Kollabiert es jetzt, das kapitalistische System?

Lehman Brothers ist bankrott. Der Staat will nicht mehr helfen ... ist es nun soweit, dass das System zusammenfällt, ein System, das sich nicht um menschliche Werte, sondern nur ums Kapital schert?

Wenn die Banken sich nun mit verschiedenen Tricks wie gegenseitiges Anrechnen aus der Patsche ziehen wollen und ev. auch können, denn sie häufen ja nun einen Absicherungsfond von USD 70 Mia. an, ist es nicht doch das Ende? Nicht das Ende vom Geld, aber das Ende von virtuellen, undurchschaubaren "Derivate", Produkte, die irgendwie an anderen Werten hängen, aber so komplex sind, dass niemand mehr wirklich den Durchblick hat. Da quengelt keiner, solange sie die Tasche füllen, aber jetzt, wo diese Papiergebäude mangels Heissluft in sich zusammenfallen, da knallt es einfach. Geht einer Bankrott, verlieren andere ebenfalls, wenn sie ihn als Aktivposten in der eigenen Buchhaltung führten. Und welche Bank tut das schon nicht?

Und natürlich gibt es Geschädigte ... nicht die Entlassenen, sondern wohl Ersparnisse etc.

Naja, es gibt Leute, die schon seit Jahren sagen, man soll sich Land und/oder Haus kaufen, denn es werde die Zeit kommen, wo nur noch das wirklich Wert hat. Logisch ...

Greenpeace gegen die Atomlobby

Heute hat Greenpeace offenbar grosse Plakate aufgestellt bei einigen KKW-Standorten und nebenbei aufgedeckt oder zumindest klargemacht, dass die Preiserhöhungen, die ja auch grossen Firmen wie SwissSteel unerklärlich scheinen, in die Transport-Firma SwissGrid fliessen, weil dort dieselben Leute wie in den Stromerzeugungsfirmen stecken - und die wollen offenbar - völlig demokratisch - von allen, aber - völlig undemokratisch - ohne Volksentscheid bereis jetzt Geld absahnen und auf die Halde legen, um künftige AKWs zu bauen.

Das würd's erklären, wieso der reine Transport bis zu 20% teurer werden soll - ohne ersichtliche und belegbare Gründe. Sollen hiermit also im vorauseilenden Gehorsam die AKWs vorbereitet werden. Gehorsam kann's an sich nicht sein, wem gegenüber auch, es scheint mir eher so zu sein, dass hier die Macht des Faktischen vorbereitet wird.

Werden AKWs dann doch spruchreif, hat die Industrie die Kriegskasse so voll, dass sie die AKWs in Nullzeit hinstellen kann. Und wir haben das bezahlt, ohne etwas dagegen unternommen zu haben.

Oder doch? Der Widerstand regt sich - kommt er nicht aus der Basis, dann wenigstens von den grossen Stromabnehmern wie eben SwissSteel. Nur, die können spezielle Deals aushandeln, wir Kleine können das nicht.

Unter diesem Blickwinkel ist es doch eigentlich Betrug, Geld für etwas unter einem Titel zu verlangen, aber anders zu verwenden, wenn das Geld doch zweckgebunden ist.

Also wehren. Wie? Bei der Einspracheseite von Greenpeace zum Beispiel.

Wohlgemerkt, es geht nicht um die Diskussion, ob Energie zu billig ist oder nicht. Es geht um versteckte, öffentliche Finanzierung von privatwirtschaftlichen Projekten - und dann erst noch von AKWs.

Strom-Privatisierung - und voilà, der Preis steigt

Da haben wir die Stromprivatisierung angenommen und nun haben wir's: Es ist bis zu 23% teurer nächstes Jahr. CHF 500 Mio. soll dies der Swissgrid, dem Netzwerkbetreiber, bringen. Da hocken ja dieselben Leute wie in den Stromgesellschaften. Ein Absahnen also?

Wieso kostet nun alles viel mehr? Wieso sollen statt 0.5 Rappen pro KW-Std. ab 2009 0.9 Rappen für den Transport bezahlt werden, wo die Masten und Leitungen ja nicht von heute auf morgen - plopp - neu(er) sind?

