dass Kryptowährungen natürlich die menschlichen Fehler nicht beheben können. Es werden nur die Täter und Opfer, die Kontrolle ausgetauscht. Ob es jetzt Fiat ist oder Bitcoin, Tether, A7A5, das ist völlig irrelevant.

Das war schon immer so und bleibt auch so, denn der Mensch wird ja nicht besser, nur weil es kontrollfreie Kryptowährung gibt. Diese sind das sprichwörtliche Messer, das zum Brotschneiden oder Menschen-Abstechen dienen kann.

Also alter Wein in neuen Schläuchen. Und wie gesagt, das ärgert mich nur leidlich. Was mich sehr ärgert, ist die Verantwortungslosigkeit derjenigen, die den Brennstoff der Krypto-Währungen aus der Natur gegen die Natur einsetzen.

Mir ist Putin egal, Trump ditto, jeder andere Hero auch ... schliesslich heisst ein Meme ja, slay your heros. Denn dass die alles nutzen, was brauchbar ist gegen einen Feind, das ist halt so und war immer so.

Wenn das also so ist, dann bitte wenigstens mit der neutralsten Währung, dem Bitcoin.

Der Podcast letztens, in dem Roman "gegen" Robin antrat, zeigte halt, dass es kein Richtig oder Falsch gibt. Roman vertritt halt, dass der Schwarm, der Markt regelt, wie es mit dem Bitcoin weitergeht. Und niemand kommt dagegen an. Robin hingegen findet, dass Bitcoin seine Hallmarks verliert. Beides Meinungen. Auf jeden Fall nur Meinungen von zwei Milliardsteln des Schwarms. Die Gesamtheit allerdings wird die Richtung bestimmen.

Der Schlusssatz der Sendung, dass die Kryptowährungen besser kontrolliert werden müssen ... das finde ich sinnlos. Denn wenn eine Community entsteht um eine Kryptowährung, muss es nur diese interessieren, was sie damit anfangen kann, so bleibt es in ihrer Bubble.

Das war ja auch bei Bitcoin so. Wer heute über den Pizza-Tag lacht, hat vergessen, dass auch Bitcoin einfach "wertlos" war. Es ist einfach eine Technologie, die zum ersten Mal den Double Spend verhinderte und keine Third Party braucht. Das Hauptproblem der digitalen Informationsklonerei. Damit konnte man mindestens das Bescheissen verhindern. Und doch blieb auch dieses Konzept lange "wertlos".

Ich persönlich weiss eigentlich bis heute nicht, was genau den Start der Bitcoin-Hausse auslöste. War es natürlich? War es spekulatives Fiat-Geld-Versenken, Unicorn-Probing? Who knows.

Es ist auch nicht mehr wichtig, denn vielleicht - aber nur vielleicht - haben die fundamentalen Eigenschaften von Bitcoin wirklich immer mehr Menschen fasziniert. Ich hätte es gerne so, aber ich weiss es wirklich nicht.

Mir gefiel die Sendung. Denn sie zeigte wohl einfach, dass nichts Technisches die Machtspiele einiger verändert, im Gegenteil, sie werden genau dafür genutzt. Aber: die "Guten" geniessen deren Vorteile, denn selbst gutmeinende Institutionen haben nicht das Recht, mich der ökonomischen Handelsfreit zu berauben - unter dem Titel der Bekämpfung der "Bösen".

Und zumindest mit Bitcoin haben wir "Guten" endlich eine wertvolle Alternative zum Kontrollinstrument Fiat-Währung.

Breel Embolo, unsere Nati und Bitcoin, hä?

Tja, ich war auch sehr betrübt, dass die Schweizer Fussballmannschaft ausgeschieden ist - mutmasslich, weil sie ab der 72. Minute ohne Breel Embolo auskommen musste, also 10 zu 11 Spieler für den Rest der Spielzeit und - überraschenderweise - sogar noch einer Nachspielzeit.

Was hat das nun mit Bitcoin zu tun?

Ganz einfach: Wer bei Bitcoin nicht nach den Regeln spielt, verliert. Inevitably, wie die Amis sagen. Unausweichlich. Weil die Kosten für die Verfehlung bei Bitcoin fast so sicher wie das Amen in der Kirche zu einem eigenen ökonomischen Verlust führen. Da spielt man doch lieber nach den Regeln. Dann gewinnen alle - im Sinne des Spiels.

