Panama-, Paradise-, Pandora-Papers, wie lange noch? Bitcoin stoppt das

Ob es legitim ist, Geld dank Gesetzeslücken rumzuschieben, ist ja erst mal Sache der meistens nationalen Gesetzgebung. Moral hat damit also noch nichts zu tun. Moralinsauer wird es erst, wenn die Täter öffentlich genau gegen solche Schiebereien aufmucken, sich selbst dann aber wie selbstverständlich davon ausnehmen.

Dieser Affront, den jeder in den Steuergesetzen gefangener Kleinverdiener nicht wirklich verstehen kann, zeigt eben: Politiker sind weder schlecher aber vor allem eben auch sicher nicht besser als der Durchschnittsbürger. Ausnahmen bestätigen zwar wohl auch diese Regel, aber die sind selten. Und vor allem kämen solche Charaktere wohl kaum in die Verlegenheit, Toppolitiker werden zu können, weil sie durch den ganzen Zirkus wohl nicht unversehrt und unkompromittiert durchkämen.

Darf oder muss man daher davon ausgehen, dass alle Toppolitiker Heuchler und nur Bestandesverwalter sind? Wohl sicher nicht, aber der Fall des ukrainischen ehemaligen Komikers Selenskyj zeigt, dass es eben nicht mehr lustig ist, wenn man selbst zu Macht und Geld kommt. Vorher rummäkeln, wenn man selbst unten ist, aber danach, wenn man oben ist, sich doch von den Privilegien der Oberen 10'000 kräftig was mitnehmen und es nicht mehr so genau nehmen mit den ehemaligen Kritikpunkten. Ein bewusster Selenskyj hätte sich mal wirklich mit Abstand vornehmen sollen, wieso er denn gewählt wurde – er war thematisch ja offenbar schon an den wahren Problemen dran – weshalb er wohl hoch kam.

Es ist also so, dass die inflationäre Art des Fiat-Geldes dafür sorgt, dass es einfach immer so weiter geht. Wie wäre es denn, wenn das Schmiermittel dieser Schmierenkomödien nicht einfach beliebig vermehrt werden kann? Wie wäre es, wenn Bitcoin das Wertesystem wäre? Wo 100%ige Transparenz herrscht? Wo auch Komiker nichts mehr zu lachen haben, wenn jeder Bürger jederzeit mittels Blockchain-Analysis aus reiner Neugier oder Langeweile mal eben die Geldflüsse zumindest mal nachvollziehen könnte? Denn in der Bitcoin-Blockchain sind alle Transaktionen seit 12 Jahren unveränderbar öffentlich einsehbar gespeichert.

Diese Datenbasis, eben die Bitcoin-Blockchain, haben Zigtausende von Computern als vollständige Kopie bei sich zuhause, um von Leuten befragt zu werden, ohne einem Zugangswächter Absichten und Herkunft der Abfragen offenbaren zu müssen.

Da kann auch ein Mächtiger aus heutiger Sicht nichts machen - seine Geldflüsse sind an Zigtausend unabhängigen Rechnern nachvollziehbar. Die Frage ist halt nur, wann hat das gemeine Volk endgültig die Schnauze voll von diesem epischen Theater der Gutmenschen.

Ich persönlich wüsche dem Bitcoin vor allem deshalb den Durchbruch, weil solches Gemauschel dann zwar wohl nicht aufhört, es aber keiner investigativer Journalisten mehr bedarf, um es offensichtlich zu machen.

Bitcoin kann die Probleme der Weltbevölkerungen nicht lösen, aber es kann dafür sorgen, dass nicht mehr alle nach dem Motto "Nach mir die Sintflut" leben und agieren können.

Und ich denke, das ist etwas, was wir von jedem Menschen, auch Nicht-Politikern fordern müssen, sonst werden Nachfolgegenerationen nur noch mit Aufräumen und Abfedern der Exzesse sein werden, die unsere Generationen angerichtet haben.

Ob sich wenigstens die Auswüchse von vier der sieben Todsünden – Überheblichkeit, Gier, Völlerei und Neid – verringern würden, wage ich allerdings zu bezweifeln. Es muss also Leiden hinzukommen – dafür wird unsere Lebensgrundlage, die Erde, wohl schon sorgen.

Ein nachdenklich machender Video zu diesem Thema? Hier.

