Bienensterben in der USA

Letzte Woche kamen Informationen über den grossen Teich, dass dort ein unerklärliches Sterben von Bienenvölkern stattfindet. Es sei ungeklärt, wieso plötzlich Bienenvölker, die und deren Umfeld seit Jahren bekannt sind, ohne erkennbare äussere Umweltsänderungen eingehen.

Das Sterben der Bienen ist dramatisch, weil Befruchtungen fast aller Nutzplanzen von ihnen abhängig sind. Keine Bienen, keine befruchteten Pflanzen, keine Nahrung für den Menschen. Vereinfacht gesagt, aber wohl stimmig.

Die mögliche Begründung lautet: der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen in der Landschwirtschaft, wo die USA bekanntlich viel lockerer und vor allem kapitalistisch umgeht mit den Bedenken der Ökologen.

Sollte dies zutreffen, ist das wohl eine Konsequenz des bekannten Öffnens der Büchse der Pandorra. Und es würde wohl weiterhin tief in sie gegriffen, denn natürlich wüsste man nicht, wie man das korrigieren könnte.

Ich erinnere mich, dass ich vor knapp 10 Jahren bereits davor warnte, dass sowas kommen könnte. Amüsant, wie ich damals schrieb. Weil der Artikel nicht mehr online ist, erlaube ich mir, das Machwerk aus dem Frühjahr 1998 zu reposten.

Dass wir eventuell beginnen, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen, dazu stehe ich nach wie vor. Es kam ja schon aus dem Zauberlehrling, dass "Die Kräfte, die ich rief, werd ich nun nicht mehr los" gilt.

Wohl bekomm's.

Ja zu Genschutz?

In der Schweiz wird demnächst über eine Genschutz-Initiative abgestimmt, die unter anderem die 'Entwicklung' transgener Tiere verbietet. Diese ist naturgemäss sehr umstritten, weil gerade in der Schweiz die grössten Chemiegiganten beheimatet sind. Kein Wunder also, ist die Diskussion emotional und durch das finanzielle Ungleichgewicht verfälscht. Hier präsentiere ich dem geneigten Leser daher meine Ansichten zu diesem Thema. Möge er sich eigene Gedanken machen. Zum Schluss dann noch eine sicherlich in diesem Zusammenhang ungewohnte Betrachtung über den Gartenzaun: Haben wir nicht schon ähnliche Konsequenzen in der Computerindustrie?

Vorweg, damit es klar ist: Ich werde die Genschutz-Initiative bejahen. Und ich erlaube mir, Dir, lieber Leser, dasselbe vorschlagen zu dürfen.

Weshalb? Ich anerkenne, dass eine Art Gentechnik schon lange in der Art der Kreuzung praktiziert wird. Ich würde diese Technik allerdings quasi homöopathisch nennen. Denn dabei werden komplette Genome in Form von mehr oder weniger vollständig entwickelten Lebewesen miteinander gekreuzt. Und es wird den bestehenden Mechanismen zugedacht, dass sie nun aus den beiden Genomen irgendwie einen neuen Gen-Satz erzeugen. Und das klappt auch.

Darwinisten und andere mechanistische Entwicklungstheoretiker werden nun sagen, dass unsere neue Gentechnik dasselbe ist. Ich bezweifle das. Gerade weil wir Menschen bisher viel zu wenig wissen, was unsere Methode genau anrichtet, können wir wohl auch nicht erkennen, welche Mechanismen bei der homöopathischen Methode für den Schutz vor amoklaufenden Genmischungen sorgen. Bei Kreuzungen gibt es halt Pflanzen oder Tiere, die nicht überleben oder sich nicht fortpflanzen können - sogenannte Bastards (interessanterweise kann man aus holländischen Hors-Sol-Tomanten nur noch Tomantenstauden züchten, die keine Tomaten mehr tragen).

Ok. Aber wieso? Das Ziel der Kreuzungsversuche wird ja normalerweise irgendwann nach x Versuchen erreicht. Was also sind die Unterschiede, Mechanismen, die einen Versuch scheitern, den andern reüssieren lassen? Ich sage natürlich gerne, dass ich kein Genetik-Experte bin, dennoch ist es klar, dass offenbar diese Mechanismen nicht klar oder beherrschbar sind, denn sonst wäre ja jede Kreuzung sofort ein Erfolg. Ich wage halt diesen Umkehrschluss, bis mir jemand das Gegenteil beweist. Abgesehen davon: Wie sieht das denn aus? Wir, die wir nach darwinistischer Sicht gerade durch eine mittels Versuch und Irrtum selektionierenden Natur erst so weit gekommen sind, wollen nun diesen Mechanismus unterbrechen? Nun ja, es gibt ja Leute, die betrachten den Menschen in der jetzigen Form als die Krone der Schöpfung ... da kann man natürlich schon selbstherrlich stagnieren wollen.

Also, ich gehe daher davon aus, dass weder Gentechnik-Befürworter noch Gegner genug wissen, um zweifelsfrei beweisen zu können, was denn nun wirklich alles passiert, wenn man in der DNS so punktuell herumbastelt, wie es die aktuelle Gentechnik nun eben erlaubt - denn in dieser Gezieltheit sehe ich den Unterschied zum traditionellen Züchten. Wir befinden uns meiner Meinung nach also auf symptomatischen Argumentationsebene. Ich und jedermann sonst ist daher mit Recht berufen, Symptome zu beobachten und zur Meinungsbildung heranzuziehen und den gesunden Menschenverstand zu aktivieren. Symptome, die in einigen Studien belegt sind, die dank des üblichen, amerikanischen Vorsprunges in der Gentechnik bereits gemacht sind.

Also, ich anerkenne, dass die möglichen Erfolge von Gentechnik zum Nutze einzelner Menschen sein könnten. Alle genetisch bedingten Krankheiten, Defekte, Mängel etc. liessen sich dabei eventuell beheben, zumindest vielleicht in der Schwere oder dem Umfang verringern. Ich lasse es für diesen Text dabei bewenden, dass ich nicht glaube, dass körperliche Gebrechen zufällig erscheinen. Ich halte nichts von Zufall und weiss für mich, dass alle körperlichen Krankheiten ihre Ursache in geistigen Ebenen haben. Als kleines Indiz: Viele der Spontanheilungen, gerade auch bei sogenannt hoffnungslosen Fällen, zeugen davon, dass es keine mechanistische Erklärung für die Heilung gibt. Was sich jedoch immer beobachten lässt, ist eine Änderung in der Art des Menschen, der unter der Krankheit litt. Ok, wenn nun also auch die Gentechnik unter vorgeblich humanistischen Gesichtspunkten einigen wenigen helfen kann, ist die Frage dennoch erlaubt: Was geschieht mit den anerkannt noch nicht abwägbaren Nebeneffekten, die garantiert alle anderen Menschen über Nahrungsketten und Atmosphäre auch treffen?

Nun denn: Ein paar Punkte, die untermauern könnten, dass Gentechnik sich nicht isolieren lässt. In der Schweiz gibt es Untersuchungen, ob gentechnisch veränderter Mais oder Soja in Produkten der gängigen Lebenmittellädenketten auftaucht, obwohl gentechnisch verändertes Material deklariert werden muss, also der undeklarierte Verkauf in der Schweiz verboten ist. Pikanterweise gibt es das zuhauf. Und die Sache daran ist, dass, selbst wenn man den Unschuldsbeteuerungen der Unternehmensleitungen glaubt, erst recht die Frage auftaucht, wie kann man den gentechnisch-veränderte Lebensmittel noch auseinander halten? Und wer soll das tun? Welche Motivation hätte er dazu? Er ist ja nur Verkäufer? Und wird es in kapitalistischen Systemen wie der gesamten westlichen Welt überhaupt jemand tun? Wohl kaum.