Breel Embolo machte das nicht. Er hatte schon Gelb und fabrizierte eine Schwalbe. Wäre da der VAR nicht gewesen, hätte das auch niemand entdeckt. So hatte Sascha Rufer im SRF TV dann recht drastisch über den VAR gelästert. Emotional verständlich, aber niemand hat ein Wort verloren über Breel. Alle konstatierten, klar, er hat eine Schwalbe hingelegt. Punkt. Aber dass er damit der Mannschaft einen gewaltigen Bärendienst erwies - nun, das 3:1 hat es gezeigt.

Es ist klar, es geht nicht um Breel Embolo, ausser, dass er halt den Spielverderber gemimt hat. Es ist halt gegen die Regeln, bescheissen zu wollen. Alle wissen das, und es gibt eben Konsequenzen. Es lief ja grad gut, warum kam Breel auf so ne Schnappsidee, wenn er doch schon Gelb war.

Beim Fussball haben wir das halt alles schon internalisiert. Übertriebene Härte "sei heute halt so im modernen Fussball" oder soll ich "mordenden" Fussball schreiben?

Fussball hat einen wunderbaren Showcase Charakter: Alle lieben ihn, alle lassen sich packen. Aber auch alle nehmen einfach hin, was da so läuft: Spieler sind ausser an Weltmeisterschaften nicht mehr fürs eigene Land Spieler, sie machen mit am grossen Geld, ganze Clubs gehören Finanzakrobaten, Trainer werden innert kürzester Frist der Erfolglosigkeit geschasst, die teuren Spieler selten hinterfragt ... sooo viel um den Fussball herum ist minderwertig. Die FIFA mit ihrer Machtpolitik ditto.

Aber, der Fussball ist eben auch: Nur ein TEAM gewinnt, eine Schwingung, ein Zutrauen, ein Gemeinsam ... und dieses Ganze packt einen halt, zieht einen rein und lässt einen mitfiebern im "Kampf" mit dem Gegner, der ja auch zum Gemeinsamen gehört. Ich habe eigentlich auch noch nie einen Fan gehört, der für einen Schiedsrichter fant. Wir wissen schon, dass es eigentlich keinen bräuchte, wenn wir nicht vergiftet sind.

Wenn man sich aus eigener Einsicht an die Regeln hält, bräuchte es keinen Schiedsrichter, geschweige denn den VAR.

Bis Embolo den regelwidrigen Abflug machte, lief alles gut fürs Team. Und danach ging's nicht mehr, bzw. das Team musste überproportional mehr Energie aufwenden, um seinen Ausschied zu kompensieren. Wenig oder gar nicht überraschend, dass es nicht reichte für 120 Minuten.

Vielleicht erscheint es zu esoterisch, dass ich sehr spontan auf diesen Konnex kam. Denn nach den Regeln spielen ist halt wirklich einfacher als dagegen. Wer die Regeln so und so aufstellt, das ist natürlich eine ganz andere Story.

Im Fussball sind die Regeln halt einfach, jeder kapiert sie innert kürzester Zeit. Und noch viel mehr: es scheinen ja universelle Regeln zu sein. Sonst wäre Fussball nicht überall in der Welt. Lohnt sich, darüber mal nachzudenken ...

Nicht nur, weil es gestern Nacht also nur noch 10 Leute gegen 11 waren, war mir sofort klar, das geht jetzt nach hinten los. Obwohl ich auch dachte, sie könnten nun endlich mal einen Grossen schlagen, erst recht nach dem Ausgleichstor. Dieses Rankommen nach mehr als einer Stunde war schon beeindruckend. Chapeau.

Schade ... das Beispiel zeigt halt wieder mal: Der Same des Misserfolgs liegt im Kleinen, meist Unbeachteten. Das wird in Myriaden von Sprüchen und Beobachtungen in allen Lebensbereichen seit jeher belegt. Aber eben, wir schauen halt lieber auf grosses Gehampel ...

Der Fussball überlebt's, er überlebt sogar Leute, die ihn auf den Schild heben wie Infantino ... diese Kooperations- und Wettkampfregeln sind stärker als Einzelmasken.

Wäre Embolo nur auch so langweilig einfach den Regeln gefolgt wie die Player bei Bitcoin ... vielleicht stünde die Schweizer Mannschaft nun im Halbfinal ... who knows.