Wetter, Wasser, Untergang

Bevor ich dies schrieb, habe ich mir länger überlegt, ob ich es tun soll. Denn ich habe ja schon oft hier räsoniert, was offenbar die Schwäche der Menschen zu sein scheint: Sie trampeln rum im Porzellanladen, den sie Umwelt nennen. Sie benehmen sich, wie wenn sie sie verstünden, dabei probieren sie einfach nur aus.

Seit Jahrzehnten weiss man, dass Bodenverdichtung dafür sorgt, dass Wasser sich halt nicht mehr in Boden verteilen kann. Stattdessen halt über Strassen und Wege. Und die Begradigung der Flüsse sorgt dafür, dass Wasser nicht mehr nur fliesst, sondern rast in seiner Autobahn.

Wasser ist Lebensgrundlage und in diesen Massen halt auch Lebensbeender. Dann kommt's zur Katastrophe und alle sind sehr solidarisch - das ist ja auch eine der menschlichen Qualitäten. Schön. Aber das Denken für die Gemeinschaft scheint halt nur solange vorzuhalten, bis alles wieder "normal" ist. Dann nimmt sich jeder wieder für wichtiger als die Gemeinschaft.

Die Gemeinschaft namens Erde zeigt nun halt immer mehr und mehr, dass wir hier keine Egoismen fahren können, sondern dass wir wohl alle der Gemeinschaft dienen sollen - vielleicht sogar eher müssen. Denn dieser Gemeinschaft kann keiner entfliehen.

Die EU will nun "Fit for 55" machen, 55% weniger CO2 bis 2030. Das wird allen weh tun, in wirtschaftlicher Hinsicht. Lobbyisten und kurzsichtige Egoisten werden sich dagegen wehren, denn es wird ja Geld kosten, oder sie weniger Geld verdienen lassen am Bullshit, den sie anderen verkaufen oder andrehen.

Denn Geld wird gedruckt nach Lust und Laune, Projekte werden mit Geld finanziert, nicht weil man das Projekt will, braucht oder sonstwas Sinnvolles für die Gemeinschaft tun will, sondern weil eine Finanzierung gefunden werden kann über irgendein Institut. Geld ist halt da, und wenn nicht, wird es "geschaffen", basierend auf irgendwelchen völlig realitätsfremden endlosen Supplies.

Die letzten 200 Jahre haben wir einem Ausgleichssystem gehuldigt, dass so tut, als ob wir in der realen Welt ebenso unendliche Resourcen hätten. Wenn wir aber ein System stören oder aus dem Takt bringen, das gut austariert war, so sollten wir dem halt in die Augen sehen: Wir als Menschheit wissen schon quasi ewig, was "Richtig" wäre, wie unsere Umwelt gestaltet sein sollte, damit unsere Körper gut reinpassen, gesund sind und mühelos leben können.

Aber nein, wir versteigen uns in Fantasien von Geld, einem virtuellen Vermögen ... das nur digital auf irgendwelchen Computern als Saldo in USD, EUR oder CHF angezeigt wird. Denn wer bekommt denn schon noch wirklich Münzen oder Noten bar auf die Hand? Oder andersrum: Bevor ich eine Partnerin hatte, war ich ein Bargeldmensch, ich hatte immer Übersicht im Kopf, wieviel Geld ich im Portemonnaie hatte, was ich schon verbraucht hatte in jenem Monat etc. etc. Und ich fand das wichtig, denn ich hatte so ein gutes Gefühl, wie meine Energie fliesst. Mittlerweile ist auch bei mir der Alltag bargeldlos. Durch mein Vorleben allerdings habe ich noch ein gutes Empfinden für Beschaffung und Weiterleitung meiner Energie, sprich Geld.

Obwohl ich mir geldmässig einiges mehr leisten könnte, untersuche ich meine Wünsche immer auf Egoismus versus Sinnhaftigkeit für die Gemeinschaft. Und es macht mir nichts aus zu verzichten, weil ich das freiwillig kann.

Die Energie in der Atmosphäre ist halt immer höher, immer unstrukturierter, sprich es ist immer wärmer. Und die Wärme strahlt nicht mehr ab ins All, denn die Treibhausgase, inklusive Wasserdampf absorbieren die Wärme und behalten daher diese Energie in der Atmosphäre.

