No shopping - das Buch von Judith Levine

Interessant könnte der Inhalt sein von ihrem neuen Buch "Not buying it". Judith Levine ist eine amerikanische Autorin, die im Weihnachtskaufrausch ihre angesammelte Baggage versehentlich in eine Pfütze fallen liess und dabei einen Flash erlebte mit dem Inhalt: "Was mach ich da, wozu kauf ich das, den 13. Kaschmirpulli, das 20. Paar Schuhe, das kostspielige Weihnachtsessen?"

So entschloss sie sich, ein Jahr lang auf allen Konsum - inklusive Telefon - zu verzichten. Interessant, was sie dann sagte über die wohl wichtigste Erfahrung: Enthaltsamkeit macht einsam, denn:

Ihre Freunde (und vormals sie ja auch selbst) reden andauernd über die neuesten Errungenschaften, das letzte luxuriöse Dinner, das tolle Wellness-Erlebnis, die letzte Reise. Nichts zu besprechen von Erfahrungen mit dem letzten Gadget, dem letzten Einkaufsstress.

Nicht zu sprechen über Oberflächlichkeiten, kurzweilige materielle Aufmerksamkeitshascher, damit auch weniger Smalltalk, weniger Bagatell-Chat. Dafür viel Zeit, allein, weil man ja mit anderen oft themenlos ist.

Ihr wurde offenbar in diesem Jahr deutlich bewusst, dass dieser permanente Konsum-'Zwang' teil der westlichen Gesellschaft ist, und wenn man sich dem entzieht, eine Aussonderung aus derselben fast automatisch erfolgt. Dies gebe ihr zu denken ...

Ich weiss nicht, was ihre Einsichten waren. Die kann man ja in ihrem Buch nachlesen. Ich kann nur sagen, dass ich ihre Erlebnisse natürlich kenne. Vor allem die Zeit, die einem plötzlich bleibt, wenn man nicht (mehr) den Konsumregeln, den Statussymbolen, der Beschaffungsmentalität folgt.

Wenn man merkt, wie wenig Zeit in unserer westlichen Welt eigentlich noch gebraucht wird, um den Körper zu erhalten. Wenn der Luxus weg ist, hat der Tag plötzlich viel Zeit pro 24 Stunden. Auch ein Luxus natürlich, für andere halt.

Man könnte gar anfangen sich zu fragen, was es soll, dieses tägliche Aufstehen, Körperputzen, Körperfüttern, zusehen, wie der Körper älter wird, wie er sich verändert und man selbst doch keine Änderungen spürt, die man der Zeit zur Last legen könnte. Und dies 365 Tage lang, mal 80, also grad mal knapp 30'000 Mal. Abzüglich gewickelt werden, früh und spät im Leben ... danach hat man's doch langsam gelernt, wenn nicht gar satt ... was also bleibt denn, neben der Körpererhaltung?

Levine sagte, dass mit der neuen 'gewonnenen' Zeit auch das Engagement kam, das politische. Wo sie früher im Trott der Lämmer dem Konsum ihren Obolus Tag für Tag erbrachte, der da hiess "Gehirn abschalten, stressen, konsumieren, Zeit und Energie verschwenden dafür", ist nun die Einsicht gekommen, statt für sich selbst, sich für die anderen einzusetzen.

Den Luxus von Zeit habe ich. Und ich teile ihn auch gerne. Aber nur mit denen, die diesen auch schätzen ... ;-) Es würde anders ja auch nicht gehen, das ist auch eine Erfahrung.

Katastrophale Tiertransporte quer durch Europa

In Österreich hat die Polizei einen Laster gestoppt, der erstens mit 57 Tonnen 17 zu schwer war, und der auf vier Schichten 850 (!) Ferkel in einer 23 Stunden-Fahrt von Holland nach Italien hätte fahren sollen. Die Wasserverfügbarkeit für die Tiere war eingefroren. Die Tiere mussten umgeladen werden, bis der Laster nur noch die 40 Tonnen wog. Wär das Übergewicht nicht aufgefallen, hätte es wohl keine Sau interessiert - pardon, die Umhergekarrten ausgeschlossen.

Die Tiere würden im Ziel weiter gemästet, wahrscheinlich zu Parmaschinken. Was zum Teufel macht es nötig, Ferkel in Holland zu "produzieren" und in Italien erst zu mästen? Können die das in Holland nicht? Oder schaffen das die Italiener nicht? Oder geht es wieder mal nur um Geldgefälle in der EU, die man für Profit ausnutzen kann? Zu diesem Thema gibt es ja unzählbare Horrorstories ... da fang ich erst gar nicht an.

