Shark School - oder wie man auf Haie zugeht

Der Schweizer Erich Ritter gründete vor 10 Jahren die Shark School, die privaten und professionellen Tauchern zeigt, wie man sich verhält, sollte ein Hai einem beim Schnorcheln beobachten.

Denn genau das tut ein Hai, wenn er näherkommt. Er beobachtet, denn wissen, dass Mensch nichts zum Fressen ist, das tut er schon. Er ist halt auch neugierig. Wie auch Katzen und Hunde. So kommt er halt näher und will seine Sensoren benutzen.

Was soll man also tun, nähert sich die Flosse? Einfach ruhig und gelassen bleiben. "Bewegungen stoppen, in die vertikale Haltung gehen und dem Hai in die Augen schauen", so bezeichnet Ritter die optimale Reaktion. Er nennt auch das Geniessen des Augenblicks als Ziel.

Ich verstehe das sehr gut. Auch wenn ich noch nie einem Hai begegnet bin, so ist doch das Heranstürmen eines Hundes manchmal schon schlimm genug. Ich bleibe halt auch bei denen stehen und fühle mich eigentlich nie unwohl dabei. Und siehe da, jeder Hund wollte dann einfach an mir rumschnüffeln, mich beobachten, kennenlernen und das war's ja dann meistens schon. Wieso soll das bei einem Tier im Wasser anders sein als bei einem Tier auf dem Land? Auch wenn es beide Raubtiere sind mit uralten Instinkten, so sind es keine tumben Maschinen.

Klar, wenn Tiere Hunger haben, k?nnte es eventuell etwas anders sein, doch Tiere haben ein Beuteschema-Programm, da kommt der Mensch nicht vor. Wenn ich also gestresst tue, hektisch umherschwadere, erzeuge ich Geräusche und Muster, die den Beutetieren entstprechen können, Kein Wunder, probiert ein neugieriges Tier dann mal aus, ob das an sich neue und unbekannte Tier doch auch fressbar ist wie die bekannten Opfer.

Ritter sagt, dass er an der Wunde eines der wenigen Angriffe erkennt, was wirklich vorgegangen sei. Er achte erst dananch auf die Beschreibung des Verletzten.

Ritter möchte seine Faszination, seine Freude und vor allem auch sein Wissen weitergeben. Und das ist auch mein Interesse, obwohl ich ja so gar nichts mit Meer und Haien zu tun habe. Mein Interesse ist es, dass Ängste neutralen Informationen weichen, dass angelerntes, nie geprüftes Zeug aus den Köpfen verschwindet und eigenen realen Erkenntnissen, und damit Wissen, platz macht.

Und wenn endlich neutrales Wissen da ist, kriegt der Hai auch eine Lobby, so dass Ungeheuerlichkeiten wie Haifischflossen und Haifischsuppen geächtet werden können. Denn nur ein Verständnis der Rolle eines Tieres wie dem Hai in der Ökologie bringt ihm ein Image als wichtiges Glied in der inakten Umweld. Ängste sind immer nur Blockierer, Verhinderer.

Also, wenn Ihr Taucher seid und vor Haien Angst habt, geht doch mal bei ihm in den Kurs. Ritter meint, er bringt jeden am zweiten Tag ins Wasser.

Aber Achtung, er sei undiplomatisch direkt. Also nichts für Weicheier, der Umgang - nein, nicht mit den Haien, mit ihm!

Enemy of the State

Merkwürdig, da rede ich heute nachmittag mit einem alten, lange nicht mehr gehörten Freund über die Überwachungstechniken, die sich immer mehr schleichend und natürlich mit "guten" Argumenten ins alltägliche Leben schleichen, und dann kommt wieder einmal einer meiner Lieblingsfilme Enemy of the State (Staatsfeind Nr. 1).

Da ich ja aus meiner Geschichte ein sehr guter Kenner der Technologien bin, finde ich diesen Film immer wieder kitzelnd, weil er von den technischen Möglichkeiten her sehr nah an der Realität ist. Die Handlung, tja, die mag etwas typisch Amerikanisches sein, aber es ist drum kitzelnd, weil sie real ist. Will Smith spielt darin den Unbescholtenen, der in die Mühlen der Geheimdienste gelangt, weil einem völlig Fremden etwas zustösst, nachdem der etwas aufgenommen hatte, was er nicht sollte.

Mein Kollege, mit dem ich mich unterhielt, kennt auch einige heisse schweizerische und deutsche Spielerein, die eigentlich offiziell nicht so hätten ablaufen dürfen. Es ging zwar nie auf Leben und Tod, aber ums Ausspionieren.