Was ist KI heute für mich?

Früher, noch im alten Jahrtausend, hiess es nur selten KI. Weil man doch noch um Welten davon weg war, was heute jeder kennt und (gedankenlos?) benutzt. Damals hiess es Neuronale Netzwerke. Weil der Mensch ja immer nur sich selbst nachbaut und das Gehirn natürlich als der Endgegner erscheint, wurden die Neuronen ins Visier genommen.

Man wusste schon, dass diese eigentlich etwas wie Schwellenschalter sind, die viele Eingabe- und Ausgabeleitungen haben. Die Eingangssignale werden dann erst noch verstärkt oder gedämpft, so dass so ein Neuron eine höchst dynamische Sache ist. Und von diesen kleinen Schaltern hat jeder Mensch etwa 100 Milliarden.

Die Schalter müssen aber verbunden werden. Dazu dienen die Synapsen als Connectors, von denen jedes Neuron bis zu 10'000 habe. Wenn man das multipliziert, kommt man schon auf eine gigantische Zahl von Verbindungen, die wie erwähnt erst noch verschiedene Signalstärken transportieren. Und diese Verbindungen können erst noch jederzeit auf- oder abgebaut werden.

Das Gehirn ist höchst dynamisch oder elastisch, wie andere sagen. Es rostet auch nicht - sein Zustand, seine Leistungsfähigkeit hängt nicht vom Körperalter ab. Vielmehr gilt: If you don't use it, you loose it.


Die Mechanismen des Gehirns rein mathematisch zu modellieren, war damals schon machbar. Aber in der Menge konnte man das damals als Simulation nicht skalieren. Angesichts der gigantischen Zahlen meinte man auf oft, das wäre eh nie möglich.

Ich als Trekkie dachte mir bei TNG "Computer haben es für mich erst geschafft, wenn ich mit ihnen reden kann wie Captain Piccard".

Dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht. Meine ersten Experimente waren das Erkennen von Ziffern in einer 7x5 Segmentanzeige. Immerhin, damals schon mit erstauntem "Hä, wieso nimmt es diesen Pixel als Unterscheidungsmerkmal?". Das ist erst 35 Jahre her ...

Nun in die Gegenwart, was habe ich in meinem persönlichen Alltag von der KI?

Zu meinem Alltag gehört nach wie vor Software-Entwicklung. Als ein Application oder Solution Architect empfand ich das teilweise mühsam, aber natürlich auch herausfordernd. Denn mein Gehirn lieferte mir immer schon eine gute Gedächtnisleistung. Zusammen mit Neugier und Spieltrieb lernte ich schnell und mühelos viele Programmiersprachen. Diese waren für mich wie die Dialekte - es gibt so viele, und alle lösen nur das eine: der emsigen Biene, der CPU, in ihrer eigenen Sprache beizubringen, was sie zu tun hat.

Da die Welt verschiedene Bereiche kennt, war es nur logisch, dass es Sprachen gibt, die für spezielle Anforderungen entwickelt wurden. Sie halfen, die Denkweise oder die Problemstellung optimal in die CPU-Sprache zu übersetzen. Oder genauer: Sie wurden so entwickelt, dass der Mensch seine Denkweise optimal formulieren kann.

An der ETH bekam ich Pascal und Modula-2 gelehrt. Weil vor allem Pascal entwickelt wurde, um Studenten die saubere Denk- und Schreibweise zu lehren.

Bei mir kamen dann mit der Zeit viele andere Sprachen hinzu. Die heutige Business-Welt benutzt in meiner Sicht eigentlich relativ wenige. Auf der anderen Seite, Sprachen sterben nicht so schnell aus, weil die Software üblicherweise länger lebt als ihre Programmierer. Wenn diese sich verabschieden, müssen die Systeme gewartet oder migriert werden.

Der Running Gag hier ist ja COBOL ... aber eben, sie lebt immer noch. Die Sprache selbst ist wie bei menschlicher Sprache auch nicht das Problem. Die Herausforderung ist das Vokabular.

Und genau hier ist die Hilfe der KI eine gigantische Hilfe für Leute wie mich. Für mich ist KI auch nicht wirklich intelligent, sondern es ist die beste Suchmaschine, denn sie hat alles gefressen, was ich zwar auch verstehen würde, was ich aber quantitativ niemals sehen oder gar ins Gehirn schaufeln könnte.