Es gibt Studien, die belegen, dass Schweizerische Staatsbetriebe effektiver arbeiten als Privatfirmen. Da diese nicht das Nobelattribut "freier Wettbewerb" tragen, meint wohl der Durchschnittsbürger, dass sie logischerweise langsam, ineffizient, altmodisch, unpersönlich sein sollen. Da mag ja schon in einigen Bereichen gegolten haben - doch: die Service-Wüste, oder der Zustand, der diesen Begriff provozierte, herrschte in privatwirschaftlichen Gewerben.

Tja. Privatisieren ist kein Heilmittel. Es ist höchstens ein Spekulationsmittel.

Krass - Mann/Frau darf nicht mal mehr gegen Alkoholexzesse sein ...

Frau Maurer wird nun von den anonymen und wohl grösstenteils feigen Facebook-Community gemobbt. Wieso eigentlich darf man nicht mehr gegen Alkohol-Exzesse sein, wenn man ja nachweislich genau das erlebt, was man im Vorfeld - eben auch aus Erfahrung - hatte voraussehen können?

Jetzt gibt sich die Internet-Community der Hasstirade hin und schiesst sich auf Frau Maurer ein. Und das nur, weil sie sich davor äusserte, was sie nicht will. Und hatte sie nicht recht?

Das Internet, speziell die sog. Social Networks, wird immer deutlicher ein Ozean für Mobbingwellen - mit hoffentlich nur virtuellen Wirkungen. Denn, nur weil die Masse etwas geil findet und Stimmungsmachern folgt wie ein Heer von Lemmingen, hat das noch gar nichts mit irgendwas wie Berechtigung zum Aufheulen zu tun.

Natürlich, unverbesserliche Hetzer gibt es überall. Auch wenn es immer Gründe gibt, wieso einer zu sowas wird, so gilt das nicht als Rechtfertigung, auch so zu sein. Ein-, zweimal vielleicht, doch dann sollte sich ein Erkenntnisprozess einstellen. Und wer sich dagegen wehrt, der muss merken, dass eine Kiste voller guter Apfel einen faulen nicht lange aushalten darf, sonst werden alle anfaulen.

Frau Maurer tat aus meiner Sicht etwas für die Gesellschaft, die virtuellen Pöbler nicht. Statt zu motzen, sollten die ihren Ärger auf dem Vita Parcours loswerden und danach den geleerten Kopf mit etwas Reflexion beschäftigen. Doch vielleicht sind sie ja nicht nur zu faul, das Gehirn einzuschalten, sondern auch den Arsch aus dem eigenen gewohnheitlichen Morast zu heben.

Wohlgemerkt, ich bin nicht gegen den Event als solchen, aber ich habe was gegen Alkoholexzesse, denn es ist doch eine Jahrzehnte alte Geschichte, dass Alkohol nicht einfach nur brave, im Suff dahindösende Schnapsleichen generiert, sondern auch randalierende Gewalttäter.

Wenn Hemmungen fallen, wird es nicht nur lustig. Und, wenn einer etwas initiiert, das so deutlich projizierte, was kommen wird, muss er mit den klaren Konsequenzen umgehen - für sich und für die anderen. Nur, für die anderen, dieses solidarische Denken geht offenbar immer mehr flöten. Garantiert jedoch, wenn der Alkohol die Birne höhlt.

Hätte der Initiator aufgerufen, Getränke nur in Plastikflaschen mitzunehmen, hätte der zuhause wohl noch etwas rationalere Trinker sich eventuell tatsächlich überlegt, seinen Stoff in Pet-Flaschen mitzunehmen. Denn die Glasscherbensauerei ist etwas vom Mühsamsten, was man mit einer Flasche anstellen kann. Ich verstehe nicht, wieso im Suff eine Flasche kaputtgemacht werden muss. Der Körper tut das nicht, das sind die Leichen im Keller, die sich dann enthemmt darstellen. Die sollte man mal hochholen und enthemmt loswerden. Danach ist Ruhe im Geist und dann braucht es keine Zerstörungen mehr, die anderen das Leben schwer machen.

Bottellon - Freundlicher Umtrunk oder rücksichtsloses Sauereibesäufnis?

