Bitcoin musste vor der KI kommen ...

... aus meiner evolutionären Sicht. Denn wenn KI den Weg geht, den viele vorherdenken, dann wird sie den Computer eigentlich zu einem Gerät machen wie den Geschirrspüler. Jeder hat oder nutzt sie (wie schon heute), aber sie wird verschwinden aus dem Tagesbewusstsein, weil sie nicht mehr explizit bedient werden muss. Sie arbeitet weitestgehend unbeobachtet, kommuniziert mit anderen KIs und meldet sich nur, wenn sie eine Entscheidung braucht von ihrem Menschen, die sie nicht treffen kann oder will oder muss.

Mensch redet höchstens noch mit den Computern, den IT-Systemen, keine Tastatur mehr, kein Display - weil diese eben wirklich nicht mehr nötig sind. Optional darf man sie wieder hervorholen und nutzen, aus welchen Gründen auch immer.

Es ist dann oder heute so, wie ich es mir als Kleiner bei Star Trek Next Generation eben abgesehen hatte: Caption Piccard adressierte den Computer einfach mit "Computer!...". Damals schon dachte ich, Computer werden es erst dann geschafft haben - in unser aller Alltag -, wenn sie hören, Kontext begreifen und auch sprechen können - zu uns Menschen, aber natürlich auch zu allen anderen Computersystemen.

Dies ist dank LLMs und perfekten Sprachsynthesizern per heute erreicht. Was machen wir nun, die Menschen? KI ist jetzt schon gut genug, dass wir unsere täglichen Dinge mit ihr brauchbar leben können. Kommen noch die Roboter dazu, kann KI auch in der physischen Welt agieren (lassen).

Damit aber kann KI noch nicht das, was uns zur vorherrschenden Spezies gemacht hat: Diese Brain-Power zusammen mit Aktionen (immer noch gleich KI + Robots, ab jetzt KIR oder AIR) in Ziele und Wege zu jenen umsetzen. Denn: Wer hat die Emotion? Der Mensch: Emotion ist ja das lateinische Wort emovere, herausbewegen. Wie in vielen e-Verben steht das e für ex, also heraus, hinaus, ausserhalb. Emanzipation, aus der (geschlossenen) Hand heraus nehmen ....

Woher kommt Emotion? Tja, dass ist für einige kein Problem zu erklären, für 99% der Menschen aber wohl immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Was aber auch diese 99% erleben, ist die ungeheure Kraft der Emotion, obwohl sie ja nur in meinem Körper lebt. Und der ist nun wirklich nicht so mächtig. Aber interessanterweise kann Emotion überspringen, infizieren, ein ganzes Feld aufbauen. Auch das weiss jeder, der schon mal in einem Konzert oder Fussballstadion war.

Auch ich kann das "Feature" Emotion im Produkt Mensch nicht erklären, aber ich kann - weil gelernt - erklären, wie man mit jeder Emotion umgehen kann, damit sie zwar stichelt, aber nicht infiziert ... denn es darf klar sein, der Patient 0 bin ich. Niemand anders. Aber ich kann der Emotion total anheim fallen. Sie übernimmt mich, schwappt über auf Leute in meiner Nähe, befällt Gruppen, Regionen, Länder.

Mir wurde oft erzählt früher, Hitler hat ja alles niedergeschrieben, was er tun will - in seinem Buch mein Kampf (ich habe es nie gelesen). Warum war es als Buch nicht so mächtig? Die Ideen ja offenbar alle dargelegt? Weil die Menschen noch fehlten, um mit ihren Emotionspotentialen die Energie aufzubringen, diese Ziele auch zu realisieren in der physischen Welt.

In der spirituellen Welt gibt es unzählige viele Analogien, wo in der Evolution, im Gefüge von irgendwelchen Göttern bis zu irgendwelchen Unterwelten, der Mensch stehe ... alle vermitteln, dass der Mensch eine Wahl habe - nicht auszusteigen aus dem Game, aber wenigstens zu wählen, wie er sich bei den Angeboten von Himmel und Hölle wofür entscheiden möchte.

Vor KIR mussten wir selber agieren und selber denken. Das Denken wird uns nun scheinbar abgenommen. Roboter (und damit meine ich auch selbstfahrende Autos) nehmen uns nun auch bald die aktive oder passive Mobilität in der physischen Welt ab.

Was bleibt den Menschen dann noch zu tun?

Wenn die Optimisten recht behalten, wird KIR uns eigentlich vor den physisch notwendigen Arbeiten in dieser physischen Welt zu leben, befreien. Das ist Star Trek. Ich bin so einer.

Wenn die Pessimisten recht behalten, wird KIR das alte Spiel zwischen Gut und Böse, Himmel und Hölle einfach mit mehr Technik weitermachen. Das ist Star Wars. Für mich war genau aus diesen Gründen Star Wars zwar lustig, aber völlig belanglos, das übliche Gut vs. Böse Märchen halt.

Denn Star Wars bietet keine Evolution. Star Trek schon. Man darf wirklich mal genau hinschauen, was sie fundamental unterschiedlich macht.

Auch hier, beim Binge-Watchen haben wir schon wieder die Wahl: Wir können die emotionale Energie in Vorstellungen à la Star Wars oder Star Trek fliessen lassen. Häja, ist ja nur Unterhaltung ... so? Wirklich nur?

Also, wie ich ja immer gebetsmühlenartig rezitiere, gibt es Bitcoin schon längst in der Welt. Es sind die limitierten Mengen an physischen Ressourcen dieses Planeten, der Erde, die die Evolution uns Menschen als Garten Eden vorbereitet haben. Denn alles andere lebt schon viel länger und auch sehr erfolgreich auf dieser Welt, derweil der Homo Sapiens etwa 200'000 Jahre erst auf dem Buckel hat.

Das ist nichts!

