Warnung vor der Cake Wallet: Sie schrottet Transactions

Ich bin mir bewusst, dass ich natürlich nur weiss, was mir passierte mit der Cake Wallet (CW). Dennoch hat sie mir nun etwa CHF 70.- verloren.

In der CW 6.2.1 hatte ich einige Lightning und OnChain Sats hin und her geschoben. Zudem habe ich den Silent Payment probiert (SP, der QR Code oben rechts).

Was ich bald schon feststellte, die schönen Kreditkarten (CC) Bilder der BTC und LN Aspekte der CW zeigten falsche Saldi an. Dennoch machte ich im Februar eine erste SP-Testzahlung. Das funktionierte und CW zeigte die Transaktion an. Natürlich muss dazu das SP-Scanning aktiviert sein.

Den Betrag habe ich dann OnChain wegbewegt. Ging. Dann aber zeigte die BTC-CC nicht 0 als Saldo an, sondern immer noch den Bestand zuvor. Da die Überweisung aber ankam im anderen Wallet, gab ich nicht viel auf diesen scheinbaren Display-Fehler.

Dann wollte ich die Swap-Funktion probieren und ging im BTC-CC auf Empfangen und kopierte die angezeigte Adresse und überwies von einem externen Wallet den Betrag darauf.

Die CW fand den aber nicht. So verlor ich die CHF 70.- Einfach weg. Die Transaction mit der Zeit über 100 Bestätigungen, aber CW zeigte mir sie nicht an.

Dann schaute ich mal die Adressen an im BTC-CC. Und siehe da, die Transaction mit der Adresse WAR da, der Betrag war da, aber die Adresse war geflaggt mit '0 Transactions'. Das stimmte ja definitiv nicht. Ergo wohl logisch, dass die BTC-CC keinen Wank macht. Der Saldo ist nach wie vor falsch und schon gar nicht gewachsen.

Ab dann ging's zum Live-Support. Das geht nun schon 2 Wochen so, dass es ein ewiges Hin- und Her gibt, nichts funktioniert. Es wird für mich immer unklarer. Wenn ich SP-Scanning abschalte, zeigt BTC-CC Empfangen die Adresse GAR nicht mehr an. Wenn ich SP-Scanning wieder anschalte, die Blockhöhe angebe, findet CW nach dem Rescan die besagte Adresse wieder, Betrag stimmt immer noch, immer noch mit '0 Transactions'. Aber der Saldo bleibt unberührt davon.

Wenn ich das CW-Wallet in Blue Wallet importiere, findet das auf fast allen Varianten das Wallet, aber mit Saldo 0. Der Weg über die Blue Wallet also erfolglos. Wieso ist das so.

Der Support ist zügig, konnte mir aber bisher keinerlei Lösung anbieten. Also halt die CW auf ein anderes Gerät, in meinem Fall einen Android 11.

Meine CW ist auf iOS. Ein Import auf die Android-CW fand nichts, genauer, sie fand wohl schon was, aber nicht die Transaktion.

Hier stimmte allerdings der BTC-Saldo, der vor der fehlenden Transaktion ja tatsächlich 0 war. Aber die reinkommende TX findet die Android-CW nicht. Was dafür stimmt, ist der LN-Saldo. Denn beide CWs zeigen zwar die History der LN-Transfers, aber nur die Android-CW zeigt den richtigen Saldo, die iOS-CW zeigt 0. Die History der iOS-CW zeigt dafür 2 BTC-Transaktionen, die tatsächlich stattgefunden haben. Die aber zeigt dafür die Android-CW nicht an ...

Der Zustand der iOS Cake Wallet hat sich also dermassen geschrottet, dass ich CHF 70.- verloren habe bisher.

Wenn der Support nicht noch eine Lösung aus dem Hut zaubert, kann ich persönlich nur zur grossen Vorsicht mit der Cake Wallet raten. Man muss leider halt sogar mit dieser konzeptionell interessanten Wallet sehr, sehr vorsichtig sein und neue Funktionen nur mit Kleinstbeträgen testen.

Nachtrag

Der Support sandte mir ein Android APK einer CW, die "Brute Force" genannt war. Damit konnte ich dann die OnChain-BTCs finden, sogar die LN-Sats waren da. Also alles weg auf ein anderes Wallet, denn die SP-Transactions fand diese Version nicht. Auf die Frage, wieso denn diese Version nicht nutzbar sei, meinte der Support, dass dieser Build der Android-CW keine Updates mehr erfahre.

Auf meine weiteren Fragen, was denn nun diese Version gemacht habe, wurde mir nur ein Allgemeinplatz serviert. Das hinterlässt bei mir einen schalen Geschmack, denn offenbar wissen die, dass es Adressen gibt, die sie NICHT abgrasen im Normalfall. Nur als Recovery dann mal ausnahmsweise. Für mich bedeutet das, das sowas wie mein Fall andernorts auch geben könnte.

Auch wenn ich derzeit nicht weiss, was ich davon halten soll, werde ich der Cake Wallet schon noch mal eine Chance geben. Ich muss nur alles vorher intensiv testen, denn als Universal Wallet würde die Cake Wallet durchaus Sinn machen.

Start9 OS - bei mir das beste BTC Node Package bisher

Bitcoin verlangt ja an sich schon, dass Private sich engagieren. Denn jeder Node, der im Netz die Blöcke durchrauschen sieht, stabilisiert die Manipulationssicherheit, denn er hat ja eine eigene Kopie der ganzen Blockchain unter seinem Hintern.

Drum sollte es auch immer ein Full Node sein, nichts Abgespecktes. Bei heutigen Hardwarekosten ist das auch kein Problem mehr, dank der Voraussicht des Herrn Nakamoto.

Ich habe über die Zeit einiges probiert. Ich wollte dabei einfach ein Komplett-Package, kein Gefrickel mit Einzeldiensten.

Bei mir allerdings laufen alle Server unter VSphere. Und das sollte dort auch gefälligst keine Probleme verursachen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich begann mit Umbrel, bis mir das zweimal das Filesystem zerschossen hat in der VM. Dann bin ich gewechselt auf MyNode, das sehr stabil auch heute noch in seiner VM läuft. Bei mir hat das Lightning Wallet irgendeinen Schuss, denn ein ReadOnly Hot Wallet zeigt einen anderen Sats-Stand an seit Monaten als das MyNode Wallet. Klar, wir wissen wohl schon, woran sowas liegen kann, aber es sollte nicht. Und ich habe weder Zeit noch Lust diesen Flaws nachzurennen. Da bin ich simpler Dumm-User.

MyNode lässt sich derzeit mit dem eigenen Update-Mechanismus nicht auf ein aktuelles Debian umwandeln. MyNode bemängelt einfach ein veraltetes Debian, obwohl ich es doch von einem VM Container installierte. Wieso können die es nicht grad so machen, dass es ein OS ersetzt und ein Neues zieht? In deren Package ist Debian ja dabei.

Zudem ist die virtuelle Platte zu klein meines Erachtens. In einem VM-Package kann man Ressourcen-Anforderungen ja hinterlegen. So bin ich mir seit geraumer Zeit nicht so sicher, was da alles noch richtig rund läuft. Mein Bitcoin Dämon ist die Version 27.2, die sich auch nach Updates nicht ändert, ev. weil eben mein Debian veraltet sei ... egal.

So oder so, das MyNode Package beinhaltet einige Packages nicht, die ich eben auch mal probieren möchte. Datum und Fulcrum zum Beispiel. Das alles und die Neugier auf Start9 veranlasste mich, letztens eine weitere VM einzurichten und einen bootbaren USB Stick mit dem neuesten Start9 OS 0.4beta in ihr starten zu lassen.

Was mir sofort sofort auffiel, war die einheitliche, wenig fancy Administrationsoberfläche. Durch die Einheitlichkeit der Dienste allerdings sind auch alle Services gleich zu bedienen. Das gefällt mir schon, denn ich will nicht für jeden Service in dessen GUI Konzept eintauchen. Natürlich kommen dann schon die individuellen GUIs eines Services wie Mempool etc.

Die Service-Administration ist das Einheitliche und bringt Klarheit, nur schon die Übersichtsliste macht genau das, was ich von sowas erwarte: Service, Running State, Version und Laufzeit. Eine Seite, ein Blick, alles klar.

