Mattel und die Chinesen

Mattel muss schon wieder Spielzeug-Schrott zurückziehen vom Markt, weil auch in diesen Plastik-Accessoires giftiges Zeug drin ist.

Mich wundert das nicht. Den Chinesen sowas anzulasten mag zu kurz treffen. Es mag sein, dass die dort in ihrem gigantischen Wirtschaftsboom - angeheizt durch die nach Profit geifernden Europäer- oder Ami-Buden - keine Rücksicht auf Umwelt und Menschen nehmen. Es fehlt ihnen sicher noch etwas Umweltsbewusstsein, geschweige denn Menschenwürde ... kein Wunder, wenn man soviele billige Arbeitskräfte hat ... der Millionste Li, der Tausendste Yang, who cares wenn einer drauf geht?

Nur wollen die Chinesen denn überhaupt so arbeiten? Müssen die das nicht einfach, wenn die Westler zwar Arbeit und Kapital bringen, aber Leistungen nicht adäquat bezahlen wollen?

Hätte der Zulieferant für Mattel bessere Untervertragsnehmer finden können? Solche, die saubere Ware liefern? Durfte er eventuell nicht, weil Mattel finanzielle Daumenschrauben anlegte?

Hier in der Schweiz wollen auch alle nach China. Produzieren wohl nur, denn nur das ist doch interessant für die Gewinnspanne. Denn nur so kann man das West-Ost-Gefälle ausnutzen fürs eigene Portemonnaie.

Und uns als Konsument ist es meistens wohl auch egal, wie die Dinge produziert werden, die wir im alltäglichen Gebrauch beachtungslos nutzen. Ist uns doch egal, ob deren Flüsse verseucht sind, die Arbeiter stumpfsinnige Idiotenarbeit während 6x14 Stunden in unwürdiger Umgebung machen müssen.

Hmmm, die Skrupel melden sich ... und vergehen wohl sofort wieder, wenn das Spielzeug aus dem Regal für die Kids nur wenig kosten darf. Da hat das andere Schweizer Spielzeug von Pastorini oder ähnlichen dann keinen Stich, wenn es doppelt so teuer ist, dafür nach unseren Bestimmungen hergestellt wurde.

Aus China stammt wohl auch die Ursache, wieso in Japan derzeit die riesigen Numura-Quallen zur Plage werden. Wer weiss davon? Der Chinese? Nein. Der Japaner? Nein. Der Europäer? Viellecht, weil er sich gut bilder kann, wenn er will.

Es braucht das vernetzte Denken, das weite Interessensgebiet, denn nur so lassen sich wirkliche Ursachen erkennen, die dann kurzfristigen Aktionismus verhindern können. Der japanische Fischer weiss von alledem eventuell nichts, und dann drängt er auf sinnlose Behelfsmassnahmen. Ist es ihm zu verdenken? Schliesslich wird er durch die Auswirkung in China effektiv brotlos.

Nun, brotlos wird er so oder so. Würde es ihm helfen zu wissen, wieso ihm das widerfährt? Ich denke schon, denn dann nähme er sein Schicksal eventuell weniger persönlich - und kann sich gelassener nach einer neuen Arbeit umsehen. Diese Gelassenheit wird ihm dann wohl bei der Lebensumstellung gut nützen können. Es ist nur eines von ihm verlangt: Er muss sich für Zusammenhänge interessieren.

PS: Gleiches gilt natürlich auch für uns, für Leute, die ihre Arbeit verlieren aufgrund von Auswirkungen, die von ganz anderswo her kommen. Und für Unternehmer, die ihr Geschäft nur noch deshalb durchbringen können, weil es dieses wirtschaftliche Gefälle gibt. Denn eigentlich müsste man ja sonst die Arbeit, den Geschäftsbereich wechseln.

Ceterum censeo: Think globally, act locally.

Die Bundestrojaner - eine Lösung für was genau?

Wie in Deutschland will auch der Bundesrat Trojaner einsetzen, um der Kommunikation der Kriminellen auf die Schliche zu kommen. Was bedeutet das für die Guten wie wir es doch alle sind?

Als Trojaner bezeichnet man eine Software, die als etwas Sinnvolles daherkommt, im Untergrund jedoch auch noch etwas anderes macht. In der Mythologie war das trojanische Pferd ja ein Verführungsobjekt, um einmaligen Einlass zu erzielen. Die Auswirkung des Einlasses in die heimische Burg war dann allerdings sehr wohl geräuschvoll und überwältigend.

Also. Ich weiss zwar nichts Genaueres über die Bundestrojaner, aber ich denke, sie werden sich einnisten ohne dass wir es bemerken sollen. Sie sollen unbeobachtet und still im Computer die Überwachung irgendwelcher Operationen sein. Eventuell sollen sie direkt à la Netbus oder Back Orifice Daten in Echtzeit an die Behörden abliefern.

