Freunde treffen, Zusammensein, Austausch, Spinnenphobie-Auslöschung, wunderbar!

Gestern habe ich anlässlich einer Spinnen-Phobie-Auslöschung bei der Frau eines Bekannten einen sehr schönen Abend verbringen dürfen mit lange nicht mehr getroffenen, alten Bekannten.

Es gibt für mich (fast) nichts Schöneres als mit Freunden zusammen zu sein, sich gut zu unterhalten und neue Ideen auszutauschen, Anekdoten und Erinnerungen zu erzählen, viel zu lachen, zeitlos zu sein.

Angefangen hatte dies an der Geburtstagsfeier eines anderen Bekannten, mit dem ich zusammen seit langen Jahren im IT-Bereich lcoker verbunden bin. Ich hatte mit anderen im Jahre 1983 den Zürcher Computer Anwender Club gegründet, zu dem er wenige Jahre später hinzustiess. Als der CAC nach gut 15 Jahren langsam klinisch tot war, verlor ich viele Freunde von dort aus den Augen, denn ich ging einfach nicht mehr hin. Da ich geographisch auf der einen Seite des Sees lebte und die meisten anderen Zürich ziemlich diametral gegenüber, beteiligte ich mich nicht an den After-Club-Hours, die in einem Restaurant in ihrer Nähe stattfanden.

An der Geburtstagsparty jenes Kollegen fanden sich dann einige der alten Clubmitglieder wieder mal ein, alle nun im Altersbereich 40+-. Es st immer spannend, Leute nach fast 15 Jahren wieder zu sehen, wenn die eigene Erinnerungn an sie noch nicht verblasst ist. Man erkennt das Vertraute, lernt Lebenspartner oder gar Kinder kennen, darf in der Diskusion staunen, wozu sie es gebracht haben, welche Laufbahnen sich ihnen eröffneten oder welche Knicke sich dabei einstellten.

So traff ich also den alten Kollegen wieder, über den ich im Gespräch erfuhr, dass er heute unter anderem Hypnose anbietet, um Ängste und andere Behinderungen zu löschen. Da wir ja alles IT-Leute sind, meinte er, man könne die Methode uns so beschreiben: Windows im abgesicherten Modus starten, auf der Konsole dei Registry säubern und Malware-Files löschen, Neustart, fertig. Leuchtet uns natürlich ein, denn die computerbezogene Malware ist ja eigentlich sehr ähnlich der geistigen Malware, die man loswerden will.

Es ergab sich also, dass er just gestern bei der eigenen Frau deren Spinnenphobie auslöschen wollte. Das nahm mich natürlich wunder, ob das wirklich in den versprochenen 20 Minuten ginge, was er so vollmundig versprach. Er hatte dafür sogar einen Bekannten organisiert, der mit einer Vogelspinne nach der Session den Erfolg bei der Ehefrau prüfen würde.

So frage ich, ob ich da dabei sein dürfe. Ich hatte früher auch Abscheu den Spinnen gegenüber, doch das Bewusstseinstraining für meinen eigenen Fall hatte als Nebeneffekt, im Vorbeigehen quasi, auch diese Phobie entladen, so dass ich seit einigen Jahren eder Spinne mit neutralen Emotionen oder gar Neugier begegnen kann. Ich wollte also dabei sein, um auch mal eine Vogelspinne über meine Hände und Arme spazieren zu lassen. Mein Freund lud mich grad ein.

Als ich gestern also gegen Abend bei ihm eintraf, war die Frau am Abendessen vorbereiten, wissend, dass vor dem Essen noch die Spinnenaustreibung erfolgen würde. Sie war etwas nervös deswegen. Da meinte mein Freund, ich könnte sie doch durch etwas Kraniosakral-Therapie sich entspannen lassen. Gesagt, getan. Sie konnte sich sehr schnell und recht tief entspannen, obwohl ich ja keine ganze Session Kranio machte, sondern sie nur auf die Hypnose vorbereite. Die führte dann ihr Mann an ihr durch. Ich durfte dabei sein und genoss die entspannenden Suggestionen auch sehr, auch wenn sich mir die Wirkung der Hypnose als Beobachter an den beiden anderen immer noch nicht erschloss. Ich hörte also alles mit und dachte mir gelegentlich meinen Teil. Egal, denn die PRüfung, ob das funktionierte, war ja nachher die Vogelspinne.

Als die Hypnose-Session also vorbei war, hat der zwischenzeitlich eingetroffene Spinnenzüchter die Spinne den anderen Answesenden Freunden mit Nachkommenschaft erklärt. Ein kleines Mädchen hatte sich mittlerweilse fast verliebt in die Spinne und sollte sie immer wieder auf den Händen spüren.

