Dystopie - Der Niedergang der Ökonomie des Westens

Heute sah ich mir diesen recht langen, dafür dystopischen ( :-) ) Podcast an. Wieso der Smiley ... nun, es sind zwei lachende Augen ... das eine, weil es so herrlich tragisch ist, zum anderen, weil es so klar ist. Einer seiner weiteren Podcast, den ich mir zu Gemüte führte, war dieser hier.

Letzterer ist viel krasser, weil es darum um die Frage geht, wer das US Imperium ersetzen soll, wie das transnationale Kapital mit welchen Mitteln (Kriege, KI, Robotik, Arbeitslosigkeit, Technologie, Aktionmärkte, Währungen und natürlich die Inflation) und Marionetten (Trump und Organisationen, America First, Australia First, Brittain First ... ) die Machtbalance auf der Erde beeinflussen wollen, können und auch tun.

Kurzes Fazit: Nur ein Asset, was man wirklich besitzen kann, wird dem kleinen Mann das Überleben sichern, keine ETFs, keine Aktien, nichts, weil alle Anlageprodukte als Waffe benutzt werden, um sich realer Güter zu bemächtigen und somit die Anleger auszubluten. Also helfen nur Gold, Silber und Bitcoin. Gold ist ein sicherer Hafen, Silber ist ein geopolitisches industrielles Werkzeug, eher ein Spielball als ein Gold. Und natürlich ist Bitcoin das digitale Geld. Denn nur damit können wir auch mit den Füssen abstimmen: Value4Value, lokale Wirtschaft und Produkte unterstützen, Produkte und Projekte der Grossen boykottieren.

Im ersten der genannten Videos geht um den Niedergang des Finanzwesens westlicher Art, seit etwas mehr als 100 Jahren Britischer Art. Simon Dixon analysiert treffend, wie sich die westlichen Staaten und Firmen dem Hegemon USA untergeordnet, ausgeliefert, unterworfen haben. Und wie keiner da mehr raus kommt, solange er irgendwo Schulden hat. Und mit er meine ich nicht nur Menschen, sondern jeden beliebigen Akteur, sei es nun ein Bauer, Elon Musk, Apple oder Venezuela oder - jeden US Bürger selbst.

Simon schafft eine präzise Analyse der Situation, die wegen Trumps auftreten eigentlich nur sichtbarer für die Welt wird. "Funktionieren" tut die Welt ja schon lange so, eben sie 120+ Jahre. Seit man Schulden machen kann und seit es die USA geschafft haben, mit dem Petro-Dollar ihre Währung wichtig zu machen. Wäre das nicht passiert, wäre die USA auch nur eine Regionalmacht. Und der Rest der Welt würde nicht unter ihrem Zuckerbrot und Peitsche Spiel leiden.

Die Ironie ist noch, dass die Briten diese Strategien wohl vom Zaun gebrochen haben und schon seit 20+ Jahren die Opfer derselben sind, niedergekommen, eine Kleinnation, zerrieben bis zerstört von der eigenen Doktrin. Denn deren Zögling, die USA, spielt das Spiel besser bis heute ... so fressen die Kinder ihre Eltern auf ...

Ich finde es lohnenswert, jene Podcasts zu hören. Sie sind in englisch, aber man kann sie heute ja in Echtzeit übersetzen lassen.

Übrigens das eine lachende Auge: All diese am Schluss des Videos kommenden Erkenntnisse sind Jahrtausende alt. Und zeitlos wahr, denn die einzige wichtige Ressource ist die eigene Lebenszeit und die Erde, in der wir alle leben. Bitcoins 21 Millionen Einheiten, das sind die Ressourcen, das einzige, was zu besitzen sich wohl lohnen wird, denn alle anderen Systeme sind irgendwann, -wo und -wie mit der Schuldenfalle verbunden. Nur Besitz von Assets, physisch oder eben Bitcoin, sei das einzige, was Leuten auch in der Zukunft ein respektables Leben ermögliche. Daher stack Sats .... und keine ETF, ETN, ETP, keine Derivate, keine Versprechen ...

Man sieht ja jetzt grad wieder anlässlich des WEF in Davos, wie peinlich es eigentlich ist, dass alle westlichen Nationen kuschen vor einem exzentrischen, narzistischen Puppenspielern - denn mehr ist auch der nicht - erst recht nicht nach Kenntnisnahme jenes Podcasts.


