Nicht gibt's nicht - für den Geist

Unsere Welt ist voll von Euphemismen. Es ist uns nur nicht bewusst. Oder immer weniger. Es darf klar sein, zu Beginn oder zur Einführung eines solchen Begriffes ist es uns bewusst, dass wir mit der Nutzung eines solchen Begriffes etwas ausblenden wollen. Dieses Etwas ist das, was wir nicht (sagen) wollen, was uns nicht gefällt.

Da der Geist ein Erfolmgsmechanismus ist, wird er diesen Wunsch nach Unterdrückung trainieren, und so versinkt mit der Zeit das zu Unterdrückende tatsächlich unter der Wahrnehmungsschwelle des Ich.

Das Unerwünschte ist natürlich immer noch da, nur das Ich findet es nicht mehr. Zu esoterisch? Wie steht es denn mit diesen altäglichen Begriffen?

"Nicht schlecht", "nicht gut", "aber", "ich will nicht ...", "so ist es nicht", "ich höre zu", "ich bin aufgeschlossen", "ich weiss", "ich versuche es", "ich verspreche", "Gewinnwarnung", "Kollateralschaden", "Klimawandel", "Migrationshintergrund", "Ich bin doch nicht blöd" etc.

Ich mache jeweils das Spiel in Kursen: Ich fordere die Anwesenden auf, sich und ihre Gedankenvorgänge zu beobachten bei den zwei folgenden Fragen: "Bitte stelle dir einen Elefanten vor". Dann frage ich ein paar Leute nach dem Bildern, die kamen. Es geht mir dabei darum, dass sie bemerken, wie schnell das Unterbewusstsein Material liefert - und das nota bene bei jedem Reiz, jederzeit und überall, nicht nur bei dieser Frage. Was es liefert, das ist eine andere Geschichte und fast immer individuell.

Dann stelle ich die Frage: "Bitte stelle dir keinen Elefanten vor".

Bei den wachen Personen macht es dann gelegentlich "klick" und eine Erkenntniskette beginnt zu Laufen ... schon mal gut in so einem emotionsfreien Beispiel. Ob die Ichs etwas daraus nehmen und für ihre eigene Zukunft realisieren wollen, ist dann wieder die Sache des Ichs. Vorderhand.

Klimawandel und moderner Ablasshandel?

Nun kann man zum Beispiel auf www.co2ol.de sein Gewissen beruhigen, wenn man CO2-intensive Dinge erleben möchte - sprich jeder Flug gehört da natürlich dazu. Man spendet Geld für irgendein Umwelt-Projekt und nimmt sich dann raus, den Flug halt doch zu machen.

Obwohl eigentlich nur nicht Gemachtes für den einzelnen bedeuten würde, dass er seine Wünsche einem anderen Ziel untergeordnet hätte.

Ablasshandel also. Man zahlt und egoisiert weiter. Ist das schlimm? Nun, meiner Meinung nach ist es das nicht, wenn, tja, wenn das Geld wirklich in einem Aufforstungs-, einem Forschungs-, Ausbildungs-, Sozialhilfe-Projekt ankommt. Wenn das Geld anderswo auf der Welt Menschen abhält, aus reiner Überlebensstrategie Urwald abzuholzen, abzufackeln, dann dürte es gut angelegtes Geld sein. Nur, wer garantiert das?

Sind's wohl wieder mal die Hilfswerke und die anderen üblichen Verdächtigen. Ok. Greenpeace und WWF, die Grossen, und viele andere. Wenn es wirklich da ankommt, bei den Menschen in der sog. Dritten Welt, dass die ihr ihnen möglicherweise sehr wohl bewusstes, schädliches Handeln aus Überlebensstrategie unterlassen können, dann sofort hin mit dem Ablassgeld. Ist ja in dem Fall "nur" Entwicklungshilfe. Da flösse wohl weniger Geld, aber jetzt wird's wohl so kommen: Der Fahrer des dicken Hummers entlädt sich moralischer Bedenken und sendet ein haar Hundert oder Tausend Euro irgendwohin. Gut, wäre es "nur" Entwicklungshilfe, täte er es nicht. In diesem Sinne, dieser Ablasshandel soll sehr wohl von den Reichen ausufernd benutzt werden.

