Shark School - oder wie man auf Haie zugeht

Der Schweizer Erich Ritter gründete vor 10 Jahren die Shark School, die privaten und professionellen Tauchern zeigt, wie man sich verhält, sollte ein Hai einem beim Schnorcheln beobachten.

Denn genau das tut ein Hai, wenn er näherkommt. Er beobachtet, denn wissen, dass Mensch nichts zum Fressen ist, das tut er schon. Er ist halt auch neugierig. Wie auch Katzen und Hunde. So kommt er halt näher und will seine Sensoren benutzen.

Was soll man also tun, nähert sich die Flosse? Einfach ruhig und gelassen bleiben. "Bewegungen stoppen, in die vertikale Haltung gehen und dem Hai in die Augen schauen", so bezeichnet Ritter die optimale Reaktion. Er nennt auch das Geniessen des Augenblicks als Ziel.

Ich verstehe das sehr gut. Auch wenn ich noch nie einem Hai begegnet bin, so ist doch das Heranstürmen eines Hundes manchmal schon schlimm genug. Ich bleibe halt auch bei denen stehen und fühle mich eigentlich nie unwohl dabei. Und siehe da, jeder Hund wollte dann einfach an mir rumschnüffeln, mich beobachten, kennenlernen und das war's ja dann meistens schon. Wieso soll das bei einem Tier im Wasser anders sein als bei einem Tier auf dem Land? Auch wenn es beide Raubtiere sind mit uralten Instinkten, so sind es keine tumben Maschinen.

Klar, wenn Tiere Hunger haben, k?nnte es eventuell etwas anders sein, doch Tiere haben ein Beuteschema-Programm, da kommt der Mensch nicht vor. Wenn ich also gestresst tue, hektisch umherschwadere, erzeuge ich Geräusche und Muster, die den Beutetieren entstprechen können, Kein Wunder, probiert ein neugieriges Tier dann mal aus, ob das an sich neue und unbekannte Tier doch auch fressbar ist wie die bekannten Opfer.

Ritter sagt, dass er an der Wunde eines der wenigen Angriffe erkennt, was wirklich vorgegangen sei. Er achte erst dananch auf die Beschreibung des Verletzten.

Ritter möchte seine Faszination, seine Freude und vor allem auch sein Wissen weitergeben. Und das ist auch mein Interesse, obwohl ich ja so gar nichts mit Meer und Haien zu tun habe. Mein Interesse ist es, dass Ängste neutralen Informationen weichen, dass angelerntes, nie geprüftes Zeug aus den Köpfen verschwindet und eigenen realen Erkenntnissen, und damit Wissen, platz macht.

Und wenn endlich neutrales Wissen da ist, kriegt der Hai auch eine Lobby, so dass Ungeheuerlichkeiten wie Haifischflossen und Haifischsuppen geächtet werden können. Denn nur ein Verständnis der Rolle eines Tieres wie dem Hai in der Ökologie bringt ihm ein Image als wichtiges Glied in der inakten Umweld. Ängste sind immer nur Blockierer, Verhinderer.

Also, wenn Ihr Taucher seid und vor Haien Angst habt, geht doch mal bei ihm in den Kurs. Ritter meint, er bringt jeden am zweiten Tag ins Wasser.

Aber Achtung, er sei undiplomatisch direkt. Also nichts für Weicheier, der Umgang - nein, nicht mit den Haien, mit ihm!

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