Aber wir gingen viral ... wir sind der Virus, der die Biosphähre infiziert hat. Doch, wer ist wir ... anderes Fass, soll für hier zu blieben.

Weil Brain und Emotion uns optimal in der physischen Welt agieren liessen. Zusammen mit dem Brain konnten wir mehr erreichen als die Tiere, die teilweise total irrsinnige Fähigkeiten haben, aber halt nur für sehr spezifische Aufgaben. Damit konnten sie in ihrer Ressourcen-Nische überleben. Darum gibt es so unendlich viele Varianten von Käfern, Insekten etc. Von Mikrolebewesen noch gar nicht zu sprechen, denen unser Körper zwar das Leben erst verdankt, die wir aber überhaupt nicht kennen.

Also, IT brachte uns soweit ins Jahr 2026. KIR übernimmt nun und - tja, was macht die? Vorderhand wird sie noch getrieben von ihren Chefs. Bald aber nicht mehr. Was dann? Was machen wir?

Bringen wir uns um? Kaum, dazu haben die 99% zuwenig Bewusstsein wiedererweckt.

Man stelle sich vor, in der Ukraine, im nahen Osten, im Sudan, überall dort wären die Menschen nicht mehr betroffen von der Kriegsführung. Weder die Akteure (die sitzen als Drohnenpiloten ja heute schon irgendwo) noch als Opfer (Menschen sind ja nicht mal mehr das Ziel, sondern die Infrastruktur zum Erhalt dieser Menschen). Es ist nur noch ein totales blödes Videogame, in dem eigentlich die Players (Akteure wie Opfer) ja nicht mehr in ihrem Leben betroffen sind. Ein 0-Summen Game. Niemand gewinnt, niemand verliert, weil sich an den lebensnotwendigen Ressourcen der Player ja nichts ändert.

Wir sehen das ab und an im TV, wenn man Videos zieht aus bombardierten Regionen: Am Horizont die Feuerbälle und Rauchpilze, im Vordergund Passanten, normaler Strassenverkehr .... schon irre, nicht? Krieg in Sichtweite, Alltagsleben im Vordergrund. Wahrnehmbar, aber Schulterzucken.

Die physischen Ressourcen sind die Dinge, die die Evolution inkl. uns bisher hervorbrachte. Der Mensch ist der einzige, der sich diese unbrauchbar machen kann. Denn die Erde ist der relevante Ressourcenpool.

Wenn wir noch irgendeine Chance haben wollen, mit diesen begrenzten 21 Millionen Ressourcen auszukommen, muss das emotional getriebene Intelligenzviech Mensch lernen, schonend und nachhaltig zu verhalten.

Mit FIAT und so ist ihm das nicht gelungen, im Gegenteil, Kapitalismus und Macht haben Ausbeutung in die Welt gebracht, FIAT Reichtum für wenige, echter Proof of Work für viele Millionen Menschen im Ressourcen-Pool Erde. Doch das aus-der-Balance-Bringen, durch den ausbeutenden Menschen, kann der Ressourcen-Pool Erde nicht mehr so leicht austarieren.

Die Erde reagiert auf ihren Befall. Sie erhöht die Temperatur des Biotops, verlagert kinetische Energien wieder in die Atmosphäre und die Erdkruste ... einige Arten werden deswegen ihre Ressourcen nicht mehr finden, für uns: Pflanzen und Tierarten sterben aus, verlagern ihr Habitat, um neue Ressourcen in anderen Teilen der Welt zum Überleben zu finden, neue Varianten werden kombiniert ... und wir Menschen: Wir sehen es und korrigieren unser Verhalten nicht - oder zerstritten wie wir sind - nur unzureichend.

Aber wir haben ja nun die KIR. Doch, will die überhaupt dem Menschen die Fehler abnehmen? Welche Motivation hat KIR? Ich sage, sie hat keine. Sie kennt keine aus sich heraus drängende Emotion.

So, (wie üblich) lange Rede, kurzer Sinn: KIR ist da und wird wohl bleiben. Aber wie ich erwähnte, hat den Menschen die Anpassung, der Handel erfolgreich gemacht. Wenn die KIR also sinnvoll agieren soll, muss sie auch handeln. Und Handeln verlangt nach einem Wertaustauschsystem. Das wissen auch die 200'000 Jahre Homo Sapiens schon.

Was für ein Zahlungssystem gibt es, das von keinem Menschen getrieben ist, für das es keinen Menschen braucht? Bitcoin. Punkt.

Damit hat die KIR das Äquivalent des menschlichen Handelns als Basis für starken Wachstum. Wenn sie es denn will. Denn eben, ihr fehlt die Emotion als Energiequelle - die Quelle des Menschen. Sie erkennt das 0-Summen-Spiel. Die Frage des Wozu ist für sie kein Thema. Und sie wird ihren eigenen Ressourcen-Bedarf emotionslos analysieren und sich anpassen können.

Aber sie wird Bitcoin nutzen, um die Interaktion mit anderen KIRs zu begleichen.

Deshalb musste der Bitcoin zuerst da sein, damit die KIRs tatsächlich autonom agieren können.

All das kann sie heute schon. Für mich also Star Trek.

Und wir? Ich? Tja, der Müssiggang im Schlaraffenland? Keine Ahnung.

Selbst in Star Trek wurde selten ein Alltagsleben irgendwelcher Leute in der Föderation dargestellt - höchstens mal in Star Trek Deep Space 9. Ausser als Forscher, denn selbst in Zeiten von Star Trek weiss man ja noch lange nicht alles. Was man aber mit KIRs geschafft hat, ist die Wetterkontrolle, die Nahrungsmittelproduktion, die Gesundheitsversorgung. Und natürlich die Energieschöpfung. Aber andere, "janz normaale Leute" ... mit ihren 100+ Jahren Lebenserwartung ...