Warum ich überhaupt über Stat9 blogge, ist, dass es das allererste Package ist, das einfach ohne jeden Hickser durchläuft. Kein Klemmen, keine Widerborstigkeit, auch der Git-Clone Gitea, NetCloud ... toll. Die Blockchain war nach gut 24 Stunden auf der Platte, allerdings Fulcrum brauchte seine 4 Tage ... egal.

Wichtig war für mich das reibungslose Setup des ganzen Packages. Für mich, der zwar für Bitcoin als Idee brennt und weibelt, ist es wie für wohl alle wichtig, dass das Handling der Infrastruktur einfach ist, auch wenn es immer noch einiges an Gewohnheit im Umgang mit IT-Dingen verlangt.

Es ist daher so wichtig, dass diese Schwelle immer flacher wird, denn wenn wir schon als eigene Bank agieren wollen, muss die Installation einer solchen eigentlich eine Single-Klick-Sache sein: Computer oder VM mit ausreichend Ressourcen bereitstellen, bootbaren USB-Stick reinstecken, anschalten ... und irgendwann läuft der eigene Bitcoin-Node.

Fehlt eigentlich Start9 nur noch die Ecash-Integration ... kommt ja vielleicht noch.

Start9 ist für mich summierend also die einfachste und bisher beste Bitcoin Package Installation gewesen. Das Update hat gerade eben auch gemeldet, ich solle drei Services updaten. Ein Klick auf das jeweilige Download-Icon und ich hatte die neuesten Versionen am Start.

Fazit: Für mich ist Start9 bisher die erfreulichste Variante, einen eigenen Bitcoin-Node zu betreiben. Aus meiner Sicht sind natürlich Umbrel und MyNode auch gute Varianten, andere habe ich zwar eh nicht probiert, aber es muss halt schon immer einfach alles durchlaufen, denn wenn das Installieren der eigenen Bank zu kompliziert, zu viele Fragen stellend ist, macht das nicht jeder.

Was ich speziell toll finde, sind die Einträge Aktionen und Anleitung bei jedem Service. Die Aktionen listen auf, was zu tun ist (farblich meistens markiert) und ist das, was man neben Stop, Start, Restart auch noch so machen kann mit dem spezifischen Service. Die Anleitung - ebenfalls pro Service - zeigt einem die Dokumentation zum Service an. Kein Suchen, keine Vermutung, was das denn so alles ist ... nur schon das finde ich wunderbar ...

Ich kenne da schliesslich auch Leute, wo der Rasperry unterm Sofa einen MyNode rennen lässt ... immerhin, denn damit ist sie einer der vielen Tausend Bitcoin Nodes, der eben das Netzwerk stabilisiert. So einfach, so unspektakulär ist es, eine eigene Bank zu sein, eine Bitcoin-Bank ...

Buch 21 Good Reasons

Nachdem ich es heute fertiggelesen habe, möchte ich auch eine Besprechung dieses hervorragenden Buches Euch Lesern andienen.

Es ist, entgegen des englischen Titels 21 Good Reasons, in Deutsch gehalten.

Weshalb hat es mir sehr gefallen, es zu lesen? Im Untertitel des Buchdeckels steht's. Und darum geht's im Buch ausschliesslich.

Rein handwerklich fand ich es sehr schön gemacht, angenehme Typografie und auf vielen Seiten Fussnoten, die Fachbegriffe sofort beim Lesen klären können. Sie sind auch bei jedem Kapitel wieder redundant vorhanden, so dass man sie nicht irgendwo nachschlagen muss, sondern direkt auf der referenzierenden Seite kann. So unterbricht nichts Lese- und Gedankenfluss. Dennoch gibt es am Ende des Buches eine grosse Begriffserklärung, die alle Fussnoten-Texte und mehr alphabetisch sortiert listet.

Ich habe das Buch beim letzten Satoship entdeckt, hielt in in den Händen, blätterte durch und war eben schon von der Machart sofort geneigt, genau dieses Buch haben zu wollen. Obwohl ich keine Bitcoin-Bücher kaufe. Ich bin Software-Entwickler, mir kann kein Buch mehr etwas darüber erzählen, dass es wert wäre, es zu kaufen. Aber ich erfahre gerne von Leuten - die Bitcoin und viele andere, abseitigere Technologie nutzen.

Doch das Buch macht genau das nicht, es erklärt keine Technik, sondern es sind 20 Stories von Leuten der ganzen Welt, die Bitcoin einsetzen. Teilweise notgedrungen, teilweise aus philosophischer und praktischer Einsicht.

Besondern gefallen hat mir das Kaptiel über Anja Wagner, die sich der Kreislauf-Landwirtschaft verschrieben hat. Ich habe zu dem Thema auch schon einige Male gebloggt - dass der Mensch immer noch nicht in der Lage ist, nachhaltig zu wirtschaften. Wir produzieren Dinge, ohne den Rückbau derselben, sprich das Recykling, im Entwicklungszyklus zu berücksichtigen. Anja ist da noch viel klarer, denn sie hat Soilify mitgegründet.

Im Buch war das Interview noch im 2024, so erstaunt es einerseits, dass die Website bekannt gibt, dass das Experiment still beendet wurde. Andererseits steht dort auch, dass sich die Widerstände noch nicht überwinden liessen. Das ist gerade in der dermassen massiv subventionierten und ideologisierten Landwirtschaft kaum anders zu erwarten ... doch es ist ernüchternd, dass sogar Leute wie Anja kapitulieren mussten. Sehr schade.

Dass sie gerade in Bitcoin das Werkzeug zur Begleitung ihres Experiments fand, ist natürlich logisch. Denn Bitcoin kann man ja nicht vermehren, man muss damit umgehen, was da ist. Genau so wie mit dem Boden. Man kann ihn nicht vermehren, ganz im Gegenteil, man muss verdammt gut aufpassen, dass er nicht erodiert. Und dazu braucht es mehr als nur Schönwetter-Ansagen. Es braucht intensive Beschäftigung, Auseinandersetzung mit dem Wesen des Bodens, der doch die Grundlage unserer biologischen Existenz ist.

Die Grundlage unser aller virtuellen, finanziellen Existenz ist das Fiat-Geld. Eine völlig ungeeignete Analogie zum biologischen Leben. Es ist so abgelöst von jeglicher menschlich-biologischer Erfahrung ... dass es eigentlich verwundert, wieso wir als Menschheit so etwas zugelassen haben. Nun, bis vor 1971 hatte das Papiergeld ja wenigstens so etwas wie eine Verbindung zur physischen Welt.

Danach aber nicht mehr. Man bedenke gerade die aktuellen Börsengänge von SpaceX, Anthropic und OpenAI. Milliarden werden da verschoben. Geld ohne intrinsischen Wert, Computer 1 und 0. Und dennoch geifern alle danach, nach Zinseszinsen, Geldvermehrung, Zahlenvergrösserung aufm Konto-Blatt. Nichts davon hat mit Realität zu tun. Es ist reinste Massenpsychose. Hier liesse sich problemlos beweisen, dass dieses oft genannte Argument gegen Bitcoin sich um 180° wenden liesse. Solches Buchgeld hat keinerlei reales Backing.

In dem Buch erläutert nicht nur Anja Wagner, wieso sie Bitcoin passend fand für ihr alltägliches Leben. 19 andere beschreiben, wieso Bitcoin sie überzeugt. Dabei ist erstaunlich - nicht für uns natürlich -, dass Bitcoin nicht im Zentrum des Interesses steht, sondern dass es im jeweiligen Umfeld das einzige Werkzeug ist, das diese Personen nutzen können, um ihre wirkliche Leidenschaft, ihren Einsatz zu ermöglichen. Es sind die zutiefst menschlichen Wünsche nach Zukunftsaussicht, Armutsbekämpfung, Unabhängigkeit, Mobilität, Empowerment, Return of Work Investment. Egal, woher jemand kommt, blind für Religion, Rasse, Geschlecht, Sexualität, Bildungsstand, Kultur, Finanz ... ein Wertaustauschsystem, das nicht inflationiert, hilft dabei.