Im Film gibt's ein Happy-End, weil der Hauptdarsteller auch viel mutiger ist und einen fähigen Helfer fand. Und bei uns? Was wäre, geschähe sowas mir? Würde ich einen Helfer finden? Würde ich eine Chance haben, mich zu wehren?

Im Abspann des Films erscheint ein Regierungsvertreter bei Larry King in CNN und muss sich vorhalten lassen, dass die Regierung kein Recht habe, ins Haus zu kommen. Und wie man denn den goldenen Mittelweg finden könne, zwischen Datenbedürfnissen zum Schutze des Staates und eben der Unversehrtheit des privaten Hauses. Dann blendet der Film aus.

Genauso sollten wir auch darauf achten, dass wir hier auch nicht total gläsern werden, bzw. dass die gesammenlten Daten nicht gegen uns verwandt werden.

Mein Freund sagte dann, dass sei ihm doch egal, er habe ja nichts zu verbergen. Doch das hatte Will Smith auch nicht. Ich antwortete ihm, dass der Staat ein Gesetzgebung mit diesen Mitteln durchsetzen kann. Und wir wissen alle, dass Gesetze teilweise überhaupt nichts mit Gerechtigkeit zu tun haben, sondern mit Machtbewahrung.

Ich habe auch nichts zu verbergen, aber der Missbrauch von über mich gesammelte Profildaten kann mich wirtschaftlich und gesellschaftlich ruinieren, wenn jemand gezielt auf mich losgehen wollte. Egal, ob der Staat oder Hacker.

Dem Will Smith wurde ein Mord angelastet - weil er inszeniert wurde, um ihn zu belasten. Indizien wurden gelegt, auch elektronische. Dank der Computer-Vernetzung der Informationssysteme war er dann total ausgesperrt aus dem Alltag. Wer hat eigentlich noch viel Bargeld zuhause? Wie lange würde er überleben können, wenn Miete und anderes nicht mehr per Telebanking bezahlt werden können, weil Zugänge oder Autorisationen gesperrt sind?

Wer wüsste sich noch wo zu verstecken, ohne Handy natürlich, ohne EC- oder Kredit-Karte?

Wenn die Mittel da sind, ist vieles möglich, erst recht, wenn deren Nutzer am Gesetz vorbei arbeiten. Dann sind auch die Auswirkungen ev. nicht mehr per Gesetz reparierbar.

Also für mich ist der Film einfach eine reale Erzählung. Und der Film ist ja nun 10 Jahre alt.

Es soll sich jeder selbst Gedanken darüber machen, wohin es führt, wenn Handy wie Körperteile getragen werden, wenn Gesundheitskarten zusammen mit Kreditkarten im Portemonnaie stecken, Autonummern gefilmt werden, RD-IDs in Skipässen rumgeschleppt werden etc. etc. Alles Techniken, die zur Überwachung dienen - mit dem wichtigen Zusatz "unbemerkbaren" Überwachung.

Aber hey, it's only a movie ... ;-)

Pop Around the Clock

Toll, was 3sat da veranstaltete: von gestern Abend um etwa dieselbe Zeit bis jetzt wurde da ein Konzert nach dem anderen vom Band gelassen, alle jeweils 45-90 Minuten lang. Folgende bekannte Musikstars gaben sich die Ehre:

  • Mike & The Mechanics & P.C.
  • Noel & Gem of Oasis
  • Wolf Maahn
  • Die Toten Hosen
  • Loreena Mc Kennitt
  • Celtic Woman
  • Katie Melua
  • Mark Knopfler & Emmylou Harris
  • Bob Dylan
  • David Gilmour
  • George Michael
  • Yusuf Islam: Yusuf's Café Session
  • Roger Hodgson
  • Bon Jovi
  • Genesis
  • Take That
  • Queen
  • Tina Turner
  • Lionel Richie
  • Madonna
  • Kylie Minogue
  • Herbert Grönemeyer
  • PUR & Friends
  • Westernhagen
  • Rosenstolz
  • Pink
  • Pet Shop Boys
  • Amy Winehouse
  • Mika

Leider konnte ich erst ab Queen mitgehen ... doch das war schon eine Belohnung, nochmal den damals strotzenden, grossen Freddy in Action zu sehen im Wembley Stadion. Danach brachte ich es kaum fertig, mich von der Glotze wegzureissen. Madonna hat mir gut gefallen, habe noch nie eine Show von ihr besucht, ihre Songs und Videos gefallen mir allerdings schon. Die Confessions Show begann offenbar mit 'Future Lovers'. Das kannte ich ja gar nicht, erinnerte mich aber an den Originalsong, den ich nicht mehr so im Kopf habe: Ist das nicht 'The Swinging Creeper'? Anyway, Minogue habe ich verpasst, bei Grönemeyer gign's dann weiter mit mir. Ich finde ihn in authentisch, auch wenn mir seine Songs nicht so gefallen, aber sie haben eine spürbare Tiefe.