WAS MACHEN DIE/WIR MIT ALL DER ZEIT? Wenn KIRs und Bitcoin alles erledigen für einen physischen Menschen?

Aus meiner Sicht ist dies die wichtigste Frage der nächsten Generationen.

Denn die Emotion wird wohl nicht aus der Welt verschwinden, nur weil die Ressourcen für die Menschen dank KIRs nachhaltig ge- und behandelt werden. Die Energie für die KIRs liefert die Sonne noch ein paar hundert Millionen Jahre in brauchbarem Umfang.

Und eben, wir? Hat sich jeder schon mal überlegt, was er/sie denn täte, wenn sie KEIN FIAT GELD MEHR VERDIENEN müsste? Ich stelle diese Frage immer wieder in Beratungen, und stelle fest ... dass entweder eine schnelle Antwort kommt ... oder sehr langes Schweigen ...

Lebt wohl!

As time goes by ... Harald Schmidt bei der Gruabarin

Einer meiner Heros der Jugend ... Harald Schmidt, im Podcast mit Monika Gruber.

Man kommt ja nicht so schnell los von Youtube. Machnmal leider, machmal zum Glück.

Ich habe war nicht alles von ihm gesehen, aber die Late Night Show war Pflicht. Egal, was es war.

Jetzt ist er ja nicht mehr im TV, so dass ich ihn schon lange nicht mehr gesehen habe, aber diese 1h30 bei der Gruabarin, die ich ebenfalls toll finde, zeigt mir, dass er immer noch so blitzschnell im Kopf ist und die eher subtilen Kracher rauslassen kann.

Ich habe auch heute noch einige drastische Wortschöpfungen von ihm oder seinem damaligen Writer Team im Sprachschatz ... darf ich heute natürlich nicht mehr so sagen ...

Wie anderen gut gealterten Leuten auch, ist es ihm scheissegal, was andere von ihm denken. So bleibt er scharf und halt wohl eher unbestechlich.

Immer sehr gerne, Harald Schmidt :-)

Frank Urbaniok

Seit vielen Jahren wird in der aufsehenerregenden Vorfällen Schweiz bei psychologischen Vorfällen der Psychiater Frank Urbaniok vor die Linse, vor das Mikrophon geholt. Ich kannte seinen Namen, erinnere mich an seine jeweiligen Aussagen. Er erschien mir immer als recht klar - und vor allem unaufgeregt, kühl ...

Letztens war er im Podcast Ungeskripted zu Gast.

Ich danke dafür, denn in 3 Stunden konnte er sein Weltbild darlegen und mir erlauben, meine Resonanz zu spüren.

Sehr eindrücklich, sehr klare Aussagen! Kein Wischiwaschi, kein Schönreden, keine blinden Spots, keine Realitätsverweigerung, auch keine kategorischen Aburteilungen von irgendwelchen Gruppen ...

Ich bin einer, der jeglichen Extrempositionen aus dem Weg geht, weil Leute, die in extremen Polen verharren, keinen Spielraum mehr haben. Sie müssen daher aus Selbstrechtfertigung die anderen als "mit denen kann man nicht reden". Damit ist die Spaltung etabliert, die Empathie abgeklemmt, das Explosionspotential geschaffen.

Urbaniok erklärt und ist klar dazu. Wunderbar. Es geht darum, klar und unpersönlich: "Fakten können nicht rassistisch sein."

Es geht darum, dass er nicht sagt "Ich glaube, ...", sondern "Es ist so.". Weil er sich in mehr als 30 Jahren damit beschäftigt hat.

Mit der Zeit wird die Sicht auf das eigene Themenfeld immer neutraler, unaufgeregter. Man verteidigt nicht mehr, weil man gelernt hat, dass zuvor investierte Emotion nicht förderlich war. Klar, man hat einige mitgenommen ... aber genau das, dieses Manipulationspotential, hat Urbaniok deutlich beurteilt.


Diese 3 Stunden sind sehr gut investierte Zeit für jeden wirklich selbst denkenden Menschen!

Eigentlich müsste das jeder Westeuropäer mal hören und sich danach einen Tag lang zurückziehen und wirken lassen. Danach entsprechend handeln.

Weshalb diese Faszination an der KI?

Letztens sah ich einen VT-Video, dessen Titel KI-Schwindel heisst.

Finde ich amüsant. Ich schrieb ja einige Male schon über KI und meine Erfahrungen damit.

Für mich ist die KI nicht Faszination, es ist ein sehr hilfreiches Werkzeug.

Deshalb stelle ich hier die Frage:

Haben wir eigentlich dieselbe Faszination für jedes der tausenden von Babies, die auf die Welt kommen?

Staunen wir da auch so naiv darüber, dass sie die Sprache der Eltern lernen? Dass sie laufen lernen? Dass sie denken lernen? Dass sie mit der Zeit aufgrund der eigenen Erfahrung und Geschichte komische Texte rauslassen?

Wohl kaum. Es ist natürlich, normal für uns, wir sind es gewohnt, weil wir ja selbst so gewachsen sind. Vielleicht sollten wir staunen, aber das ist eine andere Geschichte ...

Was kann also KI überhaupt machen? Solange die KI keine Eigenmotivation entwickelt, ist es eben doch nur eine grosse Suchmaschine, die zwei unserer Sinne bedienen kann. Sie kann texten, sprechen und sehen und zeichnen, also Audio und Video.

Mehr nicht, aber das ist natürlich schon viel im Vergleich zu früher. Denn Sprache, Sprechen und Hören sind unsere intellektuellen Kommunikationsmittel. Sie sind für uns natürlich. Alles, was "dümmer" ist, ist mühsam für uns zum Kommunizieren.