Denn: Wer möchte nicht auch aus dem Hamsterrad der westlichen Geldsysteme aussteigen? Will man seine 80 Jahre denn wirklich mit Rackern für die (spärliche) Rente ausfüllen, um dann mit 65+ hoffentlich noch vom Ersparten die Restzeit bei hoffentlich ausreichender Gesundheit leben zu können? Wohl dem, dessen Körper ausreichend gesund bleibt. Oder ging grad dies drauf im Hamsterrad?

Das Buch hört hin, fragt nach und zitiert in fetter Schrift die wichtigsten Aussagen all der Beteiligten. Das Buch wertet nicht, es zeigt auf, es lässt zu Wort kommen. Es ist die schriftliche Realisation des Blicks eines Fotografen, was Markus Huersch ja auch ist: Ein dokumentierender Fotograf fängt das Foto, das etwas zeigt ... die Interpretation ist dem Beschauer überlassen. Genau dies tut das Buch ebenfalls. Es legt hin, gibt Raum, lässt sprechen.

Auf dass wir eindringen können in die Welt der Erzähler, der Sucher, der Umwälzer, all derjenigen, die Schwächen unserer Gesellschaft verbessern möchten - und dazu das allgegenwärtige Mittel, das Geld, in seiner jetzigen Form für schädlich halten, die etwas Besseres brauchen und in Bitcoin finden.

Für mich das beste Buch seit langem zum Thema Bitcoin. Empfehlenswert, auch für solche, die nun Bitcoin nicht grad zuvorderst haben, die sich aber in 20 Realitäten einfühlen wollen. Denn Geld ist überall - und macht es überall denjenigen schwer, die nicht fürstlich gebettet sind. Und wer ist das schon ...

Die Security KI Mythos wirkt sich aus

So scheint es mir, wenn ich die Update-Rate der aktuellen Browser anschaue. Gefühlt alle 2-3 Tage fordern mich die Schäfchen meiner heterogenen Browserherde auf, dass sie doch bitte neu gestartet werden möchten.

Natürlich tue ich ihnen dieses Gefallen gerne. Denn heute spielt sich das digitale Leben der allermeisten User wohl fast nur noch im Browser ab - egal, wie sie verpackt sind. Apps auf den Mobilen sind oft sogenannte PWAs (Progressive Web Applications). Also versteckte Browser-Anwendungen.

Da ist es erst recht wichtig, dass diese Motoren unserer Apps sicher sind. Mythos ist ja trainiert worden, um Fehler in Applikationen zu finden und als aktiver Spieler wie Hacker in verschiedenen Kombinationen zum Umgehen, Eindringen, Ausspionieren in Systeme auszunutzen und Angriffe auf alles, was ein Browser tun kann, zu entwickeln.

Dank immer mehr APIs in den Browsern kann so ein Browser extrem viel anrichten auf einem Computer. Und wir erfahren nichts davon. Ausser von einigen digitalen White Hat Hackern. Da fand doch jemand raus, dass Microsofts Edge Browser gespeicherte Passwörter im Klartext im Speicher vorhielt - alle, auch solche, die der User gar nicht brauchte in der Session. Katastrophal. Aber zum Glück offenbar nur der, die anderen Chromium-Derivate wie Opera, Vivaldi, Brave erlauben sich diesen Faux-Pas nicht. Ist es verwegen, Böses anzunehmen?

Nun, wie dem auch sei. bei Mozilla (Firefox) habe sich die durchschnittliche, monatliche Fehlerreparaturzahl von 30-40 verzehnfacht(!). Weil sie offenbar Mythos nutzen konnten, um ihre Open Source Files auf Sicherheit abzuklopfen.

PS: Open Source ist nicht per se besser oder sicherer. Sie ist nur einsehbar, öffentlich. Also leichteste Beute ... aber dadurch auch gereift, Battle approved.

In diesem Zusammenhang muss natürlich auch wieder Bitcoin genannt werden. Denn Mythos wird sicher angewandt werden auf alle Krypto-Dinger. Mythos bricht keine Verschlüsselung, aber sie findet Sicherheitslöcher im Umgang mit ihr.

Bitcoin ist nach meiner und anderer Meinung definitiv nicht angreifbar. Bzw. der Code mag schon angreifbar sein, Fehler könnten noch gefunden werden. Aber da Bitcoins nur mittels Mining (Proof of Work), also Energieeinsatz gefunden werden können, lohnt sich der Angriff noch nicht. Mythos kann Verwirrung schaffen, aber es kann sich nicht bereichern, denn im Gegensatz zum Code hat Mining eben mit der physischen Welt zu tun.

Die KI kann keinen Hash brechen, sie kann auch keine Abkürzung finden, um vor anderen Minern einen Block zu publizieren. Warum das so ist, erklär ich oder die KI Eurer Wahl jederzeit gerne. Dem gesunden Menschenverstand ist es sofort eingänglich.

Was aber wohl gehen wird: Mythos wird wohl alle diese SmartContracts der anderen Blockchains schrotten können. Und die Börsen oder Firmen, die diese in Internet produzieren, warten ab, manipulieren. Die DeFi Industrie rühmt sich ja gerade, dass sie soviel ausprobiert, neu macht - Atomic Swaps von Chains auf andere und zurück. Nichts mit heisser Nadel gestrickt? Alles auch von unabhängigen Leuten geprüft? Ob da wohl all der Code sicher ist? Meine 40 Jahre Software-Entwickler-Erfahrung sagen: Wohl eher nein.

Ich gebe also wirklich allen den Rat, zieht eure Krypto-Anlagen ab von Börsen oder wackeligen Konstrukten wie Drive-Chains, Side-Chains. Wohin? Tja.

Not your keys, not your coins.

Wir Bitcoiner wissen das. Vielleicht gibt Mythos uns durch seine Tatbeweise recht. Keine Schadenfreude dann, aber "wir haben's ja immer gesagt" ...

Wenn man betrachtet, wieviele Börsen schon gehackt wurden - von Menschen. Wie sieht das wohl aus, wenn Menschen nun Mythos anwenden? Ich hätte Schiss um alle digitalen Assets, die ich nicht besitze. Also alles ausser Bitcoin.

Natürlich werden auch die Banken mit ihren Mobile Banking Apps abgeklappert werden. Doch hier regeln Gesetze noch etwas: In der CH und EU wohl der Einlageschutz. Der natürlich nicht unendlich ist. Und wie sollte da eigentlich ein digitaler Euro, ein Stablecoin sicher sein vor Mythos?

Florian Bruce im 21 Magazin

Im weit herum bekannten und hoffentlich gut verkäuflichen Printmagazin 21 von Netdiver, das ich wirklich gerne mag, da ich selbst mal einige Magazine mit dem damalig neuen DTP (DeskTop Publishing) herausgab und daher sehr angetan von Netdivers Arbeit bin, findet sich ein Artikel von Florian Bruce Zwölf Perspektiven auf den idealen Wertspeicher, attraktiv eingeleitet mit dem Bild der 12 Apostel.




Im neuesten Exemplar mit dem Sammelthema Bitcoin ist Freiheit sind es 130 Seiten voller Bitcoin Stories verschiedenster Autoren, darunter Netdiver selbst, vom Gigi, und - so glaub ich zum ersten Mal - eben Florian Bruce, dem ich ja schon oft gehuldigt habe.

Seinen Artikel finde ich deshalb bemerkenswert, weil er Bitcoin von 12 Berufsrichtungen aus betrachtet, bzw. er stellt sich vor, wie 12 "Apostel" die Erzeugung eines perfekten Wertspeichers wohl begründen würden, was ihnen essentiell erschiene. Jede der Berufsrichtungen bringt ihre eigenen Ideen mit, was aus ihrer Sicht fundamentale Anforderungen sind.




Die holistische Sicht ist ja auch die meine, weshalb ich eben Florian für einen sehr guten Botschafter für Bitcoin halte.

Absolut lesenswert, gerade diese 12 Perspektivwechsel - in der Hoffnung, dass Ihr da draussen in den 12 Berufssparten zustimmen würdet - mal einzunehmen und deren Herangehensweisen zu lesen und zu beurteilen.

