Von der Scheinheiligkeit ...

Die Deutschen regen sich nun über unsere Dignitas auf. Ja, sie finden es entwürdigend, was die Dignitas macht.

Ok, die Dignitas macht das ja derzeit nur so, weil sie es auch hierzulande mit der Scheinheiligkeit der Moralwächter zu tun hat. Die Geographie spielt ja nur insofern eine Rolle, als mit ihren Grenzen auch die Gesetze ändern.

Dass aber gerade Deutsche sich darüber ereifern, ist merkwürdig. Im eigenen Land ist es verboten, Sterbehilfe zu leisten, also motzt man dann die anderen an, wo das halt geht. Und als Aufhänger benutzt man eine zugegebenermassen derzeit etwas aussergewöhnliche Vorgehensweise von Dignitas.

Der Tod, das mysteriöse Ding. Jeder Mensch hat ihn vor sich, und 99% weigert sich im Leben, sich damit zu beschäftigen. Und zwar so, dass er erkennt, was Leben und Tod sind. Das Leben, das ist halt scheinbar das, was der Körper erlebt, er begibt sich morgens von der Horizontalen in die Vertikale und abends umgekehrt. Soll diese Routine das Leben sein? Naja, wir sind ja mittendrin, kennen's halt nicht anders. Doch hat das was mit irgendeiner Wahrheit zu tun, die die Nörgler aufbringen, so von wegen Würde und so. All das kennt der Körper nicht.

Da zeigen sich dann die eigenen Ängste im Gemotze über den Tod von anderen - nota bene ja ihnen unbekannten Mitmenschen. So mischen sie sich schon wieder in das Leben anderer ein, weil sie die eigene Geschichte nicht geklärt haben. Wie gut ist es da, dass es einen Sündenbock gibt.

Gleiches passiert derzeit ja in Rom, wo einige selbstherrliche Italiener Rumänen mit Eisenstangen malträtieren, nur weil aus deren Land ein Roma eine Römerin vergewaltigt und getötet habe. Schon wieder kann man Scheinheiligkeit demonstrieren, indem man im scheinheiligen Zorn andere Leute zusammenschlägt, nur um mit den eigenen geistigen Konflikten nicht aufräumen zu müssen.

Parallel-Importe - Schutz geistigen Eigentums oder doch nur profaner Protektionismus?

Bundesrat Blocher verhindert immer noch den Parallelimport von Produkten in die Schweiz. Das verstehe mal einer, grad ein Wirtschaftler wie der verweigert sich diesem Anspruch.

So wie ich das verstehe, sei nur der Import von patentgeschützten Produkten verboten. Vorgeschoben wird immer der Satz, dass man das Eigentum schützen müsse, also nicht nur das materielle, sondern auch das geistige.

Ich frage mich nur, worin den der Schutz besteht? Ich habe mit meiner anderen Firma einen europaweiten Schutz des Firmennamens und des Logos. Das heisst, dass einer, der sich anmasst, unser Logo oder unseren Firmanamen zu verhunzen, von uns kräftig einen in den Hintern bekommt, auf dass er das sofort beende, ansonsten wir mit dem Gravenreuth drohen.

Für mich besteht also der Schutz nur darin, dass uns keiner nachmacht. Wenn ich mir nun vorstelle, dass Gilette, Toyota etc. ja nicht nachgeahmt werden, sondern einfach nicht über die Grenze importiert werden dürfen, dann verstehe ich nicht, wieso es hier um Patentschutz gehe.

Das Patent von Gilette oder wem auch immer wird ja nicht verletzt. Der Staat schützt damit die wirtschaftlichen Interessen der Multis. Gilette und Toyota sind ja klassische Multis, die nur die Preise je nach Land hoch halten wollen. Und die Schweiz wird halt immer noch gut gemolken.

Ich verstehe nicht, wieso ein Pack Gilette-Klingen nicht importiert werden darf. Sondern dass ich es von einem Schweizer Distributor kaufen muss, bei dem es x-mal teurer ist. Klar, Gebietsschutz stützt auch das lokale Gewerbe. Aber wieso soll es ein Muss sein? Es gibt da diverse Nutzniesser, aber garantiert viel mehr Leidtragende.

Und wieso unterstützt der Bundesrat diesen Protektionismus? Sind hier die wirtschaftlichen Lobbyisten erfolgreicht gewesen? "Globalisierung selbstverständlich, aber doch nicht grad bei uns."

Solange sogar die oberste Exekutive der Schweiz die Konsumenten nach wie vor mit teureren Preisen "versorgt", um die Interessen der Wirtschaft zu schützen, bin ich mit ihm diesbezüglich nicht zufrieden. Die Grenzanwohner haben es da im leichter, sie kaufen kleinpreisige Güter halt einfach in den Nachbarländern ein. Die Zollfrei-Beträge erlauben dies ja.