Wie käme denn diese Energie wieder in Struktur? Nun, die Treibhausgase müssen weniger werden. Das haben die Verwitterung und die Pflanzen und Algen erledigt. Beides reduzier(t)en wir erfolgreich ... wenn die Gase weniger werden, kann die Energie wieder mehr ins All entweichen. Wenn es wieder kühler wird, speichern Eisflächen wieder mehr Wasserdampf in fester Form. Denn schliesslich hat sich die Atmosphäre ja abgekühlt über die Millionen von Jahre. Wir machen das halt nun ungeschehen.

Eigentlich kann ich dem nur noch kopfschüttelnd aber schweigend zusehen. Eine Einzelperson kann nicht viel bewirken, ausser, dass wie ich in meinem Fall Gedankenimpulse und Denkanstösse liefere. Und natürlich eben selbst nicht einfach tue, weil ich es derzeit kann. Sondern eben auch mal was nicht tue, obwohl ich es könnte.

Wir wissen, was wir tun müssten. Nicht für die Erde - sondern für uns selbst. Aber da ist wohl der Egoismus so lange zuvorderst, bis wir halt drauf gehen ... aus eigener Ignoranz ...

Schauen wir - pardon - unsere Nachfolgegenerationen mal, ob wir es doch mal noch raffen auf diesem Planeten ...

Bitcoin in El Salvador

Die News ist nun schon einige Tage alt, und eigentlich wollte ich nicht wirklich Bitcoin News kommentieren, weil das andere eh sofort und profunder tun. Dennoch, nachdem ich nun einige Kommentare und Talks erlebt habe, möchte ich doch noch meine Befindlichkeit und Hoffnung mit Bitcoin darlegen.

Zuallererst: Ich war absolut erstaunt und total erfreut, dass es ein Kleinstaat ist, der erst noch im Norden den gigantischen finanzimperialistischen "Währungsbruder" hat, die USA. Meine daher erste Reaktion war: Wie kann oder will die USA das zulassen?

Ist die USA schon sehr durchdrungen von Bitcoin? Eventuell sogar so, dass gewisse Grössen zwar Wasser predigen, aber schon Wein (=Bitcoin) saufen? Oder ist es halt das "Problem", dass El Salvador ein autonomer Staat ist? Kommentare aus FED-Region scheinen ja dahin zu deuten, dass "gewisse legalistische Probleme" angedroht oder unterstellt werden. Der gescheite Gegenkommentar dazu: "Wie kann eine durch die Regierung eines autonomen Staates in seinen Grenzen legal herbeigeführte Entscheidung jemals illegal sein".

Also kann die USA ev. nicht viel vorbringen, weil es eben so ist? Wie auch immer. Es ist natürlich ein Paukenschlag, denn es wird in El Salvador selbst ja auch für einen Innovationsschub sorgen, denn wenn eine Währung legal ist, müssen Geldempfangsstellen ja Bitcoin annehmen. Das heisst, es ist keine Option mehr wie das Anbieten von Bitcoin zuvor, oder Paypal oder sonst irgendwas.

In einem Talk auf Clubhouse beleuchteten wir die Umgebung noch etwas detaillierter, denn es gibt ja noch ein anderes Druckmittel, in dem abhängigere Staaten, nämlich den Internationalen Währungsfond, allgemein die Kreditvergabe schlechthin. Denn mit der Zinsleine kann man Staaten schon kontrollieren. Denn die Rückzahlung alter und die Ausgabe neuer Kredite ist ein probates Mittel, gerade korrupte oder gescheiterte Staaten an der langen Leine des IWF zu gängeln. Erst recht, wenn der Zügelhalter die Währung des abhängigen Staates kontrolliert.

Interessant und ein Zeichen für andere, finanziell abhängige Staaten ist die Tatsache, dass sie ja eventuell zum ersten Mal in ihrer Geschichte Kredite zurückzahlen können - weil sie die Währung selbst minen können, den Bitcoin. Es kam ja offenbar eine Meldung an den Präsidenten El Salvadors durch, nach der ihm diese Möglichkeit überhaupt erst bewusst wurde und er entsprechend antwortete, seinen Vulkan anzuzapfen fürs Mining. Es könnte den Zügelhaltern wie der USA und dem IWF also schon passieren, dass die zuvor unter Kontrolle gedachten Länder sich dank Bitcoin emanzipieren, ja sogar finanziell befreien könnten ... und DAS finde ich dann spannend, was passiert, wenn das Finanzzwangskostüm wegfällt ...