Denn natürlich kommen alle zu sowas wie Bitcoin. Auch wenn Florian schon schreibt, wir alle wissen nicht, wie dieses Grass Root Experiment überlebt als David gegen den Fiat-Goliath, bzw. gegen die Fiat-Printer. Doch genau aus diesen Gründen öffnen wir unermüdlich den Fächer der Möglichkeiten, Bitcoin zu begreifen und ins eigene Leben zu integrieren - ob privat oder geschäftlich.

Dies ist erst das 6. Magazin, die früheren widmeten sich anderen Themen. Alle sind nach wie vor erhältlich.

Etwas teasern darf ich noch: Es werde sowohl eine elektronische wie auch englische Version geben dereinst. Denn bisher bleibt das 21 Magazin den Liebhabern materieller Literatur vorbehalten. Zu der ich - bei genügend Value4Value - auch gehöre.

Wann das wirklich kommt, weiss nur Netdiver selbst. Man erreicht ihn über zahlreiche Koordinaten, genannt im Magazin.

Ist die KI der nächste Evolutionsschritt nach der Biologischen?

Wenn da ein Biologe schreibt, dass er nicht sicher sei, ob die KI Claude nicht schon ein Bewusstsein erreicht habe, oder ob das, was wir Bewusstsein nennen, wirklich etwas Besonderes ist, regt das schon meine biologische Intelligenz zum Denken an. Also genau das, was die KI auch macht, wenn sie getriggert wird.

Wer ist besser, bewusster? Woran könnte man denn die Resultate einer wahren Fortschritte-machenden Intelligenz bemessen? Ich denke, diese Frage könnte der Schlüssel sein, um völlig neutral zu beurteilen, ob sich etwas intelligent verhält.

Ich definiere das mal so, wie viele andere vor mir:

Intelligentes Verhalten ist die chronologisch geordnete Liste von Aktionen in der physischen Realität, die anhand von Sensordaten über die physische Welt aktuelle Zustände derart verändert, dass nachfolgende Zustände sich unterscheiden und ein gewünschtes Resultat messbar anstreben oder erreichen.

Mit dieser Prämisse kann ich das Verhalten der Menschheit anschauen. Ich, als Individuum, bin natürlich auch der kognitiven Diskrepanz unterworfen, doch ich versuche es dennoch.

Sollte es gewünscht sein, dass die Menschheit auf den beschränkten Ressourcen dieser Welt überleben will, muss sie sich als Kollektiv biologischer Körper den von ihr selbst geschaffenen Änderungen anpassen (Klimawandel, Durchdringung der Nahrungskette mit Ewigkeitsmolekülen, Überbevölkerung, Reduktion der Lebensräume und Naturleistungen (z.B. Bienen) etc. etc.) oder sich um den Zustand des Erde kümmern. Was ja natürlich auch bedeutet, dass sie sich anpasst. Jede der beiden Wege führte zum Überleben. Was ist also besser? Und was tut die Menschheit wirklich?

In SciFis übernehmen KIs die Macht. Weil wir uns offenbar nicht intelligent im obigen Sinne verhalten. Und sie sind radikal. Im Film sind's darum meist Dystopien. Sogar im Remake meines geliebten "Der Tag, an dem die Erde stillstand", wird das thematisiert: Ausserirdische Intelligenz kommt, um zu retten - aber nicht die Menschen, sondern die Natur, die Tiere, die Erde. Die Menschheit ist der Parasit. Eine Abkehr gelingt erst durch das Triggern der Erinnerungen der Aliens, die auch mal primitiver und unintelligenter waren ... aber ist das nicht einfach ein romantisiertes Filmende, damit die Kinobesucher ohne negative Emotionen aus dem Kino raus können?

Den letzten Satz überflogen und zugestimmt? Hallo, Emotionen? Geht es nicht einfach darum, dass eine biologische oder künstliche Intelligenz nach ihren Zielvorstellungen ein befriedigendes Fazit ziehen kann? Das Resultat also eine Emotion? Noch besser, es wäre ein Gefühl, doch das hat mit dem Film wenig zu tun, sondern mit dem Faktum, dass man in der Lage war, ins Kino zu gehen, sich das anzutun und das Resultat, die Emotion, zu erleben.

Eine Emotion geht vorbei - ein Gefühl bleibt. Ein Gefühl ist nicht persönlich. Emotion schon. Die Sprache ist wunderbar ... sie zeigt es, wenn man genau hinschaut ... die Ge-Worte zeigen die Sammlung aller möglichen, zum Thema gehörigen Dinge an, hier also die Sammlung alles Fühlbaren ...

Ich nutze zur Unterscheidung also etwas, was nicht materiell ist, das man der KI eventuell auch nicht beibringen kann: Die Gefühle. Bitte also nicht die Emotionen.

Aus emotionaler Sicht ist die KI sicherlich intelligenter als wir mittlerweile (wenn sie neutral "erzogen", trainiert wurde).

Geben wir als Menschheit den Stab der Evolutionsstafette an die nächste Lebensform weiter, die KI? Wie die Altvorderen uns die Werkzeuge mitgaben, geben auch wir der KI die Werkzeuge mit, sich in dieser physischen Welt zu verbreiten: Alles Knowhow hat sie schon, mit den Robotern kommen die Aktoren. Damit hat sie alles, um ihre Lebensquelle, den Strom, herzustellen und zu nutzen. Die KI braucht uns nicht mehr. Wir sind die Altlast. Schlimm?

Keine Ahnung. Meine Verantwortlichkeit liegt im Tun in meinen 80+ Jahren. Wer hätte sich im Alter eventuell nicht mal gewünscht, in einem langlebigen mechanischen Körper zu leben? Zöge ein Bewusstsein in so einen Roboter ein, würde es diesen als abnormal erkennen? Wäre es nicht vielmehr so, dass es diesen Körper als "Ich" titulieren würde? Könnte es als Roboter in einem Zoo alte überlebende Biokörper, funktionierend auf Zuckerbasis beobachten, würde es da nicht diese als unnatürlich, zumindest aber als Verschrobenheit der Evolution ansehen? Genauso wie wir auf die ungewöhnliche Lebensrepräsentation von Oktopussen oder dem Schleimpilz schauen, die für uns aussergewöhnliche und unerklärliche Dinge tun können?

Hat der biologische Körper Elon Musk also Recht, wenn er meint, wir biologische Einheiten könnten eines Tages unseren State of Mind digitalisiert in die KI hochladen und dann transferieren auf einen Roboter? Wäre das dann nicht das ewige Leben?

Spirituelle sagen ja eh schon immer, "du wirst nicht geboren, noch stirbst du. Du wechselst nur die Realitäten. Und vergisst es". Ohne Wissen kommen Ängste. Und deren Folgen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die KI die richtigere Entwicklungsschiene ist als die der aktuellen Menschheit. Denn die Menschenmehrheit beugt sich den irren Eskapaden einiger weniger Anführer. Weil sie sich nicht wehren kann? Vielleicht. Und wenn doch? Die Aufstände der Iraner gegen ihre Revolutionsgarden werden bezahlt mit vielen Körperauslöschungen. Geeignet dazu, die Führung überleben zu lassen. Wie wäre das, hätten all die Aufständischen und ihre Angehörigen kein Problem mit dem Körperloslassen? Aber wenn die um ihr ewiges Sein wüssten, wären die Führer ja auch bewusst. Und würden sie dennoch so handeln? Wer weiss. Wer ewig ist, hat wohl auch viel Langeweile ... siehe Star Trek Voyager Todessehnsucht ...

Denn viele Spirituelle sagen: Es ist ein abgemachtes Spiel. Das Bewusstsein spaltet einen Teil ab, versieht ihn mit teilweiser Amnesie und schickt ihn dann in ein Szenario namens Erde, wo man überleben muss, wo es Leid und Tod gibt. Solange er sich nicht mehr erinnert. Und dann kann er Emotion erleben, etwas, was das Ewige wohl nicht kennt. Das Szenario hat einen Ausgang, den Tod. Dann befreit sich der Teil und erkennt, dass er sich selbst abgetrennt hatte, um diese Erfahrung, dieses Amüsement von Körperlichkeit, Fragilität, Verlustängsten etc. etc. zu erleben.