Wieso eigentlich endet dieses Schröpfen nicht? Wir haben ja auch die teuersten und zugleich langsamsten Breitband-Internet-Anschlüsse im Vergleich mit anderen Staaten von Europa oder Japan oder die USA.

Es geht nicht allen Schweizern so gut, dass sie die im Vergleich zu anderen Ländern teuren Produkte einfach so kaufen können, nur weil es immer heisst "in der Schweiz seien ja auch die Löhne höher". Wie mal ein Vergleich vor Jahren zeigte, hat bei uns eine Familie am Ende des Monates de facto weniger Geld übrig als eine vergleichbare in Deutschland.

Wie lange lassen wir uns diese Gängelei noch gefallen?

Das Mädchen Lakshmi - 4 Arme, 4 Beine, doppelte Organe - doppeltes Ich? Ersatzteillager?

Lakshmi werde nun operiert, 36 Ärzte stünden bereit, diesem Körper alles Doppelte abzuschneiden. Sie sei im Mutterkörper mit einem Zwilling verwachsen, der sich gleich entwickelt, aber keinen Kopf hat, sondern am Unterleib des bekopften Körpers angewachsen ist.

Weil sie dies hat und sie in Indien auf die Welt kam, hätte sie nun nicht nur ein mögliches Schicksal in einer Freak-Show, sondern auch als inkarnierte Göttin Lakshmi - zweifelhaft, ob dies toller wäre. Begafft und entwürdigt würde sie in beiden Szenarien.

Die Ärzte sollen gesagt haben, dass sie ohne Operation nicht mehr lange leben würde. Interessant, obwohl doch alles doppelt vorhanden sei, ihr fehlt ja nichts, sie hat von allem zuviel im Körper. Wieso soll der also sterben? Die Ärzte sagen es halt.

Man könnte ja sagen, dass man ihren Restkörper separat am Leben halten könnte, diesen Zellverbund, der ihre Genetik hat. Wannimmer sie im späteren Leben am Körper Probleme hätte, stünde ihr ihr kompatibles und ureigenstes Ersatzteillager zur Verfügung. Lakshmi hat hier etwas, was Stammzellengenetiker doch letztendlich wollen: den Clone des eigenen Körpers, eben für den Fall der Fälle.

Angenommen, das ginge nun, ihr Restkörper könnte weiterleben. Ohne Kopf? Ich denke, das würde sehr wohl gehen. Aber, wo ist das Wesen, das üblicherweise in einem Körper ist, das diesen Zellverbund zusammenhält durch seine geistige Überzeugung, dass es ein Körper sei?

Ich denke, dass deshalb der Restkörper nicht überleben wird, weil er von keinem Bewusstsein beseelt ist, weil die geistige Konzeption eines Körpers da nicht in die Form übergeht, schlichtweg weil eben keine Seele darin Platz nimmt. Ihr Restkörper würde ev. wie eine zerfliessende Butter seine Form verlieren.

Es ist nicht der Kopf, das Gehirn also, das dem Restkörper fehlt, sondern die Seele, die dem Körper die Form für die 70-100 Jahre Lebenszeit vorgibt.

Oder auch mal andersrum: Wieso darf man diesem vollwertigen Zellverband eigentlich die Lebensberechtigung entziehen, indem man ihn abschneidet und den Körper mit dem Kopf als lebenswert befindet? Nur weil ihm eben das Gehirn fehlt? Hätte er dieses, wäre es ja ein Siamesischer Zwilling. Und dann würde man von Trennung sprechen.

Scheint so, als wüsste die Seele schon, welche Zellverbände es nutzen kann und welche nicht.

Ich wünsche der Lakshmi, dass die Entfernung der überflüssigen Teile ihrer Entwicklung im menschlichen Körper nicht schadet, sondern ihr vielleicht sogar irgendwann mal etwas hilft, herauszufinden, was sie ist - wenn sie das will.

Cassis de Dijon - Günstigere Preise und dennoch gute Deklaration?

18 Ausnahmen gewähre der Bund der allgemeinen Akzeptanz des Cassis de Dijon Prinzips. Dieses klärt, dass ein in einem EU-Land den dortigen Gesetzen genügendes Produkt in einem anderen EU-Land auch ohne weitere Anpassungen oder Vorbehalte verkaufbar sei.

In der Schweiz soll das demnächst auch gelten, jedoch mit Ausnahmen: So sollen Waschmittel bei uns nach wie vor phosphatfrei sein, Eier nach Art der Haltung deklariert werden.

Dieses Prinzip hat Fans, die Konsumenten, die billigere Preise wollen. Und Gegner, die Konkurrenz oder Qualitätsverluste befürchten.

