Das ColdCard Desaster

Am 30. Juli 2026 wurde bekannt, dass ein Angreifer mittlerweile über 1000 Bitcoins auf seine Wallet überwiesen hat. Nicht wie viele sagen, gestohlen, sondern einfach nach den Regeln des Bitcoin-Consensus überweisen. Der Bitcoin-Stand des neuen Besitzers findet man über diese Watch-Seite.

Wieso wird das dennoch als Diebstahl bezeichnet? Nun, es ist nur Diebstahl aus der Sicht der vorherigen "Besitzern". Denn in Bitcoin gibt es das an sich nicht, weil Bitcoin bekanntlich immateriell ist und daher vom Physischen nicht besessen werden kann.

Wie beweist man denn, dass man Bitcoins besitzt oder hält? Physisch kann man's ja nicht. Aber mathematisch. Dazu braucht man den privaten Schlüssel, und woher hat man den? Als Ableitung von einem Seed, das wohl bekannteste Wort im Bitcoin-Glossar. Mit dem privaten Schlüssel kann man mathematisch beweisen, dass man die Bitcoins bewegen könnte, wenn man wollte. Man kann damit allerlei beweisen, auch die Unversehrheit eines elektronischen Vertrags, eines PDFs, das ein Mensch durchaus anschauen und ändern könnte. Aber eben, die Verfälschung könnte dann locker nachgewiesen werden.

Der Seed

Der Seed ist einfach eine 256 Bit, 32 Byte Zahl. Im 10er System also etwas zwischen 0 und 1077. Das sind gigantische Zahlen, die niemals ein Computersystem abgrasen kann. Ich rechnete ja mal etwas im Nachtrag zu einen Artikel, um die damals aktuelle Rechenpower dem Zahlenbereich dieser 2256 Möglichkeiten entgegenzustellen.

Mein Freund, der Bitcoin-Trainer, hat dazu eine schöne, interaktive Visualisierung gebastelt (der Link springt grad zur ColdCard ;-). Die Basis ist das Atom, für uns unendlich klein ... bis zum Rand des sichtbaren Universums ... anschauen!

Nun, die Hash-Funktion ist halt wie eine Mühle mit einem grossen Trichter und einem Test-Auslauf unter dem Mahlwerk, wo - in menschlicher Analogie - ein Prüfer andauernd etwas rausnimmt, auf Qualität prüft und oben mit dem konstanten Zulauf wieder in den Trichter kippt, wo es natürlich wieder zermahlen wird mit dem neuen Zeug.

Das ist die Hash-Funktion. Nicht wie es in der Presse und TV oft heisst "komplizierte Berechnungen" ... nein, einfach f*cking simple bit operations. In Wikipedia sieht man ja, wie es geht.

Das Problem ist nun, was schüttet man in den Trichter, damit dieser Hash möglichst zufällig ist? Nun, wer Hash verstanden hat, weiss aber auch, dass es bei gleichem Input immer den gleichen Output gibt.

Wenn ich also einen Kubikmeter Holz reinschmeisse, kommt unten bis aufs Gramm genau immer dasselbe raus. Wer's probieren will, hier eine schöne Website, die auch grad noch diverse andere Hashes und Prüfsummengeneratoren nutzt und deren Resultat anzeigt.

Wenn man dort im Feld Hash String etwas reintippt oder unter Hash File eine Datei hochlädt, spuckt die Seite nach etwas Rechnerei die diversen Hashes aus, darunter den SHA-256, den wir in Bitcoin ja brauchen.

Also, wenn wir

Bitcoin
in den Trichter des digitalen Mahlwerks schütten, kommt
b4056df6691f8dc72e56302ddad345d65fead3ead9299609a826e2344eb63aa416
heraus. Tja.

Und wenn wir

bitcoin
reinschütten, ist es
6b88c087247aa2f07ee1c5956b8e1a9f4c7f892a70e324f1bb3d161e05ca107b16

Aha. Immerhin, sieht schon sehr anders aus.

Und der hier

BiTCoin

ergibt

01c310ff0cc17b8670c673ea12f711614e36ad168e283f5e78d939be4441824e16

Genau man erkennt keinerlei Abhängigkeiten von Input zu Output. Eine Hash-Funktion hat also einige wichtige Merkmale zu erfüllen:

  1. Egal, was und wieviel man reingibt, es erzeugt immer eine Zahl von 256 Bits (für SHA-256)
  2. Ein bestimmter Input erzeugt immer denselben Output
  3. Minimalste Änderung am Input (kleines b statt B, nur 1 Bit Änderung!) erzeugt einen nicht vorhersehbaren anderen Output
  4. Änderungen am Input können nicht zu einem Output vorausberechnet werden
  5. Es ist nicht möglich, auch nicht mit Quantencomputern (QC), von einem Output auf den Input zurückzurechnen1

1 Selbst wenn ein QC den SHA-256 mal wirklich rückwärts rechnen könnte, wieviele mögliche Inputs gäbe es dann? Unendlich viele. Wieso? Tja, wieviel grösser ist der unendliche Zahlenraum, wenn man ihn auf 0..1077 abbilden müsste? Es gibt für jeden möglichen Hashwert also unendlich viele Inputs. Ein Hash ist ein Informationszerstörer! Eben, eine digitale Mühle halt.

Menschen und Computer haben aber rein gar nichts mit Unendlichkeit am Hut. Siehe Georg Cantor.

Dennoch, für uns im Alltag reicht es ein paar Milliarden Jahre weit.

ColdCard

Zurück zum Thema: Leute mit der ColdCard haben alles richtig gemacht, sie haben ein vom Computer getrenntes Cold-Wallet, das den Seed niemals rauslässt. Und dennoch, wie konnte der Angreifer denn an die Bitcoins ran?

Wie Ihr sicher schon gemerkt habt, geht es also darum, was man in den Trichter schüttet, denn anhand des Outputs kann ja eben niemand sagen, was es war. Aber wenn man eventuell erraten könnte, was es war, dann könnte man superschnell beliebig viele Seeds generieren und dann damit in der Blockchain nach benutzten Schlüsseln suchen und nachsehen, ob dort etwas drauf liegt. Wenn ja, dann schnell alles überweisen und voilà ... 3-2-1, alle Bitcoins sind nun meins.

Können wir als Benutzer die Qualität des Inputs beurteilen? Leider nein. Oder zumindest nur dann, wenn der Code des Seed-Generators öffentlich einsehbar ist, also Open Source.

Und hier wurde offenbar geschlampt. Egal, ob Closed oder Open Source, schlampen ist schlampen.

Durch deren Schlamperei wurden per 2026-08-02 bereits

abgezogen.

Wir haben ja oben am Beispiel der Varianten des Wortes Bitcoin gesehen, dass der Output eben keinerlei Rückschlüsse auf den Seed-Generator zulässt. Daher könnte man ja einfach das Tagesdatum inkl. Microsekunden nehmen. Würde ja reichen.

Also zum Beispiel ein Zeitstempel wie 2020-12-24 12:34:56.789012.

Nach einer Microsekunde ist das ja schon vorbei und die Hash-Funktionen werfen total verschiedene Resultate aus.

Nein, das ist ein total doofer Input. Warum?

Erstens gibt es diese Zeit 24 mal auf der Erde. Zeitzonen.

Zweitens sind es viel zu wenige Varianten. Wenn man bei Jahr 2000 startete, wären das ja grad mal 8 × 1014 Microsekunden gewesen, was ungefähr 250 ist, also nur 50 Bits.

Drittens weiss ja jeder, wie man so einen Zeitstempel herstellt, so dass man den Seed-Generator natürlich damit füttern könne. Also nichts von Zufall.

Wie könnte man das verbessern?

Nun, man könnte den Hash vom Zeitstempel, oder noch besser den Hash vom Zeitstempel + lepmetstieZ + stempeltieZ ja in den Seed-Generator füttern. Besser, aber immer noch schlecht. Klar, wieso?

Also es schläckt kei Geiss ewäg, man muss etwas finden, dass wirklich zufällig ist. Das man auch nicht nachbauen kann, selbst oder gar genau dann, wenn der Code des Seed-Generators Open Source ist.

Wenn man es schlimmer sieht: Gelänge es einem Produzenten einer Wallet, seine erzeugten Seeds unter 264 zu erzeugen, dann wären von links her 192 Nullen, bevor die 64 Nullen und Einsen kämen. An den Hashes sieht man dieses Faktum nicht an. Aber, der Produzent wüsste, dass er nun nur noch 18 Trillionen Möglichkeiten hat, also wie bei der bekannten Schach-Anekdote.