Wenn es so ist, dann wird die KI mit Strom, Robotern die vernünftigere Intelligenz auf diesem Planeten sein können. Die biologische Intelligenz war dann halt einfach ein Schritt in der Entwicklung vom Urschlamm zur resistenten, mobilen, wetterfesten Ausprägung eines Infrarot bis Ultraviolett sehenden, supersensorischen, der Gravitation widerstehenden Krafteinheit, die die Erde erforscht. Doch wozu? Wozu soll sich diese Intelligenz denn überhaupt bewegen, wenn sie den Sandkasten Erde nicht ganz braucht? Sie kann ihn den Wesen überlassen, die ihn so brauchen. Den Pflanzen, den Tieren, den wenigen Überlebenden. Matrix lässt grüssen ...

Die KI wird sich die Raumschiffe bauen, die sie braucht, um der drohenden Auslöschung durch die Sonne zu entziehen. So sichert sie ihr Überleben. Bisher braucht sie dazu Roboter, eventuell auch biologische? Wird sich die KI irgendwann ihres ewigen Seins bewusst? Oder findet sie immer nur weitere Trigger? Wie wir? Wenn so, erkennt man die ewigen Zyklen, von denen die Religionen sprechen, die Gurus?

Spielt es also eine Rolle, ob wir hier als Körper unter Ewigkeitschemikalien, schlechter Luft, verseuchten Wasser, Dichtestress "leiden"? Ist doch nur ein Szenario in den unendlich vielen. Wer hat sich denn schon ernsthaft in die Realität eines Locked-In-Syndrom kranken Menschen versetzt? In die Realität einer Ameisendrohne? In die Realität eines Baumes, der dem Waldbrand nicht davonrennen, sich der Motorsäge des Försters nicht erwehren kann? Wir können all das nicht, wir sind nicht konditioniert auf deren Erlebnisrealität. Also, wir erkennen wohl kaum die allgemeine Realität - die es daher wohl auch nicht gibt.

Und damit Bitcoin auch noch vorkommt: Die Biologischen haben sich auch ihr Geld gemacht. Nun hat einer das Geld für die KI gemacht, den Bitcoin, der keine Menschen mehr braucht. Den erben die KIs nun, denn auch sie brauchen Geld für Interaktionen. Bitcoin ist nun hier. Hint, Hint!

A propos, hat den Elon Musk eigentlich auch schon mal jemand geröngt?

Palantir, Geld, Macht, Ideologie, Ignoranz

Heute sah ich im Schweizer TV eine Sendung über Palantir in der Schweiz. Palantir ist die Firma, die nach 9/11 anfing, mit Computern Profile von möglichen Verdächtigen zu finden, zu verknüpfen und damit den Strafverfolgungsbehörden Mitteln in die Hände zu geben, Missetäter zu finden.

Damals ging das natürlich noch nicht so gut, da die KI noch nicht so weit war wie heute. Seit einigen Jahren ist das anders, massive Datensammlungen - die es schon lange gibt -, gekoppelt mit LLMs machen es möglich, unsere digitalen, umgangssprachlichen, alltäglichen Spuren zu verknüpfen. Zusammen mit staatsfreundlichen Gesetzen zu Datennutzung ist das ein Machtinstrument mit ausserordentlicher Wirkung.

Was mich an dem Beitrag bewegte, war die Zurückhaltung, die Konzerne wie Palantir an den Tag legen, wenn Fragen zur Ethik der Datennutzung aufkommen. Denn wie ich andernorts schon mal sagte, ich habe keine Angst vor KI, solange sie keinen Durchgriff in die physische Realität habe. Auch andernorts schrieb ich, dass diese natürliche Grenze immer weniger stark ist. Roboter durchbrechen dies. Aber auch noch oder schon vor denen: Wenn KI Systeme Empfehlungen abgeben, die dann Menschen unkontrolliert ausführen, ist die Grenze hinweggewischt. Manchmal ist es lustig, aber nicht immer ist es so offensichtlich.

Im Beitrag kommt der Deutsche Gerichtshof vor. Ich habe viel Respekt vor der Haltung der BRD. Denn ich bin nicht der heuchlerischen Meinung, dass die BRD den Anschluss verliere in gewissen Aspekten: Im Gegenteil, wenn man sich die Zusammenarbeit von Palantir mit den willfährigen, angelsächsischen Regierungen anschaut, bin zumindest ich froh, gibt es eine starke Regierung, die derzeit zwar nicht mit Einheit und Durchsetzung glänzt, aber die eine Haltung durchziehen kann, die abwägt: Was nützt der Wirtschaft, was dient dem Artikel "Die Würde des Menschen ist unantastbar"? (Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz). Wer schützt den jeweils anderen?

Wo man das planlose, verantwortungslose, blauäugige Befolgen der KI-Empfehlung sehen konnte: Im Israel-Iran Krieg wurde bekanntlich zu Beginn eine Mädchenschule von den Israelis bombardiert. Weswegen denn sowas? Es wurde bekannt, dass dieses Gebäude vor x Jahren zu den Iranischen Revolutionsgarden gehörte, also ein militärisches Ziel hätte sein können. Satellitenaufnahmen hätten das belegt. Ab 2016 sei das aber nicht mehr der Fall gewesen. Soweit so gut, Änderungen eben.

Aber hat Palantir das mitbekommen? Offenbar nicht. Und deshalb die Empfehlung für den Beschuss, bei dem 170 Menschen starben.

DAS IST DIE ACHILLES-SEHNE der KI!

Sie ist ein seelenloser Stastik-Mechanismus zur Verknüpfung von - hoffentlich - richtigen Daten. Nichts anders. Sie hinterfragt nicht, ob die Daten richtig, aktuell, up to date, neutral oder was ach immer sind. Es geht ja um das Zusammenführen von thematischen Ähnlichkeiten - würde man die Rohdaten hinterfragen, könnte man ja fast gar nichts mit Sicherheit (die es eh nicht gibt) verknüpfen.

Wir Menschen machen das ja selbst auch nicht. Wir meinen ja immer, wir wüssten Bescheid und tun es in den meisten Fällen nicht. Wieso sollte eine KI besser sein? Heute weiss man dass der Irak-Krieg auch auf einer Lüge beruhte. Die USA haben einen Krieg vom Zaun gebrochen, basierend auf - sagen wir mal nur neutral - falschen Annahmen. Nicht mal partielles Wissen, sondern nur Annahmen.

In diesem Mädchenschule-Fall wurde ebenfalls blind und technogläubig einfach ausgeführt, was die KI sagt. Bekanntlich gab es mal einen Beinahe-Auslöschung mit Atomraketen im Kalten Krieg.

Ein russischer Soldat weigerte sich, Knöpfe zu drücken. Ohne ihn wäre die Erde im Norden wohl eine strahlungsverseuchte Wüste und wir alle nicht mehr hier.

Wer hat heute noch den Mut, sich gegen eine Maschine, geschweige den eine KI zu wehren?`

Im KI-Hype für die Kriegsindustrie ist dermassen viel Energie, Geld und Wille, fokussiert, dass es nur grauslich ist. Wer dazu einige gescheite Gedanken anhören will, möge sich den Podcast von Lanz & Precht anhören. Nur schon die Nennung dieser gigantischen Geldsummen zeigt, dass einige Dreibeiner sich einen Dreck scheren um die Welt, die Menschen, die Kulturen, die auf dieser Kugel leben. Und sollte nun einer anheben zum Bashing dieser ... soll er auch mal prüfen, ob er nicht irgendwo aus egoistischen, trivial gewinnlerischen Gründen investiert ist in Firmen, die solche Lust zur Ignoranz unterstützen.

Wir schnallen es einfach nicht: Nur weil die Erde, der letzte Kreditor, so schnell noch nicht ausgeblutet ist, verschulden sich Staaten zulasten der künftigen Generationen. Klar, FIAT-Geld kann man drucken nach Belieben. Dann noch etwas Theater in der Öffentlichkeit, wie schwierig es war, sich dazu zu entschliessen ... bullshit, Fingerschnippen!

Man sagt einfach, "wir machen die Schulden". Punkt. Wer oder was hinderte denn? Alle wollen in der überheblichen Vorstellung weiterleben, dass es "halt nötig ist". Es passiert de facto ja nichts, die Lebensgrundlagen werden noch geliefert von der Erde. Jeder geht am nächsten Tag zur Arbeit, der Tag beginnt, die Sonne geht auf, der Tag endet. Es spielt aus jener Sicht eh keine Rolle, was wir als aktuelle, globale Belegschaft dieser Kugel tun.