Wer nach der desillusionierenden Visierung der Videos etwas braucht, was das alles in einen anderen, ziemlich unwichtig machenden Kontext versetzt: Dem empfehle ich wieder mal den Pale Blue Spot. Was ist danach einem jeden, einer jeden wirklich wichtig?

TicketCorner endlich mal verurteilt - wiedermal

TicketCorner wurde verurteilt - zusammen mit dem Hallenstadion. Beide hatten eine Abmachung getroffen, um eine marktbeherrschende Stellung aufzubauen. Zwar schon in den 201xer Jahren. Die Weco hat beide nach 15 Jahren endlich verurteilt. Das Gericht sagte, dass es anderen Markteilnehmern erschwert worden sei, Tickets für das Hallenstadion zu verkaufen.

TicketCorner reagiert damit, dass es ja nun genug Marktteilnehmer habe, das ganze eh schon lange nicht mehr gelte etc. etc.

Warum schreibe ich das. Ist mir an sich egal ... wenn da nicht eine kleine Geschichte dazu gehört: TicketCorner macht das immer wieder. Ich war Mitbegründer der Firma klicket GmbH im Jahre 2001. Damals waren wir die allerersten, die Tickets in der Schweiz zum ersten mal elektronisch zum Selbstausdrucken verkauften. Als unser Sales damals die Klinken putzte, hörte er immer wieder ... "ja, wir würden ja gerne mit euch Tickets verkaufen, aber leider können wir nicht, weil wir haben Verträge mit TicketCorner",

Es waren Knebelverträge, ungültig wie das Weco damals dann mal schon noch feststellte, nachdem einige Ticket-Startups Klage erhoben. Wie beim Weco üblich, gingen dann Jahre ins Land, und als der Spruch kam, der TicketCorner verurteilte, redete sich TicketCorner mit demselben Spruch raus "es ist ja jetzt alles anders" ...

Tja. Für mich ohne Worte. Wirtschaftlich Grosse unterdrücken die Kleinen immer. Kleine haben noch keine Ressourcen, gegen Grosse zu bestehen. Siehe USA.

Aber mit der Zeit arrangieren sich die Kleinen und der Grosse strauchelt. Siehe USA.

Und dann wird es wirklich anders. Kaum besser, aber eben - anders.

R.I.P. EvD - Erich von Däniken

Mit 90 ging er.

EvD, wie er genannt wurde, war auch ein Attraktor meiner diversen Jugendsuchen. Wie jeder Jugendlicher irgendwann, wollte auch ich erfahren, was ich bin, woher ich komme, was ich hier soll, wieso ist das alles so merkwürdig hier, warum sind alle so anders, gehören wir hierher und natürlich — gibt es noch andere wie uns im Weltall?

Und waren die schon mal hier?

Ich musste damals als noch der reformierten Religionslehre verpflichteter Jugendlicher die Bibel studieren. Dabei glaubte ich natürlich nie an die Stories im AT - ich war damals schon wissenschaftsorientiert. Was mir halt auffiel, war die Diskrepanz zwischen AT und NT. Mit dem NT wurde ein Gott eingeführt, der sich raushielt, schliesslich hat er seinen Sohn geschickt, der sie Sauerei handeln soll. Mit diesen Geschichten konnte ich mich anfreunden, aber nicht mit dem rächenden, egozentrischen Gott des AT.

Also, wenn einer wie der EvD daherkam und sagte "schaut doch mal auf diese Wandzeichnungen", "lest doch mal diese Texte aus heutiger Sicht" ... war ich sofort dabei. Wenn in ägyptischen Hieroglyphen Dinge vorkamen, die dem unbedarften Betrachter wirklich unwillkürlich wie eine Grafik einer Glühlampe erschienen, oder wenn der Gott in einer Wolke von Lärm und Rauch herniederkam, was doch eher wie ein Helikopter oder ein Senkrechtstarter anmutet, oder wenn sein Gefährt sich auf Rädern bewegte, die sich in jede beliebige Richtung drehen konnten ... dann frage ich mich schon, was in diesen Stories des AT eigentlich beschrieben wurde.

In meiner Jugend war sich sehr SciFi-orientiert. Es war meine Flucht als Jugendlicher aus dem drögen Alltag und meiner völlig unklaren, persönlichen Zukunftvorstellung.

EvD stellte nur Fragen - und bot eine Möglichkeit der Erklärung an. Und er sagte, dass all dieses Beschreibungen, die hier unten ja niemand wirklich verstandesmässig sinnvoll erklärt, eben auch aus heutiger Sicht betrachtet werden können. Und im 20 Jahrhundert haben wir passendere, weil technischere Deutungen. Ist es daher verwerflich, die religiös verbrämten und unantastbaren Erklärungen der Religionsobrigen in Frage zu stellen? Dass konsequente Fragesteller nie bequem sind, erfahren auch Leute wie Daniele Ganser und andere ...