Nun, man kann ja sagen, dass die Verringerung der giftigen Pestizideinsätze zum Schutze des Getreide-Jungwuchses ein Vorteil sei und die Natur schone. Fadenscheinig. Naturschonende und dennoch sehr effektive Optimierungsmethoden gibt es in der Agronomie ... nur hört man davon natürlich nicht viel, denn die Medien verbreiten chemielose Erfolgskonzepte nicht gross. Und dennoch gibt es sie, gerade in Vietnam zum Beispiel, wo die Chemiegiganten noch nicht alles unterwandert hat. Und Schweizer sind es, die diese Konzepte ebenfalls dort den Bauern nahebringen. Gerade weil die Auswirkungen nicht klar sind, ist diese Behauptung durch nichts zu belegen, bzw. sie beleuchtet eben nur eine Seite der Medaille. Abgesehen, wer definiert, was Schäden sind? Würden Schäden auch mitgezählt, die erst dem 5. Mitesser in der Nahrungskette den Garaus machen? Während Pestizide vielleicht direkt schon das 1. und 2. Kettenglied beeinträchtigen und zwar relativ schnell, hat die Gentechnik den 'Vorzug', eventuell erst im siebten Glied sich zu rächen ... wie stand es noch in der Bibel?

Abgesehen davon: Eine Betrachtung aus kapitalistischer Sicht lässt klar erscheinen: Es wird so oder so einen Gewinner geben: Wenn die Gentechnik den Pestizideinsatz verringert, müssten doch eigentlich die Chemiegiganten dagegen sein. Ganz sicher sind sie das auch, können jedoch damit zum Glück kein Publikum mehr gewinnen, weil viel zu viel Übles bekannt ist über Pestizide. Nun denn, so ist auch klar, dass natürlich gerade die Chemiegiganten Gentechnik unter dem Stichwort "ökologisch sinnvoll" fördern, damit sie per Saldo gewinnen. Wir Konsumenten haben ja schliesslich schon längst vergessen, dass die Landwirtschaft und ihre Produkte (Anabolika-belastetes Hormonfleisch, gespritztes Gemüse und Obst) gerade wegen der Chemie so belastet ist. Zudem ist es so, dass genetisch veränderte Pflanzen zu Fossilien werden: In der USA gebe es schon Pflanzen, die lebend ausgestorben sind, weil die sie befruchtenden Insekten dank Chemie ausgerottet sind. Sobald die noch lebenden Exemplare sterben, ist diese Pflanzenart ausgestorben.

Wenn schon zurück zur Ökologie, dann bitte ohne Chemie - dafür mit natürlichen Mitteln wie Nützlinge, die die Schädlinge unter Kontrolle halten - oder andere Methoden wie Bananenstauden mit 50-grädigem Wasser zu behandeln, Getreideschädlingen rund um das Getreidefeld eine Art Gras anzubieten, das sie eh lieber mögen und sie deshalb dort ihre Eier ablegen. Es gibt sie, solche billigen Methoden, die natürlich nichts für den Share-Holder-Value sind - ethisch jedoch wohl viel förderlicher, denn sie bringen einigen Millionen Armen und Ärmsten die einzigen Möglichkeiten, ihre Nahrungsproduktion für absehbare Zeit zu sichern.

Nur, sowas ist nun garantiert das schlimmste Szenario aus Sicht der Chemiefirmen. Die werden ihre Pfründe nicht aus der Hand geben. Da können sie dann leicht eigenlöblich mit der einen Hand auf die Verringerung der Pestizideinsätze und der Naturschonung zeigen ... wenn man in der anderen Hand den Goldesel der Gentechnik auf die Weide führt.

Im TV sah ich letzthin die Dokumentation über Bienen, die genetisch veränderten Raps als Nahrung verabreicht kriegten. Es hat sich daraufhin gezeigt, dass dies den Bienen eine 25%ige Reduktion der Lebensspanne einbrachte. Zudem erkannten sie die für sie wichtigen Nahrungsblüten nicht mehr richtig und waren auch sonst konfus und desorientiert. Was kann uns diese belegte Studie zeigen?

Meiner Meinung genau das, dass wir überhaupt noch keine Ahnung haben, was das derart gezielte Verändern des Genoms überhaupt bewirkt ... nicht nur im Zielobjekt, sondern in damit interagierenden Objekten ... eben wie halt den Bienen. Weiter im Text: Bienen haben die Eigenschaft, herumzufliegen, überall mal hinzuhocken, ihre Königin ab und an in einen neuen Stock zu verfrachten, ergo also ihre geographische Heimat zu ändern. Selbst wenn wir mal davon ausgehen, dass die Einflüsse der Gentechnik in den Bienen endeten, so würden sie doch das Material der gentechnisch-veränderten Blüten weiterverbreiten. Und es deshalb in weitere Nahrungsketten von anderen Tieren oder auch nur Bienen bringen.

Wer hat gerne Honig? Wer isst gerne gebratene Vögel, die eventuell eben solche Bienen gefressen haben? Wo endet das denn, wenn es schon so relativ gut überschaubare Organismen beeinflusst? Vor allem, wenn sich mit jedem Glied in der Nahrungskette die Auswirkung potenzieren kann? Wer meint "Na und, trifft es halt die Bienen", dem sei Franz Hohlers Lied über den Weltuntergang empfohlen, das beim längeren Hinhören immer eingängiger und unlustiger wird.

Es ist sicher zu überlegen, ob die Gentechnik, die zur Gesundung oder ethisch zweifelhafter Ausmerzung oder Perfektionierung einiger Weniger entwickelt werden soll - denn teuer wird sie ja sein -, eventuell die Gefährdung von vielen in Kauf nehmen darf. Hinterhältig wie ich manchmal bin, könnte ich jetzt sagen, die Kluft zwischen Reich und Arm weitet sich ja eh schon ... und sicher nicht deshalb, weil sich die Reichen allzu solidarisch verhielten.

Und genau darum geht es meiner Meinung nach. Ich bin beileibe kein Technologie-Hasser. Aber ich weiss, dass wir Menschen leider nur zu kurzsichtig sind, unser Gedächtnis schnell nachlässt und unsere Gewohnheiten, einmal eingefangen, uns beherrschen und nicht mehr loslassen. Deshalb: Würden wir in Zukunft gravierende Schäden, verursacht durch die Gentechnik, feststellen, womit wohl würden wir Schlaumeier das wieder korrigieren wollen? Genau ... mit noch mehr Gentechnik ... ein Teufelskreis par excellence.

Und genau aus solchen Überlegungen sage ich ja zum Genschutz. Es mag durchaus mal eine Zeit geben, in der solche Bedenken nicht mehr wichtig sind und keine Substanz mehr haben. Aber bis dahin bin ich doch der Meinung, dass wir eine Technologie, die wohl unkontrollierbar in der Ausbreitung ist, mit dem kleinen Kenntnisstand, den wir hier haben, wohl noch etwas länger nur auf kleiner Flamme entwickeln sollten ... denn dass sie entwickelt wird, daran zweifelt wohl niemand ... ob aus ethisch förderlichen oder höchst egoistischen Machtgründen, das ist egal. Die Frage ist nur, mit welchen Motivationen und Absichten sie dann eingesetzt würde. Und in der heutigen Welt unterstelle ich leider den meisten Grosskonzernen keine förderlichen Absichten ... was sie ja auch schon bewiesen haben. Nestle mit Milchpulver, die Chemie mit den Pestiziden etc.