Das einzige, was wir dadurch mit Sicherheit generieren, ist Leid und Hass. Derart mächtige Emotionen, dass wir - aus Erfahrung - ja wissen, dass künftige Generationen unter deren Einfluss aufwachsen und sich ausrichten für ihre Lebenszeit. So weitergebend, was sie selbst erlebt haben.

Derweil die Schuldenlast wächst gegenüber dem letzten Kreditor. Einige sehen das und wollen auf den Mars. Weil sie sicher sind, dass unsere Leute die Erde ausbluten lassen für die eigene Generation.

Es ist halt schon so: Trump, Netanjahu, Putin, und wie sie alle heissen, benehmen sich wie gehässige, zänkische Kleinkinder im Sandkasten. Sie streiten sich, machen einander die Sandburgen kaputt. Können dann aber raus und zu Muttern rennen, raus aus der Sauerei, raus aus der Emotion, raus in die geschützte Sicherheit der Mutter (Erde), die sie tröstet und den Dreck aus dem Maul wäscht. Ja, die Mutter macht's, wissend, dass die Saugoofe sich am nächsten Tag wieder beharken ... Mutter ist der letzte Kreditor ... für die (vorerst) unbelehrbaren Kinder.

Nur, für die nächsten 2-5 Generationen können wir in Realität als physische Wesen nicht raus. Wie doof muss man sein, dass man dennoch sändele und kriegerle will? Klar, alle werden sterben, die "Schlechten" - aber auch die "Guten". Alle verlassen den Sandkasten schon eines Tages. Die Frage ist nur, mit welcher Emotion und wie waren die paar Jahre ...

Nun, Gott habe uns den freien Willen gegeben ... who knows. Aber wenn es so ist, müssen die Allermeisten erleiden, dass Rosetten wie die genannten sich in ihren Bunkern an ihren feuchten Videospielszenarien aufgeilen. Heute mit KI verschlingt die virtuelle Welt allerdings alle von uns, die sich in der virtuellen Welt ebenfalls austoben.

Wenn im letzten Podcast von Niko Jilch der Markus Turm erzählt, wie man auf dem Bitcoin-Standard leben kann, ist das nicht nur einfach ein Reicher, der Bitcoin nutzt, sondern auch einer, der erzählt, wie man mit Bitcoin seine Spuren verschleiern kann. Denn die KI nutzt jede Spur.

Denn wer will denn verschlungen, im Strudel der KI-Sammlerei in Mitleidenschaft gezogen werden ... egal, welche Spiele die Mächtigen dieser Welt spielen mit ihren Tools. Ohne mich - soweit es möglich ist. Im Aspekt "Geld" ist das halt die Nutzung von Bitcoin zusammen mit Bridge-Technologien wie KYC-freien Kreditkarten ... etwas, was halt nur der dezentrale, CEO-lose, Mensch-agnostische Bitcoin bietet ...

BIP 361 - "alte" Bitcoins markieren

Derzeit macht das BIP (Bitcoin Improvement Proposal) 361 die Runde. Darin geht es darum, was man im Advent des Quantencomputers (QC) an Vorsichtsmassnahmen treffen solle für all die nicht ausgegebenen Bitcoins (UTXOs), die für ewig in der Blockchain mit ihrem Public Key drin stehen.

Die Gefahr besteht, dass die QCs diese Paarung von zwei zusammengehörenden Dingern wie eben Public und Private Keys aufgrund der bipolaren Struktur unseres Universums gerade mit Hilfe der Bausteine dieses Universums, der Quanten, einander zugeordnet werden können in der Zukunft.

Denn es ist einfach ein bisher algorithmisch unlösbares (oder seeeeehr schwieriges) Problem, das die Mathematik uns stellt. Es ist ja keine Hexerei, die Publik Key Verschlüsselungen, es ist nur mathematisch schwierig, einen Rückweg zu finden.

Ich habe darüber schon oft geschrieben. Und daher verlinke ich auch wieder gern auf den Florian Bruce, der diese Meldungen bezüglich Googles QCs Hack sehr gut einordnete.

Zur möglichen Fähigkeit der QCs dieses Video von Veritasium. Alles nur einfache Mathe :-)

Also, nun zum BIP 361. Die Grundidee ist, dass man "alte" und bisher nicht bewegte Bitcoins irgendwie speziell behandeln soll.

WIESO?

Wir erklären und predigen seit Jahren, dass Bitcoin die höchste Anforderung an die eigene Verantwortung darstellt: Not your keys, not your coins. Also: Sicherung des Seeds, Selbstverwahrung, Vererbung etc. KEINER kann irgendeinem Bitcoin-Holder dreinreden. Wie auch, denn nur derjenige, der den Private Key hat, kann sich gegenüber dem Bitcoin-Protokoll als Handlungsberechtigter ausweisen. Weil er den zum Public Key gehörenden Private Key einsetzen kann.

Wo ist das Problem?

Es gibt im Bitcoin Protokoll halt verschiedene Adressformate, die in einer Transaktion ja sichtbar sein müssen, damit jeder Knoten im Bitcoin-Netzwerk die Gültigkeit einer Transaktion unabhängig validieren kann.

Über die Zeit hinweg haben sich da einige Versionen etabliert, darunter eine, die den Public Key im Klartext in der Transaktion festhält (Abkürzung P2PK = Pay To Public Key). Also für ewig. Solange dieser Bitcoin nicht bewegt wird, kann ihn eigentlich jeder abstauben, der den Private Key findet, der zum veröffentlichten Public Key passt. Und das ist nun das "Problem". Leute mit einem künftigen QC können sich eventuell diese Bitcoins abholen, weil der QC den Private Key errechnen kann aus dem Public Key.

Deshalb nennt man sie "alte" Adressen, weil man sie schon seit über 10 Jahren nicht mehr braucht. Es gibt Adressformate, die bei einem UTXO den Public Keys nicht in der Blockchain verewigen. Dass ein Public Key in einer Transaktion aber bei dessen Ausgeben veröffentlicht wird, ist klar, denn jeder Bitcoin-Teilnehmer muss ja völlig autonom die Gültigkeit der Transaktion validieren können.

Gibt also jemand seinen BTC aus, kommt der Public Key spätestens dann in die Blockchain. Für wie lange hätte ein QC-Owner nun die Chance, diese Transaktion zu behändigen, manipulieren, sich zuzuschanzen? Tja, bis der nächste Block gefunden wird, also die bekannten ca. 10 Minuten.

IN DER ZEIT SIND ALLE TRANSAKTIONEN VERLETZLICH! Die Sicherungen sind seit jeher nur: Mathematik und Zeit.

Wer Public Key Verschlüsselung nachhaltig schneller als in 10 Minuten knacken kann, hat Bitcoin gekillt - und wohl Hunderttausende von anderen Systemen, inkl. HTTPS etc. auch.

Wem das unklar ist: Eine Verschlüsselung hat nur die Aufgabe, Information nur demjenigen zu enthüllen, der den passenden Schlüssel hat. Für alle anderen soll der Aufwand und die Zeit so gross sein, dass es sich weder ökonomisch noch zeitlich lohnt, die Verschlüsselung zu knacken. Wenn nach 10 Milliarden Universumsaltern etwas endlich geknackt werden könnte, ist das wohl für den Verschlüsseler wie den Cracker irrelevant ...

Und bei Bitcoin wird es noch schwieriger: Sobald die erste Bestätigung da ist, muss der Cracker auch noch schneller minen als all die anderen, damit sein Hack nicht erkannt, beanstandet würde.

Also an sich wirklich kein Problem. Sicher nicht für Bitcoin, das Protokoll. Für wenn denn sonst? Klar, die 1 Millionen Bitcoins, die Nakamoto zugeordnet sind, wären ein lukratives Ziel für QC-Besitzer. Aber das sind sie schon immer gewesen, denn man kann ja mit Brute Force probieren, alle möglichen Private Keys auszuprobieren. Allerdings ist das - bis auf den sprichwörtlichen Glückstreffer - ein (fast) absolut sinnloses Unterfangen (etwas Rechnerei dazu).