Dies tat EvD aus meiner Sicht sein ganzen Leben lang. Und er tat es mit der im eigenen, immer massiv spürbaren Intensität. Er konnte die Geister fesseln. Er indoktrinierte sein Publikum ja nie, etwas zu glauben, nur weil er etwas so sah. Er stellte nur Fragen, und er führte Studienreisen durch, um Interessierte an den physischen Orten seine Denk-Mal-Objekte zu zeigen.

Wie könnte man Erkenntnisgewinn überhaupt besser machen? Ein Schullehrer verweist die Schüler einfach ans Lehrmaterial, EvD führte die Studenten zu den Fragestellungen und bot eine Erklärung an. Keiner wurde gezwungen. Wie kann man Ausbildung, Entzündung und Nährung der persönlcihen Neugier besser gestalten?

Ich hatte damals einige seiner Bücher gelesen, hatte mich sogar auch in der Ancient Astronaut Society milde engagiert. Als EvD seinen Mystery Park in Interlaken aufbaute, was ich auch fast dabei. Als Student hatte ich halt kein Geld, um das finanziell zu unterstützen. In seinem Park war ich dann komischerweise doch nie.

Nun ist der Steller von beunruhigenden und herausfordernden Fragen gegangen.

Es gab mir in der Jugend einige Impulse ... nichts einfach so zu glauben, nur weil es irgendwelche Leute, meist natürlich Geachtete, Gefürchtete, Verehrte es so verlangen oder verordnen.

Ich weiss gar nicht, ob EvD ein Bitcoiner gewesen ist - aufgrund dieses Mindsets kann ich mir schon vorstellen, dass er's war. Spielt ja keine Rolle, zeigt aber, wieso es mich vielleicht dann mal zu Bitcoin trieb, denn das Hinterfragen ist des Bitcoiners erste Bürgerpflicht.

Auf jeden Fall ist es für ihn vielleicht nun geklärt. Ob schon jemals andere in einer linearen Zeitvorstellung auf dieser Erde waren. Physische, materielle Technik-basierte Wesen, die den Historie-Schreibern jener Zeit eben nur in den Worten des damaligen Umfeldes dokumentieren konnten. Wer wusste damals schon etwas von Magnetfelder, Supraleitung etc.

Oder gab es halt schon mal einen intellektuellen Niedergang der Menschen? Lebten schon uns technologisch überlegene Menschen hier? Sind wir nicht die Krönung, sondern nur ein lokales Minimum oder Maximum in der historischen Intelligenz? Wer weiss es. Ich tendiere ja eher auf lokales Minimum :-)

Nun, diese Fragerei, das Leben mit der Gewissheit, dass Antworten nicht kommen in einem Leben ... das ist für EvD nun vorbei.

Ich bin dankbar, dass ich von ihm erfahren hatte.

Coop vierzgerlet jetzt

Offenbar muss Coop mehr Geld reinholen. Coop füfzgerlet nicht mehr, sondern vierzgerlet am frühen Vorabend mit Nahrungsmitteln, die am aktuellen Tag auslaufen.

In meinem Coop sehe ich nun nur noch 40% Rabatt statt der gewohnten 50% der letzten Jahre. Nun ja, was wollte ich dagegen sagen ... wichtig ist, dass produzierte Nahrungsmitteln nicht in der Tonne, sondern im besten Fall noch in einem Kochtopf oder zumindest bei den Tafeln landen.

Zwei Bitcoin Bücher: Die Orange Pille und Bitcoin Durchblick

Eigentlich wollte ich schon lange mal etwas zu Bitcoin Büchern schreiben, doch wie es so ist, die Zeitpräferenz zum Schreiben ...

In Ijoma Mangolds Die orange Pille (Erstausgabe 2023) geht es um die private Reise des Feuilleton-Journalisten Ijoma Mangold, der sich wohl ehedem lieber im Geld-affinen, aber Geld-agnostischen Kulturbetrieb rumtrieb. Man hat Geld, spricht aber nicht drüber. Das meint er aufgrund seiner Herkunft nicht selbst über sich, auch ich nicht über ihn, aber er dient seinen Rabbit-Hole Reisebericht solchen Leuten zur wohlwollenden Beleuchtung an. Es mag ihm wohl gelingen. Ich kenne keine entsprechende Feedback-Aufschlüsselung.

