Quo vadis, Bitcoin?

Alles Gute und Erfreuliche wünsche ich meinen Lesern fürs 2026. Irgendwie ein hohler Satz, wiederholt er sich doch identisch jedes neue Jahr. Alle wissen das und dennoch: In der Geschichte eines Lebens ist der Bitcoin gerade erst 16-jährig. Seine Pubertät, seine Reife wird nun getestet.

Wie bei einem jungen Erwachsenen fragt es sich, wie sein Weg aussehen könnte, wächst er doch in eine schon längst aufgeteilte Welt hinein. Mächte, Player, Interessen, Konkurrenz, Bedrohungen, Visionen werden immer mehr auf ihn eindringen, aber seine starke Gefolgschaft wird ihn beim Durchhalten unterstützen. Wir Bitcoiner.

Und doch: Ein Weg könnte sein, was dieser Video anspricht, dass der Jüngling absorbiert und weggesperrt wird - in Analogie zur abgewürgten Jugend des von mir höchst geachteten Dalai Lama. Obwohl schon gottesgleich, wurde ihm seine "niedrige" menschliche Jugendphase verwehrt.

Es gibt noch etwa eine Million Bitcoins zu finden - was sich bis etwa 2140 hinziehen wird. In gut 2 Jahren wird es pro Tag nur noch im Schnitt 144 * 1.5625 BTC als Coinbase geben. Und dann weiter im Epoche-Rhythmus immer weniger. Es wird also für alle immer schwieriger, Bitcoins zu finden - nicht, zu kaufen, denn von den wohl frei verfügbaren 12 Millionen Bitcoins werden wohl einige OGs verkaufen. Schliesslich meint wohl nicht mal der härteste Bitcoin-Maxi, dass er eine Hyperbitcoinization erleben wird - die Phase also, in der Bitcoin statt Fiat im Alltagsleben genutzt wird.

Was passiert also, wenn die Bitcoins einfach von den Fiat-Reichen aufgekauft und dem Fluss entzogen werden? So, wie Michael Saylor das derzeit macht?

Im Video wird gezeigt, dass Bitcoin einfach wie jedes andere Asset von den Reichen mit Fiat vom Markt weggekauft wird. Und diese Reichen brauchen es nicht als Geld, sondern als Beweis ihrer Potenz, denn es ist ja so oder so schwer, an Bitcoins zu kommen. Entweder schürft man sie oder man kauft sie. Beides verlangt nach viel Fiat-Energie.

In der Bitcoin Historie wird jeweils die Analogie von diesen grossen Steinrädern gesprochen, die auf dem Marktplatz stoisch und unverrückbar als Mahnmal des Reichtums irgendwelcher Stammesangehöriger dienten. Diese Besitzer mussten die nicht verschieben, da jeder in der Community wusste, welche Anteile wem gehörten.

Wie die damals auch immer den Alltag bestanden, es musste sich aufgrund der physischen Immobilität des Assets ja schon etwas wie ein Token etabliert haben. Wie auch immer. Also das, was unser Fiat-Geld ja auch ist, ein Token, da wir Gold nicht rumschleppen wollen - ach ja, ist ja nicht mehr so, dass ich Anteile an Gold habe - bzw. versprechen würden's mir die Banken ja schon, würde ich welches kaufen wollen - nur sehen, das würde ich es wohl kaum, geschweige es im Alltag benutezn wollen oder können.

Wird also Bitcoin in den Wallets der Fiat-Reichen versauern? Eine schöne Idee, schubladisiert wie unerwünschte Patente bei denen, die sie unterdrücken wollen? Und damit das Fiat-System erstens behalten und zweitens weiterhin zur Unterdrückung anderer nutzen wollen?

Ich nenne mich ja seit jeher Bitcoin-Purist - Reinheitler. Doch, es gibt in der bipolaren Welt nichts Reines, es gibt immer die Rückseite der Medaille.

Ich persönlich sehe Bitcoin mittelfristig - auch wenn ich das genau so nicht will - als ein Elite-Geld. Ausser, es wird noch schneller und globaler von der gesamten Menschheit adoptiert als jetzt - was bekanntlich Leidensdruck und Ausbildungswunsch voraussetzt.

Mein Satz dazu: Nur wenn mir jemand ein Haus an einem idyllischen See in Kanada oder wo auch immer für einen Bitcoin übergibt, braucht mich das Fiat-System nicht zu interessieren. Dann wird einfach ein High-Quality Asset gegen ein anderes getauscht. Der eine erhält ein höchst mobiles, der andere ein höchst immobiles Asset. Wem es auch wie dient.

Dann ist es egal, ob der Bitcoin bei CHF 500K oder CHF 5M liegt.

Doch wenn nicht so, dann wird es über Fiat-Konversion laufen. Da hat dann der Staat wieder seine Finger drin, weil er die Banken unter der Knute hat.

Wird die Menschheit also wirklich je mit Bitcoin leben? Vielleicht, aber meiner Erwartung nach nicht in den nächsten 20 Jahren.