Und die grösste aller Hilfen ist es, dass sie meine Aussagen "versteht" und ihre Suchresultate wirklich passen zu meinem Problem. Und ich bin ja der ungenaue. Ich habe eine Idee im Kopf, die ich kommunizieren muss, damit ein Computer was daraus machen kann. Dies war schon immer das Problem der Entwickler.

Die Suchmaschine StackOverflow war und ist eine tolle Anlaufstelle, aber wie auch immer ich anfrage, die Resultate waren ja nie auf mein Problem gemünzt. Weil die Suchmaschinen gar nichts verstanden haben von dem, was sie lieferten.

Die KI ist für mich der Meilenstein, weil sie wirklich versteht (ich mache die " nun nicht mehr um das Wort), was ich überhaupt vortrage. Dazu musste noch etwas hinzukommen: ein (temporäres) Gedächtnis, der Kontext.

Wir Menschen sind nie kontextfrei. Wir wählen unsere Worte in Abhängigkeit der Umgebung, Stimmung und der Intention, um nur drei zu nennen. Und Publikum. Eine Suchmaschine war bisher natürlich ein strohdummes Publikum. Dank KI ist das Publikum nun verständig. Sie versteht, was ich will. Dann sucht sie. In ihrem gigantischen Reservoir an Aufgeschnapptem, bewerteter Information.

Dann kommt das Gedächtnis der KI dazu - und schon kann ich mit dem Computer so reden wie mit einem Menschen.

Wir haben mit der KI dem Computer also schon mal das für den menschlichen Alltäglichste beigebracht: die Kommunikation mit Kontext.

Erstaunlicherweise reicht das vielen Menschen schon. Oder andersrum ... ist der Mensch doch nicht viel mehr als eine Maschine? Lassen wir das mal weg ...

In meinem Alltag ist es also nun so, dass ich mit meiner nie perfekten sprachlichen und logischen Präzision der KI ein Problem schildern kann. Sie versteht, was ich meine, zieht den Kontext zu Rate und bewertet erneut, was ich wohl meine, durchsucht damit ihren Speicher und verwurstelt die Resultate zu Texten, die ich in meiner Sprache verstehe - alternativ eben jede beliebige Programmiersprache.

In meiner Praxis bin ich mit der KI bisher aber nicht schneller geworden, denn ihr Kontext ist nie gross genug für die sogenannte Erfahrung, die sich in meinem Gehirn verdrahtet hat. Was KI kann, ist, auf meine Impulse reagieren, wenn ich diese geben kann.

Das finde ich eine der grössten Erleichterungen, denn so kann ich mein Aufgeschnapptes in den Dialog reinwerfen. Wie ich es auch bei einem Menschen würde. Nur, die KI hat wohl alles vom Angedeuteten eben schon wirklich gefressen und im Zugriff - weiss alles darüber.

Wenn ich also an einem Problem sehe, wie sich Claude abmüht, weil er mein Problem erkannt und auch meinen Lösungsimpuls miteinfliessen lässt, dennoch aber nichts Befriedigendes liefert - immer dann stelle ich fest, dass die KI (noch) nicht klären kann, wann es Zeit ist zu stoppen, rauszuzoomen, eine neue Idee zu finden und mit dieser Herangehensweise erneut ins Problem reinzuzoomen.

Zumindest vorerst ist das noch nicht möglich. Wenn ich Claude diesen Impuls gebe - macht der seine Magic und schreibt dann lapidar "Gute Idee, ich prüfe das mal"

In diesem Sinne ist KI für mich nur bei einfachen, seiteneffektfreien Problemen eine Verschnellerung. Was ich mit ihr aber erreiche, ist das schnelle Abgrasen und Probieren von Alternativen auf einer unendlich viel grösseren grünen Wiese.

Damit bin ich für ein gegebenes Problem also nicht schneller, aber dank KI konnte ich verschiedene Herangehensweisen ausprobieren. Früher sagte ich oft, "ok, diese Idee hätte ich noch, aber bis ich den PoC dazu gemacht habe ... " zuviel Zeit, zuviel Aufwand, zuwenig Motivation.