Ich hoffe, dass El Salvadors Vorpreschen nun eine Grassroot-Bewegung ankicken kann. Denn die Vorteile eines Settlement-Systems wie des Geographie-, Politik-, Zentralisierungsagnostischen Bitcoins sind einfach überwältigend. Wir Bitcoin-Puristen bilden ja gerne Leute aus - nicht nur, um beispielsweise via die Relai-App einfach mal Bitcoins/Satoshis zu kaufen, sondern um auch die Auswirkung des Bitcoins auf eine Gesellschaft etc. aufzuzeigen, erkennbar und zu eigenen Handlungsstandard im Kantschen Sinn werden zu lassen. Wenn das Beispiel El Salvadors Schule macht, könnte es good old Europe recht erwischen ... denn Asien ist schon weiter mit digitalisierter Währung, auch Afrika hat schon einige Schritte übersprungen, nun noch El Salvador, das erst noch grad zur Premium-Digitalwährung greift ...

Zur Referenz die Highlights von Bitcoin in Kürze, die ihn auch gegenüber Alt-Coins absetzen:

  • Barrierefrei
    Niemand, weder Person noch Institution, schon gar keine Bank, muss um Erlaubnis gefragt werden, ob jemand Bitcoin benutzen darf. Keinerlei soziales, gesellschaftliches, geographisches, historisches, soziologisches, religiöses, sexuelles, wohnortsbezogenes Ranking hindert an der Nutzung von Bitcoin. Staaten können es nicht verbieten, denn das Internet ist grenzenlos. Verböte es ein Staat, werden andere Bitcoin-Inhaber gerne mit der Offenheit ins eigene Land holen, denn Bitcoin-Holder sind sicherlich innovativ, gebildet, global denkend und nicht die Ärmsten.
  • Hürdenfrei
    Jeder und jede kann sie benutzen, egal wo auf der Welt. Einzige Bedingung: Strom, Internet und eine der mittlerweile Dutzenden von Wallet-Softwares. Fällt etwas oder alles davon einmal aus, ruht die Verarbeitung. Sobald alles wieder irgendwo auf der Welt zur Verfügung steht, geht es einfach dort und danach an anderen Orten weiter. Verspätete Ankömmlinge synchronisieren sich mit der längsten bekannten Kette und weiter geht's.
  • Dezentralisiert, weil Interessensfrei
    Es gibt keine zentrale Regelungsstelle, die ein Staat, ein Militär, eine menschliche oder andere Gewalt bedrohen kann, um an der Regelung des Bitcoin-Netzwerkes (Konsens) etwas in ihrem Interesse zu beeinflussen, es zu stoppen oder gar zu zerstören.
  • Dezentralisiert, weil von jedem/jeder jederzeit selbst speicher- und prüfbar
    Die gesamte Blockchain seit 2009 kann von jedem Computer-Enthusiasten selbst bei sich auf einem Kleinstcomputer wie einem Raspberry Pi gespeichert werden (Bitcoin Node genannt) - heute und auch noch in 100 Jahren. Dadurch kann jeder/jede eine Transaktion im Netzwerk nach den Konsens-Regeln des Bitcoin prüfen und abweisen oder zulassen. Jeder Node entscheidet selbst, ob eine neue Version des Bitcoin-Regelsets angenommen wird oder nicht, indem der Node eine neue Software-Version installiert oder nicht. Ob etwas Neues im Bitcoin-Netzwerk Einzug findet, wird durch die Abstimmung der Nodes, das Installieren der neuen Software, bestimmt, wo jeder Node eine Stimme ist und hat.
  • Keine Inflation, weil nur 21'000'000 Bitcoins
    Die Erzeugung der Bitcoins geschieht innerhalb der Blockchain, nicht ausserhalb. Zerstörungs- oder Manipulationsversuche mit dem Ziel, Bitcoins zu behändigen, sind daher kontraproduktiv für den Angreifer, wenn die Bitcoins ihren Wert behalten sollen. Durch die Limitierung ist es unmöglich, aus irgendwelchen populistischen, wirtschaftlichen oder politischen Gründen nach Lust und Laune Bitcoins in beliebiger Menge zu erzeugen.
  • Bitcoin-Erzeugung konstant, vorausplanbar und korruptionssicher dank Proof-of-Work
    Durchschnittlich alle 10 Minuten wird ein Block gefunden, indem ein mathematisches Rätsel gelöst werden muss, das weder die USA, noch China, noch Facebook, Google, Apple, Amazon oder andere, sogar nicht einmal zusammen schneller als der Rest der Welt innert 10 Minuten lösen kann. In der Gründungszeit wäre das noch gelungen, aber seit der Dezentralisierung der Miner ist die sogenannte Hash-Rate in der Welt derart hoch, dass selbst die grossen IT-Firmen keine Chance haben, die Blockchain innert 10 Minuten zu manipulieren und zu korrigieren. Selbst Quantencomputer sind nicht in der Lage, dem Bitcoin gefährlich zu werden, da bei Bitcoin Hash-Funktionen sehr wichtig sind, die nicht "geknackt" werden können.
  • Schienennetz für Erweiterungen
    Alle oben genannten Punkte sind die Basis für weiterführende Projekte. Die in Bitcoin aus Absicht und mit Bedacht angelegten Limiten werden mit auf ihm aufsetzenden Lösungen umgangen: Um die Schnelligkeit und Kostengünstigkeit für superschnelle und kleinste Transfers/Zahlungen zu erreichen, existiert seit ca. 4 Jahren das Lightning-Netzwerk, das sich zu 100% auf die grundsichere Stabilität des Bitcoins verlässt. Dem Schienennetzwerk des Bitcoins ist es egal, ob eine Dampflock oder ein ICE über ihn fährt. Für beide ist es ebenfalls egal, worüber sie fahren, wichtig ist nur, dass das Netz immer in Topqualität überall mit demselben Konsens und derselben Sicherheit auf der Welt zur Verfügung steht.