Die nächste Pause gab's dann bei Rosenstolz, schliesslich wollte ich auch mal noch was essen.

Jetzt kommt grad die Amy Winehouse, von der ich mangels Interesse bisher wenig sah. Allerdings ist mir ihre Stimme in ihrem Hit "Rehab" schon bekannt. Hier in der Schweiz ist sie ja auch bekannt, weil sie doch ihr Konzert hier besoffen geschmissen hat, so dass die Fans danach sauer bis sehr hässig waren, dafür Geld ausgegeben zu haben.

Anyway, die Musik hat mich schadlos und erst noch gut unterhalten ins neue Jahr gebracht. Schön, so fiel es mir auch leicht, meine beiden Gastkatzen gegebenenfalls psychologisch betreuen zu können, sollten sie sich vor all den Feuerwerksknallern fürchten ...

Finde ich toll, solche Thementage. Allerdings kann man das ohne Recorder nicht voll reinziehen, denn einfach grad 24 Stunden an einem Stück sind schon knackig. Dennoch, hat mir enorm gefallen, weiter so, 3sat.

Fängt also schon erfreulich an, mein neues Jahr ...

Religionsstreit in der Fotografietechnik

Ich bin ja seit langer Zeit Digitalfotograf. Angefangen hatte ich mit den Camedia-Geräten von Olympus, weil die als erste meine damalige Bildschirmauflösung von 1024x768 lieferten. Dann die erste PowerShot von Canon, dann DSLRs von Olympus und Canon und Fuji, dann meine bisher einzige Non-DSLR die Sony R1.

An der Fuji S3 Pro finde ich den Dynamikumfang immer noch unerreicht von allen anderen Kisten, selbst den Flaggschiffen der Platzhirsche Canon und Nikon. Diese konnte und wollte ich mir auch nie leisten. Ich finde deren Profi-Kameras eigentlich einfach nur überteuert - sprich Markenpreise. Und dass Profis sie benutzen ... tja, das heisst ja nicht automatisch, dass sie angemessen bewertet sind.

Anyway, ich habe mir seit der Sony R1 keine Kamera mehr gekauft, weil diese erstens hervorragende Bilder lieferte und zweitens, weil ich die Annehmlichkeiten von schwenkbaren Live-Screens in den DSLRs erscheinen sehen wollte. Bevor ich die R1 hatte, waren Fotos aus ungewöhnlichen Winkeln oder mit dem Kopf hinter der Kamera unerreichbaren Situationen mit den DSLRs nicht machbar, bzw. es waren dann einfach Schüsse ins Blaue.

Natürlich will ich wieder eine DSLR, denn einen optischen Sucher kann ein LCD nie ersetzen. Und ich habe schon einige Situationen erlebt, wo ich kein einziges Foto machen konnte, weil der Sucher-LCD einfach viel zu träge ist und gar überhaupt nichts nützt, wenn der Autofokus nichts findet. Und wo hat man dies? In der Tier- und Sportfotografie.

So war es mir nicht klar, wieso Canon und Nikon sich einen Dreck um diese Dinge scherten und lieber gigantoteuere Bodies herstellen, diesen zwar auch den Bildschirm spendieren, aber diese nicht schwenkbar machten. Weiterhin regte ich mich an fast allen DSLRs auf, dass man die Nase plattdrückt, wenn man durch den Sucher blicken will. Die R1 hat ein verlängertes Sucherokkular, so dass Fotografieren bei der immer einfach und schmerz- und schmierenfrei war. Auf der Fuji sah nach einer Fotosession das hintere LCD jeweils aus wie Sau.

Also, nun scheint meine nächste DSLR erschienen zu sein, die Olympus E-3. Wie üblich gehe ich vor dem Kauf eines derart teueren Teils immer im Internet nach Kommentaren suchen. Und da bin ich auf ein Forum gestossen, wo sich 2-4 Leute richtiggehend an die Gurgel gehen von wegen ob das FullFormat (FF) oder das Four/Thirds (FT) das allein glückselig machende sei. Mittelformat mal ausgeschlossen.