Für einen erfahrenen Entwickler wie mich ist KI also kein Zeitgewinn, sondern ein Enabler zum Finden der besten Lösung aus einem viel breiteren Spektrum an Möglichkeiten. Und das macht die KI dann eben emotionslos, präzise, ich würde fast sagen fehlerlos. Denn für so einen PoC muss man teilweise recht viel Temporäres bauen - inklusive neuer Fehler, die ich machen würde. Diesen mühsamen Prozess nimmt mir die KI ab. Dafür bin ich extrem dankbar.

Denn meine Qualität als Software-Entwickler ist der Ideen-Reichtum. Ich könnte immer mehr probieren. Ich kenne die Kontexte, schaffe sie ja auch. Nun habe ich einen Assistenten, der emotionslos, frustfrei jedem meiner Impulse folgt und in beliebig vielen Iterationen umsetzt.

So wollte ich es schon immer. Seit ich mit dem C64 in die (Un)Tiefen der Computerei eingetaucht bin.

"Computer: Mache eine Analyse der Bedrohungslage anhand der Sensorendaten und vergleiche es mit Mustern früherer Begegnungen mit den Borg", "Aye Captain" ...

Die FIFA ist noch weniger als eine Bananenrepublik

Infantino hat schon den richtigen Namen. Kindlich wäre ja noch nett, kindisch ist wohl richtiger.

Ein Duckmäuser erster Güte ... der Big Guy on the backyard bellt mal kurz, und Infantino kuscht. Aber eben, man könnte ja sagen, nur die schwachen Charaktere schaffen's zum Top - weil sie sich anpassen, unterwerfen, speichellecken etc. etc.

Nicht meine Linie. Dem Frettchen hätte ich gesagt, bei aller "Liebe", das ist nicht dein Metier, halt dich draussen - einem, der nicht mal weiss, was eine rote Karte ist. Logisch, einer, der sich nicht an Regeln hält, nicht mal seine eigenen. Wie sollte der auch können. In dem Sinne ist die USA ja wohl auch bald eine Bananenrepublik.

Ich frage mich grad, ob man den Bananenrepubliken nicht unrecht tut ...

Nun ja, wir in Europa und natürlich der Schweiz wissen schon längst, welcher Art die FIFA ist. Die Organisation natürlich.

Wenn es nicht so peinlich für Infantino wäre, würde man es wohl unter den zahlreichen Peinlichkeiten des gemeinnützigen Vereins FIFA ablegen können, aber Infantino macht ja auch das Spiel kaputt, weil zum Spiel die unbedingte Akzeptanz der Schiedsrichter und des Regelwerks gehört.

Das amerikanische Team hätte aus Sportsmanship verzichten sollen, den Roten aufzustellen.

Es ist unglaublich, passt halt in die Zeit ... man beachte mal, welche Art von Mensch derzeit die Politik führt. Egal wo, in welchem Land.

Star Trek wird 60

Damit ist die Science-Fiction Serie zwar noch 5 Jahre jünger als Perry Rhodan, aber dennoch, wahrscheinlich kennen die meisten Star Trek eher als PR. Obwohl PR eine deutsche Story ist.

Man weiss ja sicher, dass viele der jetzigen, arrivierten Physiker in ihrer Jugend von Star Trek beeinflusst wurden. So auch Professor Doktor Metin Tolan der TU Dortmund. Den habe ich natürlich selbst nie persönlich erlebt, aber schon oft gesehen im TV, weil er in den populärwissenschaftlichen Formaten regelmässig erscheint. Und er hat Star Trek offenbar auch gefressen ... so wie ich ...

Er hielt im März einen amüsanten Vortrag zur Physik von Star Trek. Dies, um unter anderem zu beweisen, dass die Enterprise inklusive Besatzung eigentlich nur 158 kg schwer sein kann ... :-) ... klar, die haben ja auch Trägheitsdämpfer. Und natürlich sind die 158 kg nur die träge Masse ...

Man bedenke, dass Star Trek seit eben diesen 60 Jahren Sachen erzählt, die phantastisch sind, aber offenbar schon Konsistenz haben ...

Ähnlich amüsant ist auch dieser Vortrag, man erkennt das Thema auch schon von Weitem ... der ist zwar schon 7 Jahre alt ... aber sowas ist immer spannend zum Vergleichen, was wir heute haben, wovon vor 7 Jahren noch als Zukunft gesprochen wurde. Nur schon diese Beobachtung ist viel beeindruckender als mancher Vortrag.