Klar, ich bin kein Wirtschaftsspezialist, aber ich frage mich dennoch, wieso da ein Problem sein soll. Ich hoffe, dass Deklarationen ja nicht verschwinden, sondern dass ich einfach einige Produkte aus dem Ausland in den lokalen Läden finde. Diese tragen ja auch irgendwelche Deklarationen.

Ich möchte einfach jederzeit in der Lage sein, anhand der Daten zu entscheiden, was ich kaufe - egal, woher das kommt. Dazu braucht es von mir nur den Willen, wirklich hinzuschauen und zu entscheiden.

Ich mache das ja auch schon bei Produkten der hiesigen Anbieter: Als ich zum ersten Mal las, dass der Kaffeerahm beim COOP 3 E-Stoffe drin hat, beim Migros jedoch nur 1, fragte ich mich, wieso das denn so sei. So kaufe ich aufgrund dessen den Rahm vom Migros.

Solange bei Gemüse und Früchten ebenfalls deklariert ist, woher das Zeug kommt, oder ob Kakao und Kaffee fair gehandelt und ökologisch sinnvoll angebaut wurde, solange kann ich selbst entscheiden.

Und das ist das Wichtigste. Es ist ja klar, dass die Konsumenten es im Griff haben, was produziert wird. Ob Aldi- und Lidl-Gänger darauf achten, wage ich zu bezweifeln, aber das würden sie wohl auch nicht, wenn sie in Grossbuchstaben geschrieben stünden. Einfach, weil es ihnen egal ist. Mir ist Herstellung und Vertrieb eines Produktes nicht egal. Ich schaue eben hin und entscheide, ob ich das unterstützen will.

Dies muss die Akzeptanz dieses Prinzips mir erlauben: Nach wie vor anhand guter Deklarationen zu entscheiden, ob ich das Produkt so will. Wenn's günstiger wird, habe ich nichts dagegen, aber nicht ums Verrecken. Deklarationen, sie müssen da sein, das verlange ich. Aber dies ist ja kein Thema von Cassis de Dijon.

Die schleichende Dressur der Internet-Benutzer

Ich bin nun schon seit knapp 15 Jahren im Internet-Business tätig. In den letzten paar wenigen Jahren ist eine schleichende Anpassung des nachlässigen Umganges mit seinen Daten erkennbar.

Ich bin Entwickler einer Website, auf der Surfer Tickets bestellen können. Man braucht sich nicht im voraus zu registrieren, sondern kann einfach mal buchen. Die Registration folgt danach, erste dann, wenn man definitiv zahlen will. Es ist bei uns nicht nötig, seine Daten im voraus anzuegeben, nur um eine Dienstleistung zu erhalten.

Heute bekam ich einen Anruf, in dem mich eine Frau anschnauzte, wo man sich den registrieren könne, sie wolle bestellen.

Die Vorstellung, die sie buchen wollte, sind noch gar nicht öffentlich buchbar. Obwohl da steht, wann der Verkauf startet - und das ist halt noch nicht heute -, bestand sie darauf, dass wir ja nicht draus kämen, sie sei eine gewohnte Ticketbestellerin.

Kein Gedanke mehr daran, was es eigentlich für eine Unsitte ist, sich im voraus registrieren zu müssen. Seine Daten für eventuell gar nichts zu hinterlassen. Kein Bewusstsein (mehr dafür, wem man weshalb seine Adressdaten gibt.

Diese Vernachlässigung konnte ich über die letzten paar Jahre beobachten. Wir sind seit 2001 auf dem Markt. In der letzten Zeit häufen sich die Anfragen wie die von heute.

"Häufen" heisst einfach, ca. eine Anfrage pro Monat. Wenn ich dann erkläre, wieso das bei uns so ist, nehme ich nur noch eine gewisse Gleichgültigkeit wahr.

Nun, es kam ja schon im Radio und im TV, was man alles über eine Person herausfinden kann mittels einschlägigen Websites. Nicht immer nur das, was der auch gefällt. Die Profilierungstechniken sind heute recht ausgefeilt. Datamining lässt grüssen.

Natürlich setzte ich diese Websites auch mal auf mich an. Zu meiner zufriedenen Erwartung kam die Bestätigung, dass diese Websites nichts über mich fanden. Was natürlich nicht ausschliesst, dass es umherschwadronierende Informationen geben könnte, die so leicht halt nicht gefunden werden können.

So bin ich zufrieden.

Frauen in Kaderpositionen in der Schweiz - wo hapert's? Lohnt es sich überhaupt?

Wieder mal wurde dieses Thema durchgekaut, weshalb denn so wenig Frauen im Top-Management zu finden sind. In der Politik nehme ihr Anteil zwar doch langsam zu, in der Wirtschaft tue sich aber weniger, Eliane Canepa bleibt also doch eine Galeonsfigur.