Ich verurteile diese sinnlosen, hirnlosen, unökologischen aber leider grad in der EU sehr geldbringenden Tiertransporte. Ich würde gerne mal im Sommer deren Profiteure im Anhänger geschichtet in Europa umherfahren. Dabei würde ich öfters längere Pause machen - und sie in der heissen Sonne transpirieren lassen - solange sie es noch können.

Die EU in ihrem Gesetzeswahn könnte sich ja mal an der Schweiz orientieren. Die EU gibt ja Gesetze heraus wie die Presse Junk-Pendler-Blätter. Wieso nicht mal hier ein paar fallen lassen im Tierschutzbereich? Klar, wer sich nicht artikulieren kann, hat keine Lobby. Leider versteht ausser Dr. Dolittle diese Säue halt niemand.

Wer will den eigentlich Fleisch fressen von Tieren, die mit Chemie ruhiggestellt werden müssen, damit sie solch unwürdiges Umherkarren überhaupt überleben? Immer noch diese Billig-ist-geil-Tiefflieger? Grrmbl ...

Der Kuschel-Spielzeug-Dinosaurier Roboter

Er sei schon fast ausverkauft, dieser Spielzeug-Dino-Robi, der mit seinem Kindchenschema Kinder und offenbar auch Erwachsene anziehen kann.

Immerhin, er habe 48 Sensoren und Kameras im Innern. Tja. Schon enorm, wo wohl jeder Quadratmillimeter eines Fingers ein Vielfaches davon hat.

Die Verkäufer beobachteten offenbar, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene mit ihm zu reden anfagen, ihn steicheln, ihn liebkosen.

Hey, es ist nur ein Haufen Plastik, Elektronik, ein paar Elektromotoren und offenbar eine selbstlernende Software. Und das funktioniert sicherlich schon recht gut, aber wehe, die Batterien gehen aus ...

Wie kommt es, dass halbwegs bewusste Menschen sich einem künstlichen Ding, einem sehr limitierten Ding, zuwenden, ihm sogar Gefühle schenken? Jedes Tier ist "besser ausgestattet" punkto Funktionalität. Und braucht keine Batterie - klar, es erzeugt dafür Abfall, sprich Scheisse, aber das tut der Batterienzwang auch, allerdings bis dato nicht 100% recyclebaren.

Nun, Tiere, gerade Haustiere, werden ja eh meistens vermenschlicht. Sie lassen sich also all diese Vorstellungen und Wünsche aufoktroyieren, die ihre Besitzer befriedigt bzw. realisiert haben möchten.

Ein Tier hat immer noch einen 'Software-Vorteil', es hat ein eigenes Gehirn, eigene Verhaltensweisen, und kann auch mal gegen seinen Besitzer handeln.

Das elektronische Ding kann das nicht - noch nicht. Ist ein Verhalten denn eigentlich nicht genau das Gleiche wie eine Software? Eigentlich schon. Man könnte also auch einen Roboter so programmieren, dass er sich wie ein Tier verhält.

Offenbar können wir Menschen jede Materie zu etwas Lebendigem erheben. Siehe Autofreaks, Second-Life, Computer-Games.

Ist die bei vielen Menschen beobachtbare Scheu gegenüber künstlichen Verhaltensspielzeug nur eine Übergangsphase, solange die Geräte halt noch nicht perfekt sind? Werden die Bedenken verschwinden, wenn solche Dinger alltäglich werden? Wird es einem Menschen dann leichter oder schwerer fallen, mit anderen umzugehen? Und das erst noch in der Phase der Eriehung, wo die damit beschenkten Kinder in der Prägungsphase sind? Werden sie die Sozialkompetenz mit unberechenbaren und auch sogenannt bösen Mitmenschen noch lernen? Werden künftige Spielzeuge die Asimovschen Robotergesetze befolgen? Etwas, was wohl niemals alle Menschen tun werden? Oder müssen dann zwecks realer Erziehung Spielzeuge entwickelt werden, die auch böse sein können?

Also ich persönlich will diese Spielzeuge nicht. Gerade weil ich als ehemaliger Software-Entwickler noch zu wissen glaube, dass so ein Spielzeug immer nur einem abgestandenen kalten Kaffee gleicht, der keinem frisch duftenden Espresso nahekommen kann.