Mehr oder weitere, technische oder philosophische Aspekte von Bitcoin erläutere ich gerne auch auf Clubhouse oder in einem Online-Webinar. Bei Interesse einfach melden.

Leschs Kosmos zu den Deepfakes - sehenswert!

Wieder mal eine tolle Sendung von Harald Lesch - diesmal zu Deepfakes.

Ich habe darüber auch schon geschrieben hier ... es ist eine der nächsten Challenges für die Menschen.

Einfach in der ZDF Videothek vom 13. April 2021 nachschauen. Empfehlenswert!

Träume - was ist wirklich wirklich

Die Realität ist schon etwas Verwirrendes. Wann findet sie statt? Wer entscheidet, was real ist und was nicht? Ich? Wer ist ich? Ist das Ich das, was "ich will" oder "ich bin so und so" sagt am Tag? Und in der Nacht, wenn "ich" träume? Im Traum meine ich doch auch ein Ich zu haben, aber das ist offenbar nicht dasselbe Ich wie am Tag. Denn wie kann es sein, dass sich mein Ich im Traum nicht an mein Ich am Tag erinnern kann? Oder umgekehrt, dass mein Tages-Ich sich nicht (immer) an das Traum-Ich erinnern kann? Und es doch möglich zu sein scheint, dass die Realitäten beider Ichs sich zu überschneiden scheinen?

Nach dieser Einleitung schildere ich ein wiedermal sehr eindrückliches Erlebnis, das mir heute geeignet erscheint, diese Titelfrage wieder einmal in den Raum zu stellen.