Ich hoffe, dass zwei Dinge im Bewusstsein behalten werden: Der Sinn der Massnahme darf auch mittelfristig vor zu erwartender Routine nicht vergessen gehen. Und die Geldflüsse müssten kontrollierbar sein. Denn es ist wohl klar, wenn die westliche Welt beginnt, im grossen Rahmen CO2-Kontingente zu handeln, kommen riesige Beträge zusammen. Es wäre wohl das erste Mal, wenn dieses Geld wirklich bei den erwähnten Menschen einträfe. Auch hier wohl wie Entwicklungshilfe.

Ich finde, das Geld dieses Handels sollte hier eingesetzt werden, in unseren Ländern. Auch hier gibt es viel Unwissenheit, aber auch sehr viele mögliche Projekte, die heute nur nicht zustande kommen, weil es nicht finanzierbar ist. Schliessilch müssen auch die wohlwollendsten Idealisten das Leben ihres Körpers finanzieren. Und das ist teuer hierzulande.

Wieso also nicht mal die paar Hundert Euro einem Biobauer schenken, der seinen Traktor auf Rapsöl umbaut? Der Firma Kompogas, oder an jemand anderen, wirklich Innovativen? Einem Hausbesitzer, der das Haus isoliert, die Solarpanels raufwuchtet, das Flachdach mit Rasen begrünt, ein Erdhaus baut. Hier möchte ich auch Fortschritte sehen, nicht nur hören und glauben müssen, dass www.co2ol.de das Geld wirklich am richtigen Ort wieder fliessen lässt.

Ich nähme das Geld auch gerne, denn ich würde mir damit einen Toyota Prius leisten, ein Hybridauto. Ich habe zwar ein Auto zur Nutzung und ich möchte es auch behalten, doch ein Hybridauto, das möchte ich schon lange. Kleine Schritte halt, doch machbar. Denn warten auf die Politik, das ist halt die beliebte St.Florians Geschichte.

Ablasshandel hin oder her. Geld bewegt und diese Energieform darf durchaus fliessen - zu unser aller Vorteil.

Superschlanke Models - weil die Designer schwul sind?

Da war doch noch dies: Die Modell-Agenturen der Amerikaner konnten sich nicht zu einem Bann gegen die Laufstegmodelle mit Body-Mass-Index unter 18 oder so durchringen - es sei nicht ihr Bereich, nicht ihre Pflicht, den Designern vorzuschreiben, für welche Bodies sie Mode schneidern.

Da fiel mir der Spruch eines Freundes ein, der damals so treffen(?) seine an mich gerichtete Frage grad selbst beantwortete: "Weisst Du, wieso die Modemodelle so dünn und flach sind? Weil die meisten Modedesigner alle schwul sind und eigentlich lieber Knaben laufen lassen würden statt Mädchen."

Wenn's so ist, klingt's sogar noch logisch. Und erklärt ja auch grad, wieso niemand das Zeug tragen kann ...

Unausgeglichenheit

Im Geschäftsleben muss man sich ja schon oft zusammennehmen. Heute musste ich eine Mail beantworten, in der ganz offensichtlich jemand über uns an einen Geschäftspartner schrieb.

In der Firma, in der ich auch mitwirke, stellen wir Abrechnungen aus, die einen Standardpassus haben. Wir nehmen mit unserem Service Geld ein, das wir nach Abrechnung an unsere Kunden auszahlen. Diese Abrechnung hat den Abschlusssatz, dass sie innert 5 Arbeitstagen bestätigt werden muss. Im normalen Geschäftsleben weiss man an sich, was eine Klausel ist, dass man auch ohne Probleme mit dem Gegenüber Verlängerungen finden kann, andere Vorgehensweisen halt.