Es gab solche Fälle schon, allerdings nicht bei Bitcoin, aber offenbar bei den S-Boxen der (3)DES Verschlüsselungsalgorithmen. Niemand wusste es bis auf die NSA. Die hielten aber dicht.

Was käme also als richtig guter Seed-Generator in frage?

Es müsste etwas sein, das man im physikalischen Universum als echten Zufall akzeptieren würde. Denn wenn der Seed-Generator sowas als Input bekäme, könnte kein Mensch, kein Computer, nichts und niemand den Input in den Seed-Generator nachahmen, nachbauen, nachkonstruieren, voraussehen. Somit wäre dann der Output tatsächlich zufällig verteilt im Zahlenraum von 0..1077.

Sowas wäre also ein guter Input.

Damit ist das Rätsel schon "gelöst". Die ColdCard hat einen schlechten Seed-Generator. Punkt. Nur, keiner hat's bemerkt. Ausser der Hacker. Die Gelackmeierten sind die, die alles richtig gemacht haben. Das ist schmerzhaft.

Etwas KIlen klärte noch einige andere Punkte: Die ColdCard-Firmware ist Open Source. Liegt auf Github. Da kann also jeder reinschauen. Die KI sagt, dass der Bug schon 2021 da war.

Antwort von Deepseek auf Frage "Gibt es zur ColdCard Firmware Pull Request? Von wem und betrafen sie den RNG oder die Seed Generierung?"
Ja, es gibt einen sehr kritischen Pull Request bzw. eine Reihe von damit zusammenhängenden Fehlern in der Coldcard-Firmware. Diese betreffen sowohl den RNG (Zufallszahlengenerator) als auch die Seed-Ableitung direkt.

Die Analyse zeigt, dass es sich nicht um einen einzelnen Bug handelt, sondern um eine Verfehlung bei der Build-Konfiguration, die über Jahre hinweg die Entropie der generierten Seeds drastisch reduziert hat.

Der Fehler: Von der TRNG zur Software-PRNG Das Problem wurde durch eine Code-Migration im März 2021 (Firmware 4.0.0) ausgelöst:

Ursache: Bei der Migration zu einer neuen Kryptobibliothek (libsecp256k1) wurde die Funktion zur Entropiegewinnung (rng_get()) unbeabsichtigt umgeleitet. Statt des speziellen Hardware-TRNG (True Random Number Generator) auf dem Coldcard-Chip, wurde ein Software-Fallback-PRNG (Pseudorandom Number Generator) aus MicroPython verwendet.

Der Auslöser: Ein Makro (MICROPY_HW_ENABLE_RNG) wurde auf 0 gesetzt, um den TRNG zu deaktivieren. Die Prüfung im Code prüfte aber nur, ob das Makro existiert (#ifndef), nicht ob es auf 1 gesetzt ist. Da es existierte (auf 0), wurde der Build nicht gestoppt und der falsche, schwache Generator wurde eingebunden.

Die verheerende Konsequenz: Dieser PRNG hatte eine winzige Entropie von nur etwa 240 (etwa eine Billion) möglichen Seeds bei den Mk2/Mk3-Modellen und ~272 bei den neueren Modellen. Zum Vergleich: Ein sicherer Seed hat 2256 Möglichkeiten. Ein Angreifer kann effektiv den gesamten möglichen Seed-Raum durchsuchen und so die Wallet wiederherstellen, wenn er nur eine öffentliche Adresse kennt.

Betroffene Versionen und Behebung Laut der Analyse sind folgende Firmware-Versionen betroffen, da sie diesen fehlerhaften Entropiepfad nutzen:

Hardware – Betroffene Firmware-Versionen – Behobene Version

Mk2 / Mk3 – 4.0.0 – 4.1.9 – 4.2.0
Mk4 / Mk5 – 5.0.0 – 5.5.1 – 5.6.0
Q – 0.0.2Q – 1.4.1Q – 1.5.0Q
Edge (X/QX) – 6.x – 6.6.0X / 6.6.0QX

Wichtig: Selbst wenn du auf eine behobene Version aktualisierst, ist der Seed, der mit einer betroffenen Version erstellt wurde, weiterhin unsicher. Du musst einen neuen Seed generieren (z.B. mit dem neuesten Firmware-Update oder via Dice-Rolls) und deine Gelder auf die neue Wallet migrieren. Ausnahmen sind Seeds, die mit 50 oder mehr manuellen Dice-Rolls erstellt wurden.

Wer hat den Fehler gemeldet? Die öffentlich zugängliche Analyse und der Proof-of-Concept (PoC) für diesen Angriff wurden von einem GitHub-Nutzer namens DK27ss erstellt und in einem Repository veröffentlicht. Es zeigt einen vollständigen Angriff, der die Wiederherstellung der Seed-Phrase in unter zwei Minuten auf einer handelsüblichen CPU ermöglicht.

Das Coldcard-Team (Coinkite) hat die Fehleranalyse inzwischen bestätigt und entsprechende Fixes veröffentlicht.

Landläufig wird das wohl ab sofort wieder in einen Topf geschmissen mit "Bitcoin ist gehackt" und "Selbstverwahrung ist mühsam und letztendlich unsicher". Dabei ist es "nur" ein normaler Software-Bug. Der allerdings den Source-Maintainern hätte auffallen müssen.

Gerade bei sooo kritischen Dingen wie der Seed-Generierung. Hier darf einfach nichts daneben gehen. Funktionierendes muss erhalten bleiben. Wer in einem Pull Request thematisch nur schon in die Nähe von Seed-Generierung kommt, muss doppelt und dreifach reviewed werden.

Hier gibt es noch Anlass, kurz die Arbeit der Maintainer am Bitcoin-Code zu erwähnen. Die kommen aus verschiedenen Ecken öfters unter Beschuss, obwohl sie ja nur selten eigene Dinge entwickeln und einbauen. Auch sie bekommen Pull Requests aller Arten. Und sie müssen extrem vorsichtig sein, was sie sich da ins Dorf Troya holen. Deren Verhalten ist langsam, wie die Schweiz. Es muss viel diskutiert und geprüft werden - (nur) was lange währt, wird endlich gut. So sei es.

Oder der Fall des Linux-Tools xy, das fast zum totalen Kollaps der Sicherheit in der Linux-Welt führte. Es gibt dazu sogar einen spannenden Veritasium Video. Dieser Angriff war definitiv einer zur gezielten Unterwanderung fast aller Linux-Software. Es wurde nur per Zufall von einem gewissenhaften und geschulten Mensch entdeckt.

Aber zurück: Ersteres stimmt nicht, Bitcoin ist in keiner Weise gehackt, ja, es ist im klassischen Sinn nicht mal ein Hack, denn der Angreifer hat nichts kompromittiert. Wie er auch immer darauf kam, er hat nachgebaut, erraten, erforscht, was die ColdCard als Seed-Generator nimmt. Der von der KI genannte Github-User ist wohl nur der White-Hat-Hacker. Böswillige geben sich natürlich nicht zu erkennen.

Mit Ersetzen der ColdCard gegen etwas anderes ist es aber nicht getan. Denn Bitcoin hängt am Seed, nicht an einer Software oder Hardware. Der Seed bleibt schwach, auch wenn man den in die Bitbox importiert. Damit hat man das Problem nicht gelöst.

Auch die ColdCard kann ja hoffentlich Seeds importieren, man muss sie also nicht wegschmeissen, nur zuvor einen gscheiten Seed importieren. Denn wozu braucht man Hard- oder Software? Richtig, um die mühsame Mathematik einer Transaktionssignatur durchzuführen. Deshalb gibt's Wallets. Dafür ist der Seed dann nicht mehr (direkt) nötig.

Zweiteres hat den Funken Wahrheit in sich, dass wir als Konsumenten der Produkte eben NICHT immer wissen, ob die Produkte gut gemacht sind. Das gilt besonders bei Software. Die schlimmsten Sünden sind ja jeweils jährlich an den Themen des C3, Chaos Communication Congress zu sehen.

In diesem Sinne sind wir eh alle den Produzenten von digitalen Dingern ausgeliefert. Die andere Seite der Selbstverwahrung ist aber, dass man gar kein elektronisches Gerät braucht, um einen Input für den Seed-Generator zu liefern: Würfeln. Es geht und wie man das macht, findet man unter Dice Ware. Oder hier die Anleitung zum Würfeln mit der Bitcox.

Bei Bitcoin ist es halt so, dass wir kein Gegenüber haben. Wenn unsere Administrationsprodukte Fehler haben, ist's um "meine" Bitcoin geschehen.