Es ereignete sich so: Am Morgen habe ich geduscht und legte mich nochmals kurz ins Bett – mein Handy spielte das lokale Radio. Ich betrat einen Seminarraum und suchte einen Platz. Mein üblicher Platz war belegt, was mich veranlasste, einen Platz näher an der Bühne zu finden. Den fand ich auch, recht prominent. Ich hatte mein Jacket noch an und plötzlich begann ein Handy zu reden, also Radio abspielen. Ich zückte es hervor und wollte es abschalten. Es ging aber nicht, das Ding reagierte nicht auf alle meine Tricks. Es wurde weder leiser noch konnte ich es abschalten. Die Leute fokussierten sich schon auf mich, während ich mich abmühte. Schlussendlich verspürte ich ein sehr intensives Atmen in meinem Nacken. Da verliess ich den Raum – immer noch probierend, das Handy auszuschalten. Ich war schon recht verzweifelt, dass sowas Peinliches mir, einem IT-Profi, passieren kann. Ich ging zum Auto und legte das Handy aufs Dach, wo es natürlich einfach in konstanter Lautstärke weiterredete. Es erschien mir dann, dass ich die Herkunft des Schalls gar nicht genau lokalisieren konnte. Auch wenn ich das Ohr direkt ans Handy legte, schien der Ton weder lauter noch anders zu klingen. Ich holte aus meinem Jacket noch ca. 5 andere Handies hervor, jedes von denen schien nicht der Grund des nervenden Plapperns zu sein. Frustriert gab ich dem Auto einen Kick an die Reifen. Das erregte wiederum Aufmerksamkeit der Passanten, so dass ich das Auto in eine Parknische schob. Und immer noch plärrte irgendein Gerät, das schon zu mir gehörte ... ich war wirklich verstört, weil das Ganze Theater nun schon sicher 15 Minuten lang dauerte.

Ich habe bemerkt, dass mein Haupthandy immer noch an war, auf dem Bett neben meinem Kopf lag und ein längeres Interview abspielte.

Wo war ich denn? Wieso kann sich das Traum-Ich nicht erinnern, dass das Tages-Ich gerade im Bad war und mich nur etwas hinlegte? Warum hat das Tages-Ich nicht bemerkt, dass es eingeschlafen war? Wieso merkte das Traum-Ich nicht, dass ein Einfluss jenseits seines Horizontes in sein Leben reinspielte? Und überhaupt das Interessanteste: Offenbar sind die Welten durchlässig, denn wieso konnte das Traum-Ich einen Einfluss aus dem Tages-Ich überhaupt wahrnehmen, sich den aber nicht erklären, weil es sich nicht erinnern kann, dass das Tages-Ich sich nochmals kurz ins Bett legte?

Ich, also das Tages-Ich, findet solche Erinnerungen immer sehr spannend, denn offenbar ist weder das Tages- noch das Traum-Ich alles, was "mein" Dasein ausmacht. Jedesmal eine Erinnerung mit dem Zaunpfahl, dass wir wohl mehr sind als nur ein paar Trillionen Atome in einer sogenannten Realität ...

Gerne lese ich Eure Erlebnisse ...

David Precht gegen Wolfgang Kubicki: Was darf der Staat?

Ich liebe Streitgespräche von gebildeten Leuten. Denn nur schon durch aufmerksames Hinhören merkt der aufmerksame Denker, dass die besprochenen Dinge eben kompliziert(er) bis komplex(er) sind.

In der Sendung vom gestern haben sie sich über die Frage gestritten, was der Staat darf, die Grenze der Freiheit.

Kubicki ist ja ein FDPler, also ein Liberaler. Ich habe ihn schon oft gesehen im TV und finde, er ist ein sehr kleverer gebildeter Mann, mit einigem Humor und Esprit, er ist Rechtsanwalt. Precht konnte ihn recht fordern, ein Thema konnte sogar überhaupt nicht durchgeackert werden - wohl weil die Sendezeit es einfach nicht zuliess.

Precht brachte das Thema auf, dass der Staat doch den User von Services wie Facebook und Google vor der Abgabe des Verfügungsrechts über die eigenen Daten schützen müsse. Und zwar indem er den Grossen verbietet, solche Abtretungsrechte überhaupt in Verträge, Cookie-Texte einbauen zu dürfen. Kubicki wollte dem nicht folgen, weil er argumentierte, dass der User auch unvernünftig mit seinen Rechten umgehen darf. Precht wollte ihn festnageln, dass der Staat doch auch nicht erlaube, dass eine Firma das Recht auf Schutz vor Bedrohung an Leib und Leben in Verträgen aufheben dürfe.

Ich konnte Prechts Argumentation folgen, Kubicki schien diese Denkweise nicht nachvollziehen zu können. Aus meiner Sicht hatte Precht hier den Punkt.

Aber wie auch immer: Ich liebe es, argumentativ zu streiten. Und Kaliber wie den Precht und den Kubicki dabei beobachten zu dürfen, ist für mich immer ein kleines Highlight am Tag ...