Da werden Motivationsseminare gemacht, und wer kommt von den Frauen? Solche aus der Finanzindustrie und lassen sich von einer "We will rock you" Musical-Sängerin aufheizen.

Sogar Bundesrätinmg Doris Leuthard setzt sich ein und aktiviert die CEOs der grossen Firmen - ob die nur kommen, weil es eben eine Bundesrätin ist, die ruft? Also reine Gesellschaftliche Präsenz?

Wieso tun sich Frauen denn schwer, in die absoluten Machthöhen zu gelangen? Es gäbe meines Erachtens wohl mehrals genug fähige Managerinnen, sprich Frauen, die ein Ziel zum Wohle der Beteiligten verfolgen können. Macht das nicht jede Mutter ohnehin?

Ich würde eigentlich lieber fragen: Wollen die das denn überhaupt? Ist es denn so erstrebenswert, ein Top-Manager zu sein? Was sind denn die neudeutsch Incentives, die da locken?

Geld - sicher, Macht - wohl auch, Ansehen - heute wohl eher kritisch beurteilt. Und gleichzeitig natürlich die Schattenseiten: Gier, Unterdrückung, Neid, Selbstentwertung.

Was ist der Einsatz? Krampfen bis zum Umfallen? "Hart sein" in verschiedener Beziehung: Sozial, egoistisch. "Zeit haben" ist ja bekanntlich der Luxus der Manager, den sie sich auch nicht kaufen können.

Da ich gelegentlich als Freelancer in der UBS arbeite, sehe ich dort einen sehr sympathischen Herrn, der jedesmal eine Leitersprosse höher geklettert ist. Ich erkenne das jedesmal an seiner neuen Visitenkarte. Er ist da, bevor ich komme (ist allerdings leicht) und er ist noch da, wenn ich gehe. Und das immer so, Ferien ausgenommen.

Es ist bekannt, dass er zuhause Frau und Kind in einer tollen Hütte habe. Sie habe auch viel zu tun. Aber wo ist er? Was hat seine Familie von ihm? Wie lange soll das kleine Sozialsystem der Familie sich erhalten, wenn der Mann zwar die Kohle anschafft, aber als Person wenig anwesend ist? Ist es vermessen anzunehmen, dass so ein System irgendwann gravierende Erschütterungen erleben wird?

Soll so ein Verhalten den Frauen als erstrebenswert erscheinen? Ihnen, denen solche Männer oft ihre Abwesenheit mit dem Spruch "Ich mach das ja nur für Dich" schönreden wollen? Ihnen, die wohl als Frauen andere Werte haben, die rein genetisch vom Frauenprogramm her wohl auch andere Werte haben müssen, damit ihre Brut, die Kinder, optimale Bedingungen zum Aufwachsen haben.

Benehmen sich Männer nur so, weil sie viel weniger direkt miterleben, wie das Investieren in die biologischen Ziele (Kinder) sie befriedigt? Weil sie eben aus ihren Körpern heraus keine neuen Körper schaffen können und die Verbundenheit mit persönlichen, real gewordenen materiellen Dingen in Firmen, Häusern, Autos, Luxus finden müssen?

Es ist doch hinlänglich bekannt, dass Männer und Frauen unterschiedliche Gehirnstrukturen, Werte und Glücksempfindungen haben. Das beklagen die Männer doch grade im sexuellen Bereich immer so klischeehaft.

Man könnte sich gar versteigen und fragen, wie sähe die Welt aus, wären Frauen an der Macht. Wie wäre ihre Machtausübung? Zum Nutzen der Gemeinschaft oder zum Nutzen einer konkurrierenden, kämpferischen Hackordnung, Gewinnoptimierung, Selbsterhaltung?

Sind Typen wie Putin, Bush, Mobuto, Kim Jong Il, Muammar el Gaddafi, Fidel Castro auch als Frauen denkbar? Ich weiss es nicht, denke nein.

Frauen sind sicher nicht bessere Menschen, denn auch die haben Streit und müssen ihre emotionalen Effekte handhaben. Auch bei ihnen gibt es Geltungstrieb, Egoismus und Rücksichtslosigkeit.

Wären nur Frauen an der Macht, wie würde sich ihre Bewältigung der Probleme in einer Gesellschaft auf diesem Planeten darstellen?

Wäre es anders als bei den aktuellen männlichen Strategien? Wenn ja, erklärt das nicht, wieso man offenbar Frauen in die Kaderpositionen prügeln muss? Beweist sich damit nicht, dass die Männerstrategien eine Sackgasse sind, wenn die Hälfte der Bevölkerung da nicht mitmacht?

Es würde mich freuen, Kommentare zu dieser Sicht lesen zu dürfen.