Drum nenne ich das ColdCard Zeug ein Desaster. Weil niemand es wissen kann - ausser die Hersteller.

Andere Wallets haben natürlich sofort reagiert und nachgelegt mit Information, so wie im Blog der bekannten Bitbox 2 / Nova.

Wenn die Leute von Coinkite wirklich so bescheuert waren, einen schlechten Seed-Generator einzubauen ... dann sollten sie vom Markt verschwinden. Denn in der Welt von Kryptografie hängt alles von gutem Zufall ab. Denn ohne Zufall ist die benutzte Mathematik immer deterministisch, wie die Hash-Funktion.

Woher also der zufälligste Zufall?

Es gibt verschiedene Methoden, aber wer mal bei mir im Arduino Kurs war, kennt den besten Effekt bereits:

Wenn man den AD-Wandler nicht irgendwo anschliesst, sprich, den Input einfach offen liegen lässt, dann erzeugt der AD-Wandler ziemlich gute zufällige Werte, denn der versucht ja, den Spannungswert am Eingang zu digitalisieren. Wenn der Pin aber "in der Luft hängt", Elektronikerslang, dann misst er eigentlich im besten Fall die Brownsche Molekularbewegung, also den Zustand der Materie, die den Eingangswert des AD-Wandlers bildet. Und was deren Moleküle grad so treiben bei 20° Raumtemperatur ... DAS weiss nun wirklich niemand.

Jedes gute Hardwarewallet wie eben "unsere" Schweizer Bitbox hat sowas. Kaufen!

Weil's grad passt heute: Schweizer Qualität seit 1291 :-)




Nachtrag zur Eigensicherung

Ich möchte anfügen, wie man sich gegen sowas schützt. Das vergass ich, weil ich diese Sache schon seit Erwachsenenleben praktiziere:

Hersteller-, Produkt- oder Anbieter-Diversifikation

Da wir eine Wahrheit ja nie kennen, weiss ich nicht, ob in anderen Dingen meines elektronischen Alltags Fehler drin sind. Drum, auch wenn's etwas mühsamer ist, es lohnt sich. Die Anbieter versuchen zwar mit Rabatts etc. die Leute für einen ganzen Strauss an durchaus nötigen und sinnvollen Angeboten an sich zu binden. Doch ergibt das immer ein Klumpenrisiko.

Ich hatte das grad letztens mit meiner Autoversicherung erlebt, die ich dringend erneuern musste. Da ich aus verschiedenen und historischen Gründen Hausrat- und Haftpflicht-Versicherung dummerweise beim gleichen Anbieter hatte, wollte der mir eine Autoversicherung nicht gewähren - gerade, als ich eine neue innert 1-2 Arbeitstagen beschaffen musste.

Klar, nicht so schlimm, ausser einen Tag Stress. Und klar, es war am Schluss ein anderer Anbieter. Obwohl sich ein Mitarbeiter des bisherigen Anbieters sehr bemühte, kam er aber gegen das interne Risk-Management nicht an und musste mir bedauernd absagen.

Fazit

Es gibt nirgendwo ein Risiko 0. Wissen wir ja alle, aber nicht alle machen das, was eigentlich leicht ist: Sie verlassen sich nicht nur auf ein einziges Gegenüber. Die Extramühe lohnt sich - halt erst im Erlebnisfall ... aber dann schadensmindernd.

Wenn's um Dinge geht, die ich unter Kontrolle haben will, dann muss ich das Gegenpartei-Risiko minimieren. Bei Hardware-Wallets hiesse das, dass man sein Vermögen auf Hardware-Wallets verschiedener Hersteller aufteilt. Oder ein Multi-Sig-Wallet bestehend aus solchen betreibt. Oder etwas wie einen Seed-Signer nutzt. "Oder" ist hier nicht ausschliessend gemeint, Kominationen daraus sind auch gut.

Denn was führen diese ein? Zeitverzögerung!

Sie ist die Achillesferse aller bisherigen Single-Sig-Wallet Setups: Sie signieren sofort und die Transaktion ist innert 5-35 Minuten durch. So lange kann man Gewaltopfer schon unter Kontrolle halten. Deshalb ist etwas, was diesen Prozess in die Länge zieht, ein Schutz gegen Raub.

Ein Service wie Bitvault bietet genau das. Leider integrieren sie sich bisher nur mit sehr wenigen Hardware-Wallets. Ich hoffe sehr, dass sich das asap ändert. Der ColdCard-Case sollte eigentlich der richtige Ruck dahin sein ... ColdCard Besitzer wären damit auf jeden Fall schadlos geblieben ...

ARD: Putins Krypto War

Im ARD kam letzthin diese Sendung über die Spekulation, ob Putin mit massivem Bitcoin-Mining seinen Krieg finanziert.

Dabei wurde gesagt, dass Bitcoin dank billigem Gas aus Russland Bitcoin geschürft wird. Nun, das muss einem egal sein, denn Bitcoin ist Geld für Gegner. Es ist halt nicht zu ändern, dass Bitcoins von jedem Heiligen und jedem Schurken geschürft werden können. Das ist so und so soll es bleiben. Denn alles andere wäre Zensur.

Mir ist das insofern egal, weil ich eben dieses Hallmark von Bitcoin als wichtig ansehe. Was mich allerdings ärgert, ist, dass immer noch Leute unreflektiert sagen, Bitcoin fördere grüne Energien. Das mag schon stimmen. Aber ich entgegnete schon immer, dass dieses Bitcoin-Mining auch einen Markt schafft für "billige" Energie. Und diese kann auch eine Umweltsauerei sein ... wie die Goldschürferei genau dasselbe auch ist.

Denn es ist für "brave" Miner schon so, dass sie die günstigsten Energiequellen brauchen. Aber wenn jemand die Energieproduktion subventioniert, ist die "Grünheit" des Stroms noch nie gesichert gewesen. Das scheint von Putin gemacht zu werden, weil er halt "sein" Gas billig verhökern kann.

Mich nervt also nur, dass hier Gas verstromt wird in einem gewaltigen Ausmass, um politische Ziele zu verfolgen. Weil hier jegliche Ethik oder globale Verantwortung nicht funktioniert, wenn Egomanen die Naturressourcen eines Landes ausbeuten können.

Wenn Bitcoin-Firmen sich brüsten, dass sie nur grünen Strom brauchen, dass dies sogar der Umwelt diene ... ist das natürlich möglicherweise wahr, aber in der ökologischen Wirkung lachhaft, wenn ein Putin aufs C02 scheisst und einfach seine billige Naturressource verstromt.

Ich hielt das schon immer für möglich, dass die Bitcoin-Schönredner gewisse reale Tatsachen einfach ignorieren oder zumindest herunterspielen.

Dass man natürlich mit Kryptowährungen diverse Sachen machen kann, die eben ausserhalb der Kontrolle eines Staates sind, das ist ja schon klar. Es gehört für verantwortungsvolle Leute ja zum Plus. Egal, ob Bitcoin, XRP, XMR ...

Hier kommen die Chain-Analyse-Firmen ins Spiel. Also halt Private, die die Rolle der staatlichen Kontrolle übernehmen. Auch nicht nett, aber immerhin, anders halt. Denn immerhin haben sie nicht das gesellschaftlich sanktionierte Machtmonopol.

Die Sendung erklärt in meiner Sicht gut, dass Kryptowährungen natürlich die menschlichen Fehler nicht beheben können. Es werden nur die Täter und Opfer, die Kontrolle ausgetauscht. Ob es jetzt Fiat ist oder Bitcoin, Tether, A7A5, das ist völlig irrelevant.

Das war schon immer so und bleibt auch so, denn der Mensch wird ja nicht besser, nur weil es kontrollfreie Kryptowährung gibt. Diese sind das sprichwörtliche Messer, das zum Brotschneiden oder Menschen-Abstechen dienen kann.

Also alter Wein in neuen Schläuchen. Und wie gesagt, das ärgert mich nur leidlich. Was mich sehr ärgert, ist die Verantwortungslosigkeit derjenigen, die den Brennstoff der Krypto-Währungen aus der Natur gegen die Natur einsetzen.

Mir ist Putin egal, Trump ditto, jeder andere Hero auch ... schliesslich heisst ein Meme ja, slay your heros. Denn dass die alles nutzen, was brauchbar ist gegen einen Feind, das ist halt so und war immer so.

Wenn das also so ist, dann bitte wenigstens mit der neutralsten Währung, dem Bitcoin.