So kamen wir also hinzu und er erklärte nun uns, was für eine Spinne es ist, wo und wie sie lebt, was und wie sie jagt und frisst, wie sie hört und sieht und natürlich, wie wir uns zu verhalten haben, damit wir nicht erschecken, wenn wir etwas tun, was sie erschreckt.

Er liess uns zuerst noch raten, wie schwer die Spinne sei, bevor wir sie spürten. Wenn sie mit etwas ausgefahrenen Beinen auf seiner Handfläche stand, war sie ca. 12cm lang. Da ich wusste, dass sie leicht sind, schätzte ich sie auf 10-15 Gramm. Wenn man sie in ihrer vollen Grösse sah, ist das fast nicht zu glauben, die anderen schätzten sie daher x-mal schwerer ein. Der Züchter sagte dann, sie sei nur 10 Gramm leicht. Erstaunlich. So hielt ich also eine Hand hin und er liess sie von seiner Hand auf meine umsteigen. Es war fast nichts zu spüren, als ihre acht Beine hinübertapsten. Nur das Aufsetzen der Füsse war zu spüren, ähnlich wenig aber wie wenn eine Mücke sich auf einem niederlässt.

Da Vogelspinnen offenbar nicht Marathonläufer werden wollen, setzte sie sich dann ab auf meiner Hand. Dabei verlor sich der Eindruck, dass etwas auf der Hand läge nach wenigen Sekunden. Diese 10 Gramm, verteilt auf 8 Beine und auf den Hinterkörper, erzeugen so wenig Druck, dass meine Nervenzellen auf der Hand und mein Gehirn diesen Druck fast umgehend vergassen. Sprich, als ich von ihr wegschaute, mit den anderen redete, hätte ich nicht sagen können, ob jetzt was auf meiner Hand ist oder nicht. Erst wann der Züchter sie etwas zum Gehen anstiess, bemerkte ich wieder diese winzigen kurzen Tippser auf der Hand. Er erklärte uns auch, dass die Spinne an den Füssen noch so etwas wie Krallen hat, die sie ähnlich wie Katzen ausfahren kann, um sich festzuhalten oder zu klettern. Er zeigte dies, indem er mich anhielt, meine Handfläche senkrecht zu halten, damit sie klettern müsse. Ich machte das und spürte dann zuerst ihr Tasten und dann, als sie hochkletterte, ihre Krallen wie ein sanftes Kribbeln, wie wenn einem ein leicht eingeschlafenes Körperteil wieder erwacht. So klatterte die Spinne wieder mal auf meine Hand und auch den Unterarm hoch. Fast nicht spürbar.

Nach mir wurde dann der therapierten Ehefrau die Spinne angeboten. Sie hatte ja alles mitangesehen und man merkte, dass sie sehr gelassen war. So oder so, das war ja nun der Test, ob die Hypnose gewirkt hat. Und siehe da, auch sie liess die Spinne über ihre Hand krabbeln. Zuerst nur ganz wenig, von der Hand des Züchters über die Fingerspitzen in die Hand des Züchters, dann von seiner Hand auf ihre Hand, inklusive Pause. Sie konnte mit der Zeit sogar die Hand mit der Spinne drauf sich vor ihr Gesicht halten und sie in Ruhe anschauen.

Nach einigen Minuten anderer Spinnen-Menschen-Kontakte durfte die Vogelspinne sich dann wieder in ihrem Transportkoffer ausruhen, und wir genossen dann das Abendessen. Alles in allem zog es sich dann bei guten Diskussionen, brasilianischem Essen, Dessert, Alkoholischem hin bis in den frühen Morgen.

Dieser ganze Tag, mit den Menschen, und auch mit meinem ersten Kontakt mit einer etwas grösseren Spinne, war einer, der mit ausnahmslos gut gefallen hat, an den ich mich gerne mit einem Lächeln und viel Freude erinnern werde.

Dies sind die Tage, die die Wochen meines Lebens eigentlich 2-3 mal füllen dürften ... :-)

Doktorierte Hebamme zur Ursache von Schreibabies

Der Schweiz einzige doktorierte Hebamme hat ihren Titel dadurch erworben, dass sie eine Studie zum Thema Schreikinder gemacht hat. Schreibabies sind solche, die andauernd schreien, nur selten damit enden und dadurch natürlich alle Betroffenen unter Starkstrom halten und deren Nervenkostüm aufs äusserste strapazieren.