Bitcoin und die Energie

Der Energieverbrauch des Bitcoin-Minings wird öfters meistens unreflektiert angeprangert. Der sei doch eigentlich nicht würdig einer fortschrittlichen Technologie. Dazu kam letztens ein sehr guter Artikel raus, den ich unten verlinke.

Zuvor aber noch ein paar Sätze zu dieser verbreiteten Ansicht, die leicht zu relativieren ist, wenn man sich 1-3 Dinge überlegt:

1. Der Energieverbrauch ist auch die Sicherung gegen Manipulation. Die Blockchain hat einen eingebauten Konsens-Mechanismus, der sicherstellt, dass bei Unstimmigkeiten, die es ja wegen ihres globalen Charakters immer mal geben kann, zügig und automatisch zur Einstimmigkeit geleitet wird. Dieser Mechanismus beruht darauf, dass man eben enorm viel Energie aufwenden muss, um die Blockchain zu verlängern. In den Anfängen der Blockchain hätte ein Grosser wie Google oder Facebook oder Amazon mit der geballten Rechenkraft das junge Pflänzchen Bitcoin noch übernehmen können. Heutzutage ist das nicht mehr möglich, weil auch diese Player nicht genug Energie = Rechenkraft = Geld aufbringen können, um die Blockchain nachhaltig zu beeinflussen. Im Gegenteil, sie müssen sogar das Risiko abwägen, dass sie mit ihrem Energieeinsatz gar scheitern könnten. Und dann wäre jeglicher Aufwand für die Katz gewesen und müsste zu 100% abgeschrieben werden. Die Sicherheit von Bitcoin besteht also gerade genau darin, dass sowohl die "guten" wie die "bösen" Miner genau gleichviel Energie aufwenden müssen, um den nächsten Block für die Blockchain zu finden. Und wenn ein "Böser" die Blockchain in seinem Sinne beeinflussen möchte, muss er noch viel, viel, viel mehr Energie aufbringen können. Und erst noch in nützlicher Frist, denn die Guten stehen ja nicht still. Das kann heute keiner mehr, egal wer oder was er ist.

2. Bitcoin-Mining verlangt nach der Premium-Energieform, das ist die Elektrizität. Und sie muss billig sein, denn sonst lohnt es sich nicht mehr zu minen. Daher sind die Gerätschaften der Miner in der Umgebung, wo es ohnehin überschüssige Energie gibt, denn Elektrizität muss in dem Masse erzeugt werden, wie sie gerade gebraucht wird. Wenn also vorsichtshalber zuviel Elektrizität erzeugt wird, muss diese verbraten werden, sollte sie grad nicht verwendet werden können. Genau da sitzen die Mining-Geräte, denn solche Überschusselektrizität ist billig. Es muss also nicht extra wegen Bitcoin ein Kraftwerk aufgestellt werden. Dennoch gilt natürlich zurecht, dass Elektrizität nicht zu 100% überall aus erneuerbaren Energien umgewandelt wird. Wenn irgendwo politisch gewollt und gefördert immer noch Kohle verheizt wird wie in Australien, ist das natürlich angesichts des Klimawandels nur verwerflich und ignorant.

3. Menschen sind gut im Ausblenden von Fakten. Das Video-Streaming, die Erzeugung von High-Tech-Geräten wie Phones, Autos, die Mobilität, etc. verschwenden auch Energie, allem voran graue Energie. Zudem gibt es viel sinnloses Verschwenden oder Versickern von Energie. Diese Faktoren sind grösser als die Energieaufnahme des Minings.

Hier also zum Artikel, der die Energiebilanz von Bitcoin sehr gut beleuchtet. Sehr empfehlenswert!

Betrüger in Bitcoin Support Gruppen in Telegram

Eine kleine Sache als Warnung für alle diejenigen, die Hilfe suchen in Telegram Gruppen.

Da hatte ich letztens mit meinem ColdStorage Bitcoin Wallet BitBox02 ein Problem. Ich formulierte es in der Telegram-Support-Gruppe und bekam prompt eine Antwort:



Man verstehe genau, wenn man mal dem Link folgt: Ein krassdreister Betrugsversuch:



Hier wird also nach den Backup-Wörtern gefragt, mit denen man einen Private Key wiederherstellen kann, wenn man ihn mal verliert, ein Wallet neu installieren muss, oder einfach die Wallet-Software wechseln möchte.