Statt dass wir nun von diesem Menschen direkt die Anfrage nach Verlängerung erhalten hätten, beklagt der sich bei seinem Geschäftspartner und lästert über uns. Der Geschäftspartner hat uns diese Mail einfach weitergeleitet - was ja auch schon einiges zu deuten liesse.

Wie auch immer. Diese Person, mit der wir ja direkt zu tun haben, hatte also nicht den Mut, oder was auch immer, uns nach Änderungen der Modalitäten zu fragen. Aber über uns ablästern bei anderen, das kann er.

Ich persönlich möchte solche Dinge eigentlich gar nicht erst erfahren, denn sie lassen mich fast wieder mal verzweifeln an der Unfähigkeit, eigene emotionale Situationen zu erkennen und auszugleichen. Ich würde ihnen sagen wollen "Gefällt es dir, so mit anderen umzugehen? Bringt dich das weiter, erst recht, wenn andere es weiterleiten?". Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Mensch das tun will. Er bemerkt doch (in wachen Minuten), dass es nachteilig ist für den Umgang mit seinen direkten Gegenübern.

Als Martin habe ich damit oft immer noch Mühe, als Bewusstseinstrainer ist das eine andere Sache. Als Martin überlege ich mir auch, soll ich nun reagieren, soll ich mich aufregen, soll ich ihn abwerten. Als Bewusstseinstrainer sieht Martin das natürlich anders, neutraler. Und der sagt dem Martin, dass er sich überlegen soll, was es ihm bringe, wenn er sich denn aufrege. Ob er sich nicht schon selbst so benommen habe, wie diese Person. Und - oh Wunder - natürlich hat sich Martin auch schon so benommen. Heute erlaubt er sich das allermeistens nicht mehr. Aber er weiss auch, dass es nicht von heute auf morgen kam, diese Ausgelichenheit. Dass er kräftig üben musste und immer noch muss, die überfallartigen emotionalen Schübe auslaufen zu lassen.

So nützt diese Mail hauptsächlich Martin, dass er erkennen kann, dass es ihn immer noch erwischen kann, wenn andere Leute Zeug erzählen, was ihm nicht passt. Wie wenn das geschriebene Wort einen Menschen in Stein meisseln würde ... und ich tatsächlich keine Launen mehr hätte. Der Bewusstseinstrainer lacht über Martin. Und dass Lachen ansteckt, weiss zum Glück auch jeder.

Dass ich hier drüber geschrieben habe, half also am meisten dem Martin. Dem der Bewusstseinstrainer wie jedem anderen auch mal sagte, "schreibe einfach nieder, was dich bewegt. Es wird in den meisten Fällen wenigstens weg aus dem Pol in die Mitte führen, in der wieder Abstand einkehrt.". Wie recht ich doch hatte ... :-)

Des Menschen stärkste Fähigkeit, die Ignoranz

Heute ist er rausgekommen, der Umweltbericht des Weltklimarates. Und er zeigt nun auch für den Widerspenstigsten auf, dass es keinen Zweifel mehr gibt über die Ursache der Klimaveränderung. Hoffentlich - und endlich.

In meinen früheren, umweltschützerisch militanteren Tagen schrieb ich einiges darüber - weil ich mich aufregte über des Menschen grösste Fähigkeit: Das Ignorieren von Fakten, die mit einhergehenden logischen Überlegungen eigentlich zu klaren Handlungen führen müssten.

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Haus-Suche

Heute war ich in der Nähe auf dem Land eine neue mögliche Wohngelegenheit inspizieren. Nachdem ich mit dem Vermieter etwa 5 Telefongespräche mit jeweils vertagendem Ausgang gehabt hatte, dachte ich schon, na, wenn das nichts bedeutet ...

Heute hat es also geklappt, ich fuhr dort vor und traf einen Mann, der mit sein Haus mal in der üblichen Art vorführte. Zuoberst hatte er den Dachstock des über 120-jährigen Hauses total ausgebaut, was einen schönen, heimeligen Raum über die ganze Grundfläche des Hauses ergab. Naturgemäss ist die Aussicht aus dem 3. Stock eines Hauses auf dem Land spannend und schön, und das Haus steht ja erst noch hoch über dem Zürichsee. Wir beide schauten also aus dem Fenster raus und ich erzählte ihm, dass genau dieses mir so wichtig ist, aus dem Wohnraum eine Sicht in die Weite zu haben.