Die haben sich da technische Details vor die Füsse geworfen - eine Diskussion zu diesem Thema hatte ich mit einem Freund auch: Er fragte mich, was denn ein gutes Foto ausmache, wovon die Galerien voll sind: Fotos mit Ausdruck, verrauscht, mit Korn, unscharf ... aber mit ungeheurem Ausdruck. Welche Fotos werden jeweils zu den Pressefotos des Jahres gewählt? Die Schärfsten? Die Rauschfreiesten? Die Farbtreuesten? Die mit der geringsten chromatischen Aberration? Sicher nicht, sondern die, mit dem berührendsten oder bedeutensten Inhalt. Wir alle kennen solche Fotos.

Ich habe mir letzthin am Heiligabend in der arschkalten Nacht die Finger am fast eingefrorenen Stativ angeklebt. Es liegt halt eben immer im Kofferraum bereit für Situationen wie diese. Die abendliche Inversionsschicht hielt den Nebeldeckel auf etwa 700 Meter, und der Vollmond beleuchtete dieses Meer - und ich war grad auf der richtigen Strandhöhe. Mystisch fast, wie im Nebel wandernde, leuchtende Wattebäusche die Autos verrieten, wie nicht ortbare Geräusche das Nebelmeer als wenig tragendes Medium entlarvten.

Ich habe mich da dann mit der Sony R1 abgemüht, manuelle 25 Sekunden Belichtung, ISO 160, zum Glück mit Selbstauslöserverzögerung, dafür mit Schiss, dass ein Auto ins Bild kommt. Und dem Misstrauen, was die Software in der Kamera aus dieser schweren Situation machte, denn die Belichtung ist ja durchaus schwierig mit einem weiss strahlenden Vollmond und dezenten Nebelmeerwellen. Vorweg gesagt, zufrieden bin ich nicht, ich hatte zwar einige Varianten gemacht, aber eigentlich sollte eine Kamera aufgrund des physiologischen Sehmodells einzelne Zonen individuell verstärken, also eine Art physiologisches Auto-ISO. Klar, es gibt Postprocessing für solche Sachen, aber ich habe eigentlich selten Lust, Fotos zu schönen. Würden Kameras selektiv verstärken können, würde ein Bild wohl mehr dem entsprechen, an das ich mich erinnere.

Das kam so auf die Schnelle und die Kälte raus. In mir als Fotograf bleibt das erlebte reale Bild. Und das Foto bringt es in mir wieder zu voller Strahlkraft. Und nur das sollte doch ein Foto erreichen: Etwas in uns anklingen lassen.

Einen guten Rutsch wünsche ich allen. Vielleicht grad in einer kalten und klaren Winternacht irgendwo?

30 Jahre Spider Murphy Gang

Dieses Jahr feierte die bayrische Band Spider Murphy Gang das 30. jährige Bestehen. Die mehr als dreistündige Gala wurde im Zirkus Krone aufgezeichnet, so dass ich sie gestern Nacht im Bayrischen Fernsehen geniessen konnte.

Ich weiss noch, als die deutsche Welle in war, kam ich mit der Band zum ersten Mal in Kontakt. Da gefiel mir der Stil eigentlich gar nicht, mir gefiel Rock'n'Roll überhaupt nicht.

Mit der Zeit ändert sich ja vieles, so auch mein Geschmack. Mir gefällt mittlerweile alle Musik, weil es mir nicht mehr nur um die Musik und den Stil alleine geht, sondern auch um das Zusammenspiel, ohne das ja nichts klappen würde - ah, da fällt mir ein, was ich doch auch heute nicht ausstehen kann, ist Freejazz. Denn da habe ich auch heute noch das Gefühl, dass es ein chaotischer Haufen durcheinander spielender Einzelkämpfer mit grossen Egos sei. Ich mag total falsch liegen, ist ja auch nur meine Meinung.

Heute sind die alle "alt", haben nichts mehr nötig und können so wirklich ihrem Spielspass nachgehen, laden Freunde ein und haben sehr viel Spass an Musik, Kontakten und können damit eine wirklich grosse Halle füllen. Und haben Freude daran, dass die Besucher nach wie vor Freude an den alten Songs haben und darauf abfahren.