Lange Nächte - Heisse Themen - am Telefon

Wer kennt das nicht, lange Telefonate. Sehr lange, so ab ca. 4 Std. würde ich sie so nennen. Sie beginnen üblicherweise abends und enden morgens.

Ich hatte wieder mal so eines, es war mit einer Frau, die ich schon seit ca. 6 Jahren mit einem grossen Unterbruch kenne, ohne sie je getroffen zu haben.

Ich lernte sie übers Internet kennen. In einem Chat. Damals habe ich sie wohl stark angebaggert, hatte dann aber doch keine Chance, bzw. sie meldete sich mit einem SMS ab, als wir in Basel uns hatten treffen wollen. Ab dann war der Kontakt weg.

Vor ca. 3 Monaten habe ich zufällig in einem Chat jemanden entdeckt, der meine Erinnerungen triggerte. Es stellte sich heraus, dass es dieselbe ist wie vor Jahren.

Was damals nicht klappte, geht heute. Wir haben uns immerhin akustisch kennengelernt. Ich habe erfahren, dass sie eine recht dramatisch verlaufene Vergangenheit hatte, gerade auch dann, als ich sie anbaggerte. Der Kontakt kam damals nicht zustande, weil sie derart verstrickt war in einer Abhängigkeitsbeziehung, dass sie mir absagen musste, weil ein Treffen mit mir ihre vom Partner auferzwungenen Regeln verletzt hätte. Zudem wäre ich ja gerade das Gegenteil gewesen, einer, der gar keine Zwänge, keine Abhängigkeiten in Beziehung haben will.

Jetzt, wo sie dies alles abgehandelt hat, kommt der Kontakt zustande. Ist schon spannend, da ich sie ja schon lange vergessen hatte.

Wie dem auch sei, es passt halt nur dann, wenn's passt. Erzwingen konnte ich damals nichts, und auch heute muss ich aufpassen, dass sich kein "Haben-will"-Druck in mir aufbaut. Denn dass ich sie haben möchte, das ist schon so. Sie ist das, was mir gefällt, gross, sehr üppige Oberweite, schönes Gesicht mit tollen Augen, und enorm offen, tabulos, gescheit, schlagfertig, selbstbewusst im Sinne von starkem Auftreten, feinfühlig, sensitiv.

Sie ist wohl definitiv meine Traumfrau. Aber ich wäre wohl kaum ihr Traummann. Doch das interessiert meinen Geist natürlich nicht, der baut nur immer diese emotionale Energie auf, dass er diese Frau haben möchte. Das ist schon genug für mich, handeln zu müssen. Es gelingt mir zum Glück leicht - wenn das nicht so wäre, würden meine Gedanken wiie früher nur um diesen Wunschtraum kreisen und mich völlig blockieren.

So kann ich dann mit ihr erfrischende, lustige, tabulose und enorm lange Telefongespräche führen, in denen ich fast nicht von ihr lassen möchte, weil wir soviel gemeinsam haben, Interessen, Fähigkeiten ...

Was mir persönlich jedoch am wichtigsten ist, dass eine emotionale Ladung bereits derart geschwunden ist, dass ich sie leicht lassen kann. Sie ist immer noch meine Traumfrau, aber ob je etwas daraus wird, ist mir mittlerweile im besten Sinne des Wortes gleichgültig.

Und doch geniesse ich die langen Telefonate ... :-)

Die Rot nach Grün Verschiebung in der Schweiz

Gestern hat die Schweiz das Parlement nei gewählt. Die SP hat grosse Verluste erlitten, zugunsten der grünen Seite. Dass die SVP wieder etwas zulegte, zeigt meines Erachtens nur, dass die SP es versäumte, die von der SVP aufgedrängten Probleme ebenfalls zu beleuchten. Und sie versäumte es auch, die grünen Themen verstärkt so zu behandeln, dass auch grün tendierende Mitte oder Rechte ihre Intention in Form einer SP-Stimme darlegen.

Die eher linken Wählerschaft ist es offenbar leid geworden, dass die SP die Augen verschloss vor den sich wie schwarze Schafe benehmenden Exponenten der eingewanderten Menschen.

Durch das Aufkommen des Klimathemas, das zwar von den Linken traditionell schon immer beackert wurde, ergab sich eine Chance für neue Parteien, die sich erstens hauptsächlich um Grüne Themen kümmern und daher die weissen Flecke der SP nicht besitzen. Wer also ehedem Rot wählte, weil da jene Themen bearbeitet wurde, konnte nun seine Stimme einer besser oder genauer fokussierten Partei geben. Wer die weissen Flecke der Roten verärgerte, konnte sich ebenfalls einer eher liberalen, etwas rechteren Seite zuwenden.

So konnte die Mitte mit CPV und der neuen Grünliberalen Stimmen von unzufriedenen Linken und Rechten abkriegen. Sie scheinen die Nutzniesser des Wahlkampfklimas zu sein. Hoffentlich kommen sie mit den Erwartungen an sie klar.

