Denon AVR-4310 - Ideal für Computer-Audiophilisten?

Mein 16 Jahre alter, nicht tot zu kriegender analoger Stereo-Receiver funktioniert wunderbar, leisten muss er nur selten viel bei mir, er kann noch alles, was ich ihm zuführe. Doch halt "nur" noch analog.

Da ich seit geraumer Zeit alle meine CDs auf ein NAS abgespitzt habe, hätte ich gerne ein derart zentrales Gerät gehabt, dass direkt mit digitalen Daten umgehen kann. Natürlich, es gibt Renderer wie die Popcorn Hour etc., die digitale Musik und Videos an analoge Geräte weitergeben können. Doch wenn man Audio und Video direkt vom Verstärker aus ohne Zweitgeräte nutzen kann, ist das energie- und nervenschonender.

Im Folgenden möchte ich auf diese Verheiratung von klassischer Musiktechnik mit Computeransprüchen etwas eingehen, audiophile Superhörer schauen lieber bei Stereoplay etc. vorbei, die sich berufen fühlen, die akustischen Qualitäten zu beurteilen.

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Nachtrag zum Kopenhagen-Artikel

Es erreichte mich ein Kommentar, ob ich denn wirklich nicht enttäuscht gewesen sei vom Ausgang des Gipfels. Natürlich, ich war enttäuscht, als die ersten Gerinsel von Schwäche aus der Gedankenmasse der Kongressteilnehmer in die Öffentlichkeit träufelten.

Nachdem ich über die Jahre soviel gelesen und gesehen hatte an Argumenten vornehmlich aus der Wissenschaftsszene, die auch belegte, dass die Staatenlenker, zumindest die der westilchen grossen Verursacher, schon wüssten, was die Stunde geschlagen hat, war ich erstaunt, dass diese Lenker dann doch nicht so handelten, wie sie es wohl wüssten. Also nichts von "nach bestem Wissen und Gewissen". Wohl eher nach "wes Brot ich ess, des Lied ich sing".

Wie soll ein Obama gegen die Kräfte im eigenen Land ankommen? Ich stecke nicht in seiner Haut, doch in Kopenhagen hätte man Mut zeigen können und die Fesseln der Lobbyisten sprengen. Welches Land könnte sich nach Rückkehr seines Helden denn dessen Wünschen wirklich unter dem Licht der weltweiten Presse widersprechen? Kann man nach Hause kommen, den Leuten dort sagen "Sorry, deine Kindern und Enkel werden um Wasser kriegen und vor Hitze schmachten, denn wir sind zu faul und feige, für euch alles, was wir können, zu machen. Wir machen nur das, was uns nicht belastet.".

Figura zeigte, dass man das kann. Rückkehr in das Güllenloch der eigenen Classe politique. Natürlich, der Argumente gibt es viele ... doch wie ich eben letztens schrieb, klingen die halt für mich immer nach Ausreden des St. Florians Prinzips. Ein Vertreter der afrikanischen Delegationen wollte doch die Amis bei der Ehre packen: Kennedy hätte es ja auch geschafft, seine Nation innert sieben Jahren auf den Mond zu bringen.

Es klappte nicht mehr. Obwohl das Ziel nun wohl wichtiger und auswirkungsreicher ist. Nope. No way. Our economy would suffer from ... you name it.

Bundesrat Leuenberger argumentiere ja auch so: "Wir bieten 20%, können aber mehr, doch das tun wir nur, wenn die anderen auch ... ". Was ist das denn anderes als St. Florian? Jeder weiss doch, dass alle Länder wohl irgendwann in der näheren Zukunft müssen? Und so fahren wieder alle mal mit 600km/h auf ne Mauer zu und schauen nur auf die Nachbarn, wann die bremsen. Da das alle tun, wird der Aufprall auf die Mauer ungebremst sein. Die Crashdriver sind dann alle tot, aufräumen müssen die nachfolgenden Generationen.

Wie wäre denn der Gedanke, dass ein Land - und sei es noch so klein wie die Schweiz - durchaus vorpreschen könnte, um wieder mal einen Knowhow-Vorsprung zu erreichen? Gerade solches hat doch die Schweiz reich gemacht, gutes bist bestens Knowhow. Will die Schweiz nachhecheln? Führungsqualität hat sie ja schon oft abgegeben, gerade in der Energieproduktion. Nun ja. In 20 Jahren können die dannzumaligen Schweizer dann wohl nur seufzend den Kopf schütteln, wie weit der Rückstand zu Deutschland etc. geworden sein wird. Dem deutschen Geschwister der hierzulande zu schonenden Wirtschaft wird es möglicherweise dannzumal einiges besser gehen als unserer.

Natürlich hätte ich es auch besser gefunden, wenn es keinen Winkelried benötigte. Doch nun nach dem Flopp scheint es halt doch sowas zu brauchen, damit die anderen endlich sämtliche Hände aus den eigenen und anderen Hintern ziehen um vorwärts zu machen, egal, wie laut die Hintern "Aua" schreien.

Doch selbst dann: Wie ich schon erwähnte, sind es ja nicht die Wirtschaften per se, die sich sträuben, sondern die Gewohnheiten aller Menschen, die was zu sagen haben. Und da halt derzeit die Welle der Verlustangst grassiert, wird sich das eben nicht ändern, bis ein Winkelried à la Galileo schreit und mit Tatbeweis belegt: "Und es geht doch!"