Er antwortete mit seiner Vorliebe, wieso er in dieser Region wohne, was ihm wichtig sei. Es entspannte sich ein angeregtes Gespräch, das zum Austausch von immer mehr Geschichten aus unser beider Leben in erfrischend unbekümmerter Weise führte.

Eigentlich hatte ich einen weiteren Termin bei einem Freund, der mich zum Abendessen eingeladen hatte. Es fügte sich jedoch, dass ich diesen Besichtigungstermin früher wahrnehmen musste, eigentlich zu früh für meine Planung. Das Ich wusste es nicht besser, denn als es sich mit diesem Menschen austauschen durfte, wurde die Zeit schnellfliessend und schmolz wie Eis in der Sonne. In der steinbödigen Küche des unbeheizten Hauses standen wir dann sage und schreibe 3 Stunden und erzählten uns unsere Geschichten. Es gemahnte mich gelegentlich, dass ich eigentlich langsam hätte losfahren sollen, doch diese zeitlose Begegnung, dieser Austausch war mir nun wichtig, oder ich sage lieber wertvoll, so wertvoll, dass ich ab und an abwog, ob mir die Einhaltung des Abendessen-Termins wichtiger oder nicht sei. Ich entschied mich, noch zu bleiben. Erst als die Kälte des Bodens die Sohlen von Schuh und Fuss durchdrang und langsam die Beine hochkroch, es zudem ohne Beleuchtung zu einem Blinde-Kuh-Spiel wurde, haben wir uns entschieden, nach eben diesen 3 Stunden vorerst mal zu einem Ende zu gelangen.

Dieses Erlebnis ist etwas, was mich so freut, was mich danach jeweils sehr zufrieden macht, was meinen Geist befruchtet und ausgleicht, was mir meine Zeit als sinnvoll, gut verbracht erscheinen lässt. Gerne wieder ... aber mit wem? Wohl mit einem anderen Menschen, denn ob es mit demselben gelingt, das ist nicht gewiss. Das Glück ist etwas Einmaliges, es wiederholt sich nicht.

Nun denn, ein schöner Abend, das Haus ist toll, aber zu teuer für mich. Dies war uns beiden schnell und unausgesprochen klar, nach 30 Minuten. Und dann 2.5 Stunden menschlicher Austausch. So verbringt der Martin seine Zeit am liebsten.

PS: Ich habe meinen Freund dann doch noch zum Abendessen besucht. Für mich hatte er dann halt nur noch aufgewärmtes Riz Casimir übrig ... der ganze Tag war gut so.

Entscheiden und Durchhalten

Es ist schon merkwürdig. Viele Menschen fragen mich, was sie tun könnten in der und der Lage. Ich bin ja kein Hellseher, aber ich lernte, wie man selbst merkt, wohin was gehen soll. Ich habe auch ein gutes Gespür dafür, was beim anderen helfen könnte. Also offeriere ich eine Methode, wie sie ihren Geist wieder mal dazu bringen, etwas Förderliches zu erzeugen, über Förderliches zu denken, Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Und sobald das erste "ja aber" kommt, genau da zu jedem dieser Abers drei neue Möglichkeiten zu finden, wie man auch das "Ja, aber" durch eine Strategie ersetzen kann, um dem Ziel doch näher zu kommen. Nicht jedes Ziel ist grad sofort erreichbar, das ist klar, aber es geht mal darum, dass der erste Schritt getan wird ... Die Masse muss mal ins Rollen gebracht werden, bevor sie Schwung gewinnen kann.

Der Geist kann sich in Strategieentwürfen schon mal als Zugpferd nützlich machen, denn das macht er ja eh immer ... er zieht die Realität, die Materie hinter sich her, der Zustand folgt, das ist Er-Folg. Die Frage ist ja nur, wer den Geist lenkt, wer also den Erfolg vorgibt.