Keiner blocht mehr im Bundesrat, er schlumpft nun

Der 13. bringt Blocher kein Glück, er wird gekickt, dismissed, ausgemustert, abgestraft, ausgesondert, schwarz angemalt, ins Glied zurückgestellt, muss Kreide fressen etc. etc.

Der Bundesrat hat nun immerhin drei Frauen, was ich sehr begrüsse. Es wird spannend sein anzuhören, wie der neue fast paritätische Bundesrat sich äussert, sich darstellt.

Immerhin darf jetzt eigentlich ja keine Disharmonie mehr sichtbar werden, wenn der Störefried weg ist.

Und ich hoffe auch, dass die SVP nun nicht nur noch Scheuklappen bewehrt trözelet, sondern die 'Schmach' halt akzeptiert und markant für Konsens-fähige Lösungen arbeitet. Viele ihrer befeuerten Kritikpunkte sind ja an sich wirklich wert, beobachtet und korrigiert zu werden.

Eine Chance natürlich für alle mittleren Parteien, denn ihr Gewicht wurde wohl aufgewertet. GLP, CVP und FDP sind nun wieder viel wichtigere Waagenzüngleins.

Was Blocher in der Opposition nun macht, wir werden sehen. Die SVP hat ihre Führerfigur zurück, Aufheizer wie Mörgeli und Schlüer können also weiterhin hetzen.

Der Ausschluss der beiden jetzigen Bundesräte ist meines Erachten mehr als kleinlich und daher peinlich. Schliesslich haben sie sich nicht selbst gewählt.

Anyway, ich hoffe, dass nun Ruhe und Sachlichkeit einkehrt. Ich will keine Zustände wie in Deutschland.

Bundesrat Blocher: Nicht zähmbar oder wirklich unausstehlich?

So, es scheint wohl so zu sein, dass der Bundesrat Blocher ein Ex sein wird morgen.

Der Bundesrat ist die Geschäftsführung diese Landes und repräsentiert dieses in den jeweiligen Aspekten in Form eines Bundesrates im In- und Ausland.

Die Frage, die das Parlament heute beantwortet hat, ist, ob der Bundesrat als Corpus unisono auftreten soll oder ob man ihm die natürlichweise vorhandenen, unterschiedlichen Meinungen anmerken können dürfe.

Das Parlament entschied sich, dass die spürbaren Polarisierungen im Bundesrat nicht mehr so dargestellt werden sollen.

Exponate der Landesregierung werden also wohl wieder zahmer, harmonischer - man könnte auch sagen - langweiliger auftreten. Oder wieder geschleckter wie es die Schweiz ja oft ist? Alles ist bei uns gut, sauber und ansonsten Schokolade, Sackmesser und Fondue.

Vergliche man den Bundesrat mit einem Wolfsrudel, so wurde jetzt die Zuneigung des Rudels für ein Alpha-Tier geklärt. Offenbar wollte es nicht zwei solcher Tiere als Führer, die sich naturgemäss belauerten und provozierten, sondern nur eines. So wurde eines entfernt, auf dass es wieder einfacher zum Leben ist, man muss ja nur noch einem folgen.

Im Zischtigsclub erklärten beide Ex-Spitzenpolitiker, Helmut Hubacher, SP, und Edgar Öhler, CVP, dass es früher auch Grabenkämpfe und Rangeleien gab, allerdings eher unter der Hand, hinter den Kulissen. Beide sagten, dass sie oft auch der eigenen Führung gegenüber eigenen Groll runterschlucken mussten. Es war wohl damals viel mehr Zucht und Ordnung gefragt, in allen Fraktionen.

Was hat Blocher nun gemacht, die 4 Jahre lang? Könnte man sagen, dass er die schwelenden Gluten einfach nur anfachte, so dass sie aufloderten, und damit Pole sichtbar machte, was ohnehin vorhanden ist?

Will die Schweiz eine geeint erscheinende Regierung, die möglicherweise nur etwas darstellen soll, was der Zeit ohnehin nicht mehr entspricht, oder will sie eine Regierung, der man die Probleme des Landes anmerken darf?

Das Parlement scheint erstes zu wollen. Ok. Business as usual? Die SVP als grösste vom Volk bestätigte Partei ist ja nicht weg. Wird diese nun der Regierung Knebel zwischen die Beine werfen?

Ist das Parlement nun völlig losgelöst vom Volk oder meint es, es wisse mehr oder besser? Hubacher sagte "Das Volk hat nicht immer Recht, aber es ist immer im Recht".