Und wie soll der Trojaner aufs System kommen? Kommen also dannzumal Mails mit "Ich liebe Dich" rein, mit einer Beilage, die eine Grusskarte beinhalte, die ich dann unbedingt öffnen müsse? Und die Antiviren-Software darf ihn dann per Gesetzesbefehl nicht mehr bemerken, selbst wenn er könnte? An wen gingen diese Trojaner dann? Wohl nicht nur an die bereits Verdächtigen, sondern auch an andere, noch unbekannte Fische, die hoffentlich in der Rasterfahndung hängen bleiben sollen. Und was passiert mit den erhobenen Daten, die sich dann nachträglich als irrelevant, weil zu einem Unschuldigen gehörend, herausstellen? Sie wurden ja analysiert, um dem Fahndungsziel zu dienen.

Dann weiss also irgendeine Gruppe von Menschen etwas oder fast alles über einen Menschen, der irgendwo im Land unbescholten mit seinem Computer arbeitet. Er wird es nie erfahren, ihm wird niemals offenbart, dass er beobachtet wurde. Und so liefert der Trojaner vielleicht ein Computerleben lang Daten an den Staat?

Da werden dann sicherlich noch einige Geschäftsmodelle interessant für die datensammelnden Behörden. Die müssen sich ja auch finanzieren - was also soll die hindern, anonymisierte Daten an MArketingfirmen zu verkaufen? Es gibt ja schon lange Profilierungsalgorithmen, die jemandem ein marktwirtschaftliches und soziales Gesicht verleihenm nur schon aufgrund der Wohnadresse. Ach ja, Microsoft könnte dann grad auch noch so nebenbei erfahren, wieviele illegale Softwaretitel installiert sind.

Denn es ist klar, bei allem, was unbemerkt erhoben wird, kann niemand wirklich der Wissensgier der Sammler entgegentreten. Während c't und andere Zeitschriften jede Update-Funktion peinlichst genau unter die Lupe nehmen, um deren Datentransfer zu beurteilen, würde das bei Bundestrojanern nicht passieren, wenn diese unentdeckt bzw. staatlich geschützt arbeiten könnten.

Wie gesagt, Geschäftsmodelle - und sei es nur für die Anwälte von Urheberrechtsverdrehern - ergäben sich schon: Wer hat vieviele MP3 und Videos auf seinen Computern? Da kann man doch mal unverbindlich eine Abmahnung hinschicken?

Die Steuerbehörden könnten ebenfalls Interesse haben daran, ob all die Gewinne von Einkäufen und Verkäufen auf Ebay etc. auch wirklich versteuert würden.

Nun, in der Schweiz hat ein Richter diese Vorgehensweise gestoppt - vorerst. Er tat dies, weil es keine Rechtsgrundlage für den Einsatz dieser Trojaner gibt. Die wäre natürlich schnell geschaffen. Und dann? Könnte er dann noch Nein sagen? Wo ist denn die Rechtsgrundlage, die das Ausspionieren auf Verdacht verböte? Ist diese da? Wird sie kommen?

Ich bin gegen das Streuen von Trojanern, weder auf die Computer noch auf die wohl viel ergiebigeren Handies. Denn ich unterstelle professionellen Bösewichten, dass sie die Computer und Handies sehr wohl überlegt einsetzen, so dass Trojaner ihnen nicht gefährlich werden können.

Ceterum censeo: Think globally, act locally.

Quo vadis, Trigami?

Ich durfte ja schon ein paar Rezensionen schreiben für Trigami. Klar, das ist ein Sackgeld-Verdienst für mich, eine Werbeplattform für Anbieter. Trigami in der Mitte. Eigentlich eine gute Idee, die Blogger als Produkt-Kritiker einzuspannen. In Deutschland ging dann grad die Empörung der Gralshüter der Blogosphere los. Das sei Meinungskaufen.

Pah, wie wenn irgendein Mensch objektiv wäre. Und gerade die, die am lautesten ihre Gärtchen verteidigen, sind die Scheinheiligsten.

Seit Anbeginn hat Trigami offenbar dem Werbenden einfach alle seine Blogger in toto angeboten. Seit einiger Zeit jedoch bietet Trigami auch die Möglichkeit an, dass der Werber die Blogger individuell ablehnen kann.

Jetzt kann ich etwas in die Heulerei der erwähnten Gralshüter einstimmen: Es ist zu beobachten, ob diese neue Möglichkeit nun doch beginnt, Trigami zu einem unkritischen Meinungsmacher des Werbenden zu machen.