Der Podcast letztens, in dem Roman "gegen" Robin antrat, zeigte halt, dass es kein Richtig oder Falsch gibt. Roman vertritt halt, dass der Schwarm, der Markt regelt, wie es mit dem Bitcoin weitergeht. Und niemand kommt dagegen an. Robin hingegen findet, dass Bitcoin seine Hallmarks verliert. Beides Meinungen. Auf jeden Fall nur Meinungen von zwei Milliardsteln des Schwarms. Die Gesamtheit allerdings wird die Richtung bestimmen.

Der Schlusssatz der Sendung, dass die Kryptowährungen besser kontrolliert werden müssen ... das finde ich sinnlos. Denn wenn eine Community entsteht um eine Kryptowährung, muss es nur diese interessieren, was sie damit anfangen kann, so bleibt es in ihrer Bubble.

Das war ja auch bei Bitcoin so. Wer heute über den Pizza-Tag lacht, hat vergessen, dass auch Bitcoin einfach "wertlos" war. Es ist einfach eine Technologie, die zum ersten Mal den Double Spend verhinderte und keine Third Party braucht. Das Hauptproblem der digitalen Informationsklonerei. Damit konnte man mindestens das Bescheissen verhindern. Und doch blieb auch dieses Konzept lange "wertlos".

Ich persönlich weiss eigentlich bis heute nicht, was genau den Start der Bitcoin-Hausse auslöste. War es natürlich? War es spekulatives Fiat-Geld-Versenken, Unicorn-Probing? Who knows.

Es ist auch nicht mehr wichtig, denn vielleicht - aber nur vielleicht - haben die fundamentalen Eigenschaften von Bitcoin wirklich immer mehr Menschen fasziniert. Ich hätte es gerne so, aber ich weiss es wirklich nicht.

Mir gefiel die Sendung. Denn sie zeigte wohl einfach, dass nichts Technisches die Machtspiele einiger verändert, im Gegenteil, sie werden genau dafür genutzt. Aber: die "Guten" geniessen deren Vorteile, denn selbst gutmeinende Institutionen haben nicht das Recht, mich der ökonomischen Handelsfreit zu berauben - unter dem Titel der Bekämpfung der "Bösen".

Und zumindest mit Bitcoin haben wir "Guten" endlich eine wertvolle Alternative zum Kontrollinstrument Fiat-Währung.

Die FIFA ist noch weniger als eine Bananenrepublik

Infantino hat schon den richtigen Namen. Kindlich wäre ja noch nett, kindisch ist wohl richtiger.

Ein Duckmäuser erster Güte ... der Big Guy on the backyard bellt mal kurz, und Infantino kuscht. Aber eben, man könnte ja sagen, nur die schwachen Charaktere schaffen's zum Top - weil sie sich anpassen, unterwerfen, speichellecken etc. etc.

Nicht meine Linie. Dem Frettchen hätte ich gesagt, bei aller "Liebe", das ist nicht dein Metier, halt dich draussen - einem, der nicht mal weiss, was eine rote Karte ist. Logisch, einer, der sich nicht an Regeln hält, nicht mal seine eigenen. Wie sollte der auch können. In dem Sinne ist die USA ja wohl auch bald eine Bananenrepublik.

Ich frage mich grad, ob man den Bananenrepubliken nicht unrecht tut ...

Nun ja, wir in Europa und natürlich der Schweiz wissen schon längst, welcher Art die FIFA ist. Die Organisation natürlich.

Wenn es nicht so peinlich für Infantino wäre, würde man es wohl unter den zahlreichen Peinlichkeiten des gemeinnützigen Vereins FIFA ablegen können, aber Infantino macht ja auch das Spiel kaputt, weil zum Spiel die unbedingte Akzeptanz der Schiedsrichter und des Regelwerks gehört.

Das amerikanische Team hätte aus Sportsmanship verzichten sollen, den Roten aufzustellen.

Es ist unglaublich, passt halt in die Zeit ... man beachte mal, welche Art von Mensch derzeit die Politik führt. Egal wo, in welchem Land.

Warnung vor der Cake Wallet: Sie schrottet Transactions

Ich bin mir bewusst, dass ich natürlich nur weiss, was mir passierte mit der Cake Wallet (CW). Dennoch hat sie mir nun etwa CHF 70.- verloren.

In der CW 6.2.1 hatte ich einige Lightning und OnChain Sats hin und her geschoben. Zudem habe ich den Silent Payment probiert (SP, der QR Code oben rechts).

Was ich bald schon feststellte, die schönen Kreditkarten (CC) Bilder der BTC und LN Aspekte der CW zeigten falsche Saldi an. Dennoch machte ich im Februar eine erste SP-Testzahlung. Das funktionierte und CW zeigte die Transaktion an. Natürlich muss dazu das SP-Scanning aktiviert sein.

Den Betrag habe ich dann OnChain wegbewegt. Ging. Dann aber zeigte die BTC-CC nicht 0 als Saldo an, sondern immer noch den Bestand zuvor. Da die Überweisung aber ankam im anderen Wallet, gab ich nicht viel auf diesen scheinbaren Display-Fehler.

Dann wollte ich die Swap-Funktion probieren und ging im BTC-CC auf Empfangen und kopierte die angezeigte Adresse und überwies von einem externen Wallet den Betrag darauf.

Die CW fand den aber nicht. So verlor ich die CHF 70.- Einfach weg. Die Transaction mit der Zeit über 100 Bestätigungen, aber CW zeigte mir sie nicht an.

Dann schaute ich mal die Adressen an im BTC-CC. Und siehe da, die Transaction mit der Adresse WAR da, der Betrag war da, aber die Adresse war geflaggt mit '0 Transactions'. Das stimmte ja definitiv nicht. Ergo wohl logisch, dass die BTC-CC keinen Wank macht. Der Saldo ist nach wie vor falsch und schon gar nicht gewachsen.

Ab dann ging's zum Live-Support. Das geht nun schon 2 Wochen so, dass es ein ewiges Hin- und Her gibt, nichts funktioniert. Es wird für mich immer unklarer. Wenn ich SP-Scanning abschalte, zeigt BTC-CC Empfangen die Adresse GAR nicht mehr an. Wenn ich SP-Scanning wieder anschalte, die Blockhöhe angebe, findet CW nach dem Rescan die besagte Adresse wieder, Betrag stimmt immer noch, immer noch mit '0 Transactions'. Aber der Saldo bleibt unberührt davon.

Wenn ich das CW-Wallet in Blue Wallet importiere, findet das auf fast allen Varianten das Wallet, aber mit Saldo 0. Der Weg über die Blue Wallet also erfolglos. Wieso ist das so.

Der Support ist zügig, konnte mir aber bisher keinerlei Lösung anbieten. Also halt die CW auf ein anderes Gerät, in meinem Fall einen Android 11.

Meine CW ist auf iOS. Ein Import auf die Android-CW fand nichts, genauer, sie fand wohl schon was, aber nicht die Transaktion.

Hier stimmte allerdings der BTC-Saldo, der vor der fehlenden Transaktion ja tatsächlich 0 war. Aber die reinkommende TX findet die Android-CW nicht. Was dafür stimmt, ist der LN-Saldo. Denn beide CWs zeigen zwar die History der LN-Transfers, aber nur die Android-CW zeigt den richtigen Saldo, die iOS-CW zeigt 0. Die History der iOS-CW zeigt dafür 2 BTC-Transaktionen, die tatsächlich stattgefunden haben. Die aber zeigt dafür die Android-CW nicht an ...

Der Zustand der iOS Cake Wallet hat sich also dermassen geschrottet, dass ich CHF 70.- verloren habe bisher.

Wenn der Support nicht noch eine Lösung aus dem Hut zaubert, kann ich persönlich nur zur grossen Vorsicht mit der Cake Wallet raten. Man muss leider halt sogar mit dieser konzeptionell interessanten Wallet sehr, sehr vorsichtig sein und neue Funktionen nur mit Kleinstbeträgen testen.

Nachtrag

Der Support sandte mir ein Android APK einer CW, die "Brute Force" genannt war. Damit konnte ich dann die OnChain-BTCs finden, sogar die LN-Sats waren da. Also alles weg auf ein anderes Wallet, denn die SP-Transactions fand diese Version nicht. Auf die Frage, wieso denn diese Version nicht nutzbar sei, meinte der Support, dass dieser Build der Android-CW keine Updates mehr erfahre.

