Wenn das neueste Windows 8.1 nicht mehr richtig druckt am Terminalserver ...

Ich schreibe ja selten über Technik, die Teil meiner Tagesbeschäftigung ist. Jetzt muss ich mal wieder, weil es etwas Mühsames ist. Ich betreue die IT eines Demenz- und Pflegeheimes, in dem etwa 40 PCs verschiedenen Alters als Endgeräte an einem Terminalserver 2012 agieren. Aus der Historie haben wir immer noch einige alte, an den PCs per USB angeschlossene HP 1022 LaserJets.

Aufgrund einiger anderer Problematiken haben wir die Betriebssysteme der alten PCs, die ja nur per RDP auf den Terminsalserver zugreifen, auf Windows 8.1 aktualisiert. Da diese LaserJets bei den Benutzern stehen, wollen die sie auch weiterhin benutzen, obwohl wir grosse Etagen-Drucksysteme haben. Sie werden daher im RDP als lokale Resource in die Terminalserversitzung importiert. Das hat immer funktioniert, seit XP Zeiten bis zu Windows 7. Nicht aber beim neuesten Windows 8.1.

Da sind nun zwei merkwürdige Dinge aufgetaucht, eines davon ist wohl verbunden mit dem "HP Universal Printing" Treiber. Das Problem wurde offenbar durch eines der Updates des Terminalservers 2012 im August eingeführt.

1.
Alle Drucke auf HP Drucker, die vom Terminalserver aus gespoolt werden, sind langsamer geworden. Die Verzögerung bis zum Start der Ausgabe auf allen unseren HPs ist ca. doppelt so lang wie früher und die Ausgabe hat Schluckauf, das heisst, alle paar Seiten entsteht eine 2-10 sekündige Pause. Das war auch nicht so vorher. Unsere HPs sind ausser der 1022 alle direkt IP-angesteuerte Drucker. Diese Verhaltensänderung haben wir nicht bei anderen IP-Druckern von Kyocera, Oki und Lanier.

2.
Der von Windows 8.1 von selbst eingesetzte Treiber für den USB nennt sich "HP 1022 LaserJet Class Driver" funktioniert zwar in der Terminalserversitzung, ein Ausdruck darüber - sowohl lokal als auch in der Terminalserversitzung - lässt den 1022 aber mit der roten LED aufleuchten und es kommt kein Papier raus. Ein Druck auf die Raute-Taste des 1022 spuckt den Job aus ohne irgendein Problem. Sowas ärgert die Benutzer und somit auch mich.

Auf dem Terminalserver gibt es auch noch einen vom HP Universal Printing wohl eingerichteter "HP 1022 Laserjet" Treiber. Wählt man den aus, gelingt das Drucken lokal ohne diesen Fehler, aber in der Terminalserversitzung ergibt ein Druck darauf einen direkten Fehler im RDP.

Wie wohl alle Administratoren wissen, sind Benutzer manchmal störrisch, sie wollen ihre lokalen Drucker behalten. Und wir als Firma wollen aber keine lokalen Drucker mehr kaufen. Und diese 1022 LaserJets machen mir nun nur im Windows 8.1 Ärger.

Wenn hierzu jemand etwas Weiterführendes weiss, freue ich mich auf eine Nachricht. Natürlich haben wir alle Drucker-Treiber von HP aktualisiert, Treiber für Windows 2012 für den HP 1022 gibt es natürlich nicht.

Vielen Dank.

Und noch ein Argument fürs bedingungslose Grundeinkommen

Letzthin fuhr ich wieder mal zu normalen Geschäftszeiten von Zürich nach Hause, über den Üetliberg und Hausen. Aber natürlich nicht über die neue Autobahn, sondern über die alte Strecke, das Reppischtal.

Obwohl gräulich der Himmel, gefiel mir die Fahrt im Cabrio. Denn niemand mehr drängelte, fast kein Verkehr - für die Heimkehrer in die Satellitenkäffer war's noch zu früh.

So fuhr ich gelassen - ab und an von Stressern überholt - auch in Äugst am Albis. Hier gibt es eine Metzgerei, die ich schon lange mal besuchen wollte. Ich besuche seit Jahren immer mal Metzgereien und probiere deren Spezialitäten, sofern sie sie noch selbst machen. Also trat ich ein, eine kleine Theke mit allerlei, nicht mehr nur reine Fleischwaren.

Da mein Götti und Vater aus dem Reppischtal stammen, fragte ich die Frau, ob sie meinen Götti noch kenne. Sie bejahte und so kamen wir etwas ins Gespräch. Ich fragte sie, wie sie denn wirtschaftlich durchkämen seit Eröffnung der Autobahn. Sie meinte, sie hätten am Tag der Eröffnung eigentlich zumachen können. Und seither sei es so geblieben. Sie würden auch bald schliessen, denn sie würden bald pensioniert. Es gehe derzeit sowieso überhaupt nur noch, weil sie sich auch auf Party-Service und Catering erweitert hätten.