Diese Frage taucht ja auch andernorts auf, als zum Beispiel das Bundesgericht die Einbürgerungspolitik einiger Gemeinden als verfassungswidrig bezeichnete. Das Volk wollte gegen die eigene Verfassung agieren und empörte sich, dass das Gericht ihm da einen Nasenstüber verpasste. Das Volk immer im Recht, auch wenn es nicht Recht hat? Es könnte ja schliesslich eine Initiative zur Änderung der Verfassung starten.

Ich finde, es ist richtig, dass das Bundesgericht uns auf die Finger haut, wenn wir gegen die selbst gegebenen Regeln verstossen, solange wir die Möglichkeit haben, in einem demokratischen Prozess diese Regeln anzupassen.

Also könnte das Parlament hier auch sagen, dass das Volk zwar die grösste Partei wählte, aber nur es (das Parlament) wisse, was gut für das Volk sei. Das hatte man schon ab Lenin andernorts.

Nun, das Parlament schätzte Blocher nicht so, dass es ihn nochmals wählte. Wie im Wolfsrudel testen mögliche Nachfolger auch immer die Wachsamkeit des Alpha-Männchen, nicht nur, um das Rudel zu führen, sondern einfach um Chef zu sein. Jetzt scheint der Chef aus der eigenen Gang entthront zu sein.

Wie auch da, die neuen Führer müssen sich dann auch bewähren, der Tatbeweis ist das, was die Spreu vom Weizen trennt.

Ich persönlich finde es spannend, wie das gehen soll. Ich finde es egal, wie die Parteienlandschaft sich darstellt. Ich will eine Regierung, die sich auf die Sachgeschäfte konzentriert, die sich über die Parteigrenzen hinweg zusammenraufen kann. Ob der Kampfstil etwas harscher war, wie es wohl Blocher entsprach, oder mit freundlich verzerrten Gesichtern, ist mir egal - wichtig ist, dass die Loyalität zum Land das Zentrale ist und bleibe.

Mir scheint, dass die SVP ihre Galeonsfigur verliert, fast harmlos würde, sollte sie den charismatischen Blocher verlieren. Oder hat sie sich sogar in ihm getäuscht? Nicht er folgt der SVP, sondern sie (muss) ihm (folgen)? Bleibt er bei ihr? Immerhin kann er ja nicht mehr erreichen.

Hubacher sagte, dass er wisse, dass Blocher eines nicht verstehe: Wie man nicht fleissig, chrampfig sein könne. Aus der Biografie von Christoph Blocher könnte man dies sogar verstehen. Was also macht so ein konfrontationsfreudiger Macher nun?

Ich finde, dass etwas mehr Konfrontation der Schweizer Regierung gut tut. In jedem europäischen Land sind die Stellungen klarer ersichtlich. Ich wünsche mir jedoch auch, dass Parlament und Regierung jederzeit immer noch den Rank finden, dem Volk, dem Land zu dienen. Jahrelange Grabenkämpfe wie in der BRD oder Frankreich will ich nicht.

Es wird auf jeden Fall irgendwie spannender. Vielleicht wäre es heute besser gewesen, dem Vorschlag zu folgen, alte Bundesräte rauszuschmeissen und junge Kräfte zu wählen. Denn für die Herausforderungen der Zukunft braucht es keine Leute mehr, die diese nicht mehr erleben werden. Auch keine allzu tief in der Wirtschaft verwurzelten Eingeninitiative-Prediger. Denn diese liberale Wirtschaft hat viele der heutigen sozialen Spannungen hervorgebracht bzw. tolerierend in Kauf genommen.

Die Abwahl von Blocher ist wohl wirklich nur im Biotop des Parlaments erklärbar. Ob die Regierung nun wieder zur Class politique wird, Maden im Speck, wenig im Kontakt mit dem Volk, oder ob Blocher die Sedimente im Schlamm doch nachhaltend aufgewirbelt hat, zum Wohle des Volkes, wird sich weisen.

Ich will keine Leuthard, die sich von der Wirtschaft vereinnahmen lässt angesichts der globalen Herausforderungen, und keine SP, die Geld an Leute verschwendet, die nur das hier entstandene, solidarische Sozialnetz ausnutzen.

Also einfach ganz normale, den Verstand nutzende Politiker, die sich ungeachtet der Parteien zur besten Lösung, zur einvernehmlichen Priorisierung der Probleme durchringen können, auf dass Extreme wie Managerlöhne, Änderungskündigungen, Lohnschere oder Hotelbeherbergungen von Sozialsystemschmarotzern, IV- und Sozialhilfe-Falle nicht mehr vorkommen.