Um diesem erst mal geistesmässig näher zu kommen, darf man sich sicherlich mal in einer Standortanalyse der eigenen Lage bewusst werden. Emotionslos. Weder Reue noch Scham, noch Wut darf einem da abhalten. Es geht ja um einen selbst.

Nur wer dies für sich selbst kann, wird aus sich selbst Lösungswege finden können, denn die sind ja ebenfalls schon so lange da wie die Ursachen von Problemen.

Dazu gehört Bereitwilligkeit, sich mal einer neuen Idee unterzuordnen, dieser eine Chance zu geben, auch mal da Energie zu investieren, und es sich nicht mehr zu erlauben, dass Gedanken an Fehler, Misserfolge sich vor die neuen förderlichen Gedanken schleichen können.

Also, ich gebe eine Möglichkeit zur Betrachtung an. Tun muss er/sie es selbst. Es mag für diese Person stimmen, auch wenn sie sich nicht um meine Impulse kümmern. Es könnte sogar Erfolg haben. Es mag auch sein, dass meine weitergegebenen Techniken für diese Person derzeit nicht funktionieren. Dennoch, wagen, bereitwillig zu sein, das kann niemand verlangen, das kann niemand erzwingen, das kann jeder nur selbst aufbrignen. So ist es für mich oft schade zu sehen, wie wenig oder wie oberflächlich sich die Leute wirklich für ihre Situation interessieren, wie sehr sie eine Instant- oder Quick-Soup-Lösung bekommen möchten. Nur etwas zu tun, dafür haben sie keine Energie. Ich akzeptiere das und lasse es so sein.

Die Entscheidung, es anders mal probieren zu wollen, ist jederzeit möglich. Und dann findet er/sie auch Unterstützung, egal wo und bei wem. Erst die geistige Entscheidung, etwas anderes zu wollen und das daraus folgende, reale Tun machen neue Ideen zu Materie. Denn Materielles, das sind ja doch die meisten Wünsche, der Körper ist ja auch eine zuerst gedachte Repräsentation in der Materie ...

Wer ist wo?

Da ich gerade ein interessantes Buch lese, komme ich wieder mal auf eine Lieblingsfrage von mir, die ich mir nach jugendlichen Kontakten mit neuronalen Netzwerken seither immer stellte.

Angenommen, man könnte einen ganzen Kopf transplantieren - und egal, ob man das nun kann oder nicht -, wo bist Du, wenn der Kopf temporär an einer Erhaltungsmaschine hängt, der Rest des Körpers an einer anderen. Wo bist Du, wenn der Kopf auf einen neuen Körper transplantiert würde.

Es ist nicht so, dass ich mir damals die Frage beantworten konnte, denn mir fehlten damals die Grundlagen. Fasziniert hat es mich, denn wenn man die neuronalen Netzwerke studierte, stellte sich schon die Frage, wo wird man sein, wenn genügend viele Neuronen verschaltet werden könnten.

Im Gehirn sind die Neuronen in der Datentransfer relativ langsam, aber sie sind halt extrem stark vernetzt. Diesen Grad an Vernetzung wird man technisch wohl noch lange nicht annährend erreichen, aber die Transferrate ist gegenüber natürlichen Neuronen halt sehr viel schneller. Es stellte sich mir also die Frage, wenn die intellektuellen Fähigkeiten eines neuronalen Netzwerks einmal umfassend genug sind, wie unterscheidet sich dann diese technische Leistung von der eines Menschen? Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen aktuellen Gehrinleistungen und denen eines Neuronennetzes?

Heute kann ich diese Frage beantworten - für mich. Spannend wäre es natürlich zu lesen, zu welchen Schlüssen andere kommen. Denn ich für meinen Teil spürte damals schon, wohin die Antwort führen musste - zumindest mich ... :-)

Was ist wichtig?