Natürlich, Bitcoin ist nicht dazu da, Besitzerverhältnisse zu demokratisieren. Doch genau deshalb wird er ein Elite-Asset bleiben. Die im Weltvergleich privilegierten westlichen Bürger sind diese Eliten, denn sie haben jetzt genug Fiat, Bitcoin zu beschaffen neben ihren Alltagsausgaben.

Der Text von anderen dazu ist oft: Wenn man Bitcoin nicht mehr ausgibt, sie nur als Potenzdemonstration hortet, verlören sie ja an Wert. Vielleicht, aber wie die Steinräder ja auch verwitterten, blieben die digitalen Anteilszuschreibungen ja wohl unberührt von der analogen Materialermüdung des Assets.

Das einzige, was Bitcoin für einen leistet, ist die vertrauenslose Beweisbarkeit des Besitztums. In unserer Welt kauft das eigentlich nichts, aber da wir ohne Bitcoin nur glauben müssen, ist es in der digitalen Welt das einzige, wozu es eben keinen Glauben an die Aussagen einer Gegen- oder Drittpartei braucht.

Solange dieses Alleinstellungsmerkmal wichtig ist, bleibt Bitcoin wichtig. Ob man ihn dazu in Fiat bemessen wird - das weiss ich nicht und ich glaube es eigentlich nicht.

Meine Lieblingsanalogie dazu ist ja das: Bitcoin ist das Beste für die digitale Welt. Aber wir Menschen, auch Saylor und Konsorten, sind Organismen, die auf die Ressourcen einer anderen Gegenpartei angewiesen sind: Dem letzten Kreditor, der Erde.

Wie schon Häuptling Seattle gesagt haben soll: "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann." ... von diesen Sprüchen gibt es ja genug. Sie verdeutlichen, das wir am Ende der Tage immer die Ressourcen der Erde brauchen um zu überleben. Nicht ein Token. Solange wir materiell sind.

Im Video wird diese Version wohl vorweggenommen. Bitcoin werde verschwinden, in den Assetverwaltungen der Fiat-Reichen. Sporadisch hergezeigt zur Klärung des Ranges, der Hackordnung, an Events wie dem White Turf in St. Moritz - ansonsten aber eher ein verschwiegenes, doch wohlbekanntes Geheimnis. Denn solches Verhalten kann man an den wohlbekannten Walen heute schon beobachten: Die Putzerfische umschwärmen sie ...

Also doch, alter Wein in neuen Schläuchen. Wohl ja. Aber doch anders: die Welt könnte ihn benutzen, sofort, zum Austausch, jetzt: OnChain oder mit Lightning oder mit Ecash. Und niemand wüsste davon, könnte es verhindern etc. etc.

Daher setze ich mich für die Verbreitung, einhergehend mit Ausbildung ein, bis ich wohl nicht mehr kann und aus der materiellen Realität verschwinde.

Denn für mich ist es die Reinheit des Bitcoins, die Abwesenheit von menschlichen Einflussmöglichkeiten, die dieses Token auszeichnet. Und das passt zu meiner puristischen Sicht auf das Leben aller Kreaturen auf dieser kleinen Kugel im Nichts.

Wer wollte oder könnte Trumps USA von der Annexion Grönlands abhalten?

Es ist schon bedrohlich für die bisherige Ordnung, die gerundet wohl auch erst 100-300 Jahre alt ist. Auch wir Älteren, die die letzten 50 Jahre bewusst erlebt haben, sind eingelullt von der in Europa zumindest stabilen geopolitischen Lage.

Wenn wir sehen, wie Putin die Ukraine einfach angreift ... aus welchen Gründen auch immer ... so dachten wir, die Amis werden sich so nicht verhalten.

Tja, und wenn doch? Die USA darf offenbar schon recht viel machen per heute auf Grönland. Mehr Militärpersonal hinschicken ginge offenbar problemlos. Und die Insel grad usurpieren? Dazu braucht es ja nicht mal einen Flugzeugträger. Und sollte sich dennoch jemand wehren, dann kreuzt so einer samt Begleitschutz halt auf und Europa, Dänemark, Grönland sind am Arsch.

Würden wir (und wer ist das) einen Krieg beginnen mit der USA? Echt? Mit dem väterlichen Freund seit dem WW II? Die Briten wären wohl sowieso auf der Seite der Amis. Nur Frankreich könnte mit dem Atomschlag drohen. Und der Rest? Wir würden wohl einfach die Waffen strecken müssen, wenn die fähigste Militärmacht dieser Welt ernsthaft auffährt.

Kleiner Nebenaspekt: Ich als ITler finde es ja lustig, dass wir gerade Kampfflugzeuge von den Amis kaufen ... wird ein F-35 sich wirklich gegen die USA einsetzen lassen? Oder doch eine Do-Not-Attack Regel irgendwo im Code versteckt? Der Chaos Computer Club hat sich den Source all der Software ja noch nie ansehen können ... wenn die USA Partei wird, darf man ohnehin nichts aus deren Produktion kaufen oder einsetzen ... erst recht, wenn man doch weiss, dass in heutiger High-Tech sowieso hauptsächlich SOFTWARE die Regeln vorgibt, egal, ob man von ihr weiss oder nicht ...

