Wow - was für ein SonnTalk

Da schreibe ich grad am anderen Blogartikel, als im TeleZüri der SonnTalk beginnt. Ich mag diesen Wochenrückblick meistens. Der Heutige war aber wirklich mit viel Zündstoff, wie es die Anmoderation gewohnheitsmässig ankündigte. Und es brauchte nicht viel an diesem heissen letzten Augustsonntag.

Die Emotionalität, die das Thema Flüchtlinge und Migration erzeugt, liess alle vier Anwesenden fast die Fassung verlieren.

Beobachtbar an Mimik, Wortwahl, Durchsetzungsdruck, Beleidigtsein etc. etc.

Ist eine Gruppe mal von einer Schwingung ergriffen, nimmt diese alle in Beschlag und triggert deren Emotionspotentiale.

So hatte ich jedenfalls den SonnTalk noch nie erlebt. Das Thema ist halt auch enorm schwer und es ergibt sich wahrscheinlich keine von Menschen machbare Lösung. Denn Menschen haben immer ihren persönlichen Fall im Rucksack. Nur wenn der wirklich leer wäre, könnte man sich das unbeeinflusst ansehen und sich auch eingestehen, dass Fragen nach Lösungen einfach derzeit mit einem "Ich weiss nicht" zu beantworten sind. Das Ich weiss es nicht, wie auch. Wer von denen (ich natürlich auch) hat einen Krieg erlebt? Wer von denen hat eine wirtschaftliche Ausbeutung "dank" Globalisierung erlebt? Der SonnTalk hat ja nie die in der Show, die sogenannte Verlierer sind, sondern nur die Gutsituierten.

Köppel argumentierte rein legalistisch. Ich kann diese Art verstehen, doch es ist genau diese technokratische Sicht, mit der sich Intellektuelle abschotten. Das veranlasste mich ja letztens, genau darüber zu bloggen. Man kann sich der anderen nicht über Technokratie erwehren. Sie scheint nur einen trügerischen Halt zu geben, um dem Eingeständnis eigenen Unvermögens zu entgehen - ich meine das neutral: Es gibt Dinge, die sind in jedermanns Unvermögen. Ein einzelner Mensch vermag einfach nicht, das Richtige zu sehen und zu tun. Das weiss auch jeder, denn alle kennen die Wahrhaftigkeit des Spruchs "Im Nachinein ist man immer klüger".

Weil Köppel sich hinter Legalismus versteckt, die anderen ebenfalls hinter dem Gebot der Humanität, und keine der beiden Seiten eine Lösung anbieten kann, bleibt eben nur die Emotion des Unvermögens, der Ohnmacht. So ist es.

Aus meiner Sicht könnte die Gesamtsituation nur ein globales, höchstpersönliches Verantwortungsgefühl irgendwie halbwegs förderlich begutachten. Dazu muss der eigene Fall soweit geklärt sein, dass einem die eigene Ohnmacht und Mortalität nichts mehr ausmacht - dass das Leben den Weg findet, nicht ein Ego, das ohnehin nie neutral ist. Wieso wohl bringt viele dieses Thema so in Rage ...

Angesichts des Eingeständnisses des eigenen Unvermögens bleibt wohl einem einzelnen nur, sich dann menschlich zu verhalten, wenn die Situation ihn in seinem höchstpersönlichen Umfeld trifft. Da kann er dann eventuell einige wenige, vielleicht auch mehr, förderlich unterstützen auf deren Weg. Die anderen, der Rest des grossen Problems, liegt ausserhalb seines direkten Einflussbereichs. So ist es. Doch der Einsatz nach seinem Gewissen im eigenen Einflussbereich ist das, was das eigene Leben leidvoll oder angenehm macht. Denn die eigene Gemütsverfassung, die macht sich jeder selbst - oder lässt sich übernehmen von Marktschreiern, Hetzern, Agitatoren, Seelenfängern etc.

Mäuschen wäre ich gern gewesen, um deren Umgang miteinander nach Ende der Sendung zu beobachten. Ich denke mal, sie müssen sich nicht nur physisch zuerst abkühlen, bis sie sich wieder begegnen wollen ... :-)

Streetparade - eine Sauereidemonstration (unserer Gesellschaft?)

Gestern war die 24. Streetparade 2015 in Zürich. Sehr heiss, sehr viele Leute. Alles ok, war früher in den Anfangstagen auch ein paarmal da.

Jetzt aber 129 Tonnen Abfall. Obwohl teilweise halbvolle in der Nähe Container rumstehen, schmeissen die Leute ihren Abfall einfach auf den Boden.

Abfall ist ja ein Rohstoff. Es ist schon klar, dass die Masse das irgendwo weiss, aber sich einen Dreck drum schert.