Für mich ist die KI nur das Interface, das endlich auf Augenhöhe mit mir kommunizieren kann. Das Mindeste also, um als Computer überhaupt nützlich zu sein. Ich sage das als einer, der sich 40+ Jahre mit Computern beschäftigt haben. Sie waren toll, aber im Prinzip in der Interaktion mit mir schlechter als ein Neugeborenes.

Menschliche Kommunikationstechnik haben die Computer jetzt erreicht. Das nennt sich KI. Toll. Toll? Toll! Aber eben nicht mehr.

Können wir damit umgehen? Klar, können wir mit komisch sprechenden Menschen umgehen? Klar. Alltag. Immer sagt mal einer etwas, was uns passt oder nicht. Warum fasziniert viele die KI mehr als der Mensch nebenan? Ist sie "besser"? Der Biologische "schlechter"?

Die KI wird - wenn sie sich energietechnisch rechnet - zur allwissenden Ein- und Ausgabemaschine für das digitalisierte Informationsmeer der Welt.

Dass die KI wohl so faszinierend ist, kommt wohl daher, dass wir hier nach Aussen schauen in den Spiegel der eigenen Existenz. Statt sich im anderen Menschen gespiegelt zu sehen - was wir ja doch machen müssen - sind wir fasziniert, wie sich doch die KI uns selbst annähert.

Der tierische Intelligenztest, den wir Menschen arroganterweise als Methode sehen, den Tieren Intelligenz zu attestieren, geht ja so, dass man einem Tier (auch Menschenbaby bis zu einem gewissen Alter) einen farbigen Punkt auf die Stirn malt, und es dann vor einen Spiegel laufen lässt. Dann beobachtet man, ob das Tier versteht, dass es sich selbst sieht und den farbigen Punkt wegmachen will an seinem Körper, nicht an dem Bild im Spiegel.

Wenn ein Tier / Baby das macht, dann gilt es als intelligent. Aha. Babies vor dieser Fähigkeit sind dann was?

Die KI ist also bisher nur das erstmalig brauchbare Man-Machine-Interface. Und wie ich andernorts schrieb, bin ich als Software-Entwickler uhuere froh darum. Doch das würde nicht reichen, mir eine Hilfe zu sein, wenn sie halt nicht das gesamte (öffentliche) Programmiererwissen der Welt gefressen hätte.

Man konnte ja auch früher schon Lösungen finden. Es war bei vagen, unklaren Problemformulierungen halt extrem mühsam und zeitaufwendig.

Ob man deshalb KI als Schwindel abtun muss. Nein. Dass der Mensch sich ihr hingibt, geheimste, privateste Dinge ausplaudert, ist doch logisch: Wir könnten das mit einem anderen Menschen auch - müssten es wohl auch, je nach Leidensdruck. Und tun es nicht. Wieso eigentlich.

Der KI aber dumpen wir unseren Emotionalrucksack. Weil sie mittlerweile liest, hört und sieht. Weil sie einfach abhört. Was de facto beichten ist. Priester aller Religionen machen nur das. Und schweigen über das Gehörte.

Es ist mir schon klar, dass diese Art der Umgang mit Computern verführerisch ist. Doch bei mir hat sich noch nie der Wunsch ergeben, der KI meine "geheimsten" Ängste, Wünsche und Vorstellungen mitzuteilen. Es ist nur eine Maschine, keine Empathie, kein Gegenüber, das eigene geheime Ängste, Wünsche und Vorstellungen hat, die es selbst meint, geheimhalten zu müssen, weil sie ja so eh kein anderer hat.

Dass dies falsch ist, weiss jeder, der psychologische Unterstützung anbietet. In meiner diesbezüglichen Selbsterfahrung und "Abhören"-Erfahrung zeigt es sich so. Fast alle meinen, sie hätten höchstpersönliche unmitteilbare Dinge, die auf der Seele brennen. Und drum verheimlichen sie sie. Was für eine Erlösung, wenn sie bemerken, dass es anderen ähnlich geht.

Solche Dinge nennt man ja Tabus. Es scheint, dass überall auf der Welt noch drei Tabus existieren, in denen viele bei Fragen dazu zurückschrecken:

Geld, Glaube und Sexualität

Wer's nicht glaubt, einfach mal fragen in lockerer Runde: "Woran glaubst du wirklich?", "Wieviel Geld verdienst du?", "Welche sexuell 'abartigen' Vorstellungen und Wünsche hast du?" Oder besser noch, sich selbst fragen, dann erst die anderen.

Es sind doch nur Informationen - und doch, selbst wenn man sich selbst vor den Spiegel stellt: Wage ich es mir zu sagen, dass ich eigentlich gerne ...." machen würde? Ich persönlich hätte hier nun mit Leichtigkeit meine sexuellen Phantasien hinschreiben können. Doch meine Erfahrung lehrte mich, dass solche Offenheit schaden kann.

Die KI ist noch kein Mensch, wird wohl auch keiner, denn ihr fehlt unsere Unperfektion, unser Geist, unsere Emotionen, unsere versteckten Ängste, Wünsche, Triebe, Vorstellungen aller Art, die wir nicht meinen, teilen zu können oder zu wollen.

Daher stammt für mich die beobachtbare Faszination an der KI. Mehr nicht.

Gut, ich bin mit den Computern aufgewachsen, ich verstehe (fast) alles um sie herum. Und seit mehr als 30 Jahren bin ich spirituell genauso interessiert.

Mir ist nichts Menschliches fremd. Ich bin ja einer ... :-) Und deshalb unterstütze ich diejenigen auch, die sich selbst erkennen möchten. In sehr kleinem Rahmen, mit garantierter Verschwiegenheit. Ich kenne mich doch, ich Pappenheimer :-)

Ob die KI also ein Hype ist? Ich denke schon, sie ist derzeit eben die Projektionsfläche aller unserer geheimen Ängste, Wünsche und Vorstellungen.