Das nennt sich Strukturwandel. Ein Dorf wird dann wieder eine oder gar die letzte Metzgerei verlieren. Ist das tragisch? Kommt wohl drauf an, wie es dem Inhaber-Paar ergeht. Werden sie durch den Strukturwandel in eine wirtschaftliche Enge gedrängt? Reicht es ihnen danach zum Leben? Ich hoffe es für sie, denn ihre Produkte sind sehr gut - ich mochte alles, was ich kaufte.

Und wenn nicht? Weil halt die Dörfer im Reppischtal nur noch Schlafdörfer sind? Weil alle, die weiter weg von Zürich sind, halt die neue Autobahn nehmen, also niemand mehr auf der Heimkehr mal noch was einkauft in jener Metzgerei, ist der Umsatz halt so tief, dass ein Geschäft mit lokalem Einflussbereich halt nicht mehr durchhalten kann.

Ok, alles wandelt, nichts ist beständig. Philosophie und Wahrheit kennen diesen Satz. Kann oder soll man sich dagegen wehren? Naja, es lässt sich diskutieren, gerade angesichts der Verkehrsinfarkt-Problematik und des Problems, dass wir nicht mehr da wohnen, wo wir arbeiten - eventuell wird das die Ökologie regeln - auf die warme Art. Alles wandelt. In der Zwischenzeit muss dieses Metzgerei-Inhaber-Paar noch weiterleben und ihren Unterhalt mit Geld erledigen. Eventuell müssen sie wegziehen, wer weiss.

Auf jeden Fall ist es klar, dass ein Strukturwandel auch die Demographie ändert. Denn ein Junger findet in Schlafdörfern keine Arbeit (mehr) - würde er sogar noch dort bleiben oder in so ein Dorf hinziehen wollen. Er könnte das aber tun, hätte er ein bedingungsloses Grundeinkommen. So könnte eine Dienstleistung im Dorf bleiben, selbst wenn sie eigentlich nach heutigen Massstäben unrentabel ist. Wobei klar ist, dass Rentabilität ja nicht alles Lebenswichtige erfasst oder misst.

Ich als einer, der gelassene Ruhe vor Lautheit immer bevorzugt, finde es zwar nett, dass ich mit dem Cabrio die ländliche Agglomeration gemütlich cruisend geniessen kann, weil all die Gestressten auf den Autobahnen im Stau stehen oder rumrasen. Dass ich da aber auch durch scheinbar leblose Käffer fahre, stimmt mich halt schon bedenklich. Ist dieser Lebensstil unserer Gesellschaft wirklich nachhaltig? Ich denke bisher, klar nein.

Wie ist es denn, wenn die Pendler, die jetzt eben in diesen Schlafdörfern leben und deren Sozialkontakte aber in der Stadt sind, alt und pensioniert werden, nicht mehr pendeln dürfen/müssen? Haben alle die Kohle, dass sie sich diese Art leisten können? Wie gestaltet sich deren Leben, wenn sie mal nicht mehr arbeiten müssen? Dahinsiechend in scheintoten Schlafdörfern? Klar, provokant formuliert, aber: Bitte mal darüber nachdenken, die's betrittf. Und dann entsprechend handeln.

Ceterum censeo: Think globally, act locally.

PS: Konkreterweise: Macht mal einen Umweg und geht Fleischwaren in Äugst am Albis kaufen.

Und wieder ein Argument fürs bedingungsloses Grundeinkommen

Der Titel sagt es - diesmal ein Argument, das gar nicht so offensichtlich, aber logischerweise zum bedinungslosen Grundeinkommen führen muss ... wenn es nach mir ginge.

In den lokalen Medien erschien vor Tagen die Nachricht, dass eine kleinere Gemeinde eine Asylanten-Familie mit CHF 700'000.- pro Jahr unterstützen muss. Diese Familie habe 6 Kinder und die Mutter müsse diese alleine erziehen. Pro Monat müsse diese Gemeinde 60'000.- aufwenden. Nicht, dass diese Familie dieses Geld bekäme, es fliesst in die Taschen der beauftragten Betreuungsfirmen. Nach einer Regulierungsänderung vor wenigen Jahren müssten die Gemeinden nur noch zahlen, könnten jedoch nicht mehr bestimmen, was bezahlt werden muss. Eine psychologische Betreuung für CHF 135.-/Std. belastet also die Allgemeinheit. Der Nutzen davon spielt keine Rolle bzw. ist kein Kriterium zur Bereitstellung der Leistung. Einforderbar ist das. So ist unsere Gesetzeslage.

Nun fragt sich manch Normalverdiener, der sagen wir mal 70'000.- pro Jahr macht, wieso die Gemeinde von seinen Steuern eine einzige Familie unterstützen muss, die zehnmal mehr kostet als er verdient. Diese Gemeinde hat ca. 5% Asylbewerber, nicht alle müssen derart unterstützt werden. Dennoch: Die Kosten der Sozialhilfen explodieren, die Gemeinde darf nur noch zahlen, und die normalen Bürger fragen sich, wohin sowas denn führt.

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