Es gibt ja Künstler, die wollen nicht mehr "nur" ihr altes Liedgut bringen, schauen auf den Besucher und - nota bene - Einkommenssicherer schäbig hinab, weil der nur die alten Songs hören will. Günter und Barney scheinen sich in keiner Weise zu schad zu sein, die Schlager zu spielen, die ihrem Publikum so gefallen.

Kommen dann noch die Gäste hinzukommen und einstimmen und wiederum Freude bereiten, so ist es allerbeste Unterhaltung, ohne Lichteffekte, keine Videowände voller hektisch zuckender Bildschnitte, keine pyromanische Effekte. Einfach nur gut gespielte, bewegende Musik von angegrauten Herren, die ihr Handwerk im Schlaf beherrschen.

Wunderbar. Wenn Günther Siegel am Schluss sagte, es sollen alle wieder kommen zum 50. Jubliäum, so wird er sicher sein können, dass die Begleiter ihres Musikschaffens wirklich wieder dabei sein werden, denn die Musik hat sie in ihren Leben ja auch begleitet, wobei auch immer, sicher immer mit viel Emotion und Gefühl, denn das ist ja die Heimat der Musik.

Nach drei Stunden Show sah man ihnen an, dass selbst Musikmachen Arbeit ist: durchgeschwitze T-Shirts, etwas müde aber glückliche Gesichter. Die Besucher hätten noch lange hören wollen, doch es musste enden, sie hatten die Arbeit geleistet und verdienten das Ausruhen.

Ich freue mich auf jeden weiteren Auftritt dieser authentischen Band. Mögen sie noch lange viel Spass am Zusammensein haben.

Never change a winning team and keep on rocking!

Tolle Shows von BB and the Blues Shacks in Flims

Die Tage war ich in Flims am Blues Festival, das noch bis Silvester dauert.

Ich habe u.a. die Hildesheimer B.B. and the Blues Shacks gesehen und gehört. Eine kleine Offenbarung, echt tolle Band mit einer guten und überraschenden Bühnenshow.

Die Besetzung mit Kontrabass, Piano, Schlagzeug, Gitarre und Mundharmonika war eher in meinem Attraktionsfeld als die zuvor spielende Hamburger Kombo mit Kontrabass, Saxophon, Piano und Schlagzeug.

Mein Liebling zum Thema Blues ist eh (fast) einzig und allein der King, B.B. King. Der hat auch ne grössere Kombo mit Orgel, meinem Lieblingsinstrument.

Anyway, B.B. and the Blues Shacks besteht im Kern aus den zwei Brüdern Michael und Andreas Arlt, die Gitarre und Gesang / Mundharmonika vom Besten bieten. Der Stil reicht meines Erachtens von fast Rockabilly, Boogie Woogie, Rock'n'Roll bis doch noch Blues.

Mir hat vor allem die Umsetzung auf der Bühne gefallen, der Freeze-Gag oder die super pianissimo-dynamische Gitarrenspiel waren für mich sehr überraschsnd und erheiternd. Eine Band, die wirklich durchspielen kann, nicht nach jedem Titel eine Erholungspause braucht und wichtig tut, sondern nach einem Titel sofort in den neuen übergeht. Das gefällt mir sehr, weil ich es einfach toll finde, wenn die Stimmung nahtlos weitergeht im neuen Song.

Gespielter oder echter Spass scheint in der Band durchaus vorhanden zu sein, der die Spielfreude und eben die Liebe zu dieser Musik gut rüberbringt.

Um Mitternacht holten sie die Sängerin der Vorgruppe hinzu und liessen als Zugabe noch einmal astreine Rock'n'Roll Nummern über die Köpfe des schon etwas reduzierten Publikums fegen.

Eine tolle Stimmung, die sich in der geschmacksvoll eingerichteten Mehrzweckhalle in Flims bis zum Mitsingen aufheizen konnte.

Die Band ist auch morgen Samstag noch in der Schweiz zu sehen, nämlich im Hirschen in 9476 Weite.

2x Weihnachten - etwas vom Sinnvollsten, was man in dieser Zeit machen kann

"Schenken" scheint ja zu Weihnachten Pflicht zu sein. Und daher auch die Qual, was soll man einem langjährigen Lebensbegleiter nur schenken? Hat man dann was, kann es gut sein, dass die Bescherung komplett ist bei der Übergabe: Der Beschenkte hat sowas Gleiches oder Ähnliches schon, oder das Geschenk trifft seinen Geschmack nicht. Wohin also mit den Spielzeugen für Gross und Klein? Wie soll der Beschenkte sein Gewissen beruhigen, wenn er daran denkt, das Geschenk fortzuschmeissen?