In Zürich ist es nun vorbei und hinterliess eine 6-Tonnen-Sauerei. Aufräumen muss das die öffentliche Hand. Einem Organistor kann man es ja nicht aufladen, denn den gibt's nicht. Es gibt nur den Initiator, jenen 17-Jährigen ... und ob man dem bzw. seinen Eltern das aufladen kann ...

Eigentlich sollte man. Denn es gehört zum Erlernen von Selbstverantwortung, dass man die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen auf tragen kann.

Die Blatterwiese sei mit Scherben übersäht, die man nur manuell wieder rausbringe, die Wiese sei heute bei dem schönen Wetter gesperrt, weil die Scherben nicht nur Menschen, sondern natürlich auch Tiere gefährden.

Das Aufräumen soll mehrere CHF 10'000 kosten. Einen signifikaten Anteil davon sollte der Initiator schon übernehmen müssen, denn es geht nicht an, dass man Sauerei erzeugt, und die nicht aufräumt. Bzw. wenn man sie nicht aufräumen will, muss man dafür halt jemanden bezahlen, der das tut.

Es wäre lächerlich, wenn man dies einfach durchgehen liesse. Es spielt dabei keine Rolle, wer sie verursacht, da gibt es keinen "Jugendbonus" etc.

Mir ist es völlig egal, wenn jemand meint, sich den Verstand zu ersäufen und die Leber zu killen. Die Auswirkungen wird er dann selbst haben. Aber wenn er meint, die Ausflüsse seines Tuns sei dann nicht mehr sein Problem, der sollte lernen, dass dies nicht stimmt. Es sollte lernen, Konsequenzen seiner Taten vorauszusehen. Klar, das gelingt nicht immer, aber bei einem Bottellon braucht man dazu kein indischer Seher zu sein. Und ein 17-Jähriger, der offenbar selbst säuft, weiss das auch schon.

Ich finde das schade, dass der Egoismus auch schon einiger Jugendlicher solche Ärgernisse hinterlässt, denn es ist doch klar, dass selbst die Säufer, die ihre Sauerei möglicherweise aufräumten oder es gar nicht zu so einer kommen liessen, zusammen mit vielen anderen Jugendlichen, die möglicherweise andere Arten von Grossevents organisieren möchten, bestraft werden, weil solche und andere Anlässe wohl restriktiver behandelt werden.

Aus einem anderen Blickwinkel finde ich es grad nochmals Schade, dass keine Rücksicht auf die Umgebung genommen wird: Es ist kein Respekt für die Natur, die Schönheit eines Anblickes von Wiesen, Bäumen und Wasser da. Es wird genommen und verdreckt hinterlassen. Es ist zu hoffen, dass diese Menschen in ihren Leben mal erkennen, wie schön die Welt doch ist ... doch dazu müssen sie auch bewusst erkennen, welche Sauereien sie ihr antun.

Nachtrag zur Fritz-Box 7270

Heute bekam ich die Anfrage, die mich anfangs auch umtrieb: Die Fritz-Box Annex B (= ISDN) kommt mit einem Y-Kabel, an welches DSL und ISDN angeschlossen ist.

An meinem steinalten ISDN NT 2ab habe ich einen Splitter, der als Ausgang zum ADSL-Modem einen RJ 11 Stecker, also nur 4 Adern hat, Fritz will für den ISDN-Anschluss aber einen RJ45 Stecker, also 6 Adern.

Da ich jedoch mit der Fritz-Box einen guten und wunderbar funktionierenden, alten Draytek-ADSL-Router ablöste, habe ich von dort her noch ein Kabel übrig, das am einen Ende den RJ11, am anderen den RJ45 Stecker hat. Nun musste ich also nur noch einen Adapter finden der zwei RJ45-Buchsen hat, also eine RJ45-Kupplung, wie man sie z.B. bei Conrad oder anderen findet. Sowas hatte ich noch in meiner Netzwerk-Grümpel-Liste. Also den als Kupplung zwischenschalten und voilà, die Fritzbox erkannte den DSL-Datenstrom und meldete sich mit meinen Angaben automatisch an. All die technischen Parameter hat sie selbst rausgefunden.