Mich gewann er mit dem einführenden Zitat

"Nichts hat mich so misstrauisch gegen Bitcoin gemacht wie die Rasanz, mit der ich von ihm überzeugt war".

Ein Lächeln huschte über mein Gesicht ... "so ist's recht, so mag ich's" ... denn der gottgegebene Verstand muss auch überzeugt werden, nicht nur die Emotionalität der Triebe. Also, ich las es. Erst letztens, weil Vorweihnachtsgeschenk. Obwohl ich doch an Ijomas Präsentation in Zürich vor Jahren persönlich zugegen war. Damals kannte ich Ijoma nicht, nicht mal aus TV oder sonst woher. Wie viele, dachte ich nicht grad neutral über Feuilletonisten, die sich am Thema Bitcoin versuchten ... doch nur schon, dass Ijoma ein Buch dazu schrieb, es promotete, machte mich milde neugierig, weshalb ich die Veranstaltung im Schlepptau anderer Bitcoiner besuchte.

Kurz: Mir hat das Buch gefallen, sehr sogar, denn die offen dokumentierte Egoperspektive eines Konvertiten ist immer spannend ... wie ergeht es ihm, was passiert mit seinen White Spots, wo entdeckt er Wissenslücken und blankes Desinteresse an Grundlagen ökonomischer, gesellschaftlicher oder technischer Bereiche ... all dies ist sehr schön zu lesen - natürlich, weil es Brechtsches Theater ist ... das Ziel ist ja bekannt, Ijoma ist's, ein wahrer Bitcoiner.

Sehr schön und süffig zu lesen, wohl alles abdeckend. Und noch ein Qualitätszeugnis dazu: Meine beste Freundin, die seit geraumer Zeit zwar stackt, aber bis vor 2025 nicht wirklich in den Kaninchenbau lugte, fand es im Vergleich zu Saifedeans Bitcoin Standard lebhaft, leicht verständlich, eingänglicher, kurzweiliger, müheloser. Sic.


In Filip Balonis Bitcoin Durchblick (Erstausgabe 2025) versucht der Autor, sich dem Thema Bitcoin so neutral, fast wissenschaftlich historisch zu nähern. Ich hörte von dem Buch in einem Podcast, indem Filip es vorstellte. Obwohl ich eigentlich in solchen Büchern eigentlich nichts Neues mehr zum Kernthema lernen kann (was sich bewahrheitete), wollte ich es mir besorgen, um es womöglich anderen, tiefer Interessierten andienen zu können - denn als sicherliches Eigenstellungsmerkmal hat das Buch jeweils pro Abschnitt grosse Kontrollabfragen mit Lösungen. Also wohl perfekt als Lektüre zum Selbststudium. Wie eben Bitcoin ist: Don't trust, verify.

So attestiere ich, dass es sehr wohl sehr neutral, geradezu kühl wissenschaftlich anmutet. Mithin auch trocken. Es ist umfassend, beleuchtet alle wichtigen, faktenbasierten Eckwerte von Bitcoin und auch Lightning. Es vermeidet jegliche rhetorische Emotionalität. Der Abschnitt Diskussion ist dann etwas "wärmer", denn hier geht es um die meistens eben emotional geführten, wohlbekannten Diskussionspunkte.

Etwas, was mir allerdings wirklich sehr missfiel, waren die lieblos dahingekritzelten schwarzweissen Erklärdiagramme. Hier hätte mehr Stil, mehr Kunstfertigkeit dem ansonsten ja trockenen Buch sehr gut getan. Kamen sie in den Kontrollfragen vor, hatte ich keine Ahnung, worum es da ging, was ich an ihnen erklären sollte. Gibt es eine zweite Auflage, empfehle ich die Aufarbeitung aller grafischen Elemente sowie ein gründlicher arbeitendes Lektorat. Das Deutsch muss ja nicht grad an den Level von Ijoma ranreichen ...

Fazit

Beide Bücher sind gut. Ijomas Pille ist dem routinierten Literaten eingängiger als das aus meiner Sicht sperrige, weil sehr trockene und etwas lieblos produzierte Buch von Balonis. Beide geben umfassend Auskunft über den Stand der Bitcoin-Bubble.

Ganz persönlich empfand ich die Lektüre der Pille als angenehmer - ich bin ja auch ein Mensch - emotional, schadenfreudig, besserwisserisch - so konnte ich diese Emotionen beim Lesen seines Buches etwas aufköcheln.

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