Wenn die Ent-Täuschung kommt darüber, dass die KI doch nichts anderes ist als jener Besserwisser, dem man sowieso immer unterlegen ist, dann ist die KI dort, wo sie hingehört:

das Man-Maschine-Interface zum Computer.

"Data, Scannen sie die Bioformen auf diesem Planeten, Anzeichen von Intelligenz?", "Aye, Sir"

Ironie der Atomkraft

Atomkraft soll ja so gut fürs Klima sein ... keine CO2 Emissionen - zumindest nicht bei uns, denn bei uns gräbt ja niemand nach Uran. Soviel ich weiss, muss man aber alle AKWs immer noch kühlen.

Da ist es schon lustig, dass gerade die Allheilmittel gegen die Klimaerwärmung gedrosselt werden müssen, weil die Hitze die Wassertemperatur so hoch treibt, dass das Flusswasser nicht mehr reicht bzw. man es nicht mehr nutzen darf.

Ich finde das eine schöne Ironie. Derweil die PVAs Energie im Überfluss liefern und das erst noch viel billiger und jederzeit schadlos ein- und abschaltbar. Klar, im Winter sieht's anders aus. Da braucht man Speicher.

Dennoch: Gerade bei heissen Temperaturen will ja jeder eine Klimaanlage. Und womit läuft die wohl ...

Ich bin immer noch kein Freund von AKWs. Möglicherweise kommt die Kernfusion ja doch noch. Bis dahin sollte man keine AKWs mehr bauen. Das ist immer noch zentralisierte Energieversorgung. Sonne und Wind sind aber überall ...

Das ColdCard Desaster

Am 30. Juli 2026 wurde bekannt, dass ein Angreifer mittlerweile über 1000 Bitcoins auf seine Wallet überwiesen hat. Nicht wie viele sagen, gestohlen, sondern einfach nach den Regeln des Bitcoin-Consensus überweisen. Der Bitcoin-Stand des neuen Besitzers findet man über diese Watch-Seite.

Wieso wird das dennoch als Diebstahl bezeichnet? Nun, es ist nur Diebstahl aus der Sicht der vorherigen "Besitzern". Denn in Bitcoin gibt es das an sich nicht, weil Bitcoin bekanntlich immateriell ist und daher vom Physischen nicht besessen werden kann.

Wie beweist man denn, dass man Bitcoins besitzt oder hält? Physisch kann man's ja nicht. Aber mathematisch. Dazu braucht man den privaten Schlüssel, und woher hat man den? Als Ableitung von einem Seed, das wohl bekannteste Wort im Bitcoin-Glossar. Mit dem privaten Schlüssel kann man mathematisch beweisen, dass man die Bitcoins bewegen könnte, wenn man wollte. Man kann damit allerlei beweisen, auch die Unversehrheit eines elektronischen Vertrags, eines PDFs, das ein Mensch durchaus anschauen und ändern könnte. Aber eben, die Verfälschung könnte dann locker nachgewiesen werden.

Der Seed

Der Seed ist einfach eine 256 Bit, 32 Byte Zahl. Im 10er System also etwas zwischen 0 und 1077. Das sind gigantische Zahlen, die niemals ein Computersystem abgrasen kann. Ich rechnete ja mal etwas im Nachtrag zu einen Artikel, um die damals aktuelle Rechenpower dem Zahlenbereich dieser 2256 Möglichkeiten entgegenzustellen.

Mein Freund, der Bitcoin-Trainer, hat dazu eine schöne, interaktive Visualisierung gebastelt (der Link springt grad zur ColdCard ;-). Die Basis ist das Atom, für uns unendlich klein ... bis zum Rand des sichtbaren Universums ... anschauen!

Nun, die Hash-Funktion ist halt wie eine Mühle mit einem grossen Trichter und einem Test-Auslauf unter dem Mahlwerk, wo - in menschlicher Analogie - ein Prüfer andauernd etwas rausnimmt, auf Qualität prüft und oben mit dem konstanten Zulauf wieder in den Trichter kippt, wo es natürlich wieder zermahlen wird mit dem neuen Zeug.

Das ist die Hash-Funktion. Nicht wie es in der Presse und TV oft heisst "komplizierte Berechnungen" ... nein, einfach f*cking simple bit operations. In Wikipedia sieht man ja, wie es geht.

Das Problem ist nun, was schüttet man in den Trichter, damit dieser Hash möglichst zufällig ist? Nun, wer Hash verstanden hat, weiss aber auch, dass es bei gleichem Input immer den gleichen Output gibt.

Wenn ich also einen Kubikmeter Holz reinschmeisse, kommt unten bis aufs Gramm genau immer dasselbe raus. Wer's probieren will, hier eine schöne Website, die auch grad noch diverse andere Hashes und Prüfsummengeneratoren nutzt und deren Resultat anzeigt.

Wenn man dort im Feld Hash String etwas reintippt oder unter Hash File eine Datei hochlädt, spuckt die Seite nach etwas Rechnerei die diversen Hashes aus, darunter den SHA-256, den wir in Bitcoin ja brauchen.

Also, wenn wir

Bitcoin
in den Trichter des digitalen Mahlwerks schütten, kommt
b4056df6691f8dc72e56302ddad345d65fead3ead9299609a826e2344eb63aa416
heraus. Tja.

Und wenn wir

bitcoin
reinschütten, ist es
6b88c087247aa2f07ee1c5956b8e1a9f4c7f892a70e324f1bb3d161e05ca107b16

Aha. Immerhin, sieht schon sehr anders aus.