Zum Thema "Forschungsplatz Schweiz": Ich war auch an einer Hochschule und wusste damals, dass mein Diplom im Ausland nichts wert ist. Und dennoch waren viele ausländische Studenten bei uns. Irgendwo nicht dabei zu sein, ist also sicher ein kleines Hindernis, dennoch war dieses jedenfalls nicht schlimm genug, um den attraktiven Ruf der ETH im Ausland zu schädigen. Wir werden also sicher auch in Zukunft auf dem Gentechnik-Sektor arbeiten und forschen können - einfach unter etwas anderen Rahmenbedingungen und eventuell nicht so skrupellos wie die vermeintliche Konkurrenz.

Ich denke, die Schweiz sollte dafür sorgen, dass ihre Ausbildung eben auch andere Aspekte beinhaltet als die der restlichen Welt. Es ist also wieder die Frage, muss der Kleine dem Grossen alles nachmachen, um schlussendlich doch vor dessen Grösse kapitulieren zu müssen, oder kann er sich eine Nische finden, die derat attraktiv für andere ist, dass der Kleine bequem davon leben kann. Er muss ja auch nicht dasselbe vollbringen wie der Grosse. Es könnte sein, dass die Schweiz mit Annahme der Genschutz-Initiative andere Wege begehen muss - diese bergen jedoch vielleicht auch viele unentdeckte Schätze, die man dann heben kann - und um die uns dann andere wieder beneiden.

Lasst mich noch kurz in den Garten der Computer- und Software-Industrie schauen, um noch einen anderen Blickwinkel auf Gentechnik zu öffnen. Dort gibt es den Wildwuchs der Hard- und Software. Nur noch einige wenige Giganten beliefern den Markt und zwar auch nicht mehr mit förderlichen Produkten und Absichten, sondern mit Brot und Spielen für die tumbe Masse. Könnte es nicht sein, dass uns all der Mühsal mit inkompatibler Hardware, alten Treibern, sich nicht ausstehender Software auch in der Gentechnik auf uns zukommt? Und Mensch betrachte: Wie klein ist der Kenntnisraum, den es braucht, um Computer und Software zu entwickeln und zu verstehen, und wie unendlich gross erscheint er dem Laien schon zu sein. Und wie klein nun ist er wirklich im Vergleich zum Gentechnik-Baukasten? Ich denke, Computer und Software sind nicht mal nur Muckefuck im Vergleich zu Gentechnik. Und da wollen wir eingreifen? Toll ... aber eben, die Weisheiten sind schon lange unter uns und niemand wendet sie an. Auch der Zauberlehrling wusste nicht, was er begann ...

Möge uns der Menschenverstand den richtigen Weg zeigen. Und mögen die Weltlenker diesen auch beschreiten .... ich werde ja (fr)essen müssen, was die mir vorsetzen ... und ich werde scheinbar wählen können, ohne zu wissen, worunter ich wähle. Denn hinter alledem stehen nur noch immer dieselben grossen Konzerne - Lorenz Kaiser kann das kabarettmässig wunderbar rüberbringen - und zwar dann auch im publikumswirksamen gentechnisch unveränderten Produktemarkt als auch im Gentechnik-Markt ... und da bin ich sicher, wird eine Abteilung leicht mal über den Zaun fressen ... ein Mal ist ja kein Mal ...

In diesem Sinne ... eine schöne Zukunft wünsche ich.

© 3/98

Gratulation, Gentleman Henry Maske!

War ein toller Boxkampf, scheinbar etwas statisch, aber die Beurteilung darf erst kommen, wenn's vorbei ist. Und dann lautet's: überlegt und gelassen.

Inwiefern der zufällige Kopfzusammenstoss Virgil Hill beeinträchtigte, kann ich nicht sagen, aber Herny Maske sagte im Interview, dass er schon zwei Runden vorher merkte, dass er Virgil im Griff hatte.

Gratulation also an einen 43-jährigen männlichen Körper. Wieso es so erstaunt, dass ein 43-jähriger sowas noch schafft, ist mir unverständlich. Denn wer den Vorbereitungsvorgang, sprich Maskes Äusserungen, beobachtete, merkte, dass sich hier ein Mensch konzentriert, alle seine Energie ausrichtet auf ein Ziel, die Richtung darauf hält und keine Ablenker zulässt. In seiner Art und seiner Stimme schwang das Wissen mit, dass er es schaffen kann. Keine unrealistische Selbstüberschätzung, sondern klare Einschätzung. Er sagte ja nie "ich bin sicher ...". Er sagte nur, dass er alles mache, um die beste mögliche Vorbereitung zu erreichen. Dies zu schaffen, das wusste er, das lag auch in seinem Einflussbereich, da konnte ihm keiner reinschnorren.

Es kam also zu einem Kampf der besseren Planer. Derjenige, der seine Energien besser ausrichtete, würde den anderen dominieren. Und das gelang Henry Maske hervorragend. Alles, was Virgil Hill aufbrachte, war geistig vorweggenommen in Maskes Planung, nichts davon konnte ihn vom Weg abbringen, aus der Fassung bringen, Hill konnte einfach nicht gewinnen, weil er nichts hatte, was Henry nicht als Eventualität bereits eingerechnet und dafür eine Strategie entwickelt hätte.

Im späteren Interview sagte er "ich habe mich gewundert, wie gelassen im Kampf ich war, wie ruhig ich war, war schon fast beunruhigt darüber". Es ist halt so, dass Ruhe einkehrt, wenn alles bereits gedacht ist, wenn Eventualitäten eingeplant sind. Es braucht nichts mehr, es ist alles getan. So kann die Realität wie der selbst dirigierte Film im Kino vor dem Bewusstsein ablaufen. Es ist schön, dass Henry Maske diese Erfahrung machte und dem Millionen-TV-Publikum offenbarte. Man könnte ja direkt davon was lernen ...

Diese Fähikgeit zur Konzentration, zur Meditation ist ja nicht vom Alter des Körpers abhängig. Ich danke Herny Maske, dass er uns das wieder mal gezeigt hat. Und vielleicht musste auch er erst so alt werden, um das wirklich zu können - es scheint so, denn im Interview sagte er das sinngemäss auch so.

Gratulation und vielen Dank!

Bookfactory - der Weg von Vapourware zu Paperware

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Ich arbeite seit ca. 9 Jahren mit digitalen Fotokameras. Meine erste war eine Olympus Camedia mit der tollen Höchstauflösung von 1024x768. Danach kamen Canon Powershot, Olympus E-Serie, Fuji, Canon und Sony. So war ich auch mal professionell an einer Fotografenkarriere am Aufbauen, damals mit einer begabten Choreographin zusammen. Wir hatten damals professionelle Fotostrecken gemacht. Mit wenig Geld, ihren Ideen, meine Fototechnik bildeten wir zusammen ein Team, das weitum bis nach Deutschland Beachtung fand.

Ich habe seither mehrere Tausend Fotos gemacht, die zwar nun nicht mehr in einer Schuhschachtel dahinvegetieren, dafür als x GigaBytes auf meinem Server nach immer grösseren Harddisks verlangen. Es spielt keine Rolle, ob die Fotos noch traditionell oder digital aufgenommen wurden, wenn sie nachher nur ungeachtet rumliegen, erfreuen sie niemanden. Natürlich habe ich mir eine Best-Of Sammlung gemacht und schaue die mir als zufällig wechselnde Wallpapers an. Aber anderen können meine Fotos keine Freude machen, weil ich sie nicht weitergeben kann in einer computerfreien Art.

Seit die Digitalfotografie boomt, ist es leichter die Fotos zu Fotobüchern zusammenzustellen. Nicht nur einkleben in nackten weissen oder schwarzen Fotoalben, sondern kommentieren mit Text, beschnitten nach Wünschen etc. Diese Errungenschaft darf ich nun endlich auch mal ausnutzen und mit einem Test eines Produktes verbinden.