Es ist Trigami natürlich nicht vorzuwerfen, Geld verdienen zu wollen, indem sie im Vergleich zu professionellen Journalisten billige Blog-Autoren zwecks Werbekampagnen Werbenden zur Verfügung stellt.

Was ich schlecht finde, ist, dass der Werbende aus den angebotenen Blogger nun diejenigen auswählen kann, die ihm an genehmsten erscheinen. So besteht die Gefahr, dass die gewählten Blogger dann reine Gefälligkeitsrezensionen abliefern. Durch Kritik oder anders auffallende Blogger können vom Werbenden prophylaktisch ausgeschlossen werden.

Wie gesagt, Trigamis Entschluss ist positiv für ihr Business, bringt ihnen wohl mehr mögliche Kunden, eventuell auch solche, die wenig kritikfähig oder sehr empfindlich sind.

Meines Erachtens ist dies aber schlechter für die "Objektivität", den kritischen oder hinterfragenden Blick auf rezensierte Artikel oder Dienste.

Es ist Lesern von Trigami-gesponserten Artikeln nun halt noch mehr Distanz anzuraten. Die Meinungsvielfalt könnte künftig leiden.

Ich finde das schade, aber Remo von Trigami meinte, dass das nun so bleibe. Ich hatte ihm vorgeschlagen, dass Trigami durchaus eine Bewertung ihrer Blogger intern machen soll - nach welchen Kriterien auch immer -, aber dass sie die Blogger dem Werbenden nur im Plenum anbieten, nicht als Auswahlsendung der dem Werbenden genehmsten Blogger.

Klar, die Blogger kriegen ja eine Aufforderung, sich um eine Rezension zu bewerben - sie könnten also so oder so etwas schreiben über das beworbene Ding, denn schliesslich kann jeder Trigami-Blogger die Aufgabenstellung lesen. Nur Honorar gibt's dann natürlich nicht, wenn der Werbende einen nicht will.

Das Honorar ist gar nicht so wichtig, aber wenn eine kritische Stimme nicht gewollt wird, wird auch ein eventuell dennoch entstandener Blog-Eintrag nicht bemerkt, weil der eben nicht über Trigami verlinkt wird mit den anderen, genehmen Blogs. In diesem Sinne resultiert doch eine Sprachrohr-Verlängerung durch Trigami.

Wir werden ja sehen, wie sich das entwickelt. Ich bin gespannt.

Bore Out Syndrom - Feedback - Tips

Interessant und sehr erfreulich für mich ist, dass zu meinem Blog-Eintrag Jetzt-hat-das-Ding-einen-Namen-BoreOutSyndrom doch einige Kommentare privat an mich gelangten. Es ist also schon so, wie die "Entdecker" dieses Phänomens wohl auch dachten, dass es viel, viel verbreiterter ist, als wir wohl denken.

Ich danke allen, die mir in einigen Zeilen ihre Situation schilderten.

Da gibt es Leute, die sehr stark leiden unter ihrer Job-Situation. Leute, die mir schreiben, dass sie in der Regel ab 14h00 darauf warten, dass der Tag vorüber gehe, weil sie so unterfordert sind.

Nun, den Job zu wechseln, das steht jedem offen. Es gibt wohl wirklich nie nur eine Möglichkeit. Die Unterforderung des einen ist nicht dem Job, den Vorgesetzten etc. anzulasten.

Vielleicht erledigt man die Arbeit auch eher im Stile eines Autisten statt eines Mitarbeiters, der eine regen Kommunikation zu seinen Arbeitsgenossen pflegt? Ist wirklich die Arbeit das Ermüdende oder die Umgebung?

Es ist die eigene Einstellung, die zu hinterfragen ist: Was tue ich, um meinen Job interessant zu machen? Welche noch nie begangenen Wege könnte ich meinen Vorgesetzten anbieten? Welche Kooperationen, welche Verbesserungen könnte ich mit meinen Mitarbeitern realisieren wollen? Bin ich nur zu faul oder zu mutlos, um den Job zu verlassen und mich der Neuorientation zu stellen? Lieber das goldene Käfig als den rauhen Wind im Gesicht?

Die innere Kündigung, die Isolation, die Resignation sind innere geistige Zustände, die sich im äusseren darstellen in der Form der Langeweile, der zähen Arbeit, der freudlosen Mitarbeiter, der inkompetenten Vorgesetzten.

Wer sich bewusst geworden ist, dass er sich nicht mehr ausgefüllt fühlt, der kann daher keinem äusseren Umstand mehr die Verschuldung der eigenen Lage zuweisen.

Gerade in diesem Bereich gibt es viele Möglichkeiten zur Schüpfung neuer Motivation. Gerne bin ich dabei mit Rat und neuen Blickwinkeln behilflich.