Wer grad keine RJ45 Kupplung hat, sollte sich so ein Kabel auch selbst basteln können, denn ein Blick durch die durchsichtigen Stecker zeigt, welche Adern überhaupt vorkommen müssen. Die Fritzbox für nur 2 Adern an den Splitter, die erst schon schön in der Mitte sind.

Dazu fand ich eine AVM-Support-Antwort für die Schweiz bei meinem Lieblingslieferanten:

Von: support@avm.de
Betreff: AVM-Support Ticket-ID CID1543487
Gesendet am: 19.07.2007 14:34
------------------------------------------
Die FRITZ!Box Fon WLAN 7170 (Annex B) A/CH-Edition ist eigentlich ausschließlich für einen ISDN-Festnetzanschluss konzipiert, da deren ADSL-Modem sich auch ausschließlich für ADSL Annex B eignet. Wir haben selbstverständlich nichts dagegen, wenn Sie diese FRITZ!Box, trotz dieser sich auch im Lieferumfang darstellenden Einschränkung, an einem Kabelanschluss (... wie Internet über Cablecom/CH) und dabei dann auch an einem analogen Festnetzanschluss (Telefon) betreiben. Um dies dann aber erfolgreich umsetzen zu können, müssten Sie entweder:

- einen RJ45 T+T-Adapter selber bauen (die Kontakte 1 und 8 des schwarzen RJ45-Festnetzsteckers führen das Signal des analogen Festnetzeinganges der FRITZ!Box)

oder:

- Sie erwerben bei unserem AVM-Kleinteileversand gleich ein geeignetes vorkonfektioniertes Y-Kabel für analoge Festnetzanschlüsse in der Schweiz - also letztlich das Y-Kabel der FRITZ!Box Fon WLAN 7140 Annex A A/CH-Edition.

Unseren AVM Kleinteile-Verkauf erreichen Sie montags bis freitags von 9.00 bis 17.00 Uhr
per Telefon unter +49 (0)30 - 39 00 44 15
oder per Fax unter +49 (0)30 - 56 04 86 04.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
AVM Support

Vielleicht hilft dies ja weiter ... ich weiss nicht, wie heutige ISDN NTs aussehen, denn ich war einer der ersten IDSN-Benutzer in der Schweiz, das sind jetzt etwa 17 Jahre her. Damals waren die NTs noch recht offen, z.H. viele Kabel, leicht zu öffnen und gut zu bebasteln. Vielleicht sieht das bei einem heutigen anders aus. Auch die Splitter haben sich ev. geändert, ich habe beim Draytek noch eine sperarate Zigarettenbox erhalten, in die man den U-Bus reinsteckt und am anderen Ende den bereinigten U-Bus und das DSL-Signal raus bekommt.

Fritz Mini an der Fritz-Box 7270

So, nachdem ich mir die Fritzbox leistete, dachte ich, mein erstes kabelloses Telefon für zuhause sollte doch grad ein passendes sein, das alle Telefonfeatures der Fritz-Box unterstützt.

Also habe ich mir ein Fritz-Mini ersteigert, das ist ein WLAN-fähiges Funk-Telefon für Normal- und VoIP-Telefonie mittels einer der es unerstützenden Fritz-Boxen.

Ich habe es unbesehen aufgrund von Werbung und Informationen relativ günstig ersteigert. So sieht das ca. 12x4.5x1.5cm grosse und meines Erachtens durchaus schmucke Teil aus:

Hier grad mit dem Menu der Media-Servers angezeigt. Das Telefon kann eben mehr als nur Telefonieren und Diesbezügliches, es kann dank Mithilfe der Fritz-Box unter anderem RSS-Feeds und Emails lesen, Podcasts, Internet-Radio und eben auch Musik aus Media-Servern im Netz abspielen auf den anschliessbaren, etwas unbequemen Ohrstöpseln. Zum Gerät gehören die, eine anclipbare Gürteltasche zum Herumtragen fehlt jedoch. Kommt ein Anruf, wird der Song unterbrochen und danach automatisch weitergespielt.