Bookfactory bietet diesen Service an, mit einer zuerst herunterzuladenden Software Bilder so am PC vorzubereiten, wie man sie nachher in einem der verschieden grossen Fotobücher gedruckt geliefert bekommen möchte.

Dazu lade ich also die 16 MByte grosse viersprachige Datei für Windows herunter und installiere sie in einem beliebigen Verzeichnis.

Nach dem Start erscheint ein dreigeteiltes Fenster, das zur Linken eine Verzeichnis-Liste und darunter die Vorschaubilder der im Verzeichnis gefundenen Bilder anzeigt. Diese Bilder können zwar in der Grösse in drei Schritten verändert werden, aber weder lassen sie sich anders sortieren noch werden sie gecached. Auch eine Ansicht in Originalgrösse ist nicht möglich. Ein Verzeichnis mit Hunderten von eventuell gar ähnlichen Bildern ist also nicht gerade bequem oder schnell zu handhaben. Wenn man mit der Maus über einem Foto verharrt, erscheinen die Informationen wie Dateinamen, -grösse und -datum und die Auflösung. Es lohnt sich also, wenn man die Bild-Selektion mit einem anderen Werkzeug macht, denn man kann immerhin per Drag&Drop Fotodateien hineinziehen. Gut wiederum ist, dass ein Vorschaubild eine Markierung trägt, wo das Bild im Fotobuch verwendet wird.

Der Beginn gestaltet sich durch die Auswahl des gewünschten Fotobuch-Formates und dessen Speicherung auf dem PC. Bookfactory bietet derzeit zwei hochformatige Bücher an, das grösste mit 20.5 x 27cm etwas weniger hoch als A4. Dann noch zwei Breitformatige, wobei das breitere mit 20.5 x 15cm etwas grösser als A5 ist.

Danach zeigt das Programm im Hauptbereich die jeweils einander gegenüberliegenden Seiten an mit Platzhaltern für Grafiken und Text. Diese Platzhalter kann man in beliebiger Menge auf einer Seite platzieren, positionieren, drehen und stapeln. Leider sind Textblöcke immer vor allen Bildern. Zudem wird der Alpha-Kanal eines PNG-Bilder nicht beachtet, so dass Transparenz-Effekte nicht machbar sind.

Einfache Bildbearbeitung ist möglich, es steht als Automatik eine nicht weiter spezifizierte Bildoptimierung zur Verfügung. Gegen die roten Augen hilft ein Halbautomat, der von mir verlangt, die Augen mit einem Fadenkreuz zutreffen. Weiterhin gibt es immer auf das ganze Bild wirkende Filter für Farbsättigung, Schärfe, Kontrast, Helligkeit, Farbtemperatur, Spiegelungen und Drehung. Diese Filter haben keine numerischen Angaben, so dass man gleiche Anpassungen an mehreren Bilder nicht genau hinbekommt. Eine Gamma-Korrektur fehlt oder ist in der erwähnten Bildoptimierung drin. Sets von Korrekturen lassen sich nicht speichern, um sie wieder anzuwenden.

Stimmungsfilter für Sepia, Selen oder Graustufen wandeln das Foto automatisch in diese Tönungen um. Eine Wertemanipulaiton über Kurven oder gar eine Separation nach Farbkanälen gibt es nicht. Übereinander liegende Bilder können ebenfalls nicht beeinflusst werden. Solche Dinge bleiben also nach wie vor PhotoShop und Co. vorbehalten.

Die Rückgängig-Funktion ist zum Glück mehrstufig, so dass zu spät bemerkte Fehler ebenfalls noch revidiert werden können.

Rechts findet sich ein Turm, Design-Center genannt, der Hintergrundfarben und Hintergrundsujets verschiedener Art anbietet, die man auf eine Seite ziehen oder für alle Doppelseiten anwenden lassen kann. Die Layoutabteilung bietet verschiedene Aufteilungen der Seite in Bild- und Textblöcke. Scheinbar ist es nicht möglich, diese Vorlagen oder Layout zu ändern oder zu erweitern. Änderungen am Layout einer Doppelseite, die durch Verschieben von Blöcken entstehen, werden automatisch in eine Rubrik "Meine Layouts" festgehalten, bleiben jedoch auch dort nicht änderbar. Gäbe es nicht ein zuschaltbares Raster, wären gewisse Layouts nur schwer zu arrangieren.

Texte, die in mehrere Blöcke fliessen sollen, muss man von Hand aufteilen, einen automatischen Textfluss wie in verketteten Textblöcken eines Desktop-Publishing-Programmes gibt es nicht.

Unter der aktuellen Doppelseite finden sich eine Leiste kleiner Bilder aller Doppelseiten des Fotobuchs - zur Navigation, aber auch zur Änderung der Reihenfolge der Doppelseiten. Man kann sogar Bilder aus der Vorschau oder Hintergründe oder Layouts aus dem Design-Center auf die kleinen Platzhalter auf den Doppelseiten ziehen. Die Leiste offenbart auch, dass man die beiden Innenseiten der Buchdeckel nicht nutzen kann.

Textblöcke können nicht direkt auf der Seite erfasst werden, sondern sie befüllt man in einem aufpoppenden Texteditor, der die Einstellung von Schrift, Farbe und Grösse erlaubt. Leider erlaubt das Programm nur die vorgebebenen Farben und noch schlimmer, nur die ebenfalls vorgebenenen 7 Schriftgrössen, die von 10 bis 24 laufen (die Masseinheit bleibt ein Rätsel). Auszeichnungen und Ausrichtungen im Block sind ebenfalls möglich. Schade ist, dass nur eine sehr begrenzte Anzahl Schriften zur Verfügung steht. Meine zahlreichen installierten Schriften hat das Programm ignoriert und bietet nur 15 an, leider praktisch keine Edelschrift, wie man sie eventuell aus Büchern der Kunstdruck-Klasse kennt.

Nett ist das Vorhandensein einer kleinen, nicht erweiterbaren Gedichte- und Zitat-Sammlung, so dass man nicht erst lange nach dem passenden Spruch graben muss - in den Hirnzellen, einer Spruchsammlung oder im Internet.

Das Wichtigste sind nun die Bild-Blöcke auf der Doppelseite. Beim Drüberfahren zeigen sie die Grösse in Millimetern, die empfohlene Punktdichte und die dazu notwendige Auflösung an für ein Foto, das hier reinpassen würde. Zieht man nun ein Foto auf so einen Platzhalter, das die geforderte Mindestpunktedichte nicht aufweist, zeigt der Platzhalter die derzeitige Auflösung mit der Warnung, dass dies beim Druck zu Unschärfe führen könnte, an.


Der grüne Rand ist nur während der Erfassung
sichtbar, im Buch nicht mehr.
Schade ist das Fehlen jeglicher Randgestaltung für die Bilder. Das stört so lange nicht gross, wie man Bilder nicht übereinander legt. Hat man ein Bild, auf welches kleinere (zum Beispiel Detailbilder) legen möchte, so muss man selbst um eine klare Abgrenzung kümmern. Also weder abgerundete Ecken, noch Schattenwurf, noch 3D-Effekte, noch Bilderrahmen etc. (siehe Bild).

Eine Vorschau-Funktion steht jederzeit zur Verfügung, die allerdings nicht viel taugt, sie bietet nur die Zoomstufen 50%. 75%, 100%, 120% und Optimal, was auch immer letzteres bedeuten soll, denn optimal ist einfach die Zoomfenster füllende Ansicht. Immerhin ist sie die einzige brauchbare Kontrollmöglichkeit.