WM 2026, Parade der Nationalhymnen

Das finde ich immer toll an internationalen Anlässen: Ich höre Nationalhymnen, die ich - gerade mit all den neuen Teilnehmerländern - noch nie gehört habe.

Jetzt grad Elfenbeinküste und Norwegen. Was mir auffällt: Man kann eigentlich immer sagen, woher die Hymne stammt. Beschwingt die von Elfenbeinküste, getragen die von Norwegen. Quirlige, warme Elfenbeinküste, bedächtiges, kühles Norwegen.

Ob die Attributzuweisung stimmt ... ist völlig egal, aber man merkt schon, aus welcher geographischen Breite das Land stammt ... schön, die Vielfalt, die sich ab und an die globale TV-Präsenzzeit teilt.

"Nur bei 10% wird die Akteneinsicht verweigert"

... sagt der schweizerische Datenschutzbeauftragte. Die Behörden "gewähren grösstenteils die Einsichtsgesuche".

Warum ist das für mich einen Artikel wert? Weil es mich immer noch stört - ich finde 10% eigentlich noch recht viel.

Wir haben dem Verfassungsartikel §13 folgend das sogenannte Öffentlichkeitsgesetz (BGÖ), das jedem Bürger Einsicht in amtliche Dokumente der Behörden gewähren soll. Natürlich (...) gibt es Ausnahmen - wer hätte es gedacht.

ChatGPT listet die wie folgt auf:

Das BGÖ kennt zahlreiche Ausnahmen. Zugang kann eingeschränkt, aufgeschoben oder verweigert werden, insbesondere wenn dadurch:

  • die freie Meinungs- und Willensbildung einer Behörde beeinträchtigt würde,
  • laufende behördliche Massnahmen gefährdet würden,
  • die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz betroffen wäre,
  • aussenpolitische Interessen beeinträchtigt würden,
  • Beziehungen zwischen Bund und Kantonen beeinträchtigt würden,
  • wirtschafts-, geld- oder währungspolitische Interessen gefährdet würden,
  • Berufs-, Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnisse offenbart würden,
  • vertraulich von Dritten gelieferte Informationen preisgegeben würden,
  • die Privatsphäre Dritter beeinträchtigt würde.

Darüber hinaus gilt das BGÖ gar nicht für bestimmte Bereiche, beispielsweise:

  • Strafverfahren,
  • Verfahren der internationalen Rechtshilfe,
  • verschiedene Spezialverfahren, die eigenen Geheimhaltungsregeln unterliegen

Die Bereiche Strafverfahren und Rechtshilfe kann man ja soweit verstehen. Die Spezialverfahren, tja. Was das wohl alles umfasst ...

In der Schweiz zumindest sind wir, das Volk, der Souverän. Wir brauchen uns also nicht zu scheuen, beim Staat, unserem Angestellten, nachzufragen. Wir sollten das eventuell als Individuen mehr machen, damit der Staat merkt, das der Chef ab und an reinschaut in seine Gewurstel.

Das meine ich eigentlich neutral. Auch in der EU haben wohl alle Mitgliedsstaaten solche Gesetze. Die Frage ist halt, haben wir in der Schweiz aufgrund der direkten Demokratie mehr Macht, wenn wir sie denn wahrnähmen.

Ich habe derzeit grad einen eigenen Fall mit der ESTV. Drum - und weil heute der Datenschutzbeauftragte im Radio sprach - fand ich es die Zeit wert, mir wieder mal zu vergegenwärtigen, welche Mittel ich habe.

Aber eben, Recht haben und Recht bekommen sind bekanntlich zwei verschiedene Dinge. Denn die Währung zur regulären Ausübung der Macht heisst: Zeit.

Und deswegen nutzen das wohl zu wenige im Schnitt. Würden wir es mehr tun, würden wir vielleicht viel mehr steuern können als mit unseren Initiativen - denn die brauchen noch viel mehr Zeit-Cash.

Ich finde das schon ein wichtiges Thema, denn wenn alle nur immer auf den Staat einschlagen: Habt ihr denn mal geschaut, wieso der was so macht, dass es euch stört. Müssen wir uns nicht immer selbst an der Nase nehmen, wenn's anders läuft als gewollt? Die schweigende Mehrheit also, die wie dunkle Materie in den Abstimmungen die Gravitation der trägen Masse offenbart.

