Sind wir wirklich technisch fortschrittlich?

Gestern kam im deutschen TV zuerst ein Spielfilm über eine fiktive Atomverseuchung, danach Dokumentationen zur Atomkraft, der "Technik", der Gefährdungslage im Angesicht von Terrorismus etc., der Betriebsverlängerung für die deutschen AKWs und zur Müllablage.

Es ist schon bedenklich, dass wir nach wie vor seit ca. 30 Jahren keine Ideen haben, was wir mit dem hochradioaktiven Abfall machen sollen - ausser ihn irgendwo heiss vor sich hin rotten lassen. Ein Aktivist sagte mal, es sei schon unverantwortlich, so eine Hypothek der Nachkommenschaft zu überlassen. Hätten die Neandertaler damals schon Abfall von AKWs derart entsorgt, hätten wir heute damit immer noch zu tun.

Ungeborene Kinder, die von Eltern aus der Region Tschernobyl stammen, haben heute als Teenager vergrösserte Schilddrüsen, Doppelnasen, Nierenprobleme und eine Latte anderer Krankheiten und Entstellngen. Obwohl die Explosion des Reaktors schon 25 Jahren her ist, die Natur die Region übernommen habe, scheinbar unbeeindruckt, erdulden die Kinder, die noch nicht mal gezeugt waren, die Auswirkungen der "ach so gut beherrschten Technik".

Und natürlich wollen die Betreiber diese Technik noch etwas zum Geldeintreiben benutzen. Klar, wenn man mal die direkt um ein AKW wohnende Gemeinde beruhigen kann, weil diese Technik ja so sauber sei, so ist der Mist geführt. Es ist ja irgendwie sauber ... nur Wasserdampf im Betrieb erkennbar, nichts zu sehen und zu spüren vom radioaktiven Geschehen. Und vom Abfall. In der Schweiz wird der halt einfach nach Würenlingen gekarrt und basta. Dort sagen sie, dass Würenlingen Kapazität für alle bestehenden AKWs der Schweiz hätten - und auch für alle sekundär anfallenden strahlenden Abfälle. Ob's für weitere AKWs reiche, darüber schwieg sich der Sprecher aus.

Das Klima droht, das Elektroauto hilft aus der Not - doch ist's des Bären Tod. Wohl im wahrsten Sinne. Denn wenn wir all die Mobilität erhalten wollen, muss auch diese Energie erzeugt werden: Strom. Im TV sagten kritische Kommenatatoren, dass China und die USA nur drum auch Elektrofahrzeuge pushten, weil sie damit mit der hauseigenen Kohle die Abhängigkeit von Öl verringern können. Da wird das Öl also mit der Kohle ausgetrieben. In Kraftwerken, weit draussen, nicht soo sichtbar, der saubere Strom per Kabel in die Städte geliefert, dass dort jeder elektrofahren kann.

Wie auch immer. Es ist schon etwas wie ein Teufelskreis. Ich persönlich denke, wir können uns nicht wirklich technisch fortschrittlich nennen, solange wir nicht diejenige Energiequelle nutzen können, die in jeder Sekunde soviel Energie auf uns runterknallt, dass wir die Welt sicher komplett während eines ganzen Tages versorgen könnten (mich bitte nicht behaften auf diesen Vergleich, er mag in der Relation nicht ganz stimmen. Die exakte Relation wurde allerdings bereits berechnet und kann im Netz wohl leicht gefunden werden.)

Es ist klar, was ich meine: die Sonnenstrahlung. Akkus können da auch noch nicht der letzte Schrei sein. Zumindest nicht mit Lithium. Denn deren grösste Vorräte liegen ja offenbar in einem bettelarmen Land, Bolivien, in einem ausgetrockneten See. Gut, das Land kann sich gesundstossen (wenn es nicht nur den Rohstoff verhökert), aber es wird wohl nicht lange für die ganze Welt reichen.

Die Natur erfand für lebendige Systeme eine ganz andere Energiequelle: Stärke, Zucker und die Photosynthese. Vielleicht ist das eine Richtung, in die die Strombefürworter forschen sollten. Und natürlich Wind und Wasserströmungen. Die sind ja nicht vom Licht direkt abhängig.

Die Aktivisten meinten im TV, dass die BRD in 10 Jahren 100% Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen könnte. Sie finden es im höchsten Masse verantwortungslos, dass die Bundesregierung ohne nachgewiesene und aktuelle Not den AKWs die Betriebsverlängerung gab.