World Vision erhält das Zewo-Zertifikat nicht

Wie kommt man zu Geld? Man zeigt Bilder im TV von darbenden, leidenden Kindern und der Schweizer zahlt. Pro Tag sehe ich sicher mindestens einen Werbespot von World Vision, wie sie für eine Patenschaft wirbt, die uns Schweizer ja nicht viel koste, einem Kind in Südamerika oder sonstwo ein würdiges Aufwachsen ermögliche.

Nun zeigte der Kassensturz, dass dies nicht immer stimmt. So habe die World Vision dem wohl ungewöhnlichen Besuch einer Patin das Kind geschönt und geputzt in den eigenen Büros vorgeführt. Als die Patin ausserhalb der Fassade von World Vision ihr Patenkind an seinem Wohnort besuchte, sei es dort jämmerlich bekleidet und erst noch erkennbar ungesund vorgefunden worden. Es habe einen Entwicklungsrückstand aufgrund einer Verwachsung der Zunge.

Ist also mal wieder nichts genau so, wie geworben wird. Die Anmoderation im Kassensturz sagte ja, dass immer mehr "Wohltätigkeitsorganisationen" auf der Bühne erscheinen und natürlich um Geld buhlen müssen. Also, primär mal Geld für sich alleine. Schliesslich wollen sie sich ja am Leben erhalten.

Dazu müssen diese Bilder her, damit wir hier im reichen Teil der Welt Geld aufwerfen. Wie ethisch ist es da, mit gestellten Bildern zu arbeiten? Sogar noch in 3D das Theater aufrecht zu erhalten? Wohl ziemlich daneben.

Aber wenn wir drauf reinfallen? Es ist sicher nicht in Ordnung, die Hilfsbereitschaft von Leuten damit auszunutzen. Oder doch? Sind diese Hilfsbereiten halt nicht grad die, die nur das Gewissen beruhigen wollen, das Tun aber (allzu) gern andern überlassen?

Zocken sich also hier die Richtigen ab? Die Täuscher die Scheinheiligen?

Die im Kassensturz portraitierte Frau jedenfalls hat den Zwischenhändler World Vision abgesägt und will sich nun direkt um ihr Patenkind kümmern.

Zewo gebe jedenfalls ihr Zertifikat nicht an die World Vision ab.

Wer Gerhard Blocher zum Bruder hat, braucht keine Feinde

Letzthin kam eine kleine kurze Dokumentation über Gerhard Blocher, den grösseren Bruder von Christoph Blocher. Ich war relativ gespannt darauf, da ich ihn nicht persönlich kenne, meine Mutter aber sehr wohl. Deshalb konnte ich mit ihr über seinen Auftritt sprechen.

Ich hatte bisher versucht, sein Buch über Gott und Humor zu lesen. Wie stark ich mich auch mühte, mehr als ca. 50 Seiten schaffte ich einfach nicht.

Nach der Aussendung des Beitrages war mir eigentlich jede präventive Sympathie vergangen. Wenn einer so über einen politischen Gegner redet wie Gerhard, der zumindest scheinbar in diesem Augenblick der Beobachtung sich dessen nicht bewusst war und seine Maske möglicherweise fallenliess, der gehört eigentlich nicht zum Berater eines mächtigen Politikers.

Gerhard Blocher hat immer eine irgendwie spöttische, aufhetzende, meckernde, entwürdigende Art. Dadurch kann man nicht wissen, ob er nur spielt. Doch auch dann: da keiner ihm eine Rolle aufdrängt, wählt er dann ja seine eigene Rolle. Und die ist gelinde gesagt völlig abgedreht.

Meine Wahrnehmung sagt mir, dass Christoph Blocher zum Glück schlauer, realer und viel anpassungsfähiger und wandelbarer ist als Gerhard - und wohl auch als viele andere, die ihn so gern fixieren möchten. Auch wenn er sicherlich seinen Bruder liebt, ist es wohl gut, wenn er sich dessen Gehetze nur von der Ferne aus anhört. Und so ist ja auch er im Bundesrat, nicht Gerhard. Der würde mit seiner gehässigen Art wohl nicht mal eine Gemeindsversammlung überzeugen. Obwohl er ja mal Gemeindechef war. Jetzt sei er auf dem Altenteil. Gut so.