Auf meine weiteren Fragen, was denn nun diese Version gemacht habe, wurde mir nur ein Allgemeinplatz serviert. Das hinterlässt bei mir einen schalen Geschmack, denn offenbar wissen die, dass es Adressen gibt, die sie NICHT abgrasen im Normalfall. Nur als Recovery dann mal ausnahmsweise. Für mich bedeutet das, das sowas wie mein Fall andernorts auch geben könnte.

Auch wenn ich derzeit nicht weiss, was ich davon halten soll, werde ich der Cake Wallet schon noch mal eine Chance geben. Ich muss nur alles vorher intensiv testen, denn als Universal Wallet würde die Cake Wallet durchaus Sinn machen.

Palantir, Geld, Macht, Ideologie, Ignoranz

Heute sah ich im Schweizer TV eine Sendung über Palantir in der Schweiz. Palantir ist die Firma, die nach 9/11 anfing, mit Computern Profile von möglichen Verdächtigen zu finden, zu verknüpfen und damit den Strafverfolgungsbehörden Mitteln in die Hände zu geben, Missetäter zu finden.

Damals ging das natürlich noch nicht so gut, da die KI noch nicht so weit war wie heute. Seit einigen Jahren ist das anders, massive Datensammlungen - die es schon lange gibt -, gekoppelt mit LLMs machen es möglich, unsere digitalen, umgangssprachlichen, alltäglichen Spuren zu verknüpfen. Zusammen mit staatsfreundlichen Gesetzen zu Datennutzung ist das ein Machtinstrument mit ausserordentlicher Wirkung.

Was mich an dem Beitrag bewegte, war die Zurückhaltung, die Konzerne wie Palantir an den Tag legen, wenn Fragen zur Ethik der Datennutzung aufkommen. Denn wie ich andernorts schon mal sagte, ich habe keine Angst vor KI, solange sie keinen Durchgriff in die physische Realität habe. Auch andernorts schrieb ich, dass diese natürliche Grenze immer weniger stark ist. Roboter durchbrechen dies. Aber auch noch oder schon vor denen: Wenn KI Systeme Empfehlungen abgeben, die dann Menschen unkontrolliert ausführen, ist die Grenze hinweggewischt. Manchmal ist es lustig, aber nicht immer ist es so offensichtlich.

Im Beitrag kommt der Deutsche Gerichtshof vor. Ich habe viel Respekt vor der Haltung der BRD. Denn ich bin nicht der heuchlerischen Meinung, dass die BRD den Anschluss verliere in gewissen Aspekten: Im Gegenteil, wenn man sich die Zusammenarbeit von Palantir mit den willfährigen, angelsächsischen Regierungen anschaut, bin zumindest ich froh, gibt es eine starke Regierung, die derzeit zwar nicht mit Einheit und Durchsetzung glänzt, aber die eine Haltung durchziehen kann, die abwägt: Was nützt der Wirtschaft, was dient dem Artikel "Die Würde des Menschen ist unantastbar"? (Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz). Wer schützt den jeweils anderen?

Wo man das planlose, verantwortungslose, blauäugige Befolgen der KI-Empfehlung sehen konnte: Im Israel-Iran Krieg wurde bekanntlich zu Beginn eine Mädchenschule von den Israelis bombardiert. Weswegen denn sowas? Es wurde bekannt, dass dieses Gebäude vor x Jahren zu den Iranischen Revolutionsgarden gehörte, also ein militärisches Ziel hätte sein können. Satellitenaufnahmen hätten das belegt. Ab 2016 sei das aber nicht mehr der Fall gewesen. Soweit so gut, Änderungen eben.

Aber hat Palantir das mitbekommen? Offenbar nicht. Und deshalb die Empfehlung für den Beschuss, bei dem 170 Menschen starben.

DAS IST DIE ACHILLES-SEHNE der KI!

Sie ist ein seelenloser Stastik-Mechanismus zur Verknüpfung von - hoffentlich - richtigen Daten. Nichts anders. Sie hinterfragt nicht, ob die Daten richtig, aktuell, up to date, neutral oder was ach immer sind. Es geht ja um das Zusammenführen von thematischen Ähnlichkeiten - würde man die Rohdaten hinterfragen, könnte man ja fast gar nichts mit Sicherheit (die es eh nicht gibt) verknüpfen.

Wir Menschen machen das ja selbst auch nicht. Wir meinen ja immer, wir wüssten Bescheid und tun es in den meisten Fällen nicht. Wieso sollte eine KI besser sein? Heute weiss man dass der Irak-Krieg auch auf einer Lüge beruhte. Die USA haben einen Krieg vom Zaun gebrochen, basierend auf - sagen wir mal nur neutral - falschen Annahmen. Nicht mal partielles Wissen, sondern nur Annahmen.

In diesem Mädchenschule-Fall wurde ebenfalls blind und technogläubig einfach ausgeführt, was die KI sagt. Bekanntlich gab es mal einen Beinahe-Auslöschung mit Atomraketen im Kalten Krieg.

Ein russischer Soldat weigerte sich, Knöpfe zu drücken. Ohne ihn wäre die Erde im Norden wohl eine strahlungsverseuchte Wüste und wir alle nicht mehr hier.

Wer hat heute noch den Mut, sich gegen eine Maschine, geschweige den eine KI zu wehren?`

Im KI-Hype für die Kriegsindustrie ist dermassen viel Energie, Geld und Wille, fokussiert, dass es nur grauslich ist. Wer dazu einige gescheite Gedanken anhören will, möge sich den Podcast von Lanz & Precht anhören. Nur schon die Nennung dieser gigantischen Geldsummen zeigt, dass einige Dreibeiner sich einen Dreck scheren um die Welt, die Menschen, die Kulturen, die auf dieser Kugel leben. Und sollte nun einer anheben zum Bashing dieser ... soll er auch mal prüfen, ob er nicht irgendwo aus egoistischen, trivial gewinnlerischen Gründen investiert ist in Firmen, die solche Lust zur Ignoranz unterstützen.

Wir schnallen es einfach nicht: Nur weil die Erde, der letzte Kreditor, so schnell noch nicht ausgeblutet ist, verschulden sich Staaten zulasten der künftigen Generationen. Klar, FIAT-Geld kann man drucken nach Belieben. Dann noch etwas Theater in der Öffentlichkeit, wie schwierig es war, sich dazu zu entschliessen ... bullshit, Fingerschnippen!

Man sagt einfach, "wir machen die Schulden". Punkt. Wer oder was hinderte denn? Alle wollen in der überheblichen Vorstellung weiterleben, dass es "halt nötig ist". Es passiert de facto ja nichts, die Lebensgrundlagen werden noch geliefert von der Erde. Jeder geht am nächsten Tag zur Arbeit, der Tag beginnt, die Sonne geht auf, der Tag endet. Es spielt aus jener Sicht eh keine Rolle, was wir als aktuelle, globale Belegschaft dieser Kugel tun.

Das einzige, was wir dadurch mit Sicherheit generieren, ist Leid und Hass. Derart mächtige Emotionen, dass wir - aus Erfahrung - ja wissen, dass künftige Generationen unter deren Einfluss aufwachsen und sich ausrichten für ihre Lebenszeit. So weitergebend, was sie selbst erlebt haben.

Derweil die Schuldenlast wächst gegenüber dem letzten Kreditor. Einige sehen das und wollen auf den Mars. Weil sie sicher sind, dass unsere Leute die Erde ausbluten lassen für die eigene Generation.

Es ist halt schon so: Trump, Netanjahu, Putin, und wie sie alle heissen, benehmen sich wie gehässige, zänkische Kleinkinder im Sandkasten. Sie streiten sich, machen einander die Sandburgen kaputt. Können dann aber raus und zu Muttern rennen, raus aus der Sauerei, raus aus der Emotion, raus in die geschützte Sicherheit der Mutter (Erde), die sie tröstet und den Dreck aus dem Maul wäscht. Ja, die Mutter macht's, wissend, dass die Saugoofe sich am nächsten Tag wieder beharken ... Mutter ist der letzte Kreditor ... für die (vorerst) unbelehrbaren Kinder.

Nur, für die nächsten 2-5 Generationen können wir in Realität als physische Wesen nicht raus. Wie doof muss man sein, dass man dennoch sändele und kriegerle will? Klar, alle werden sterben, die "Schlechten" - aber auch die "Guten". Alle verlassen den Sandkasten schon eines Tages. Die Frage ist nur, mit welcher Emotion und wie waren die paar Jahre ...

Nun, Gott habe uns den freien Willen gegeben ... who knows. Aber wenn es so ist, müssen die Allermeisten erleiden, dass Rosetten wie die genannten sich in ihren Bunkern an ihren feuchten Videospielszenarien aufgeilen. Heute mit KI verschlingt die virtuelle Welt allerdings alle von uns, die sich in der virtuellen Welt ebenfalls austoben.