Wer hier also tatsächlich seine Backup-Wörterliste hochlädt, gibt sehenden Auges einem Betrüger seine Bitcoins!

Oder auf dem zweiten Reiter bitte noch einfacher eingeben, den Key direkt, ohne Wortliste. Schon saufrech ...

Wieso kann sowas überhaupt funktionieren? Ich denke, es ist, weil naive oder unwissende Leute möglicherweise meinen, ihre Bitcoins seien in ihrem Wallet und dass das Wallet alleine ja nicht den Zugriff auf die Bitcoins erlaubt.

Ist vielleicht wie bei einem Tresor: Wenn ich den Tresor-Code jemandem nenne, kann der ja nicht an den Inhalt ran, denn er weiss ja nicht, wo mein Tresor ist. Wäre er vor Ort, könnte er den Tresor leeren.

Bei Bitcoin ist das aber anders: "Meine Bitcoins" sind im Internet. Ich habe in meinem Wallet keine Bitcoins, ich habe nur den Tresor-Code bei mir, der Tresor selbst ist das Internet, eben die globale Blockchain.

Gebe ich also den Tresor-Code weg, gebe ich den Zugriff auf das Geld weg. Das Geld ist nach wie vor im Internet, aber die Betrüger haben mit meinem Tresor-Code als erstes den Tresor-Code geändert und mich ausgesperrt. Da kann niemand irgendwas rückgängig machen.

Denn es gilt Not your keys, not your coins!

Deshalb gibt es für mich nur sogenannte non-custodial Wallets, also der Tresore, deren Tresor-Codes nur bei mir sind, niemals bei irgendjemandem anderen.

PS: Wie man sieht, ging es nicht lange, und der Telegram-Account wurde gelöscht, womöglich vom Betrüger selbst, damit er nicht verfolgt werden kann, wer weiss ...

Die Website allerdings, die funktioniert noch immer und wartet auf andere Naive oder Unwissende. Also weiterhin immer aufpassen und sich klar sein: Meinen Key, meine Backup-Wortliste geht niemanden irgendetwas an!

Telegram ist kein sicheres Medium! Das MUSS auch jedermann/frau klar sein. Man weiss NICHTS über die Leute oder Roboter hinter den Telegram-Accounts. Und nur weil einer in einer Support-Gruppe erscheint, muss der noch lange nichts mit den echten Supportern zu tun haben!

Corona, Beschränkungen, Gesundheitsterror, das BGE, und all der Rest

Heute bekam ich einen interessanten Leserbrief an die Urner Zeitung zugesandt. Damit Ihr als Leser meine nachfolgenden Gedanken dazu im Kontext versteht, hier zuerst ein Bild des Artikels:





Muss man schon sagen, mutig, sich so zu äussern? Ich hoffe doch, dass es immer noch ganz normal ist, dass man anderer Meinung sein und diese auch äussern darf – ohne irgendwelche Anfeindungen oder Ausgrenzungen zu befürchten geschweige denn zu erfahren.

[Mehr]

Einkaufslimite bitcoin über Relai-Bity vermindert seit 1.1.2021

Seit dem 1.1.2021 ist der tägliche Einkauf von Bitcoin auf CHF 1'000.- pro IBAN beschränkt, wenn man auf das Gespann Relai und Bity setzt. Die Jahreslimite ist nach wie vor CHF 100'000.-

Es gilt ja KYC und AML, Know Your Customer (kenne deinen Kunden) und Anti-Money Laundering (Geldwäsche Prävention).

Bity, die als effektiver Einkäufer zuhanden von mir Geld entgegennimmt, in BTC konvertiert und diese an irgendeine Bitcoin-Adresse weiterleitet, muss KYC und AML erfüllen, weil der Staat es so verlangt. Was wieder mal zeigt, dass das Blockchain-System alles andere als anonym ist, dass man eigentlich nichts verstecken kann. Der bitcoin-Fluss ist jederzeit von allen verfolgbar.

Also, wer selbst bei Bity den Identifikationsprozess durchläuft, hat diese reduzierte Tageslimite nicht. Ist man Bity bekannt, ist das Limit bei 100'000.- oder 5 BTC pro Einkauf, die Jahreslimite bleibt aber bei 100'000.-.

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