Nun, immerhin 90%. Und ich bin ja auch einer derer, die dem Schweizer Staat grundsätzlich förderliche Absichten unterstellt. Schliesslich misstraut der Chef ja auch in der Wirtschaft nicht per se jedem Mitarbeiter ...

Kübler-Ross, Longevity, der eigene Tod, der Wechsel

Schon spannend, dass mir nach den gestrigen Bitcoin-Videos heute im SRF die Dokumentation von 2002 über die Schweizer Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross und danach die Sternstunde Philosophie zu ähnlichem Thema in Auge stachen.

Ohne Worte, dass ich natürlich wärmestens empfehle, sowas sich am besten höchst privat vielleicht anzuschauen.

Das Leben ist die Vorbereitung auf den Tod. Was auch immer der ist. Kübler-Ross hat dazu einiges festgehalten, indem sie Sterbende interviewte. Mit aktivem Zuhören, wie man das ja so nennt.

Ist ja auch eines meiner Themen. Grosse Neugier seit der Jugend. Viel dazu erlebt, gelernt und losgelassen.

Eigentlich ist das grundsätzlich das Thema dieses Blogs, so hatte ich ihn 2007 angedacht. Dass es sich leicht anders entwickelte .. tja nu.

Wie man leicht erkennt, schreibe ich doch viel über Bitcoin. Kann man das denn verbinden? Was hat der mit dem Leben zu tun?

Tja, das weiss doch jeder Bitcoiner ... und ist sogar noch stolz darauf, es zu verkünden!

Bitcoin ist begrenzt, Bitcoin ist höchstpersönlich und einmischungsfrei.

Wer Bitcoin weitergeben will nach seinem Exitus, der muss sich ja damit beschäftigen. Und da die wenigsten wohl ihr Wechseldatum kennen, muss man das schon ziemlich bald in der Bitcoin-Reise anpacken, sonst haben die Erbenden dann nix vom "Reichtum".

Wer Bitcoin versteht, erkennt den Umfang mit ihm als höchstpersönliche, einmischungsresistente Sache. Denn wer "not your keys, not your coins" akzeptiert für sich, erkennt, dass ihm hier niemand dreinreden darf.

Wer Bitcoin versteht, ist vielleicht im Alltag bewusster, altruistischer, verständnisvoller. Denn zum Verständnis muss man sich ja durch diverse Lügen und Scheinvorstellungen durchkämpfen.

Systeme, die unnatürliche Verhaltensweisen fördern, wie eben das aktuelle Fiat-System, bringen Symptome hervor wie den Drang nach Langlebigkeit, wobei das ja bisher eigentlich nur Körper-am-Leben-Erhalten heisst. Da werden von reichen Leuten Millionen reingebuttert - als Business und Ausgang für die eigene Endlichkeit.

Man kann jedem die Frage stellen: Mach eine Zweispalten-Liste. Auf der einen Seite schreibst du hin, wieviel Geld du in die Körpererhaltung, auf deren wie viel du in die Geistesentwicklung gesteckt hast. Wenn du das ehrlich machst, dann betrachte das Resultat. Ist es ausgeglichen? Ich darf wohl mal annehmen - in keiner Weise. Oder?

Es gibt ja soviele Anreisserfragen, die einem selbst bewusst machen, was einem selbst wirklich wichtig ist.

Diese Fragen werden ja eh jeden irgendwann mal treffen. Warum also nicht schon jetzt. Denn wenn es dann am persönlichen Ende genau darum geht, fehlt möglicherweise die Zeit, die Erkenntnisse daraus umzusetzen.

Diese Anreisserfragen zum eigenen Tod sind eigentlich direkt übertragbar an die Fragen, wofür man im Fiat-System denn seine Lebensenergie investieren soll. Es hat ja alles ein Ende, zumindest das Persönliche.

Da schrieb doch letztens ein amerikanischer Milliardär "Die with Zero" .... stirb mit 0 auf dem Konto. Tja, kann der ja locker sagen, der hat ja die 2 Steak pro eigene und Mahlzeit der Familie auf den Tellern. Doch selbst so einer erkennt, was ihm im Leben bis zum Tod wirklich Liebe und Anerkennung bringt, keine geheuchelte Freundlichkeit der Nachkommen, die zwecks Erben auf ein baldiges Ableben mit möglich zuträglichem Testament hoffen. Wieviel Freude und Erleichterungen kann ein Milliardär mit einen Fiat-Milliarden verschaffen? Von dem er dann auf der immateriellen Lebensseite sogar noch was hat ...