Die Installation des Teils förderte schon wieder Bugs zu tage, zumindest einen, der zwar irgendwo dokumentiert ist, aber erst vom Support hervorgekramt wurde, stellt sich folgendermasse dar:

Das Mini ist ebenfalls sehr einfach in der Installation: Man stellt die Fritz-Box in den Stick&Surf-Modus, bringt das Mini in die Nähe der Box und dann sollte alles automatisch tuten. Denkte. Das AVM Stick&Surf-Logo erschien zwar auf dem Mini, verschwand und ein WLAN-Verbindungsaufbau-Logo erschien ... und jenes blieb und blieb und blieb stehen ... was auch immer ich machte, ich kam nur immer so weit. Und der Akku floss geradezu sichtbar aus. Dabei sollte doch nach dem Logo schon bald das Menü erscheinen. Tat es nicht.

Es stellte sich heraus, dass die Fitz-Box nicht in der Lage ist, das Mini zu registrieren und zu benutzen, wenn man dem WLAN-Netz eine andere Netzwerkmaske gibt als dem LAN (AVM-Slang: "Alle Rechner befinden sich im gleichen Netz"). Das tat ich natürlich, denn eine Trennung von LAN zu WLAN mittels eines separaten Netzes bietet die Fritz-Box explizit an. Da ich das als ein zusätzliches Sicherheits-Feature zur Abgrenzung des WLANs vom LAN erachte, hatte ich das natürlich angeschaltet. Aber nein, ich musste das abschalten, nur damit das Mini funktioniert.

Rein ergonomisch finde ich das Gerät weniger gelungen. Die Nummern-Tasten sind relativ schwergängig, haben zwar einen Druckpunkt, doch den muss man in der Mitte der Tasten auch treffen. Das Steuerkreuz ist minimal tiefer gelegt als die ürbrigen Tasten, so dass man es gut spürt. Die vier Funktionstasten sind im Vergleich dazu zu klein, doch man erwischt mit der Zeit ihren Druckpunkt auch mit der Daumenkuppe, die dafür das Mikro-Icon der Funktionstaste je nach Fingerhaltung mehr oder weniger überdeckt.

Ich finde sowohl Display und die Tasten zu klein, ich habe ja nicht mal so grosse Hände, aber einer mit richtigen Tatzen wird wohl manchmal fluchen über das Mini.

Ich lasse nun das Mini sich in meinem Alltag bewähren. Wahrscheinlich werde ich den Klingelton ändern, denn immerhin soll es ja WAV und MP3 verstehen ...

Wenn's interessiert, werde ich nach einiger Zeit meine Alltagserfahrungen wiederum hier posten.

China Bashing provoziert die China-Hackers

Sie mögen's also nicht, dass man ihr Land oder sagen wir besser, ihre Regierung andauernd bemäkelt, der Menschenrechte wegen, des Umweltschutzes wegen, weswegen auch immer.

Da wollen sich nun die patriotischen Computer-Freaks nicht mehr gefallen lassen und drohen mit Cyber-Terror gegen die westlichen Websites. CNN haben sie offenbar schon mal gehackt.

Solange es nur mehr oder weniger "spasseshalber" ist, mag das noch nicht so schlimm sein, doch in diesem Fahrwasser werden sich auch ein paar richtige Haie tummeln.

Das hat man halt davon, wenn man andere provoziert. Wie wäre das, wären wir andauernd kritisiert worden anlässlich der EM 2008 wegen irgendwas, wo wir hintendrein sind? Wie würden wir reagieren?

Wenn ich mir so die TV-Übertragung der Olympia anschaue, sehe ich viele freudige Chinesen, die diesen grössten Anlass eines Jahres geniessen, finde ich es richtig und gar wichtig, dass die Chinesen diesen Anlass, der europäische Werte transportiert, durchführen kann und konnte.

Wären die Spiele boykottiert worden, hätte das das Unverständnis der Bevölkerung hervorgerufen, die ja wohl von den Machtspielen ihrer Regierung wenig bis nichts weiss. Sehr wohl hätte sie aber aufs Brot geschmiert bekommen, dass das Ausland über sie die Nase rümpfe. Da würden Schweizer wohl gleich wie die Chinesen reagieren.

Mit dem Einzug der über 10'000 Athleten und ihren Spielen, den Werten, die sie vertreten, kommt auch die Schwingung der "edlen Vergleichs" als olympische Idee ins Land, an die Bevölkerung. Selbst wenn diese für ihre eigenen Leute schwärmt, so spüren sie den Spass der Anspannung, der Emotion, beispielsweise bei den Beach Volleyballerinnen.