Wenn alles arrangiert ist, kann man das Fotobuch nun zur Bestellung aufgeben. Der Assistent prüft alles zuerst: Er testet, ob Umschlag und alle Inhaltsseiten belegt sind, ob der Buchrücken beschriftet ist und ob die Bilder und die Textblöcke korrekt und vollständig dargestellt werden können. Zu einer Rechtschreibprüfung rät das Programm zwar, aber es selbst bietet keine an. Nach Eingabe der Adresse und Abnicken des Preises kann man das Fotobuch fertigstellen und per Internet oder via CD zu Bookfactory senden lassen. Bei meinem 64-seitigen Fotobuch ergab das eine Buchdatei von 71 MByte. Man sollte also eine stabile Internet-Verbindung haben, denn das dauert.

Nutzung der PC-Resourcen

Das Programm habe ich auf einem Athlon 64 mit 1.5 GB RAM unter Windows XP gestestet. Die Bildschirmauflösung von 1920x1200 kam der Arbeit definitiv entgegen, denn der Hauptbereich der aktuellen Doppelseite passt sich immer der Fenstergrösse an. Auf einem PC mit nur 1024x768 Pixel Auflösung ist dieser Bereich arg klein. Die Vorschau bietet hier zwar eine Abhilfe, da sie die Anzeige rollen kann, aber in ihr sind ja keine Änderungen möglich und sie ist modal, das heisst, man muss sie schliessen, um im Programm wieder etwas machen zu können.

Leider sind weder die linke Verzeichnisliste mit den Vorschaubildern noch das Design-Center noch die untere Navigationsleiste ausblend- oder verschiebbar. Ihre Grösse bestimmt also den Platz für den Hauptbereich.

Etwas irritierend, wenn wohl auch verständlich, dass man das Fotobuch nicht drucken kann. Nicht mal in einer minderen Qualität, einfach so fürs Korrekturlesen, zur Begutachtung der Platzausnutzung, der Seitengestaltung, Einholung von Meinungen von Freunden etc. Sehr schade.

Das Buch

Nach 5 Arbeitstagen kam das Buch, und ich war sehr gespannt, wie es im Vergleich zu den Audrucken der Fotos auf meinem Phaser aussieht. Ich erwartete natürlich besser, denn der Phaser mit seinem Wachs ist zwar schon gut, aber eben noch nicht sooo gut wie ein Foto. Ich wurde nicht enttäuscht, das Buch ist toll geworden. Satte kräftige Farben auf edlem, schweren Papier, matt gedruckt. Die Fotos sehen daher wirklich toll aus, sie sind gerade bei den Farbstimmungen so, wie ich sie auch erwartete. Der Farbauftrag macht es möglich, dass die Fotoso so kräftig erscheinen wie auf dem Monitor. Einige kleine Farbkorrekturen wurden offenbar gemacht - zum Besseren in meinem Fall.

Fazit

Mein Eindruck zur Software ist etwas gemischt: Einerseits ist die Komposition recht einfach und intuitiv, aber der Texteditor ist unzureichend. Der Stapelfehler mit Textblöcken und die für eine genaue Layout-Kontrolle ebenfalls nicht ausreichende Vorschau-Funktion und die fehlende Unterstützung für Alphakanäle in PNGs zeigen, dass der Textdruck und die Kompositionsmöglichkeiten nicht mit gleicher Gewichtung unterstützt werden wie die Handhabung der Bilder. Geschmacksvoll illustrierte Gedichtbände sind sicher nicht der Anwendungszweck dieses Programmes von Bookfactory. Aufwendige Bildkompositionen müssen vor Import in Bookfactory in gestandenen Bildbearbeitern wie PaintShop, PhotoPaint oder PhotoShop gemacht werden. Dann sollte die Arbeitsfläche vom Benutzer selbst flexibler gestaltet, Fotos sollten in Rahmen gesetzt und Schriften des Benutzer-PCs ins Buch eingebettet werden können.

Das Buch belohnt dann mit schönen Farben, wie man es eben aus Fotobüchern kennt. Dieses Buch kann ich nun rumzeigen und mich und andere daran erfreuen. Es hat sich gelohnt und ist wohl auch die CHF 107.- inklusive Porto für die 64 Seiten wert. Denn dies ist nun ein Buch mit den Lieblingsfotos von mir, kein Ramsch, kein Ausschuss, nur das Beste.

Sihlcity - wieder was, was niemand braucht(e)

Nun ist es eröffnet, die gigantomanische Umnutzung der alten Papierfabrik an der Sihl in Zürich bei der Allmend. Das alte Fabrikgelände wurde bekanntlich mehrere Jahre lang besetzt von Alternativen und Künstlern.

Nett die Meinung eines ehemaligen Hausbesetzers und Künstlers zur Tatsache, dass einige ehemals künstlerisch verzierte Säulen als Reminiszenz an die Vergangenheit in neuen Restaurants konserviert wurden: Es sei die Höhe, diese ehedem verteufelte Kunst nun als Exposé des Kommerztempels zu nutzen.

Er sei das erste und letzte Mal dort gewesen: Es gebe nichts, was man im dichten Zürich nicht innert 2 km auch kaufen könnte. Es sei einfach eine Ballung von Läden. Wir Schweizer kennen ja eh schon alle Läden, die wir dort finden, es sind die üblichen Verdächtigen.

Der Projektleiter habe an einem Eingang die Besucher gezählt, die innert einer Stunde in die Sihlcity strömten und war erfreut darüber, dass es so viele seien.

Wenn er sich da nur nicht täuscht. Schliesslich wollten sicher die meisten einfach mal die derzeit im TV äusserst stark gefeatureten Bilder in Real sehen.

Nun kann man also in einem Dutzend Restaurants essen, in 9 Kinosälen einnicken, auf 3 Dance-Floors hopsen und in 80 Läden Geld ausgeben. Wer vor lauter sinnbetörendem Konsum doch irgendwie von Gewissensbissen geplagt wird, kann sich diese in der eigenen Kirche austreiben lassen. Anreise bitte mit ÖV. Ok, Zürich-Südwest hat nun auch seine Kommerzecke wie Zürich-Nord. Aber wer brauchte die denn?

Für lokal Unkundige sei gesagt, dass die Sihl einmal ein schöner Fluss war, der in die Stadt enifloss und sich mit dem Abfluss des Zürichsee vereinigt. Seit mehr also 30 Jahren schwingt sich als Hochstrasse über der Sihl ein Autobahnprovisorium in die Stadt und verschlang das notwendige Licht, das das Flussufer zu einer blühenden und lebendigen Naturlandschaft spriessen liess. An eben dieser Sihl wurde nun dieser CHF 600 Mio. Klotz hingestellt. Es ist klar, dass die Renaturierung der Sihl damit völlig vom Tisch ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich meine wohl klare Meinung gegen solche reinen Kommerzkästen darlege, die verwaisen, wenn keine Öffnungszeiten herrschen.

Es ist einfach so, dass der kommerzielle Erfolg nicht mal gesichert ist, denn immer mehr solche Zentren buhlen um die Gunst der gleichbleibend zahlungskräftigen Kundschaft. Die Schweizer geben nicht mehr Geld aus, wenn was Neues angeboten wird, nur anderswo. Mal sehen, was die naheliegende Migros erleben wird. Freude dürften wohl die Tausende von Arbeitern der Credit Suisse haben, die nun ihr verdientes Geld praktisch ohne nass zu werden vom Üetlihof zur Sihlcity tragen können. Diese Menschen könnten ihr Leben nun also komplett abhandeln zwischen Arbeitsstelle und Einkaufs- und Erlebniszentrum, alles bestens erschlossen mit in Tiefgaragen einfahrenden Bussen etc.

Toll auch die synthetische Tagesgestaltung des Verkaufspersonals: Irgendwo unten in Sihlcity bei Kunstlicht dahinvegetieren in In-Schuppen der Modebranche oder Boutiquen-Biotopen ... naja, immerhin, die werden vom Klimawandel nichts mitbekommen ...