Obwohl die BRD viel mehr macht als die behäbige Schweiz für die Massenverbreitung nachhaltiger Energienutzungen, verstehe ich das nicht. Es sind falsche Zeichen, die da gesetzt werden. Die Forschung muss viel mehr Gas geben, denn es darf klar sein: Selbst wenn wir den Fahrzeugpark elektrifizieren: Flugzeuge werden derzeit nicht elektrisch fliegen können ... zumindest nicht in der Grösse der bekannte Touri-Galeeren. Schiffe können Sonne und Wind benutzen - fallen beide mal aus, geht's nur zulasten der Geschwindigkeit.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich halte unsere Technik schon noch für recht steinzeitlich. Wir erzeugen krampfhaft eine Energie, die wir wahrscheinlich gar nicht bräuchten, hätten wir die Forschung seit den ersten Autos, die ja elektrisch betrieben wurden, nicht auf das halt praktisch geschenkte Öl ausgerichtet.

Mal sehen, was nun kommen wird. Elektro um Teufelkommraus kann es nicht sein, denn das ist St. Floriansdenken.

In Memoriam Gerry Rafferty

Mit wenigen 63 Jahren sei gestern der Musiker Gerry Rafferty gestorben. Er hatte zwar nur einen einzigen Nr. 1 Hit, nämlich Baker Street, aber der hatte wohl das Saxophon wieder einmal als verführend(st)es Lead-Instrument herausgestellt. Dieses Sax-Solo ist wohl so bekannt geworden wie ein Gitarren-Riff aus Satisfaction oder Smoke on the Water.

Seine Musik hatte mich in meiner Jugend sehr beeindruckt, seine sehr nasale Stimme war irgendwie ein Zeichen für mich, dass man keine glockenklare Stimme haben muss, oder dass dieses Schmauchende gerade der Schlüssel zu einem eingängigen Song sein kann. Sein Album City to City begleitete mich jahrelang auf den diversen Walk-Kisten beim Spazieren in allen Gefühlslagen. Man kann sicher nicht sagen, dass er melancholisch im Grundton ist, doch mich packten damals seine eher derart ausgerichteten Songs.

Natürlich unterstützte er diese Stimme mit netten und sehr melodiösen Songs. Keine krassen Setups, schöne gefällige Pop-Songs. Baker Street ist für mich nicht mein Lieblingssong, da gibt es andere, die mir mehr einfahren. Auch aus Kooperationen mit Mark Knopfler in Total Hero.

Danke für die schönen Titel und die Erinnerungen, die ich damit verknüpfen kann. Und dafür, dass man sich trefflich streiten konnte, ob man seinen Vornamen nun Gerri oder Dscherri aussprechen musste. Eigentlich sollte ja das letztere stimmen ... nun ja, die Amis haben ja verschiedene Aussprache-Ausnahmen ...

Apple, wie peinlich ist das denn?

Ich kann es mir wirklich kaum verkneifen, hämisch und auch vor Unverständnis zu grinsen, wie man als selbsternannter Usability-Leader so einen Bock schiessen kann.

Wie kann es nur geschehen, dass eine Wecker-Funktion über den Jahreswechsel nicht mehr funktioniert? Eine sehr spät zurückkehrender Y2K-Problem-Boomerang? Wenn's wenigestens 2012 wäre, wo die Welt bekanntlich unter- oder übergeht - aber doch nicht 2011. Oder ist das erst der Vorbote dessen, was dann alles schiefgeht aufs Jahr 2012? *schauder*

Ich wäre diesmal gern Mäuschen, um diesen Fall mal geklärt zu bekommen bei Apples Teamsitzungen. Sowas Triviales wie ein Wecker. Tststs, der Timer im selben Modul hat ja funktioniert.

Es soll heute ja noch ein Bugfix kommen, der die ersten paar Leute, die heute verschlafen haben, vor weiteren peinlichen Ausreden morgen wohl noch retten kann.

Shame on you, Apple. :-)

PS: Hier kann ich ja noch grinsen, bei anderen Strategien von Apple kann ich es nicht. Nun ja, Produkte kann man ja zum Glück wählen. Deshalb ist das iPhone das einzige Apple-Produkt, das ich derzeit habe.

Ein heiteres und gelassenes 2011 wünsche ich Euch allen!

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