Kommt nach 250 Jahren nach der französischen Revolution, die uns menschzentrierte Werte brachte, wieder das Faustrecht? Der Stärkere nimmt sich, was er will? Wenn Trump sich Grönland krallt, inwiefern würde Russland reagieren (müssen)? Und wird der derzeitige europäische Feind plötzlich zum künftigen Freund?

Teilen sich die USA und Russland die Welt nach Lust und Laune auf? Ist der Deal über die Ukraine wirklich nur ein Deal unter Rivalen? Die USA lassen den Russen die Ukraine durchgehen, damit sie selbst von den Russen nicht getadelt werden, wenn sie sich Venezuela unter den Nagel reissen?

Echt? Die Hegemone dieser Welt spielen wieder Länder-Einverleiben? Auf einer kleinen Kugel mit grad mal 12'700 km Durchmesser? Auf der alle leben müssen? Verwüstet einer die Erde, mag er dann selbst noch darauf leben wollen oder können?

Ich persönlich wusste und weiss nicht, was besser ist für die Welt: Eine militärische Supermacht wie die USA, eine klar kleinere Grossmacht und mehrere mittlere Mächte, die sich alle noch der Supermacht, dem Weltpolizisten unterordnen, oder eine Welt mit mehreren gleichstarken Playern? Und welche wären das ...? Militärisch wären die sicher schnell identifiziert, aber es gibt ja noch andere Mächtigkeiten ... wirtschaftlich, wissenschaftlich ...

Erinnern wir uns an Corona. Die kleinsten Dinge regeln die Welt, nicht Bomben und egomanische Diktatoren, sondern Bakterien, Viren, Pilze. Und alle auf der Welt beschäftigen sich mit ihnen.

Die Grossmächte haben garantiert abartig viele Waffen basierend auf dem Kleinsten im Giftschrank, die sie einfach auf die Welt loslassen können. Ein Bakterium mit eingebauter Maximallebenszeit, das mal Tabula Rasa macht und dann sich selbst vernichtet, damit der Aggressor über die Leichen der Gegner schreiten kann?

Wenn Trumps USA die Ukraine völlig egal ist, wäre dann eben Venezuela oder Grönland dem Putin egal? Und dann gibt's ja eben noch die kleineren Grossmächte China oder Indien ... wann krallt sich China Taiwan? Und wer wird sich für Taiwan einsetzen oder dessen Annexion nur beobachten?

Ab wann muss man nicht mehr Schiss haben, dass der Weltpolizist einem auf die Finger haut, wenn man diese ins Nachbarland ausstreckt? Wie lange geht das noch, bis es anderswo auch knallt?

Nehmen wir mal an, dass die Grossmächte ihr Spiel wieder aufnehmen. Dann wird es heftige, aber wohl eher kürzere Kriege geben in den Ländern, die irgendwas an begehrlicher Materie haben. Menschen werden das nicht sein, denn davon gibt es genug und die können sich hinreichend schnell reproduzieren, die sind also eine Quantité négligeable. Warum nicht mal eine kleine Welle Röteln oder durchs Land schicken, oder eine kleine lokale Verstrahlung à la Tschernobyl? Die Tiere scheinen dort ja nicht von der Strahlung beeinträchtigt zu sein - weil sie's nicht wissen? Also, wer will, kann schon mal mit kleinem Aufwand ein paar tausend Quadratkilometer menschenfrei kriegen ... der Trend geht ja eh vom Grossgerät zu kleinen Dingern wie Drohnen. Dagegen kann man sich fast nicht mehr wehren, die schlüpfen immer irgendwo durch. Und eben, die ganz kleinen Dinge, die BC-Waffen, sind sowieso nicht aufhaltbar.

Man kann nur hoffen, dass gerade die Menschen, die eine Grossmacht ja bilden, sich empathisch zeigen und sich gegen ihre Diktatoren wehren würden. Gemäss dem Motto, zuerst vor der eigenen Türe zu kehren.

Denn wenn es den Amis, den Russen, den Chinesen, den Indern scheissegal ist, wie andere Menschen leiden oder vernichtet werden, dann ist wieder Wild West, Auge um Auge, the winner takes it all.

Ich weiss nicht, was kommen wird. Ich werde - vielleicht zum Glück - die unschönen Möglichkeiten nicht mehr erleben müssen. Ich möchte allerdings doch noch sehen, wie die schönen Möglichkeiten sich entfalten. Wie Mose, der nicht mehr ins gelobte Land einziehen durfte. Er starb mit einem schönen Traum.

In diesem Sinne mein Lieblingsspruch: Think globally, act locally. Deine Reichweite ist beschränkt, aber innerhalb derer bist du verantwortlich, was du denkst, sagst, tust. Die Masse der Menschen wird dann die Stimmung machen, das Umfeld, die Sicherheit, die Zusammengehörigkeit, die Einsicht, dass die Erde halt immer noch nur 12'700 km Durchmesser hat. Und wir alle zusammen vorderhand auf ihr leben müssen - oder dürfen.

Eine schöne christliche Feierzeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2026 und in jenem eine menschenwürdige Umgebung und -würdigende Landesführung.

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