Wenn sich also ein Fiat-Milliardär die existenziellen Fragen stellen kann, dann müssten Bitcoiner das erst recht mit Leichtigkeit tun können. Denn eben, sie wissen um Endlichkeiten.

So kann Bitcoin meines Erachtens nach natürliche Abläufe wieder ins fiat-verzogene Denksystem einführen. All die geistigen Irrläufe können mit seiner Hilfe neu beleuchtet und ggf. korrigiert werden.

Es ist doch klar, dass Tod-verleugnende Geister sich ein System wie das Fiat-System seit 1971 entwickeln konnten. Die Kriegsfinanzierung war der Grund für Nixon, der schon mal den Tod von Soldaten ignorierte, und der damit auch die Konsequenzen des eigenen Tuns ignorierte. Beides unnatürliche Ignoranzen. Aber mit dem Fiat-System und dem Roten Knopf gab es eben einen vermeintlichen Ausweg.

Dass es keinen Ausweg gibt aus abgeschlossenen Systemen, hat die Physik schon mehrfach bewiesen. Nixon konnte / durfte / musste dies bis zu seinem Wechsel im 1994 erleben. Wie, das weiss wohl keiner. Arm - im wirtschaftlichen Sinne - nicht.

Bitcoin ist nur ein Werkzeug. Es schält die eigenen Werte heraus, schärft die Sicht auf die Wünsche für die eigene Zukunft. Bei den meisten Bitcoinern vernahm ich da eine eventuell neu gedachte Sparsamkeit - freiwillig.

Das ist mir die schönste Beobachtung: Leute beginnen sich wieder für globale Themen zu interessieren, denn - wie jeder weiss - Geld ist überall und jederzeit - also global. Dabei spielt es keine Rolle wie die Einheit grad heisst.

Mich reizte Geld per se nie. Ich war ja auch mal jung. Und ich hatte auch längere Phasen, wo es nur existenziell knapp vorhanden war. Doch wie wir Bitcoiner auch sagen, erklärten auch meine spirituelle Lehrer immer: Geld ist Energie. Sie meinten damit Energie anders, aber wir verstehen es dennoch. Wer Energie hat, kann etwas bewegen - der Proof of Work eben.

Und wer mal aufpasst, wer um einen herum einem die Energie absaugt ... das alleine ist schon viel Wert. Denn ab dann kann man die eigene Energie für die eigenen Werte einsetzen. Spirituell wie eben auch in der Bitcoin Bubble.

Selbst wenn diese platzte, viele Bitcoiner sagen dann, dass sie den Weg nie missen möchten. Denn sie hätten viel gelernt. Übers Geld, aber sicherlich hauptsächlich über sich selbst.

Und ob Bitcoin, Fiat oder Shitcoin, diese sind zwar noch nicht die existenziellen Fragen, doch wie erwähnt: Das Leben ist die Vorbereitung auf den Tod, den eigenen.

Vielleicht hilft Bitcoin sogar hier, beim eigenen Weg. Bitcoin fixes this. Die Zeit vor dem Wechsel natürlich ...

Wir können erst verstehen, wenn jemand Persönliches erzählt ...

Und noch ein Video aus Prag. Diesmal aus einer ganz anderen Sicht, nämlich eines derer, die im nahen Osten die Auswirkungen der globalen Ränkespiele der Kings in seiner Familie erleben musste.

Zu diesem Video muss nichts mehr gesagt werden. Es ist das ultimate Argument, wieso Bitcoin unausweichlich genutzt werden muss, denn: Auch wer nach all den Regeln der Systeme spielt ... fällt das System, ist niemand da, der einen schützt. Auch wenn sie es versprechen.

Daher muss der Bitcoin in Self-Custody gehalten werden. Überall. Ohne Gejammer. Es ist das einzige, was man in die Zukunft tragen kann. Ohne dass es jemand stehlen kann.

Es muss persönlich werden. Hoffentlich reicht das Hörer-, Zuschauer-Sein. Und nicht erst das Erleiden-Müssen.

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