Unglaublich - Schuhwurf in Irak fördert Schuhindustrie

Ich glaube, ich höre nicht richtig ... nachdem der irakische Journalist seine beiden Schuhe auf den Halbschuh (pardon, Mr. Bush) warf, war das wohl das Zeichen für den Aufschwung im lokalen Schuhbusiness.

Sein Schuhmodell wird Trendsetter - ihm selbst sei es aber schlecht ergangen, er sei ja offenbar gefoltert worden.

Anyway, die Schuhfabrik, die jenes Modell und jährlich ca. 250'000 Schuhe insgesamt herstellt, hat seither eine Nachfrage nach 370'000 Schuhen, offenbar genau jenes Modell, erhalten. Der Firmenchef sei ganz aus dem Häuschen.

Das mag ja amüsant sein ... mir fiel wieder mal wie die Faust aufs Auge schmerzend auf, dass der Mensch offenbar zu 99% tatsächlich ein tumbes Schaf ist, das jedem Furz nachrennt und sich aus mir völlig unbekannten Gründen mit Dingen wie Schuhen, Kleidung etc. identifizieren will.

Oder möchte mir jemand von Euch einsichtlich erklären, wieso Menschen das tun? Gerade an diesem Beispiel fällt's mir selbst wieder mal schwer ... erklären kann ich's schon, aber dumm und entwürdigend find ich's trotzdem ... und das soll irgendeine Art von Krone der Schöpfung sein?

Winternachtswende - Stonehenge immer noch nicht geklärt

Pünktlich zum Tag der Winternachtswende hat das TV eine Dokumentation "Stonehenge - das ultimative Experiment" ausgestrahlt. Eine sehr spannende Sache, denn ein Brite hat mit einem Team nicht nur Stonehenge archäologisch und astronomisch analysiert, sondern es einfach grad mit Styropor nachgebaut und in wenigen Kilometern Abstand zum echten Stonehenge hingestellt.

Es ist ja bekannt, dass Stonehenge den Astronomen Eindruck macht, weil einige aus seinen Formen ableitbare Linien einige astrononimische Punkte wie Sonnenaufgang und -untergang am Horizont markieren etc.

Nebenbei ist Stonehenge ja auch eine architektonische Meisterleistung, denn wenn so ein nachgebauter Styroporblock nur wenige Kilo wog im Vergleich zu 45 Tonnen eines Kreissteins, auch die mussten angeliefert und aufgerichtet werden.

Die Dokumentation zeigte, wie man vor 4000 Jahren nach unserer heutigen Meinung diese Steine hatte anliefern können, wo doch einige Steine über mehr als 50 km rangeschafft werden mussten. Die experimentellen Versuche, wie das hätte geschehen können, zeigten, dass es zwar prinzipiell ginge, aber ein grosser Chrampf gewesen sein musste. Denn nach dem reinen Anliefern musste man die Steine ja auch noch aufrichten. Alle bisherigen Experimente dazu scheinen nach wie vor reine Spekulationen zu sein, denn offenbar hat man keinerlei Hinweise gefunden, ob technische Geräte wie Hebelkraft-Verstärker etc. wirklich vorhanden waren.

Nachdem der Styropor-Nachbau stand, durften nun alle Interessierten ihre visuellen und akustischen Ideen nachprüfen. Offenbar hatte Stonehenge eine akustische Besonderheit, dass die Töne einer Schallquelle in dessen Mitte sich entlang des Einganges verstärkten, andernorts fast auslöschten.

Beeindruckend fand ich an der Dokumentation, dass diese Leute, die sich teilweise mehrere Dekaden mit der britischen Geschichte und Stonehenge beschäftigten, sehr ehrfürchtig vor der Leistung der Ahnen wurden, nachdem sie im nachgebauten Rund des Steinkreises die schiere Grösse und Wirkung auf sich hatten einwirken lassen konnten.

Es steht für sie fest, dass die Menschen vor 4000 Jahren dort sehr viel wussten über Astronomie, Mechanik, Akustik, Psychologie etc. Dass sie also keinesweg "primitiv" waren, sondern sehr fachkundig - aus heutiger Sicht. Wir meinen ja oft, der aktuelle Stand der Entwicklung des Menschen sei der höchste.

Tja, da müsste man zuerst mal definieren, woran sich das messen liesse. Wenn ich sehe, dass unsere Experten heute weder bei Stonehenge noch bei den Pyramiden wirklich wissen, wie die Ahnen diese tonnenschweren Steine bewegten, geschweige denn hochhievten, denke ich, wir haben absolut keinen Anspruch darauf zu meinen, wir seien die höchstentwickelte Spezies, die je den Planeten bewohnte. Abgesehen davon, könnte man ja die aktuelle Lage der Menschen anschauen, umherauszufinden, dass jeder Termitenhügel mehr erreicht hat als wir.

Alles vor uns Dagewesene als weniger entwickelt anzusehen, ist also reiner Hochmut, Arroganz und Blindheit. Wer weiss denn schon, ob die Leute in der Zeit geistige Konzepte besser kannten als wir, und im konkreten Fall die Gravitationskraft eventeull ganz anders, eventuell gar geistig überwunden hatten - dies würde ja erklären, wieso so wenige Hinweise auf den Bau der klassichen Weltwunder gibt - bzw. gefunden wurden.

Denn die Erbauer des Styroporkreises entdeckten erst beim Tun, dass sie noch viel zu wenig wissen und wussten. Dies steigerte dann auch das Staunen vor der Leistung ihrer Vorderen.