Heute sagt die Presse, es sei eine tripolare Politstruktur entstanden. Das finde ich eigentlich gut, denn nur bipolar ist zu erstarrt. So gibt es nun zwei Librationszonen, in denen die Abrenzungen der Blöcke unscharf wird.

Die SP wird wohl endlich lernen müssen, dass Spielverderber jedweder Couleur schädlich sind, so wie halt ein fauler Apfel eine ganze Kiste gesunder Äpfel ansteckt. Auch die Vergangenheit als Widerstand gegen allzu viel Kapitalismus und Ausbeutertum ist angesichts Globalisierung eher überflüssig geworden, der Spruch "if you can't beat your enemies, join them" könnte da vielleicht etwas bringen. Wie Tucholsky (so glaube ich) sagte: "Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint". Die Intergration und fast vorbehaltlose Akzeptanz des anderen ist gefährlich, wenn sie Verweigerer der hiesigen Spielregeln nicht drastisch an diese erinnert und bei deren stetigem Zuwiderhandeln immer noch konseqzenzlos beibt.

Die klassichen Liberalen müssen wohl lernen, klar erkennbare Wege zu beleuchten. "Hopp Schwiz" schreit man beim Fussball und bei der Tour de Suisse, aber das dies als Politthema irgendwie reichen soll? Wie auch in der Kommunikation bringen Schreie oder Slogans ja auch nichts.

Die SVP, tja, die wird sich wohl auch irgendwann mal darüber klar werden müssen, ob sie nur die Starken dieser Gesellschaft unterstützen will oder doch auch irgendwann die Schwachen, die es ja meist sind, die Schwarzweiss-Sprüche der SVP zu unterstützen. Denn die Schwachen erkennen oft nicht, dass populistische Sprüche sich mittelfristig gegen sie wenden werden.

Nun, schauen wir mal, wie es geht ... mit der grünfreundlichen und doch eher liberalen und wirtschaftsfreundlicheren Mitte könnte es für die kompromissfreudigen Schweizer besser gehen, so dass sich die derzeit grossen Polparteien das nächste Mal eventuell schon wärmer anziehen müssen.

Der Erfolg von Music Hits Rückschauen

Am Samstag findet in RTL seit längerem ein Phänomen statt, das sehr schön zeigt, was für eine Kraft Musik hat. Da muss der Oliver Geissen nur hinseitzen und die besten 50 Hits dieser oder jener Art von Musik oder Generation laufen lassen und schon ist der gesamte Abend gerettet.

Geissen sagte mal, dass der Erfolg dieser Shows ihn sehr verblüffe, weil er ja nichts anderes mache, als Musik zu präsentieren. Allerdings eben alte, zu der wohl jeder Hinhörer Erinnerungen hat - die sich dann darstellen.

Diesmal waren es die Disco-Hits. Ich gestehe, dass ich alle diese Songs kenne, auch wenn ich sie in den Jahren ihrer Aktualität nicht so soll fand. Warum, weiss ich eigentlich auch heute gar nicht. Abba wollte ich damals nicht hören, die Kopfstimmen der Bee Gees war grässlich, und John Travolta völlig daneben. Heute liebe ich sowohl Abba als auch die Bee Gees, den Travolta sehe ich lieber in Filmen.

Allerdings passiert bei mir etwas Komisches, das hören all dieser Songs bringt mich in eine komische Stimmung, wehmütig, komisch, teils zum Heulen - auch hier weiss ich nicht warum das so ist.

Vielleicht weil ich diese Zeit nicht so erlebt habe, wie andere. Ich ging nie in Discos, weil ich es dort zu laut zu stickig und auch sonst unangenehm fand.

Aber ich bekam schon mit, dass dies den Gleichaltrigen gefiel. Ich war damals auch ungeheuer scheu und blockiert. heute scheint mich diese Musik daran zu erinnern, wie ich mich damals fühlte, offenbar traurig, abgeschnitten von etwas, vielleicht von der Freude, die die andern offensichtlich empfanden. Ich weiss es nicht.

Ich möchte ja nicht zurück in diese Zeit, aber ich erkenne daran, dass Musik am Kopf und allem anderen vorbei immer direkt in die Mitte der Zwiebel sticht und hervorholt, was mich zu Tränen rührt.

Wenn ich diese Musik abseits solcher Shows höre, passiert mir meistens gar nichts, dann finde ich sie einfach toll, geil, bewegend, was auch immer.

Aber wenn ich im TV schaue, wie diese Klassiker nicht nur mich bewegen, sondern das Publikum auch, dessen Freude dann sichtbar wird, fährt mir das ganz anders ein. Vielleicht auch deshalb, weil ich sonst natürlich nie so alle Klassiker serviert bekomme, denn im MP3-Player lasse ich mich zufällig berieseln.