Der Cannabis-Wahnsinn

In Schaffhausen wurde eine Frau verurteilt, gegen das BTMG (Betäubungsmittelgesetz) verstossen zu haben. Aber nicht, weil sie gekifft oder gedealt hätte, nein, weil sie Hanftropfen herstellte, die sie MS- und anderen Patienten verkaufte.

Zur Unterstützung der Angeklagten sind einige MS-Patienten in ihren Rollstühlen erschienen, um den Worten der Frau Gewicht zu verschaffen.

Cannabis hat drei Hauptstoffe, von denen THC derjenige ist, der halluzinogene Wirkung hat. Der Stoff Cannabinol ist derjenige, der die entspannende Wirkung auf Muskeln hat.

Wegen letzterem ist Cannabis wertvoll für diejenigen, die Erkrankungen in Muskeln haben. Deshalb wird es von MS- und anderen, von ähnlichen Krankheitsbildern geplagten Patienten eingenommen.

In der Schweiz gehört das Verteilen von Cannabis zum Verbotenen, das Einnehmen jedoch nicht. Diese schizophrene Haltung gibt es in der Gesetzgebung der Schweiz noch öfters. Ein Schelm wäre, wer hier denkt, dass man damit versteckte, im heimlichen agierende Profiteure schützen will, indem man den Markt, die Nachfrage unangetastet lässt. Und wie die Leute zum Stoff kommen sollen? Deren Problem. Es ist natürlich klar, dass sich so ein Markt beibehalten lässt, der wegen seiner Illegalität mit Hochpreisen handeln kann, d.h. die Produzenten können sich dumm und dämlich verdienen.

Das soll aber nicht das Thema sein. Oder doch? Es gibt eine künstlich hergestellte THC-Medikamentation, die pro Monat und Patient mehrere Tausend Franken kostet. Dagegen wäre Cannabis mit CHF 50.- praktisch geschenkt. Wird hier also wieder ein Markt protektioniert, nämlich den der Chemie-Giganten?

Doch wieder zurück: Das Gericht hat nun also für das Papier entschieden und gegen Menschen. Einer der Patienten sagte enttäuscht im Ausgang "Ich warte nur noch auf die Hexenverbrennung". Eine andere sagte "Die Gesetze seien doch für den Menschen da, nicht die Menschen für die Gesetze".

Ist es nicht erbärmlich, dass das anrüchige BTM-Gesetz nach wie vor gegen die Menschen angewandt wird? Wohlgemerkt Menschen, die nicht konsumieren um abzuheben, sondern denen einige Wirkstoffe das Leben erleichtern.

Würde Alkohol gegen deren Schmerzen helfen, würde kein Mensch einen Ton dazu verlieren. Weil Alkohol halt als Gentleman-Droge gilt. Und die Gesetzgebung unterstützt in vielen Bereichen nach wie vor diese scheinheilige, willkürliche Unterteilung.

Beide, Alkohol und Cannabis haben eine Jahrhunderte wenn nicht Jahrtausende alte Geschichte. Wie kam es, dass Alkohol sanktioniert ist, wo dessen Missbrauch gravierendere Auswirkugnen auf Umgebung und Mitmenschen hat als Cannabis?

Das Gericht entschied sich also, eine menschenfeindliche Haltung einzunehmen.

Es ist Zeit, dass solcher Schwachsinn endlich in die Kiste der Geschichte der Peinlichkeiten verstaut wird.

Selbst wenn THC langfristige, negative Wirkungen haben kann, sollte es nicht denjenigen überlassen sein zu entscheiden, denen die kurzfristigen wohltuenden Wirkungen das Leben erleichtern? Schliesslich hat fast jedes künstliche Medikament aus der Küche der Chemischen auch teilweise drastische Nebenwirkungen.

Ich kenne aus sehr naher persönlicher Erfahrung Menschen, die Cannabis genau so nutzen, wie diejenigen, die die Angeklagte begleiteten und für sie einstanden.

So bleiben also die dennoch Cannabis benötigenden und sich auch offenbar beschaffenden Patienten übrig, die Leute bitten müssen, ihnen den Stoff zu beschaffen, wissend, dass sie jene in die Kriminalität nötigen.

Niemand braucht solche Gesetze.

Aus Schaden werde man klug ... Griechenland? Und wir?

Feuer ist die Kraft der Erneuerung, denn es vernichtet, scheinbar, und erlaubt den neuen Aufbau. Wovon auch immer. Griechenland, das störrische Land im Süden der EU (in Anlehnung an Asterix). Ein Land, das keine Kataster kenne, das die Natur nur als Ablagehalde empfinde ... so wurde es gesagt im TV und Radio.