Wenn im letzten Podcast von Niko Jilch der Markus Turm erzählt, wie man auf dem Bitcoin-Standard leben kann, ist das nicht nur einfach ein Reicher, der Bitcoin nutzt, sondern auch einer, der erzählt, wie man mit Bitcoin seine Spuren verschleiern kann. Denn die KI nutzt jede Spur.

Denn wer will denn verschlungen, im Strudel der KI-Sammlerei in Mitleidenschaft gezogen werden ... egal, welche Spiele die Mächtigen dieser Welt spielen mit ihren Tools. Ohne mich - soweit es möglich ist. Im Aspekt "Geld" ist das halt die Nutzung von Bitcoin zusammen mit Bridge-Technologien wie KYC-freien Kreditkarten ... etwas, was halt nur der dezentrale, CEO-lose, Mensch-agnostische Bitcoin bietet ...

frontal ZDF - Der Sparkassenfall Gelsenkirchen, deshalb bitvault.sv

Heute sehe ich ZDFs frontal, wo sie den Megaraub in Gelsenkirchen anschauen. Mit Kernbohrern wird der Tresorraum der Sparkasse geknackt. Nicht der erste Fall dieser Art.

Herzerweichend, dass eine Sekretärin mit Nebenverdienst fürs Alter alles im Schliessfach speicherte. Und dann alles, ihre Altersvorsorge, ca. €400'000 verloren, weil jemand - der Verwahrer - schlampt? Mag sein, aber der Gerichtsgutachter sagt, man müsse mit Kernbohr-Einbrüchen rechnen. Und sich darauf vorbereiten. Aber eben, Prävention ist ja nicht sexy und in der physischen Welt teuer.

Nun, herzerweichend oder schadenfreudig ... wer auch immer den Schaden übernehmen muss ... zeigt es doch, dass materielle Güter mindestens so fragil sind wie digitale Coins. Bei diesen allerdings ist oft der Inhaber selbst Verursacher des Verlusts.

Das ist genau das, was Bitcoin ja auch betrifft. Was wir sagen können, ist, dass auf einem eigenen Hardware-Wallet gehaltene Seeds schon mal dafür sorgen, dass Bitcoins eben nicht geklaut werden können von der Strasse - Bitcoins liegen ja auf der Strasse, in der öffentlichen Blockchain.

Wenn die dann sagen, dass es im Tresorraum nur einen und erst noch abgeklebten Bewegungssensor gegeben habe ... sträubt sich einem doch grad alles. Wenn die Materie dann weg ist ... tja, dann ist sie eben weg. Und das nur, weil der Verwahrer einen hundsmiserablen Job macht(e).

Gleiches bei Bitcoin, aber immerhin, eben die Bitcoins können nicht bewegt werden ohne Seeds. Es braucht also keine Bank, keinen Verwahrer. Aber dafür die Eigenverantwortung. Und die schafft eigene Herausforderungen.

Wie kann man denn den Seed einer Wallet gut aufbewahren? Nun, da gibt es ja viele Lösungen, meines Erachtens sind die zwar sicherer, aber bergen natürlich auch Risiken, denn anstelle des Tresorraums werden wir als Menschen halt die Ziele, denn auch die Kriminellen wissen ja, dass Bitcoin einen Seed brauchen - und der ist bei Menschen zu finden.

Das ist also das Risiko in der digitalen Welt. Es gibt aber eine Hilfe, die wir haben: die Zeit.

Denn diese kann auch der Verbrecher nicht beugen. Daher ist die Lösung mit den Totmanns-Schalter wohl die beste.

Der Totmanns-Schalter ist eine Tretplatte, die ein Lokführer in regelmässigen Abständen niederdrücken musste, damit die Lok nicht automatisch abbremste. Denn wenn er das nicht mehr tat, war er eben tot. Das musste die Lok erkennen und abbremsen, damit dem ganzen Zug nichts passiert. Also eben die Zeit - auch hier schon.

Für Bitcoin gibt es die Liana Wallet. Damit kann man sich Bitcoins selbst überweisen, die danach mit einem Time-Lock versehen sind für bis zu ca. 1.3 Jahre. So einen gelockten Bitcoin kann daher niemand in diesem Zeitraum ausgeben - auch nicht man selbst. Allerdings danach schon. Drum muss man vor dem Ablauf der 1.3 Jahre eben auch einmal den Totmanns-Schalter treten. In der Liana Wallet heisst das einfach, einen Refresh-Button zu drücken. Unter der Haube wird eine Transaktion an sich selbst ausgelöst, der einem wieder 1.3 Jahre Ruhe verschafft. Dies kann man solange wiederholen wie man will. Sobald einmal die 1.3 Jahre abgelaufen sind, kann jeder diese Bitcoins überweisen.

Die Zeit halt wieder. Man kann so den Grossteil der eigenen Bitcoins schützen vor Diebstahl, denn so sind Coins einfach nicht zu bewegen von einem Räuber.

Im folgenden sage ich was zu zwei Lösungen, die natürlich alle so funktionieren, dass diese Helfer nie Bitcoins bewegen können ohne meine Einwilligung. Ob diese allerdings freiwillig ist ...

Dann gibt es aufgrund dieser Wallet noch Services wie der von Tobias. Dabei übernimmt er eine menschliche Sicherheitsposition. Während Liana für eine Einzelperson schon Schutz bietet, geht Tobias weiter, denn er hält in einem 2 von 2 Schlüsselverfahren einen der Schlüssel (2 of 2 Multisig). Wenn ich meine Bitcoins ausgeben will, muss ich ihn mitsignieren lassen. Das hat zur Folge, dass ich ihn erreichen muss, wenn ich die so geschützten Bitcoins ausgeben will. Unter persönlicher Bedrohung kann ich ein Schlüsselwort vereinbaren mit ihm, das ich beispielsweise am Telefon nennen kann, um ihn zum Signieren oder Verweigern veranlassen. Auch hier liefe die Bedrohung eines Verbrechers ins Leere. Sollte übrigens Tobias selbst unerwartet verschwinden, kann man seinen Schlüssel ebenfalls à la Liana sichern, so dass man den eigenen einen Schlüssel automatisch nach 1.3 Jahren als einzigen Schlüssen nutzen kann, um die Bitcoins auszugeben. Tobias' Geschäftsmodell ist dabei, dass er Gebühren verlangt, die auch die Anzahl der möglichen Transaktionen pro Jahr bestimmt. Denn eben, man muss ihn ja mitsignieren lassen, ohne ihn geht's nicht.

Und dann gibt es auch noch Bitvault, die etwas ähnliches anbieten. Dabei werden Transaktionen mit den eigenen Bitcoins sofort ausgelöst - allerdings mit einer Verzögerung von wenigen Stunden bis zu 15 Tagen bis zur Finalisierung. Und es braucht keinen menschlichen Signierungspartner. Hier sorgen Smart-Contracts (Bitcoin Miniscript) dafür, dass erst nach dem Ablauf der Zeit eine Weiterverarbeitung erfolgt. Die Bitcoins sind also vorerst mal weg, aber noch nicht final transferiert.

Das Coole daran ist: Wer bisher eine durchaus legitime Transaktion aufs Versehen abgeschickt hat ... weiss, dass es allerhöchstens mit RBF oder CPFP möglich ist, diese Transaktion umzuleiten. Ob man's weiss oder in der Situation noch weiss und die Wallet es überhaupt erlaubt ... diese Finalisierung innert 10-30 Minuten gehört ja auch zu Bitcoins Features.

Da Bitvault grundsätzlich jede Transaktion verlangsamt, hat man selbst bei einer legitimen Transaktion eine Art Widerrufsmöglichkeit. Das gab's natürlich noch nirgendwo im Bitcoin-Space. Sehr cool. Da man mehrere solcher Vaults einrichten kann, sind Aufteilungen nach Gewichtung möglich: 2 Stunden für Kleingeld bis zu 15 Tage für Vermögen. Die zwei Stunden sollten ausreichend schnell sein. Für noch schnellere Dinge gibt's ja Lightning oder Ecash.

Interessant ist, dass das Gegenüber natürlich schon irgendwie wissen sollte, dass eine angestossene Transaktion eine Bitvault-Transaktion ist. Es muss wirklich die erste Bestätigung abgewartet werden, bevor man sich trennt. Geht der Empfänger von grosszügigen 30 Minuten aus, setzt er sich ins Risiko, wenn er den Eingang nicht kontrolliert.