Der ach so mächtige und freie Mensch ...

Es ist schon bemerkenswert, wie viele Leute meinen, sie seien in irgendeiner Weise frei, ungebunden, gar mächtig oder das Mass aller Dinge.

Es sind letztens die Resultate bekannt geworden, wie eine Aufstiegstortur auf einen 7500 Meter hohen Berg dem Körper der Beteiligten zusetzt. Es war eine medizinische Expedition, die die Auswirkung des mangelnden Sauerstoffs auf Gehirn, Augen, Lungen und Herz beobachtete.

Zu dem Zweck wurden sogar Hometrainers auf den Berg geschleppt, um Belastungstest zu machen. Eine von zwei Gruppen machte einen "schnellen" Aufstieg, die andere durfte sich länger an die einzelnen Höhenstufen der Zwischenlager anpassen.

Heraus kam, dass bei beide Gruppen ihre Maximalleistung gleich blieb, obwohl man eine Verbesserng der länger akklimatisierten Gruppe hätte erwarten können. Bei der hat jedoch die Effizienz zugenommen, sprich, ihr Sauerstoffbedarf für eine bestimmte Leistung war geringer geworden als bei den Schnellaufsteigern.

Dennoch nach ca. 6800 Metern stellte man bei allen Leuten fest, dass sich das Gehirn vergrösserte, ohne dass dies Kopfschmerzen erzeugte - sie waren alle allesamt am Rande eines Gehirnödems.

Interessant daran finde ich wieder mal diese Betrachtung: Wir sind enorm limitiert ... geistig natürlich an sich nicht, aber körperlich schon. Unsere Sphäre, in der wir leben können, ist nicht mal 5000 Meter dick, die gut kompatible Biospähre wohl grad mal 3000 Meter. Auf einer Kugel, die 12 Millionen Meter Durchmesser hat. Der Mensch lebt also auf einem 2000stel des Durchmessers der Erde. Und meint, fast allmächtig zu sein. Da gibt es Tausende von Organismen, die eine wesentlich dickere Biosphäre nutzen können.

Und diese dünne Schicht verdrecken wir auch noch meistens, oder pflegen sie nicht so, wie es eigentlich nötig wäre. Schliesslich halten die meisten Menschen ihre Wohnung auch sauber, putzen und reinigen. Doch wohin geht ihr Abwasser von Mister Proper, Chavel-Wasser, Bref, östrogen-ähnlichen Duftstoffen im hippen Duschgel etc?. Aus den Augen aus dem Sinn, immer das gleiche.

Und das nur auf einem 2000stel der Erde. Etwas kühn ...

Beraten, Entscheiden und Durchhalten bis zur Vollendung

Letzthin hatte ich eine Kundin, die in der Phase, wo sie mich fand, sehr tief unten im Stimmungsniveau war - nach eigener Aussage.

Nach einiger Zeit konnte ich sie auf ein Niveau bringen, wo sie wieder Licht am Horizont sah. Es war kein Lippenbekenntnis, sondern es war für mich spürbar, dass sie sich ausrichtete.

Ich erklärte ihr die Techniken, die ich anwandte, um sie auszurichten - damit sie das auch ohne mich hinbringt, wann immer sie es braucht.

Nach einigen Tagen sah ich sie wieder. Auf meine Frage, wie es ihr gehe, kam klar heraus, dass sie zwar nicht mehr in jenem Tal lag wie beim ersten mal, aber dafür eine andere Talsohle gefunden hat, in der es sich so richtig toll jammern lässt.

Da sie ansagte "Ich weiss, woran das liegt", liess ich sie so, wie sie sein wollte. Denn wenn sie es wirklich weiss, dann ist es also ihre bewusste Entscheidung, sich im Jammertal zu fühlen. So ist es.

Wenn man Jahre damit verbrachte, den eigenen göttlichen Funken unter einer Schutthalde voller hindernden Emotionen fast zu ersticken, so darf man sich eigentlich klar sein, dass es wohl nur einem Avatar gelänge, sich innert eines Tages seiner zu erinnern und ihn wieder auszugraben.

Wir alle haben einen Verstand bekommen, mit dem man sehr trefflich analysieren kann. Der hilft einem an sehr vielen Orten, aber er ist auch genauso gnadenlos im Sich-Herausreden.

Selbst wenn er eine Technik zur Verbesserung der Lage verstanden hat, ist es nicht er, der festlegt, ob diese Technik angewandt wird und zum geplanten Erfolg führt. Dies ist eine Entscheidung des Menschen, der den Verstand besitzt und hoffentlich förderlich benutzt.

Die "Massenträgheit" der Altlasten wird noch oft die Gefangenenkugel am Fussgelenk spielen wollen. Sie wird spürbar sein. Deshalb muss der Mensch die Technik halt entschieden anwenden und sich daran halten, durchhalten und jegliche Ablenker bestätigen, sich von denen aber nicht von der entschiedenen Richtung abbringen lassen.

Obwohl meine Kundin also beim ersten Mal genau spürte, wie die Techniken wirken und sie einen Erfolg damit hatte, liess sie es sich geschehen, dass sie die Richtung nicht einhielt, die Technik nicht weiter anwandte und von der Richtung abwich.

Da sie sagte "Ich weiss ...", blieb mir nur zu sagen "so ist es". Jeder darf seinen Zustand selbst wählen. So ist es.

Meine "TV-Lieblinge", Harald Lesch und Thomas Schwartz im BR3

Heute Nacht habe ich sie wieder mal gesehen, meine beiden TV-Lieblinge. Harald Lesch, Astronom und Physiker an der Uni München, und Thomas Schwartz, katholischer Theologe, Priester.

Ich finde es toll, was diese beiden nächtens veranstalten: Eine klassische Disputatio: Die Themen meist die üblichen grossen Fragen: Was ist Liebe, was ist das Universum, gibt es Gott, gibt es Engel, was sind wir, was ist Leiden, was ist Glück, was ist Religion?

Das Spannende ist, dass sie das Thema so beleuchten, wie sie es erstens aus ihrem Fachbereich sehen, dass sie diese Fragen aber auch an den andern stellen und sich anhören, wie es der andere sieht, ohne ihm eben vorzuwerfen, dass er ja nicht von demselben spreche.

Sie finden sich jeweils meistens, denn natürlich können sie einige Fragen auch nicht beantworten, wobei es dem Lesch natürlich schwerer fällt, da er aus der materiell erfahrbaren Grundlage argumentiert, der Physik. Schwartz hat es leichter, weil er seinen Glauben auch dann noch hochhalten kann, wenn er als menschlicher Theologe auch nichts mehr sagen kann.

Allerdings ist es für mich schon erfreulich gewesen zu bemerken, wie die beiden ein Thema wälzen, wie es oft Schwarz ist, der etwas "oben liegt" oder "die Nase vorn" hat, eben, weil der Verstand für die bipolare Welt geplant und geschaffen ist. Ausser bei Stephen Hawking habe ich bisher noch immer die Schwelle gehört, dass der Big Bang, der nach der gleichnamigen Theorie dieses Universum begründete, das Denken und die Frage nach dem Davor verbietet.

Heute Nacht diskutierten sie wieder mal das Thema Leid. Natürlich kann man sich nun zu diesem Thema buddhistische Schriften anlesen, christliche Sichtweisen anhören und phychologische Deutungen angedeihen lassen.

Wenn man die liest, ist es im Moment zumindest immer eine einseitige Sache. Die Disputatio, die diese beiden Herren führen, ist hingegen das ständige Ping-Pong von "Wie siehst du das" und "Wie erklärst du dir das" und "Wenn es so ist, wie du sagst, wohin führt das denn". Kein Standpunkt bleibt da unangetastet, von jedem aus erlauben sich die beiden, mal ihre Gedanken fliessen zu alssen. Viele Aspekte werden so von beiden aufgezeigt und angeregt.