In der Schweiz gibt es die Aktion 2x Weihnachten: Beschenkte können sich ohne schlechtes Gewissen der Geschenke entledigen, indem sie sie an jeder Poststelle kostenlos an die Aktion 2x Weihnachten weiterleiten lassen können. So kommen hierzulande überflüssige materielle Güter denen zu gute, die sie wirklich brauchen können. Spielzeug, das wir hier in Massen haben, ist anderswo echte Mangelware.

Bei der diesjährigen, 7. Aktion liegt der Schwerpunkt für die Auslieferung der Pakete in Weissrussland. In Kindergärten, Schulen und anderen Hilfsinstitutionen fehlt es an Kinderschuhen, Papeteriedingen wie Farbstifte und Bastelpapier, aber auch Hilfsmitteln für die Ausbildung, Musikinstrumente, seien es auch nur einfachste elektronische Billigkeyboards, oder auch lang haltbare Lebensmittel.

Denn dort, wo's nichts hat, ist selbst Einfachstes sehr erwünscht. Es sollten sicherlich kein Hightech-Firlefanz sein wie diese ferngesteuerten Mini-Fahrzeuge, denn solche Spielzeuge brauchen Hilfsmittel wie Batterien etc.

Wer also was geschenkt oder bekommen hat, was nun überflüssig ist, was andernorts Kindern Freude machen könnte, der soll dieses "Überflüssige" doch bitte an 2x Weihnachten weiterleiten.

Ernstgemeinte Tipps für funktionierende Weihnachten

So, die Zeit der Gewaltfilme im TV ist wieder da. Oder diesmal nicht so? Kein Terminator, kein WW II Film, kein Horror-Schocker, kein B-Movie für die Feiertage?

Astrologen haben gesagt, dass es diesmal sogar noch schlechter sei, da der Mond irgendwie retrograde sei.

Wovon ich spreche? Naja, von den Familiendramen, die sich heute wieder einfinden werden. Statt Liebe, grosser Mais, Vorhaltungen, Wut, Ärger, Frust, Rache, Ausrasten ... Schläge, Gewalt. Nicht meine Worte, sondern die der Statistiker.

Was soll man also machen an den jährlichen einzigen Familientreffen? Also, ich schlage vor: alle Familienmitglieder treffen sich am Nachmittag zu 3 Runden Vitaparcours, einer Schnee- oder wo keiner vorhanden Kissenschlacht, machen an den aus Amerika eingeschleppten Holzfäller-Wettbewerben mit, reinigen die Wohnung oder das Haus im fordernden Takt eines Galerentreibers auf Hochglanz, suchen sich einen Schlammhang und rollen eine 50 kg Kugel hoch (soll ja schon mal Sisyphos versucht haben), gehen in den Wald und stechen in einen Bienenstock oder machen eine Wildsau auf sich aufmerksam ...

Beim ersten Wiedersehen kommt alles Ungeklärte in Bewegung und steigt hoch wie dampfende Sch****e. Doch: All diese genannten Aktivitäten werden in jedem der Beteiligten soviel Emotion verbrennen lassen, dass weder angestaute noch aktuelle Emotionen Lust haben, sich gerade an diesem Abend Ausdruck zu verschaffen.

Wenn alle müde sind, möchte doch auch das Ich nur noch eine ruhige, gelassene und heitere Zeit erleben. Und in Gemeinsamkeit ist das doch schöner, denn in so einer Stimmung darf man sich ja auch mal an schöne Erlebnisse mit der Verwandtschaft erinnern. Und die gibt es garantiert. Nur blustern die sich nicht auf. Da muss man schon aktiv etwas stöbern im verstaubten Gehirnstübchen. Doch, da gibt es schon noch ein paar Perlen, irgendwo unter dem Schutt ...

Also, kotzt Euch aus vor dem Weihnachtsabend ... dann kommt der gut ...

In diesem Sinne, frohe und erheiternde Festtage ;-)

SVP - wirkliche Volksvertreter oder Trotzverein?

Ex-Bundesrat Blocher sagte es ja ganz klar in einem Interview: Er habe dafür gesorgt, dass die SVP sein Gedankengut vertrete. Also lebte die SVP nicht auf dank Blocher, sondern wegen Blocher. Eigentlich sagt das schon alles aus über die SVP, die ihn zum Chef erkor.

Jetzt ist er weg - und die SVP ist kopflos. Die SVP und ihre Hetzer sind nun ohne Charisma. So scheint es. Im Volksmund heisst es ja oft, die Politiker sind hauptsächlich ihrer selbst wegen in der Politik und sie würden nach der Wahl wundersam vergessen, was sie versprochen hatten.