Sowas ärgert mich einfach masslos. Letztens las ich, dass jedes Stückchen Plastik, das je produziert worden ist auf der Welt, immer noch irgendwo rumliegt ... also nichts mit Verrotten. Würden wir wenigestens biologisch abbaubaren Plastik erzeugen, flächendeckend, dann wär's immer noch ne Sauerei, aber eine, die vom grösseren System (= Natur) absorbiert werden kann.

Wir müssten dazu aber auch lernen, Verpackungen nicht mehr zu wollen, oder wenn unumgänglich, auf biologisch abbaubare Stoffe zu pochen. Die Gesetzeslage sollte so sein, dass Produzenten die Verpackung - egal wie sie aussieht und woraus sie besteht - zurücknehmen muss und sanktioniert werden, weigerten sie sich oder erschwerten sie künstlich die problemlose Rückgabe. Natürlich müssten sie dazu auch die biologische Verwertung nachweisen. Sie könnten diese Rohstoffe ja auch an Verpackungsproduzenten rückverkaufen können.

So wäre der Zyklus einer Verpackung: Ein Produzent schafft udn verkauft sie an einen Vertrieb, der benutzt sie, um seine Waren an den Kunden zu bringen, der Kunde bringt die Verpackung zurück (weil sie dank Depot ein Rückgeld gibt, oder weil die Abfallgebühr gross ist), der Vertrieb muss sie zurücknehmen und kann sie als Rohstoff an den Produzenten rückverkaufen.

Ich weiss schon, dass diese Zyklen teilweise schon da sind - aber auch nur, weil sie ökonomisch, nicht ökologisch begründet sind. Ich aber schlage vor, dass sie obligatorisch werden und auch im Strafgesetzbuch stehen. Denn: Wenn mir einer in meiner Wohnung eine Verwüstung anrichtet, kann ich ihn zivilrechtlich belangen, zerstört er meine Lebensgrundlage eventuell sogar strafrechtlich. Wieso kann man das im grossen Wohnzimmer, der Natur, der Erde nicht? Verwüstungen sollten bestraft werden. Dazu muss die Erziehung halt hinarbeiten. Und keiner darf sich aus der Verantwortung stehlen.

Die Sauerei wird uns nicht mehr auf die Füsse fallen, aber unseren Nachfolgern. Ob Technik da hilfreich ist? Vielleicht, aber nur dann, wenn sie wie in Star Trek Materie konvertieren kann. Denn mit oder ohne Technik, die einfach zu beschaffenden Rohstoffe sind endlich. Die daraus entstehenden Produkte sind nicht mehr so leicht in die Ausgangsstoffe zu zersetzen - von unserer momentanen Technik. Das mag ja ändern, aber ich zweifle am Umsetzungswillen.

Dass der Mensch per se ein Umweltverschmutzer ist, sagen einige. Das mag sein und ist nicht der Punkt, das System ist ja dazu da, dass wir darin leben. Dennoch, die anderen Lebewesen auf der Erde brauchen keine Technik und erzeugen keine nicht abbaubaren Rückstände.

Oder anders gesagt: Unsere künftige Technik muss das nehmen, was das System hergibt und wieder so zurückgeben, dass das System aufräumen kann. Wir sind halt immer noch sehr sehr primitive Bewohner des Systems ... nicht alle, doch in den "zivilisierten" Gesellschaften wohl die Mehrheit.

Falscher Aufhänger für diese Aussage? Nun, dann gibt es tausende von Themen, die das belegen. Aktuellerweise könnte man dazu die aktuelle Flüchtlingslage und deren unbeachteter Ursachen vornehmen ... unbeachtet deswegen, weil darauf unsere Wegwerfgesellschaft beruht ... und wer will schon seine Bequemlichkeit angehen ...

Ceterum senseo: Think globally, act locally.

Ashley Madisons unfreiwillige Offenbarung

Ist schon amüsant. Da wollen einige unerkannt sexuelle Abenteuer erleben, melden sich bei einer Website an und sind nun wegen des Hacks dieser Agentur die Blamierten.

Nichts mehr mit geheim und so. Was bei dem Hack rauskam, ist das Amüsante: 30 Millionen Männer waren dabei, alle auf der Suche nach Sex. Anders kann man das ja nicht nennen, für die meisten Männer ist so eine Anmeldung auf so einer Website ja wohl die Vorstufe für Sex.

Wenngleich in Amiland die Empörung ja gross ist, sobald es um sexuelle Themen geht, ist mir der Aspekt egal. Sexualität gehört zum Menschen wie die Luft zum biologischen Überleben des Körpers. Und der Sexualtrieb ist halt der zweitstärkste, also kein Wunder, dass viele Männer dem nicht widerstehen können.

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