Grad zum Thema Leid ist natürlich die Frage nach dem Tod, und zwar dem eigenen und dem anderer, eine spannende Sache. Schwartz sagte, das Leid geschehe nicht im Gedanken an den eigenen Tod, denn obwohl man wisse, dass man (wer?) sterben wird, erzeugt das kein Leid, aber den Tod bei anderen, natürlich geliebten Menschen zu erleben, das erzeuge Leid.

Das hat wohl auch schon jeder erlebt, wie man leidet, wenn man vom Tod eines bewunderten, geliebten, verwandten Menschen erfuhr. Wieso kann sowas Leid erzeugen? Ist ja klar, dass nichts Materielles ewig ist. Es ist die ureigenste Erfahrung jedes materiellen Objekts im Universum, dass es endlich ist. Niemandem ausser dem Menschen scheint das Probleme zu bereiten. Oder hat man schon die eigene Katze ohne Not sich in Gedanken über die eigene Vergänglichkeit grübelnd erwischt? Wohl kaum. Nicht mal das Schweinchen Babe hielt sich lange damit auf, dass seine Mutter geschlachtet wurde.

Lesch kann sich auf die Rolle des beobachtenden Physikers zurückziehen und sagen, Aufbau und Vergänglichkeit sind Dinge, die so ablaufen. Erst der Mensch macht daraus ein Theater. Da er natürlich auch Mensch ist, diskutiert er das mit Schwartz, und sie beleuchten so ziemlich alles, was es dazu zu sagen gibt. Sehr spassig.

Buddha sagte das halt einfach anders: Es sind die Ereignisse, die wir als Beobachter andauernd einordnen und bewerten wollen, die uns dadurch Leid "erzeugen" lassen. Wir haften den Dingen an, deshalb mögen wir keine Veränderungen. Alles Materielle sei Illusion. Nur, kann ein Mensch es auch noch so sehen, wenn beispielweise seine Eltern sterben, das Kind überfahren oder ermordet wird? Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen, sprich, es zeigt sich, wer das wirklich verinnerlicht hat. Buddha könnte es wohl. Wer kann's auch schon?

Viele interessieren sich für buddhistische Lehren. Hat er eventuell recht? Kann ein Mensch diesen Abstand halten zu dem, was er sieht und fühlt? Ist er dann noch ein Mensch, wenn er's kann? Hört dann das Leid auf? Ist das Gleichgültigkeit?

Lesch und Schwartz lassen es eben meistens offen, wie sie es nun ganz persönlich halten wollen. Wer ihnen jedoch aufmerksam folgte, hat danach reichlich Nahrung für eine Disputatio mit sich selbst, sprich meistens dem Verstand. Immer sehr bereichernd und befruchtend. Danke den beiden dafür!

Wider dem Informationsüberfluss und dessen Konsequenzen

Wie andere auch, habe ich ein Interesse, mich interessierende Informationen zu mir zu leiten. Newsletters, Mailinglisten sind da ja die für den Homo computeriensis vorteiligen Mittel. Und die spülen auch reichlich Strandgut an. Dieses sollte ich dann sichten, ob sich ein Schatz darunter befindet.

Ich habe seit vielen Jahren für den Computerbereich den ct News Ticker abonniert. Ich las regelmässig alle News durch und schaute mir alle interessanten Texte auch vollständig an. Ich bin ja schliesslich ein neugieriger Typ und ich finde es spannend, was es alles an Neuem gibt, selbst wenn ich daraus praktischn nie Nutzen ziehen kann. Es ging üblciherweise soweit, dass ich jede News-Ticker-Mail bearbeitete und rausschmiss, was ich nicht brauchte. Selbstredend eine sehr tolle Wissensbasis, aber sehr zeitaufwendig in der Pflege.

Vor ca. einem Jahr bemerkte ich, dass der täglich automatisch im Outlook versenkte News-Ticker mich immer öfter kalt liess, obwohl Outlook ungelesene Mails fett druckt. Dennoch, auch die in die Hunderte gehende Zahl der ungelesenen Artikel konnte mich nicht mehr erwärmen.

So habe ich den Ticker immer noch aktiv, aber ich lese fast nichts mehr davon. Wenn es denn mal sein müsste, könnte ... ja, könnte ich mit dem Outlook danach suchen. Aber wieso eigentlich ich in meiner Inbox, wo es Google besser weiss, wenn ich eh weiss, was ich suche? Und wenn ich's nicht weiss, dann müsste ich ja doch wieder alle sequentiell durchgehen. Hmmm, mal sehen, ob der Informationspool doch mal noch für etwas gut ist.

Für mich ist es klar, dass dies der Wink meines Innern ist, dass die EDV wohl definitiv nicht mehr mein Gebiet ist. Gerade ich, dessen Fähigkeit es bisher war, viele Informationen zu finden, zu speichern und zu verknüpfen, um sie dann ggf. anwenden zu können, bemerkte, dass dieser Run nach "Was gibt's Neues" mich verliess.

Allerdings merkte ich auch, dass eine rechte Ladung von meinem Herz gerutscht ist. Es ist eine Entlastung, mich der ehemals als sinnvoll bewerteten Gewohnheit wieder zu entledigen. Denn, die Ticker haben ja dem Namen gemäss die Eigenschaft, in maschineller Regelmässigkeit und unerbittlich die nächste Ladung an Stoff zu bringen. Wo ich doch die letzte auch nicht verarbeitet hatte.

Ich lese ja seit 15 Jahren keine Zeitung mehr, ich habe genau drei abonnierte Zeitschriften, zwei davon sind Fachmagazine. Und natürlich das Internet. Mein Handgelenk ist auch bar einer schmückenden Uhr.

Wir sind ja so enorm eingebettet in Infos, News, alles prasselt auf einen ein. Die Uhr vermisse ich nicht, weil eh überall in der Schweiz nach etwas Ausschau eine öffentliche Uhr zu finden ist. Hört man Radio, ist die Zeitansage ebenfalls regelmässig da und im TV dito. Radio und TV liefern ebenfalls Informationen, meistens sinnlose, im wahrsten Sinne des Wortes: Sinnlos für mein Leben.

Es sind routinierte Abläufe, die uns das Leben schwer machen. Nicht, weil sie unbedingt nutzlos wären, sondern weil sie unseren Pool der bereits unbewusst gewordenen Handlungsweisen anfüllen und damit Energie absorbieren. Und weil sie eben unbewusst geworden sind, finden wir sie nicht mehr oder nur selten, wenn wir mal bei uns schauen wollen, wohin denn unsere Lebensenergie abfliesst.

Unser Geist ist halt wie ein Windows-PC. Nach der Erstinstallation füllt er sich mit Müll, Hilfsprogrammen, Neugierstillungen, Irrläufen an. Die Energie der CPU wird verzettelt in sinnlosen, vergessenen Programmen, und das Programm, das wir grad wirklich laufen lassen wollen, startet lange nicht und kriecht dann statt zu spurten, oder stürzt gar ab, weil eine irgendwo laufende Software etwas so verändert hat, dass es nun nicht mehr funktioniert. PC-Supporter rieten daher, Windows alle 0.5-2 Jahre neu zu installieren. Es ist erfahrungsgemäss einfach das Einzige, was zuverlässig hilft.

Den Windows-PC kann man platt machen und Windows neu installieren. Wer's schon mal beobachtete, weiss, wie sich das Windows dann anfühlt.

Geht das bei uns auch? Beim Geist? Ja, das geht, und es ist toll, wieder Kapazität (= Bewusstsein) zurückzukriegen. Gerne bring ich's Ihnen bei :-) Ich liebe es, die Analogien zum Computer zu machen ... sie sind sooo zutreffend.