Jedes Land putzt sich heraus, wenn die Welt zu Gast kommt. Kann man wissen, was dies China brachte? Der Idee, wie China die anderen Länder sieht? Was bleibt haften? Ich hoffe, sehr viel. Für die Bevölkerung, nicht für die Bürokraten. Können sich die olympischen Werte halten? Auch wenn die Athleten alle wieder weg sind? Das ist das Spannende, was mich interessiert zu erfahren.

Südafrika wird sich auch herausputzen, um die Fussball-WM durchzuführen. Obwohl diese Mentalität überhaupt nicht der chinesischen entspricht, werden auch die sich einen stecken, um das Ziel zu erreichen.

Wozu das alles? Wohl, weil jeder doch schon irgendwie einen Funken Stolz für das eigene Land hat. Egal, wie schlecht es einem geht. Und wenn man diesen kleinen Funken Feuer mit Kritik ausbläst oder zerstört, so zerstört man all die Funken der "kleinen" Leute. Sie werden eventuell patriotisch, nationalistisch, fremdenfeindlich. Sobald Menschen in diesen Bahnen zu denken beginnen, schaden sie dann auch dem eigenen Land, der eigenen Bevölkerung - unwissentlich anfänglich, auf jeden Fall denken sie negativ. Und diese Negativität schadet ihnen auch selbst.

Ich lasse den Chinesen gerne die Freude, den Stolz auf ihr Land, das diese Spiele durchführt. Denn lieber einen selbstbewussten, sich gut fühlenden Chinesen als einen, der mich für einen arroganten kapitalistischen Besserwisser hält. Und wenn ich die Gabe habe, mit an der Freude der anderen zu freuen, gönne ich ihnen diese Anerkennung um so mehr. So sollte es doch sein, freuen wir uns über die Freude der anderen. Denn nur im gelösten Umfeld kann man anderen überhaupt neue Blickwinkel auf Herausforderungen zur Beleuchtung anbieten.

Oder kann jeder von Euch Rat"schläge" nachvollziehen, nachdem ihm/ihr zuvor die moralischen Leviten gelesen wurden? Na also ...

Jean Ziegler - ein Vulkan voller Informationen

Ich liebe ihn, den Jean Ziegler. Weil er ein Vulkan mit scheinbar unbegrenzter Energie ist. Allerdings ist er auch genau deswegen etwas mühsam, denn sein Informationsdruck ist gewaltig, da kommen nur gute Info-Grabber mit. Er will soviel loswerden, den Leuten einbleuen, dass der Durchschnitt sich wohl doch etwas gedrängt fühlen dürfte.

Zudem ist seine Botschaft meist sehr niederschmetternd. Im TV hat er heute zum Thema Spekulation um Nahrungsmittel dargelegt, dass für einen 50 Liter Tank eines "modernen" Ethanolautos 385 kg Mais verbrannt werden müssen - eine Menge, mit der ein Kind in den ärmsten Ländern dieser Welt ein Jahr lang leben kann. Gemäss Ziegler sei an der Preisexplosion der Nahrungsmitteln zu 52% die Spekulation mit ihnen verantwortlich.

Kein Wunder, so habe doch die UBS selbst in ihren Anlegerdokumentationen offengelegt, dass man seit Januar bis Mitte diesen Jahres 35% Profit machen konnte, wenn man in Nahrungsmittelgeschäften anlegte. Tja, trifft's halt derzeit doch die Richtigen?

Tja, Jean will einem diese Zusammenhänge alle regelrecht in die Ohren stopfen ... an sich zurecht, denn der grosse Blick fehlt den meisten Leuten. Wobei das kein Wunder ist, denn wie agiert man in seinem kleinen täglichen Aktionsradius angesichts dieser grossen Spiele? In Anbetracht der eigenen Ohnmacht ist es dann für den einzelnen etwas entmutigend, all die Fakten von Jean zu integrieren. Das schlechte Gewissen nagt wohl ...