Deshalb regt diese Show auch so grad alles an, was ich erlebt habe. Oder damals wohl eher ziemlich unbewusst mitbekommen habe. Abhängen bei den meist betuchten Eltern meiner Mitgymnasiasten, wenn diese weg waren und ihre Söhne sturmfrei hatten.

Es war ja schon irgendwie schön, ich habe damals zum Beispiel den wunderbaren Song von Ulla Meinecke, die Tänzerin, ins Bewusstsein gebrannt bekommen. Oder später dann im Klassenlager This is the End von The Doors oder Child in Time von Deep Purple. Gerade Purple, Hardrock mochte ich damals gar nicht. Heute ist Deep Purple in der Sparte Hardrock meine Liebnlingsband. Wohl wegen Jon Lord. Mir imponierte seine klassische Ausbildung, die oft rüberkam, wie in Burnt Wood einem meiner Lieblinge. Von ihm habe ich mir damals alles besorgt, bis heute.

Oder bei einer Session bei meinem damaligen Freund beim ersten Anhören von Pink Floyds Shine on you crazy diamond eine spontane, synästhetische Erfahrung. Der langsam aufkommende Synthesizer-Teppich erzeugte in mir spontan ein sehr klares Bild und ein klare Geschmacksempfindungen. Ich hatte das seither nie mehr so intensiv. Ich muss diese Musik-Anhör-Sessions bei meinem Freund sehr genossen haben, denn ich hatte keine Musikanlage zuhause, hatte auch kein Verlangen danach. Er hatte so eine grosse Technics-Kiste mit allem Drum und Dran. Er war sehr Musik-begeistert und spielte mir gerne vor, was ihm gefiel. Mit vielen konnte ich damals gar nichts anfangen, weder mit den Bealtes noch Pink Floyd.

Ich war damals ein sehr grosser Jean-Michel Jarre Fan, gleichzeitig wunschtraummässig in der Welt des Weltraumabenteuers. Zu Jarre kam ich, weil der ja Pate stand mit Musik für die TV-Serie Mondbasis Alpha-1. Wer diese Titelmelodie noch kennt ... mich jedenfalls zog sie dann über etwas Nachforschen und Zufall zu Jarre, dessen Musik ich seither nie mehr losgelassen habe.

Flächige, hallende Space-Sounds wie von Jarre oder damals auch Klaus Schulze oder Kitaro und später natürlich Vangelis liessen meinen Geist abdriften in unendliche, grenzenlose Räume, einsam, leer und doch Geborgenheit bietend. Es ist mir heute mittlerweile halbwegs klar, wieso das so war. Es war damals schon eine Art Sehnsucht in so einen Zustand.

Damals wusste ich das noch nicht. Ich sehnte mich nur meist weit weg, auf keinen Platz dieser Welt, sondern ins All. Das gibt's auch heute noch bei mir, allerdings zum Glück sehr viel weniger energetisch wie damals. Dennoch gibt es auch heute Episoden in Filmen der Star Treck Serien oder von Spielberg, wo mich die Sehnsucht unvermittelt anspringt.

Es scheint mir, dass ich damals halt doch viel Musik mitbekommen habe, allerdings nie so wie viele andere als Fan. Ich hatte lange keine eigene Platten. Ich klaufe mir glaub ich mit ca. 22 meinen ersten Plattenspieler. Zuvor hatte ich immerhin schon ein Tape Deck. Mit dem nahm ich dann Musik auf oder tauschte sie. Und hörte sie meistens auf Kopfhörer, denn einen Verstärker und Boxen hatte ich ebenso lange nicht.

Und wenn man Synthesizer-Musik auf Kopfhörer reinzieht, hebt es sich leichter ab ... weil eben nichts anderes mehr hörbar ist.

Auch heute höre ich die Musik der TV-Show auf dem Kopfhörer und wie damals gibt's dann nichts wie diese Musik, die so direkt unter Umgehung des Verstandes meine emotionalen Erinnerungen anstachelt ...

Es ist schön, dass es Musik gibt, die einem Erinnerungen so schnell so direkt und unvermittelt wieder ins Bewusstsein holt. Und wenn ich so Sendungen sehe, denke ich, es geht anderen wohl auch so ...

Wir bräuchten also 1.3 Erden ...

... wenn wir so weitermachen. Der Club of Rome hat sich gemeldet und mitgeteilt, dass wir derzeit 1.3 Erden bräuchten, wenn wir weiterhin so mit den Ressourcen umgehen.

Der Club of Rome hatte schon vor 20 Jahren mitgeteilt, dass es so kommen würde. Damals wurde er belächelt, angesichts fehlender Gegenmassnahmen der Erde gegen ihren Missbrauch.