Wenn nun die SVP trotzt, ist das eventuell ein völlig gegen die oben genannte Aussage gehendes Verhalten, also der uneigennützige Einsatz im Auftrage des Wählers? Nimmt also mal eine Partei mit ihren Politikern ernst, sich für den Willen der Wähler einzusetzen? Das heisst, Blocher als direkte Speerspitze des 30% Volksanteils. So könnte man sagen, dass es klar ist, dass die SVP sich mit allen Kräften einsetzen muss - alle stramm nach Stallorder -, wenn diese Speerspitze abgebrochen wurde.

Würde die SVP sich allerdings klar werden, dass sie Themen vertrete, dann spielt die Figur ja keine Rolle, dann sollte sie sich darum bemühen, ihr internes Chaos zu regeln und eine neue Galeonsfigur, einen neuen prominenten Kopf zu bringen. Sie könnte dann erkennen, dass die Themen schon ok sind - auch in der Art der Präsentation, denn 30% des Volkes wollen diese Themen behandelt sehen und goutieren auch die Art und Weise -, nur der Kopf war zu giftig, wurde fiebrig, ansteckend und musste abgehackt werden.

Was ist nun die richtige Bezeichnung dieses Verhalten? Konsequenz oder Trotz? Wie könnte sich die von der SVP-Führung angeordnete Opposition denn nun auswirken? Heisst das, dass alle SVPler nun stramme Fraktionspolitik vertreten müssen, man sonst ausgeschlossen wird (siehe die jetzigen beiden SVP-Bundesräte)? Damit würden wohl viele Einigungen, die es zur Lösungsfindung halt braucht, nicht stattfinden können.

Oder wird die SVP halt wieder mittelmässig, weil sie keinen derart dominanten Führer mehr hat? Das würde die SVP-Einzelvertreter wieder aufwerten, könnte auch dafür sorgen, dass sie sich wieder Fall für Fall in der Sachpolitik engagieren können, ohne Sanktionen der Parteichefs gewärtigen zu müssen, sollten sie sich mal gegen die Parteilinie entscheiden.

Meine persönliche Sicht lautet derzeit: Es ist ein Trotzverein, zumindest auf oberster Ebene.

Auch wenn ich einige Ideen ihrer Linie sehr wohl beachtenswert finde, will ich diese nicht so vertreten wissen. Ich finde, die Erfolge der Schweiz basieren auf der Verträglichkeit der politischen Lager. Es mag sein, dass es für diese heutigen Herausforderungen pointiertere Positionen brauche, aber ich finde, dass man dadurch noch lange keine Rechtfertigung erhält, Kampfrhetorik zu Grundsatzpositionen aufzuwerten.

Es sagte einer, wir in der Schweiz hätten Mühe mit charismatischen unbändigen Führern. Deshalb hatte Blocher weg gemusst. Ich habe kein Problem mit starken und eckigen Persönlichkeiten. Ich gelte ja auch nicht grad als Handschmeichler ... aber nur weil Blocher nicht mehr Bundesrat ist, weil ihn das verfassungsgegebene Elektorat nicht mehr wollte, würde ich kein solches Theater aufführen und beleidigte Leberwurst spielen.

Ok, viiiieeel früher konnte ich auch nicht trennen zwischen Person und Funktion. Das konnte ich zum grossen Glück schnell lernen. Ich hoffe, dass die SVP auch schnell lernt ... ;-)

Ab 2009 keine Autobahnvignette mehr - sondern Big Brother

Die Vignette fürs 2008 soll die letzte sein, danach kommt die Kennzeichenerkennung von Überwachungsbrücken aus, die wohl schon jedem aufgefallen sind.

Nun soll elektronisch vorgegangen werden, es gebe immerhin pro Jahr einen Verlust von ca. 30 Mio. Franken wegen Fälschung und anderem Vignetten-Beschiss.

Dafür will der Staat nun ebenfalls 30 Mio. Franken ausgeben für ein System, das die Autokennzeichen erkennt und so dem Besitzer Rechnung stellen kann.