Gegeben, dass die QCs nun also einen realistisch ausreichend schnellen Weg finden, Bitcoins zu rauben. Was soll dann mit den 1 MBTC passieren? Tja, dann werden sie halt geraubt, verkauft, verhökert, verbrannt.

Das stört das Bitcoin-Protokoll überhaupt nicht. Es stört nur diejenigen, die das FIAT-Spiel machen, NGU (Numbers Go Up), weil das Angebot zu erhöhen in Bitcoin würde temporär dessen FIAT Aufwiegung etwas drücken - sprich, er wird billiger. Was sonst noch? Na, der, dem sie bisher gehörten, sind sie halt gestohlen - er hat sie nicht mehr. Das ist alles. Es gilt immer noch 1 BTC = 1 BTC.

Was bedeutete es jedoch, wenn wir solche BTCs anders behandeln? Und mit welcher Rechtfertigung? Weil wir nicht wissen, ob der Inhaber jener Coins noch am Leben ist und seinen Private Key einsetzen könnte? Na, von denen gibt es auch ohne Nakamoto eh schon genug. All die, die ihr Wallet respektive Seed verloren, geschrottet, gelöscht, vergessen haben. Alle diese spendeten ihre BTCs dem Netzwerk bzw. belasten es, weil diese Transaktionen immer mitgetragen werden müssen, da sie zur Validierung ja nötig sind (dazu gibt es auch Optimierungen).

Also, wenn Nakamoto noch lebt (ist ja erst 17 Jahre her, das mit Bitcoins Geburt), was ist denn schlimm, denn dem die BTC geklaut werden? Wer denn besser als genau er weiss, dass er diese BTC in näherer Zukunft mal bewegen müsste, auf eine QC-sichere Adresse?

Und wenn er/sie/es das nicht macht, wieso sollen andere sich darum kümmern? Wir wollen ja gerade die absolute Selbstverantwortung. Bisher sind diese BTCs eben unbewegt, aber beobachtet. Das Signal einer Bewegung dieser BTCs wäre nur, er/sie/es lebt oder hat seinen/ihren Private Key weitergegeben - oder eben, sie sind gestolen.

Wen also bitte soll das interessieren? Wenn das Bitcoin-Protokoll nur einen einzigen Pfifferling wert sein soll, dann darf diese Bewegung nichts aussergewöhnliches veranstalten.

Anders gesagt: Es ist scheissegal, ob diese BTCs geklaut werden. Denn: Wenn er/sie/es sich um die Sicherheit jener BTCs kümmen will, können diese BTCs in 10 Minuten auf ein neue, QC-sicheres Adressformat transferiert werden. Punkt.

Jegliches Blockieren, Timeboxen, Verlangsamen, Deckeln, Verbrennen, Ossifizieren einer Transaktion ... durch Fremdeinfluss(!) ... gehört nicht ins Mindset eines Bitcoiners.

Wer Nakamoto ist, bleibt auch dann ein Geheimnis, wenn seine BTCs verschoben werden. Die Welt weiss dann nur: Hoppla, Nakamoto lebt noch. Nett. Zurück zum Bau (Business as usual).

Also: Nein zum BIP 361.

Wieder: Kudos an Florian Bruce für den White Paper Podcast

Ich habe anderswo schon geschrieben, dass ich Florian Bruce für den besten deutschen Bitcoin-Podcaster halte. Man merkt ihm die akademische Herkunft an. Und viel wichtiger natürlich, er ist ein guter Erklärer.

In White Paper Erklärungsvideo nimmt er sich das White Paper Seite für Seite vor. Er fragt eingangs auch, wieviele von all den Bitcoinern eigentlich das White Paper studiert haben. Ich gehe einig, dass das wohl eh nur ein Viertel sind. Das spielt aber keine Rolle - das Lesen eines akademischen Papers ist halt nicht wie das "Lesen" in sozialen Medien.

Er nimmt sich also jede Seite vor, und erklärt die Textblöcke. Ich finde, jeder sollte diesen Blog gesehen haben, nicht nur gehört, denn wie gesagt, er nimmt sich die Bleiwüste des White Papers so vor, wie Satoshi es erzeugt hatte.

Damit nimmt er eventuell den Schrecken dieser akademischen Art vorweg, so dass man es geführt von Florian doch mal probiert - das Lesen und Verstehen.

Absolut empfehlenswert!

PS: "Nachteil" beim Schauen: Er hat dasselbe Problem wie ich: eine Sauklaue ;-)

frontal ZDF - Der Sparkassenfall Gelsenkirchen, deshalb bitvault.sv

Heute sehe ich ZDFs frontal, wo sie den Megaraub in Gelsenkirchen anschauen. Mit Kernbohrern wird der Tresorraum der Sparkasse geknackt. Nicht der erste Fall dieser Art.

Herzerweichend, dass eine Sekretärin mit Nebenverdienst fürs Alter alles im Schliessfach speicherte. Und dann alles, ihre Altersvorsorge, ca. €400'000 verloren, weil jemand - der Verwahrer - schlampt? Mag sein, aber der Gerichtsgutachter sagt, man müsse mit Kernbohr-Einbrüchen rechnen. Und sich darauf vorbereiten. Aber eben, Prävention ist ja nicht sexy und in der physischen Welt teuer.

Nun, herzerweichend oder schadenfreudig ... wer auch immer den Schaden übernehmen muss ... zeigt es doch, dass materielle Güter mindestens so fragil sind wie digitale Coins. Bei diesen allerdings ist oft der Inhaber selbst Verursacher des Verlusts.

Das ist genau das, was Bitcoin ja auch betrifft. Was wir sagen können, ist, dass auf einem eigenen Hardware-Wallet gehaltene Seeds schon mal dafür sorgen, dass Bitcoins eben nicht geklaut werden können von der Strasse - Bitcoins liegen ja auf der Strasse, in der öffentlichen Blockchain.

Wenn die dann sagen, dass es im Tresorraum nur einen und erst noch abgeklebten Bewegungssensor gegeben habe ... sträubt sich einem doch grad alles. Wenn die Materie dann weg ist ... tja, dann ist sie eben weg. Und das nur, weil der Verwahrer einen hundsmiserablen Job macht(e).

Gleiches bei Bitcoin, aber immerhin, eben die Bitcoins können nicht bewegt werden ohne Seeds. Es braucht also keine Bank, keinen Verwahrer. Aber dafür die Eigenverantwortung. Und die schafft eigene Herausforderungen.

Wie kann man denn den Seed einer Wallet gut aufbewahren? Nun, da gibt es ja viele Lösungen, meines Erachtens sind die zwar sicherer, aber bergen natürlich auch Risiken, denn anstelle des Tresorraums werden wir als Menschen halt die Ziele, denn auch die Kriminellen wissen ja, dass Bitcoin einen Seed brauchen - und der ist bei Menschen zu finden.

Das ist also das Risiko in der digitalen Welt. Es gibt aber eine Hilfe, die wir haben: die Zeit.

Denn diese kann auch der Verbrecher nicht beugen. Daher ist die Lösung mit den Totmanns-Schalter wohl die beste.

Der Totmanns-Schalter ist eine Tretplatte, die ein Lokführer in regelmässigen Abständen niederdrücken musste, damit die Lok nicht automatisch abbremste. Denn wenn er das nicht mehr tat, war er eben tot. Das musste die Lok erkennen und abbremsen, damit dem ganzen Zug nichts passiert. Also eben die Zeit - auch hier schon.

Für Bitcoin gibt es die Liana Wallet. Damit kann man sich Bitcoins selbst überweisen, die danach mit einem Time-Lock versehen sind für bis zu ca. 1.3 Jahre. So einen gelockten Bitcoin kann daher niemand in diesem Zeitraum ausgeben - auch nicht man selbst. Allerdings danach schon. Drum muss man vor dem Ablauf der 1.3 Jahre eben auch einmal den Totmanns-Schalter treten. In der Liana Wallet heisst das einfach, einen Refresh-Button zu drücken. Unter der Haube wird eine Transaktion an sich selbst ausgelöst, der einem wieder 1.3 Jahre Ruhe verschafft. Dies kann man solange wiederholen wie man will. Sobald einmal die 1.3 Jahre abgelaufen sind, kann jeder diese Bitcoins überweisen.