Das ist möglicherweise ein kleiner Nachteil von Bitvault, denn meines Erachtens müssen sich Sender und Empfänger darüber austauschen, ob das für den gewünschten Transaktionsfall in Go oder NoGo ist. Denn der Empfänger wüsste sonst ja nicht, wie langer er seine Leistung an den Sender zurückhalten oder rückgängig machen können müsste. Er muss auf jeden Fall auf die erste Bestätigung warten können. Das wird einige Use-Cases wohl verunmöglichen. Doch wenn man mehrere Vaults mit verschiedenen Verzögerungen, transferiert man aus dem am besten geeigneten Verzögerungstopf.

Bitvault integriert sich in Wallets, weil es die Verzögerung bereits beim Erzeugen einer Transaktion einbauen muss. Da die Wallet ja Transaktionen erzeugt, muss der Bitvault-Teil also bereits in diesen Prozess rein. Er fügt die Bedingung in die Transaktion ein, dass Bitvault auch zustimmen muss, um die Transaktion tatsächlich auszuführen. Bitvault ist also wie eine Art Plugin in bestehende Soft- und Hardware-Wallets.

Werde ich bedroht, kann ich dem Angreifer getrost die Wallet überlassen, denn die Transaktion wird verzögert sein. Ich bin allerdings noch nicht sicher, ob ich OHNE Herstellung einer neuen Bitvault Wallet (=Seed) auskomme. Es scheint mir schon so zu sein, dass ich eine neue Bitvault-Wallet erzeuge (also mit einer Wallet eine Bitvault-Derivation), in die ich meine Bitcoins übertragen muss. Denn es muss ja etwas hinzukommen, was den nackten Seed alleine unbrauchbar macht. So braucht es also für Bitvault eine neue Wallet-Software oder Support seitens der Hardware-Wallet-Produzenten.

Die Integration in die weitverbreitete BitBox 2 ist leider noch nicht da. Für mich wäre das ein weiteres Killerkriterium, was die BitBox noch besser macht. Sichere Verwahrung ist ja gut und recht, aber die Ausgabeverzögerung macht das gewaltsame Ausbeuten de facto eigentlich unmöglich.

Diese Wallet habe ich nach wie vor in Eigenverwahrung, denn es geht nur darum, dass bei Transaktionserstellung irgendetwas von Bitvault mit rein kommt, was es dann auch braucht, um diese UTXOs weiterzuverwenden. Wäre dem nicht so, könnte der Angreifer mir ja einfach den Seed abzwingen und ihn in eine beliebige andere Wallet importieren und meine Bitcoins transferieren. Das darf natürlich nicht gehen.

Veranlasst also ein Räuber mich dazu, Bitcoins bei Bitvault tatsächlich zu versenden, so wird der wieder abhauen und mir damit genug Zeit geben, um die Transaktion zu übersteuern und die Bitcoins wieder an mich zu senden oder einfach die noch in der Warteschlange befindliche Transaktion bei Bitvault abzubrechen (= nicht finalisieren zu lassen). Bitvault ist also eher ein Transaktionsengpass / -verlangsamung als eine langfristige Verhinderung. Doch damit ist Bitvault sehr gut brauchbar fürs Daily Business.

Man mag oder muss gar sich selbst schlau machen mit diesen neuen Lösungen (DYOR = Do Your Own Research, gilt halt immer). Man kann sie ja mal mit Kleinstbeträgen ausprobieren oder mit dem Testnet im Falle von Liana. Dies nur mal so als Startpunkte.

Mir geht es um etwas anderes: Man sieht, dass in der digitalen Welt die Zeit der einzige Schutz ist. Denn Verbrecher wollen ja nicht warten. Schliesslich muss das Geld sofort weiterwandern, um die Spuren zu verwischen. Liana, Tobias und Bitvault vermasseln genau dies. Räuber können - selbst mit physischer Bedrohung - die Bitcoin-Überweisung nicht verschnellern.

Wenn man also die Signierung der eigenen Bitcoins hinauszögern kann, hat man diese Bedrohung ausgeschaltet. Man darf nur hoffen, dass Räuber, die Bitcoin wollen, wissen, was TLCs sind, also Time-Locked-Contracts. Denn auch sie können die Zeit nicht beugen.

Nach diesem Exkurs zurück zu Gelsenkirchen. Da kamen also physische Preziosen weg - endgültig. Beim Verwahrer. Da bin ich doch lieber selbst der Verwahrer und nutze solche TLCs. Dann kann ich ruhig schlafen. Und niemand klaut mir meine Altersvorsorge.

Ist das nicht ein cooles Argument für Bitcoin?

TicketCorner endlich mal verurteilt - wiedermal

TicketCorner wurde verurteilt - zusammen mit dem Hallenstadion. Beide hatten eine Abmachung getroffen, um eine marktbeherrschende Stellung aufzubauen. Zwar schon in den 201xer Jahren. Die Weco hat beide nach 15 Jahren endlich verurteilt. Das Gericht sagte, dass es anderen Markteilnehmern erschwert worden sei, Tickets für das Hallenstadion zu verkaufen.

TicketCorner reagiert damit, dass es ja nun genug Marktteilnehmer habe, das ganze eh schon lange nicht mehr gelte etc. etc.

Warum schreibe ich das. Ist mir an sich egal ... wenn da nicht eine kleine Geschichte dazu gehört: TicketCorner macht das immer wieder. Ich war Mitbegründer der Firma klicket GmbH im Jahre 2001. Damals waren wir die allerersten, die Tickets in der Schweiz zum ersten mal elektronisch zum Selbstausdrucken verkauften. Als unser Sales damals die Klinken putzte, hörte er immer wieder ... "ja, wir würden ja gerne mit euch Tickets verkaufen, aber leider können wir nicht, weil wir haben Verträge mit TicketCorner",

Es waren Knebelverträge, ungültig wie das Weco damals dann mal schon noch feststellte, nachdem einige Ticket-Startups Klage erhoben. Wie beim Weco üblich, gingen dann Jahre ins Land, und als der Spruch kam, der TicketCorner verurteilte, redete sich TicketCorner mit demselben Spruch raus "es ist ja jetzt alles anders" ...

Tja. Für mich ohne Worte. Wirtschaftlich Grosse unterdrücken die Kleinen immer. Kleine haben noch keine Ressourcen, gegen Grosse zu bestehen. Siehe USA.

Aber mit der Zeit arrangieren sich die Kleinen und der Grosse strauchelt. Siehe USA.

Und dann wird es wirklich anders. Kaum besser, aber eben - anders.

Saifedean Ammous - Der Gold Standard

Saifedean Ammous' neues Buch, der Gold-Standard, das er offenbar in Amsterdam diesen November vorgestellt hat, zeigt, was für ein klarer, ironisch-sarkastischer Analyst er ist.

Er sagt, Fiat ist geboren im Fiat-Chain Genesis Block, dem ersten Weltkrieg. Und damit ist die Pandorra-Büchse geöffnet, denn der sich selbst erhaltende Zyklus von Krieg verlangt nach Fiat-Geld und Fiat-Geld begünstigt und ermöglicht weitere Kriege, wurde damit in die Welt entlassen. Und wuchert in ihr. Ein Teufelskreis, eine Feedback-Schleife.

Saddam Husseins Irak wurde von den Amis - die Unwahrheit der veröffentlichen Verdächtigungen wissend und verheimlichend - platt gemacht. Daran erinnert sich wohl noch jeder. Die Amis wussten, dass der Irak nichts hatte. Aber Geroge W. Bush und seine Entourage wollten den Krieg - Öl halt, Ressourcenabluss nach USA beim Nachkriegsaufbau, was auch immer.

Zum Kriegerlen braucht's Geld. Wenn man gewinnt, raubt man den Unterlegenen auf die eine oder andere Art aus, dessen Ressourcen verleibt man sich dann einfach ein. Einfaches Rezept.

Wie auch immer. Saifedean erzählt: Wir hatten bisher gelernt, dass die Ermordung des österreich-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo im Juni 1914 der Auslöser für den ersten Weltkrieg war. Wer dann wieso in den Krieg eintrat ... egal. Krieg ist an sich Krieg und ist immer nur schädlich. Saifedean erläutert sehr klar, dass Kriegführen teuer ist, dass es teuer ist, Menschen zu töten - zumindest damals. Darum gab es früher auch einfach die klassischen Söldner, die sich für gutem Sold für die hinterbliebene Familie umnieten liessen. Und vor allem, früher waren Kriege geographisch beschränkte Ereignisse. Was heute anders ist, was daher zu immer mehr Kollateralschäden (= Zivilisten) führte. Und die Kriegstechnologien wurden immer "fähiger - bis zur Atombombe der Amis oder sicherlich existierenden BC-Waffen der modernen Welt.