Gerade dort schlägt ein Effekt des Klimawandels zu, die Hitze. Feuerteufel mögen nachgeholfen haben - gerade weil sie auf den Neuaufbau hoffen, auf den in ihrem Sinne -, aber ohne diese Hitze hätte ihr Werk nicht diese Macht erhalten.

Nun brennt also das Feuer dieses Land nieder. Im Nachhinein wird eine Zahl bekannt werden, was es koste, die Schäden zu beheben. Es mögen ein paar Dutzend oder Hunderte Millionen sein, egal. Man kann mit Geld ja nichts ungeschehen machen. Lernen die was da? Es ist zu hoffen, aber nicht zu erwarten.

Griechenland machte in der Vergangenheit immer wieder dann in der Presse Furore, wenn sie wieder mal in Athen im Smog fast erstickten. Scheint die richtigen getroffen zu haben? Haben die was kapiert?

Zynisch? Von mir aus. Was können wir daraus lernen? Tja, in der Schweiz dürfen wir sicher lernen, dass die Hänge instabil werden, dass Häuser am Fusse eines Felsens nicht mehr bombensicher da stehen, sondern Gefahr laufen, von losbröckelnden Felsteilen plattgemacht oder von von Dauerregen aufgelösten Abhängen unter einer Schlammlawine begraben zu werden.

Lernen wir was? Naja, ich denke schon, jeder für sich - und wohl erst wirklich dann, wenn's ans Portemonnaie geht. Auch dann noch, wenn er/sie ein Häuschen an schöner Hanglage ergattern könnte? Keine Ahnung.

Ich hoffe, dass in allen Ländern endlich die Regulative der Natur gewürdigt und beachtet werden. Die Natur (oder diese Erde) ist das grosse System, die Menschheit ein integriertes Teilsystem. Wenn die Menschheit ausartet oder übertreibt, reagiert das grosse System - nicht gnadenlos oder brutal - Adjektive, die immer im Zusammenhang mit Naturkatastropfhen erscheinen -, sondern ganz neutral. Die Störungen müssen ausgeglichen werden - das Teilsystem wird dabei halt recht durchgeschüttelt bis eventuell temporär ausser Kraft gesetzt. Eine ganz natürliche Sache.

Wie ein Freund von mir sagte: Was wir aus der Geschichte lernen, ist, dass wir nichts aus der Geschichte lernen. Ist dies die realistische(re) Wahrheit?

Ceterum censeo: Think globally, act locally.

Das Wohnmobil, die optimale Ferienvariante?

Als ich in der Grossregion Berlins war, hat sich bei mir endlich geklärt, wie ich in der näheren Zukunft Ferien machen möchte. Ich bin ja an sich passionierter Cabriolet-Fahrer, der gerne das Land erforscht, indem er einfach der Nase nach und ohne Zeitdruck durch die Gegend fährt.

Was auch gut kommt seit Erfindung der GPS-Systeme, ist die Zielplanung unter Auslassng der Autobahnen. So lernt man auch Gegenden kennen, die man bisher oft nur um- oder durchfuhr. Wer einen guten Orientierungssinn hat, braucht natürlich auch kein GPS, doch wenn die Gegend gross ist, finde ich es schon schön, dass der Rechenknecht ohne Murren jederzeit einen neuen Zielweg berechnet, weil ich seine letzte Offerte gnadenlos ignoriere.

Das Kartenmaterial sollte allerdings aktuell sein. Als ich im Osten Deutschlands hoch nach Rügen fuhr, wusste mein System oft nur zu berichten "Sie befinden sich auf nicht befahrbarem Gelände". Dabei fuhr ich auf einer schönen, neuen Autobahn ... klar, ich war mir dessen bewusst, dass mich die Euro 120 reuten, die ein Kartenupdate kosten würden für mein Saugnapf-GPS.

Wie auch immer, was mich limitierte an den Ausflügen, waren halt die Übernachtungen. Mein Auto ist nicht gerade bequem für einen guten und gesunden Schlaf. Also denke ich, dass für meine Art des Erkundens das Wohnmobil eigentlich das passende Fahrzeug ist.

Vor allem, wenn man wie ich in Meerhäfen beim Anblick grosser Schiffe und Fähren jedesmal das fast unzähmbare Verlangen spüre, einfach mitzufahren, das Auto einzustellen und mir an der Reeling den salzigen Wind in die Kleider rauschen zu lassen, scheiss drauf, was für Termine ich zuhause hätte ...

Ich habe noch überhaupt keine Erfahrugen mit Wohnmobilen. Ich merke nur, dass es eben genau das richtige ist, wenn man nun doch zu weit zu ziellos herumfährt.

Ich finde es attraktiv in der Vorstellung, an einem schönen Platz einfach bleiben, den Abend ohne Hast und Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit verbringen zu können. Ich bin ja sehr naturverbunden und mag es eigentlich nicht, in Kernzonen von Städten sein zu müssen, lieber etwas ausserhalb. Etwas gelassener, etwas grüner.