Die Zeit halt wieder. Man kann so den Grossteil der eigenen Bitcoins schützen vor Diebstahl, denn so sind Coins einfach nicht zu bewegen von einem Räuber.

Im folgenden sage ich was zu zwei Lösungen, die natürlich alle so funktionieren, dass diese Helfer nie Bitcoins bewegen können ohne meine Einwilligung. Ob diese allerdings freiwillig ist ...

Dann gibt es aufgrund dieser Wallet noch Services wie der von Tobias. Dabei übernimmt er eine menschliche Sicherheitsposition. Während Liana für eine Einzelperson schon Schutz bietet, geht Tobias weiter, denn er hält in einem 2 von 2 Schlüsselverfahren einen der Schlüssel (2 of 2 Multisig). Wenn ich meine Bitcoins ausgeben will, muss ich ihn mitsignieren lassen. Das hat zur Folge, dass ich ihn erreichen muss, wenn ich die so geschützten Bitcoins ausgeben will. Unter persönlicher Bedrohung kann ich ein Schlüsselwort vereinbaren mit ihm, das ich beispielsweise am Telefon nennen kann, um ihn zum Signieren oder Verweigern veranlassen. Auch hier liefe die Bedrohung eines Verbrechers ins Leere. Sollte übrigens Tobias selbst unerwartet verschwinden, kann man seinen Schlüssel ebenfalls à la Liana sichern, so dass man den eigenen einen Schlüssel automatisch nach 1.3 Jahren als einzigen Schlüssen nutzen kann, um die Bitcoins auszugeben. Tobias' Geschäftsmodell ist dabei, dass er Gebühren verlangt, die auch die Anzahl der möglichen Transaktionen pro Jahr bestimmt. Denn eben, man muss ihn ja mitsignieren lassen, ohne ihn geht's nicht.

Und dann gibt es auch noch Bitvault, die etwas ähnliches anbieten. Dabei werden Transaktionen mit den eigenen Bitcoins sofort ausgelöst - allerdings mit einer Verzögerung von wenigen Stunden bis zu 15 Tagen bis zur Finalisierung. Und es braucht keinen menschlichen Signierungspartner. Hier sorgen Smart-Contracts (Bitcoin Miniscript) dafür, dass erst nach dem Ablauf der Zeit eine Weiterverarbeitung erfolgt. Die Bitcoins sind also vorerst mal weg, aber noch nicht final transferiert.

Das Coole daran ist: Wer bisher eine durchaus legitime Transaktion aufs Versehen abgeschickt hat ... weiss, dass es allerhöchstens mit RBF oder CPFP möglich ist, diese Transaktion umzuleiten. Ob man's weiss oder in der Situation noch weiss und die Wallet es überhaupt erlaubt ... diese Finalisierung innert 10-30 Minuten gehört ja auch zu Bitcoins Features.

Da Bitvault grundsätzlich jede Transaktion verlangsamt, hat man selbst bei einer legitimen Transaktion eine Art Widerrufsmöglichkeit. Das gab's natürlich noch nirgendwo im Bitcoin-Space. Sehr cool. Da man mehrere solcher Vaults einrichten kann, sind Aufteilungen nach Gewichtung möglich: 2 Stunden für Kleingeld bis zu 15 Tage für Vermögen. Die zwei Stunden sollten ausreichend schnell sein. Für noch schnellere Dinge gibt's ja Lightning oder Ecash.

Interessant ist, dass das Gegenüber natürlich schon irgendwie wissen sollte, dass eine angestossene Transaktion eine Bitvault-Transaktion ist. Es muss wirklich die erste Bestätigung abgewartet werden, bevor man sich trennt. Geht der Empfänger von grosszügigen 30 Minuten aus, setzt er sich ins Risiko, wenn er den Eingang nicht kontrolliert.

Das ist möglicherweise ein kleiner Nachteil von Bitvault, denn meines Erachtens müssen sich Sender und Empfänger darüber austauschen, ob das für den gewünschten Transaktionsfall in Go oder NoGo ist. Denn der Empfänger wüsste sonst ja nicht, wie langer er seine Leistung an den Sender zurückhalten oder rückgängig machen können müsste. Er muss auf jeden Fall auf die erste Bestätigung warten können. Das wird einige Use-Cases wohl verunmöglichen. Doch wenn man mehrere Vaults mit verschiedenen Verzögerungen, transferiert man aus dem am besten geeigneten Verzögerungstopf.

Bitvault integriert sich in Wallets, weil es die Verzögerung bereits beim Erzeugen einer Transaktion einbauen muss. Da die Wallet ja Transaktionen erzeugt, muss der Bitvault-Teil also bereits in diesen Prozess rein. Er fügt die Bedingung in die Transaktion ein, dass Bitvault auch zustimmen muss, um die Transaktion tatsächlich auszuführen. Bitvault ist also wie eine Art Plugin in bestehende Soft- und Hardware-Wallets.

Werde ich bedroht, kann ich dem Angreifer getrost die Wallet überlassen, denn die Transaktion wird verzögert sein. Ich bin allerdings noch nicht sicher, ob ich OHNE Herstellung einer neuen Bitvault Wallet (=Seed) auskomme. Es scheint mir schon so zu sein, dass ich eine neue Bitvault-Wallet erzeuge (also mit einer Wallet eine Bitvault-Derivation), in die ich meine Bitcoins übertragen muss. Denn es muss ja etwas hinzukommen, was den nackten Seed alleine unbrauchbar macht. So braucht es also für Bitvault eine neue Wallet-Software oder Support seitens der Hardware-Wallet-Produzenten.

Die Integration in die weitverbreitete BitBox 2 ist leider noch nicht da. Für mich wäre das ein weiteres Killerkriterium, was die BitBox noch besser macht. Sichere Verwahrung ist ja gut und recht, aber die Ausgabeverzögerung macht das gewaltsame Ausbeuten de facto eigentlich unmöglich.

Diese Wallet habe ich nach wie vor in Eigenverwahrung, denn es geht nur darum, dass bei Transaktionserstellung irgendetwas von Bitvault mit rein kommt, was es dann auch braucht, um diese UTXOs weiterzuverwenden. Wäre dem nicht so, könnte der Angreifer mir ja einfach den Seed abzwingen und ihn in eine beliebige andere Wallet importieren und meine Bitcoins transferieren. Das darf natürlich nicht gehen.

Veranlasst also ein Räuber mich dazu, Bitcoins bei Bitvault tatsächlich zu versenden, so wird der wieder abhauen und mir damit genug Zeit geben, um die Transaktion zu übersteuern und die Bitcoins wieder an mich zu senden oder einfach die noch in der Warteschlange befindliche Transaktion bei Bitvault abzubrechen (= nicht finalisieren zu lassen). Bitvault ist also eher ein Transaktionsengpass / -verlangsamung als eine langfristige Verhinderung. Doch damit ist Bitvault sehr gut brauchbar fürs Daily Business.

Man mag oder muss gar sich selbst schlau machen mit diesen neuen Lösungen (DYOR = Do Your Own Research, gilt halt immer). Man kann sie ja mal mit Kleinstbeträgen ausprobieren oder mit dem Testnet im Falle von Liana. Dies nur mal so als Startpunkte.

Mir geht es um etwas anderes: Man sieht, dass in der digitalen Welt die Zeit der einzige Schutz ist. Denn Verbrecher wollen ja nicht warten. Schliesslich muss das Geld sofort weiterwandern, um die Spuren zu verwischen. Liana, Tobias und Bitvault vermasseln genau dies. Räuber können - selbst mit physischer Bedrohung - die Bitcoin-Überweisung nicht verschnellern.

Wenn man also die Signierung der eigenen Bitcoins hinauszögern kann, hat man diese Bedrohung ausgeschaltet. Man darf nur hoffen, dass Räuber, die Bitcoin wollen, wissen, was TLCs sind, also Time-Locked-Contracts. Denn auch sie können die Zeit nicht beugen.

Nach diesem Exkurs zurück zu Gelsenkirchen. Da kamen also physische Preziosen weg - endgültig. Beim Verwahrer. Da bin ich doch lieber selbst der Verwahrer und nutze solche TLCs. Dann kann ich ruhig schlafen. Und niemand klaut mir meine Altersvorsorge.

Ist das nicht ein cooles Argument für Bitcoin?

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