Man könnte sagen, sie war halt bisher geduldig, aber ich mag es nicht, Dinge, Tiere, Pflanzen und Abläufe per se zu personifizieren. Denn dies erweckt sofort die eigenen Werte und Vorstellungen.

Ich nenne die Erde lieber das grosse System, in dem wir leben. Dieses schlägt nun halt aus, nicht im Sinn eines Pferds, sondern wie ein Pendel. Es schwingt nun nicht mehr von uns weg, sondern kommt auf uns zu ... wir merken das.

Trotzdem wird die Erforschung neuer Erdölvorkommen immer noch erweitert, die hohen Ölpreise werden manch bisher verschonte Region der Erde zu Zielen der Probebohrer und bei Erfolg der mehr oder weniger zerstörerischen Erdölindustrie machen. Es ist anzunehmen, dass auch die beiden Polregionen dieser Welt verschandelt werden, nur um noch mehr Öl zu produzieren. Dabei könnte man diese Energie ja wirklich in die ebenfalls boomende Umelttechnologie buttern. Da käme bestimmt das Besseres raus.

Manche sagen, dass die armen Länder jetzt die ungerecht leidenden werden, denn sie dürfen nun nicht mehr machen, was wir "Zivilisierten" machten, nämlich in Saus und Braus leben. Nun, man kann das auch anders sehen: Viele der sogenannt armen Länder wären es ja nicht, hätten sie es endlich geschafft, ihre sozialen Strukturen zu ordnen und so den Aufbau eines funktionierenden Staates zu ermöglichen. Damit hätten sie ihren Lebensstandard schon früher heben können und müssten nun nicht die Opferrolle spielen wollen.

So oder so, keiner hat mehr Zeit und Rechtfertigung, sich als Opfer oder so zu fühlen. Auch denen sollte es dann mit der Zeit aufgehen, dass lokale Kriegereien ihren Bürgern, und bei diesen ihren Kindern nur schaden wird, denn die Resourcen gehen langsam aus.

Ok, aus esoterischen Kreisen hört man schon lang, dass die Zeit des Stromes ausgehe und von der Zeit der Photonik ersetzt würde, das auch bedeuten könnte, dass die Atomstromtechnik abgelöst und durch etwas Harmloseres ersetzt würde.

Aus noch anderer Sicht könnte man sagen: Der Mensch strebt ins All, zumindest mal zum Mond. Und siehe, die Chinesen und Inder haben ihre eigenen Weltraumprogramme ... scheint also eher dieser Ausweg aufzugehen? Muss der Mensch sich aus ökologischen Gründen ins All wagen? Ist die Flucht wirklich möglich?

Ich denke nicht, denn wie ich andernorts sagte, ist das immer noch viel zu geldintensiv und vor allem hilft es ja niemandem.

Selbst wenn der Ritt ins Weltall gelänge - und ich wäre ja wirlich der erste, der sich einen Weltraumflug wünscht -, wollen wir die Erde als Abfallhalde zurücklassen? Wollen wir nicht zur ihr zurückkehren? Bisher wollte das jeder Astronaut, egal wie sehr ihn das All lockte.

Unsere Körper sind auf sie ausgerichtet, sie brauchen diese Umgebung, auch wenn die Anpassungsfähigkeit vielleicht innert 2-3 Generationen einen Homo astronauticus hervorbringen könnte, der ohne Gravitation gut auskommt. Aber wie gesagt, in den nächsten 50 Jahren würden solche Fortschritte nicht der Masse zugute kommen.

Also sollten wir schon sorgen, dass wir mit einer Erde auskommen. Und dazu sollten gerade die "Zivilisierten" ihre Technologien gegen jeden Widerstand der Politikerkaste, der Lobbyisten und anderer Verhinderer adaptieren an ein naturschonendes und -bewahrendes Verhalten.

Fossile Brennstoffe sollten immer weniger werden. In der Schweiz sei das ja beim Heizöl schon gelungen, weil immer mehr Häuser energiebewusst isoliert werden.

Aber bei den individuellen Sünden scheint mir nicht viel zu passieren. Die Wirtschaft boomt ... und was macht diese denn eigentlich? Sie erzeugt Überflussgegenstände - wozu ich teilweise auch den Computerei und das Internet zähle.

Der Club of Rome sagt, dass ein Wirtschaftswachstum zwar durchaus erwünscht ist, damit die sozialen und ökonomischen Spannungen nicht ins Chaos führen, aber er sagt, dass dieser durchaus moderater sein kann oder gar sollte.

Ich möchte noch bis zum Ende dieses physischen Lebens in einer schönen Welt leben, einer, die für alle reicht, weil wir endlich über alle Nationen hinweg ihren Wert erkennen.

Ceterum censeo: Think globally, act locally.

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