Vorderhand bin ich alleine, der für die nächsten Ferien plant. Zwar möchte ich gerne zu zweit reisen, einfach für den Austausch der Eindrücke und für die Gemeinsamkeit ähnlicher Erfahrungswünsche, aber diese Person ist noch nicht erschienen.

Deshalb fruee ich mich, wenn Ihr, die Ihr vielleicht schon viel Erfahrungen mit Wohnmobil, Mobile Home Ferien gemacht habt, mir einige wichtige Insider-Tips rund um dieses Thema anbieten würdet. The Dos and Donts.

Mein Zielgebiet ist für die nächsten Ferien der Norden, also Norddeutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, eventuell auch Polen oder Weissrussland.

Auch hierzu danke ich für Tips, die mich die üblichen Fettnäpfchen oder Fehler vermeiden lassen. Schliesslich gibt es ja fast nichts Wertvolleres als Erfahrungen und deren Austausch.

Ode an die Nacht - oder wieso ich sie so liebe

Beobachter der Erstellungsdaten meiner Blogeinträge haben es sicher schon bemerkt: Ich bin ein Nachtmensch. Wenn ich keine fixen Termine habe, ist mein Tag erst um ca. 3 bis 4 Uhr fertig.

Oftmals endet er so wie heute nacht: Der Mond ist fast voll und ich fahre noch was in der lauen Nacht herum. Über Nebenstrassen, wenn möglich an Stellen, wo die Lichtverschmutzung am geringsten ist, damit ich was von den Sternen habe, die ich aus dem offenen Wagen heraus an ruhigen Stellen stehend beobachte. Ich stelle dann den Sitz flach nach hinten und dann kann ich schön auf Sternschnuppern warten.

In der Ruhe der Nacht ist es nicht nur reain akustisch ruhig, auch im "geistigen Äther" ist es ruhig, die meisten Menschen schlafen dann ja, ihre Denkapparate sind also im Leerlauf. Das merkt man, wenig aktive Störsender.

Arbeiten aller Art, gerade solche, die Konzentration verlangen, sind leichter machbar in der Nacht.

Die Nacht hat gerade in der Natur draussen für Sehende etwas Mystisches, denn der Sehsinn verliert seine Macht. Geräusche, leise Töne sind massgebend. Vermutungen über deren Ursprung jagen durchs Gehirn, möglicherweise kommen Erinnerungen der Kindheit beim Schlafengehen ohne Licht in den Sinn. Der Verstand hat mal Pause. Zumindest mir ergeht es so. Gerüche werden ebenfalls verstärkt wahrgenommen, wohl weil in der Nacht automatisch der Sehsinn kompensiert wird, um sich scheinbar sicher zu fühlen. Ich fühle mich zwar tatsächlich manchmal etwas unsicher, jedoch immer sehr wohl in der Nacht, sowohl drinnen, wie auch draussen.

Eine Fahrt über einen Pass in der Nacht, mit oder ohne Mondlicht, langsam im offenen Wagen ist etwas Wunderbares. Wenn der Mond den ewigen Schnee der Bergspitzen zum Leuchten bringt, das Gelände jedoch im Dunklen versinkt, fühle ich mich schon sehr aufgehoben.

Es ist auch eine meditative Erfahrung, die man selten mit anderen teilen kann. Bisher hatte ich eigentlich nur eine Partnerin, der das auch gefiel, wo das gemeinsame Still-Sein realisierbar war. Solche Spontanausflüge machten wir öfters, und sie waren für beide von uns ein Genuss.

Was auch empfehlenswert ist an heissen Tagen: So um 3 oder 4 Uhr morgens im See zu baden. Das mache ich jeweils dann, wenn es wirklich warme Nächte hat. Ich paddle da im Wasser rum und achte auf Geräusche, die am Tag nicht mal hörbar wären - und habe Schiss vor Schlingpflanzen, die mich gierig runterziehen könnten ... :-)

Ich lasse meinen Körper richtig auskühlen, so dass mir langsam kalt wird. Dann kehr in nach Hause zurück und kann wunderbar einschlafen.

Eine schöne Erfahrung, so eine ruhige Nacht, egal ob im Sommer oder im Winter. Ich bevorzuge die im Winter, aber nur, wenn's Schnee hat ... :-)

Wohnungsfindung ist schon schwer - Entscheiden noch viel mehr

So, mein Berlin Trip ist vorbei. Die Heimreise gut überlebt, inklusive Abstecher nach Rügen und Stettin. Die kurze Fahrt nach Stettin hat fast mein Auto ruiniert, mehr hab ich des Regens wegen nicht aufnehmen können. Rügen hat mir sehr gefallen, überhaupt Ostdeutschland und das viele Wasser in Form von Flüssen und Teichen. Ich mag die Weite, den Platz, den wir in der Schweiz so nicht haben.