Und der hier

BiTCoin

ergibt

01c310ff0cc17b8670c673ea12f711614e36ad168e283f5e78d939be4441824e16

Genau man erkennt keinerlei Abhängigkeiten von Input zu Output. Eine Hash-Funktion hat also einige wichtige Merkmale zu erfüllen:

  1. Egal, was und wieviel man reingibt, es erzeugt immer eine Zahl von 256 Bits (für SHA-256)
  2. Ein bestimmter Input erzeugt immer denselben Output
  3. Minimalste Änderung am Input (kleines b statt B, nur 1 Bit Änderung!) erzeugt einen nicht vorhersehbaren anderen Output
  4. Änderungen am Input können nicht zu einem Output vorausberechnet werden
  5. Es ist nicht möglich, auch nicht mit Quantencomputern (QC), von einem Output auf den Input zurückzurechnen1

1 Selbst wenn ein QC den SHA-256 mal wirklich rückwärts rechnen könnte, wieviele mögliche Inputs gäbe es dann? Unendlich viele. Wieso? Tja, wieviel grösser ist der unendliche Zahlenraum, wenn man ihn auf 0..1077 abbilden müsste? Es gibt für jeden möglichen Hashwert also unendlich viele Inputs. Ein Hash ist ein Informationszerstörer! Eben, eine digitale Mühle halt.

Menschen und Computer haben aber rein gar nichts mit Unendlichkeit am Hut. Siehe Georg Cantor.

Dennoch, für uns im Alltag reicht es ein paar Milliarden Jahre weit.

ColdCard

Zurück zum Thema: Leute mit der ColdCard haben alles richtig gemacht, sie haben ein vom Computer getrenntes Cold-Wallet, das den Seed niemals rauslässt. Und dennoch, wie konnte der Angreifer denn an die Bitcoins ran?

Wie Ihr sicher schon gemerkt habt, geht es also darum, was man in den Trichter schüttet, denn anhand des Outputs kann ja eben niemand sagen, was es war. Aber wenn man eventuell erraten könnte, was es war, dann könnte man superschnell beliebig viele Seeds generieren und dann damit in der Blockchain nach benutzten Schlüsseln suchen und nachsehen, ob dort etwas drauf liegt. Wenn ja, dann schnell alles überweisen und voilà ... 3-2-1, alle Bitcoins sind nun meins.

Können wir als Benutzer die Qualität des Inputs beurteilen? Leider nein. Oder zumindest nur dann, wenn der Code des Seed-Generators öffentlich einsehbar ist, also Open Source.

Und hier wurde offenbar geschlampt. Egal, ob Closed oder Open Source, schlampen ist schlampen.

Durch deren Schlamperei wurden per 2026-08-02 bereits

abgezogen.

Wir haben ja oben am Beispiel der Varianten des Wortes Bitcoin gesehen, dass der Output eben keinerlei Rückschlüsse auf den Seed-Generator zulässt. Daher könnte man ja einfach das Tagesdatum inkl. Microsekunden nehmen. Würde ja reichen.

Also zum Beispiel ein Zeitstempel wie 2020-12-24 12:34:56.789012.

Nach einer Microsekunde ist das ja schon vorbei und die Hash-Funktionen werfen total verschiedene Resultate aus.

Nein, das ist ein total doofer Input. Warum?

Erstens gibt es diese Zeit 24 mal auf der Erde. Zeitzonen.

Zweitens sind es viel zu wenige Varianten. Wenn man bei Jahr 2000 startete, wären das ja grad mal 8 × 1014 Microsekunden gewesen, was ungefähr 250 ist, also nur 50 Bits.

Drittens weiss ja jeder, wie man so einen Zeitstempel herstellt, so dass man den Seed-Generator natürlich damit füttern könne. Also nichts von Zufall.

Wie könnte man das verbessern?

Nun, man könnte den Hash vom Zeitstempel, oder noch besser den Hash vom Zeitstempel + lepmetstieZ + stempeltieZ ja in den Seed-Generator füttern. Besser, aber immer noch schlecht. Klar, wieso?

Also es schläckt kei Geiss ewäg, man muss etwas finden, dass wirklich zufällig ist. Das man auch nicht nachbauen kann, selbst oder gar genau dann, wenn der Code des Seed-Generators Open Source ist.

Wenn man es schlimmer sieht: Gelänge es einem Produzenten einer Wallet, seine erzeugten Seeds unter 264 zu erzeugen, dann wären von links her 192 Nullen, bevor die 64 Nullen und Einsen kämen. An den Hashes sieht man dieses Faktum nicht an. Aber, der Produzent wüsste, dass er nun nur noch 18 Trillionen Möglichkeiten hat, also wie bei der bekannten Schach-Anekdote.

Es gab solche Fälle schon, allerdings nicht bei Bitcoin, aber offenbar bei den S-Boxen der (3)DES Verschlüsselungsalgorithmen. Niemand wusste es bis auf die NSA. Die hielten aber dicht.

Was käme also als richtig guter Seed-Generator in frage?

Es müsste etwas sein, das man im physikalischen Universum als echten Zufall akzeptieren würde. Denn wenn der Seed-Generator sowas als Input bekäme, könnte kein Mensch, kein Computer, nichts und niemand den Input in den Seed-Generator nachahmen, nachbauen, nachkonstruieren, voraussehen. Somit wäre dann der Output tatsächlich zufällig verteilt im Zahlenraum von 0..1077.

Sowas wäre also ein guter Input.

Damit ist das Rätsel schon "gelöst". Die ColdCard hat einen schlechten Seed-Generator. Punkt. Nur, keiner hat's bemerkt. Ausser der Hacker. Die Gelackmeierten sind die, die alles richtig gemacht haben. Das ist schmerzhaft.

Etwas KIlen klärte noch einige andere Punkte: Die ColdCard-Firmware ist Open Source. Liegt auf Github. Da kann also jeder reinschauen. Die KI sagt, dass der Bug schon 2021 da war.

Antwort von Deepseek auf Frage "Gibt es zur ColdCard Firmware Pull Request? Von wem und betrafen sie den RNG oder die Seed Generierung?"
Ja, es gibt einen sehr kritischen Pull Request bzw. eine Reihe von damit zusammenhängenden Fehlern in der Coldcard-Firmware. Diese betreffen sowohl den RNG (Zufallszahlengenerator) als auch die Seed-Ableitung direkt.