Dabei kann natürlich schon jeder etwas machen, aber dann muss er wohl den emotionalen Druck dieser Themen erstmals akzeptieren und dann Strategien entwickeln, wie er im Alltag diesen kapitalistischen und natürlich menschenunwürdigen Taktiken der multinationalen Konzerne und Finanzjongleure entgegenwirken oder zumindest nicht verschlimmernd handeln kann.

Und natürlich ist es so, dass des einzelnen Reichweite halt nur bis zum Kopf und Herz des nächsten langt. Doch auch der reicht ja weiter ... und so weiter. Jedesmal sollte es halt gelingen, Gewohnheiten zu wandeln, denn nur dadurch entstehen beobachtbare Änderungen.

Überlege ich mir beim Einkauf, beim Meeting mit Geschäftsleuten, beim Umgang mit der Familie, was ich vermitteln will, dann geschieht die Änderung. Im Kleinen, doch vielleicht merken die Beteiligten ja, dass ich mich ändere, worauf ich achte, sodass auch sein Wesen merkt, dass Dinge auch anders gemacht und gesehen werden können. Denn es ist klar, alles beginnt im Kleinen. Jeder Körper entstand aus dem Kleinsten. Ohne das Kleine gibt es kein Grosses. Man darf also rückwärtsrechnen ... all das, was jetzt gross wirkt, musste zuerst einmal in ganz kleinen Strukturen, Gewohnheiten, Gedanken entwickelt worden sein. Dies beobachtend, sollte es einem klar sein, dass die nächsten Änderungen auch wieder nur aus dem Kleinen kommen können. So sind wir wieder bei uns Kleinen. Da, wo jeder für sich ändern kann.

Und damit die Gewohnheitsänderungen Informtionen bekommen, dafür ist Jean Ziegler immer gern willkommen.

China habe die Olympia-Eröffnungsshow gefaked

Das ging offenbar heute durch die Presse. China habe das Feuerwerk und einige andere Showteile vorproduziert, mit digitaler Bildtechnink bereinigt und uns Zuschauern am 8.8.2008 also eine Video-Produktion statt einer Live-Show geboten.

Auf so eine Idee wäre ich gar nicht gekommen, wäre ich Veranstalter. Die Fassade ums Verrecken hochglanzpoliert aufrecht erhalten, wäre mir also den Aufwand nicht wert, wenn ich schon spüre, dass dies ja nur noch kontraproduktiv wirkt, wenn es auskäme. Weil das meinem Ruf noch mehr schadet ...

So soll es also geschehen sein, die Rauchschwaden von Teilen des Feuerwerks sollen Tage zuvor aufgenommen und dann digital von Bild entfernt worden sein.

Auch die famose Papierrolle soll eine digitale Videotechnik-Produktion gewesen sein.

Nun, die Effekte waren ja wirklich toll, mein Verstand war schon während der Ausstrahlung am Zweifeln oder einfacher Wundern, wie die das machten.

Egal, wie auch immer, wir sind ja aus den Fussballübertragungen gewohnt, dass Hilfslinien und auch Bandenwerbung ins TV-Bild reinprojiziert werden.

Es ist schade, dass dieser Medienmix nicht als solcher deklariert werden konnte, so diese Story denn wahr ist.

Das Regime von China will also ev. die unbefleckte Weste zeigen - in die Welt hinaus, obwohl es doch schon lange weiss, dass ihm das niemand mehr abnimmt und dass genug andere Informationen über wahrere Zustände im Reich der Mitte nach draussen gelangen.

Schade, denn so implementierte es den Zweifel in alles Übertragene, in alles, was wir nicht selbst erleben können. Und das "wir" sind ja wohl 99.9% aller Menschen.

Inwiefern könnten wir wirklich glauben, dass die sich abzeichnenden, chinesischen Medaillengewinne rechtschaffen erreicht wurden?

Schade, ich finde es aus eigener Erfahrung besser, ehrlich zu sein, denn Ehrlichkeit entspannt und macht das Leben leicht, denn das Gegenüber darf sich dann auch ehrlich geben ... und was magst Du lieber, eine ehrliche, gelassene Atmosphäre oder eine, in der diffuse Spannungen die Offenheit der Gegenüber beeinträchtigt, wenn nicht sogar total verhindert?

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