Heute sind die Kollaterale aber sogar strategische Kriegsziele, wie man leicht an Russland mit der Ukraine und Israel mit der Hamas sieht. In Afrika könnte man wohl am ehesten noch die Kriegsführung lokaler Warlords vergleichen mit den Kriegen im frühen Europa - siehe Sudan. Wer betroffen ist, leidet dennoch darunter. Heute wie damals handeln andernorts die Kriegsparteien dennoch miteinander.

Krieg ist also nur eine Geldbeschaffungsmassnahme und kann nur gestartet werden, wenn man den Money Printer hat. Denn, wer geht schon aus lauter Freud an der Sach in den Krieg ...

Saifedean nennt nun aber Quellen, die 2017 erst entdeckt worden seien, wonach der Weltkrieg akribisch genau von den Briten eingefädelt wurde. Im Stil des Bitcoin Standard Slangs sagt Saifedean dazu, dass diese Ermordung der Genesis Block der seither laufenden Fiat-Blockchain sei.

Er erläutert das hinreichend einleuchtend, so dass man wirklich sehen kann, dass seine Argumentation gar zwingend logisch ist. Er erwähnt dabei Holland und die Schweiz, die in einer Welt, in der dieser Coup nicht gelungen wäre, die wirtschaftlichen Grossmächte unserer Zeit hätten sein können - nicht die USA.

Wieso ist das so? Nun, weil die Koppelung des Geldes an eine natürliche Ressource ausgehebelt wurde. Nixon war nicht der erste mit diesem Trick. Saifedean nimmt in seiner Erklärung fast in jedem Satz das Wort Money Printer in den Mund. Kein Krieg ohne beliebig viel Money, ergo Money Printer.

Ich werde mir sein Buch besorgen. Für viele, die schon seine Bücher Bitcoin Standard, geschweige denn der Fiat Standard, recht trocken bis schwer empfanden, dürfte wohl auch dieses neue Buch harter Tobak sein. Aber mir gefällt das. Wahrheiten sollten trocken benannt werden, damit keiner in die Verführung gerät, sie emotional aufzuladen und wie andere Leute in die Ecke der Fake-News zu drängen. Dass Saifedean Zusammenhänge mit dem Slang der Bitcoin-Welt erzählen wird, nehme ich mal an und es wird mich auch dann erheitern, wie man solch schreckliche Dinge mit profanen Begriffen aus der Bitcoin-Welt erklären kann, in der sich seine geneigten Leser ja auskennen ... es reduziert Ungeheuerlichkeiten wie Kriege auf simple Techniken zur Manipulation der Menschen.

Ich wusste von diesen Quellen aus 2017 nichts. Wenn das so stimmt, ist es schon krass, wie ein ganzer Kontinent einer Lüge aufgesessen war - deren Auswirkungen bis heute ja Millionen von Toten und Leid in die europäische Welt brachte und die grabenkriegsähnliche Polarisierung förderte und bewahrte. Es zeigt nur wieder mal, dass wir nichts davon wissen, was hinter den Kulissen wirklich läuft. Doch wir lassen uns einspannen - die einen mehr, die anderen weniger. Und das Mittel dazu? Fiat-Geld.

Ich werde eventuell mal von meinen Eindrücken berichten, sobald ich das Buch gelesen habe. Ich bin gespannt.

Trumps reales Sequel zum "The Siege (1998)"

Was Trump da grad durchzieht, ist das, was im Politthriller The Siege von 1998 (de: Ausnahmezustand) als Dystopie vorweggenommen wurde. Ausrede: Terrorismus. Im Film wird Denzel Washington bei einem Geiseltausch durch eine Explosion fast getötet. Im Film also wirklicher Terrorismus, allerdings nicht von Terroristen, wie wir sie heute verstehen.

Dennoch: Bruce Willis führt die Nationalgarde in die Stadt New York City auf Befehl des Präsidenten.

1998 Fiktion, 2025 Realität.

Wenn es nicht schon so offensichtlich ist, was Trump da als Marionette ausführt: Schaut den Film an. Denn so beginnt es.

Der Film mit Happy End ... Trump? We'll see.

Jetzt auch noch die - Israel und Iran

Der zweifelhafte Lokalherrscher Benjamin Netanjahu schwingt sich nun auch auf, dem Iran auf die Pelle zu rücken. Sein Volk, auf das er ganz offensichtlich scheisst, muss bezahlen mit Blut und Leid. Nun, wie können solche Schurken sich einfach als Lenker einer Nation fühlen und dann doch nur ihr eigenes, völlig egoistisches Süppchen kochen.

PS: "Benjamin Netanjahu" austauschbar durch beliebige andere, aktuelle Despoten. Ich verstehe es nicht und verstand es nie. Welche Arroganz muss man haben, um andere so zu killen. Nicht wie im Mittelalter mit Schwert und Kanonen. Sondern mit Waffen, die IMMER Kollateralschaden verursachen. Und wenn sich der Angegriffene dann oh Wunder wehrt, tut der das auch so, dass das eigene Volk Schaden erleidet.

Solche Despoten kotzen mich an. Würde ich sie umnieten? Kaum, aber wegsperren. Sollen die doch auf ihren Megayachten, Riesenanwesen dahinvegetieren, aber sie sollen den Rest der Welt von ihren kruden Egomanenhirngespinsten unbehelligt lassen. Und wieso klappt der ganze Kram? Weil Geld, Fiat-Geld immer vorhanden ist oder gedruckt werden kann - von eben diesen Despoten. Würde denn zum Beispiel in Russland je einer ins Militär gehen, wenn Putin nicht mit massiv Kohle lockt? Ditto in der USA? Und gibt es nicht Leute, die ihre Seele für einen Sold verkaufen - damit wenigstens die Hinterbliebenen endlich mal etwas lebenswerter weitergehen können?

Ich verstehe schon den Slogan: Mit Bitcoin keine Kriege. Vielleicht. Denn zumindest generieren kann keiner Bitcoin schneller als eben durch das Proof of Work. Nun wir wissen es nicht, weil wir keine Erfahrungen dazu haben. Man hat ja noch anderes, was man Söldnern versprechen kann. Und sei es nur, sie beim Draften am Leben zu lassen, wenn sie ja sagen. Statt sie zu killen, wenn sie sich weigern.

Ich muss es sagen, ich hoffe, dass Benjamin Netanjahu auf die Schnauze fällt, dass er mitsamt seiner Entourage als Kriegsverbrecher drangenommen wird. Nicht weil er hart auf die Hamas reagierte, sondern weil er wie ein Jähzorniger nicht mehr stoppen will - und das gegen den Willen von grossen Teilen seines Volkes.

Dass die Hamas genau gleich waren, zeigte sich ja schon auch ... denn auch die interessierte ihr Volk keinen Dreck mehr. Klar, wenn's jemand wissen wollte, kann man diese Ausrede ja bringen. Nur, den Toten und Obdachlosen oder nun sonstwie Versehrten nützt das genau gar nichts.

Es nervt mich. Obwohl ich doch schon so lange resilient gegen den Zustand der menschlichen Welt bin. Aber ich erlaube mir auch ab und an, in aller Deutlichkeit zu sagen, das ich von solchen Rosetten halte. Damit erreiche ich ja auch wieder Resilienz.

Die Welt ist ein Sandkasten, die einen formen Gärten und Städtchen, die anderen machen Gärtchen anderer kaputt. Die Emotion, die dabei erzeugt wird ... wird sich entladen - immer. Schrieb ich vor 17 Jahren schon mal hier. Ich bin schon froh, habe ich nicht die Macht, mittels Technik andere zu töten. Wer weiss, ob man mich soweit reizen kann, dass ich austicke - und auf den roten Knopf drücke.

Es ist ja nicht nur bei denen so: Der Emotionslevel steigt. Und wird sich entladen. Ich hoffe für mich, dass ich mich nie so hochtreiben lasse, dass ich die Kontrolle verliere. Und ich hoffe, dass ich nie gerade dort bin, wo so ein Wirrkopf explodiert.

PS: Lehrer gibt es genug in der Welt, die den Umgang mit grossen emotionalen Ladungen ausgleichen lehren. Doch eben, das muss man wollen. Benjamin Netanjahu und Konsorten wollen das nicht. Es ist zum Kotzen.

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