Heute war wie schon gestern ein schöner Tag, viel Sonne, zuwenig Schnee und am See unten gar keiner mehr. Ich konnte mich ins Auto setzen und etwas in die Höhe fahren. Dort aussteigen, spazieren und ungestört auf einer Bank sitzen, um die Sonne ins Gesicht scheinen zu lasen ... währenddessen andere im Büro sitzen mussten ... eine schöne Sache.

Ich hatte dann ein Gespräch mit einem Freund, der in der Grossbank UBS mitten in Zürich arbeitet. Ich rief um ca. 16h00 an, noch immer in der abendlichen Sonne in der Höhe. Er im Grossraumbüro an einem Meeting, aus dem Fenster sieht er an die Front des nächsten Hauses, die Sonne sieht er nur als Spiegelung an den Fassaden in dieser Jahreszeit.

Er verdient sehr gut, ich zurzeit sehr wenig. Was ist wichtig? Mir ist es wichtig, meine Zeit so zu verbringen, dass ich Kontakt zur Natur habe, zum Tag. Zum Glück geht das auch ohne Geld.

Was ist Dir wichtig? Was tust Du dafür? Was ist es Dir wert?

Starke Wurzeln dank Musik

Heute war ich an einem mittlerweile traditionellen Event, dem 15. Abend der Freundschaft des Chorus Croaticus. Dies sind ca. 10 in der Schweiz lebende Kroaten, die sich zum sog. Klappa-Gesang zusammenfinden. Das sind kurze und für mich als Kroatisch-Unkundigen meistens sehr melancholisch anmutende A cappella-Songs. Der Inhalt ist oft die Sehnsucht nach Kroatien, der blauen Adria, den dicht gebauten, engen Örtchen an den Küsten, der Heimat halt.

An diesem Abend lädt diese Combo alle Freunde und Bekannten ein, kostenlos mit ihnen Abend zu essen, vorher und nachher garniert mit einigen dieser Klappas. Gereicht wurde eine kroatische Spezialität und viel Dessert. Natürlich haben sie auch schon 3 CDs draussen, die 4. kommt nun dank der Kollekte, mit der sie den Abend jeweils abschliessen.

Das für mich Schöne ist, dass diese Männer sehr wohl mit allen Beinen hier in der Schweiz integriert sind, arbeiten und Familien haben. Sie wissen unser Land, diese Lebensumgebung zu schätzen und haben dennoch jederzeit Zugriff auf ihre Wurzeln, die nach wie vor in Kroatien in der Erde stecken. Diese Wehmut, dass sie halt doch nicht mehr im Alltag dort leben können, drückt sich in diesen Klappa-Gesängen aus. Es braucht keine Sprachkundigkeit, um zu verstehen, worum es geht in den Texten. Natürlich gäbe es Übersetzungen, sie sind allerdings nicht nötig.

Die 10 Männer singen sehr gut, schön und mit viel Ausdruckskraft. Sie schaffen es mit Leichtigkeit zu vermitteln, wie sie sich ihrer Heimat noch verbunden fühlen. Ohne Worte, mit Taten. Seit vielen Jahren laden sie immer befreundete Ensembles an diesen Abend ein, das Berner Mandolinen-Orchester, eine Jodler-Gruppe, ein Alphornduo, eine Gospelgruppe, einen Gitarre-Virtuosen etc. Mit Musik, der ihrigen und der hiesigen, die vom Publikum gleichermassen erfreut aufgenommen wurde, geschieht Integration: Akustisch, kulinarisch und gefühlsmässig. Kein grosser Aufwand, nur die Einladung, an Freunde und Fremde, bei den Liedern ihrer Wurzeln dabei zu sein. Alles andere geschieht automatisch.

Es ist mir immer eine intensive und sehr bewegende Freude, ihren klaren Gesang zu hören und die Schwingung der Lieder auf mich wirken zu lassen. Wie Franjo jeweils sagen muss knapp vor Mitternacht "Es ist zu schnell zu spät geworden.". Ich als Fan von authentischer Musik kann dem jeweils nur bedauernd zustimmen.

Sie haben eine Website: www.choruscroaticus.ch

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