Also Massendaten. Ich bin dagegegen wie auch der Datenschutz und der TCS. Es geht den Staat nichts an, wo ich hinfahre. Und schon gar nicht will ich, dass er Daten sammelt, die eine Profilierung machen lassen. Natürlich wird da erzählt von Datensicherheit, Anonymisierung etc. Doch wenn Daten fliessen, gibt es auch immer Interessenten der dunklen Seite der Macht, die sowas gerne in die Finger kriegen. Dann wenn es gelingt, eine Man-In-The-Middle Attacke zu fahren, so kann eventuell ein Hacker sich wunderbar einen Überblick verschaffen, wann und wo das Opfer des bevorstehenden Einbruchs grad ist, oder wo man es am besten überfallen kann.

Zuviel Fantasie? Tja, in Deutschland haben Leute des CCC auch die als nicht manipulierbar bezeichneten Wählcomputer geradezu läppisch einfach zum Schach spielen gebracht.

Und will mir da einer sagen, dass die Kameras auf den Überwachungsbrücken manipulations- undd abhörsicher sind? Da wird schon mal einer kommen, und so ne Kamera auf der Brücke ab- und zuhause aufschrauben, um herauszufinden, wie der Video-Stream verpackt und versandt wird.

Selbst dann, wenn die Daten abhörsicher und unversehrt im Grossrechner angekommen sind, sind sie da nicht in sicherheit. Gerade früher haben die Hacker genau solche angegriffen. Heute mag das anders sein, aber den absolut sicheren Computer gibt es bekanntlich nicht. Wer's glaubt, mag den Artikel über das Blue-Pill Projekt lesen.

Und dann natürlich noch mein Lieblingsthema: Wenn Daten da sind, werden sie auch gebraucht. Die Begehrlichkeiten kommen da ganz automatisch auf. Denn in der Privatwirtschaft ist das Datamining ein grosses Buzzword, und in der Politik wird es auch eins werden, wenn allerorts gemeint wird, dass Sozialmissbrauch, der Mörder von Höngg etc. nicht möglich wäre, könnten die verschiedenen Staatsorgane Daten austauschen.

Dies wird ihnen halt noch verboten. Doch eben, der öffentliche Unmut über Systembetrüger, die man mittels Datamining hätte erkennen können, wird dafür sorgen, dass die Hemmschwelle davor immer niedriger wird. Und wenn das erst einmal begonnen hat, ist der Präzedenzfall geschaffen.

Darf man dann auch präventiv schon - ohne richterlichen Beschluss - ein Profil erstellen, so wird das auch gemacht. Aus welchen Gründen auch immer. Unter welcher Ausrede auch immer. Ein Autofahrer wird dann unausweichlich sein Profil hinterlassen.

Natürlich wird man uns das schmackhaft machen mit vielen "guten" Absichten: Beschissreduktion, Gerechtigkeit, schnellere Fahndung, Betriebssicherheit, Schutz for Langfahrern (Lastwagenfahrer, die mehr als die erlaubten Stunden fahren) etc. etc.

Dass wir Gewohnheitstiere sind, wissen wir ja schon, diese Feststellung muss nicht mit Hightech gemacht werden - und die Beweisbarkeit dessen wird wohl auch keinen Hund hinterm Ofen hervorlocken. Aber, es könnte interessant sein, eine konkrete Gewohnheitenkette eines ganz bestimmten Menschen zu erhalten. Und das ist dann eben möglich, wenn die elektronische Kennzeichen-Erfassung möglich ist. Möglicherweise zum Schaden eines völlig unbescholtenen Bürgers. Der Machbarkeitswahn muss gerade auch beim Staat an die Kandarre genommen werden.

Ich will die Vignette behalten, die Kennzeichenerfassung sollen sie in die Tone treten. Ginge es nämlich nur um die Bekämpfung des Vignettenmissbrauchs, so könnte man diese ja anonymisiert Maschinen-erkennbar machen. Vielleicht sind sie es ja schon. Die Polizei könnte so der Betrüger schon habhaft werden.

Es geht also wieder einfach ums Geld. Und wenn man Geld will von uns Endbenutzern, werden da auch Sicherheitsprobleme zu Hauf auftauchen. Etwas mehr Kilometer in Rechnung stellen und den Betrag absaugen. Wer einnert sich noch, wielange sich die Telefongesellschaften weigerten anzuerkennen, dass ihre Rechnungsstellung manipulierbar war? Und wer erinnert sich noch an ihre Arroganz, Zweifel daran und Klagen dagegen überhaupt ernst zu nehmen? Ehrliche Leute wurden damals unter der Knute des Gesetzes in die Knie gezwungen, derweil die Hacker nicht mal wahrgenommen wurden, weil "man ja fehlerfrei sei".

Centerum censeo: Think globally, act locally.

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