Für ich bleibt es also beim Think globally, act locally. Eine der grössten Auswirkungen, die der Klimawandel wohl haben wird, ist die Zerstörung des bisherigen Arbeitssystems. Denn wenn wir es nicht schaffen, die Idiotie zu beenden, dass am Morgen die Hälfte der Bevölkerung sich gleichzeitig an einen Arbeitsplatz bewegen muss - der ja schon lange nicht mehr wirklich die Kraft der Arbeiterhände braucht - und abends wieder zurück, dann werden Reduktionen wohl zu klein bleiben. Man denke an Chinas und Indiens Verkehrsaufkommen.

Und natürlich braucht es dann die Einsicht, dass das Gute nahe liegt. Denn man darf den Teufel natürlich nicht mit dem Beelzebub "Freizeitverkehr" austreiben. Es ist also wiederum die Einsicht verlangt, die eines jeden einzelnen. Also schon wieder: Think globally, act locally. Wir werden es wohl noch knapp erleben.

Kopenhagen - ein überschätztes St. Florian-Event

Mit etwas distanzierter Beobachtung habe ich den Verlauf von Kopenhagen verfolgt. Einge gewaltige, emotionale und - nota bene - energieverschwendende Veranstaltung, geeignet, um sich darzustellen, den Wichtigen zu markieren, sich aber auch mit vielen Leuten zu treffen, die sich sonst wohl nie kennenlernen würden. Die ehrlich Bemühten treffen auf Zaghafte, Realitätsverweigerer und Machtusurpatoren. Und das in den Variationen aller 192 Länder. Konnte das überhaupt klappen?

Ich hätte gewünscht, es kommt mehr raus. Und das nicht unbedingt, um das CO2-Ziel zu erreichen, sondern um den Puls zu erkennen, der die Gedankenwelt der Führer bestimmt. Der zeigt nun also an, dass man sich nicht festlegen will, dass man aus Rücksicht auf zuhause - oder der eigenen Verflechtung in Abhängigkeiten - keine Schritte raus aus denselben machen kann oder will.

Aber wir: Wieso sind wir denn enttäuscht? Hätte ein Vertrag irgendwas an der eigenen Verschwendung von Resourcen irgendwas geändert? Hätten wir nicht eigentlich nur darauf gehofft, dass wir "dank" Gesetzen einfach gezwungen werden, etwas an den eigenen Gewohnheiten zu ändern? So müssten wir nicht die Hand aus dem Hintern nehmen und selbst was tun, sondern könnten wie gewohnt als unwillig blökende Lämmer hinter dem Tätschmeister nachtrotten.

Dass es darum ginge und dass dies dem einen leicht, dem anderen schwer fällt, zeigte ein beeindruckender Dok-Film über ein finnisches Ehepar, das sich vornahm, ein ganzes Jahr lang auf alles mit Plastik zu verzichten, so wenig wie möglich Öl zu verbrauchen, CO2 zu produzieren.

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Eine unerwartet lange Blogging-Pause

Wie Ihr Besucher seht, habe ich mehr als drei Monate lang keinen einzigen Blog-Eintrag geschrieben. Das ist nicht auf meine Job-Suche zurückzuführen, auch nicht auf vergangene Lust am Schreiben, sondern auf die Technik.

Die Blog-Software, die ich seit Anfang benutze, ist zwar kostenlos, im Source verfügbar, toll, mächtig, sogar Datenbank-unabhängig ... aber eben ... der Teufel liegt im Detail: Nach dem Upgrade auf eine neuere Version ging fast gar nichts mehr: All diejenigen, die Kommentare schrieben, haben's ja gemerkt: Nach dem Absenden gibt es eine Fehlermeldung, obwohl der Kommentar korrekt gespeichert wurde. Die Ursache des Fehlers ist schlichtweg bisher unentdeckbar. Eigentlich unglaublich, ist aber so.

Das Problem ist dermassen unklar, dass ich viele Anläufe nahm, es kurieren zu wollen. Es klappt nur einfach nicht bisher ... auch der Autor der Software ist ratlos. So hat mich jeder neue Ansatz so frustriert, dass ich den Bettel jeweils hinwarf.

Dabei hätte ich einige Texte, die ich doch loswerden möchte ... zu Kopenhagen, und wieso wir uns eigentlich gar nicht aufregen müssten über den Flopp, mein erstes iPhone und was mich daran ärgert, mein neuer AV-Multimedia-HiFi-Receiver, wie der mich positiv überraschte, mein neues NAS, das mein altes Lahmes ablöste und weshalb es so langsam erschien ... etc. etc.

Ich werde nun wieder schreiben, egal, ob das Programm mich ärgert oder nicht ... denn mittlerweile habe ich wieder mehr Energie, diese Unannehmlichkeiten halt zu meistern als mich von ihnen abschrecken zu lassen.

So, natürlich wünsche ich Euch allen gelassene und heitere Festtage. Sollte doch Emotion hochkommen, so kann man die einfach mal durchlaufen lassen, ohne sich reinzuhängen. Wer sie dann halt doch an jemanden loswerden will, der darf mich ja ruhig anrufen ...

In diesem Sinne ... und erst recht nach Kopenhagen, einer meiner Lieblingssprüche:

Think globally, act locally

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