Berlin ist natürlich immer eine Reise wert, es ist meine Lieblingsstadt in Deutschland. Ich mag die grünen Quartiere, die Vielfalt, die Alleen. Gerade diese überall präsenten Alleen, auch in Brandenburg, haben es mir schon angetan, erst recht, da ich sie innerhalb einer Stadt, eben Berlin, geniessen durfte. Auch die vielen Wasserstrassen, die Havel, die Spree, all das Wasser durch die Stadt. Dies gefällt mir, der am Zürichsee aufgewachsen ist und in Schulzeiten oft als Wasserratte bezeichnet wurde.

Zuhause hatte ich eine Sache zu erledigen, die eine ganz spontane Entstehung hatte. Einen Tag vor meiner Abreise nach Berlin fand ich zufällig nach dem Besuch eines eventuellen Wohnhäuschens eine Tafel am Wegrand, auf der eine Wohnung ausgeschrieben war. Ich folgte der spontan und fand auf einem Bauernhof eine tolle Wohnug vor.

Es war ein Treffer, fast alles war perfekt so wie ich es mir wünschte, naja, zwei bis vier Dinge waren nicht so, wie ich es wünschte, aber hey, die Waagschale auf der Haben-Wollen-Seite war schon enorm tief unten. Dennoch, ich wollte nicht sofort ja sagen, denn auch wenn das Gefühl sofort eingehakt hat, der Verstand wird von mir auch beachtet. Der kommt in solchen Fällen bei mir immer verspätet. Also sagte ich an, dass ich zwei Wochen lang nach Berlin müsse und danach mich melde. Der Bauer meinte, kein Problem, er würde sich ebenfalls nicht jetzt entscheiden und zudem müsste er seine Frau ebenfalls zu Rate ziehen.

Also ging ich nach Berlin und dort hatte ich keine Gedanken daran. Nach der Rückkehr beschäftigte ich mich wieder damit und rang mich eigentlich innert eines Tages durch, mich definitiv für die Wohnung anzumelden. Klar, der Verstand brauchte noch ein paar Daten wie z.B. die dortige Steuersituation, die Absegnung der höheren Miete, etc. etc.

Als ich anrief, nahm die Bäuerin ab und offenbarte mir, dass sie sich während meiner zweiten Berlinwoche für jemand anderen entschieden hätten. Das hat mich schon etwas geschafft, da ich eigentlich nicht erwartet hätte, dass sie sich ohne Rückfrage bei mir entschieden, schliesslich hatte ich meine zwei Wochen off angesagt. Und ich war sicher, dass meine Euphorie für die Wohnung beim Bauern angekommen war.

Diese Enttäuschung ist nun schon ein paar Tage her. Ich haderte einige wenige Stunden damit, dann hatte ich es akzeptiert. Ich lasse es sein, denn ich weiss nicht, ob es gut gekommen wäre. Deshalb entscheide ich mich eben nie völlig kopflos. Die Waagschale des Positiven war schon sehr weit unten, doch der Verstand mahnte eben damals schon an, dass da noch ein paar Dinge zu klären wären, die die emotionale Euphorie unter den Teppich kehren wollte.

Heute sehe ich es bereits mit viel Abstand. Ich weiss nicht, wie es geworden wäre, denn es ist nun vorbei. Der Verstand kann seine Bedenken nicht verifizieren und die Emotion war enttäuscht und ist nun verflogen. Es ist nun neutral.

Wenn ich mich zu 100% hätte dafür aussprechen können oder wollen, dann hätte ich meine Entscheidung sofort treffen und dem Bauern klarer machen müssen, dass ich sofort zusage. Oder ich hätte von Berlin aus anrufen können. Dass ich das nicht tat, war mir schon in Berlin Fingerzeig genug, dass die Bedenken des Verstandes wohl die Balance der Waage zuungusten der Euphorie ausgependelt hätte.

Entscheiden ist halt oftmals schwer - das erfahre ich auch oft von Klienten. Ich schätze mich ja als schnellen Entscheider ein, aber hier hatte es doch nicht gereicht - wer weiss, vielleicht zu meinem Besten.

Nun bin ich also wieder offen für neue Chancen, die Wohnung oder das alleinstehende Haus auf dem Land zu finden, in der Natur, am Waldrand oder am Gewässer. Ich bin gespannt, wie es kommen wird.

Nichts ist wirklich verlässlich planbar in der EDV

Man kann machen, was man will, etwas geht immer irgendwie anders als es sollte. Und man kann nichts dagegen tun, es ist einfach so. Seltsam.