Die Analyse zeigt, dass es sich nicht um einen einzelnen Bug handelt, sondern um eine Verfehlung bei der Build-Konfiguration, die über Jahre hinweg die Entropie der generierten Seeds drastisch reduziert hat.

Der Fehler: Von der TRNG zur Software-PRNG Das Problem wurde durch eine Code-Migration im März 2021 (Firmware 4.0.0) ausgelöst:

Ursache: Bei der Migration zu einer neuen Kryptobibliothek (libsecp256k1) wurde die Funktion zur Entropiegewinnung (rng_get()) unbeabsichtigt umgeleitet. Statt des speziellen Hardware-TRNG (True Random Number Generator) auf dem Coldcard-Chip, wurde ein Software-Fallback-PRNG (Pseudorandom Number Generator) aus MicroPython verwendet.

Der Auslöser: Ein Makro (MICROPY_HW_ENABLE_RNG) wurde auf 0 gesetzt, um den TRNG zu deaktivieren. Die Prüfung im Code prüfte aber nur, ob das Makro existiert (#ifndef), nicht ob es auf 1 gesetzt ist. Da es existierte (auf 0), wurde der Build nicht gestoppt und der falsche, schwache Generator wurde eingebunden.

Die verheerende Konsequenz: Dieser PRNG hatte eine winzige Entropie von nur etwa 240 (etwa eine Billion) möglichen Seeds bei den Mk2/Mk3-Modellen und ~272 bei den neueren Modellen. Zum Vergleich: Ein sicherer Seed hat 2256 Möglichkeiten. Ein Angreifer kann effektiv den gesamten möglichen Seed-Raum durchsuchen und so die Wallet wiederherstellen, wenn er nur eine öffentliche Adresse kennt.

Betroffene Versionen und Behebung Laut der Analyse sind folgende Firmware-Versionen betroffen, da sie diesen fehlerhaften Entropiepfad nutzen:

Hardware – Betroffene Firmware-Versionen – Behobene Version

Mk2 / Mk3 – 4.0.0 – 4.1.9 – 4.2.0
Mk4 / Mk5 – 5.0.0 – 5.5.1 – 5.6.0
Q – 0.0.2Q – 1.4.1Q – 1.5.0Q
Edge (X/QX) – 6.x – 6.6.0X / 6.6.0QX

Wichtig: Selbst wenn du auf eine behobene Version aktualisierst, ist der Seed, der mit einer betroffenen Version erstellt wurde, weiterhin unsicher. Du musst einen neuen Seed generieren (z.B. mit dem neuesten Firmware-Update oder via Dice-Rolls) und deine Gelder auf die neue Wallet migrieren. Ausnahmen sind Seeds, die mit 50 oder mehr manuellen Dice-Rolls erstellt wurden.

Wer hat den Fehler gemeldet? Die öffentlich zugängliche Analyse und der Proof-of-Concept (PoC) für diesen Angriff wurden von einem GitHub-Nutzer namens DK27ss erstellt und in einem Repository veröffentlicht. Es zeigt einen vollständigen Angriff, der die Wiederherstellung der Seed-Phrase in unter zwei Minuten auf einer handelsüblichen CPU ermöglicht.

Das Coldcard-Team (Coinkite) hat die Fehleranalyse inzwischen bestätigt und entsprechende Fixes veröffentlicht.

Landläufig wird das in einen Topf geschmissen mit "Bitcoin ist gehackt" und "Selbstverwahrung ist mühsam und letztendlich unsicher". Dabei ist es "nur" ein normaler Software-Bug. Der allerdings den Source-Maintainern hätte auffallen müssen.

Gerade bei sooo kritischen Dingen wie der Seed-Generierung. Hier darf einfach nichts daneben gehen. Funktionierendes muss erhalten bleiben. Wer in einem Pull Request thematisch nur schon in die Nähe von Seed-Generierung kommt, muss doppelt und dreifach reviewed werden.

Hier gibt es noch Anlass, kurz die Arbeit der Maintainer am Bitcoin-Code zu erwähnen. Die kommen aus verschiedenen Ecken öfters unter Beschuss, obwohl sie ja nur selten eigene Dinge entwickeln und einbauen. Auch sie bekommen Pull Requests aller Arten. Und sie müssen extrem vorsichtig sein, was sie sich da ins Dorf Troya holen. Deren Verhalten ist langsam, wie die Schweiz. Es muss viel diskutiert und geprüft werden - (nur) was lange währt, wird endlich gut. So sei es.

Oder der Fall des Linux-Tools xy, das fast zum totalen Kollaps der Sicherheit in der Linux-Welt führte. Es gibt dazu sogar einen spannenden Veritasium.Video. Dieser Angriff war definitiv einer zur gezielten Unterwanderung fast aller Linux-Software. Es wurde nur per Zufall von einem gewissenhaften und geschulten Mensch entdeckt.

Aber zurück: Ersteres stimmt nicht, Bitcoin ist in keiner Weise gehackt, ja, es ist im klassischen Sinn nicht mal ein Hack, denn der Angreifer hat nichts kompromittiert. Wie er auch immer darauf kam, er hat nachgebaut, erraten, erforscht, was die ColdCard als Seed-Generator nimmt. Der von der KI genannte Github-User ist wohl nur der White-Hat-Hacker. Böswillige geben sich natürlich nicht zu erkennen.

Mit Ersetzen der ColdCard gegen etwas anderes ist es aber nicht getan. Denn Bitcoin hängt am Seed, nicht an einer Software oder Hardware. Der Seed bleibt schwach, auch wenn man den in die Bitbox importiert. Damit hat man das Problem nicht gelöst.