Mal abgesehen von medizinischen Gründen - zuvorderst wohl Allergien auf Nahrungsmittelbestandteile (z.B. in Babynahrung), von denen Eltern nichts wissen, das Baby ja noch nichts sagen kann - dürften Schreikinder mehr mit den Eltern oder der Mutter zu tun haben, als diese je dachte.

Die Hebamme beobachtete über die Jahre verschiedene Gruppen von Müttern, sammelte die Rapporte von Babybetreuerinnen egal welcher Art. Aus deren Notizen konnte sie folgendes herausfinden.

Erstgebärende Mütter haben viel mehr Schreibabies als solche, die bereits das zweite oder dritte Kind bekommen. Beim Zweiten weniger als beim Ersten, beim Dritten nochmals weniger als beim Zweiten. Wieso? Die Mutter wird gelassener mit jedem Kind, sie weiss, dass sie nicht grad unter der Dusche hervorspringen muss, nur weil das Baby heult. Sie hat gelernt, dass nicht alles "lebensgefährlich" ist, das auch tränentreibende Wehwehchen nicht unbedingt die sofortige und 100%ige Aufmerksamkeit der Mutter brauchen.

Einen anderen Aspekt fand sie in der jeweiligen Zukunftsaussicht der Mutter. Wenn die Mutter einen Mutterschaftsurlaub von 5 Wochen hat, eine andere einen von 10 Wochen, dann haben diejenigen Mütter mit dem kurzen Urlaub ebenfalls signifikant mehr Schreibabies. Diejenigen Mütter, die auf einen komfortabel langen Urlaub hinschauen dürfen, sind ruhiger, gelassener.

Es zeigt sich in ihrer Untersuchung also, dass gelassene, ruhigere, zuversichtliche Mütter ruhigere Babies haben. Das mag eigentlich vielen logisch erscheinen (mir zumindest), doch untersucht hat das wohl noch niemand vor ihr sogenannt wissenschaftlich.

Da ich in meiner Ausbildung zur Kraniosakraltherapie auch in Kontakt mit Babies kam, ist mir dort genau die Situation aufgefallen, dass es wohl auch einer Mutter ab und an schwer fallen dürfte, den Grund für das Geschrei zu erkennen. Wir Männer, die wir ja nicht 9 Monate lang synchronisiert sind mit dem werdenden Baby, sind da wohl noch unsicherer. Mütter, die zuviel Angst um ihre Babies hatten, konnten sich teilweise nur deshalb vom Eingreifen zurückhalten, weil der Kranio-Lehrer natürlich eine Autorität war, der sie attestierten, er mache das wohl schon zum Nutzen des Kindes.

Die Belohnng nach der Schreiphase war jeweils ein glücklich lächelndes Baby, denn wenn etwas gelöst werden konnte, widerspiegelte sich das natürlich sofort in seinem Verhalten. Der Beginn der Behandlung konnte durchaus herzergreifend "schlimm" sein, denn das Baby kann ja noch nicht verstandesmässig Unangenehmes unterdrücken, doch es zeigt auch sofort sein Wohlbefinden, sobald die Lösung erfolgt ist.

Es muss für eine erstgebärende Mutter sicherlich viel abverlangen, dem Lebenswillen des Babys, dem Leben grundsätzlich zu vertrauen und nicht immer sofort eingreifen zu wollen. Und auf der anderen Seite nicht gleichgültig zu werden - Merkwort Rabenmutter. Diese Gratwanderung zu meistern für die ersten paar Monate, Jahre eines neuen Menschen ist das, was jede Mutter bewältigen muss. Das ist so, und war so, und wird es wohl auch die nächsten paar Jahrzehnte noch bleiben.

Wir alle wären ja nicht hier, wären Frauen nicht derart ausgestattet, dass sie es können. Nur schon daher dürfte eine werdende Mutter sich gelassen(er) geben können, wenn sie sich daran erinnert. Und auf all die gutgemeinten Ratschläge, die ja manchmal wirklich eher Schläge der Besserwisser als Hinweise eines Unterstützung sind, darf sie ebenfalls mit etwas Abstand reagieren. Wenn sie sich nicht verrückt machen, keine Ängste oder Befürchtungen anderer unterstellen lässt, dafür eher auf die Signale des Babies achtet, wird sie wohl passender mit ihrem Kind kommunizieren können. Dann braucht ein Baby wohl auch nicht mehr so oft zu schreien. Gut, dass eine Hebamme für diese Beobachtungen den Doktortitel bekam.

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