BP-Bashing ist ungerecht

BP schafft es kaum, der Erdölflut Herr zu werden. Es spielt eigentlich keine Rolle, wie unfähig oder nicht diese sind. Es lässt mich schon die Stirn runzeln, dass die eine Glocke runterliessen und sich keine Gedanken machten, ob der Druck der Quelle diese Glocke überhaupt installieren lässt. Das erinnert mich an die Szene in Armageddon, wo ein erhitzter Militärkopf sich sagen lassen muss, dass es wohl volldoof sei, eine Atomrakete auf der Oberfläche des Kometen explodieren zu lassen, wenn man ihn zerstören will. Da müsse man doch ein Loch bohren ... Im Film siegte die sofort einleuchtende Logik des Wissenschaflters gegenüber dem Militär.

In diesem Sinne und wohl gute 10'000 km weg vom Tatort erlaube ich mir, die im TV rapportierten Bereinigungstechniken von BP zu kommentieren. Sie scheinen unbeholfen zu sein. Ob's so generell stimmt, weiss ich natürlich wie alle anderen wohl nicht. Aber motzen, das tun wir.

Dabei: BP reflektiert doch genau in ihrer möglichen Naivität die gesamte Situation und Haltung rund ums Erdöl: Seit Jahrzehnten wissen wir, dass Erdöl ausgehen wird. Das alleine sollte ja schon reichen, um ebenfalls seit Jahrzehnten die Exitszenarien zu planen und vor allem, endlich ernsthaft voranzutreiben. Es ist doch jedem klar, dass die meiste Energie uns auf den Kopf scheint. Wir können dank der Sonne kochen, Wasser destillieren, und Sauerstoff produzieren ... also, letzteres noch nicht wir, aber die Natur.

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carlo's Gravatar Ob ich mit meinem Benzinkocher mit einem Liter 2 Wochen lang für warmes Essen und Getränke für die ganze Familie zubereite oder beim sonntäglichen Gipfeliholen aus den Auspuff rausblase macht schon einen gravierenden Unterschied.

Ausser bei PET-Getränkeflaschen und den immer seltener zu findenden PE-Milchflaschen gibt es in der Schweiz nicht mal ein nennenswertes Kunstoffrecycling. Oder wie "entsorgt" man zB. einen Plastik-Kinder-Bob?
Schliesslich brauchen unsere überdimensionierten Kehrrichtverbrennungsanlage kostenlosen Betriebsstoff.

Würden wir im Handel mit anderen Ländern unsere ökologischen, sozialen oder rechtsstaatlichen Massstäbe, auf die wir Schweizer ja so stolz sind, anwenden (fair trade), würden wir wohl kaum noch uns genehme Handelspartner finden.
Hauptsache fair-trade-Exotenblumen, die per Luftfracht in die Schweiz fürs gute Gewissen geliefert werden. Ob das Erdöl zum Betrieb dieses Flugzeugs auch fair trade ist, interessiert aber nicht.

Die Schweiz ist so reich, weil sie Weltmeister im Abzocken ärmerer Länder ist.
Das hier über Boni-Banker und Abzockerinitiative diskutiert wird, erscheint daher geradzu pervers.
# Erfasst von carlo | 07.06.10 23:59
Martin's Gravatar Das mit dem Plastikrecycling ist genau ein Punkt, der mich auch schon zu oft aufgestossen ist. Das allerdings der Schweiz anzulasten, ist m.E. ebenfalls etwas kurz. Vielmehr müssten doch wohl die Produzenten von Verpackung auf der ganzen Welt angegangen werden. Wenn ich jeweils Filme über ärmste Gegenden in Afrika sehe, fällt mir doch im kliensten Dorfladen auf, dass die auch schon Plastikverpackungen unserer "modernen" Nahrungsmittel in ihre Umwelt raushauen ... wo, bitteschön, sollen die ihren Abfall loswerden? Oder die Platikflaschenschwemme in den karibischen Trauminselresorts ... etc. etc. Jeder muss halt mitdenken, erst recht Touristen und andere Botschafter der "modernen" Welt.
# Erfasst von Martin | 09.06.10 13:28
Steve's Gravatar Natürlich ist BP nicht der alleinige Bösewicht und an aller Umweltverschmutzung Schuld, trotzdem sollten derartige Konzerne mehr im Fokus der Betrachtung stehen. Mir ist bewusst, dass sich vieles geändert hat, seit meiner Jugend, in der Umwelttehmen kaum relevant waren und große Firmen tun konnten, was sie wollten.

Interressant und unterhaltsam ist folgende Doku http://www.spotting.at/humorvoll-gegen-bp
# Erfasst von Steve | 24.06.10 16:46
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