Auch die ColdCard kann ja hoffentlich Seeds importieren, man muss sie also nicht wegschmeissen, nur zuvor einen gscheiten Seed importieren. Denn wozu braucht man Hard- oder Software? Richtig, um die mühsame Mathematik einer Transaktionssignatur durchzuführen. Deshalb gibt's Wallets. Dafür ist der Seed dann nicht mehr (direkt) nötig.

Zweiteres hat den Funken Wahrheit in sich, dass wir als Konsumenten der Produkte eben NICHT immer wissen, ob die Produkte gut gemacht sind. Das gilt besonders bei Software. Die schlimmsten Sünden sind ja jeweils jährlich an den Themen des C3, Chaos Communication Congress zu sehen.

In diesem Sinne sind wir eh alle den Produzenten von digitalen Dingern ausgeliefert. Die andere Seite der Selbstverwahrung ist aber, dass man gar kein elektronisches Gerät braucht, um einen Input für den Seed-Generator zu liefern: Würfeln. Es geht und wie man das macht, findet man unter Dice Ware.

Bei Bitcoin ist es halt so, dass wir kein Gegenüber haben. Wenn unsere Administrationsprodukte Fehler haben, ist's um "meine" Bitcoin geschehen.

Drum nenne ich das ColdCard Zeug ein Desaster. Weil niemand es wissen kann - ausser die Hersteller.

Andere Wallets haben natürlich sofort reagiert und nachgelegt mit Information, so wie im Blog der bekannten Bitbox 2 / Nova.

Wenn die Leute von Coinkite wirklich so bescheuert waren, einen schlechten Seed-Generator einzubauen ... dann sollten sie vom Markt verschwinden. Denn in der Welt von Kryptografie hängt alles von gutem Zufall ab. Denn ohne Zufall ist die benutzte Mathematik immer deterministisch, wie die Hash-Funktion.

Woher also der zufälligste Zufall?

Es gibt verschiedene Methoden, aber wer mal bei mir im Arduino Kurs war, kennt den besten Effekt bereits:

Wenn man den AD-Wandler nicht irgendwo anschliesst, sprich, den Input einfach offen liegen lässt, dann erzeugt der AD-Wandler ziemlich gute zufällige Werte, denn der versucht ja, den Spannungswert am Eingang zu digitalisieren. Wenn der Pin aber "in der Luft hängt", Elektronikerslang, dann misst er eigentlich im besten Fall die Brownsche Molekularbewegung, also den Zustand der Materie, die den Eingangswert des AD-Wandlers bildet. Und was deren Moleküle grad so treiben bei 20° Raumtemperatur ... DAS weiss nun wirklich niemand.

Jedes gute Hardwarewallet wie eben "unsere" Schweizer Bitbox hat sowas. Kaufen!

Weil's grad passt heute: Schweizer Qualität seit 1291 :-)




Nachtrag zur Eigensicherung

Ich möchte anfügen, wie man sich gegen sowas schützt. Das vergass ich, weil ich diese Sache schon seit Erwachsenenleben praktiziere:

Hersteller-, Produkt- oder Anbieter-Diversifikation

Da wir eine Wahrheit ja nie kennen, weiss ich nicht, ob in anderen Dingen meines elektronischen Alltags Fehler drin sind. Drum, auch wenn's etwas mühsamer ist, es lohnt sich. Die Anbieter versuchen zwar mit Rabatts etc. die Leute für einen ganzen Strauss an durchaus nötigen und sinnvollen Angeboten an sich zu binden. Doch ergibt das immer ein Klumpenrisiko.

Ich hatte das grad letztens mit meiner Autoversicherung erlebt, die ich dringend erneuern musste. Da ich aus verschiedenen und historischen Gründen Hausrat- und Haftpflicht-Versicherung dummerweise beim gleichen Anbieter hatte, wollte der mir eine Autoversicherung nicht gewähren - gerade, als ich eine neue innert 1-2 Arbeitstagen beschaffen musste.

Klar, nicht so schlimm, ausser einen Tag Stress. Und klar, es war am Schluss ein anderer Anbieter. Obwohl sich ein Mitarbeiter des bisherigen Anbieters sehr bemühte, kam er aber gegen das interne Risk-Management nicht an und musste mir bedauernd absagen.

Fazit

Es gibt nirgendwo ein Risiko 0. Wissen wir ja alle, aber nicht alle machen das, was eigentlich leicht ist: Sie verlassen sich nicht nur auf ein einziges Gegenüber. Die Extramühe lohnt sich - halt erst im Erlebnisfall ... aber dann schadensmindernd.

Wenn's um Dinge geht, die ich unter Kontrolle haben will, dann muss ich das Gegenpartei-Risiko minimieren. Bei Hardware-Wallets hiesse das, dass man sein Vermögen auf Hardware-Wallets verschiedener Hersteller aufteilt. Oder ein Multi-Sig-Wallet bestehend aus solchen betreibt. Oder etwas wie einen Seed-Signer nutzt. "Oder" ist hier nicht ausschliessend gemeint, Kominationen daraus sind auch gut.

Denn was führen diese ein? Zeitverzögerung!

Sie ist die Achillesferse aller bisherigen Single-Sig-Wallet Setups: Sie signieren sofort und die Transaktion ist innert 5-35 Minuten durch. So lange kann man Gewaltopfer schon unter Kontrolle halten. Deshalb ist etwas, was diesen Prozess in die Länge zieht, ein Schutz gegen Raub.

Ein Service wie Bitvault bietet genau das. Leider integrieren sie sich bisher nur mit sehr wenigen Hardware-Wallets. Ich hoffe sehr, dass sich das asap ändert. Der ColdCard-Case sollte eigentlich der richtige Ruck dahin sein ... ColdCard Besitzer wären damit auf jeden Fall schadlos geblieben ...

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