Weiche Doris Leuthard

Heute wurde bekannt, dass sie die Regeln des Zertifikathandels zur Kompensation der CO2-Abgaben aufweichen will, zugunsten der Wirtschaft.

Die starken CO2-Produzenten können dank des Handels von Zertifikaten vor ihrer eigenen Haustür mehr oder weniger den Dreck liegen lassen, man muss ja nur Geld in Projekte im Ausland stecken, die dort den CO2-Ausstoss verringern oder verhindern sollen, um hier nicht das tun zu müssen, was eigentlich nötig und voraussichtlich schmerzhaft wäre.

Zwar dürfe man eh nur höchstens 50% des Ablasshandels im Ausland erledigen, dennoch will die Leuthard, dass es mehr sein müsste - "um wirtschaftsverträglich" zu sein - sprich, dass man hier nicht die Hände aus den Hintern nehmen muss. Klar, sie ist eine aus der Mitte, aber ich hätte mir von der relativ jungen Bundesrätin schon etwas mehr Engagement für den Umweltschutz vorgestellt.

Klar, von der Schweizer Regierung kann man keine so klaren Beschlüsse erwarten wie von der Frau Merkel. Auch natürlich niemals dramatische oder eben schmerzhafte. Doch was die Leuthard jetzt will, finde ich also wirklich weich.

Gemäss Studien kann man nämlich mit Projekten in den sogenannt Dritte-Welt-Ländern gar nicht oder nur zum Teil soviel CO2 einsparen, wie man dann als Gegengewicht in der Schweiz wieder ausstossen darf. Mithin also reine Gewissenberuhigungsprojekte.

Ich finde es oberpeinlich, dass die reiche Schweiz, die hervorragende Köpfe in Wissenschaft und Erfindung hat, sich nicht derart in den Arsch kicken will, etwas zu wagen. Haben die Klischees also doch recht.

Wenn die Weihnachtsgeschichte modern geschrieben würde ...

Die Quelle ist mir zwar unbekannt, aber ich erlaube mir dennoch, diese kurze Schmunzelstory hier widerzugeben.

Was wäre, wenn Jesus im Jahr 2007 geboren wäre ... *Säugling in Stall gefunden - Polizei und Jugendamt ermitteln* *Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen*

BETHLEHEM, JUDÄA -

In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war. Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert. Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als "weise Männer" eines östlichen Landes bezeichneten.

Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihn angetragen,sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.

Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekanntgegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: "Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen." Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zu medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage wegen Fahrlässigkeit rechnen. Ihr geistiger Zustand wird deshalb näher unter die Lupe genommen, weil sie behauptet,sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott.

In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht: "Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass - wie in diesem Fall - ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken.Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können."

Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info: Die anwesenden Hirten behaupteten steif und fest, dass ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken ihnen befohlen hätte den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: "Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede eines vollgekifften Junkies, die ich je gehört habe."

Enorme Werbung für den Hausaltar

Wahnsinn, wie für den Götzen des Medienalltags geworben wird. Heute hatte ich in der Zeitung den üblichen Unterhaltungselektronik-Flyer drin. 37 verschiedene Flach-TVs werden da angeboten auf 40 Seiten. Neben anderem Zeug noch, doch eben 37 verschiedene Flatscreens.

Abgesehen davon, dass man die ja nicht wirklich auswählen kann ausser über den Preis, ist es amüsant in der Werbung zu bemerken, worum sich der Lebenssinn vieler Leute offenbar dreht:

Vor die Glotze hängen und Hirn abschalten. Und für die Projektionsfläche der geistigen Befindlichkeit werden bis zu 2-3 Monatslöhne hingelegt.

In der Bibel hiess es doch irgendwo bei Moses, dass die Leute unten kein Bild machen sollten ... und prompt bauten sie das goldene Kalb. Bis Moses runterkam und es zerstörte.

Tja. Ich schaue auch oft TV ... :-)

Also, knien wir nieder bzw. lümmeln wir uns in den TV-Beinhochlagerungs-Massage-Sessel, greifen zum Glas im Getränkehalter und schlürfen aus dem Strohhalm den Lieblingssaft, derweil die/der WunschpartnerIn den Körper anderweitig verwöhnt ... glücklich sei, wer's real so hat, die anderen mögen halt davon träumen ...

_UNKNOWNTRANSLATION_ / Mehr Einträge

BlogCFC was created by Raymond Camden. This blog is running version 5.9.8.012. Contact Blog Owner