Da ich diese und nächste Woche in Berlin, genauer Liebenberg, bin, hatte ich unseren Geschäfts-Webserver auf Herz und Nieren geprüft, die Maschine lief wunderbar, so, wie sie es seit 15 Monaten tat. 2 Disks mussten gewechselt werden, aber das beeinträchtigte den Service nicht. Damit das so ist, wurde ja auch ein Profigerät gekauft mit Wartungsoptionen. Also nicht mal da, wo die Disks ausfielen, merkte der Service-Benutzer etwas. Es erzeugte nur Arbeit und etwas Hektik für mich. Also alles in bester Ordnung aus der Sicht des Service.

So fuhr ich also am Samstag nach Berlin. Bei der Hotelbuchung wurde mir zugesagt, dass ich dort WLAN oder LAN Zugriff für meinen Laptop habe. Somit wusste ich, wenn irgendwas ist, kann ich ja locker mit dem Laptop auf dem Server nachschauen.

Eigentlich also fühlte ich mich sicher und konnte die Anreise gelassen erledigen. Meine Vorbereitungen waren gut, ich war zuversichtlich, dass sicher nichts passiert während des Seminars, denn ich bin nicht für Ferien hier.

Als ich ankam und den Laptop hochfuhr, schon mal die erste Irritation: Was denn, google.ch geht, aber google.de nicht? google.com auch nicht? Meine Geschäftswebsites sind .com und .net, diese hier eine .biz. Nichts davon ging. Also den Hotelsupport fragen. "Tja wir haben das alles ganz neu und der Lieferant hätte irgendein Teil noch nicht geliefert." Merkwürdig, denn einige Domains funktionierten ja.

Nicht weiter schlimm, die sagten ja an, dass das Gerät bis Mitte Woche da sei. Denkste. Ich benutzte mein altes GPRS-Funkmodem im Laptop und checkte meine Mail. Das ging zwar stinklangsam, aber ich entdeckte schon genug früh, dass offenbar der Server stehengeblieben ist. Feuer im Dach!

Ich konnte also wegen des fehlenden Gerätes nicht auf dem Server nachschauen, weil ja die Domain nicht mal gefunden wurde. Ich konnte also platt nichts machen. Einfach nichts.

Mein einziger technisch versierter und mit unserem Setup vertrauter Partner war idealerweise weder per SMS, IM noch Telefon zu erreichen, weil er wohl grad von Südafrika in die Schweiz flog.

Das einzige, was ich nun tun konnte, war über das GPRS-Modem nach dem Rechten zu sehen. Das ging zum Glück, war jedoch nochmals eine Qual, weil die Bytes im Sekundentakt eintrafen - und so eine Computerfernsteuerung, auch wemn es ein Top-Produkt ist - schauffelt halt gerne viel über die Leitung.

Ich entdeckte eigentlich gar nichts Abartiges auf dem Server. Ausser, dass halt der Web-Server nicht anwortete, obwohl er als laufend markiert war.

Die Langsamkeit der GPRS-Übertragung machte mich nun fast närrisch, denn ich musste ja nun suchen gehen, was denn los sein könnte, oder ob ich den Server grad neu starten solle.

Natürlich habe ich dann auch auf dem Server immer wieder getestet, ob ich mit dem Browser unseren Service abrufen konnte. Zunächst blieb auch der blank. Dann, ohne dass ich gewusst oder bewusst bemerkt hätte wieso, kam der Service zur Anzeige und alles lief, wie wenn gar nichts passiert wäre. Der Unterbruch war aber da, und er dauerte fast 2 Stunden, was die Logbücher danach belegten.

Es fand sich ebenfalls nichts in den üblichen Protokollen. Der Server hatte einfach 2 Stunden lang nicht arbeiten wollen. Erst, als ich mit der Fernsteuerung auf ihm rumfuhrwerkte, geneigte sich der Server den Betrieb wieder aufzunehmen. Was seinen Meinungsumschwung hervorrief, ist mir bis jetzt nicht klar. Aber ich danke ihm, dass er mich in Berlin nicht verhungern liess.

Man kann einfach nicht sicher sein, in der EDV-Branche. Computer sind halt auch nur Menschen ...

Nun scheint alles wieder so zu funktionieren, wie es die letzten 15 Monate auch war. Darüber bin ich sehr froh. Denn ob ich nur der Technik wegen mein Seminar geschmissen hätte, das war noch nicht raus ...

Das Seltsame blieb jedoch, dass es einfach genau an meinem ersten Seminartag passieren musste. Wieso, weiss keiner. Dass es glimpflich ablief, dafür bin ich den Gigahertz-Geistern sehr dankbar ...

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