Die Reinung, das Aufräumen, das Loslassen ist auch das Geheimnis der Jugend ... oder des Jungbleibens ... vielleicht mal ein paar Gedanken wert?

Erstaunen über Männerchor mit Pop-Musik

Da hat die Schweizer Pop-Gruppe Mäsh einen Erfolg mit dem Titel Ewigi Liebi. Tolle Sache. Der Titel nimmt sich eines allgemein interessierenden Themas an. Deshalb hat er nur schon für sich alleine viel Erfolg hierzulande.

Interessanter ist es jedoch, dass eine innerschweizer Jodlergruppe, der Jodlerklub Wiesenberg, mit einer - modernerweise müsste man dem ja Coverversion sagen - adaptierten Version Furore machen. Sie hätten dies ohne jegliche Absicht getan, einfach, um jemandem aus ihrem Bekanntenkreis dieses Lied als Ständchen zu bringen.

Ich habe diese Version heute das erste Mal gehört und sie gefällt mir auch, obwohl sie schon sehr stark auf das typisch Folkloristische, das Jodeln, verzichtet. So singen sie in der typischen Männerchor-Lage dieses Lied, und nur einmal pro Strophe wird es es angereichert durch eine kurze Koloratur eines Solojodlers. Ich hätte mir da mehr davon erwünscht, da ich sowohl gerne Männerchöre höre wie auch die klaren Stimmen von Jodlern.

Das allseits Verblüffende ist nun, dass sich dieser Folksong einen Platz in der Schweizer Hitparade erobern konnte und erhalten kann.

Wieso hat dies so einen Erfolg? Der Titel von Mäsh macht's sicher schon mal aus, denn auch zu dem singt die Schweiz mit, erst recht, als er im Duett von Francine Jordi und Florian Ast gecovered wurde.

Vielleicht ja, weil die Jodler etwas Urtümliches, etwas typisch Schweizerisches darstellen. Wo sonst stehen die Männerchöre mit den Händen in den Hosen rum und singen?

Männerchöre gibt es in jedem Land, und die Mitglieder vertreten meist wahrhaftige Verwurzelung. Und wenn sie schön singen, dann ist ein 20-Köpfe Chor halt schon etwas sehr Bewegendes und Kraftvolles. Der Gesang rüttelt an den Wurzeln aller hier Geborenen, auch wenn sie sich wohl kaum bewusst sind, dass sie auch Generationen vor sich hatten, die hier ihre Wurzeln in den Boden vergruben.

Zudem möchte doch wohl jeder Mensch spüren, woher er stammt und eventuell feut es ihn, wenn ihm andere zeigen, wie er seine Wurzeln spüren kann. Das hat nichts mit Nationalismus zu tun, sondern einfach mit dem Spüren, in welcher Kultur man aufgewachsen und sicher auch schöne Zeiten erlebt hat. An die erinnert dann die Musik.

Ich finde es einfach schön, wie die das gemacht haben, obwohl ich mir den Song lieber von einem Appenzeller Chörli hätte anhören wollen ... obwohl ich von denen lieber die Zäuerli anhöre. Diese Innerschweizer versteht ja eh fast keiner ... :-)

Also, auf! Bringt die Zitterstimmchen und synthetisch overdubbten Tracks von Sternchen und Sternschnuppen zurück auf soliden Erdboden, reichert sie an mit gehaltvollen Bässen, Baritonen und Tenören. Lasst das in der Gruppe resonieren und bewegt damit die Gemüter und das Fundament anderer Menschen!

Was bringen Blog-Netzwerke?

Aufgrund eines Aufrufes zum Thema "Konzentration von Blogs zu ähnlichen Themen" habe ich mir überlegt, was dies bringen kann.

Es ist ein bekanntes Problem. Alleinkämpfer haben wenig Reichweite und wenig Durchsetzungskraft. Grössere Organisationen haben die grössere Reichweite und möglicherwiese etwas mehr Kraft. Dabei geht das Ego des Einzelnen natürlich unter zugunsten des gemeinsamen Ziels. Das klappt wunderbar mit all den Charakteren, die ihre Anerkennung nicht über die Prominenz der Einzelmaske erhalten. Nicht mehrheitsfähige Einzelaspekte, die durchaus wichtig sein könnten, werden unterdrückt.

Ich bin seit über 25 Jahren mit EDV beschäftigt, ich hatte schon mit elektronischen Medien zu tun bevor andere wussten, was eine Mailbox, ein BBS, ein Forum ist. Keines dieser Medien war revolutionär in dem Sinne, dass es etwas bewegt hätte, was die bisherigen Medien nicht schafften. Dasselbe gilt auch fürs Internet oder das Web, das die meisten Leute ja für das Internet halten.

Für mich scheint es daher das wirkungsvollste zu sein, dass allgemeine Suchmachinen die Inhalte schnell indizieren, die themenspezifischen Concentrators Blog-Extrakte redaktionell erzstellen, betreuen und möglicherweise Digests die wöchentlichen Extrakte an wohl eher passive und interessierte Abonnenten in Mailinglisten leiten.

Informationen waren ja schon immer da (es gibt nichts Neues in dieser Welt), auch in meinem Bereich, der Persönlichkeitsentwicklung, dem spirituellen Wissen. Doch Informationen alleine bewirken nichts, erst die Menschen, die damit etwas tun. Es geht ja immer um dasselbe: Bewusstseinsbildung und daraus folgende Taten. Dies kann aber niemandem aufgedrängt werden, denn üblicherweise reagiert der Betroffene dann nur mit Bewusstseinstrübung ;-)

Selbst angenommene Information nützt rein gar nichts, wenn man nichts damit tut. Erst durch Tun wird Information zu Wissen, zu Erfahrung. Und erst durch Tun ändert sich was. Bei mir und im von mir erreichbaren Umfeld. Ob sich meine Reichweite mit diesem Blog erweitert hat, weiss ich nicht und spielt auch keine Rolle. Denn meine Motivation und Belohnung hole ich nicht aus dem Blog, aus der Vernetzung oder dem Internet.

Es nützt also zumindest im Internet nicht viel, Organisationen aufzubauen, die vernetzen und damit Hierarchien aufbauen sollen. Für die Vernetzung ist das Mittel der Link, und damit kommt jeder Surfer schon enorm weit, denn genau das ist das Internet: Keine Hierarchien. Reicht das nicht, sucht er wirklich mal nach Material zu neuen Merkwörtern, so helfen Suchmaschinen. Meines Erachtens ist also alles schon da, um viele Menschen im Internet zu verknüpfen.

Damit ist wie gesagt ja noch nichts erreicht. Das TUN ist das wichtige. Wenn mir etwas an Information fehlt, um meinen Wunsch nach Tun zu realisieren, dann gehe ich ins Internet, suche danach und finde meistens all das, was ich brauche. Egal, ob es in einer Einzelseite steht oder bei umfangreichen Organsationen.

Es geht eben nicht darum, dass ich anderen meine Sicht oder mein Wissen aufdrängen kann, um etwas zu erhalten, zu bewirken, auszulösen, sondern dass meine Informationen gefunden werden von dem, der sich jetzt dafür interessiert.

Denn obwohl ich mein Wissen gerne teile, ich es sogar gerne anbiete, überlass ich es den Lesern, also Ihnen, damit etwas anzufangen. Denn, wieso und wozu Sie das lesen, das weiss ich ja nicht ... :-)

Ich hoffe, dass Sie sich für sich selbst und Ihre Umgebung interessieren. Dann habe ich einiges, was Ihnen behilflich sein könnte auf Ihrem Weg. Denn schliesslich habe ich ja schon auch eine Berufung ... :-)

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