Für mich das Bewegendste, dass diese Leute es zwar mit "modernster Technik" innert weniger Monate schafften, den weltberühtem Steinkreis nachzubauen, dass sie aber eigentlich kein einziges Geheimnis des Monuments wirklich enthüllen konnten.

Wer sich diese Doku auch mal noch anschauen möchte, SF zeigt sie in einer Wiederholung.

ZDFs Doku gegen die Pharma-Mafia

Wer's noch nicht gesehen hat, dem leg ich's ans Herz. Die Dokumentation, die letztens auf ZDF gesendet wurde.

Es geht dabei um eine sehr kritische Beleuchtung des "Gesundheitswesens". Dass Medikamente nicht wirklich dazu da sind zu heilen, sondern vor allem Aktionäre glücklich zu machen. Denn natürlich bringen sie vor allem den Pharmafirmen viel.

Ich möchte nicht sagen, dass die Industrie nur Schrott produziert. Aber es geht darum, den Innovationswahnsinn der Industrie zu beleuchten. Denn wie in jeder Industrie "muss" auch die Gesundheitsindustrie Profit erwirtschaften. Und da kann es schon mal passieren, dass ein Medikament entwickelt wird, das aussergewöhnliche Nebenwirkungen hat - eventuell viel mehr und gravierendere als seine beabsichtigte Wirkung.

Gibt es wirklich so viele "neue" Krankheiten, dass man immer neuere Medikamente entwickeln muss? Und wer will diese? Zwangsverschreibungen gibt es ja wohl nur selten.

Wir sollten wirklich schauen, was die Pharma-Industrie für uns tun darf und was wir von ihr verlangen sollten - Hilfsmittel, nicht gewinnorientierte Finanzprodukte.

Es gibt bekanntlich einige Skandale in der Forschungsindustrie, wo Leute gefälschte Forschungs- und Studienresultate zu Hilfe nahmen, um sich in den Vordergrund zu stellen, ihren Beruf verratend.

Und wir als "Gesundheitskonsumenten" sollten mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen, nachfragen, ob was wirklich nötig ist, bevor wir sklavisch nach neuen Medis schreien. Denn es wird bekanntlich immer etwas geben, wogegen noch kein Medikament erfunden ist. Aber vielleicht liegt die Heilung ja nicht im Medi, sondern anderswo ...

Hier also der Link:

ZDF Mediathek

Sexuelle Unverjährbarkeit - Mord verjährt - welches Verbrechen ist schlimmer?

Die Schweiz hat nun entschieden - emotional getrieben von Horror-Vorstellungen und Moral -, dass sexuell motivierte Verbrechen nicht mehr verjähren können, Mord und andere Dinge jedoch nach wie vor.

Die Rechtswissenschaftler finden nun, dass sich die Rechtslage in einer Schiefen befinde. Weil doch "schlimmere Verbrechen" wie Mord nach wie vor verjähren.

Man könnte es jedoch durchaus anders sehen: Wie lange erleidet ein Opfer in dieser Ebene die Tat? Ein Mordopfer hat es überstanden. Ein vergewaltigtes Mädchen erduldet diese Szene ein ganzes Leben lang.

Was ist also schlimmer? Aus meiner Sicht ist das auf die Körperebene bezogen durchaus leichter zu sagen: Die "lebenden" Opfer haben sicher eine härtere Zeit vor sich. Vor allem haben sie eben eine Zeit vor sich, die sie hier in dieser materiellen Ebene absitzen müssen. Der Ermordete hingegen ist auf einer Ebene, die wir alle erst nach unserem Tod voll erkennen werden.

Auf der anderen Seite, ein Opfer ist der emelaigen Tat nicht ausgeliefert. Es kann selbst entscheiden und entsprechend handeln, wenn es die emotionale Ladung dieses Ereignisses loswerden möchte. Und danach sind die Tage auf dieser Welt durchaus wieder lebenswert.

Aus diesem Blickwinkel könnte ich auch sagen, es ist nicht lebensgemäss, etwas unverjährlich sein zu lassen. Denn Leben auf dieser Ebene ist das, was einem Menschen passiert von Geburt bis zum Tod. Egal, was es ist. Niemand hat gesagt, was ein "gutes" oder "schlechtes" Leben ist. Es ist einfach Leben.

Soll man den Täter nach 40 Jahren noch aus dem Altersheim vors Gericht zerren können? Wo dann Aussage gegen Aussage steht, weil die Beweise und die Erinnerung und mögliche Zeugen eventuell gar nicht mehr vorhanden sind?

Täter sollen ihre Taten rechtfertigen müssen. Wie wir alle ja die Konsequenzen unserer Gedanken und Taten jede Sekunde erleben. Soll ihm statt des Lebens ein Gericht die Verantwortung aufs Auge drücken? Ja, so ist es in der Gesellschaft derzeit.

Ich hätte einfach die Verjährung auf sagen wir mal 30 Jahre wie beim Mord gesetzt. Wenn ein Opfer seine Verletzung nicht innert eines Drittels seines Lebens irgendwie ins sein Leben integrieren kann, so kann man deswegen nicht die Täter beliebig lange belangen.

Schliesslich gehört zum Leben eben, dass Opfer wie Täter dieses Ereignis bearbeiten, so dass die restlichen zwei Drittel wieder lebenswert sind. Egal, ob von den unvollkommenen Nachbetrachtungen entschieden wird, wer "Schuld" hatte.

Denn es darf klar sein, der Körper hat es schon am Tage nach dem Ereignis überlebt, wenn Wunden da waren, innert ein paar Monaten. Nur der Geist, der will sich dem Leben verschliessen, indem er sich an diesem Ereignis festhält. Und damit im Fluss des Lebens nicht mehr zu neuen Gestaden geleitet werden kann.

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